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Samstag, 22. Juni 2013

Rittergut und Gutsherrenart: Faszination des Rittertums

Von der Idee eines „Kreuzritternationalismus“ war (und ist) Anders Behring Breivik gepackt, der Attentäter von Norwegen. Er war (und ist) in eine Szene ähnlich Empfindender eingebunden. Als Nachfolger der Kreuzritter stilisieren sich Betreiber „islamkritischer“ Hass-Blogs.
Der Spross einer Adelsfamilie mit ritterlichen Vorfahren, von Druffel-Egloffstein, ist ein lautstarker Sponsor in der rechtsextremen, den Anschluss an seriösen Konservatismus suchenden Szene (s. „Egloffstein“ auf diesem Blog).

Ländliche Wohn- und Wirkungsstätten rechtsextrem ausgerichteter Ideologen werden heute gern „Rittergut“ genannt, bzw. sind z.T. auch tatsächlich ehemalige Rittergüter. (Siehe unten, Beispiele).


Ich lese gerade ein Buch des Hirnforschers Ian Robertson zu dem Thema, wie das Gefühl von Macht und Überlegenheit das Gehirn beeinflusst („The Winner Effect“, Bloomsbury, London, 2012). Auf das Phänomen der Sehnsucht nach einem gesellschaftlichen Status als „Ritter“ bzw. der Selbsternennung zum „Ritter“ geht Robertson nicht spezifisch ein. Aber er zeigt auf, dass die bekannte Erfahrung, wie Macht (oder der Gedanke daran) einen Menschen verändern kann, sich an messbaren Verhaltensweisen und Hirnaktivitäten nachvollziehen lässt.

Der Gedanke, ein Ritter zu sein oder aus einem „Rittergeschlecht“ zu stammen, könnte dem Gehirn u.U. besondere Kicks verleihen und die Art und Weise, wie Situationen und Zusammenhänge beurteilt werden, entsprechend beeinflussen.

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Rittergut Schnellroda


"Subkutane Wirkung"

Auf dem Rittergut
Eine Begegnung mit Deutschlands Neuen Rechten
Clemens Riha für Kulturzeit, 3Sat
15.08.2011

Kritiker nennen ihn einen "Salonfaschisten", für viele Rechte ist er ein Vorbild: Götz Kubitschek ist derzeit der wohl erfolgreichste neurechte Verleger Deutschlands und der prominenteste Vertreter der Neuen Rechten, einer Bewegung die seit Anfang der 1990er Jahre stetig Zulauf hat und gut vernetzt ist. Auf Kubitscheks Rittergut laufen die Fäden zusammen. Von hier aus betreibt der 40-Jährige einen Verlag und beliefert seine gut gebildete Kundschaft mit rechter Literatur und einer Zeitschrift."Wir sind sehr, sehr konservativ, wir sind letztlich Rechtsintellektuelle", sagt Götz Kubitschek, Oberleutnant der Reserve, Verleger und Besitzer des hiesigen Ritterguts erklärt. "Ich halte das Rechtsintellektuelle für das Kommende. Es ist ganz klar, dass die Probleme, die auf unser Land zukommen, in denen wir stecken, die Antwort nicht von links, sondern von rechts bekommen." ...

Derzeit liest Kubitschek ein Buch von Günther Maschke. Der war einst Freund von Rudi Dutschke, mit der Schwester von Gudrun Ensslin verheiratet und wandelte sich vom Linken zum Rechtsnationalen. Die Agitationsformen der 68er studiert Kubitschek genau - und wendet sie an. ... Die Rechtsintellektuellen wollen dorthin, wo die Linken sind - mit spontane Demonstrationen, unangemeldet, schnell, wie beispielsweise am Jahrestag der Beendigung des Ersten Weltkriegs.

Götz Kubitschek ist nicht nur Politaktivist, er ist auch Vater von sieben Kindern. Mit ihnen und seiner Frau Ellen Kositza lebt er ein "deutsches" Leben. ...
Die stramm rechtskonservative Zeitung "Junge Freiheit" hat geladen. Peter Scholl-Latour ist gerne mit dabei. Salonfähig ist man mittlerweile. Ellen Kositza bekommt dort einen Journalistenpreis. "Eines zu Alice Schwarzer: Sie kennt mein Buch", sagt Kositza bei der Preisverleihung. ...

Ihr Mann betreibt einen Verlag und Buchversand. Rechtskonservative Theoretiker, Nachdrucke aus den 1930er Jahren - aus einer ehemaligen Scheune liefert Götz Kubitschek den Lesestoff zur sogenannten konservativen Revolution. Seine Monatsschrift vereinigt die wichtigsten Autoren der Szene. Die Geschäfte laufen bestens. "Sarrazin haben wir höllisch gut verkauft", sagt er, "und dazu auch ein Sonderheft gemacht: 'Sarrazin lesen'. Das ist ohne Frage ein absoluter Durchbruch gewesen im letzten August, September, das Buch von ihm, das auch viele Themen, die wir ansprechen, nach oben gezogen hat." Kubitschek schreibt auch selbst. Sein neues Buch mit eigener Homepage listet Verbrechen auf - ausschließlich die, bei denen Ausländer die Täter, Deutsche die Opfer waren.

Lichtmesz träumt von einer rechten Revolution. Martin Lichtmesz lebt in Kreuzberg und ist rechts. Martin Lichtmesz lebt in Kreuzberg und ist rechts. Der gebürtige Österreicher ist einer der Autoren von Kubitschek. Er schreibt von Überfremdung und Entzündungsherden eines Volkes. ... Lichtmesz träumt von einer rechten Revolution. Die Bewegung sei größer und breiter als mancher sich vorstelle. "Ich denke, dass das, was wir tun, auch eine subkutane Wirkung hat", so Lichtmesz, "dass das auch gelesen wird von Leuten, die bedeutender sind als wir, die größeren EInfluss haben als wir, also Politiker und Publizisten. Da gibt es einige bedeutende Namen, von denen ich weiß. Das wird auch weiter geleitet in die Kanäle." ...

Der 26-jährige Felix Menzel aus Chemnitz arbeitet eng mit Kubitschek zusammen. Er ist Herausgeber der "Blauen Narzisse", der wohl erfolgreichsten rechten Schüler- und Studentenzeitung im Internet. Auch hier geht es um das Zuviel an Ausländern. Aber nicht nur Worte gibt es. Zwischen den Artikeln wirbt ein T-Shirt-Versand. Die Motive sind Soldaten nach Neukölln, das Profil Benito Mussolinis und direkt daneben der neue Star der Rechten. "Ich glaube auch, dass das ganz schnell gehen kann und von uns ganz unabhängig. Das heißt, wenn es noch zwei, drei Leute wie Sarrazin geben sollte, dann wird dieser Durchbruch gelingen."

Götz Kubitschek verlegt rechte Theoretiker. Die "Kultur" zum neuen Deutschland gibt es in der der "Blauen Narzisse" auch bereits, beispielsweise Gedichtvideos neurechter Literaten. "Ich bin mittlerweile der Überzeugung, dass wir da in einem geistigen Bürgerkrieg leben, in dem es tatsächlich um die Existenz unserer Nation, unseres Volks geht", sagt Götz Kubitschek. ...

Felix Menzel will weiter an der "perfekten rechten Zeitung" arbeiten. Und Martin Lichtmesz träumt vom gesellschaftlichen Umbruch, der in Ostdeutschland seinen Anfang nehmen soll.

http://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/themen/156133/index.html


„Die Hysterie sind keine Taten gefolgt“

Institut für Staatspolitik, Webseite staatspolitik.de, Wissenschaftliche Reihe … klingt anspruchsvoll. Dahinter steht ein weiterer Verlag zur Förderung der Salonfähigkeit des Rechtsextremismus (oder ist es der gleiche?):
Institut für Staatspolitik, Rittergut Schnellroda, 06268 Steigra
und Verlag Antaios, mit der gleichen Ritterguts-Adresse

Beispiel

Ein Jahr nach Sarrazin. Eine Debatte und ihre Folgen | Wissenschaftliche Reihe | Institut für Staatspolitik | Bücher anderer Verlage | Verlag Antaios

Die Hysterie um die Thesen Thilo Sarrazins zu den Möglichkeiten der Integration von
insbesondere muslimischen Ausländern, den negativen Anreizen des Sozialstaats, dem Zustand des Bildungssystems und den demographischen Aussichten Deutschlands, sind keine Taten gefolgt [sic]. Parteipolitisch hat sich keine Alternative ergeben und die überwältigende Zustimmung verpuffte ungenutzt. Dennoch hat die Sarrazin-Debatte den Raum der freien Rede erweitert, weil Sarrazins Gegner ihr Ziel, ihn in den sozialen Tod zu treiben, nicht erreicht haben. Die Hürden der
Meinungsfreiheit wurden drastisch vor Augen geführt. Entscheidend wird sein, daß das dadurch erreichte Niveau verteidigt wird. Die Studie widmet sich neben der Analyse der Folgen der Sarrazin-Debatte auch der Frage nach der parteipolitischen Nutzbarkeit von Sarrazins Triumph und wird durch eine umfangreiche Chronik der Ereignisse seit der Buchveröffentlichung sowie eine
kommentierte Bibliographie der Sekundärliteratur ergänzt.

... Dazu paßt:
Der Fall Sarrazin. Eine Analyse Zum Produkt Sarrazin lesen. Was steckt in "Deutschland schafft sich ab" ...

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Land unterliegt in Rechtsstreit um Rittergut Guthmannshausen | Thüringer Allgemeine
Jana Hildebrandt und Bärbel Albold / 27.04.13

     Das ehemalige Herrenhaus des Rittergutes Guthmannshausen war vom
     Freistaat für dessen Landwirtschaftsamt aufwendig saniert und gut
     ausgestattet worden. Im Jahre 2011 wurde das Denkmalobjekt verkauft.


      Guthmannshausen. Das Landgericht Erfurt hat am Freitag die Klage des
      Landes Thüringen gegen den Verkauf des Rittergutes Guthmannshausen (nahe
      Sömmerda) abgewiesen. Demnach kann der Kaufvertrag nicht wegen arglistiger
      Täuschung rückgängig gemacht werden.
      Laut Vorsitzendem Richter Heinz Schilling konnte die Zivilkammer keine
      aktive Täuschung beim Kauf des ehemals landeseigenen Anwesens feststellen. ...
      Die Käuferin, eine Heilpraktikerin aus Hessen, habe ein Nutzungskonzept
      abgeliefert, welches sie später auch realisiert habe. Dass sie das Konzept
      nur mit einem Verein realisiert habe, sei "Pech". Beim Verkauf der
      Immobilie habe die Thüringer Liegenschaftsgesellschaft, die den Verkauf
      vollzogen habe, nur geguckt, ob der Interessent ausreichend Geld hat und
      das Nutzungskonzept einhält. ...
      Die Liegenschaftsgesellschaft hatte der Heilpraktikerin die Immobilie, die
      zuvor als landwirtschaftliche Landschule genutzt wurde, für 320.000 Euro
      verkauft. Gegenüber den Behörden hatte sie angegeben, Seminare abhalten
      und das Anwesen an andere vermieten zu wollen.
      Bei dem Verkauf war weder die Mitgliedschaft zum Verein "Gedächtnisstätte"
      noch ihre Verbindung zu der vom Verfassungsschutz rechtsextremistisch
      eingestuften "Gesellschaft für freie Publizistik" aufgefallen.
      Seit dem Verkauf wird das Rittergut für Veranstaltungen der Neonazi-Szene
      genutzt. ...
 
http://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/leben/detail/-/specific/Land-unterliegt-in-Rechtsstreit-um-Rittergut-Guthmannshausen-1470347736



Rittergut Sahlis

Karl-Heinz Hoffmann (Rechtsextremist) – Wikipedia

Karl-Heinz Hoffmann ... [geb. 1937 in Nürnberg, Vater Arzt, 1940 gefallen] ist als deutscher Neonazi bekannt geworden. Er war Gründer der nach ihm benannten und 1980 verbotenen rechtsextremen Wehrsportgruppe Hoffmann. ...

„Es wäre doch ganz einfach töricht zu leugnen, dass Adolf Hitler genial war und dass er zweifellos sehr viele Dinge hier gemacht hat, wo wir heute langsam wieder drauf kommen, sie wieder tun.“  – Karl-Heinz Hoffmann, 1974 ...

1973 gründete Hoffmann die nach ihm benannte Wehrsportgruppe Hoffmann. Diese wurde 1980 als verfassungsfeindliche Organisation verboten.
Kontakte bestanden zwischen Hoffmann und dem DVU-Chef und Verleger der Deutschen National-Zeitung Gerhard Frey. Frey übernahm 1976 „aus nationaler Solidarität” Hoffmanns Gerichtskosten in Höhe von 8.000 DM. ...


2004 erwarb ... [Hoffmann] mehrere Immobilien im westsächsischen Kohren-Sahlis, darunter ein ehemaliges Rittergut mit Herrenhaus und Stallungen, in dem ehemals der Schriftsteller Börries von Münchhausen gewohnt hat. Für das Rittergut Sahlis schuf Hoffmann die gemeinnützige Fiduziarische Kulturstiftung Schloss Sahlis, um Fördergelder zur Erhaltung des Kulturdenkmals Schloss Sahlis zu bekommen. Für die Erhaltung und Pflege hat er in den Jahren 2005 bis 2007 rund 130.000 Euro vom Freistaat Sachsen bezogen. Karl-Heinz Hoffmann hält dort Schweine. ...
Im Jahr 2010 ... wurden Hoffmans Wohnung und sein Gutshof, im Rahmen von Ermittlungen gegen eine neonazistische Gruppe um André Kapke von Einsatzkräften, wegen Verdacht auf einen geplanten Sprengstoffanschlag, durchsucht. Die Durchsuchung verlief ergebnislos. Nach Aufdeckung der terroristischen Aktivitäten des Nationalsozialistischen Untergrundes, zu dem auch Kapke Verbindung hatte, kündigte die Staatsanwaltschaft Jena an, die Untersuchungen wieder aufzunehmen.

2011 kündigte Hoffmann auf seiner Webseite ein Referat im sogenannten „Nationalen Zentrum“ der NPD in Leipzig mit den Themen „Rechtsbedenkliche Methoden der bundesdeutschen Justiz“, „Das Problem der globalen Überbevölkerung und die Auswirkungen auf unseren Lebensraum“ und „Die wahre Geschichte der Wehrsportgruppe Hoffmann“ an. Wenige Tage nach Bekanntwerden der NSU-Morde und -Überfälle wurde die Veranstaltung abgesagt, da nach Aussagen Hoffmanns „die NPD meint, sie könne sich in Anbetracht des durch die Berichterstattung zur ‚Zwickauer Zelle‘ ausgelösten antifaschistischen Tsunamis keine Veranstaltung erlauben“. ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Karl-Heinz_Hoffmann_(Rechtsextremist)



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„Prinz Eugen, der edle Ritter ...“

Prinzen Eugen von Savoyen,
im österreichisch-türkischen Krieg (1716-18);
Gemälde von Jacob van Schuppen.

Er sei auf Disziplin bedacht gewesen,
schreibt anerkennend die englischsprachige
Wikipedia, bereit, unfolgsame gewöhnliche
Soldaten eigenhändig zu erschießen – aber
„blinde Brutalität“ habe er abgelehnt.

Na, dann ist er ja ein Vorbild - oder?


Kommentare:

  1. Unsere Zeit kommt. Götz Kubitschek im Gespräch mit Karlheinz Weißmann

    Karlheinz Weißmann, Vordenker der Neuen Rechten in Deutschland, ist zuversichtlich: Unsere Zeit kommt! Im Gespräch mit Götz Kubitschek liefert er gute Argumente für seine Prognose. Themen sind unter anderem: Politische Bestandsaufnahme, Deutschlands Situation, Was ist, was war deutsch?, Geheimes Deutschland, Rechts-Sein überhaupt, Gegenöffentlichkeit, Was ist machbar?, Gott.

    Kubitschek: Jetzt nehmen wir diese sechs Kategorien, mit denen die Nouvelle
    Ecole spielte. Können Sie etwas dazu sagen?

    Weißmann: Aber natürlich! Parole: Geheimes Deutschland! Hauptfeind: Die Dekadenz. Köpfe: Friedrich Nietzsche, Ernst Jünger, Arnold Gehlen, Armin Mohler.
    Referenzepochen: Das Ottonische und das Staufische Reich, Preußen im 18. Jahrhundert, die deutschen Erhebungen von 1813, 1944 und 1953. Idole: Heinrich I., Friedrich II., Friedrich der Große, Stein, Gneisenau, Bismarck, Stauffenberg. Filme: „Der große König“ (Veit Harlan, 1940), „Die sieben Samurai“ (Akira Kurosawa, 1954), „Stauffenberg“ (Jo Baier, 2004). ...

    Deutschland auf Augenhöhe. Götz Kubitschek...Zum Produkt Deutsche Opfer,
    fremde Täter....Zum Produkt Das konservative Minimum ...
    Verlag Antaios
    Rittergut Schnellroda
    06268 Steigra

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    1. Der Name Stauffenberg soll den Rechtsextremismus heiligen ... perfide.

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    2. Skandal im Gasteig - Kubitscheks Freunde in München
      Robert Andreasch
      14. Januar 2011

      ... Solange die Reichweite von Aktivist_innen wie Kubitschek, Lehnert und Weißmann nur in diese oder jene kleinere neurechte Runde strahlt, bleiben sie alles in allem ziemlich unbedeutend und die selbsternannten "konservativen Revolutionäre" werden in den Hinterzimmern - zu Recht - ihr braunes Image nicht los. Kubitschek kann es da als Erfolg feiern, dass sich der Münchner "Süddeutsche Zeitung"-Autor Marc Felix Serrao als Fan des Kubitschekschen Tatendrangs erwiesen hat. ...

      Kubitschek konnte sich in dem völlig unkritischen Artikel jedenfalls als "konservativ" selbstbezeichnen und auch die Überschrift "Der kalte Blick nach rechts" dürfte ganz nach dessen Geschmack gewesen sein, knüpfte sie doch an den Essay "Der faschistische Stil" von Armin Mohler an, der den "kalten Stil" zu einem Merkmal des Faschismus erklärte.

      In München verfügt Götz Kubitschek über viele Unterstützer_innen: Hier wirkte bis zu seinem Tod 2009 Kubitscheks publizistisches Vorbild, der "Criticon"-Herausgeber und extrem rechte Aktivist Caspar Schrenck-Notzing.
      Vielfältige Beziehungen bestehen dazu zwischen dem IfS und der radikal-völkischen Burschenschaft Danubia: Als die Wirte des Münchner Löwenbräu-Kellers dem "Institut für Staatspolitik" im Juli 2004 kurzfristig die Raumnutzung für das „1. Münchner Kolleg“ verweigerten, stellte die Danubia ihr Haus für die Referate von Martin Hohmann, Reinhard Günzel, Götz Kubitschek und anderen zur Verfügung. ...

      In der „wissenschaftlichen Reihe“ des IfS erschien 2008 die Broschüre „Extremismus als Mode. Der Fall Sascha Jung und die Bekämpfung der Münchner Burschenschaft Danubia im Freistaat Bayern“. ...

      Bei den "Bogenhausener Gesprächen" im Februar 2010 warb Kubitschek bei der Danubia für eine vermehrte Ansiedlung im Osten Deutschlands und hetzte rassistisch: Wenn man in Offenbach ins Freibad gehe, habe man dort „einen Ausländeranteil von 80 Prozent“. In der Sächsischen Schweiz hingegen seien es 0,5 Prozent. „Das ist eine völlig andere Art des optischen Eindrucks“, sagte Kubitschek, „in unsere Region würden sich Ausländer nicht verirren.“ Seinem Vortrag gab er den Titel „Raum ohne Volk“, eine bewußte Anspielung auf Hans Grimms Buch „Volk ohne Raum“, das der nationalsozialistischen Propaganda vom „Lebensraum im Osten“ als Rechtfertigung diente. ...

      Dass bei der "Sezessions"-Veranstaltung im Münchner Gasteig mit Alexander Kissler (München) auch ein Autor des "SZ-Feuilletons" und des "Focus" aktiv mitwirken soll, muss im Fall des Magazins "Focus" als weiterer Beleg für die in den letzten Monaten erfolgte offensive Hinwendung des Magazins zum Milieu einer "neuen Rechten" gewertet werden. Insbesondere der "Focus"-Redakteur Michael Klonovsky, seit September 2010 für die neueingeführte Rubrik "Debatte" verantwortlich, ist "sowohl in seinen politischen Positionierungen als auch in seiner publizistischen Einbindung im Milieu der 'Neuen Rechten' zu verorten", wie das antifaschistische Fachmagazin "der rechte Rand" in seiner aktuellen Ausgabe nachweist. Klonovsky [veröffentlicht] ...seit 2008 auch in dem radikalen Rechtsblatt "eigentümlich frei" ...
      Auf die Debattenseiten des "Focus" holt Klonovsky nun die gängigen Themen der extremen Rechten: Volk, Nation und der Kampf gegen Linke, Feminismus, Gender-Debatten und die verhasste Moderne; Klonovsky schreibt gegen einen "Gesinnungsterror der
      politischen Korrekten" und, natürlich, "pro Sarrazin".

      http://aida-archiv.de/index.php?option=com_content&view=article&id=2155%3Amuenchen-skandal-im-gasteig&catid=41%3Aparteien-und-organisationen&Itemid=151&limitstart=1

      Anm.:
      Vgl. Post zu „Hofgeismarkreis“ (u.a. zu Sascha Jung, Armin Mohler)

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    3. Aus
      Das neurechte Institut für Staatspolitik

      … Zielgruppen des ... [2000 gegründeten „Instituts für Staatspolitik"] sind der konservative und rechte akademische Nachwuchs, aber auch Teile der politischen Elite. Mittels Seminaren, Veröffentlichungen und der Förderung von Forschungsarbeiten sollen die Strategiediskussion der sog. »Neuen Rechten« vorangetrieben und intellektuelle Netzwerke geknüpft werden. ...

      [Im] ...Vorfeld der Gründung des Instituts [IfS] [war] auch vom Aufbau eines »Reemtsma-Instituts von rechts« (Ostpreußenblatt; 5.02.00) die Rede. Vor allem die von »neurechten « Publizisten ... hämisch bis neidisch kommentierte Kampagnenfähigkeit des HIS [Hamburger Institut für Sozialforschung] am Beispiel der Wehrmachtsausstellung gilt den Akteuren des Instituts als beispielhaft für die eigene Strategie, Themen zu besetzen.

      Ziel des IfS ist es, die extreme Rechte langfristig zunächst intellektuell aus der diskursiven Isolation zu führen, um sich damit die Chance auf einen nachhaltigen Einfluss als legitime politische Strömung zu sichern. Mithin verfolgt das Institut eben jene politische Strategie, die für die »Neue Rechte« insgesamt prägend ist: Metapolitik. Deren Gegenstand ... sind ... die eher langfristig meinungsbildenden Themen wie Geschichtspolitik, Nationbegriff und Staatsverständnis ...

      Dem Ansatz liegt einerseits die Erfahrung der wahlpolitisch begrenzten Reichweite rechtsextremer Parteipolitik in Deutschland, andererseits ein an Antonio Gramsci geschulter Begriff von kultureller Hegemonie zugrunde. Knapp umrissen wird mit Gramsci davon ausgegangen, dass eine potentielle Machtübernahme nicht im Handstreich am Tag X erfolgt, sondern diese politisch-kulturell innerhalb der vorpolitischen Sphäre ... durchgesetzt und abgesichert werden muss. ...

      Bis Mitte der 90er Jahre zielte die Arbeit dieser Netzwerke auf eine Graswurzelrevolution von rechts, die »ein vielfältiges politisches, kulturelles und publizistisches Kapillarsystem (entwickelt), durch das konservative Vorstellungen in breite Schichten sickern können.« (Stein, Dieter … In: Junge Freiheit, Nr. 4, April 1992, S. 2) ...

      Omnipräsent bei [den ...] verschiedenen Treffen und Tagungen [des IfS] sind die Gründungsmitglieder Dr. Karlheinz Weißmann und Götz Kubitschek. Darüber hinaus ließ man Personen aus der extremen Rechten wie den Anti-Antifa-Schreiber der Jungen Freiheit Manuel Ochsenreiter, den ehemaligen Mitarbeiter der Republikaner Michael Wiesberg oder den französischen Rechtsintellektuellen Alain de Benoist ihre Thesen präsentieren. Für den Brückenschlag in den Konservatismus sollte schon 2001 Martin Hohmann sorgen, der im Rahmen der Sommerakademie 2001 einen Redebeitrag unter dem bezeichnenden Titel »Strategie im Parlamentarismus« hielt. Neben solchen Tagungen [gibt es ...] eine Zeitschrift, eine Buchreihe und eine Reihe von Themenheften. ...

      Unterhalb des … Institutskollegiums existieren fünf Arbeitsgruppen … : 1. Die Rolle des Staates im 21. Jahrhundert, 2. Die politische Linke, 3. Zuwanderung und Integration, 4. Kriegs und Konfliktforschung und 5. Erziehung und Bildung. … Wie der Name »Institut für Staatspolitik« schon sagt, wird Politik hier nicht vom Bürger, sondern vom autoritären Machtstaat her gedacht. Bezugspunkt ist hierbei die politische Philosophie des Staatsrechtlers Carl Schmitt, der an die Stelle einer pluralen Demokratie eine identitäre setzen wollte. Dabei wird der Begriff Volk als metaphysische, übergeschichtliche Konstante verstanden, in deren Namen staatliche Politik zu agieren habe. Demnach stehen im Mittelpunkt denn auch die klassischen Denkfiguren Schmitts, wie die Schaffung einer gesellschaftlichen Formierung nach innen und eine klare Feindbestimmung. Außenpolitisch favorisiert Schmitt das Konzept einer großraumorientierten Machtpolitik. ...

      Aus: Antifa Infoblatt
      http://www.nadir.org/nadir/periodika/aib/archiv/63/26.php

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    4. "Rebellische Elite" bei Landsmannschaft Ostpreußen
      und Bundeswehr-Uni

      tageszeitung, 21.02.2013:

      Der rechte Rand / Was das Institut für Staatspolitik in Bad Pyrmont will
      Von Andreas Speit

      Ein Groß-Thema erwartet die Gäste, wenn am Freitagnachmittag Karlheinz Weißmann die Winterakademie des Instituts für Staatspolitik (IFS) in Bad Pyrmont eröffnet. Bis zum Sonntagmittag setzt sich die selbsternannte "rebellische Elite" mit dem Thema "Reaktion" auseinander. Sie trifft sich im Ostheim, der Jugendbildungs- und Tagungsstätte der Landsmannschaft Ostpreußen.

      Vor 13 Jahren gehörte Weißmann, der Geschichte und evangelische Theologie studierte, zu den Gründern des IFS, das seinen Sitz auf dem Rittergut Schnellroda in Sachsen-Anhalt hat. Als Referent und Autor setze sich der Mittfünfziger seit rund drei Jahrzehnten für die Wiederbelebung der Ideen der konservativen Revolution und des italienischen Faschismus ein.

      Das IFS kämpft gegen die "dekadente Moderne" und den anhaltenden "Demutskonservatismus" unter dem "Bann von Auschwitz". "Das geistige Vakuum" der Unionsparteien, so Weißmann in der Jungen Freiheit 2001, verlange nach "Auffüllung". Dort sagt er auch, was die Institutsgründer erreichen wollen: "Uns geht es um geistigen Einfluss, nicht die intellektuelle Lufthoheit über Stammtische, sondern über Hörsäle und Seminarräume interessiert uns." Der Gymnasiallehrer am Corvinianum in Northeim schiebt nach: "Es geht uns um die Köpfe und wenn die Köpfe auf den Schultern von Macht- und Mandatsträgern sitzen, um so besser."

      Erfolgreich konnte das IFS mit seiner Schriftenreihe die Sarrazin-Debatte befeuern. Die Broschüre "Der Fall Sarrazin. Verlauf einer gescheiterten Tabuisierung" wurde jenseits der intellektuellen extremem Rechten wahrgenommen - wohlwollend. An der Bundeswehruniversität München forcierte einer der IFS-"Seminaristen" als Chefredakteur des Campus die Debatte um Frauen bei den Streitkräften. Der Tenor: Die Soldatinnen führten zu einem "strukturellen Kampfwertverlust".

      http://www.hiergeblieben.de/pages/textanzeige.php?limit=20&order=titel&richtung=ASC&z=851&id=37213

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    5. Dienste unter Druck
      20. Juni 2014

      "Nach­trag aus der „Jun­gen Welt“ zum NSU-​Pro­zess:
      NSU-​Pro­zeß: Ne­ben­kla­ge will wegen Mord­ver­suchs ver­ur­teil­ten V-​Mann Sz­cze­pan­ski als Zeu­gen hören. Grüne be­an­tra­gen Son­der­sit­zung des In­nen­aus­schus­ses im Bun­des­tag
      Zeu­gen aus Ge­heim­dienst­krei­sen wer­den vom Ge­ne­ral­bun­des­an­walt eher un­gern be­nannt. Im Pro­zeß um die Neo­na­zi­ter­ror­grup­pe NSU wird ihre La­dung zu­meist von An­wäl­ten der Ne­ben­kla­ge be­an­tragt, die ak­tu­ell for­dern, den frü­he­ren V-​Mann Cars­ten Sz­cze­pan­ski zu ver­neh­men, der von Bran­den­burgs Ver­fas­sungs­schutz 1994 aus­ge­rech­net wäh­rend der Un­ter­su­chungs­haft nach dem Mord­ver­such an einem Ni­ge­ria­ner ver­pflich­tet wor­den war. Be­reits nach gut vier Jah­ren war er auf Be­wäh­rung ent­las­sen wor­den und genoß in der Szene einen Hel­den­sta­tus.
      Die An­wäl­te meh­re­rer Op­f­er­fa­mi­li­en im NSU-​Pro­zeß gehen davon aus, daß Sz­cze­pan­ski in die Be­schaf­fung von Waf­fen für das mut­maß­li­che Kern­trio der Grup­pe ein­ge­bun­den war – und zu­min­dest wußte, daß sie im Spät­som­mer 1998 Über­fäl­le be­gan­gen hatte. Der­ar­ti­ge Fi­nan­zie­rungs­ak­tio­nen für die Szene seien da­mals offen dis­ku­tiert wor­den, »an­ge­sto­ßen durch ent­spre­chen­de Pläne und Ak­tio­nen von ›Blood & Ho­nour‹ und ›Com­bat 18‹-​Struk­tu­ren in Eng­land«, heißt es in dem Be­weis­an­trag, der am Mitt­woch von Rechts­an­wäl­tin An­to­nia von der Beh­rens ver­le­sen wurde. Sie hat sich in­ten­siv mit der Früh­ge­schich­te des 2011 auf­ge­flo­ge­nen »Na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Un­ter­grunds« be­faßt."

      http://oireszene.blogsport.de/category/nazis-im-vs/

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    6. Werwolf, Waffen, Werthebach: Wer ist die Anti-Antifa?
      23. Juni 2014

      Auch fol­gen­der Ar­ti­kel des AIB aus dem Jahre 2000 ist durch­aus noch­mal loh­nens­wert zu lesen, um die Ent­ste­hung und das Um­feld des NSU bes­ser ana­ly­sie­ren zu kön­nen:
      An­fang No­vem­ber ver­gan­ge­nen Jah­res tra­fen sich deut­sche, schwe­di­sche, eng­li­sche und nor­we­gi­sche Neo­na­zis aus dem in­ter­na­tio­na­len Netz­werk von Com­bat 18 (C18) und Blood & Ho­nour (B&H) in einer Klein­stadt bei Oslo in Nor­we­gen. We­sent­li­cher Pro­gramm­punkt des Tref­fens, an dem zwei deut­sche Neo­na­zis aus dem Um­feld von Thors­ten H. teil­nah­men: Die Ko­or­di­nie­rung in­ter­na­tio­na­ler An­ti-​An­ti­fa-​ Ak­ti­vi­tä­ten und damit ver­bun­de­ner klan­des­ti­ner Ter­ror gegen An­ti­fa­schis­tin­nen, Jour­na­lis­tin­nen und Ver­tre­ter staat­li­cher Be­hör­den.
      Die deut­schen Neo­na­zis sind unter Zug­zwang: Nach meh­re­ren Mor­den, die von ihren schwe­di­schen Ka­me­ra­den im ver­gan­ge­nen Jahr ver­übt wur­den, und nach der spek­ta­ku­lä­ren ras­sis­ti­schen Bom­ben­an­schlags­se­rie in Lon­don, wol­len sie ihren in­ter­na­tio­na­len Vor­bil­dern nach­ei­fern. Noch ha­pert es bei der Um­set­zung, doch An­ti-​An­ti­fa-​Lis­ten wie der »Wehr­wolf« sind nur die Spit­ze des Eis­bergs; und an ver­meint­li­chen »Ein­zel­tä­tern« wie Kay Dies­ner, der bis zu sei­ner In­haf­tie­rung Teil einer funk­tio­nie­ren­den neo­na­zis­ti­schen Struk­tur war und heute in den meis­ten Neo­na­zi­pu­bli­ka­tio­nen als »Mär­ty­rer« ge­fei­ert wird, man­gelt es in deut­schen Neo­na­zi­k­rei­sen kei­nes­wegs. [...]

      http://oireszene.blogsport.de/category/nazis-im-vs/

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    7. 5. Mai 2014
      Die „Jung­le World“ schreibt:

      Mit Tho­mas Rich­ter alias »Corel­li« ist ein wich­ti­ger Zeuge im NSU-​Pro­zess ver­stor­ben. Das be­wegt man­che Be­ob­ach­ter zu wil­den Spe­ku­la­tio­nen.
      Zu den To­des­fäl­len, die im Zu­sam­men­hang mit dem Na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Un­ter­grund (NSU) ste­hen, ist ein wei­te­rer hin­zu­ge­kom­men. Tho­mas Rich­ter, unter dem Namen »Corel­li« jah­re­lang als Spit­zel des Bun­des­am­tes für Ver­fas­sungs­schutz (BfV) ge­führt, wurde An­fang April tot in sei­ner Woh­nung im Land­kreis Pa­der­born auf­ge­fun­den. Be­am­te des Bun­des­kri­mi­nal­amts (BKA) waren ei­gens für eine er­neu­te Be­fra­gung des im Zeu­gen­schutz­pro­gramm un­ter­ge­brach­ten 39jäh­ri­gen an­ge­reist. Den Er­geb­nis­sen der Ob­duk­ti­on zu­fol­ge starb Rich­ter an einem nicht er­kann­ten Dia­be­tes. Der amt­li­chen Un­ter­su­chung zu­fol­ge lie­gen kei­ner­lei An­zei­chen für eine Fremd­ein­wir­kung vor.
      Tho­mas Rich­ter mach­te sich in der bun­des­wei­ten Neo­na­zi­sze­ne einen Namen als Her­aus­ge­ber der Zei­tung Na­tio­na­ler Be­ob­ach­ter, als Be­trei­ber meh­re­re In­ter­net­sei­ten und als Grün­der des »Na­tio­na­len Wi­der­stands Halle/Saale«. An­fang der neun­zi­ger Jahre wurde er Mit­glied der »In­ter­na­tio­nal Knights of the Ku-​Klux-​Klan« (KKK), einem Ab­le­ger des ras­sis­ti­schen Ge­heim­bunds aus den USA. Spä­ter trat er zu­sam­men mit Achim Schmid und einem wei­te­ren KKK-​Mit­glied wie­der aus der Or­ga­ni­sa­ti­on aus und wirk­te in der 2000 im ba­den-​würt­tem­ber­gi­schen Schwä­bisch Hall ge­grün­de­ten Sek­ti­on »Eu­ropean White Knights of the Ku-​Klux-​Klan« mit, die bis 2003 exis­tier­te. Zu den kon­spi­ra­ti­ven Ka­pu­zen­män­nern ge­hör­ten auch zwei Po­li­zei­be­am­te der Böb­lin­ger Be­reit­schafts­po­li­zei. Dem Un­ter­su­chungs­be­richt des ba­den-​würt­tem­ber­gi­schen In­nen­mi­nis­te­ri­ums zu­fol­ge war einer der Po­li­zis­ten schwer­punkt­mä­ßig an Ein­sät­zen bei De­lik­ten mit »rech­tem Hin­ter­grund« be­tei­ligt. In der­sel­ben Ein­heit der Be­reit­schafts­po­li­zei ar­bei­te­te spä­ter auch die 2007 in Heil­bronn mut­maß­lich vom NSU er­schos­se­ne Michèle Kie­se­wet­ter. In sei­nen Be­rich­ten für das BfV teil­te Rich­ter da­mals mit, dass mehr als nur zwei Po­li­zis­ten Mit­glie­der des Klans ge­we­sen seien. Als »Kleag­ler«, of­fi­zi­el­ler An­wer­ber des KKK, hatte er den dazu nö­ti­gen Ein­blick in die Mit­glie­der­struk­tur des Ge­heim­bunds.
      Ein Be­am­ter des BfV be­zeich­ne­te Rich­ter als »Spit­zen­quel­le«. Die­ser ver­riet In­ter­na über die rechts­ex­tre­me Szene in Sach­sen-​An­halt, Thü­rin­gen, Ba­den-​Würt­tem­berg und Sach­sen sowie über die bun­des­wei­te Or­ga­ni­sa­ti­on »Blood & Ho­nour«. Drei Jahre lang spit­zel­te Rich­ter für das Lan­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz in Sach­sen-​An­halt, da­nach wei­te­re zehn Jahre für das Bun­des­amt. In die­ser Zeit zahl­te ihm der In­lands­ge­heim­dienst etwa 180 000 Euro. Sogar Rich­ters Rei­se­kos­ten samt Spe­sen aus An­lass eines Tref­fens des Ku-​Klux-​Klans in den USA wur­den er­stat­tet.

      http://oireszene.blogsport.de/category/nazis-im-vs/

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  2. Ritter – Wikipedia

    Ritter (… franz. chevalier, engl. knight, ital. cavaliere, span. caballero, poln. rycerz, slaw. vitez, vityaz, ungar. vitéz) ist die Bezeichnung für die wehrhaften, schwer gerüsteten, berittenen Krieger des europäischen Mittelalters. ...

    Im späteren Mittelalter war die „Ritterbürtigkeit“, also die Abstammung von adligen, ritterlichen Vorfahren meist Voraussetzung für die Aufnahme in den Ritterstand. … Die Anerkennung als Ritter durch Eintrag ... in entsprechende Adelsregister konnte teilweise noch bis in das frühe zwanzigste Jahrhundert hinein entscheidend dafür sein, ob ein Recht auf Sitz und Stimme im Landtag bestand, so etwa im Baltikum. ...

    Von Deutschland aus breitete sich die Ritterkultur bis weit nach Osteuropa aus, besonders Böhmen entwickelte eine späte, aber umso eindrucksvollere Ausprägung. ... Die politische Grundlage des europäischen Rittertums war der Feudalismus. … [Es beruht] ... auf der gesellschaftlichen Heraushebung des Kriegers (auch des „Beamten“) aus der Volksmasse. Hier lassen sich deutliche Parallelen zur Herausbildung adliger Kriegerkasten in anderen Kulturen erkennen, z. B. der Samurai in Japan. ...

    Die Ursprünge des mittelalterlichen Rittertums gehen bis in das 8. Jahrhundert zurück. … Nachdem die Mauren innerhalb von knapp drei Jahren den größten Teil Spaniens erobert hatten und sich anschickten, die Pyrenäen zu überqueren, sah sich das fränkische Reich einer akuten Gefährdung ausgesetzt. Die berittenen arabischen Kämpfer waren viel beweglicher als die schwerfällige fränkische Infanterie und stellten eine echte Gefahr dar. Im Jahr 732 konnten die Franken in der Schlacht von Tours und Poitiers die muslimischen Araber zwar offenbar vor allem durch ihr starkes Fußheer besiegen, doch begann der fränkische Hausmeier Karl Martell seitdem eine neue Truppengattung aufzubauen: Die fränkischen Panzerreiter, die als direkte Vorfahren der späteren Ritter gelten. ...

    Auch bei der ... Reconquista, der Rückeroberung der spanischen Halbinsel durch die Christen, kam ... Panzerreitern … eine wichtige … Rolle zu. ...

    Die frühen Ritter führten aus Habgier oder Langeweile oft private Fehden und Kleinkriege, unter denen in erster Linie die Bevölkerung zu leiden hatte. ...
    Die Gottesfriedensbewegung bildete ... die Grundlage für eine Umerziehung der Ritter: weg von der Haudegenmentalität, hin zum Beschützen von Armen und Schwachen. ...

    Die Fürsten und Könige des Spätmittelalters wollten sich aus der Abhängigkeit von ihren Untervasallen lösen, weshalb sie verstärkt auf Söldnerheere setzten. ... .
    Ein Teil der Ritterschaft verarmte. [In der Folge ...] gingen einige Ritter zum Raubrittertum über ...

    Viele Ritter passten sich aber auch [als hochbezahlte Söldner] den veränderten Gegebenheiten an ... Auch gelang es vielen der alten Dienstmannenfamilien, sich ... aus der Abhängigkeit von Hochadel, Klöstern und Hochstiften zu lösen. Diese Niederadelsschicht stieg zur Reichsritterschaft auf, die sich zur Wahrung ihrer Rechte im 16. Jahrhundert zu „Ritterorten“ und „Ritterkantonen“ organisierte und nur den Kaiser als Oberherrn anerkannte. In der Realität blieben sie jedoch den alten Herren meist als Hofräte oder Minister verbunden und behielten ihre privilegierten Sitze in der Kirche. ....
    Die Grundlage des neuen Wohlstandes war der ausgedehnte Grundbesitz … Die alten Burgen wurden verlassen und es entstanden neue Schlösser im Stil der Renaissance. ...

    Nach der blutigen Niederschlagung der großen Bauern- und Bürgerrevolten des frühen 16. Jahrhunderts erhielten zahlreiche Adelsfamilien hohe Entschädigungssummen von den beteiligten Städten und Gemeinden. … Mit dem Ende des Heiligen Römischen Reiches zwischen 1803
    und 1806 verlor die Reichsritterschaft allerdings ihre Herrschaftsrechte und Privilegien (vergleiche Reichsdeputationshauptschluss). In einigen Gebieten befinden sich jedoch bis heute umfangreiche Ländereien im Besitz des Landadels. ...

    In den letzten Jahren ist es im Zuge eines wieder erwachten Interesses am Mittelalter zu einer „Renaissance des Rittertums“ gekommen. ...

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    1. "Modernes Rittertum": Im Vordergrund steht der Elite-Gedanke

      Beispiel: Eine Kurze Selbstdarstellung des Lazarus-Ordens

      Der Lazarus-Orden Heute
      Der Lazarus Orden heute ist eine moderne Gemeinschaft mit historischem Fundament. Der Begriff des Rittertums wird oft als überholt bezeichnet.
      Fragen nach dem Sinn und der Notwendigkeit stellen sich zu Recht. Würde man den Begriff des Rittertums nur auf Äusserlichkeiten und zeitgebundene Erscheinungsformen, wie Pferd und Rüstung, anwenden und damit die wahren Inhalte und Grundsätze verkennen, wäre das moderne Rittertum nicht mehr als ein flüchtiges Bild, das dem eigentlichen Sinn für innere und beständige Werte nicht standhalten könnte.
      Modernes Rittertum ist mehr als nur Anspruch auf Herrschaft oder mondäne Stellung in der Gesellschaft. Es ist im 21. Jh. ein bewusster und gezielter Versuch der Elitebildung. Der Orden, ursprünglich als rein karitative Vereinigung gedacht, militarisierte sich im Laufe der Geschichte. Dadurch fiel ihm auch eine verwaltungstechnische -politische Rolle zu.
      Um dieser Rolle gerecht zu werden, brauchte das Rittertum höhere Leitsätze, an denen es sich orientieren konnte. Die Aspekte, die bei der Bildung des Ritters und seiner Kultur mitwirkten, sind also auf der einen Seite eine zeitbedingte, gesellschaftliche Entwicklung, auf der anderen Seite wahrhaft substantiell, verbunden mit einer eigenständigen, Epochen überschreitenden Ethik.
      Die Aufgabe, Eliten zu bilden, diese an verbindliche ethische Normen zu binden, stellt sich unter allen wechselnden Bedingungen und Zeiten immer wieder aufs Neue.

      http://www.lazarus.li/heute.htm

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  3. Großzügige Subventionen in Sachsen, 2005-2007 (Rittergut Sahlis), Schleuderpreis für eine wertvolle Landesimmobilie in Thüringen, 2011 (Rittergut Guthmannshausen)- jeweils zugunsten von Rechtsextremen. Was ist da los?

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  4. Ritterschlag des KKK

    Polizisten aus Baden-Württemberg waren bei Ableger des Ku-Klux-Klan - SPIEGEL ONLINE 1.8.2012
    Von Florian Gathmann

    Skandal in der Polizei Baden-Württembergs: Zwei Beamte waren Mitglied im deutschen Ableger der US-Rassistentruppe Ku-Klux-Klan - und durften im Dienst bleiben. Sie waren Kollegen der mutmaßlich von Neonazis ermordeten Michèle Kiesewetter. Innenpolitiker fordern Aufklärung.

    DPA
    Berlin/Stuttgart - Sie sind immer noch Polizisten. ... Einer von ihnen ist heute im Streifendienst, der andere weiterhin Gruppenführer bei der Bereitschaftspolizei. Und das, obwohl beide Beamte aus Baden-Württemberg eine zeitlang Mitglied in einer deutschen Untergruppe des rassistischen US-Geheimbunds Ku-Klux-Klan waren. "European White Knights of the Ku-Klux-Klan", abgekürzt EWK, nennt sich die Gruppierung, denen die Polizisten angehörten.
    Beamte, die einen Eid auf die Verfassung schwören - und eine offen rassistische Organisation? Das wirft viele Fragen auf. Aufgeflogen ist die Sache nun im Zuge der Ermittlungen gegen den "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU). Denn die beiden Polizisten waren pikanterweise Kollegen von Michèle Kiesewetter, die nach bisherigem Ermittlungsstand 2007 in Heilbronn von NSU-Mitgliedern ermordet wurde.

    Kaum jemand dürfte wissen, dass der Klan auch in Deutschland sein Unwesen treibt. In Baden-Württemberg existierte der EWK nach "taz"-Informationen von 2000 bis 2002, am Ende zählte er laut Verfassungsschutz rund 20 Mitglieder. Aber noch unglaublicher erscheint die Tatsache, dass sich hier deutsche Polizisten tummelten - und dass dies für sie weitgehend folgenlos blieb: Zwar ist die Rede von disziplinarrechtlichen Konsequenzen für die beiden Beamten. Aber ihren Job verloren sie eben nicht. …

    Intern war die Sache schon seit 2003 bekannt. Bei der Durchsuchung der Wohnung des EWK-Chefs in Schwäbisch Hall hatte man Informationen über die temporäre Mitgliedschaft der zwei Polizisten gefunden. Bei dem anschließenden Disziplinarverfahren rechtfertigten sich die Beamten damit, sie hätten erst nach einiger Zeit den wahren Charakter der Organisation erkannt - und seien dann umgehend ausgestiegen: Erst als ein ostdeutscher Neonazi bei einem EWK-Treffen auftrat, der eintätowierte Bilder von Adolf Hitler auf dem Körper trug und betont aggressiv auftrat, sei er hellhörig geworden, berichtete einer der Polizisten. ...

    Doch nun fällt auf die Klan-Vergangenheit der Beamten ein neues Licht - wegen ihrer Verbindungen zur 2007 ermordeten Polizistin Kiesewetter, einer Kollegin der beiden. Einer von ihnen war sogar der unmittelbare Vorgesetzte Kiesewetters bei der Bereitschaftspolizei. Er führte ihre Gruppe von rund zehn Beamten. ...
    Immer wieder gab es Spekulationen, dass [Kiesewetters ...] NSU-Mörder über Insider-Informationen verfügten. Wie die "taz" berichtet, haben die Ermittler dafür keinerlei Hinweise entdeckt. …

    In Stuttgart sorgt der Fall der beiden Klan-Polizisten jetzt für erheblichen Wirbel. Innenminister Reinhold Gall möchte von der Polizei rasch einen neuen Bericht auf dem Schreibtisch haben, Konsequenzen will der SPD-Politiker nicht ausschließen. ...

    Die Mitglieder des NSU-Untersuchungausschusses im Bundestag finden ... eine Menge Informationen über die beiden Ex-EWK-Mitglieder in ihren Akten, denn dort ist alles aus dem Umfeld der NSU-Morde zusammengetragen. So können die Parlamentarier nachlesen, wie einer der beiden von seinem Initierungs-Ritus berichtet: Mit einer Rasierklinge musste er sich demnach in den Finger ritzen, dann bekam er den Ritterschlag.

    SPD-Mann Edathy, Vorsitzender des Untersuchungsausschusses, sagt: "… die Mitgliedschaft in solchen Organisationen muss ein absolutes No-Go für Mitarbeiter von deutschen Sicherheitsbehörden sein." Deshalb möchte Edathy das Thema grundsätzlich angehen: "Ich will wissen, ob das Einzelfälle waren."

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/polizisten-aus-baden-wuerttemberg-waren-bei-ableger-des-ku-klux-klan-a-847685.html

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    1. Naziaufkleber im Polizeiwagen nicht strafbar
      Von Timo Müller 25. Juni 2014
      ZEIT ONLINE

      "... Im Mai dokumentierten Fans der Spielvereinigung Greuther Fürth Neonazi-Aufkleber in einem Mannschaftswagen der bayerischen Polizeispezialeinheit „Unterstützungskommando“ (USK). Auf diesen waren die Slogans „Good night left side“ und „Anti-Antifa organisieren – Den Feind erkennen. Den Feind benennen“ gedruckt. Die Sprüche kommen aus der Neonazi-Szene und werden von einem ultrarechten Internetversand vertrieben. Ein 25-jähriger Polizist soll kurz darauf gestanden haben, die Aufkleber auf eine Aufbewahrungsbox für Funkgeräte geklebt zu haben. Der junge Staatsdiener wurde daraufhin aus seiner Einheit genommen.
      Dass die Aufkleber keine strafrechtliche Relevanz haben war abzusehen, schließlich wird dieses Motiv seit Jahrzehnten in der rechten Szene verwendet. Der junge USK-Polizist soll, laut einer Stellungnahme der bayerischen Polizei, „gedankenlos“ gehandelt haben. Allerdings sind Polizisten, wie alle Beamten, einem Neutralitätsgebot unterworfen. „Sie haben ihre Aufgaben unparteiisch und gerecht zu erfüllen und ihr Amt zum Wohl der Allgemeinheit zu führen“, heißt es im Beamtenstatusgesetz. Wie das Verkleben von ultrarechten Aufklebern damit vereinbar ist, ist allerdings fraglich. ..."

      http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2014/06/25/naziaufkleber-im-polizeiwagen-nicht-strafbar_16581

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    2. V-Mann „Tarif“

      "In seiner achtstündigen Vernehmung vom 10. März 2014 – das Protokoll umfasst nach Informationen von FOCUS Online 20 Seiten – erklärte der in Schweden lebende von Dolsperg, der Jenaer Neonazi André K. habe ihn Anfang 1998 angerufen und gebeten, die gerade untergetauchten Rechtsextremisten Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt zu verstecken. Von Dolsperg will daraufhin sofort seinen V-Mann-Führer beim Verfassungsschutz namens „Alex“ verständigt haben. Noch am selben Tag habe „Alex“ ihn zurückgerufen und erklärt, er solle dem Trio keinen Unterschlupf gewähren.
      Sollte dies stimmen, hätte der Verfassungsschutz eine große Chance verpasst, die Flüchtigen aufzuspüren und die Mordserie des NSU zu verhindern. André K. hat nach den vorliegenden Informationen inzwischen bestritten, von Dolsperg um Hilfe für das Trio gebeten zu haben. Auch das BfV weist die Darstellung des einstigen Zuträgers zurück. Dokumente helfen bei der Aufklärung nicht weiter: Das BfV hat die Akte zum V-Mann „Tarif“ im November 2011 geschreddert, kurz nach dem Auffliegen des NSU.

      http://www.focus.de/politik/deutschland/nazi-terror/brisante-aussage-bei-bundesanwaltschaft-frueherer-v-mann-verfassungsschutz-haette-nsu-trio-schon-1998-fassen-koennen_id_3899396.html

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    3. Tino Brandt: Zuhälter auf eigene Rechnung oder für den Verfassungsschutz?
      21. Juni 2014 von Lutz Bucklitsch

      Tino Brandt gehört zu den umtriebigsten Figuren der V-Leute-Szene. Einer der Spitzenverdiener der V-Leute in der Bundesrepublik zeigt seit Jahren auch “unternehmerische Qualitäten”. Kassierte er Millionen bei Versicherungsbetrügereien? – Ermittlungsverfahren läuft bereits seit zwei Jahren gegen ihn und weitere Beschuldigte, so wirft ihn heute die Staatsanwaltschaft Zuhälterei mit minderjährigen Knaben vor.

      Verdacht auf Zuhälterei: Neue Razzia bei Ex-V-Mann Tino Brandt
      Von Sven Röbel

      Rudolstadt/Berlin – Gegen den Gründer und ehemaligen Chef des rechtsextremen “Thüringer Heimatschutzes”, Tino Brandt, wird wegen des Verdachts der Zuhälterei ermittelt. [...]
      Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE steht Brandt im Verdacht, bereits seit 2011 mehrere männliche Jugendliche und Heranwachsende, die der Prostitution nachgingen, “ausgebeutet” und von ihnen “Provisionen” von bis zu 60 Prozent ihres Freierlohns gefordert zu haben. Zudem soll er den Jungen mehrere Wohnungen – unter anderem in Rudolstadt und Bad Blankenburg – zur Verfügung gestellt haben. [...]
      Die Ermittlungen gegen den bekennenden Rechtsextremisten, der von 1994 bis 2001 als V-Mann für das Erfurter Landesamt für Verfassungsschutz arbeitete, kamen offenbar durch ein anderes Strafverfahren ins Rollen: Bereits seit 2012 wird Brandt verdächtigt, einer mutmaßlichen Betrügerbande angehört zu haben, die mit fingierten Arbeitsunfällen größere Versicherungssummen erschlichen haben soll. [...]
      Tino Brandt (* 30. Januar 1975) war in den 1990er Jahren einer der aktivsten Neonazi-Kader in Thüringen, Landesvizevorsitzender der NPD sowie Mitinitiator und Kopf des „Freie Kameradschafts”-Netzwerkes „Thüringer Heimatschutz” (THS). Seine Enttarnung als V-Person des Thüringer Verfassungsschutzes im Mai 2001 sorgte bundesweit für Aufsehen. [...]
      Er schilderte sein Verhältnis zu Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe, die im Verdacht stehen, den Kern der rechtsextremen Terrorgruppe der Nationalsozialistischer Untergrund gebildet zu haben, als das eines Boten. Laut Aussage von André Kapke hingegen soll Brandt dem NSU im Untergrund geholfen haben.
      Aus der Antwort vom März 2012 auf eine parlamentarische Anfrage von Martina Renner von der Thüringer Landtagsfraktion Die Linke geht hervor, dass gegen Brandt seit 1994 35 Mal unter anderem wegen Volksverhetzung, Landfriedensbruch, Sachbeschädigung, Betrug und der Bildung krimineller Vereinigungen ermittelt wurde. Die Mehrzahl der Verfahren wurde eingestellt. Achtmal wurde Brandt angeklagt, letztendlich jedoch nicht verurteilt. [...]
      Auch eine mögliche Verbindung zum Polizistenmord von Heilbronn, bei dem 2007 die ebenfalls aus dem Landkreis Saalfeld-Rudolstadt stammende Michèle Kiesewetter getötet wurde, ist Gegenstand der staatsanwaltschaftlichen Überprüfung."

      https://hajofunke.wordpress.com/2014/06/21/tino-brandt-zuhalter-auf-eigene-rechnung-oder-fur-den-verfassungsschutz/

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    4. Kleine Anfrage des Abgeordneten Miro Jennerjahn, Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

      Drs.-Nr.: 5/14332 Thema: NSU – Aktenvernichtung bei der Staatsanwaltschaft Chem­nitz

      Sehr geehrter Herr Präsident, den Fragen sind folgende Ausführungen vorangestellt: “OPA berichtete am 17.4.2014 über die Einstellung von Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft GÖrlitz. Diese habe wegen einer (weite­ ren) Aktenvernichtung im Zusammenhang mit den mutmaßlichen NSU- Terroristen ermittelt. Die Behörde habe mitgeteilt, dass 2006 Er­ mittlungsakten der Staatsanwaltschaft Chemnitz zu einem den beiden Neonazis zugeschriebenen Raubüberfall von 1998 in den Reißwolf kamen. Ein strafbares Verhalten sei nicht feststell bar, teilte die Staatsanwaltschaft Görlitz mit.” Namens und im Auftrag der Sächsischen Staatsregierung beantworte ich die Kleine Anfrage wie folgt:

      Frage 1: Welche Akten wurden konkret vernichtet? (Bitte Angabe, ob Polizei-, Staatsanwalts- oder Gerichtsakten, Aktenzeichen, Aktenumfang etc.)

      Im Jahr 2005 wurde eine Ermittlungsakte der Staatsanwaltschaft Chemnitz mit dem Ak­tenzeichen 820 UJs 23473/99 vernichtet. Das gegen einen bzw. mehrere unbekannte Beschuldigte geführte staatsanwaltschaftliche Ermittlungsverfahren hatte einen im Jahre 1998 begangenen Raubüberfall auf einen. Lebensmittelmarkt in Chemnitz zum Gegen­stand. Welchen Umfang die Verfahrensakte zum Zeitpunkt ihrer Vernichtung hatte, ist nicht bekannt. [...]

      http://hajofunke.wordpress.com/2014/06/25/sachsen-nsu-aktenvernichtung-bei-der-justiz-was-hat-dieser-staat-eigentlich-wirklich-zu-verbergen/

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    5. "Drei Bombenbauer aus Thüringen"
      Fritsche führte Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe an, um die Existenz von Rechtsterrorismus zu widerlegen (2003)

      "Als die bayerischen Sicherheitsbehörden im September 2003 eine sogenannte Kameradschaft Süd dingfest machten, die einen Anschlag auf die Grundsteinlegung für das Jüdische Kulturzentrum München plante, sprach Beckstein von einer „braunen RAF“. [...]
      Bayern widersprach dem Bund in aller Deutlichkeit. Innenminister Schily forderte eine Stellungnahme seines Verfassungsschutzes. [Klaus-Dieter] Fritsche [zu der Zeit Vizepräsident des Bundesamts für Verfassungsschutz] verfaßte die Antwort und ging auf den Vergleich mit der RAF ein. Die sei eine festgefügte Organisation gewesen, habe in der Illegalität gelebt, falsche Papiere gehabt, Geld durch Banküberfälle beschafft. All das sei der RAF nur möglich gewesen, weil sie über ein weit verzweigtes Unterstützernetz verfügt habe. So etwas gebe es in der Naziszene nicht. Seinen Irrtum maximierte er mit den Sätzen: „In der Presse wird angeführt, daß es im Rechtsextremismus sehr wohl ein potentielles Unterstützerfeld gebe. Hierzu wird auf drei Bombenbauer aus Thüringen verwiesen, die seit mehreren Jahren ‚abgetaucht’ seien und dabei sicherlich die Unterstützung Dritter erhalten hätten. Dem ist entgegenzuhalten, daß diese Personen auf der Flucht sind und – soweit erkennbar – seither keine Gewalttaten begangen haben. Deren Unterstützung ist daher nicht zu vergleichen mit der für einen bewaffneten Kampf aus der Illegalität.“ Ausgerechnet Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe führte Fritsche also an, um die Existenz von Rechtsterrorismus zu widerlegen. Zum damaligen Zeitpunkt hatten sie schon vier Menschen ermordet, einen Sprengstoffanschlag verübt und mehrere Banken überfallen. Schily nahm die Stellungnahme zur Kenntnis und zeichnete sie ab, d.h. er widersprach nicht. Mit dieser Autorisierung wiederholte der Vizepräsident des Verfassungsschutzes seine Analyse bei weiteren Anlässen."
      Detlef zum Winkel - „Konkret“, 5/2014, gefunden auf

      http://hajofunke.wordpress.com/2014/05/27/konkret-der-tatortreiniger-2/

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    6. NSU-Helfer als V-Mann: Was wusste Spitzel "Corelli"?
      Von Julia Jüttner
      SPIEGEL ONLINE

      Die Verbindung zwischen dem Bundesverfassungsschutz und dem NSU ist offenbar enger als vermutet: Thomas R., bekannter Neonazi aus Sachsen-Anhalt, soll V-Mann gewesen sein. Sein Deckname: "Corelli". Angeblich war er auch Kontaktmann für das rechtsextreme Terrortrio.
      18.09.2012

      "In einem internen Bericht des Bundeskriminalamts (BKA) über "Rechtsextremistische Kameradschaften" wird er als Einziger namentlich aufgeführt und als "Namensgeber und Initiator" des Nationalen Widerstands Halle bezeichnet. Auch in der regionalen Sektion des militanten Neonazi-Netzwerkes Blood & Honour mischte R. mit und pflegte Kontakte zu anderen Größen aus den Nachbarbundesländern, zu NPD-Funktionären - und zu Uwe Mundlos.
      Thomas R. soll mit fünf anderen Neonazis Anfang der neunziger Jahre den European White Knights of the Ku Klux Klan (EWK KKK), einen deutschen Ableger des rassistischen Geheimbunds in den USA, gegründet haben. Jene Vereinigung, der auch zwei Polizeibeamte aus Baden-Württemberg angehörten, die 2005 bei der Bereitschaftspolizei Böblingen im Dienst waren - zeitgleich mit Michèle Kiesewetter, die 2007 mutmaßlich von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos in Heilbronn erschossen wurde. Laut Untersuchungsbericht des baden-württembergischen Innenministeriums war einer der Polizisten zudem schwerpunktmäßig an Einsätzen mit "rechtem Hintergrund" beteiligt.
      Bis etwa 2003 soll es den EWK KKK gegeben haben. Im Sommer 1996 kam es in Johanngeorgenstadt im Erzgebirge zu einer Kreuzverbrennung, ähnlich wie es der amerikanische Vorreiter bei seinen Ritualen tut.
      In der rechten Szene Johanngeorgenstadts - und angeblich auch bei jener Kreuzverbrennung - tummelten sich damals mutmaßliche NSU-Helfer wie Mandy S., André E. und Matthias D. Sie waren es auch, die im Jahr 2000 die Weiße Bruderschaft Erzgebirge (WBE) gründeten, "die Reinheit der wundervollsten Rasse", wie es in der Vereinspostille "The Aryan Law and Order" ein anonymer Autor formuliert."

      http://www.spiegel.de/panorama/v-mann-und-nsu-helfer-thomas-r-ist-spitzel-corelli-a-856522.html

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    7. "Anschließend zog [Tino] Brandt nach Thüringen um und ließ sich dort vom Verfassungsschutz als Spitzel anwerben. Er organisierte am 14. Mai 1994 ein Rechtsrockkonzert in Rudolstadt, zu dem etwa 350 Neonazis aus der gesamten Bundesrepublik anreisten. Zur selben Zeit trat erstmals die „Anti-Antifa Ostthüringen” an die Öffentlichkeit, aus der 1996/97 das Kameradschaftsnetzwerk Thüringer Heimatschutz hervorging. Brandt war eine Kontaktperson und zusammen mit Ralf Wohlleben und André Kapke aus Jena Mitinitiator und -organisator der Anti-Antifa und des THS. Offiziell war er Pressesprecher der Organisation, deren 2000 eingerichtete Website auf ihn angemeldet war. Brandt galt als der Kopf des Netzwerkes, der entscheidend zur bundesweiten Vernetzung der Thüringer Neonaziszene beitrug.
      1996 bildete sich um Brandt der Deutsche Freundeskreis (DFK), dessen Hauptbetätigungsfeld die Rekrutierung und Vernetzung rechtsextremer Jugendlicher im Raum um Saalfeld und Rudolstadt war. Ab Mitte der 1990er Jahre arbeitete er als kaufmännischer Angestellter bei dem rechtsextremistischen Nation und Europa-Verlag in Coburg, war weiterhin Korrespondent der neonazistischen, von Frank Schwerdt herausgegeben Berlin-Brandenburger Zeitung und unter dem Pseudonym „Till Eulenspiegel” in dem Mailboxsystem Thule-Netz aktiv. Claus Nordbruch verbreitete später die Information, dass der bayrische Verfassungsschutz Brandt nach seinem Umzug nach Franken anwerben wollte.[5] Für Nation und Europa war er beispielsweise auch an der Ausgestaltung eines Kongresses der Gesellschaft für freie Publizistik (GfP) beteiligt. An seinem Arbeitsort Coburg gründete er mit dem Fränkischen Heimatschutzbund ein weiteres Netzwerk nach dem Vorbild des THS. Brandt nahm mit anderen Neonazi-Kadern an einer Reise nach Südafrika zu Claus Nordbruch teil, wo sie unter anderem Schießübungen abhielten.[6] [7] Ab 1999 wirkte er als Landespressesprecher und ab April 2000 auch als stellvertretender Landesvorsitzender der Thüringischen NPD. Das Amt als Pressesprecher der NPD musste er aus „technischen Gründen” niederlegen, nachdem drei Verfahren wegen „Verwendens von Symbolen verfassungswidriger Organisationen” gegen ihn bei der Staatsanwaltschaft Gera anhängig waren und mehrere Hausdurchsuchungen bei ihm stattgefunden hatten. Im Sommer 2000 war er außerdem führend an der Gründung des Landesverbandes der NPD-Jugendorganisation JN beteiligt. Im selben Jahr erhielt er durch einen Mitarbeiter des Thüringer Landesamtes für Verfassungsschutz 2000 DM, die er den flüchtigen Mitgliedern der später als Nationalsozialistischer Untergrund enttarnten rechtsterroristischen Gruppe übergeben sollte, damit diese sich falsche Pässe beschaffen können. Mithilfe der neuen Ausweise wollte man den Gesuchten auf die Spur kommen, und durch die Geldspende sollte zugleich Brandts Ansehen in der Szene gestärkt werden. Brandt übergab das Geld nicht wie geplant direkt, sondern an einen weiteren Mittelsmann. Die NSU-Mitglieder beschafften sich Ausweise, wobei nicht bekannt ist, ob sie die 2000 DM des Verfassungsschutzes tatsächlich erhalten haben."

      http://de.wikipedia.org/wiki/Tino_Brandt

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    8. Thüringer V-Mann Brandt: "Ich war nur der Bote"

      Von Julia Jüttner

      Tino Brandt war V-Mann in der Neonazi-Szene, kannte das Zwickauer Trio und leitete ihm Geld weiter. An Details will er sich nicht mehr erinnern. Trotzdem steht fest: Die Rechtsterroristen bestritten ihren Lebensunterhalt auch mit Mitteln vom Verfassungsschutz. ...

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  5. Erik Prince, Gruender der umstrittenen Soeldnerfirma Blackwater, versteht sich als Kreuzritter mit umfassender Lizenz zum Toeten, sagen fruehere Mitarbeiter

    "In a separate sworn statement, the former US marine who worked for Blackwater in Iraq alleges that he has "learned from my Blackwater colleagues and former colleagues that one or more persons who have provided information, or who were planning to provide information about Erik Prince and Blackwater have been killed in suspicious circumstances." Identified as "John Doe #1," he says he "joined Blackwater and deployed to Iraq to guard State Department and other American government personnel." ... Like Doe #2, he states that he fears "violence" against him for "submitting this Declaration." ...
    The Nation/ cannot independently verify the identities of the two individuals, their roles at Blackwater or what motivated them to provide sworn testimony in these civil cases. Both individuals state that they have previously cooperated with federal prosecutors conducting a criminal inquiry into Blackwater. ...
    The two declarations ... contain a series of devastating allegations concerning Erik Prince and his network of companies, which now operate under the banner of Xe Services LLC. Among those leveled by Doe #2 is that Prince "views himself as a Christian crusader tasked with eliminating Muslims and the Islamic faith from the globe":
    To that end, Mr. Prince intentionally deployed to Iraq certain men who shared his vision of Christian supremacy, knowing and wanting these men to take every available opportunity to murder Iraqis. Many of these men used call signs based on the Knights of the Templar, the warriors who fought the Crusades.
    Mr. Prince operated his companies in a manner that encouraged and rewarded the destruction of Iraqi life. For example, Mr. Prince's executives would openly speak about going over to Iraq to "lay Hajiis out on cardboard." Going to Iraq to shoot and kill Iraqis was viewed as a sport or game. Mr. Prince's employees openly and consistently used racist and derogatory terms for Iraqis and other Arabs, such as "ragheads" or "hajiis." ...
    Doe #2 adds that "Prince ignored the advice and pleas from certain employees, who sought to stop the unnecessary killing of innocent Iraqis." ... Among the reasons cited by Doe #2 were "the men making statements about wanting to deploy to Iraq to 'kill ragheads' or achieve 'kills' or 'body counts,'" as well as "excessive drinking" and "steroid use." ....
    Doe #1 states that he "personally observed multiple incidents of Blackwater personnel intentionally using unnecessary, excessive and unjustified deadly force." He then cites several specific examples of Blackwater personnel firing at civilians, killing or "seriously" wounding them, and then failing to report the incidents to the State Department. ...
    Doe #2 expands on the issue of unconventional weapons, alleging Prince "made available to his employees in Iraq various weapons not authorized by the United States contracting authorities, such as hand grenades and hand grenade launchers. Mr. Prince's employees repeatedly used this illegal weaponry in Iraq, unnecessarily killing scores of innocent Iraqis." Specifically, he alleges that Prince "obtained illegal ammunition from an American company called LeMas. This company sold ammunition designed to explode after penetrating within the human body. Mr. Prince's employees repeatedly used this illegal ammunition in Iraq to inflict maximum damage on Iraqis." ..."

    http://www.thenation.com/doc/20090817/scahill

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  6. Kreuzritter-Begeisterung bei den "Neurechten"

    Gabriel Heimann
    Freitag, 1. Mai 2015, 21:25 (URL) | Kurz-URL

    Ja.., sehr gute, Herz und Geist belebende Reden von GK
    Den ZDF Beitrag hab ich mir mal angeschaut
    Ton und Art der Fragen freundlich und gut pariert
    Abgesehen davon dass man beim ZDF Dummköpfe losschickt welche den Fahnenentwurf von Ernst Wirmer nicht kennen oder kennen wollen
    Zitat:

    Die nordische Kreuzform der schwarz-rot-goldenen Fahne ist das Zeichen der „German Defence League“ (GDL). Die Organisation ist eine islamfeindliche Gruppe, die die „Demokratie und das jüdisch-christliche Erbe und die griechisch-römisch-germanischen Wurzeln“ verteidigen will und mit der rechtsgesinnten „Bürgerbewegung Pro Deutschland“ und dem neurechten Blog „Politically Incorrect“ (PI) zusammenarbeitet.

    http://www.sezession.de/49507/das-wars-diesmal-mit-legida-dieter-stein-karlheinz-weissmann-und-kurt-mueller.html

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  7. Druffel-Verlag

    ... Es gibt von dieser CIA-Studie eine deutsche Übersetzung; diese erschien allerdings in einem revanchistisch, wenn nicht gar rechtsradikal zu nennenden Verlag ... [Das Vorwort ist voll von Formulierungen, die] direkt an die Nazi-Sprachregelung anschließen und die wirklichen Schuldigen am Tod von Millionen sprachlich decken; deshalb wurde hier davon abgesehen, sich dieser Übersetzung zu bedienen (um so mehr, als diese in "unwesentlichen Kürzungen von dem amerikanischen Original" abweichen soll [Gert Sudholt (Hrsg.) Das Geheimnis der Roten Kapelle. Das US-Dokument 0/7708. Verrat und Verräter gegen Deutschland, Druffel-Verlag,Leoni am Starnberger See 1978, S. 13]); diese deutsche Übersetzung erschien ein Jahr vor der amerikansischen Veröffentlichung; der Druffel-Verlag wurde 1952 von Reichspressechef Otto Dietrichs ehemaligem Mitarbeiter und Stellvertreter Helmut Sündermann gegründet ...

    https://www.scribd.com/doc/120777332/Anmerkungen-Geheime-Agentin-pdf

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  8. Richtungsstreit bei AfD
    „Keine Bedenken“ mehr
    Der AfD-Politiker Gauland tritt bei der „Staats- und Wirtschaftspolitischen Gesellschaft“ in Hamburg auf. Bislang wurde der rechte Verein gemieden.
    19. 3. 2015
    Andreas Speit

    HAMBURG taz | In bester Hamburger Lage kommt die „Staats- und Wirtschaftspolitische Gesellschaft e. V.“ (SWG) zu ihrem Seminartag zusammen. Am Samstag will die weit rechts stehende Gesellschaft im gediegenen Ambiente des Logenhauses im Stadtteil Rotherbaum „angesichts des ganz normalen politischen und gesellschaftlichen Irrsinns“ von Einwanderung bis EU-Vereinheitlichung über das „nationale Bewahren“ diskutieren.

    Einer der Gastreferenten ist Alexander Gauland, stellvertretender Bundessprecher und brandenburgischer Fraktionsvorsitzender der AfD. ...

    Nach Erbseneintopf und vor dem Sekt darf er als einer von drei Referenten zum Thema „Ein Europa selbstbestimmt vereint wirkender Vaterländer“ sprechen. ...

    Die Hamburger AfD hatte bislang bewusst Distanz zur SWG gehalten. Kurz vor der Bundestagswahl 2013 war der damalige Hamburger AfD-Kandidat Kay Gottschalk bei der SWG geladen. Auf Nachfragen der taz hatte er den Termin zunächst abgestritten. Mit der Einladung konfrontiert, auf der er als Redner stand, erklärte der heutige Beisitzer des Landesvorstandes dann, nicht genau zu wissen, wer die SWG sei, und sagte seinen Auftritt kurzfristig ab.

    Gauland stellt sich nun geschickter an: Der Auftritt sei mit dem Hamburger Vorsitzende Jörn Kruse abgesprochen, sagt er. ...

    Das ist die SWG

    Seit 1962 setzt sich die SWG für Volk, Vaterland und Familie ein, will das "konservative" Milieu stärken.

    Der Gründungsvorsitzende Hugo Wellems, einst Referent im "Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda" von Josef Goebbels, wetterte gegen die "alliierte Umerziehung" und die "68er-Wertezersetzung".

    Die Waffen-SS hat aus Sicht des langjährigen Hamburger SWG-Regionalleiters Oberst a. D. Manfred Backerra "ritterlich" gekämpft.

    Über sechs Millionen ermordete Juden schrieb Menno Aden, seit 2008 SWG-Chef: "Seriöse Historiker nennen heute ganz andere Zahlen."

    Als Referentin war auch Gisa Pahl schon geladen, vom Verfassungsschutz als rechtsextreme "Szeneanwältin" eingestuft. AS

    http://www.taz.de/!5015935/

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