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Samstag, 28. Januar 2017

Malala appelliert an Trump

Trump executive order leaves Malala ‘heartbroken’

Colin Campbell
Jan. 28, 2017  

Pakistani Nobel Peace Prize laureate Malala Yousafzai addresses delegates at a London conference on Syria in 2016. (Photo)

Malala Yousafzai, the youngest recipient of the Nobel Peace Prize, on Friday condemned President Trump’s executive order establishing new vetting measures for immigrants.
“I am heartbroken that today President Trump is closing the door on children, mothers and fathers fleeing violence and war,” Yousafzai said. “I am heartbroken that America is turning its back on a proud history of welcoming refugees and immigrants — the people who helped build your country, ready to work hard in exchange for a fair chance at a new life.”
Yousafzai, 19, issued the statement at about the same time that Trump announced his latest executive orders, including one that reportedly will suspend the U.S. refugee program for 120 days. The text of the order was not immediately available.
According to CNN, drafts of the order also bar “all persons from Iraq, Syria, Iran, Sudan, Libya, Somalia or Yemen from entering the United States for 30 days.” ...

https://www.yahoo.com/news/trump-executive-order-leaves-malala-heartbroken-224304286.html#comments


Erster Kommentar dazu
Helpful Dan 12 hours ago
If they want sharia law it should be an automatic ticket home.

 

Dafür gab es innerhalb von 12 Stunden 1527 Likes
Die zahlreichen anderen Kommentare gehen ganz überwiegend in die gleiche Richtung.
 
Den meisten Lesern, zumindest den Kommentatoren, scheint gar nicht klar zu sein, wer Malala ist, und sie halten sich auch nicht damit auf, dies im Artikel nachzulesen. Sie halten Malala, die als Schülerin in Pakistan ein gegen sie gerichtetes Taliban-Attentat überlebte, für eine Vertreterin von Sharia-Gesetzen, Taliban-Herrschaft und Terrorismus. Mit ihrer Kritik an Trumps Initiative, die Einreise von Personen aus Ländern mit überwiegend muslimischer Bevölkerung pauschal nicht zuzulassen, wollen sie sich nicht auseinander setzen.
 
Ein vielsagendes und besorgniserregendes Stimmungsbild aus Trumps Amerika.


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Malala condemns Donald Trump call for Muslim ban in US

  • 16 December 2015
Malala Yousafzai has condemned a call by US presidential hopeful Donald Trump to ban Muslims from entering the US.
The Nobel Prize winner said his comments were "full of hatred" and blaming Muslims for terrorism would only "radicalise more terrorists".

http://www.bbc.com/news/world-asia-35109350



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Mit ständigem Widerspruch konfrontiert, resignieren wir erschöpft – und offensichtlich Falsches schleicht sich zunächst in den Bereich des Denkbaren und dann in den Bereich des Faktischen. Ist dieser Mechanismus erst einmal etabliert, fällt es leicht, auch bei größeren Themen zu lügen. Zum Beispiel: "Alle Muslime sind kriminell" – und plötzlich fangen wir an, uns über Kriminalitätsstatistiken zu streiten, anstatt die Errungenschaft zu verteidigen, dass Verdacht aufgrund von Geburt oder Religion keinen Platz in einer Demokratie hat. ...

Wenn ich Ihnen sage: "Der Himmel ist grün", dann ist es gar nicht so sehr mein Ziel, dass Sie mir auf Anhieb glauben. Mein Ziel ist es vielmehr, so häufig zu behaupten, der Himmel sei grün, bis Ihre Ressourcen, den Widerspruch auszuhalten, erschöpft sind und Sie einlenken und sagen: "Das ist Ihre Meinung. Ich denke, der Himmel ist blau. Es gibt wohl keine Möglichkeit, die Farbe des Himmels objektiv festzustellen." ...

Die neuen rechten Regierungen und Parteien zwingen demokratische Gesellschaften derzeit dazu, den Kampf um bereits ausgefochtene Werte noch einmal zu führen. Diesen Kampf zu verlieren wäre schlicht fatal.

Aus
"Alternative Fakten": Keine Macht der Lüge
Die Methoden der neuen US-Regierung ähneln jenen aus der UdSSR. Wir dürfen uns nicht auf sie einlassen.
 

Freitag, 11. November 2016

Schrecken des Wallstreet-Establishment?

Aus
Manager Magazin, 10.11.2016      

Hedgefonds-Milliardär Carl Icahn klärt auf  Warum Donald Trump der neue Liebling der Wall Street ist

Die Börse feierte den Mann, der als Schreck der Finanzelite angetreten war und den Wall-Street-Sumpf "trockenlegen" wollte, mit einer spontanen Party. Hedgefonds-Manager Carl Icahn, ein langjähriger Vertrauter Trumps, konnte sein Glück kaum fassen: Er habe bereits am Mittwochmorgen rund eine Milliarde Dollar auf steigende Kurse gesetzt, erzählte Icahn siegestrunken einem Reporter von Bloomberg TV.
Dass er deswegen ein wenig früher die Feier seines Freundes Donald verlassen musste, entschuldigte der 80jährige Icahn mit den Worten: "Big Poppa" müsse jetzt mal richtig Geld verdienen.
Dass Donald Trump keineswegs ein Börsenschreck, sondern der neue Darling der US-Investoren ist, begründete Icahn per Telefon ausführlich gegenüber Bloomberg. Immer wieder beschwor Icahn mit heiserer Stimme die Schlagworte "Deregulation" und "Deficit Spending": Trump, der Businessman, werde Big Business endlich wieder in Ruhe machen lassen, ohne störende Regulierung. Und notfalls wird diese Party mit dem Geld der Steuerzahler, also einer höheren Verschuldung, in Schwung gebracht. Weg mit den Vorschriften aus der Obama-Zeit, her mit öffentlichen Aufträgen auf Pump: "Big Poppa" Icahn kam aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus.
Icahn war nicht der einzige Vertreter der Finanzelite, der Grund zum Jubeln hatte und feierte, als wäre Ronald Reagan wieder auferstanden. Die Party an der US-Börse zog sich durch alle Branchen, mit Big Pharma und den Großbanken vorneweg.
Big Money: Die Aktien der Großbanken Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen, Wells Fargo Börsen-Chart zeigen, und Bank of America Börsen-Chart zeigen zogen am Tag nach Trumps Wahlsieg zwischen 5 und 7 Prozent an. Der Anlass: Trump will die Bankenkontrolle entschärfen und Teile des Dodd-Frank-Gesetzes zurücknehmen, das als Antwort auf die Finanzkrise verabschiedet worden war und den Banken verbietet, auf eigene Rechnung zu spekulieren. War Trump im Wahlkampf noch als Kritiker der Großbanken aufgetreten, dürfte er ihnen nun wieder mehr Freiraum einräumen. Seine Gegnerin Hillary Clinton hatte Trump noch als "Marionette" der Wall Street beschimpft. Er selbst könnte mit seiner geplanten Deregulierung zum Schoßhund der Wall Street werden. ...
http://www.manager-magazin.de/finanzen/boerse/carl-icahn-donald-trump-ist-wegen-deregulation-der-wall-street-darling-a-1120674.html


Siehe auch
https://guttmensch.blogspot.com/2016/10/der-markt-sagt-wahlsieg-fur-donald.html ;
https://guttmensch.blogspot.com/2016/03/clausnitz-und-louisville.html

Sonntag, 9. Oktober 2016

"Tag des deutschen Pöbels"


... am letzten Montag in Dresden.

Mitternachtsspitzen 08.10.2016
https://www.youtube.com/watch?v=AoHEGHc2-iw
ca. 08:20 - 11:10


Tag des deutschen Pöbels - taz.de

www.taz.de/!5340792/
04.10.2016 - Tag des deutschen Pöbels. Dresden Rechte Demonstranten beschimpfen Politiker bei Feiern zum Jahrestag der Deutschen Einheit



Aus
Proteste: Volksverräter? Aber gerne doch!
Ein Kommentar von
... Das eigentliche Problem an den Protestierenden in Dresden ist, dass sie selbst keine Demokraten sind. Sie definieren Deutschland offenkundig nicht als Rechts- und Wertegemeinschaft. Das Wort Verfassungspatriotismus ist ihnen dem Sinn nach fremd. Für sie und ähnlich denkende Protestler ist Deutschland zuerst eine Volksgemeinschaft, in der nur derjenige Rechte haben soll, der dem deutschen Volk durch Geburt (und Blut) angehört. So verstehen sie ihren Ruf "Wir sind das Volk". Er schließt den Flüchtling aus, aber letztlich auch jeden anderen, der nicht so aussieht oder denkt wie sie selbst.
Würden diese Leute das Land regieren, wäre es mit dem Pluralismus und der freien Meinungsäußerung wohl bald vorbei. Denn Pegida-Demonstranten, AfD-Sympathisanten und Facebook-Pöbler sind eben keine besorgten Bürger, sondern Menschen mit einem nationalistischen, autoritären und völkischen Staatsverständnis.
Entlarvt werden die angeblich nur "besorgten" Bürger durch ihre Sprache: Der zentrale Begriff, der immer wieder in den rechtsradikalen Foren und bei Protesten auftaucht, lautet "Volksverräter". Er wurde in Dresden den demokratisch gewählten Politikern entgegengerufen. Er entspringt demselben Denken, das die AfD-Vorsitzende Frauke Petry dazu veranlasst hat, unlängst in einem Interview zu erklären, der Begriff "völkisch" solle wieder positiv besetzt werden. ...
Als "Volksverräter" wurden nach dem Ersten Weltkrieg von Rechtsextremen erst all jene Demokraten betitelt, die sich für einen Frieden stark gemacht hatten und für die Weimarer Republik eintraten. Dann führten die Nazis den Begriff ins Strafrecht ein. Fortan konnte jeder als Volksverräter verurteilt werden, der sich gegen die rassisch definierte Idee der "Volksgemeinschaft" auflehnte. Schon die kleinste missliebige Äußerung gegen das NS-Regime war mithin "Volksverrat". In diesem Sinne müsste man den Dresdner Demonstranten entgegenrufen: Wenn ihr mich Volksverräter nennt, bin ich es gerne....
In den neuen Bundesländern haben Politiker viel zu lange Verständnis geäußert für "besorgte Bürger", weil sie um ihre Wiederwahl fürchteten. Auch so konnte rechtsextremes Denken in Teilen der Bevölkerung zum Mainstream werden.
Deshalb ist es wichtig, aufzuklären, Grenzen zu setzen und Grenzüberschreitungen klar beim Namen zu nennen. AfD und Pegida sind groß geworden, weil sie sich einen bürgerlichen Anstrich geben, dabei verbirgt sich hinter der Fassade eben auch der alte braune Sumpf. Und: Rassisten müssen Rassisten genannt werden, Nazi-Vokabular muss Nazi-Vokabular genannt werden.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/dresden-proteste-volksverraeter-aber-gerne-doch-kommentar-a-1115094.html

Sonntag, 2. Oktober 2016

"Der Markt" sagt Wahlsieg für Donald Trump voraus

The market is forecasting a Donald Trump victory

Joe Fahmy, Yahoo Finance Contributor
Oct. 2, 2016
 

...  My reasoning is the INCREDIBLE number of people who are quietly supporting Trump but can’t voice their opinion. It is politically incorrect to publicly admit that you are supporting Trump. If you do so, you are instantly chastised and even viewed as a racist. The interesting thing is that many Trump supporters don’t agree with what he says; they simply think he will be better for Business.
For example, Carl Icahn recently said (and I’m paraphrasing): Do I agree with everything he says? Of course not. Do I think he says stupid things at times? Of course. But I don’t care about all that. I care about the economy and Trump will be better for business than Hillary.

In other words, many of Trump’s supporters are focused on the more important issues instead of obsessing over every foolish off the cuff remark. ...

https://www.yahoo.com/finance/news/the-market-is-forecasting-a-donald-trump-victory-213426531.html



"Der Markt" heißt Carl Icahn.

Carl Icahn ist einer der größten Anteilseigner von Cheniere, der Firma, die sich für das umstrittene "Fracking" einsetzt. Icahn ist ein Freund und politischer Unterstützer seines Milliardär-Kollegen Donald Trump.
https://guttmensch.blogspot.com/2013/09/spendierhosen.html



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Trump drohte, Hillary Clinton ins Gefängnis zu bringen, wenn er Präsident wird.
Ein Kommentator vergleicht Trump mit Putin, der seinen politischen Rivalen, Präsidentschafts-Bewerber Gary Kasparow, ins Gefängnis bringen ließ.

Keith Olbermann on Trump threatening to arrest Clinton
By The Baptist Death Ray   
http://www.dailykos.com/stories/2016/10/10/1580592/-Keith-Olbermann-on-Trump-threatening-to-arrest-Clinton

verlinkt
Jailing Hillary!? Trump’s Outrageous Case for Dictatorship
https://www.youtube.com/watch?v=nTBi8iqnhfk

Samstag, 23. Juli 2016

Amoklauf in München



Aus
n-tv, 23. Juli 2016


... Er hat neun Menschen getötet. Am Ende richtete er die Waffe gegen sich selbst. Inzwischen ist er identifiziert: Der Amokläufer von München ist ein 18-jähriger Deutsch-Iraner aus der bayerischen Landeshauptstadt. ...

Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, soll er sich viel mit Computer-"Ballerspielen" beschäftigt haben. Aus Sicherheitskreisen heißt es, der Deutsch-Iraner habe Probleme in der Schule gehabt.
Nach Angaben der Polizei wurde er in München geboren, Medienberichten zufolge sind die Eltern in den 90er Jahren in die Bundesrepublik gekommen. ...

Ein im Internet veröffentlichtes Video zeigt offenbar den mutmaßlichen Täter in einem Wortwechsel mit Anwohnern während der Tat. Darin sagt der 18-Jährige: "Ich bin Deutscher", während er von den Anwohnern unter anderem als "Kanake" beschimpft wird. Er sei in Deutschland geboren und komme aus einer "Hartz-IV-Gegend", fügt er hinzu und sagt, er sei "in Behandlung" gewesen. Die Polizei betonte, er soll wegen einer Erkrankung aus dem depressiven Symptombereich behandelt worden sein. Die sei aber noch nicht bestätigt. ...

Eine Nachbarin des 18-Jährigen beschrieb ihn als "guten Menschen". Der Agentur AFP sagte sie: "Er war eine gute Person, ein guter Mensch". Sie "habe ihn nicht einmal sauer gesehen, niemals habe ich Probleme mit der Polizei oder Nachbarn gehört". Die 40-Jährige aus Mazedonien fügte hinzu: "Er hat gelacht wie ein normaler Mensch." Andere Nachbarn beschreiben ihn ebenfalls als freundlich und hilfsbereit. "Der Junge war sehr sehr nett. Ich kann nichts Schlimmes sagen", berichtete eine Nachbarin. So habe er die Zeitungen im Haus verteilt. Von der Polizei hieß es dazu, auch für die Angehörigen sei die Tat ein "schwerer Schicksalsschlag", sie seien nicht mehr vernehmungsfähig gewesen.         

Nach gegenwärtigen Erkenntnissen begann der junge Mann seinen Amoklauf in einem Schnellrestaurant. Dann ging er in den nahegelegene Einkaufszentrum. Dort stellte ihn eine Zivilstreife und schoss auch auf ihn. Die Obduktion ergab jedoch, dass die Beamten den 18-Jährigen verfehlten. Demnach starb der Jugendliche an einem aufgesetzten Kopfschuss, den er sich selbst beigebracht hatte. ...

Seine Leiche fanden die Einsatzkräfte später etwa einen Kilometer vom Einkaufszentrum entfernt in einer Nebenstraße. Dort wurde auch eine Pistole sichergestellt. Es handelte sich der Polizei zufolge um eine 9mm-Glock, die der Täter offenbar illegal besaß. Die Seriennummer der Waffe war ausgefeilt, auch eine waffenrechtliche Erlaubnis hatte er nicht. In der Waffe habe sich noch Munition befunden, außerdem habe er noch eine größere Menge Munition im Rucksack gehabt.

Die Ermittler sind inzwischen sicher, dass er die Tat als Einzeltäter beging. Die Tat habe überhaupt keinen Bezug zum Thema Flüchtlinge, ein islamistischer Hintergrund sei nirgends erkennbar.


Quelle: n-tv.de , jwu/sba

http://www.n-tv.de/panorama/Der-nette-Junge-aus-Muenchen-article18259891.html

Mittwoch, 11. Mai 2016

"Behindertenfeindlichkeit darf nicht salonfähig werden"

Aus

"Behindertenfeindlichkeit darf nicht salonfähig werden" ...

Julia Probst

Dresden. Sachsens AfD-Vize und Landtagskandidat Thomas Hartung spricht Menschen mit Trisomie 21 die Fähigkeit ab, den Beruf eines Lehrers ausüben zu können. Seine extrem behindertenfeindliche Äußerung auf seiner Facebookseite empört Menschen aus ganz Deutschland: „Was sagt uns das: Sei nur blöd genug, reise in der Welt herum, die Dummen wenden sich schon ganz allein dir zu. Er kam im andalusischen Malaga zur Welt mit Down Syndrom. Jetzt will er Lehrer werden. Wo soll das hinführen, wenn es als normal gezeigt wird?“

Angehängt war ein Artikel über den Spanier Pablo Pineda vom 21.März 2009. Pablo Pineda ist kein Einzelfall eines Menschen, der mit einem Down Syndrom einen Universitätsabschluss schafft und als Lehrer tätig ist. ...
Vom Gegenwind seines Beitrags befeuert, legte er [Hartung] auf Facebook trotzig noch eine Schippe oben drauf: „Ich stelle fest: ich spreche einem Menschen mit Trisomie 21 die Befähigung ab, in Deutschland den Hochschulberuf eines Lehrers zu ergreifen, und gebe kund, dass ich als Nichtbehinderter von einem solchen nicht unterrichtet werden möchte.“An dieser Stelle möchte ich Herrn Hartung zum wiederholten Male mitteilen, dass es in Deutschland bereits seit Jahren einen Lehrer mit Trisomie 21 an der Montessori- Schule in Starnberg gibt, welcher Englisch unterrichtet. Tobias Wolf machte seinen High-School-Abschluss in den USA und ist außerdem Autor für das Magazin „Ohrenkuss“ für und mit Menschen mit Trisomie 21. ...

Herr Hartung hat  wie viele andere in der AfD offenbar ein ganz großes Problem mit Menschen mit Behinderungen ...  auch ich hatte im August 2013  in Berlin ein behindertenfeindliches Erlebnis mit der AfD. Ich saß mit meinen gehörlosen Freunden im Garten zur Straße hin und wir unterhielten uns in Gebärdensprache. In dem Moment liefen Flyerverteiler der AfD an uns vorbei und meinten mit abfälligen Blick auf uns: „So was hätten wir früher ja vergast.“   Ein weiteres Problem an dieser Stelle ist die scheinbare, aber nicht totale Distanz der AfD zu der behindertenfeindlichen Haltung des Herrn Hartung, wenn man sich die Pressemitteilung von AfD-Sachsen-Chefin Frauke Petry ansieht. Auf Facebook hat sie ihn nämlich mit den Worten kritisierte:   „Thomas – wann ist endlich Schluss mit dieser Diskussion??? Gib einfach zu, dass Du verbal total danebengehauen hast. Ich dachte, wir hatten das geklärt!!!!!“

Aha. Laut Frauke Petry hat Thomas Hartung verbal danebengehauen, aber inhaltlich lag er richtig?! Die AfD lässt mich mit ihrer Haltung an eine ganz dunkle braune Zeit in Deutschland denken, wo Menschen mit Behinderungen als minderwertig und unproduktiv angesehen wurden.

Das ist nicht mein Deutschland. Mein Deutschland ist vielfältig, bunt und inklusiv.

Ich begrüße es sehr, dass die TU Dresden sich deutlichst von den Äußerungen von Herrn Hartung distanziert hat und die Prüfung der Konsequenzen eingeleitet hat. ... 

Die Realität ist nämlich: Behindertenfeindlichkeit, Rassismus und andere Arten von Diskriminierungen stehen keiner Gesellschaft gut zu Gesicht. Lasst uns die Gesellschaft hin zur Inklusion ändern mit den Worten von Pablo Pineda: »Für mich gibt es zwei Konzepte: Das Konzept der Angst und das Konzept der Liebe. Und wenn wir bis jetzt mit dem Konzept der Angst gelebt haben, wird es Zeit, dieses zu verlassen.« (Pablo Pineda Ferrer) ...

Julia Probst ist Bloggerin und setzt sich seit Jahren für mehr Akzeptanz für Behinderte ein. Für die Ausgabe vom 18.5.2012 war sie DNN-Gastchefredakteurin.
© DNN-Online, 24.06.2014
http://archive.fo/n2NDH




Nach Behinderten-Beleidigung: Uni Dresden wirft AfD-Mann raus
Er hatte einen Lehrer mit Down-Syndrom bei Facebook schwer beleidigt - jetzt darf Thomas Hartung an der TU Dresden nicht länger unterrichten. Zuvor hatte der sächsische AfD-Vize sein Parteiamt niedergelegt.
SPIEGEL ONLINE, 26.06.2014

Erst legte er alle Ämter nieder, jetzt lässt ihn auch die Technische Universität Dresden fallen: Thomas Hartung, ehemals stellvertretender Landeschef der Alternative für Deutschland (AfD) in Sachsen, wird ab sofort nicht mehr an der TU unterrichten, teilt die Uni auf ihrer Webseite mit. Der Lehrauftrag laufe aus, ein neuer werde nicht geschlossen, noch ausstehende Veranstaltungen werden von anderen Dozenten übernommen.
Im Sommersemester hatte er das Seminar "Kopflicht.TV" angeboten, in dem Studenten ein Magazin produzieren. Am Montag hatte die Uni bereits eine Stellungnahme veröffentlicht: "Die TU Dresden distanziert sich in aller Deutlichkeit von Inhalt und Form der Äußerungen seitens Herrn Dr. Thomas Hartung", stand darin. ...
Auf seiner Facebook-Seite hatte er [Hartung] einen alten Artikel über den Spanier Pablo Pineda verlinkt. Der Akademiker Pineda hat Trisomie 21 und arbeitet als Lehrer, zudem spielte er die Hauptrolle in dem Film "Me Too", viele Aspekte der Geschichte sind seinem eigenen Leben entliehen.
Den Artikel kommentierte Hartung mit den Worten: "Was sagt uns das: Sei nur blöd genug, reise in der Welt herum, die Dummen wenden sich schon ganz allein dir zu", berichtet unter anderem die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Dann zitierte er aus dem Artikel: "Er kam mit Down-Syndrom zur Welt, im andalusischen Málaga. Jetzt will er Lehrer werden. Der Erste mit dieser Genmutation." Hartung fragt: "Wo soll das hinführen, wenn er als 'normal' gezeigt wird?"
Nachdem sich Sachsens AfD-Vorsitzende Frauke Petry einschaltete, löschte Hartung alle Beiträge und bat inzwischen auch um Verzeihung. Am Dienstagabend hatte der sächsische AfD-Vorstand auf einer außerordentlichen Sitzung den Fall besprochen. Am Mittwoch teilte die Partei dann mit, Hartung verzichte auch auf eine Kandidatur bei der Landtagswahl in Sachsen. Der "Bild"-Zeitung sagte Petry, Hartung werde einfaches Mitglied der AfD bleiben.

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/uni-tu-dresden-afd-mann-thomas-hartung-wird-nicht-mehr-lehren-a-977603.html




Es täte ihm unendlich leid - erklärte er nach Angaben seiner Partei

Aus
Menschen mit Down-Syndrom beleidigt : AfD-Vize in Sachsen tritt zurück
Nach seinen beleidigenden Äußerungen gegen Behinderte ist der sächsische AfD-Vizechef Thomas Hartung von seinen Ämtern zurückgetreten. Auch auf seine Kandidatur für den sächsischen Landtag verzichtet er.
Tagesspiegel 25.06.2014
 
von
Er bat um Verzeihung. "Ich bitte den spanischen Lehrer Pablo Pineda und weiterhin alle direkt und indirekt betroffenen Bürger aufrichtig um Verzeihung für meine Äußerungen über die Fähigkeiten behinderter Menschen. Mir ist inzwischen bewusst geworden, dass ich damit unabsichtlich einen Schaden für die AfD verursacht und wiederholt gegen ihre politischen Grundsätze verstoßen habe. Dies tut mir unendlich leid", erklärte er nach Angaben seiner Partei.

http://www.tagesspiegel.de/politik/menschen-mit-down-syndrom-beleidigt-afd-vize-in-sachsen-tritt-zurueck/10103960.html




Aus
Die Achse der Rechtspopulisten : Wie AfD und Pegida paktieren
28.01.2015
Die AfD versucht seit Wochen, eine enge Allianz mit Pegida zu schmieden. Die CDU in Sachsen steht dabei nicht völlig abseits.
von

Mit im Bund mit Pegida ist auch der frühere stellvertretende AfD-Landesvorsitzende Thomas Hartung – er war 2014 von diesem Posten zurückgetreten, nachdem er sich abfällig über Menschen mit Trisomie geäußert hatte. Hartung gehört ebenfalls dem Dresdner AfD-Kreisvorstand an und bekennt sich im Internet als „überzeugter Pegida-Gänger“. Mit dem Hinweis „lesenswert, sehr lesenswert“ postete Pegida auf ihrer Facebook-Seite am Mittwoch einen Aufsatz von Hartung, in dem es heißt: „Das Schlagwort ,Willkommenskultur‘ verpflichtet die Deutschen gutzuheißen, im eigenen Land zur Minderheit zu werden.“

http://www.tagesspiegel.de/politik/die-achse-der-rechtspopulisten-wie-afd-und-pegida-paktieren/11295584.html




Schnell zurück aus dem Abkühlbecken:
Thomas Hartung wieder im AfD-Landesvorstand Sachsen, zuständig für Kommunikation/ PR

Aus
AfD-Landesvorstand Sachsen hat sich konstituiert – Petry: „Für die nächsten zwei Jahre gut aufgestellt“
‐ Stellvertreter Sven Simon: Vernetzung der parteinahen Organisationen der AfD, vor allem des Mittelstandsforums, daneben der Christen in der AfD, der Jungen Alternative und ggf. später anzuerkennender Gruppierungen ...

„Wir haben offen, konstruktiv und zügig unseren Geschäftsverteilungsplan angepasst und freuen uns auf die kommenden Herausforderungen der nächsten zwei Jahre, für die wir gut aufgestellt sind“, erklärt Frauke Petry. „Wir halten an unserem Ziel fest, die Machtfrage im Bund so schnell wie möglich zu klären, damit es endlich wieder zur Klärung von Sachfragen in Deutschland kommt. Wir wollen und müssen in Zukunft Regierungsverantwortung übernehmen, um unserem Anspruch gerecht zu werden, den Bürgern eine Alternative zu den Konsensparteien zu bieten.“

Für Rückfragen:
Dr. Thomas Hartung
stellv. Landesvorsitzender AfD Sachsen/Kommunikation
...

http://afd-dd.de/afd-landesvorstand-sachsen-hat-sich-konstituiert-petry-fuer-die-naechsten-zwei-jahre-gut-aufgestellt/
 

Montag, 25. April 2016

Die "Ziegenficker"-Kontroverse

In der Folge von Böhmermanns "Schmähkritik" an dem türkischen Ministerpräsidenten Erdogan zeigte sich (unabhängig davon davon, dass Erdogan echte Kritik reichlich verdient hat):
Es ist salonfähig geworden, Muslime als "Ziegenficker" zu bezeichnen.

Der holländische Rechtspopulist und Satiriker Theo van Gogh bezeichnete Moslems häufiger als geitenneukers (deutsch: Ziegenficker).
https://de.wikipedia.org/wiki/Theo_van_Gogh_(Regisseur)
Van Gogh wurde von einem islamistischen Fundamentalisten ermordet. Macht seine Ermordung nun die Beschimpfung von Muslimen zum Nonplusultra der Meinungsfreiheit, zur Heldentat?
Tatsächlich wurde zu Ehren von van Gogh ein "Mahnmal fuer die Meinungsfreiheit" errichtet.


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"Satire darf nicht alles"
Nuhr verteidigt Ermittlungen gegen Böhmermann
21.04.2016, 11:37 Uhr | dpa

Eindeutige Positionierung: Der Kabarettist Dieter Nuhr hat sich auf die Seite Angela Merkels gestellt und die Ermittlungen gegen Jan Böhmermann wegen eines Schmähgedichts auf den türkischen Präsidenten verteidigt. ...

Der Begriff Ziegenficker, der im Gedicht auftaucht, sei rassistisch. Er gehe davon aus, dass der Moderator mit der Argumentation juristisch durchkomme, "auf der Metaebene der Metaebene der Kunst" tätig gewesen zu sein.
"Dann werden vielleicht bald auch die Judenhasser, Holocaustleugner und Hassprediger Gedichte schreiben und behaupten, das Ganze sei ja nur Satire."

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Aus
ZEIT ONLINE
22. April 2016


"Hass im Netz"
Hasskommentare sind der Alltag im Netz. Das kann sich ändern, sagt Autorin Ingrid Brodnig. Indem wir vor dem Kommentieren durchatmen. Und durch strengere Gesetze.

Brodnig: Das Problem ist, dass die digitale Debatte ein Zerrspiegel ist. Gewisse Meinungen, obwohl sie eher eine Randmeinung sind, sind viel stärker sichtbar als andere. Mir war zum Beispiel lange nicht bewusst, wie erfolgreich die pure Wiederholung einer Lüge ist. Wie sehr ich mit dem ständigen Wiederholen von Halbwahrheiten bei Menschen den Eindruck erwecken kann, dass doch etwas dran sein muss. Ein gutes Beispiel dafür gibt der Mythos von den vergewaltigenden Muslimen in Schweden ab, den Internetseiten wie Politically Incorrect damit belegen wollen, dass die Vergewaltigungsrate seit 2006 sprunghaft um mehr als 200 Prozent angestiegen ist. Das ist ein Fakt, nur wird der irreführend interpretiert. Die Zunahme an registrierten Vergewaltigungen hängt mit einer Gesetzesreform zusammen. In Schweden gibt es seit 2006 ein sehr viel strengeres Verständnis davon, wann jemand wegen Vergewaltigung schuldig gesprochen werden kann als zuvor. Außerdem werden Täter in Schweden nicht nach ihrer Herkunft und Religion registriert. Islamfeindliche Blogs behaupten aber einfach, Muslime seien schuld ....
http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-04/brodnig-hass-im-netz