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Sonntag, 2. September 2018

Neue alte Einflüsse in Bayern

"Eingebaute natürliche Eugenik"
Von der Webseite "Bayern ist frei",
Rubrik "Christentum"


"Gegen Menschenrechts-Dogmatismus und überbordende EU-Regelungskompetenzen zu opponieren, kann kaum falsch sein. Gegenüber unseren katholischen Freunden möchten wir zu bedenken geben, dass wir ein Dysgenik-Problem haben. Nach der Kindersterblichkeit und Armut sind Abtreibungen fast das einzige, was der Dysgenik (d.h. verstärkten Ausbreitung lebensuntauglicher Genome) noch entgegenwirkt. Frühere Gesellschaften hatten eingebaute natürliche Eugenik, und das Christentum wirkte dieser stets entgegen, was nicht besonders konservativ (volkserhaltend) aber bis ca 1800 auch nicht weiter gefährlich war. Die natürliche Eugenik ermöglichte zusammen mit anderen Kräften den zivilisatorischen Fortschritt, der Europa auszeichnete und zu dem das Christentum entscheidendes beitrug. Richard Lynn warnt in dem sehr fundierten Buch Dysgenik, dass die Erkenntnisse der Eugeniker des 19.-20. Jahrhunderts im wesentlichen richtig und wichtig waren und dass sie erst in jüngster Zeit sich besonders bedrohlich bewahrheiten."


"Bayern ist -frei" - auch in Gaststätten und Hotels"


https://bayernistfrei.com/tag/christentum/

Montag, 13. Juli 2015

Vorläufiges Fazit


Thilo Sarrazin ist ein Zeitzeuge und Mitwirkender des Wiederbelebens der Eugenik, die in Deutschland "Rassenhygiene" hieß. Sarrazins moderne Vordenker kommen zu einem bedeutenden Teil aus dem Umfeld des "Pioneer Fund", der 1937 in den USA zum Zweck der Förderung der Eugenik gegründet wurde und immer noch aktiv ist. Der Gründer des Pioneer Fund, Wicliffe, Draper hatte 1935 an dem Internationalen Bevölkerungskongress in Berlin teilgenommen, bei dem die unterschiedliche Wertigkeit verschiedener Bevölkerungsgruppen propagiert wurde, und das Nazi-Regime in Deutschland als fortschrittlich und wegweisend dargestellt wurde. 

In der Tradition der Eugenik-Ideologie führt Sarrazin eine Vielfalt von Problemen - wie Arbeitslosigkeit und Abhängigkeit von Sozialleistungen, mangelnde Wettbewerbsfähigkeit, Missstände an den Schulen und eine als zunehmend wahrgenommene Kriminalität - auf drei Grundprobleme zurück:
  1. Schrumpfende Bevölkerungszahl und damit einhergende Vergreisung der "autochthonen Deutschen" (des Teils der Bevölkerung, den er als deutsch anerkennt),
  2. Überproportionale Fortpflanzung der Unterschicht und damit der Untüchtigen, und unterproportionale Fortpflanzung der Tüchtigen, Intelligenten,
  3. Zuwanderung aus den falschen Ländern; d.h. Ländern mit hohem muslimischem Bevölkerungsanteil; geographisch aus dem "nahen und mittleren Osten sowie aus Afrika" (dass dies nicht deckungsgleich ist, lässt er außer Acht - bis auf die Ausnahme, die er für Juden macht).
Diese Einteilung entspricht klar nachvollziehbar der Einteilung des NS Aktionsprogramms für "Volksgesundheit", das von NS Ärzteführer Wagner auf dem Nürnberger Reichsparteitag 1934 präsentiert wurde.Sie entspricht aber auch der Einteilung, die eine Generation zuvor der britische Labour-Politiker Sidney Webb (1859 -1947), ein Anhänger der von Francis Galton begründeten Eugenik-Ideologie, vorgenommen hatte.  


Die Bedeutung internationaler ideologischer Strömungen für die Entstehung des NS Regimes in Deutschland wird in der herkömmlichen und aktuellen Geschichtsforschung noch immer drastisch unterbelichtet. Fatale Folgen hatte insbesondere die Verbindung des antisemitischen Antibolschewismus, der die Gleichsetzung von Judentum, Kommunismus und Neigung zu bolschewistischen Gräueltaten beinhaltete, mit der Eugenik-Lehre des Darwin-Vetters Francis Galton. Letztere wurde in Deutschland und anderswo auch unter der Bezeichnung „Rassenhygiene“ verbreitet.

Die nach dem 2. Weltkrieg entstandene, bis heute einflussreiche These vom „deutschen Sonderweg“ bot eine handliche Erklärung für das Abgleiten in die „deutsche Katastrophe“ und das Möglichwerden der unvorstellbaren Verbrechen des Holocaust. Diese These beruht allerdings weitgehend auf dem Mangel an vergleichenden Untersuchungen zu den länderübergreifenden Ideologien, die in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden. Für deren radikale Umsetzung bot Deutschland nach dem 1. Weltkrieg ein weit offenes Experimentierfeld; eine Spielwiese auch für Ideologen, die sich endlich in einem real existierenden „Kantsaywhere“ austoben wollten. Kantsaywhere nannte der Eugenik-Begründer Galton, dessen Biograf und Apostel Karl Pearson in Deutschland begeisterte Anhänger für die sich schnell ausbreitende Eugenik-Bewegung fand,  den imaginären Ort der Umsetzung für seine wissenschaftliche Religion.

Die Interpretation von Geschichte bestimmt, welche Lehren aus der Geschichte gezogen werden. Daher hat die fehlende Berücksichtigung der internationalen Strömungen, die in Deutschland im Nationalsozialismus kulminierten, weitreichende Folgen. Eine dieser Folgen betrifft die Außen- und Sicherheitspolitik: Erhebliche Überschätzung der Möglichkeiten, mit militärischen Mitteln Terror und Gewalt zu verhüten und zu unterbinden, und gleichzeitig erhebliche Unterschätzung dessen, was der frühere Bundeskanzler Schröder die „geistig politische Auseinandersetzung“ nannte. Schröder gebrauchte diesen Begriff bezogen auf die Bekämpfung des Terrorismus; allerdings ohne weitere Konkretisierung. Eine weitere Folge betrifft die Innenpolitik, insbesondere den Umgang mit Migration, mit demografischen Veränderungen und mit Veränderungen der Wirtschafts- und Beschäftigungssituation: Hilflosigkeit gegenüber einem als Heilbringer auftretenden Rechtspopulismus, der sich nicht explizit auf die NS Vergangenheit beruft, sondern an weiter zurück reichende, international verbreitete Traditionslinien anknüpft – an Denktraditionen, deren Einfluss auf den Nationalsozialismus weniger bekannt ist, bzw. auch herunter gespielt wurde und wird.

Zu nennen sind zum einen die pseudo-wissenschaftlichen Ideologien der Eugenik und des Sozialdarwinismus, zum anderen das Feindbild vom Fremdkörper in der Gesellschaft und die Vorstellung von einer erzwungenen Gleichheit aller Menschen („Kulturmarxismus“, ein Schlagwort, das auch der Norwegen-Attentäter Breivik gebrauchte). In Bezug auf das Feindbild vom Fremdkörper in der Gesellschaft wurde in den letzten Jahren der Begriff „Feindbildverschiebung“ geprägt: Verschoben hat sich das Haupt-Feindbild vom Juden zum Muslim, wobei der traditionelle Antisemitismus und der neuere Hass auf Muslime, z.T. sogar noch mit dem selbstverliehenen Etikett „pro-israelisch“, im Rechtsextremismus dieser Tage nebeneinander bestehen. Eingeschlossen in dem Feindbild sind sowohl im traditionellen als auch im neuen Rechtsextremismus diejenigen, die sich für Chancen und Rechte von Menschen unabhängig von Herkunft und Abstammung einsetzen.

Ein nie gekanntes Ausmaß an Zugang zu Originalquellen im Internet und über Internet-Antiquariate erschüttert die Exklusivität des Quellen-Zugangs für ausgewiesene Historiker und deren Deutungshoheit. Dies mag für die Historiker-Zunft zunächst irritierend wirken, schafft aber einen Anreiz, aus Grabenkämpfen heraus zu kommen und sich mit der Fülle der elektronisch zu findenden und zu durchsuchenden Originalquellen – und seien es auch nur Bücher und andere veröffentlichte Schriften aus den untersuchten Zeiträumen – zu einem erweiterten Verständnis durchzuringen. 

Ständig treffen wir Entscheidungen aufgrund von Erfahrungen der Geschichte. Es kommt darauf an, aus der umfassenden Analyse der Vergangenheit die richtigen Lektionen für den Umgang mit den Herausforderungen der Gegenwart zu gewinnen. Es ist ein Wettlauf mit der Zeit.

Donnerstag, 13. Februar 2014

Siedlungspolitik


Zugang zu Wasser - ein grosses Thema in der Siedlungspolitik Israels.

Es ist auch ein Thema mit Bezuegen zu Eugenik und Sozialdarwinismus. (Siehe Stichwort "Heinsohn" auf diesem Blog; z.B. http://guttmensch.blogspot.com/2012/08/romney-und-ryan.html - Gunnar Heinsohn hat sich verschiedentlich in dem Sinne geaeussert, mit der Verbesserung der Lebenschancen von Menschen mit minderwertigen Genen, z.B. in Gaza, wuerde man deren Vermehrung beguenstigen und damit die "demografische Kapitulation" der Menschen mit hoeherwertigen Genen befoerdern. Es waere besser, wenn palaestinensische Gebiete nicht allzu gut versorgt waeren. Zitat: "Hungernde Menschen kaempfen nicht, sie leiden nur.")


Leider schwaecht die Art und Weise, wie das Wasser-Problem von EU Parlamentspraesident Schulz als Gast im israelischen Parlament angesprochen wurde, die Position israelischer Menschenrechtler, denen eine Aenderung der Siedlungspolitik ebenfalls ein Anliegen ist.  



ZEIT online 12. Februar 2013

IsraelKnesset-Abgeordnete stürmen bei Schulz-Rede aus dem Saal
EU-Parlamentspräsident Schulz hat im israelischen Parlament einen Eklat ausgelöst, als er über die Palästinenser sprach. Netanjahu attestierte ihm Wahrnehmungsprobleme.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-02/knesset-schulz-eklat-palaestinenser?commentstart=273#cid-3370937


BloggerMagga gestern 19:24 Uhr

Nein, in diesem besonderen Fall ist es keineswegs unerheblich, welche Sprache verwendet wird. Man kann als Gast in der Knesset deutsch sprechen, und man kann die israelische Siedlungspolitik kritisieren - aber beides miteinander zu verbinden, ist eine sehr schlechte Idee.
Schulz hat berechtigten und wichtigen Anliegen sehr geschadet, als er meinte, sie in der Knesset ausgerechnet auf Deutsch vertreten zu müssen (und dann auch noch in Details schlecht vorbereitet war).
Es war doch voraus zu sehen, dass die vorgebrachte Kritik dann sofort mit der “von deutschem Boden” ausgegangenen Verfolgung und Vernichtung der Juden assoziiert wird, und ihre Akzeptanz dadurch erheblich erschwert wird. Auch israelische Stimmen, die in der Sache eher Schulz als den herausgestürmten Abgeordneten Recht geben würden, werden durch diese unbedacht herauf beschworene Assoziation kritisch geschwächt.
Warum konnte er als EU Parlamentspräsident – ausgerechnet für dieses Thema und ausgerechnet an diesem Ort - nicht die Universal-Sprache Englisch verwenden?
Berät ihn denn niemand?




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Vizepräsident des EU-Parlaments



27.2.2014

Blackout des Vizepräsidenten des EU-Parlaments Jacek Protasiewicz: Der 46-Jährige soll betrunken am Frankfurter Flughafen aufgetaucht sein. Zuerst entwendete er einem Gast den Gepäckwagen, dann beschimpfte er Zollbeamte mit „Heil Hitler“.http://www.focus.de/politik/ausland/eu/poebelei-am-flughafen-frankfurt-eu-vize-klaut-gepaeckwagen-und-bruellt-hitlergruss_id_3648070.html


Rechtsextreme im EU Parlament

Der Italiener Mario Borghezio von der Lega Nord machte schon früher durch rechte Aktionen und Pöbeleien auf sich aufmerksam. Jetzt fiel er im Europaparlament auf: Borghezio schwenkte dort die Schweizer Fahne und schimpfte auf die "Brüsseler Diktatur".http://www.focus.de/politik/ausland/er-mag-breiviks-ideen-glaubt-an-ufos-zuendet-zelte-von-obdachlosen-an-rauswurf-aus-eu-parlament-radikaler-italiener-tritt-als-poebelnder-schweiz-fan-auf_id_3647332.html

Sonntag, 26. Januar 2014

Wettbewerb der Nationen: Industriespionage als Lehrfach an der Militärakademie


Das Leben der Menschen und der Nationen als permanenter Wettbewerb: Sozialdarwinistische Ideologie ist bis heute prägend in Wirtschaftspolitik und internationalen Beziehungen.

Clausewitz lehrte, Krieg sei die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Im Umkehrschluss ist auch die Auffassung verbreitet, Wirtschaftspolitik sei das Führen von Krieg mit anderen Mitteln - mit dem gleichen Ziel, nämlich survival of the fittest; Überleben des "tauglichsten" Volkes
 
Es hat daher eine gewisse Logik und kann in der Tradition von Sozialdarwinismus und Geopolitik gesehen werden, wenn an einer Militärakademie das Fach Competitive Intelligence angeboten wird.


 
Wer genauer wissen will, was man in einem solchen Fach lernt, kann sich bei der American Military University um Teilnahme an dem online Kurs Competitive Intelligence bewerben.

Competitive Intelligence
an der American Military University
http://www.amu.apus.edu/lp2/competitive-intelligence/graduate-certificate.htm
"The online Graduate Certificate in Competitive Intelligence will help students in assessing the application of intelligence studies processes and procedures to the commercial business environment."


Im Titel habe ich das Wort "Industriespionage" verwendet, und darum geht es auch (natürlich nur, nehme ich mal an, um deren Abwehr). Aber das Wort Intelligence in der Bedeutung von "Spionage" ist im Englischen neutral, hat nicht den negative Beiklang wie "Spionage". Competitive ist "im Wettbewerb stehend" oder "konkurrenzfähig" und bezieht sich hier, wie aus der Kursbeschreibung hervorgeht, auf wirtschaftliche Konkurrenz.
Als eine möglichst wertungsfreie, wenn auch sperrige Übersetzung schlage ich vor:
- Nachrichtendienstliche Tätigkeit im Wirtschaftswettbewerb


In dem Zusammenhang auch interessant:
Die Idee vom Rüstungswettbewerb als "Tauglichkeitstest" der Nationen.

  • Siehe z.B. Zitat von Gordon England, wonach nicht Terrorismus, sondern der Verlust der Welt-Führerschaft in Wissenschaft und Technologie die größte Bedrohung darstellt : “The greatest long‐term threat to U.S. national security is not terrorists wielding a nuclear or biological weapon, but the erosion of America’s place as a world leader in science and technology.” http://guttmensch.blogspot.com/2013/11/koalitionsverhandlungen.html


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Die Weltwirtschaft als Nullsummenspiel – Wettbewerb ist alles

„1,2 Millarden Inder, die wollen auch gute Arbeit leisten. Und damit wir besser sind als die, brauchen wir Kraft.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel
eingespielt in
heute-show - Wahlkrampfzeit mit Angela (20.4.2012) 

http://www.youtube.com/watch?v=dXJ7CauDpq8
ab ca. 04:17



Wettbewerb und Strukturreformen

“Auf der anderen Seite ist die politische Erfahrung, dass für politische Strukturreformen oft Druck gebraucht wird. Zum Beispiel war auch in Deutschland die Arbeitslosigkeit auf eine Zahl von fünf Millionen Arbeitslosen angestiegen, bevor die Bereitschaft vorhanden war, Strukturreformen durchzusetzen. Meine Schlussfolgerung ist also: Wenn Europa heute in einer schwierigen Situation ist, müssen wir heute Strukturreformen durchführen, damit wir morgen besser leben können.”

Angela Merkel kritisch zitiert auf
http://www.nachdenkseiten.de/?p=15967

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Die Welt aus der Sicht der NATO: Eine Arena globalen Wettbewerbs

Geopolitik oder "Eine Welt"?

Policy Workshop on NATO in an Era of Global Competition
February 03, 2014

The year 2014 will be pivotal for NATO as it draws down from the mission in
Afghanistan, prepares for the 2014 summit in Wales, and grapples with new
political challenges to the transatlantic community, from the crisis in Ukraine
to the ongoing Syrian civil war. While NATO remains a manifestation of the
values and commitments espoused by the transatlantic community since its
inception in 1949, it must overcome significant internal obstacles to remain a
relevant and effective institution, including a dearth of political and
financial support from its members and dwindling capabilities.
 On February 3, the Atlantic Council and the Norwegian Institute for Defence
Studies (IFS) convened top subject-matter experts in Oslo, Norway, for a policy
workshop to determine how NATO can best shape its 2014 Summit agenda given
NATO’s internal challenges and the current state of transatlantic relations.
Participants discussed NATO’s role in Europe’s tumultuous neighborhood, from the
Middle East and North Africa to Ukraine, ways for NATO to bolster its
capabilities in an era of declining defense budgets, and how NATO can transform
to operate in a globalized security environment through the partnership
framework.
This event is part of the Atlantic Council and IFS's project on NATO in an Era
of Global Competition, an 18-month effort undertaken to address the role of NATO
and the broader transatlantic community in the face of emerging security
challenges, global power shifts, and new disruptive technologies.
This policy workshop served as the foundation for the project’s third public
conference, The Future of NATO and the Transatlantic Relationship, which will
take place on March 19 in Oslo, Norway. 
http://www.atlanticcouncil.org/events/past-events/policy-workshop-on-nato-in-an-era-of-global-competition
  


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Aus Wikipedia ueber das Buch

Bekenntnisse eines Economic Hit Man
Inhalt[Bearbeiten]
Die Publikation befasst sich mit der Geschichte der Karriere des Autors bei der Beraterfirma Chas. T. Main (heute Teil der Parsons Corporation). Bevor er durch dieses Unternehmen angestellt wurde, führte er ein Bewerbungsgespräch mit der US-amerikanischen National Security Agency (NSA). Perkins behauptet, dieses Interview sei im Endeffekt eine unabhängige Sicherheitsüberprüfung gewesen, die zu seiner anschließenden Einstellung durch Einar Greve, einem Mitarbeiter der Firma (und angeblichen NSA-Verbindungsmann, was Greve allerdings bestreitet), führte, um, nach eigener Beschreibung, ein „Economic Hit Man“ (EHM) zu werden.

Laut seinem Buch bestand Perkins' Funktion darin, die politische und wirtschaftliche Führungselite unterentwickelter Staaten dazu zu bringen, enorme Entwicklungshilfekredite von Institutionen wie der Weltbank und der United States Agency for International Development (USAID) aufzunehmen. Belastet mit riesigen Schulden, die sie nie zurückzuzahlen erhoffen konnten, waren diese Länder gezwungen, sich bei den verschiedensten Gelegenheiten dem politischen Druck der USA zu beugen. Perkins beschreibt, wie die Entwicklungsländer effektiv politisch neutralisiert wurden und ihre Einkommens- und Vermögensdisparität (Gini-Koeffizient) immer weiter heraufgetrieben wurde. Diese Strategie schädigte auf Dauer die Wirtschaft dieser Staaten. Perkins erzählt von seinen Treffen mit verschiedenen prominenten Persönlichkeiten, unter anderen Graham Greene und Omar Torrijos.

Der Autor beschreibt die Rolle eines EHM wie folgt:

„Economic hit men (EHMs) sind hochbezahlte Profis, die Länder rund um den Erdball um Billionen von Dollars betrügen. Sie schleusen Geld von der Weltbank und der U.S. Agency for International Development (USAID), sowie anderer Auslands-„hilfs“-Organisationen in die Kassen großer Konzerne und die Taschen einiger reicher Familien, die die natürlichen Ressourcen der Erde kontrollieren. Ihre Werkzeuge schließen gefälschte Bilanzen, gefälschte Wahlen, Provisionen, Erpressung, Sex und Mord ein. Sie spielen ein Spiel, das so alt ist wie der Imperialismus, das jedoch in Zeiten der Globalisierung neue und furchtbare Dimensionen angenommen hat.“

Das Nachwort der englischen Auflage 2006 enthält eine Kritik des derzeitigen Schuldenerlasses der dritten Welt durch die G8-Staaten. Perkins beklagt, dass die vorgeschlagenen Bedingungen für diesen Schuldenerlass diese Länder zwingen, ihre Gesundheits-, Bildungs-, Energieversorgungs-, Wasser- und andere Infrastrukturen an Privatkonzerne zu verkaufen. Diese Länder müssten auch ihre Subventionen für einheimische Betriebe einstellen, andererseits aber die Weiterführung der Subventionen an einige G8-Betriebe durch die USA und andere G8-Staaten akzeptieren, außerdem die Errichtung von Handelsbarrieren auf Importe, die G8-Industrien bedrohen. Die Ereignisse in Bolivien und Tansania werden als Beispiele der Effekte dieser vorgeschlagenen Bedingungen angeführt. […]

Weblinks [Bearbeiten]
Offizielle Website mit Anmerkungen des Verlegers Steven Piersanti (PDF; 107 kB)

(Zuletzt geändert am 31. März 2013)


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Oel-Vertraege zwischen Staaten und privaten Investoren

Aus

Open Oil
Oil Contract: How to Read and Understand a Petroleum Contracts
© Tim Boykett, Marta Peirano, Simone Boria, Heather Kelley, Elisabeth Schimana, Andreas Dekrout. Rachel OReilly 2012.

Foreword
From now until the time you finish this sentence, another 5,000 barrels of oil will have come out of the ground. Or 10,000 barrels by the end of this one, worth about a million dollars on world markets today. Suppose we created a World Oil Production Index (WOPI) as a measure of money, like a light year in distance. WOPI would equal a spacious Central Park apartment in a minute, the most expensive skyscraper ever built, Burj Khalifa, in a morning, and the net worth of Facebook's Mark Zuckerberg in two weeks.
Or, alternatively, WOPI would surpass the GDP of the Democratic Republic of Congo, a country of 70 million people, in a day and a half, and the entire annual aid budget to Africa in four days. It would, in fact, take about two weeks of WOPI each year to eliminate absolute poverty among the 1.3 billion people around the world who subsist on less than $1.25 a day each. It's not news of course that oil generates a lot of money. But it's good to get a handle on just how much.
It is petroleum contracts that express how this money is split and who makes what profits, just as it is the contracts that determine who manages operations and how issues such as the environment, local economic development, and community rights are dealt with. The share price of ExxonMobil, the question of who carries responsibility for Deepwater Horizon, whether Uganda will be able to stop importing petrol, and how much it costs to heat and light homes in millions of homes these are issues which depend directly on clauses in the contracts signed between the governments of the world and the oil companies.
For most of the 150 years of oil production, these contracts have remained hidden, nested in a broader secrecy that surrounded all aspects of the industry. Governments claimed national security prerogatives, companies said commercial sensitivity precluded making them available. But the last few years have seen the emergence of the the idea that these contracts are of such high public interest that they transcend normal considerations of confidentiality in business, and should be published. A few governments and companies have published contracts. Academic institutions such as the University of Dundee in the UK and NGOs such as the Revenue Watch Institute are just now, at the end of 2012, beginning to collect the contracts that are in the public domain into databases searchable over the Internet.
Contract transparency is the natural next stage of the transparency movement. The initiatives which began in the 1990s around 'Resource Curse', leading to the creation of the Extractive Industries Transparency Initiative in 2002, have succeded in opening up a public conversation. Governments and companies now acknowledge the importance of openness and ethical business. CSR was born to counter 'Blood Diamonds'. But there is as yet little systematic public understanding of how these titanic industries actually work. Activists and journalists sometimes penetrate dark corners and uncover kickbacks and secret deals, and occasionally trigger a public outcry that effects change. But public suspicion remains high around the world, fueled largely by this secrecy. In dozens of countries around the world public debate discussion continues with the main documents at the heart of this industry remaining absent.
Casual rhetoric about how "the government" or "the state" is being so secretive is not helpful because it misidentifies and actually understates the degree of dysfunctionality and asymmetry of information that can exist. This is often "deep state" stuff, belonging to a world of aides and special advisors with illdefined roles, where the regular apparatus of the state can also be out of the loop. In one country, senior diplomats in its foreign ministry lack the most basic understanding of the industry that generates 90 percent of its revenues and governs relations with its neighbours, with whom it shares sizeable fields. In another, the finance minister himself has been denied access to the petroleum contracts which determine how much revenue he is supposed to collect from international oil companies and others. In a third country a bid round went bad, and contracts were delayed for two years, because a phone call to clarify basic details wasn't returned. Ministers of the economy, planning and environment are rarely consulted about how contracts can integrate into broader government policy.
And yet, because of the pioneering move to publish by some governments and companies, the chance now exists to begin to create public understanding of petroleum contracts, based on those that exist in the public domain. This book is a first attempt to rise to that opportunity. We aim to reach at least ten thousand people around the world who may be engaged in the industry, or in governance of or transparency activism around it, but who may not have had the chance to gain professional exposure to petroleum contracts and the issues of how they are actually negotiated. We hope they will include people in the public and private sectors of 50 countries, journalists and civil servants and local business communities as well as promoting a broader understanding of the negotiating process within the companies themselves.
The sections of the book are intended to lead the nonspecialist reader through a logical sequence in understanding contracts. Section One sets the stage with background context. Section Two, who the players are, establishes the formal parties to a petroleum contract and the normal provisions of who does what and who decides what according to the contract. Section Three, 'The Money', goes to the heart of the negotiation and deals with all the different revenue streams and tools that go into constructing ever more complex financial arrangements.
Then we devote two sections to subjects which are handled in contracts but often in passing and at the last minute. Section Four deals with the linkages between the petroleum industry and economic development as a whole in the producing country, as dealt with in the contract, while Section Five looks at clauses relating to health, safety and environmental protection. Finally, in Section Six, Lawyers Yammering On, we look at pure legal aspects, dispute and arbitration procedures.
We quote liberally from a family of petroleum contracts throughout the book that come from eight countries Afghanistan, Azerbaijan, Brazil, Ghana, Indonesia, Iraq, Libya and Timor Leste. They were selected to represent various structures in contracts, stages of development of petroleum industry and most of all because they are in the public domain. Other contracts are referred to from time to time.
This book has been written in five days from start to finish, using the Booksprint technique pioneered by Adam Hyde. I am writing this foreword as its last entry on a Friday afternoon at Schloss Neuhasen little more than 100 hours after we sat down to storyboard it. This is both a source of pride and our first and last defence when our colleagues and the broader community point out inaccuracies, gaps and other defects, as we hope they will and encourage them to do.
The Booksprint is a collaborative writing technique of astonishing power in which colleagues constantly brainstorm, write, edit and copyedit each other in a workflow that somehow manages to combine high fluidity with structure. But inevitably in a process of such speed there will be uneveness and difference in tone and perhaps, at the margins, in substance, between one section and another. It is a work of collective authorship published under the Creative Commons license, but that does not mean that every one of us, or the affiliations we represent, subscribes to every statement made. This book is more team work than group think.
The writers of this book are: Peter Eigen, founder of Transparency International and founding chair of EITI; Cindy Kroon from the World Bank Institute; Herbert M'cleod from Sierra Leone; Susan Maples, Office of the Legal Adviser to Liberian President Ellen Johnson Sirleaf; Nurlan Mustafayev from the legal affairs department at SOCAR, Azerbaijan's state oil company; Jay Park, a lawyer from Norton Rose; Geoff Peters; Nadine Stiller from the German agency for international cooperation GIZ; Lynn Turyatemba from the NGO International Alert in Uganda; Johnny West, founder of the OpenOil consultancy; and Sebastian Winkler, Director Europe for Global Footprint Network. All work on the book was pro bono or mandated by the organisations we work for. If you want to hear each of us in our own words talking about the project, go to
http://openoil.net/booksprint
Adam Hyde of SourceFabric (Booktype) and BookSprints.net facilitated the Book Sprint and Lynn Stewart designed the book and its art work. First readers, and copy editors were the OpenOil team of Steffi Heerwig, Robert Malies, Zara Rahman and Lucy Wallwork.
We received financial assistance to write this book from: Internews Europe, a media development organisation based in London; Petroleum Economist magazine (with no editorial input our views and mistakes remain our own); and the German Federal Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ).
We want this book to be the start of a broader public conversation about petroleum contracts. It will be a living document, subject to constant critique on the Web and periodic review. Anyone can download it at any time, print and sell it, and adapt it. Please bear in mind, though, that because our work is Creative Commons license and available to everyone, the terms of copyright say that you inherit the terms of that license and any work you base on ours will legally be under Creative Commons license too.
We aim for the book to become the basis for localised versions which take a look at petroleum contracts country by country. There is no reason why, three years from now, there shouldn't be, for every country in the world with a petroleum industry (or hoping to develop one), an editorially independent and technically informed book put together by a group of sympathetic but objective professionals from a range of disciplines which analyses that country's core contracts, available to the public free of charge. We would be delighted to help make that happen with anyone in a producing country who has an interest.
We also aim to make it the basis for training courses, ported to all relevant locations and languages, which bring a fundamental and holistic understanding of petroleum contracts to a much wider audience than has had the chance to engage with them so far.
It is our belief that even though these contracts were not written with the public in mind, with a little effort they can be understood to a level which enables real, mature and informed public discussion. We hope that after reading this book you will agree.

Johnny West
Founder OpenOil.net

[…]

What is a petroleum contract?

Experts estimate that for a large natural resouce extraction project, there will be well over 100 contracts to build, operate, and finance it all of which could fall under the broad category of 'petroleum contract'. There may also be well over a 100 parties involved, including:
governments and their national oil companies (NOCs), e.g. Gazprom, Petronas international oil companies (IOCs), e.g. BP, Exxon, Chevron, CNOOC private banks and public lenders, e.g. JP Morgan, World Bank engineering firms, drilling companies & rig operators, e.g. Halliburton, Schlumberger, Technip transportation, refining and trading companies, e.g. Hess, Glencore, Trafigura, Koch Industries
...and many more
Among these many contracts, the most important is the one between the government and the IOC and it is this conract that will be addressed in this book. All of the other contracts must be consistent with and depend on this contract; these might be collectively referred to as "subsidiary", "auxillary" or "ancillary" contracts.

This contract is most commonly referred to by the industry as a "Host Government Contract" because it is a contract between a Government (on the behalf of the nation and its people) and an oil company or companies (that are being hosted). It is through this contract that the host government legally grants rights to oil companies to conduct "petroleum operations". This contract appears in countries throughout the world under many names:


Petroleum Contract
Exploration & Producting Agreement (E&P)
Exploration & Exploitation Contract
Concession License Agreement
Petroleum Sharing Agreement (PSA)
Production Sharing Contract (PSA)
http://openoil.net/wp/wp-content/uploads/2012/11/oil-contracts-v1-nov-3.pdf

Sonntag, 7. Juli 2013

Haasenburg - ein Lehrstück für Lobbyismus?


Weitere Ergänzung 15. Januar 2014

Von Brandenburg nach Bagdhad - Bernzen ueberall
Siehe den Post "RIRP" auf "Zettelmaus"
http://zettelmaus.blogspot.com/2014/01/rirp.html



Ergänzung 08. Januar 2014

Auf der Homepage der Haasenburg (www.haasenburg.de) ist es bis heute nicht angekommen: Das Land Brandenburg hat die Betriebserlaubnis für die drei dort angesiedelten Jugendheime der Haasenburg GmbH widerrufen. Am 20. Dezember ist die Frist abgelaufen. Die letzten Insassen sind abgereist.
Anordnung: Haasenburg-Heime müssen in einer Woche schließen
Berliner Morgenpost 13.12.13
http://www.morgenpost.de/brandenburg-aktuell/article122922797/
 
 Siehe auch den vorigen Post,
„Vom Gutmenschentum gründlich befreit. - Heimerziehung in der Haasenburg“

„Rasieren (nur im Intimbereich) - 10 Chips“ (siehe voriger Post, Auszug aus einem Bericht der taz). Auf so eine Idee muss man erst einmal kommen.

Das Recht auf Intimrasur in den „therapeutischen“ Kinder- und Jugendheimen der Haasenburg GmbH steht tatsächlich auf der Liste der „Privilegien“, die sich die Insassen mit Wohlverhalten erwerben können. Dieses Beispiel aus der Praxis der Erziehung nach Haasenburg Art nannte Haasenburg-Sprecher Hinrich Bernzen gegenüber der Süddeutschen Zeitung sogar von sich aus. Es handelt sich also nicht nur um eine flüchtige Idee, die vielleicht mal einem Praktikanten eingefallen ist. Es handelt sich um einen Kernbestandteil der Umsetzung des „Konzepts“.

Aus
Misshandlungen im Jugendheim - Der Betreiber verneint, das Ministerium ermittelt Süddeutsche.de 28. Juni 2013
Anruf bei Hinrich Bernzen in Hamburg, er ist Politologe und eine Art Sprecher der Einrichtung. Den Artikel der taz findet er "reißerisch", Einiges sei kompletter Unsinn, sagt er. Die Hausordnung etwa habe es "nie gegeben", und Jugendliche seien auch nicht zur Aufgabe ihrer Persönlichkeit gezwungen worden.
"Das Prinzip der Hasenburg basiert nicht auf Sanktion, sondern auf positiver Verstärkung." So bekämen Bewohner bei Wohlverhalten Chips, die sie etwa zum Kinobesuch berechtigten, Mädchen auch zur Intimrasur. Warum müssen sie sich das Recht zur Rasur erwerben? "Wir haben Jugendliche, die bisher grenzenlos gelebt und sich und anderen geschadet haben. Das Prinzip ist, den Jugendlichen vorzuleben, dass sie nicht alles haben können", sagt Bernzen.
http://www.sueddeutsche.de/panorama/misshandlungen-im-jugendheim-auf-liegen-geschnallt-und-diszipliniert-1.1708619-2


Das „Konzept“ befreit Erzieher und Hilfskräfte von der Frage, ob kontrollierende und disziplinierende Übergriffe in die Körperlichkeit von Kindern und Jugendlichen, die zur Selbstverständlichkeit und Routine werden, wirklich noch dem Kindeswohl oder dem Schutz anderer dienen.
Sie halten sich ja nur an die Ablaufroutine, und die beruht auf dem „Konzept“.

Nun wird über den wissenschaftlichen Wert und Unwert der Grundidee der „Konditionierung“, wie sie z.B. in paramilitärischen „Boot Camps“ in den USA und eben in Jugendeinrichtungen mit ähnlicher Ideologie zum Tragen kommt, sicher noch einiges zu lesen sein, wenn die Arbeit der Untersuchungs-kommission weiter Fahrt aufnimmt.

Mir drängte sich - abgesehen von Grundsatzfragen des umstrittenen Konditionierungs-Ansatzes (nach Pawlow, Skinner und anderen), der selbst in der Tierdressur nicht mehr als das Nonplusultra gilt – auch die Frage auf, welchen Stellenwert wohl die Qualitätsmanagement-Software der Firma daarwin(R) Beratungsgesellschaft MbH in der Umsetzung des „Konzepts“ haben mag.

Denn Software für Qualitätsmanagement (QM) transportiert auch Standards und Normen. Wenn mit Hilfe der Software z.B. „Anti-Aggressionsmaßnahmen“ dokumentiert werden oder das Ausgeben und Einlösen der Chips verfolgt wird, dann erscheint das, was man anklicken oder mit Textbausteinen ausfüllen kann, als normal und als Vorgabe „des Systems“. Aber wer konstruiert eine „maßgeschneiderte“ Software für Einrichtungen wie die Haasenburg-Heime; welche Vorstellungen von einem „normalen“ Arbeitsablauf und zu erreichenden Wirkungen stecken dahinter?

Ich gebe zu, dass es zunächst der Firmenname „daarwin“ auf der Haasenburg-Webseite war, über den ich gestolpert bin (Haasenburg und daarwin geben sich auf ihren Webseiten gegenseitig Referenzen; siehe den vorigen Post, Link oben). Eine Assoziation mit (Charles) Darwin liegt nahe - und mit der Idee des Sozialdarwinismus. Das Credo des Sozialdarwinismus ist ja „Survival of the Fittest“ (und Ausschalten der „Minderwertigen“); siehe z.B.

Die Frage, ob der Firmenname daarwin nun einem stillen Bekenntnis zum Sozialdarwinismus entspringt oder nicht, konnte ich nicht klären. Aber bei der Suche nach Information über die daarwin(R) Beratungsgesellschaft MbH stieß ich auf einen anderen interessanten Sachverhalt.

Einer der beiden Gesellschafter der in Flensburg ansässigen Firma für Beratung und IT-Unterstützung sozialer Einrichtungen heißt Udo Andresen. Es handelt sich um denselben Udo Andresen, der bei Beate Uhse (Mit-)Geschäftsführer war, nachdem er seine Internetporno-Firma exitec an das im Sex Business marktführende Uhse-Imperium verkauft hatte. Andresen ist auch mit der Medienfirma Endemol im Geschäft und mischt bei „Big Brother“ mit.


Expertise aus dem Porno-Business:
Einer der beiden Gesellschafter der Firma,
mit der die Haasenburg im Bereich
“Qualitätsmanagement” zusammen arbeitete,

war vorher Geschäftsführer bei Beate Uhse.
Bild: commons wikimedia
Könnte es sein, dass beim Thema Intimrasur ein Inhalt aus der einen Software (für exitec/ Beate Uhse) in eine andere Software (für Haasenburg) übergeschwappt ist, weil der gleiche Content Manager mitgearbeitet hat und sich dachte, das passt doch? Oder wird hier praktischerweise das eine mit dem anderen verbunden, indem z.B. Produkte aus dem Uhse Sortiment gegen Chips für Wohlverhalten eingelöst werden können? Immerhin würde das auch zu dem seltsamen Phänomen passen, dass ein junger Mann mit mehrfach geäußerten abnormen Sexual- und Kannibalismusfantasien in einer Haasenburg-Einrichtung Porno- und Horrorvideos konsumieren durfte. Der Geschäftsführer der Einrichtung, Mario Bavar, wies Vorwürfe zurück mit der Begründung, es gehöre zum Erwachsenwerden, sich auch einmal einen Erotik-Film anzuschauen (siehe voriger Post und Kommentar „Noch zum 'Kannibalen'-Fall“).


Die Firma daarwin ist im Marksegment Software für soziale Einrichtungen offensichtlich gut vernetzt; auch Mitgliedsorganisationen des Paritätischen Wohlfahrtsverbands nutzen, laut Darstellung auf der Firmen-Webseite, daarwin Software für umfassende Dokumentation und Qualitätsmanagement.

Aber wer prüft eigentlich die Qualität des Qualitätsmanagement in sozialen Einrichtungen?


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Auszug aus

- Berlin Aktuell - Berliner Morgenpost 21.07.13
Brandenburger Heime
Umstrittene Haasenburg GmbH geht in die Gegenoffensive
Der Heimbetreiber wehrt sich juristisch gegen den Belegungsstopp durch das
Bildungsministerium. Offene Briefe von dort untergebrachten Jugendlichen
widersprechen den Misshandlungsvorwürfen.

Von Gudrun Mallwitz

... So schreibt ein Mädchen: "Ich bin selber Bewohnerin der Haasenburg in Neuendorf.
Die Haasenburg ist dazu verpflichtet, Jugendliche, die ausrasten, sich selber
oder andere verletzten, zu begrenzen. Ich kenne Erzieher, die dabei gar nicht
sanft sind, doch das ist so. Eigentlich versuchen alle, mir dabei nicht
wehzutun, und ihnen selber macht das ja auch keinen Spaß." ...


http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/article118252258/Umstrittene-Haasenburg-GmbH-geht-in-die-Gegenoffensive.html

Dies ist also das schlagendste Beispiel der von Jugendlichen geschriebenen, den
Misshandlungsvorwuerfen widersprechenden "offenen Briefe" von Jugendlichen,
die der "Morgenpost" vorliegen?
"Begrenzen" - der Jargon der Betreiber findet sich woertlich wieder. Es klingt wie
diktiert. Man wird wohl kaum fehl gehen in der Annahme, dass Jugendliche, die sich
so geaeussert haben, mindestens fuer die laufende Woche ihren Chip "verdient" hatten.

Eine der beiden Jugendlichen, die in einem Haasenburg-Heim zu Tode gekommen
sind, hatte vorher gegen einen Erzieher den Vorwurf der sexuellen Belaestigung erhoben.

Werden Menschen, die Tag fuer Tag ueber die Vergabe von Chips fuer kleine oder
grosse "Verguenstigungen" an labile Jugendliche entscheiden, allzu leicht versucht,
Wohlverhalten nach ihren ganz eigenen Beduerfnissen zu definieren? 


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Siehe auch

Jürgen Eilert
Psychologie der Menschenrechte:
Menschenrechtsverletzungen im deutschen Heimsystem (1945-1973)
V&R unipress in Goettingen

http://books.google.com/books?id=goBOSdQVEM4C&printsec=frontcover#v=onepage&q&f=false

books.google.com - Human rights violations in German residential foster homes after 1945: On the one hand happening through the complete institutionalizing of foster children, on the other hand through implicit eugenic and racial hygiene
traditions. Run-down, neglected people were coded second class, even after 1945. ...


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Boot Camps in den USA:
Der Tod des Martin Anderson


Aus Wikipedia
http://en.wikipedia.org/wiki/Martin_Anderson_case

Martin Lee Anderson ([...] 1991 – [...] 2006) was a 14-year-old
from Florida who died while incarcerated at a boot camp-style youth detention
center, the Bay County Boot Camp,[1] located in Panama City, Florida and
operated by the Bay County Sheriff's Office.[2] Anderson collapsed while
performing required physical training at the camp. While running track, he
stopped and complained of fatigue. The guards coerced him to continue his run,
but then he collapsed and died. A 30-minute portion of the surveillance video
depicting the coercion was made public.[3]
The teenager's death resulted in a broad outcry accusing the camp guards of
racially motivated murder, in part in response to an official videotape that
showed the guards using physical coercion. The Florida legislature voted to
close the state's five juvenile boot camps. [...]
The death became a cause célèbre and received national attention. The local
Medical Examiner, Dr. Charles Siebert, performed an autopsy and ruled that the
teen died of "complications from sickle cell trait". He said, "It was a natural
death."[4] This caused further public outcry. The Governor ordered a second
autopsy; the second pathologist, Dr. Vern Adams, ruled Martin Anderson’s death
was "caused by suffocation due to actions of the guards at the boot camp. The
suffocation was caused by manual occlusion of the mouth, in concert with forced
inhalation of ammonia fumes that caused spasm of the vocal cords resulting in
internal blockage of the upper airway."[5]
Public indignation resulted in the closing of the state's five juvenile boot
camps, the firing of Siebert, and charges of manslaughter against the guards. [...]
The controversy regarding Siebert's firing resulted in accusations by the
National Association of Medical Examiners, independent groups of Medical Examiners
throughout the nation, the State Attorney, and the Bay County Commissioners
complaining that the Florida Medical Examiner system had been compromised by
racial politics.
This did not cause the resignation of FDLE commissioner Guy Tunnell as previous
versions of this article indicated. He resigned over inappropriate remarks made
about African-American civil rights leaders related to the case. [...]
[At the trial ...] Hillsborough County assistant state attorney
Michael Sinacore told jurors a desire for "control and domination," without a
concern for safety, drove the actions of eight former boot camp employees. "They
needed to control him. They needed to dominate him and they crossed the line by
a long shot." Their goal became to get Martin Anderson to do what they wanted
him to do, and all their actions are consistent with that," he said.[54]
Former drill instructors Henry Dickens, Patrick Garrett, Raymond Hauck, Charles
Helms Jr., Henry McFadden Jr., Charles Enfinger, Joseph Walsh and nurse Kristin
Schmidt faced up to 30 years in prison if convicted of aggravated manslaughter
for the teen's death.
After deliberating for 90 minutes, the jury found all defendants not guilty in
the death of Martin Lee Anderson.[55] Soon after the verdict was read, the U.S.
Attorney for the Northern District of Florida, Gregory Robert Miller, and Acting
Assistant Attorney General for the Civil Rights Division, Rena Comisac,
announced that the Department of Justice will make a "thorough and independent
review" of the evidence concerning the death of 14-year-old Martin Lee Anderson.
They have been actively monitoring the state's prosecution of the boot camp
personnel, and promised to take appropriate action if the evidence indicates a
prosecutable criminal violation of federal civil rights statutes.[...]
When Martin Anderson died, about 130 youths in Florida were incarcerated in
state-run boot camps. Before Anderson's death, the state had received more than
180 complaints about excessive force at the Panama City boot camp.[58]
In mid-February, Bay County Sheriff Frank McKeithen ended his office's contract
with the state to operate the Panama City boot camp where Anderson was beaten.
[...]
McKeithen also immediately banned the use of ammonia-inhalant capsules at the
Panama City boot camp. McKeithen's announcement came about three weeks before
Anderson's body was exhumed for his second autopsy, in which one pathologist
concluded that the teen died from ammonia fumes.
At around the same time, DJJ ordered state sheriffs to do away with violent
measures such as punching and kicking at the state's boot camps, and directed
nurses to call 9-1-1 at the first sign of a problem.
In late April, the Florida Legislature voted to close the state's five juvenile
boot camps. The camps were replaced by a less-militaristic program called STAR,
which prohibited physical intervention against juvenile inmates. The STAR
program had been almost 80 percent effective in test runs around the state at
preventing recidivism among inmates.
The bill that enacted the STAR program was renamed the "Martin Lee Anderson Act"
by the legislature. Governor Jeb Bush signed it into law on June 1, 2006.
There was no funding made available for the increased costs of the STAR program,
forcing many juvenile detention facilities to close their doors. [...]
This page was last modified on 30 September 2013


(Zum Fortwirken eugenischer und rassistischer Traditionen gerade
in Teilen der Suedstaaten der USA, insbesondere in Florida und Texas,
siehe auch den Post "Suedstaaten Blues";
http://guttmensch.blogspot.com/2013/05/sudstaaten-blues.html)



Gefaelligkeitsgutachter?
Siebert wurde im Fall Anderson anstelle des eigentlich zustaendigen Pathologen heran gezogen und hatte zu dem Zeitpunkt, als er die Autopsie durchfuehrte, keine gueltige Lizenz.

Siehe
Forensics Under Fire: Are Bad Science and Dueling Experts Corrupting Criminal Justice?
By Jim Fisher
Rutgers University Press, 2008
http://books.google.com/books?id=1d_J9ATv67gC&pg=PA37&lpg=PA37&dq=%22charles+siebert%22+martin+anderson&source=bl&ots=mL9BWUsiKq&sig=3Aj-bwg24LImBwNZPa-kaejMGrY&hl=en&sa=X&ei=iS7NUuHqMMSu7Ablt4DwCQ&redir_esc=y#v=onepage&q=%22charles%20siebert%22%20martin%20anderson&f=false



Der Drillmeister kam vom Militaer

Guard Testifies In Teen Boot Camp Death
By CBSNews  CBS/AP October 9, 2007

"A guard charged with killing a 14-year-old boy at a juvenile boot camp choked up
as he told jurors Monday that the teen's death troubled him deeply.[...]
Charles Helms, a former Army drill instructor who had worked at the now-closed
Bay County Boot Camp since its opening in 1994, said he stayed with Martin Lee
Anderson from the moment paramedics put the teen on a stretcher and carried him
away from the camp."You never leave a man behind," Helms said.
Helms, six other guards and Kristin Schmidt, a nurse from the now-closed camp,
are charged in Anderson's death. A 30-minute surveillance video shows the guards
hitting, kneeing and dragging the limp boy in the camp's exercise yard as
Schmidt looked on. Anderson died the following day. [...]
Helms said their actions depict training designed to protect themselves and the
child. The reason for the large number of officers on the exercise yard is to
deter the teens from violence, he said.
"They will look around and say 'there's too many of them, I'd just better do
what I should do,"' Helms said.
He later demonstrated the hammer strike blows, and knee strike techniques the
guards used to gain a youth's compliance. The blows were a method of gaining
control without seriously hurting them, he said.
Ammonia capsules also were used to get the attention of an uncooperative youth
he said.
Prosecutors say the guards suffocated Anderson by covering his mouth and forcing
him to inhale ammonia fumes.
Defense attorneys say Anderson's death was unavoidable because he had
undiagnosed sickle cell trait, a genetic blood disorder. The usually benign
disorder can cause blood cells to shrivel into a sickle shape and limit their
ability to carry oxygen under physical stress.
Helms entered the exercise yard near the end of the videotaped encounter between
Anderson and the other guards.
When he arrived, Anderson was resisting, Helms said.
"I heard the offender say something along the lines of, 'I'm not going to do
this', or 'I'll do it tomorrow,"' Helms said.
He said he used an ammonia capsule to get Anderson's attention and watched as
the other guards moved Anderson and made him walk.
Helms said he was on the exercise yard for a few minutes before he realized
something was wrong.
"I attempted to reapply the ammonia capsule the second time and there was no
reaction," he said. [...]
Earlier Monday, Defense attorney Walter Smith opened the defense argument by
telling jurors the video taped altercation was just "a day at the office" for
the drill instructors and the nurse."
http://www.cbsnews.com/news/guard-testifies-in-teen-boot-camp-death/



Kids' Boot Camp

Militaerischer Drill als Erziehungs-Ideologie; siehe z.B. Bild auf
http://www.army.mil/article/63266/Children_of_593rd_Sustainment_experience_Kids_Boot_Camp/