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Mittwoch, 23. März 2011

Die gar nicht unpolitische Wissenschaft ...

... oder: Glaub nicht jedem, der Doktor (oder Professor) ist


Zu fragmentarisch ist Welt und Leben
ich will mich zum deutschen Professor begeben.
Der weiß das Leben zusammen zu setzen
und er macht ein verständlich System daraus....
Heinrich Heine


Die eugenische Episode könnte heute als eine ernüchternde Erinnerung daran dienen, … wie fehlbar der Wissenschaftler ist. Die eugenische Geschichte muss wieder erzählt und wieder untersucht werden, so dass die weitere Gemeinschaft die Risiken in diesem wissenschaftlichen Spiel abwägt und abstrusen Behauptungen den notwendigen Grad an Skepsis entgegen bringt.
Kurt Jacobsen *


"Bis vor einigen Jahren war die Ansicht verbreitet, dass die unpolitische und passive Wissenschaftsgilde unter dem Druck des totalitären Systems gestanden habe und machtlos hätte zusehen müssen, wie Politiker und Ideologen die Anthropologie für ihre rassenpolitischen Zwecke missbrauchten. Die neuesten wissenschaftlichen Ergebnisse deuten dagegen auf eine weit über die nationalsozialistische Epoche hinaus führende Kontinuität rassistischer Denkmuster in der deutschen Anthropologie hin."
Das schreibt Michael Vetsch in seiner Arbeit " Ideologisierte Wissenschaft - Rassentheorien deutscher Anthropologen zwischen 1918 und 1933" (2003)
http://www.grin.com/e-book/25570/ideologisierte-wissenschaft-rassentheorien-deutscher-anthropologen-zwischen

Ich füge hinzu: Die rassistischen Denkmuster in der deutschen Anthropologie (Lehre vom Menschen) waren nicht primär Ausdruck eines "deutschen Sonderwegs", sondern kamen zunächst aus dem Mittelstrom international propagierter - eugenischer - Theorien. Auch international brauchten noch nach der "Machtergreifung" der Nazis Anthropologen und andere Wissenschaftler sehr lange, sich vom Rassenwahn der Nazis, der auch Wissenschaftler ergriffen hatte und z.T. mit von ihnen ausging, zu distanzieren.  Der deutsch-amerikanische Anthropologe Franz Boas versuchte schon früh, in Deutschland selbst, in den USA und international eine solche Distanzierung zu erreichen (und vieles hätte wohl verhindert werden können, wenn es ihm rechtzeitig gelungen wäre). 

Erfolglos appellierte Boas z.B. an den renommierten deutschen Anthropologen Theodor Mollison. Im Eintrag zu Mollison in der von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften herausgegebenen "Deutschen Biographie" steht über Mollison und seine Antwort an Boas:
"...Auch zum Thema Rassenkunde hat M. Beiträge geliefert. Mit seinen Äußerungen zu der damals – nicht nur in Deutschland – viel diskutierten „Rassenhygiene“ (1934) war er, der seit 1937 der NSDAP und seit 1941 dem NS-Dozentenbund angehörte, einer jener Anthropologen, die den Nationalsozialisten eine „wissenschaftliche Begründung“ für ihr verbrecherisches Handeln boten. Seine Einstellung wird in einem Brief an den Ethnologen und Anthropologen Franz Boas von der Columbia University aus dem Jahr 1938 erkennbar. Er wisse sehr wohl, schrieb M., was die deutschen Wissenschaftler Hitler zu verdanken hätten, „nicht zuletzt auch die Reinigung unseres Volkes von fremdrassigen Elementen“...."
http://www.deutsche-biographie.de/sfz64945.html

Über Franz Boas schrieb Marshall Hyatt, Direktor des Center for Afro-American Studies an der Wesleyan University in Connecticut: "Mehr als jeder andere Anthropologe war Boas dafür verantwortlich, daß sich die Wissenschaften vom Sozial-Darwinismus ab und den Menschenrechten zuwandten".
http://www.personenlexikon.net/d/franz-boas/franz-boas.htm

Pseudowissenschaftlich "begründete" Vorurteile gegen Juden und andere Bevölkerungsgruppen, die von den Nazis verfolgt wurden, trugen während der Zeit des Nazi-Terrors in den USA und anderen Ländern zu massiven Einreisebeschränkungen und einer restriktiven Asylpolitik bei.



* Das Zitat von Kurt Jacobsen stammt aus einem Artikel über die mystische Idee von "genetischer Korrektheit" (The Mystique of Genetic Correctness, 2007) 
Auszug:
"Possibly the eugenics episode may work today as a sobering reminder of how mortal our rulers are and how fallible the scientist is. The eugenics story need to be retold and reviewed so that the wider community weighs the risks in this scientific game and brings to bear the necessary degree of skepticism to ballyhooed claims. As for modern genetical fancies, it is hardly possible to improve on the advice of Herbert Muller who himself flirted with eugenics half a century ago before coming to the conclusion that in order to call the bluff of genetic correctness we first need to organize a "cooperative society [where] inequalities due to artificial class distinction, race prejudice, inherited fortunes and privileges are done away with, which will bring us much closer to the ideal eugenic conditions in which practically every individual will have as favorable opportunities for development as every other, and thus have his potentialities recognizable for what they are...then for the first time we shall have an estimation of a man's intelligence from a genetic standpoint."
http://www.logosjournal.com/issue_6.1-2/jacobsen.htm

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Auszüge aus
http://wikipedia.msn.de/wiki/Eugenik

"1921 fand in New York der zweite internationale Eugenik-Kongress ... statt. Die Organisatoren ..  strebten Gesetze an, die die Ausweitung von „defekten Rassen“ verhindern sollten. Der Eugenikerbund Eugenics Record Office (ERO) hatte zahlreiche Mitglieder, von denen einige auch in Deutschland bekannt und hochgeachtet waren: darunter der Leiter Harry Laughlin, Charles Davenport und Lothrop Stoddard. Letzterer lernte Adolf Hitler persönlich kennen und unterstützte dessen Rassenwahn.
In Kanada waren Zwangssterilisierungen im Rahmen der Eugenik Anfang des 20.
Jahrhunderts populär...  Zur Bestimmung der zu sterilisierenden Individuen wurden Intelligenztests verwendet. Die Durchführung der Tests in der Englischen Sprache bedeutete, dass Immigranten häufig niedrigere Punktzahlen erreichten, weswegen unter den Sterilisierten viele Einwanderer waren."




DER SPIEGEL 11/1980 - Tief verankert
www.spiegel.de/spiegel/print/d-14318313.html

"... Die rassistische Erblehre hat in den Vereinigten Staaten Tradition."
"Auf jedem der drei internationalen Eugenik-Kongresse -- 1912 in London
(Vizepräsident: Winston Churchill), 1921 in New York (Komitee-Mitglied: der
spätere US-Präsident Herbert Hoover) S.246 und 1932 wiederum in New York --
forderten Briten und Amerikaner immer wieder die Zwangssterilisation von Armen,
Kranken und Kriminellen."
Diese Zielgruppen wurden 1932, im Jahre vier der Weltwirtschaftskrise, um eine
neue Klasse gesellschaftlicher Außenseiter erweitert. Auch die Millionen
amerikanischer Arbeitsloser sollten nun unter das Sterilisationsmesser, weil sie
den Wirtschaftsbankrott durch die in ihren Chromosomen verankerte
"Hilflosigkeit" und "Dummheit" verursacht hätten."


AKW Geschichte, Holocaust (28.04.2009)
www.hist.akgw.ch/20/mat/docs/04_A_hd2.pdf

"...Rassistische Theorien unter dem Deckmantel der Wissenschaft hatten seit dem frühen 19. Jahrhundert in Deutschland, aber auch in anderen Staaten Europas Fuss fassen können und
sich in der Biologie, Völkerkunde und Linguistik verbreitet.
Scheinbare „wissenschaftliche“ Grundlagen für die Identifizierung „unwerten Lebens“ lieferte die damals relativ neue Eugenik.
Die Einbeziehung der Hochschulen in die Ausgrenzung jüdischer Wissenschaftler, die Etablierung einer „Rassenkunde“, die Beteiligung zahlreicher Fachrichtungen an Unrechtsjustiz, Unrechtsmedizin, Geschichtsfälschung usw. hat eine nicht zu unterschätzende Rolle bei der Vorbereitung und Durchführung des Holocausts gespielt...."


Unabhängige Expertenkommission Schweiz – Zweiter Weltkrieg: Roma, Sinti und Jenische Schweizerische Zigeunerpolitik zur Zeit des Nationalsozialismus. Beiheft zum Bericht
Die Schweiz und die Flüchtlinge zur Zeit des Nationalsozialismus (2000)
„….Die medizinischen Humanwissenschaften – insbesondere die Psychiatrie – wurden für die Fürsorge und Kriminalpolitik im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts zu Leitwissenschaften, die Wahrnehmungskategorien und Deutungsmuster für soziale Probleme der Zeit bereitstellten und Expertenwissen als Entscheidungsgrundlage für Justiz und Verwaltung anboten. …
Die Entwicklung der Psychiatrie und ihres Wissensgegenstandes war seit den 1880er Jahren geprägt von Theorien, die sich auf biologische Paradigmen des Evolutionsprinzips und der Vererbungslehre stützten. …
Gemäss sozialdarwinistischer Lehren geriet die biologische Entwicklung … in Konflikt mit sozialen Einrichtungen, welche die evolutionären Prinzipien der Auslese ausser Kraft setzten, was zu einer als unnatürlich verstandenen Vermehrung «minderwertig» veranlagter Individuen führe und damit den Fortschritt hemme. …
Die Übernahme dieser biologischen Paradigmen in der Anthropologie führte zur Klassifikation von Menschentypen entlang von Kategorien der sozialen Ordnung und Stratifikation: entlang von Geschlecht, Rasse, Klasse, entlang der Dichotomie Normal/Abnorm (kriminell, pathologisch). …  Diese Klassifikationen schufen Werthierarchien zwischen «biologisch höherwertigen» und «biologisch minderwertigen» Menschen. …“

Weitere Quellen u.a.:

"Nicht zufällig sprach 1965 etwa der Biologe Georg Melchers vom „nationalsozialistischen Mißbrauch scheinbarer Wissenschaftlichkeit …“
Wolfgang Hardtwig: Utopie und politische Herrschaft im Europa, Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2003 (S. 313); URL: http://books.google.de/books?id=l5NZDhv4VFMC&dq=%22eugenische+utopie+und%22&source=gbs_navlinks_s

Hitlers amerikanische Lehrer: die Eliten der USA als Geburtshelfer der Nazi-Bewegung
Hermann Ploppa - 2008 - History
http://books.google.de/books?id=IG55kbmOq68C&dq=ploppa+%22hitlers+amerikanische+lehrer%22&source=gbs_navlinks_s


Rassismus und Eugenik im Deutschen Reich - Felix Hessmann - Nov. 2007
Hauptseminararbeit - Psychologie - Sozialpsychologie.
ww.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/20418.html

 „Die rassistische Internationale“ – Die globale Eugenik-Bewegung ...12. Dez.
2010 ... Eugenik und die Hilfe für die Schwachen und Armen →. „Die
rassistische Internationale“ – Die globale Eugenik-Bewegung ...
 
www.conquer-the-dragon.de/?p=1203

Rasse, Blut und Gene: Geschichte der Eugenik und Rassenhygiene in ...Rasse,
Blut und Gene: Geschichte der Eugenik und Rassenhygiene in Deutschland
suhrkamp taschenbuch wissenschaft: Amazon.de: Kurt Bayertz, Jürgen Kroll, (1992)

www.amazon.de/...Rassenhygiene.../3518286226

Conserving the Race: Natural Aristocracies, Eugenics, and the U.S. Conservation Movement - Gray Brechin - Antipode, July 1996
http://graybrechin.net/articles/1990s/conserving.html

Rassenwahn oder Wissenschaft - L. Segal, E. Walraph (ca. 1990)
http://www.ns-eugenik.de/eugenik/sa9.htm

Stichwort Eugenik und Sozialdemokratie/ Sozialdarwinismus und Sozialdemokratie:
Science-Texts | Sarrazin: Das fehlende Kapitel8. März 2011 ... Der Sozialstaat
hat die natürliche Auslese außer Kraft gesetzt. „Der moderne Sozialstaat hat“,
so Sarrazin, „die seit Beginn der ..

www.science-texts.de/.../sarrazin-das-fehlende-kapitel.html - Im Cache

Über die Rolle der Anthropologie und verwandter Wissenschaften s. auch Quellen zu Eugen Fischer; z.B. über
http://www.google.com/search?hl=de&source=hp&q=%22eugen+fischer%22+anthropologe&aq=f&aqi=&aql=&oq= ;
http://www.google.com/search?hl=de&q=%22eugen+fischer%22+eugenik&aq=f&aqi=&aql=&oq=:http://www.google.com/search?hl=de&q=%22eugen+fischer%22+namibia&aq=f&aqi=&aql=&oq=

Human Heredity and Politics - Adams, Allen, Weiss - Osiris © 2005, The University of Chicago Press; http://www.jstor.org/pss/3655258
"....What, if anything, was peculiarly "Nazi" about human genetics under National Socialism? How ... did at least some of Germany's most well-known and leading biomedical practioners become engaged in entgrenzte Wissenschaft (science without moral boundaries)? This paper attempts to provide some answers to these two questions comparing three institutes that studied eugenics and human heredity in the 1920s and 1930s: the Eugenics Record Office at Cold Spring Harbor, New York, directed by Charles B. Davenport; the Kaiser Wilhelm Institute for Anthropology, Human Heredity and Eugenics, in Berlin, directed by Eugen Fischer; and the Maxim Gorky Medical Genetics Institute in Moscow, directed by Solomon G. Levit. ..."

Hans-Walter Schmuhl: Rassenforschung an Kaiser-Wilhelm-Instituten vor und nach 1933, Wallstein Verlag, 2003
http://books.google.de/books?id=j7BmI5um7scC&printsec=frontcover#v=onepage&q&f=false

Wissenschaftler und Eugeniker: Sarrazins Vordenker Von Cord Riechelmann, TAZ, 09.02.2010 
http://www.taz.de/1/zukunft/wissen/artikel/1/sarrazins-vordenker/

und auf diesem Blog 
http://guttmensch.blogspot.com/2011/03/francis-galton-seine-forschung-in.html

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„Jeder Mann begeht biologischen Verrat, wenn er eine Partnerin fremder Rasse
heiratet und Kinder anderer Rassen adoptiert und in unseren Lebensbereich bringt, so dass dadurch die Bastardisierung hier gefördert wird.“
Gesellschaft für biologische Anthropologie, Eugenik und Verhaltensforschung e.V
Neue Anthropologie Nr. 1/2, Juni 1991, Lesematerial im Humanbiologischen Institut der Hamburger Universität (nach Süddeutsche Zeitung, 7./8.12.1996)

Auszug aus Wikipedia über die "Gesellschaft für biologische Anthropologie, Eugenik und Verhaltensforschung e.V."  http://de.wikipedia.org/wiki/Gesellschaft_f%C3%BCr_biologische_Anthropologie,_Eugenik_und_Verhaltensforschung (Stand 5.4.2011):
"Gegründet wurde der Verein 1962 von Wilhelm Weis (1892-1980) als Deutsche Gesellschaft für Erbgesundheitspflege e.V. in Hamburg. Weis war seit 1918 Anhänger der Deutschgläubigen Gemeinschaft und bis zu seinem Tod dieser Überzeugung treu geblieben.[1] Von 1962 bis 1972 war Weis Vorsitzender der Gesellschaft, welche ab 1964 als Organ die Zeitschrift Erbe und Verantwortung – Eugenische Rundschau herausgab. Weis war Schriftleiter der Zeitschrift.[2] Als Weis 1972 sein 80. Geburtsjahr erreichte, gab er den Vorsitz an seinen Schwiegersohn Jürgen Rieger weiter. Der Wechsel zu Rieger hatte auch eine Umbenennung der Gesellschaft und ihrer Zeitschrift zur Folge. Ab 1972 hieß der Verein Gesellschaft für biologische Anthropologie, Eugenik und Verhaltensforschung. Die Zeitschrift wurde in Neue Anthropologie – Erbe und Verantwortung umbenannt. ...
Die Forderungen der GfbAEV orientieren sich an der nationalsozialistischen Rassenideologie beziehungsweise der Nationalsozialistische Rassenhygiene. Folgende Ziele wurden 1965 formuliert[4]:
1. Allseitige Förderung der Fortpflanzung erbgesunder, begabter und schöpferischer Menschen. 2. Weitgehende Einschränkung der Vermehrung Schwachsinniger und Asozialer. 3. Gänzliche Verhinderung der Fortpflanzung minderwertig Erbkranker und rückfälliger Schwerverbrecher
Ideologisch bezieht sie sich auf die Werke von Hans F. K. Günther wie auf Jürgen Riegers Buch Rasse: Ein Problem auch für uns! Bekämpft wird die „Rassenmischung“, die die „nordische Rasse“ schwäche und dem Untergang weihe. Sie fordert eugenische Praktiken wie die Sterilisation Schwerkrimineller oder Erbkranker. In der ersten Ausgabe der Zeitschrift Neue Anthropologie 1972 erfolgte eine Würdigung von Fritz Lenz zum 85. Geburtstag. 1975 folgte eine Würdigung von Erwin Baur.[5]
Die Gesellschaft hat einen Wissenschaftlichen Beirat, in der Vertreter des Rechtsextremismus wie Rolf Kosiek, Hans Georg Amsel, Hans-W. Hammerbacher, Alain de Benoist und Günther Schwab sitzen. Andere Mitglieder des Beirates im Zeitraum 1972 bis 1981 waren oder sind unter anderem Karl Thums, Wolfgang Gröbner, Max Otto Bruker und Friedrich Ritter."
Weitere Internet-Quellen (u.a.)
Neonazi-Großfamilie: Bundespräsident soll Ehrenurkunde ...dokmz.wordpress.com/2010/11/30/neonazi-grofam... 30. Nov. 2010  Marc Müller ist Vorsitzender der rassistischen „Gesellschaft für biologische Anthropologie, Eugenik und Verhaltensforschung e.V. ...
Tagung an den Externsteinen - Salzekurier.de www.salzekurier.de/Berichte_11/110602_Tagung_...
1. Juni 2011... der zum Neonazismus gehörenden extrem rassistischen " Gesellschaft für biologische Anthropologie, Eugenik und Verhaltensforschung e.V. ...
Diskriminierung von Menschen mit Behinderung: Eugenik ...www.amazon.de/Diskriminierung-Menschen-Behind...Kapitel: Eugenik, Nationalsozialistische Rassenhygiene, Kinder-Euthanasie, ... Cighid, Madison Grant, Gesellschaft für biologische Anthropologie, Eugenik und Verhaltensforschung e.V. ...
Wilhelm-Tietjen-Stiftung für Fertilisation – Wikipedia de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm-Tietjen-Stiftun...
Januar 2002. Er vermachte sein Vermögen der Gesellschaft für biologische Anthropologie, Eugenik und Verhaltensforschung, als dessen Verwalter...
Wer hat Angst vorm schwarzen Mann — Der Freitagwww.freitag.de/buch-der-woche/wer-hat-angst-v...... wie Rassismus und Ausgrenzung die Gesellschaftssysteme überdauern und was ... Vorsitzender der Gesellschaft für biologische Anthropologie, ...
Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen ... www.politische-bildung.nrw.de/multimedia/0189... ... rechtsextremer Personen und Organisationen und mit der " Gesellschaft für biologische Anthropologie, Eugenik und Verhaltensforschung ...

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Die Neuentdeckung einer alten Socke:
Das "Heidelberger Manifest" von 1981 von Ramona Ambs (Hagalil, 2006)
http://www.hagalil.com/archiv/2006/06/thierry.htm
"Das Heidelberger Manifest existiert in zwei Fassungen. Die erste (das ist die, welche man bei Thierry findet) entstand am 17. Juni 1981 und ist ein völkisch-rassistisches Pamphlet, das vor Überfremdung, ja vor dem Untergang des deutschen Volkes warnt. Peinlich für die altehrwürdige Universitätsstadt am Neckar, die jetzt so sehr nach universitärer Exzellenz (also Internationalität!) strebt. Das Manifest wurde seinerzeit von fünfzehn Hochschulprofessoren unterzeichnet. Zehn der Professoren distanzierten sich jedoch nach großem öffentlichem Druck am 31. Januar 1982 mit einer abgeschwächten Version des Heidelberger Manifestes von der ursprünglichen Fassung. Nicht dass die zweite Fassung in irgendeiner Weise akzeptabler wäre, aber sie stellt doch immerhin klar, dass es keine Wertehierarchie unter den verschiedenen Völkern gibt."

Die “Deutsche Stimme” - mit Links zu Junge Nationaldemokraten (JN), NPD-Bundesverband, NPD-Fraktion MV, NPD-Fraktion Sachsen, Ring Nationaler Frauen (RNF) - blickte 2011, 30 Jahre danach, mit Stolz zurück auf das Heidelberger Professoren-Manifest und auf die Rolle, die der „Schutzbund für das Deutsche Volk“ dabei gespielt hatte.
Gleich daneben auf der Webseite der Link zu einem anderen Artikel: »Widerstand« – wann ist es so weit? Läßt sich das GG zur Auflösung der Bundesrepublik instrumentalisieren? 

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Franz Boas über "Rasse und Kultur"
"1932 erschien die Rede, die Franz Boas zur Verleihung seines 50-jährigen Dokturjubiläums am 30. Juli 1931 in der Aula der Christian-Albrechts-Universität in Kiel gehalten hatte, in gedruckter Form. Daraus ein Auszug:
'Für jedes Gemeinwesen lauert eine Gefahr in der Bildung scharf geschlossener Gemeinschaften, weil diese unweigerlich heftige Antagonismen hervorrufen. Die Identifikation von Rasse und Kultur beruht auf zwei grundlegenden Denkfehlern. ...
Das Verhalten eines Volkes wird nicht wesentlich durch seine biologische Abstammung bestimmt, sondern durch seine kulturelle Tradition. Die Erkenntnis dieser Grundsätze wird der Welt und besonders Deutschland viele Schwierigkeiten ersparen.' "
Aus: Mindener Tageblatt, Nummer 87 · Montag, 14. April 2008
Vor gefährlichen Irrwegen der Rassenkunde gewarnt
www.franz-boas.de/download/2008_04_14_boas.pdf

Gleichzeitig
Nazismus als „angewandte Biologie“
Mitstreiter: Karl Pearson. • KEINE Ärzte oder Biologen, ... Eugen Fischer - Die
Rehobother Bastarde ... 1933) (Vorlage bereits im Preußischen Landtag 1932) ...

www.univie.ac.at/igl.geschichte/ash/ws_09/.../WS09-VO6-1.pdf


Im Dezember 1932 erhielt Galtons Mitstreiter und Biograph Karl Pearson die "Rudolf Virchow Medaille" der Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte. Zuvor hatte der "Rassenhygieniker" Erwin Baur sie erhalten. Eugen Fischer, Präsident der Gesellschaft, hielt die Laudatio.
http://www.nature.com/nature/journal/v130/n3292/abs/130838b0.html


Ja! Ja!
Nachtrag zu Eugen Fischer (23.10.2011)
Siehe auch http://guttmensch.blogspot.com/2011/03/francis-galton-seine-forschung-in.html

Eine Kontroverse um Eugen Fischer (diskreditierter Nazi-“Wissenschaftler” oder ehrenwerter Begründer ernsthafter Wissenschaft) tobt im englischsprachigen Wikipedia-Eintrag zu seinem Namen (nach der derzeit letzten Akualisierung vom 7. Oktober 2011). Dass Fischer persönlichen Kontakt mit Karl Pearson hatte, erscheint in dem Eintrag bisher allerdings nicht. http://en.wikipedia.org/wiki/Eugen_Fischer

Der deutsche Wikipedia-Eintrag zu Eugen Fischer (nach der derzeit letzten Aktualisierung vom 22.11.2011) ist in einigen Teilen knapper, in anderen ausführlicher als die englischsprachige Version. Hier findet sich eine Aufstellung von politischen Forderungen Fischers , z.B. nach einer “eugenischen Steuerreform”, die stark an  die Thesen Thilo Sarrazins erinnern. Auch in diesem Beitrag bisher kein Hinweis auf Fischers Kontakt mit Francis Galtons Apostel Karl Pearson.
http://de.wikipedia.org/wiki/Eugen_Fischer_(Mediziner)
Auszug:
“… Gemeinsam mit Carl Correns, Richard Goldschmidt und Erwin Baur betrieb er dieGründung des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik in Berlin, dessen erster Direktor er zwischen 1927 und 1942 war. In dieser Funktion war er ein führender Befürworter der Rassengesetze und damit in die Verbrechen der Nationalsozialisten verstrickt. …
Fischer war unmittelbarer Wegbereiter der nationalsozialistischen Rassentheorien. Sein Nachfolger in der Führung des Kaiser-Wilhelm-Instituts, Otmar von Verschuer, war Mentor und Chef des berüchtigten Josef Mengele und hatte damit unmittelbaren Anteil an der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik.
Fischer legte Wert darauf, dass die Rassentheorie dem Nationalsozialismus vorausgegangen war. Als ein nationalsozialistischer Redner die Eugenik als Erfindung der NSDAP darstellte, unterbrach ihn der  aufgebrachte Fischer mit den Worten: „Sie (die NSDAP) besteht lange nicht so lang wie unsere eugenische Bewegung.“ …
Auf der ersten Tagung der Anthropologie nach dem Kriege in Weingarten 1949 – noch immer wurde er als Kopf des Faches hofiert – gab er die Parole aus: „Über Politik reden wir hier nicht, das haben wir hinter uns“. …
Dokumentation [Bearbeiten]„...Einen nationalen Staat haben wir aufgerichtet, und wir sind dabei, ihn auszubauen, einen Staat aus Blut und Boden, einen Staat aus der deutschen Volksverbundenheit heraus aufgebaut auf Volkstum, Rasse und deutscher Seele... Der Führer hat die Größe gehabt zu sagen: Ich frage das ganze deutsche Volk, ob es mit seinem Willen hinter mir steht; und morgen wird das ganze deutsche Volk sagen: Ja! Ja!“ (in: Bekenntnis der Professoren an den deutschen Universitäten und Hochschulen zu Adolf Hitler und dem nationalsozialistischen Staat, Dresden …  1934 ...) …
Eröffnungsrede Fischers anlässlich eines Kongresses der International Federation of Eugenic Organisations 1929 in Rom; gehalten als Tagsordnungspunkt 9 in der Anwesenheit von Mussolini:
"Leitsätze für die eugenische Bevölkerungspolitik.
1. Die wichtigste Grundlage für das Gedeihen eines Volkes ist gute Qualität seiner Erbmasse.
2. Die erbliche Veranlagung eines Volkes ist nicht unveränderlich. Wenn die tüchtigeren Volksgenossen weniger Kinder haben als die minder tüchtigen, so ändert sich die durchschnittliche Beschaffenheit der Erbmasse in ungünstige Richtung: es tritt Entartung ein.
3. Wenn die tüchtigen Volksgenossen dagegen mehr Kinder haben als die minder tüchtigen, so hebt sich die Tüchtigkeit der Rasse.
4. Gegenwärtig hat die Gesamtheit der tüchtigen Familien in allen Völkern europäischer Kulturen eine ungenügende Kinderzahl.
5. Wirtschaftliche und kulturelle Tüchtigkeit führt gegenwärtig in der Regel zum sozialen Aufstieg. Mit dem sozialen Aufstieg aber nehmen die Motive der Geburtenverhütung zu.
6. Um den tüchtigen Volksgenossen die Hemmnisse, die der Gründung einer ausreichend großen Familie entgegentreten, aus dem Weg zu räumen, ist ein Ausgleich der Familienlasten nötig.
7. Ein eugenisch richtiger Ausgleich der Familienlasten kann auf dem Wege der  Steuer herbeigeführt werden.
8. Für die Frau und jedes Kind sollte ein bestimmter Prozentsatz der Einkommenssteuer nachgelassen werden. Die Steuersätze für Unverheiratete und Kinderlose müssten natürlich entsprechend erhöht werden.
9. Die eugenische Reform des Steuerwesens kann allmählich eingeführt werden. Mit geringen Prozentsätzen beginnend sollte im Lauf der Jahre die Differenzierung der Steuer nach der Familiengröße so weit verstärkt werden, bis für die Frau und jedes Kind 20 bis 25% der Steuer nachgelassen würde. Familien mit 4 bzw. 3 Kindern würden dann steuerfrei sein.
10. Von Erbschaftssteuer sollten Familien mit 3 und mehr Kindern völlig befreit, kinderarme Familien entsprechend stärker damit belastet werden.
11. Die Steuerpolitik des Faschismus ist eugenisch zu begrüßen. Sie sollte soweit ausgebaut werden, dass ein wirklicher Ausgleich der Familienlasten erreicht wird.
12. Geburtenprämien und Kinderhilfen, wie sie in gewissen Staaten gewährt werden, fördern hauptsächlich nur die Fortpflanzung der wirtschaftliche Untüchtigen. Sie können daher von der Eugenik nicht gebilligt werden.
13. Die eugenische Steuerreform dagegen wirkt um so stärker im Sinne der Vermehrung, je größer die wirtschaftliche Tätigkeit der Familien ist. Wirtschaftlich untüchtige Elemente werden durch sie nicht zur Vermehrung angesprochen, da diese keine Steuer zahlen.
14. Die Steuernachlässe für Frau und Kinder müssen auch bei großem Einkommen und Vermögen gewährt werden, weil anderenfalls die Unverheirateten und Kinderlosen mit großem Einkommen oder Vermögen zu wenig belastet sein würden.
15. Der eugenische Ausgleich der Familienlasten wirkt auch mittelbar günstig; er vermindert den Luxus, der meist von Kinderlosen und Kinderarmen getrieben wird; er wirkt im Sinne vermehrter Eheschließungen und einer Herabsetzung des Heiratsalters; er trägt damit auch wirksam zur Lösung der Frauenfrage bei; auch die geschlechtliche Sittlichkeit würde auf diese Weise gehoben werden.
16. Schließlich wirkt der eugenische Ausgleich der Familienlasten auch im Sinne einer Erneuerung der Lebensauffassung. Wenn die soziale Moral, die in den Einrichtungen des Staates ihren Ausdruck findet, familienfeindlich eingestellt ist, so nützt kein Appell an das Gewissen des Einzelnen.Wenn aber der Staat den Wert der Familie nicht nur in Worten, sondern durch die Tat anerkennt, so tritt die Familie wieder in den Mittelpunkt der persönlichen Wertung.
17. Die Wiedergeburt des Abendlandes kann nur aus der Erneuerung der Familie erwachsen."
Quelle: Korrespondenz mit der International Federation of Eugenic  Organisiations. in: Korrespondenzordner von Prof. Dr. Eugen Fischer; Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik; Ihnestr.22/24; Berlin-Dahlem; Sept.1929”

Siehe auch
http://de.wikipedia.org/wiki/Bekenntnis_der_Professoren_an_den_deutschen_Universit%C3%A4ten_und_Hochschulen_zu_Adolf_Hitler

Zur Geschichte der Anthropologie:A History of Anthropological Theory von Paul A. Erickson,Liam D. Murphy, University of Toronto Press, 2008http://books.google.de/books?id=CzbyAW-607MC&printsec=frontcover#v=onepage&q&f=false




http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/5d/Freie_Universitaet_Berlin_-_Otto-Suhr-Institut_-_Gedenktafel_-_Kaiser-Wilhelm-Institut_fuer_Anthropologie-menschliche_Erblehre_und_Eugenik.jpg


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Vorsicht mit dem Etikett "Intelligenzforscher":

Die daenische Zeitung Jyllands-Posten (die mit den Mohammed-Karikaturen) zitiert gern den "Intelligenzforscher" Helmuth Nyborg als Kronzeugen fuer die qualitativ-demografische Gefahr, die von Einwanderern aus "Niedrigintelligenzlaendern" ("low IQ countries") ausginge. Aber Kollegen werfen Nyborg, der von der Universitaet Aarhus 2007 im Rahmen einer Kontroverse um pseudo-wissenschaftliche Behauptungen in den vorzeitigen Ruhestand geschickt wurde, wissenschaftliche Unredlichkeit vor.

"September 27, 2011 · Danish Race Intelligence Professor Accused Of Dishonesty ....
For example, Nyborg’s conclusions were recently cited in articles in the newspapers Jyllands-Posten and Weekendavisen in articles about immigration. In the Weekendavisen article, Nyborg was identified as an “intelligence researcher and former psychology professor”.
“It’s dishonest that the research or the researcher’s title and authority are being misused to promote political views. People are allowed to have political views, but it is dishonest if they are presented as though they are scientifically substantiated,” Mammen told Information."
http://racismdaily.com/2011/09/27/danish-race-intelligence-professor-accused-of-dishonesty/

Nyborgh, natuerlich Opfer einer "Hexenjagd" (witch hunt), was sonst, und seine Beschwoerung des genetischen Niedergangs der westlichen Zivilisation, werden gefeiert auf einschlaegigen Webseiten wie dieser:
http://www.theoccidentalobserver.net/2011/05/helmuth-nyborg-on-the-genetic-decline-of-western-civilization-denmark-as-a-cast-study/
Siehe auch Stichwort "Intelligenzatlas" auf diesem Blog


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Mikhael Lyubansky, University of Illinois at Urbana-Champaign, ueber wissenschaftlichen Rassismus und dessen Rezepte, mit unerwuenschten Bevoelkerungruppen umzugehen:
“Move them out”, “breed them out”, “kill them off”

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Merkzettel (zur weiteren Bearbeitung)
Die Versuchung der „Selbstvergöttlichung“
In England starb im Mai 2009 ein junger Mann, Kane Gorny, in einem Krankenhaus des National Health Service (NHS) an Dehydrierung (Austrocknung). Das Personal verweigerte ihm aus angeblich medizischen Gründen die Möglichkeit, zu trinken, gab ihm aber auch keine andere Flüssigkeitszufuhr (z.B. Infusion). Gorny war so durstig und verzweifelt gewesen, dass er die Polizei-Notrufnummer 999 angerufen hatte. Die Polizei kam auch, wurde aber vom Personal wieder weggeschickt, ohne Gorny überhaupt zu sehen. Als seine Angehörigen nach seinem Tod nach Ansicht des Personals zu lange brauchten, um Abschied zu nehmen, fragte eine schnippische Pflegekraft, ob sie die Leiche jetzt endlich einsacken könnte. Die Obduktion zeigte, dass Gorny an Dehydrierung gestorben war; er war verdurstet.
http://www.mirror.co.uk/news/uk-news/kane-gorny-inquest-nhs-patient-1125329

Versuchung zur „Selbstvergöttlichung“ bei Menschen in tatsächlichen oder ersehnten Machtpositionen (hier bei Ärzten und Pflegepersonal);
vgl. auf diesem Blog Stichwort „Selbstvergöttlichung“ auf dem Post „Entscheiden, wer leben darf und wer sterben muss“ über Allmachtsphantasien bei jugendlichen Mördern und Amokläufern
http://guttmensch.blogspot.com/2011/12/entscheiden-wer-leben-darf-und-wer.html

Dienstag, 22. März 2011

Sarrazin, Weiss und das Reichssippenamt

Sarrazin erwähnt wohlwollend "den Intelligenzforscher Volkmar Weiss" und dessen Mutmaßungen über den IQ verschiedener Bevölkerungsgruppen (S. 375 in "Deutschland schafft sich ab", 1. Ausg. Okt. 2010).


Weiss, Autor des Buches "Die IQ-Falle", ist auch als Romanautor der Sparte Socio-Fiction hervorgetreten. (Socio-Fiction ist eine Art von Science-Fiction, bei der nicht so sehr technische, sondern gesellschaftliche spekulative Fiktion im Vordergrund steht.). Eben stieß ich auf eine Webseite mit einer Anzeige für sein Buch "Das Reich Artam" und Rezensionen rechtsextremistisch geneigter Blätter wie "Nation Europa" und "Junge Freiheit (laut "Liga gegen Rassismus" ein Sammelbecken der Neuen Rechten; http://www.liga.homepage.t-online.de/nkader.htm).

Auszüge aus den genannten Rezensionen (http://www.v-weiss.de/artam.html):
"Artam – ein Reich, eine Rasse, ein Zehnter Führer; der aristokratische Gegenentwurf zu Orwells „1984“. Spannend und intellektuell tiefgründiger als Huxleys „Schöne neue Welt“. (Junge Freiheit)
"Es geht, kurz gesagt, um die Geschichte der letzten und der kommenden 100 Jahre, wie sie hätte ablaufen können - und vielleicht auch noch ablaufen wird. Demnach hat Deutschland den Krieg .. doch noch gewonnen, 1954 kommt es zur Bildung der "Europäischen Wirtschafts- und Verteidigungsgemeinschaft" unter deutscher Oberhoheit, während sich parallel dazu, östlich der Weichsel bis weit in die eurasische Landmasse hinein, das "Reich Artam" etabliert und in den folgenden 100 Jahren zum weltweiten Sammelbecken der weißen Menschen wird. Die übrige Welt verfällt der Degeneration - hier braucht sich Weiss nur der täglichen Bilder aus der "Tagesschau" zu bedienen. Am Ende des 21. Jahrhunderts tritt das "Reich Artam" zum Islam über." (Nation und Europa)
Nach der Inspiration für das Socio-Fiction Kapitel bei Sarrazin (Kapitel 9, "Deutschland in 100 Jahren - Ein Traum und ein Alptraum") braucht man wohl nicht lange zu suchen.

Das Reich Artam: Die alternative Geschichte der Deutschen 1941 - 2099.

13. Apr. 2009 ... Bevölkerungsqualität, Intelligenz, SS, Sozialstruktur und Politik.



  • Die Vorgeschichte des arischen Ahnenpasses - a knol by Volkmar Weiss
    1. Sept. 2009 ... Die ersten Schritte auf dem Weg in das Reich Artam ... Für die Genealogen selbst brachten die geforderten Abstammungsnachweise zweifellos ...
    knol.google.com/.../die-vorgeschichte-des-arischen-ahnenpasses
     Dr. Volkmar Weiss (in einigen Quellen findet sich auch die Schreibweise Weiß) hatte leitende Funktionen u. a. bei der Deutschen Zentralstelle für Genealogie in Leipzig und bei der Leipziger Genealogischen Gesellschaft inne.


    Die Geschichte der Deutschen Zentralstelle für Genealogie in Leipzig ist sehr bemerkenswert; s. auch Vorläuferorganisationen (laut Wikipedia u.a. "Reichssippenamt"):
    http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Zentralstelle_f%C3%BCr_Genealogie

    Leipziger Genealogische Gesellschaft e.V.:
    http://www.lgg-leipzig.de/werdegang.asp
    Wikipedia-Eintrag Volkmar Weiss:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Volkmar_Weiss


    Eine Reihe weiterer Internet-Quellen und direkter Vergleich von Inhalten deuten darauf hin, dass Sarrazin von Weiss noch erheblich mehr Gedankengut übernommen hat, als aus der Erwähnung in nur einem Absatz seines Buches hervorgeht.

    Dies meint Weiss auch offenbar selbst ("Tatsächlich dürfte Sarrazin ohne meine Vorleistung ... kaum zu einer so komplexen und brisanten Gedankenführung gelangt sein"). Er wehrt sich gegen einen Kommentar Frank Schirrmachers in der FAZ, in dem er selbst als Beispiel dafür genannt wird, dass Sarrazin Quellen angibt, "die einem die Haare zu Berge stehen lassen". Gegen den Vorwurf der "angeblichen Eugenik" verteidigt er Sarrazin, indem er behauptet, der Begriff "Eugenik" komme in dessen Buch gar nicht vor (während Sarrazin sich in Wirklichkeit ausdrücklich auf das Werk bezieht, mit dem Galton die Eugenik-Lehre begründete, und häufig die Begriffe "eugenisch" und "dysgenisch" verwendet.)
    http://knol.google.com/k/volkmar-weiss/thilo-sarrazin-und-volkmar-weiss-kontra/19iebpu8jegcn/38


    Ein weiterer Fund:
    Das "Reichssippenamt" kommt in dem "Artam" Roman des Sarrazin-Inspirierers Volkmar Weiss (der selbst eine Nachfolge-Einrichtung dieses Amts leitete) auch leibhaftig vor:
    ".... In Reichsburg ... lebt Adrian Schwarz, Obersturmbannführer des Schwarzen Korps und Mitarbeiter im Reichssippenamt...  Schickt der Führer Adrian wegen Rassenschande in die Verbannung? Oder reißen zuvor die islamischen Handschar, die keine Rassen kennen, die Macht durch einen Militärputsch an sich?"
    Zitiert nach http://www.amazon.de/Das-Reich-Artam-alternative-Geschichte/dp/B004W1EAHM/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=digital-text&qid=1304190900&sr=8-1
    von "jym"; http://forum.fdp-bundesverband.de/read.php?15,1347334,1348110#msg-1348110

    Über das (echte) Reichssippenamt (Vorläufer der Deutschen Zentralstelle für Genealogie, dessen Leiter Weiss bis zu seiner Pensionierung war) s. auch folgende Buchbeschreibung auf Amazon:
    http://www.amazon.de/Reichssippenamt-Eine-Institution-nationalsozialistischer-Rassenpolitik/dp/3897226723/ref=pd_rhf_p_t_3

    Auszug:
    "...Das Reichssippenamt. Eine Institution nationalsozialistischer Rassenpolitik, Autor: Diane Schulle..
    ... Kaum eine rassenpolitisch tätige Organisation fand bislang bei der Erforschung des Nationalsozialismus so wenig Aufmerksamkeit wie das " Reichssippenamt ". Ältere erinnern sich, dass es einen " Ahnenpass " gab, in dem man seine "arische Herkunft " bestätigt bekam, wenn man die entsprechenden Unterlagen vorgelegt hatte. Doch was tun, wenn man diese Unterlagen und Urkunden nicht hatte? Wer war dafür zuständig?Erstmals wird in diesem Buch näher untersucht, welchen Beitrag Standesbeamte und Genealogen zur Rassenpolitik der Nationalsozialisten und damit zur Massenvernichtung der Juden geleistet haben.
    Aus dem Inhaltsverzeichnis: Biologisierung der Genealogie, berufsständische Rassenstatistik, Die NS-Auskunft bei der Reichsleitung der NSDAP, Der Sachverständige für Rassenforschung beim Reichsministerium, Die Reichsstelle für Sippenforschung, Zusammenarbeit mit Sippenforschern, Kirchenbehörden und Standesbeamten, Das Reichssippenamt..."
    Dazu hat übrigens Volkmar Weiss (ich nehme an, es ist derselbe) eine Leserrezension geschrieben, die interessante Ergänzungen über Hitlers Vorstellungen vom gesunden Wettbewerb unter seinen Führungskadern enthält (die auch frühere Leiter dieses Amts betrafen). Weiss ist "Top 500" Rezensent auf Amazon. - Webseite s.o.
    Über die Rolle des Reichsippenamts s. auch Segal & Walraph, "Rassenwahn oder Wissenschaft"
    http://www.ns-eugenik.de/eugenik/sa9.htm
    "... Ab 1938 erstellten die Universitätsprofessoren und ihre besonders ausgebildeten Assistenten Abstammungsgutachten für die Reichsstelle für Sippenforschung. ... In den meisten Fällen handelte es sich bei den Rassengutachten darum, festzustellen, ob der Kandidat jüdischer Abstammung sei. Wurde die Frage bejaht, so bedeutete dies für den Prüfling den Verlust aller bürgerlichen Rechte, oder die Einweisung in ein Konzentrationslager und schließlich den Gastod. In dem Buch "Das Reichssippenamt entscheidet", ist ein erbbiologisches Gutachten wiedergegeben, das vom Universitätsinstitut in Frankfurt am Main(Leiter Baron Otmar von Verschuer) erstellt wurde. Wir finden dort folgende Beschreibungen: .."

    Weitere Quellen u.a.
    Leipziger "Intelligenzforscher" wird in NPD-Zeitschrift als "Vordenker Sarrazins" gefeiert | chronik.LE , 21. Dezember 2010 http://www.chronikle.org/ereignis/leipziger-intelligenzforscher-npd-zeitschrift-vordenker-sarrazins-gefeiert
    „Der Leipziger Rassehygieniker Volkmar Weiss im Interview
    Von gamma | Veröffentlicht am: 04/02/2011"
    Dieser Quelle sind weitere Informationen über rechtsextremistische Verbindungen dieses Autors und nachvollziehbare Einflüsse auf Sarrazins Texte zu entnehmen. Bei Wikipedia schreibe er (dieser Quelle zufolge) u.a. unter dem Pseudonym “Gregor Strasser”. (Anmerkung Blogger: Der „Original-“ Gregor Strasser war Mitbegründer des Nationalsozialismus.)
    http://gamma.noblogs.org/archives/160

    Ein Leipziger Sippenforscher bricht, na mit was wohl?  "Mit den Tabus der politischen Korrektheit" , natürlich.
    SPIEGEL-Artikel "Die Ahnen sind online", Teil 4, 27.12.2001
    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,173857,00.html
    Demnach wollten die DDR-Kommunisten erst mit Hilfe genetischer Erkenntnisse eine IQ-Elite züchten ("Margot Honecker liess heimlich die Stammbäume der IQ-Elite erforschen"), bekamen dann aber kalte Füße.

    Über Ähnlichkeiten der "Thesen" Thilo Sarrazins mit denen von Volkmar Weiss berichtet u.a. auch
    http://dishwasher.blogsport.de/2010/09/24/sarrazin-nicht-in-der-lage-korrelation-zu-interpretieren/

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    Ergaenzung 24.02.2014

    Volkmar Weiss
    14. Juli 2012

    "Als Sarrazin Ende August 2010 sein Buch "Deutschland schafft sich ab"
    herausgebracht hatte, kamen Kollegen und Bekannte auf mich zu und gratulierten
    mir. Denn für jedem, der mein Buch "Die IQ-Falle: Intelligenz, Sozialstruktur
    und Politik" kannte, stand außer Zweifel, daß Sarrazin sich auf meine
    Vorleistung weit stärker gestützt hatte, als er durch seine Zitierungen zu
    erkennen gab. Sarrazins eigene Zutaten waren sein Stil, sein Antiislamismus und
    einige neuere Statistiken, wie die Entsprechung von IQ-Testwerten und
    PISA-Ergebnissen, die er aus Sonderdrucken kannte, die ich ihm 2009 nach seinem
    Interview in "Lettre International" an seine Dienstadresse in Frankfurt am Main
    geschickt hatte.
    Den logischen Aufbau eines Vorgängerbuches zu übernehmen, ohne dabei seitenweise
    wörtlich abzuschreiben, das gilt nicht als Plagiat, wenn man sich zu der Vorlage
    bekennt. Als Frank Schirrmacher jedoch am 1.10.2010 Sarrazin bei einem Interview
    für die FAZ fragte, welche Vorleistung Volkmar Weiss für ihn erbracht hatte,
    sprach Sarrazin auch von "betrüblichen Verirrungen" meinerseits. Das empört
    mich, mußten doch in dem Moment in seinem Kopf Texte gegenwärtig sein, die sich
    wie eine Zusammenfassung seines Buch lesen, nur daß sie von mir schon ein paar
    Jahre früher veröffentlicht worden waren.
    Darüber hinaus stellt Andreas Kemper in dem Kapitel "Die deutschsprachigen
    Quellen Sarrazins", wie oben richtig ausgeführt, in dem Buch "Der Mythos vom
    Niedergang der Intelligenz. Von Galton zu Sarrazin" eine direkte
    Verbindungslinie zwischen Sarrazins Buch, "Der IQ-Falle" und dem Bestseller "The
    Bell Curve" her und triftt damit den Nagel auf den Kopf. Ich habe nie ein Hehl
    daraus gemacht, daß ich ursprünglich die Absicht hatte, die ersten drei Kapitel
    der Bell Curve nur zu übersetzen und das vierte, sehr auf amerikanische
    Verhältnisse zugeschnittene, Kapitel wegzulassen. Erst die Lizenzverweigerung
    des Verlags der Bell Curve für eine so gekürzte deutsche Übersetzung und eine
    Ermutigung durch Hans-Jürgen Eysenck - "Sie können das!" - führte 2000 zu meinem
    eigenen Buch, das Sarrazin hocherfreut irgendwann im Jahre 2008 in die Hände
    bekommen hat.
    Inzwischen arbeitete ich schon längst wieder an einem viel tiefgründigeren Werk,
    das jetzt gedruckt vorliegt mit dem Titel: Die Intelligenz und ihre Feinde.
    Während Sarrazin es um Deutschland ging, geht es bei mir um die Zukunft der
    Industrieländer insgesamt. Wo Oswald Spengler 1923 im "Untergang des
    Abendlandes" in blumenreichen Analogien schwelgte, findet man bei mir zwingende
    Sachlogik und Statistik."

    http://www.scilogs.de/natur-des-glaubens/der-deutsch-amerikanische-rassismus-des-thilo-sarrazin/#comment-31595

    Montag, 21. März 2011

    „Dysgenik“ - bei Sarrazin und in einem Schulbuch der Nazi-Zeit

    Der Vergleich von Aussagen Sarrazins und Textstellen aus dem Meyer-Zimmermann (Schulbuch der Nazi-Zeit; s. den vorigen Post „Sozialdarwinismus in Textbeispielen“) ist leider ausgesprochen ergiebig. Hier möchte ich auf den Begriff der „Dysgenik“ eingehen – im deutschen Schulbuch von ca. 1939 als „Gegenauslese“ bezeichnet.

    An mehreren Stellen seines Buches („Deutschland schafft sich ab“, 1. Ausgabe, Okt. 2010) gebraucht Sarrazin den Begriff „dysgenische Wirkungen“ oder „dysgenische Effekte“; der sinngemäße Gebrauch dieses Begriffes durchzieht das ganze Buch.

    Sinngemäß z.B.

    „… wären da nicht die qualitativen demografischen Verschiebungen…“ - S. 8

    „,.. die kontinuierliche Zunahme der weniger Stabilen, weniger Intelligenten und weniger Tüchtigen…“- S. 11

    Wörtlich z.B.:

    „Francis Galton … war der Vater der frühen Intelligenzforschung. Diese Forschungen lösten Befürchtungen aus, dass eine unterschiedliche Fruchtbarkeit verschiedener Bevölkerungsgruppen auch dysgenische Wirkungen haben und die natürliche Selektion quasi auf den Kopf stellen könnten.“ - S. 92/ 93

    „Der Umstand, dass bei unterschiedlicher Fruchtbarkeit von Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlicher Intelligenz eugenische oder dysgenische Effekte auftreten können, wird … nicht mehr grundsätzlich bestritten.“ - S. 93

    Eine Fußnote zum obigen Zitat verweist auf Richard Lynn, der den Begriff der „Dysgenik“ in jüngerer Zeit wiederbelebt hat. Dabei gelten Lynns Arbeiten zu Rasse und Intelligenz eher als ideologische denn als wissenschaftliche Werke. Lynn schreibt z.B. für die „American Renaissance“ Publikationen der Stiftung „New Century Foundation“. Das Southern Poverty Law Center, eine Gruppe, die Aktivitäten einiger sogenannter “Think Tanks” (“Denkfabriken”) beobachtet, hält diese Stiftung für ein Forum des blanken Rassismus, dessen Ziel es ist, Rassismus u.a. durch pseudo-wissenschaftliche Publikationen respektabel zu machen („… a self-styled think tank that promotes pseudo-scientific studies and research that purport to show the inferiority of blacks to whites — although in a language that avoids open racial slurs and attempts to portray itself as serious scholarship. It is best known for its American Renaissance magazine and website, which regularly feature proponents of eugenics and blatant anti-black racists. The foundation also sponsors American Renaissance conferences every other year where racist "intellectuals" rub shoulders with Klansmen, neo-Nazis and other white supremacists.“).-  Aus Zeitgründen hier keine Übersetzung. Mit “Klansmen”, klar, sind Anhänger des Ku Klux Klan gemeint.

    Lesenswert dazu u.a. auch die Einträge zu „Dysgenik“ und „Richard Lynn“ bei Wikipedia (deutschsprachig): http://de.wikipedia.org/wiki/Dysgenik ; http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Lynn 
    und eine BBC-Meldung vom 26. 04. 2002 über Lynns Thesen, " Call for re-think on eugenics"; http://news.bbc.co.uk/2/hi/1952449.stm .

    Nun zurück zum Meyer-Zimmermann (ca. 1939, s. voriger Post). An Kapitel „IX. Rasse und Volk“ (Lehrstoff der 8. Klasse an Oberschulen für Jungen), aus dem ich hier zitiere, hat übrigens Dr. Werner Dittrich aus Bayreuth mit den Hauptautoren Dr. Erich Meyer und Dr. Karl Zimmermann zusammengearbeitet. Vom Bayreuther Kreis und seinem Einfluss auf die Nazi-Ideologie war auf diesem Blog ja schon die Rede.

    Aus diesem Kapitel des genannten Schulbuchs zitiere ich hier einen längeren Abschnitt mit dem Untertitel „Gegenauslese“ (S. 374-375). „Gegenauslese“ ist nichts anderes als die deutsche Übersetzung des ursprünglich von Francis Galton geprägten, von Lynn und wiederum von Sarrazin übernommenen Begriffs „Dysgenik“. Die Ähnlichkeiten der von Sarrazin heute und von Meyer-Zimmermann-Dittrich damals beschworenen Szenarien sind verblüffend – mit dem Unterschied, dass Meyer-Zimmermann sie als überwunden darstellt, dank nationalsozialistischer Rassenpolitik.

    „Gegenauslese.

    Aber nicht nur die Zahl, sondern auch dem Werte nach war der deutsche Volkskörper 1933 ernstlich gefährdet. Der Geburtenrückgang hatte vor allem die erblich wertvolleren Teile des deutschen Volkes erfasst, während die Fruchtbarkeit der erblich minderwertigen ungebrochen blieb. Während die erbtüchtigeren Kreise des Volkes zum Zwei- oder Einkinder-„System“ übergingen oder eine „Ein-Hund-Familie“ bildeten, betrug die durchschnittliche Kinderzahl

    von männlichen Verbrechern              4,9
    sonstigen Kriminellen                        4,4
    Eltern von Hilfsschülern                     3,4

    Zahlreiche Schulkinderuntersuchungen ergaben, daß die schwachbegabten Menschen rund 1 ½ mal, die mangelhaft Begabten rund 2 mal soviel Kinder hatten wie die überdurchschnittlich Begabten. Die einzige Volksschicht, die sich noch auf ihrem Stande erhielt, war die Schicht der mangelhaft Begabten. Nur in dieser Schicht lag die Kinderzahl beim Erhaltungssoll von 4 Kindern auf eine Ehe, ja sie überstieg sie weiterhin bis auf 5 und mehr Kinder. Der Begabungsdurchschnitt des deutschen Volkes wäre bei Erhaltung dieses Standes schon nach 2 Generationen nahezu auf die Stufe der Schwachbegabten herabgesunken. (Kleinerdruck im Original)

    Insgesamt war an die Stelle der natürlichen Auslese, bei der das schlechte Erbgut ausgemerzt wird, in unserem Volke eine ständige Abnahme der guten Erbstämme getreten (Gegenauslese). (Fettdruck von Blogger zum Vergleich mit dem Sarrazin-Zitat unten.)

    Hier noch einmal zum Vergleich ein Zitat von Sarrazin (stellvertretend für die Argumentation, die sein Buch durchzieht):   

    „Das Muster des generativen Verhaltens in Deutschland seit Mitte der sechziger Jahre ist keine Darwinsche „natürliche Zuchtwahl“ im Sinne von „survival of the fittest“, sondern eine … Auswahl, die .. Intelligenz .. vermindert.
    („Deutschland schafft sich ab“, S. 353; s. auch voriger Post)


    Was fällt auf:

    Die Begriffe „natürliche Auslese“ bzw. „natürliche Zuchtwahl“ und „Dysgenik“ bzw. „Gegenauslese“ werden bei Sarrazin wie bei Meyer-Zimmermann-Dittrich verwendet; sie bringen die eugenisch-sozialdarwinistische Denkweise auf den Punkt.

    Das Argumentieren mit Statistiken hat in der Rassenhygiene Tradition – aber welchen Wert haben die herangezogenen Statistiken (Zuverlässigkeit, Aussagekraft)? 

    Nach Meyer-Zimmermann-Dittrich ist der Nazi-Politik zu verdanken, dass der Verdummung des Volkes Einhalt geboten wurde – sonst wäre der Begabungszustand in Deutschland innerhalb von zwei Generationen auf das Niveau der Schwachsinnigen herabgesunken. Aber schon wenige Jahre nach Veröffentlichung dieses Buchers war der nationalsozialistische Spuk zu Ende. Nach den statistisch „begründeten“ Projektionen, die damals Unterrichtsstoff waren, müssten die Deutschen – ohne „Rassenhygiene“ - heute ein Volk von Schwachsinnigen sein. Nicht einmal Sarrazin behauptet das. Er legt die Schwachsinnigkeitsprojektion lediglich neu auf. (Dabei folgt er „Vordenkern“ aus einschlägigen sogenannten „Think Tanks“, die ihrerseits in einer ungebrochenen Tradition zur eugenischen Bewegung des frühen 20. Jahrhunderts stehen, s.o.; auch dazu bei Gelegenheit mehr.)

    Von der Verachtung der Nazis für Intelligenzmessung, die Sarrazin behauptet, kann keine Rede sein. Intelligenz hieß damals Begabung, und davon ist in der Literatur zur "Rassenhygiene" sehr viel die Rede. Darauf werde ich in einem weiteren Post zurückkommen - mit weiteren Originalquellen, wie sie heute über Internet-Antiquariate erhältlich sind.
     
     
    Richard Lynn
    holte den Begriff "Dysgenik" (Gegenauslese) aus der Versenkung
    Bild: http://www.counter-currents.com/tag/intelligence/
     
     

    __________

    Weitere Quellen u.a.

    Rassenhygiene als Erziehungsideologie des Dritten Reichs: ... -
    Google Bücher-Ergebnisseite
    Hans-Christian Harten, Uwe Neirich, Matthias
    Schwerendt - 2006 - Biography & Autobiography - 546 Seiten
    B. Erich Meyer und Werner Dittrich, die gemeinsam mehrere Unterrichtswerke zur
    Erb- und Rassenkunde verfaßten. Dittrich, der auch für das RPA arbeitete, ...

    Laquer, B.:
    Eugenik und Dysgenik. Ein Versuch. Mit drei Bildnissen (Gregor Mendel, dessen
    Denkmal, Francis Galton) sowie drei Textabbildungen.
    Wiesbaden, Verlag von J. F. Bergmann, 1914. 3 Bll., 62 S., 1 Bl., mit 3 Taf.,
    Gr.-8°, Priv. Halbleinen
    (= Grenzfragen des Nerven- und Seelenlebens. Herausgegeben von Hofrat Dr. L.
    Loewenfeld, Heft 97). - U.a. über: Galton's "eugenische Forschung" u.
    Johannsen's "reine Linien"; Sog. Entartung in Deutschland; Syphilis,
    Erkrankungs- u. Sterbeziffern; Kriminalitätsziffern; Die zehn "unreinen" Linien;
    Die Fruchtbarkeit der Minderwertigen; Die Zeugung im Rausch; Die Zahl der
    Asozialen in Deutschland; Die Unkosten derselben; Die Eugenik im Ausland u. ihre
    Ziele; Dysgenische Bsp. in Deutschland; Eugenik u. Dichtung. …


    DER SPIEGEL 29/2001 - REINE RASSE
    Von Franke, Klaus
    .... die desolate völkische Erbmasse durch "Rassenhygiene" und "Auslese der Tüchtigen" aufzubessern. ..."http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-19646202.html

    Schnellansicht
    H. H. Goddard: Die Familie Kallikak. Beiträge zur Kinderforschung und Heilerziehung. ..... HARTNACKE, W. (1916): Das Problem der Auslese der Tüchtigen. ...
    www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-2497/reyer.pdf



    Ergänzungen zu Hartnacke, 08.02.2012:

    Hartnacke war mit Hans F. K. Günther ("Rassen-Günther", Nazi-Ideologe und Propagierer des "nordischen Gedankens" ) befreundet und verschaffte Günther nach dessen Rueckkehr aus Schweden 1929 eine halbe Studienratsstelle in Dresden.
    http://books.google.de/books?id=ni8YAerYiE8C&pg=PA178&lpg=PA178&dq=%22hans+f.+k.+g%C3%BCnther%22+schweden&source=bl&ots=ITlAPcP1oS&sig=npbC3bzsvDDGA6iQaLNG-PfxhPc&hl=de&sa=X&ei=jDMyT8ioLYnXrQeRrZWpBA&ved=0CHAQ6AEwCQ#v=onepage&q=%22hans%20f.%20k.%20g%C3%BCnther%22%20schweden&f=false

    Einschub 26.02.12:

    Hartnacke war auch ein Förderer von Karl Valentin Müller, einem anderen Nazi-Rassenideologen, der nach dem Krieg noch in der jungen Bundesrepublik Deutschland Karriere machte. Der Sarrazin-Ideengeber Volkmar Weiss nennt Müller als sein Vorbild und beklagt, dass Müller aufgrund der Agitation der "Linken", insbesondere der "Frankfurter Schule", zu Unrecht diskrediert sei (Siehe
    http://knol.google.com/k/der-totalit%C3%A4tsanspruch-der-gleichheitsideologie-in-der-wikipedia-der#; dieser aufschlussreiche Beitrag wird damit eingeleitet, dass Weiss die Mitwirkung von "Lumpenproletariat" und "Pöbel" bei Wikipedia anprangert.) - Ergänzung 9.8.2015: Die Seite wurde inzwischen entfernt; gespiegelt auf http://web.archive.org/web/20090927154653/http://knol.google.com/k/volkmar-weiss/der-totalittsanspruch-der/19iebpu8jegcn/25?#Schreiben_Randexistenzen_und(C2)(A0)Arbeitslose_die_deutschsprachige_Wikipedia(3F). Zitate: "Der Totalitätsanspruch der Gleichheitsideologie in der Wikipedia", "Ein Blick in das Milieu des geistigen Lumpenproletariats, "Schreiben Randexistenzen und Arbeitslose die deutschsprachige Wikipedia?", "Diktatur der Zeitreichen".

    Ein bereits 1928 erschienenes Buch von Karl Valentin Müller, “Arbeiterbewegung und Bevölkerungsfrage” (das er, seinerzeit als Sozialdemokrat, in der eugenisch beeinflussten Tradition der britischen “Fabianer” Sydney und Beatrice Webb geschrieben hatte; s. Stichwort “Webb”), wurde in der gewerkschaftsnahen Zeitschrift “Die Arbeit” besprochen. Die – im Tenor positive - Besprechung (von 1928) ist auf der Webseite der Friedrich-Ebert-Stifung zu finden (http://library.fes.de/cgi-bin/digiarb.pl?id=00693&dok=1928&f=327&l=328).
    Auszug:
    “Das 7. Kapitel, das ‘den proletarischen Klassenkampf im Lichte der Rassenbiologie’ beleuchtet, verdient besondere Beachtung; die wissenschaftlichen Unterlagen für die Unterwertigkeit des Lumpenproletariats sind zwar noch verhältnismäßig schmal, aber doch so beachtenswert, dass sie gerade das kämpfende Proletariat zu einer Neuorientierung der Sozialpolitik und im Ausbau der sozialen Hygiene zwingen.”
    (Frappierend ist eine gewisse Ähnlichkeit mit der aktuellen Diskussion um die “abgekoppelte Unterschicht”, die auch in Teilen der SPD wieder aufgelebt ist – Peer Steinbrueck etwa schlug vor, diese als Wähler doch der Linkspartei zu überlassen, was angesichts deren Isolation in der Bundespolitik de facto “links liegenlassen” bedeutet).



    Zurück zu Günthers und Müllers Förderer Hartnacke:

    "Schon im „Deutschen Ausschuss“ von 1916 gehört zum vorbereitenden Komitee der Dresdner Stadtschulrat Wilhelm Hartnacke, der bald nach 1918 mit Polemiken über die „Naturgrenzen geistiger Begabung“ durch die Lande zieht und immer neu seine sozialdarwinistischen und rassistischen Befürchtungen propagiert. 1933 wird Hartnacke Kultusminister in Sachsen, die Nazis beerben seine Ideen und aus dem Bündnis von Natur-Argumenten, psychologischer Begabungsdiagnose und der politisch gewollten Ausschöpfung von Begabungsreserven wird die Propaganda von „Auslese“ und „Ausmerze“.
    … Individualität wird als Grenze pädagogischer Bemühungen interpretiert und Rasse wird zu einem Bestimmungsfaktor der Begabungsforschung, der Begabungsbegriff zum integralen Teil des Rassen- und Klassenkampfes und, im Gewand der Intelligenzforschung, schon in der amerikanischen Einwanderungspolitik im Ersten Weltkrieg, nicht erst in der „Bell Curve“-Debatte nach 1990 …, zum Tummelplatz antidemokratischer und ethnizistischer Vorurteile, systematisiert und scheinbar entschärft im Konflikt zwischen dem Optimismus der Pädagogik und einer pessimistischen Anthropologie ... In dieser unrühmlichen Tradition steht nicht nur die deutsche Forschung, sondern noch die Intelligenzdiagnostik in den angelsächsischen Ländern nach 1950, und das Grundproblem ist das Denkschema, dem diese Forschung folgt: Fixiert von der dualistischen Vorgabe und dem Interesse, zwischen „Erbe und Umwelt“ eine Entscheidung treffen zu müssen, und zwar nach Möglichkeit durch Zwillingsforschung. (Der) ... Berliner Genetiker Kurt Gottschaldt … betrieb vor 1945 Zwillingsforschung in Berlin, er lehrte nach 1945 weiter an der Humboldt-Universität, ging aber 1962 an die Universität Göttingen und war noch in dem inzwischen schon legendären Band des Deutschen Bildungsrates über „Begabung und Lernen“ als Gutachter tätig …”
    http://www.blk-bonn.de/papers/forum-bildung/band07.pdf

    Sarrazins massgeblicher Ideengeber Volkmar Weiss nennt Hartnacke als eine seiner Quellen fuer sein fuer 2012 angekuendigtes Buch "Die IQ-Lücke: Energiekrise, Bevölkerungsqualität und der Kreislauf der politischen Verfassungen der Industriegesellschaft":
    Hartnacke, W.: Standesschule – Leistungsschule. Die Erziehung 3 (1928) 415-432 und 480-498

    Bildungswahn - Volkstod! Vortrag gehalten am 17. Februar 1932 im Auditorium Maximum der Universität München für die Deutsche Gesellschaft für ...

    Rassenhygiene als Erziehungsideologie des Dritten Reichs: ... - Google Bücher-Ergebnisseite
    books.google.de/books?isbn=3050040947...Hans-Christian Harten, Uwe Neirich, Matthias Schwerendt - 2006
    „Volkstod durch Bildungswahn" sei die Folge. Hartnacke beschwor das Ende der abendländischen Kultur. Nicht nur nähmen die „geistig Minderwertigen" ...


    Siehe auch Stichwort "Hartnacke" auf diesem Blog; z.B.
    http://guttmensch.blogspot.com/2011/07/liebe-ist-das-grote-aber-nur-wenn.html