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Dienstag, 15. März 2011

Francis Galton, seine "Forschung" in Afrika und sein Einfluss in Deutschland


Noch einmal zurück zu Francis Galton (einem Vetter Charles Darwins), der die Lehre von der Eugenik begründete. Galton und sein Hauptwerk, „Hereditary Genius“ werden in Sarrazins Buch  „Deutschland schafft sich ab“ positiv gewürdigt. Sarrazin bezieht sich übrigens nur auf die Originalausgabe des Galton-Buches (Kapitel 3, Anmerkung 63). Die deutsche Fassung erwähnt er nicht - obwohl diese in Deutschland auf großes Interesse gestoßen war und der deutschen „Rassenhygiene“ wesentliche Impulse gab. Oder bleibt die deutsche Fassung auch gerade deshalb unerwähnt?

Ich werde später noch einige wörtliche Auszüge aus „Hereditary Genius“ (erschienen 1869) und der deutschen Übersetzung „Genie und Vererbung“ (erschienen 1910) vorstellen. Sie lassen das zugrundeliegende, nur dünn pseudowissenschaftlich bemäntelte rassistische Empfinden deutlich erkennen. Galtons Gedankengang ist simpel: Aus der Tatsache, dass berühmte, aus der Masse herausragende Männer in bestimmten Familien Englands gehäuft vorkamen, schloss er, dass Begabung sich in bestimmten Familien konzentriert, und dass andere Familien – und erst recht die Angehörigen „niederer“ Völker – nur selten ähnlich begabte Abkömmlinge hervorbringen.  Dreimal darf man raten, welche Familie er als Musterbeispiel für herausragende Begabung anführt: die eigene.

Professor Michael Hanchard von der Johns Hopkins Universität hat sich mit der deutschen Kolonialgeschichte im heutigen Namibia befasst. Er hat (wie auch einige andere Autoren) die Frage  gestellt, ob der Massenmord an den afrikanischen Völkern der Herero und Nama zu Anfang des Jahrhunderts möglicherweise mit den Weg bereitet hat für den späteren Massenmord an den Juden in Europa. Dabei erwähnt er auch einen Aspekt, der nur selten thematisiert wird: Galton hat in Namibia eine Tradition der „rassenhygienischen“ Forschung begründet, an die deutsche Forscher sehr unmittelbar anknüpften, und die sie von dort nach Deutschland brachten.

Über Galtons Beziehungen zu einer anglo-deutschen Firma, die in Namibia Rohstoffe förderte, und seine Kontaktaufnahme mit der Wuppertaler Missionsgesellschaft, die anschließend bei der Kolonisierung des Landes eine Rolle spielte, berichten andere Quellen. - Ob Hermann Görings Vater Heinrich Göring, der 1885-1888 Generalgouverneur in Deutsch-Südwest war, Kontakt mit Galton hatte, konnte ich mit einer schnellen Internet-Recherche nicht herausfinden; mit geistigen Erben Galtons wird er in Namibia sicher in Verbindung gestanden haben. (Galton lebte 1822 - 1911; seine Reise in das heutige Namibia fand 1850/ 51 statt.)
Nachtrag (19.07.2011): Mit Sicherheit in Kontakt gestanden haben der deutsche Eugeniker Eugen Fischer (s.u.) und der Galton-Schüler und -Biograph Karl Pearson, der 1932 in Deutschland aus Fischers Hand einen Preis erhielt. Einige Monate später rief Fischer deutsche Wissenschaftler dazu auf, bei der Wahl 1933 Hitler zu unterstützen. (Ein separater Post zu Pearson und der "Pearson-Fischer-Connection") ist in Vorbereitung).

Im Folgenden ein Auszug aus Hanchards Artikel “Herero and Nama  Rebellions 1904-1907: A prelude to the modern holocaust?“ Eine eigene (gekürzte) Übersetzung stelle ich voran:
http://diaspora.northwestern.edu/?atomid=619

".. Lagerinsassen wurden zu menschlichen Versuchsobjekten für verschiedene Laborexperimente, die darauf ausgelegt waren, die rassische Minderwertigkeit schwarzer Völker zu bestätigen. Diese Experimente wurden von Dr. Eugen Fischer geleitet, der (später) zum Senior-Genetiker des Nazi-Regimes wurde. Ironischerweise waren deutsche Wissenschaftler nicht die ersten, die das Volk der Herero als empirische Basis für pseudowissenschaftliche eugenische Rassentheorie benutzten. Francis Galton … entwickelte seine ersten Formulierungen über Eugenik, nachdem er 1850 mit einer Gruppe englischsprachiger Reisender eine Expedition durch Südwest Afrika unternommen hatte. In mehreren wichtigen Aspekten waren deutsche (Gesetzesmaßnahmen) zur Unterdrückung des (Herero-) Aufstands prototypisch für  (Gesetzesmaßnahmen), die  rassisch „Minderwertigen“ im Zweiten Weltkrieg aufgezwungen wurden…"

“Moreover, camp prisoners were transformed into human subjects for various laboratory experiments designed to confirm the racial inferiority of black peoples. These experiments were overseen by Dr.Eugen Fischer who became the senior geneticist of the Nazi regime. Ironically, German scientists were not the first to use the Herero people as the empirical basis for pseudo- scientific racial theory. Francis Galton, cousin of Charles Darwin and renowned theorist of eugenics, developed his first eugenicist formulations after undertaking an expedition with English-speaking tourists through Southwestern Africa in 1850. In several important respects, German policies of repression of the revolt were prototypical of the policies imposed upon racial "inferiors" during World War II. Fischer used the findings from these experiments as the basis for arguing the genetic dangers to the German race via miscegenation (race-mixing, or mis-mating) between German men and African women. In 1905, the government of South West Africa forbade marriage between Africans and Europeans and declared prior marriages between the two races dissolved.”

Hanchard, Michael: Herero and Nama  Rebellions 1904-1907: A prelude to the modern holocaust?“ In: Global Mappings: A political Atlas of the African Diaspora. Northwestern University, released  March 31, 2006.                 

Weitere Quellen u.a.:

Francis Galton: Genie und Vererbung, Leipzig 1910 (deutsche Übersetzung von "Hereditary Genius", 1869)
www.archive.org/stream/genieundvererbun00galt/genieundvererbun00galt_djvu.txt

François Haas: German science and black racism—roots of the Nazi Holocaust
New York University Institute of Community Health and Research, New York
University School of Medicine, New York 2008

http://www.fasebj.org/content/

Wolfram Hartmann, Jeremy Silvester, Patricia Hayes (edts): The Colonising Camera. Photographs in the Making of Namibian History. University of Cape Town Press, Second Impression 2001; URL: http://books.google.de/books?id=GmlMKNyIeVwC&printsec=frontcover#v=onepage&q&f=false
S. 11: Hinweis auf eine Arbeit von Ryan (1997), wonach Galtons Beobachtungen über die Schädelform von "Hottentotten" offensichtlich in spätere, von ihm angeregte Versuche eingegangen sind, Neigung zu Kriminalität anhand der Schädelform (mit Schädelmessungen) feststellen zu wollen.  

Das Standardwerk zur menschlichen Erblichkeitslehre und ...
Erwin Baur, Eugen Fischer und Fritz Lenz im Spiegel der zeitgenössischen ......
Solche Maßnahmen schienen Galton und seinen Sympathisanten sinnvoll zu .....
Deutschsüdwestafrika (dem heutigen Namibia) und trieb dort anthropologische ...

www-brs.ub.ruhr-uni-bochum.de/netahtml/HSS/.../diss.pdf
___________

Zur Ergänzung ein Bericht der schwedischen Wissenschaftsjournalistin ANNIKA WESTMAN über Ursprünge der "Rassenhygiene" in Deutsch-Südwestafrika, aus dem u.a. die Scharnierfunktion des deutschen Eugenikers Eugen Fischer hervorgeht. Fischer knüpfte im heutigen Namibia an Forschungsfragen und -methoden Galtons an; dabei machte er sich (ab 1904) die Einrichtung von Konzentrationslagern zunutze. Er warb anschließend für eugenische Forschung Mittel der Rockefeller-Stiftung ein, war international (z.B. in Schweden) gern gesehen, bildete eine Generation von Nazi-Eugenikern aus - und wurde nach dem Krieg Ehrenvorsitzender der Deutschen Anthropologischen Gesellschaft.
Erschienen im Sydsvenska Dagbladet 21 August 2004.
Hier Auszüge von der Webseite http://www.westmanmusic.com/Namibia/indexEngelsk.htm ; aus Zeitgründen zunächst ohne deutsche Übersetzung.

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Über Geschäftsinteressen, die mit der sogenannten Forschungsreise Galtons und seines Reisegefährten Charles Andersson verbunden waren, den Umgang mit "Eingeborenen" und den “Erwerb” von Land gegen Alkohol und Feuerwaffen siehe z.B.:
“In 1851, the first European explorers sighted the Etosha Plan. Charles Andersson and Francis Galton reached present-day Namutoni. … In 1885 entrepreneur Willem Jordan purchased tracks of land from the Owambo chief Kambonde, which included areas around present-day Okaukuejo and Fischer’s Pan. … The price he paid was 300 pounds of sterling, 25 firearms, one salted horse and a cask of brandy. It was with Jordan’s purchase that allowed Andersson to open a trade route to the east of the main pan, linking with American trader Gerald Mc Kiernan who was running routes from Outjo and Okaukuejo, to Ovamboland by 1876.”
Aus: “Namibia” von Jeremiah Allen, Other Places Publishing, 2010; Seiten 231-232
http://books.google.com/books?id=2GZm2R9CxocC&source=gbs_navlinks_s



Bibliographisches ueber Galtons Reisebegleiter in Suedwestafrika, Charles John Andersson (manchmal auch faelschlich mit einen “s”, “Anderson” geschrieben) siehe z.B.
http://en.wikipedia.org/wiki/Charles_John_Andersson

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Oberbaurat Otto Sarrazin als Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins bemängelte in einem Brief an Reichskanzler von Bülow (1902), dass in die Südwestafrika die deutsche Sprache durch Beimischung afrikanischer Ausdrücke verdorben würde.
Birthe Kundrus: Moderne Imperialisten. Böhlau Verlag Köln Weimar, 2003; S. 199
http://books.google.de/books?id=y5K4FlCeSpcC&printsec=frontcover#v=onepage&q=sarrazin&f=false

Otto Sarrazin, weiß Wikipedia, ist der Urgroßonkel von Thilo Sarrazin; http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Sarrazin

Nur am Rande hier ein Zitat von Otto Sarrazin, mit dem er den Ersten Weltkrieg als heilsamen Beitrag zur Reinerhaltung der deutschen Sprache lobt
(nein, ich meine nicht, dass "völkisches" Denken in den Genen liegt; aber einige Medien zogen schon anerkennend eine Parallele zwischen den beiden "Querdenkern" Thilo Sarrazin und Otto Sarrazin und deuteten sie durchaus im eugenischen Sinn als Beispiel fuer die Konzentration hervorragender Eigenschaften in hervorragenden Familien *)
Laienlinguistische Sprachkritik
www.reference-global.com/.../9783110231465.56
You +1'd this publicly. Undo "... verkündete der Vorsitzende des Vereins, Otto Sarrazin, im September 1914: Das Volk stand auf, der Sturm brach los – der Sturm auch wider die Schänder der deutschen. Edelsprache, wider das alte Erbübel der deutschen Fremdtümelei ..."

 * (z.B. Berliner Morgenpost (Springer), 05.09.2010, “Es liegt in der Familie” von Jörg Niendorf; www.genios-presse.de/artikel,BMP,20100905,es-liegt-in-der-familie,73610162.html; ueber die eugenische Grundannahme von den “fuehrungsbegabten Familien” siehe auch auf diesem Blog http://guttmensch.blogspot.com/2011/12/fuhrungsbegabte-familien-besondere-gene.html


“Die Begeisterung, mit der die Deutschen, glaubt man dem Sprachverein, in den 1. Weltkrieg zogen, läßt auch die Sprachpflege in unverhofftem Maße aufleben. Sehr bald erreicht diese sogar eine zuvor nicht geahnte neue Qualität, die alle Befürchtungen ihrer Kritiker weit in den Schatten stellt:
Die Saat, die der Allgemeine Deutsche Sprachverein in dreißigjähriger unermüdlicher Arbeit für die Pflege der deutschen Muttersprache ausgestreut hat, ist herrlich aufgegangen (... ). (ZADSV 29, 9, 1914, 30 f.)

kann Otto Sarrazin, langjähriger Vorsitzer des Sprachvereins, schon einen Monat nach Kriegsausbruch verkünden. Und sein Schriftleiter, Oskar Streicher, kann ihn, Tageszeitungen wiedergebend, sekundieren: …

„Jetzt ist die Stunde gekommen, wo der Deutsche sich auf seinen eigenen Wert besinnen und fremden Flitterkram mit Entschiedenheit abwerfen muß! Jetzt wird deutsch gesprochen! Der Krieg reinigt die deutsche Sprache! (. . .)“ (ZADSV 29, 9, Sept. 1914, 308)”


Gerd Simon: Hundert Jahre „Muttersprache“
Die Idee eines Museumsdirektors und ihre Folgen
(Erstfassung 1985, später mehrfach leicht überarbeitet, zuletzt August 2009) 1
http://homepages.uni-tuebingen.de/gerd.simon/100JahreMspr.pdf

____________


Galton befand, dass Afrikaner "uns" in Herz und Hirn nicht gleich seien und getrost ausgenutzt werden könnten.

"I do not join in the belief that the African is our equal in brain or heart. I do not think that the average negro cares for liberty as much as an Englishman, or even as a serf-born Russian; and I believe that if we can, in any fair way, possess ourselves of his services, we have an equal right to utilize them to our advantage as the state has to drill and coerce a recruit..."

Zitiert in

The Mighty Experiment : Free Labor versus Slavery in British Emancipation ...
Seymour Drescher, Oxford University Press, 2002

http://books.google.de/books?id=c-fWVUlYM9IC&pg=PA221&lpg=PA221&dq=%22equal+right+to+utilize+them+to+our+advantage%22&source=bl&ots=4yVf0wDP6G&sig=7nQ2sPiGLQ2oOak869OUsVTgcyc&hl=en&sa=X&ei=QxkbUPKLB5O7hAeE3YGoBg&ved=0CEsQ6AEwAA#v=onepage&q=%22equal%20right%20to%20utilize%20them%20to%20our%20advantage%22&f=false


Eigene Uebersetzung:

"Ich teile nicht den Glauben, dass der Afrikaner uns gleich ist in Bezug auf Hirn oder Herz. Ich glaube nicht, dass der durchschnittliche Neger so viel Wert auf Freiheit legt wie ein Engländer, oder selbst wie ein leibeigen geborener Russe. Und ich glaube, wenn wir uns auf irgendeine angemessene Weise seine Dienste zu eigen machen können, haben wir das gleiche Recht, sie zu unserem Vorteil zu nutzen, wie der Staat das Recht hat, einen Rekruten zu drillen und Zwang gegen ihn auszuüben.“


Siehe auch Buchtitel von Thomas Carlyle (zitiert bei Seymour Drescher, s.o.): "Occasional Discourses on the Negro (Nigger) Question", 1849/ 1853

Geht auf den Begriff "Negerfrage" (Negro Question) auch der später in Deutschland verbreitete Begriff "Judenfrage" zurück?

____________



Eugen Fischer liest im "Journal of Heredity"
Bild gefunden auf
https://cms.www.countway.harvard.edu/wp/?p=2910



 
Mitarbeiter von Eugen Fischer verpacken Schaedel von Herero und Nama
fuer den Versand an Universitaeten und Museen.




__________



Erstaunlich, wie im Zeitalter der leicht zugänglichen Information über Internet immer noch so getan werden kann, als seien der Begriff von der “Humanitätsduselei” und die dahinter stehenden Denkmuster von Eliminierung “minderwertiger” Individuen, Gruppen und Völker eine spezifisch deutsche Erfindung.
(Siehe auch Stichwort “Humanitätsduselei” auf diesem Blog; "Kolonialismus" auf diesem Blog und auf dem Blog "Mein Zettelkasten: Friedensforschung mit der Maus".)
  • Es begann […] mit einem einzigen Wort: ‘Humanitätsduselei’ […]. Dieser verächtliche Begriff wurde auf Offiziere angewendet, die flüchtende Hereros nicht mit der Gnadenlosigkeit verfolgten und auslöschten, die ihre Offiziere für wünschenswert hielten. Das Land, das es für notwendig hält, ein solches Wort zu erfinden, hat schon begonnen, seinen Platz unter den zivilisierten Nationen aufzugeben.”

    (Eigene Übersetzung eines Auszugs aus dem Text unten.)

 

Aus einer Besprechung zu
Absolute Destruction: Military Culture and the Practices of War in Imperial Germany by Isabel V. Hull
(von Henry Coningsby?) auf Waterstones.com

This absorbing study by Isabel V Hull of the culture and mindset of the Imperial German Army is a massively important contribution to our understanding of German history as a whole. Nobody should be under any illusion that Nazism dropped on Germany out of the skies in 1933; it was the bitter harvest of a field that had been sown for years by Bismarck and the Kaiser, and one whose roots drew as much from the Prussian zero-sum mentality of ‘Weltnacht oder Niedergang’ (world power or defeat) as from Hitler’s own particular brand of volkische nationalism.
Focusing mainly on the 1904 campaign in German South West Africa (modern-day Namibia), which saw the annihilation of the Herero tribe, and then the occupation policies of the German Army in Belgium and Eastern Europe during the First World War, ‘Absolute Destruction’ is a triumph of scholarship, restoring Wilhelmine polity to its often unacknowledged place as the forerunner of Nazism.
The road to Auschwitz, as Sir Ian Kershaw has famously said, was built by hate and paved with indifference; it began, however, not in the beer cellars of Munich, but on the plains of Africa.
It began, one might even say, with a single word: ‘humanitätsduselei’, meaning dizzy humanitarianism. This contemptuous term came to be applied to those officers who did not pursue and exterminate the fleeing Herero with the alacrity their superiors felt desirable. The country that feels the need to invent a word like that has already begun to forfeit its place among civilised nations. It’s worth recalling here that when Kipling spoke of ‘lesser breeds without (ie, beyond) the law’, he meant exactly this sort of behaviour; the ‘lesser breeds’ he had in mind were in fact the Germans. This policy of extermination, which exceeded in murderous intent even the enormities of Belgian rule in the Congo, resulted in the deaths of thousands of Herero and Nama tribesmen. Hull is very careful to distinguish these atrocities from the British grid system and ‘concentration’ camps in the Boer War: the difference was civilian control, which in South Africa to a large extent reined in the more brutal impulses of the generals. Such oversight was completely lacking in Imperial Germany, which was once accurately described as ‘not so much a state with an army as an army with a state’.
So complete was this dominance of the army over the politicians that Germany - incredibly - entered the Great War without a single defined war aim. In fact, it wasn't until about 1916 that the High Command reached any firm view on the matter and deigned to reveal these such aims as they had thought of to their civilian colleagues in the Chancellery. If we detach the goals (or lack thereof) from the practice, however, what we see in German-occupied territory between 1914 and 1918 has most of the hallmarks of a later if incomparably crueller regime. […]
The terms of the Treaty of Brest-Litovsk provide a blueprint of their post-war plans for the rest of continental Europe if they had won: client states with German garrisons, and an umistakeable whiff of racial subjugation. 'Volkische' concepts of Lebensraum, much less genocide, may not have been at the forefront of the High Command's mind in 1914; but as our American friends are so fond of observing, if it looks like a duck and quacks, it's a duck.

Date of publish: 12/01/2006
Publisher: Cornell University Press

 

Kommentare:

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  3. "I do not think that the average negro cares for liberty as much as an Englishman, or even as a serf-born Russian."

    ("Ich glaube nicht, dass der durchschnittliche Neger so sehr an Freiheit interessiert ist wie ein Englaender, oder selbst wie ein in Knechtschaft geborener Russe.")

    Francis Galton, Begruender der Eugenik-Ideologie

    (zitiert in “The Mighty Experiment: Free Labor versus Slavery in British Emancipation” von Seymour Drescher, Oxford University Press, 2002; S. 221)

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    1. "Francis Galton war der Erste, der sich - aufbauend auf Darwins Theorie zur Entstehung der Arten - mit der Entwicklung und Vererbung der menschlichen Intelligenz befasst hat. Er war der Vater der frühen Intelligenzforschung. Diese Forschungen lösten Befürchtungen aus, dass eine unterschiedliche Fruchtbarkeit verschiedener Bevölkerungsgruppen auch dysgenische Wirkungen haben und die natürliche Selektion quasi auf den Kopf stellen könnte. Diesen Befürchtungen lag ein einfacher logische Gedanke zugrunde: Wenn es richtig ist, dass Intelligenz teilweise erblich ist, und wenn es richtig ist, dass Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlicher Intelligenz eine unterschiedliche Fruchtbarkeit haben, dann hat eine unterschiedliche Fruchtbarkeit Auswirkungen auf das durchschnittliche Intelligenzniveau der betreffenden Bevölkerung."

      Thilo-Sarrazin, DSSA

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  4. Sprachpflege-Verein (s.o. Otto Sarrazin)

    DER DISKRETE CHARME DES SPRACHPFLEGE-DISKURSES
    Gerd Simon

    […] Selbst Sprachwissenschaftler wissen heute kaum noch, daß es sich bei [… der "Gesellschaft für deutsche Sprache"] um einen Verband von Sprachpflegern handelt, der - großenteils vom Bundesinnenministerium finanziert - staatlichen, wirtschaftlichen und privaten Kunden in Sprachfragen Auskunft gibt […] Noch weniger wissen, daß die Gesellschaft für deutsche Sprache 1946 als Nachfolgerin des "Deutschen Sprachvereins" gegründet wurde und von diesem die Zeitschrift "Muttersprache" übernahm, deren hundertjähriges Bestehen sie am 1. April 1986 feierte. Fast völlig unbekannt ist ihnen leider vor allem auch geblieben, daß dieser Sprachpfleger-Verband keineswegs nur ein harmloser oder gar lächerlicher, den Mitmenschen schulmeisterlich am Mundwerk herumfingernder Haufen von Nörglern und Pedanten war, sondern auch als geistiger Vater einiger hochmilitanter Operationen während der beiden Weltkriege angesehen werden muß. […]

    http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/volltexte/2011/5542/pdf/Simon_Gerd_Der_diskrete_Charme_des_Sprachpflege_Diskurses.pdf

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  5. Germany's 'other genocide' in Namibia
    THE LOCAL
    Germany's news in English
    28 Apr 2015

    Between 1904 and 1907 German colonial rulers in Namibia attempted to exterminate a whole section of the native population, in another horrific chapter of history campaigners are calling on the country to face up to.

    After a debate in the Bundestag (German parliament) last week on whether to officially describe the mass killing of Armenians in the Ottoman Empire from 1915 on as genocide, an old debate on Germany's recognition of the Herero genocide has resurfaced.

    The attempted "extermination of the Herero nation" in Namibia in 1904-7 under German colonial rule is largely ignored by Germans, to the extent where David Olusoga, who co-wrote a book about the events, described what took place in Namibia as “Germany’s forgotten genocide”.

    The organization "No Amnesty on Genocide" is campaigning for the German government to recognize it as genocide, as well as symbolic and material reparations.

    Despite previous attempts to deal with the horrific crimes, 111 years on the German government position on the matter remains murky.

    Israel Kaunatjike is an activist, born in Namibia, who has been living in Berlin since 1970.

    Together with other campaigners, he submitted a petition to the Foreign Ministry at the end of March asking for an official apology, reparations for stolen land and expulsions, and to recognize the atrocities as genocide.



    He told The Local that, despite having received no response yet, he is "hopeful and confident" that after senior figures like President Joachim Gauck described the Armenian atrocities as genocide, Germany will finally stop hiding from those committed in Namibia. ...

    http://www.thelocal.de/20150428/renewed-calls-to-recognize-namibian-genocide

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    1. Manni Scha Sind sie jetzt alle verrückt geworden? Müssen wir noch für die Neandertaler zahlen ...

      Leserkommentar auf der Facebook-Seite des AfD-Landtagsabgeordneten Thomas Rudy

      zu der Forderung der früheren Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul, Deutschland müsse die Verbrechen in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika als Völkermord anerkennen.

      "Noch so eine deutschfeindliche Politikerin", hatte Thomas Rudy kommentiert.

      https://www.facebook.com/thomas.rudy.afd

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  6. Ernuwieder1
    08. Juli 2015 17:41 Uhr

    6.110. Bei diesem Vergleich ...

    „Wer vom Genozid an den Armeniern 1915 im Osmanischen Reich spreche, der müsse auch die Verbrechen des deutschen Militärs im Jahrzehnt davor beim Namen nennen“

    ...sollte man die völlig unterschiedlichen Dimensionen aber nicht unter den Tisch fallen lassen.

    Der Genozid an den Herero und Nama forderte ca. 85.000 Todesopfer.
    Der Genozid an den Armeniern ca. 1,5 - 2 Mio. Todesopfer.

    Der Genozid an den Herero und Nama war ein ziemlicher Alleingang des örtlichen Kommandeurs Lothar von Trotha. Als sein barbarisches Vorgehen in Dtld. bekannt wurde, ging ein Sturm der Entrüstung durch Öffentlichkeit und Parlament, in dessen Folge Trotha abberufen wurde. Für die Opfer war das freilich zu spät.
    Der Völkermord an den Armeniern war dagegen von langer Hand geplant, wurde vom Staat und seinen Institutionen organisiert und von großen Teilen der Zivilbevölkerung unterstützt.

    Fazit: Man sollte den Genozid an den Herero nicht mit dem Genozid an den Armeniern in eine Reihe stellen, sondern in den Kontext der westlichen Kolonialverbrechen:
    Zum Vergleich: der US-amerikanische Kolonialkrieg gegen die Philippinen 1899-1902 forderte 750.000-1.000.000 Todesopfer, fast ausschließlich Zivilisten:
    https://de.wikipedia.org/...
    http://www.zeit.de/2002/2...
    Auch die Vernichtungskriege Italiens in Libyen und Äthiopien kosteten hunderttausenden Einwohnern das Leben:
    http://www.zeit.de/2003/2...
    http://www.zeit.de/2001/5...

    http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-07/herero-nama-voelkermord-deutschland-norbert-lammert-joachim-gauck-kolonialzeit?commentstart=105

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