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Freitag, 8. Juli 2011

Verbreitung einer Internet-Legende: Die angebliche Unterdrückung der Intelligenzforschung durch die Nazis

Heute habe ich eine andere Google-Suche, die auf meinen Blog geführt hatte, zum Nachvollziehen ausgewählt, weil die Suchworte mich neugierig machten auf die anderen Funde, die sie ergeben. Gestern war die ausgewählte Suchwortkombination Scientific Racism Übersetzung (dazu mehr auf dem vorigen Post (http://guttmensch.blogspot.com/2011/07/scientific-racism-wissenschaftlicher.html). Heute war es Intelligenztest Hitler. Dazu fand Google immerhin 140.000 Links.

Nicht schlecht gestaunt habe ich darüber, wie häufig das von Volkmar Weiss (Ideengeber Sarrazins) aufgebrachte, in der Sache nachweislich unzutreffende Credo wiederholt wurde, die Nazis seien gegen Intelligenztests gewesen. Immer wieder findet man in der einen oder anderen Variation, mit Originalzitat oder sinngemäß "nachgebetet": "Hitler war gegen Intelligenztests, die er nur als "jüdische Tests" bezeichnete, weil die Juden dabei stets so gut abschnitten."

Deshalb würde es Weiss - der den Türken eine im Vergleich zu den Deutschen erblich bedingt niedrigere Intelligenz nachsagte - kalt lassen, wenn ihn jemand in die Nähe der Nazi-Ideologie rücke, schrieb der Autor eines Artikels in der "Welt" vom 23.07.2005, deutlich beeindruckt.(www.welt.de/wissenschaft/article2107370/Der_Intelligenzquotient_der_Tuerken.html).

Sogar ein Hochschulpräsident (Dieter Lenzen, seinerzeit FU Berlin) machte sich, wie aus dem Artikel hervorgeht, seinerzeit zum Sprecher von Weiss' These von den erblich festgelegten Intelligenzunterschieden nach geografischen Herkunft. Dabei ist die "wissenschaftliche" Untermauerung dieser These von ähnlicher, bröckliger Substanz wie die Interpretation von "Begabungsprüfungen" an amerikanischen Rekruten in den 1920er Jahren, die Intelligenzforscher in Nazi-Deutschland dazu veranlasste, ihre Überzeugungen von der Überlegenheit der "nordischen Rasse" bestätigt zu sehen (siehe auf diesem Blog
http://guttmensch.blogspot.com/2011/04/nazi-wissenschaftler.html).


Und nicht nur das: Nach Aussage eines maßgeblichen "Begabungsforschers" der Nazis (Reinöhl, Quelle s. Link unten) ging sogar die Einrichtung von "Führerschulen" auf Empfehlungen eines amerikanischen Intelligenzforschers, Lewis M. Terman, zurück.
http://guttmensch.blogspot.com/2011/04/nazi-wissenschaftler.html


Lewis Terman, um 1915
Gefunden auf
http://en.wikipedia.org/wiki/History_of_the_race_and_intelligence_controversy


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Wenn die Informationen aus dem folgenden Artikel zutreffen, wurde Volkmar Weiss "manipulatives Verhalten" bei Wikipedia vorgeworfen, was dort sogar eine Sperre zur Folge hatte (allerdings wird darin auf die Legende von den Anti-Intelligenztest-Nazis nicht Bezug genommen):
www.freitag.de/community/blogs/andreas-kemper/wissenschaftlicher-rassismus-und-reputabilitaet

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Die Legende von der "Unterdrückung der Intelligenzforschung" durch die Nazis findet sich - ohne Quellenangabe - auf zahlreichen Webseiten, so auch auf einer Webseite mit dem Titel "Evo-Magazin - Die Website zur Erforschung der Menschen";
http://www.darwin-jahr.de/evo-magazin/unterdrueckung-intelligenzforschung?page=0,2.
Diese Webseite nennt im Impressum (V.i.S.d.P.) die Giordano-Bruno-Stiftung, eine "Denkfabrik für Humanismus und Aufklärung" (Selbstbezeichnung);
http://www.giordano-bruno-stiftung.de/

Über die Giordano-Bruno-Stiftung und Bezüge zur Ideologie der Eugenik siehe auch die Kontroverse um die Preisverleihung an Peter Singer, z.B.Webseite des Verbandes Sonderpädagogik e.V., "Offener Brief von Prof. Dr. em. Georg Feuser";
http://www.verband-sonderpaedagogik.de/aktuell/feuser-reaktion-singer.html
und auf der Webseite der Stiftung selbst
http://www.giordano-bruno-stiftung.de/meldung/giordano-bruno-stiftung-fordert-ruecktritt-des-behinderten-beauftragten-bundesregierung
Aber tut nichts: Die Legende von den Anti-Intelligenztest-Nazis trägt weiterhin dazu bei, die tatsächlichen Ursprünge der These von der Begabungs-Hierarchie der Rassen zu vernebeln.


Weitere Info zu Peter Singer und Gedankengut des "evolutionären Humanismus", wie es die Giordano-Bruno-Stiftung vertritt
Dadurch angeregt (über das Thema dieses Posts hinausgehend; ggf. bei Gelegenheit Stoff für einen eigenen Post):(Nachtrag: Dazu auch neue Posts http://guttmensch.blogspot.com/2011/07/neue-dogmen-im-namen-des-anti.html und http://guttmensch.blogspot.com/2011/07/vielleicht-doch-nicht-ganz-so-neu-neuer.html)


„Das Wintersemester 1989/90 an der Uni -GH- Duisburg begann in wilder Aufregung. Ursache hierfür war ein Seminar für Studienanfänger im Bereich Philosophie, das unter der Leitung von Professor Dr. Hartmut Kliemt mit dem harmlosen Titel "Praktische Ethik" angekündigt wurde. Alleinige Arbeitsgrundlage für dieses Seminar ist Peter Singers Buch "Praktische Ethik". … Unter dem Deckmäntelchen der Wissenschaftlichkeit unterscheidet Singer in seiner Theorie Menschenleben nach dem Nützlichkeitsprinzip in wertvoll (= Personen) und menschliche Wesen. Alle Menschen sind menschliche Wesen, aber nicht alle Personen. … Wertlose Menschenleben sind nach Peter Singer schwer geistig oder körperlich Behinderte; Menschen, die durch Unfall, Alter oder Krankheit nicht mehr im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte sind und schließlich auch noch die Bluter. Singer plädiert dafür, diese "wertlosen Menschenleben" für die Euthanasie (Sterbehilfe), ob mit oder ohne dem Einverständnis der Betroffenen freizugeben, um so Leid zu vermindern und das Volksglück zu heben.
Zitate aus dem Buch: "… Wir können die Euthanasie nicht verdammen, weil die Nazis sie durchgeführt haben, ebensowenig wie wir den Bau von neuen Straßen aus diesem Grunde verdammen können." (Seite 210). … "Mißgebildete Säuglinge haben diese Eigenschaften (Rationalität, Autonomie und Selbstbewußtsein) nicht. Sie zu töten kann daher nicht gleichgesetzt werden mit dem Töten normaler menschlicher Wesen." (Seite 179). … "Das Problem besteht darin, daß wir vor den Abtreibungen nicht wissen können, welches die normalen (Föten) sind. Dieses Problem ließe sich beseitigen, wenn die Frau bis nach der Geburt warten könnte, bevor sie die Entscheidung für oder gegen das Leben ihres Kindes trifft." (Seite 187).
Von Stadtpanorama befragt, meinte Professor Dr. H. Kliemt: "Das Buch von Peter Singer ist ein sehr gutes Buch. Seine Positionen sind ernstzunehmende Positionen, die man nicht mundtot machen sollte. …."
Aus: Stadt-Panorama, Duisburg (18.10.1989), Praktische Ethik an der Uni: "Nicht abtreiben, sondern erst nach der Geburt töten". Enthalten in einer Zusammenstellung von Dokumenten durch Christoph Anstötz, Rainer Hegselmann und Hartmut Kliemt: Peter Singer in Deutschland. Zur Gefährdung der Diskussionsfreiheit in der Wissenschaft. Eine kommentierte Dokumentation. Mit einer Bibliographie von Björn Haferkamp. Download von: www.frankfurt-school.de/content/de/research/dept_legal_ethics/staff/Kliemt/kliemt_sonstiges/philosophy.html.
Die Seitenangaben zu Singers Buch in dem o.g. Artikel beziehen sich auf die 1984 erschienene deutsche Ausgabe „Praktische Ethik“ (Original „Practical Ethics, 1979)
Bemerkenswert an der Dokumentation ist, dass die Sorge ihrer Herausgeber vor allem der vermeintlichen Gefährdung der Diskussionsfreiheit galt (aus Anlass von Protesten gegen die Einrichtung eines Philosophie-Seminars zur Propagierung von Singers Thesen). Es findet sich auch schon der aus der Sarrazin-Debatte sattsam bekannte Vorwurf,  wenn Thesen von der Minderwertigkeit bestimmter Bevölkerungsgruppen nicht durch angesehene Foren aufgewertet würden, hieße das, ein Vertreter ernstzunehmender Positionen solle mundtot gemacht werden.

Ist Professor Dr. Hartmut Kliemt der Giordano-Bruno-Stiftung (GBS) verbunden, auch über ein gemeinsames Interesse an Peter Singers Werken hinaus? Zumindest soweit, dass er eine Schrift zum 85. Geburtstag von Hans Albert verfasste (2006); aufgeführt in einer Publikationsliste auf der Webseite der „Frankfurt School of Finance and Mangement – zu einem Festakt, den die GBS für ihren Stiftungsbeirat Prof. Dr. Dr. Hans Albert organisiert hatte.

Im Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung wirkte zeitweise auch die von Sarrazin gern zitierte Necla Kelek mit, deren Kritik an islamischem Chauvinismus in vielen Teilen nur zu berechtigt ist, deren Bereitschaft, sich mit eugenisch-sozialdarwinistischen Thesen in Verbindung bringen zu lassen, aber auch einige ihrer Unterstützer immer wieder erstaunte. Ihre Assoziation mit der GBS könnte auf Einflüsse dieser Denkfabrik hinweisen.

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Siehe auch auf diesem Blog; Intelligenzprüfung als Teil der "erbbiologischen Bestandsaufnahme" , Beispiel Rhön-Region (http://guttmensch.blogspot.com/2011/07/volkischer-nationalismus-und-die-idee.html)

Weitere Beispiele für die Anwendung von Intelligenztests in Deutschland während der Nazi-Zeit findet man z.B. mit Google-Suche "Intelligenzprüfung"

Dienstag, 26. April 2011

Wilhelm (William) Stern - von Sarrazin instrumentalisiert

Sarrazin führt Wilhelm (William) Stern als Kronzeugen für die „deutsch jüdischen Ursprünge der Intelligenzforschung“ an, um - fälschlicherweise* - nahezulegen, die Nazis hätten von Intelligenzforschung nichts wissen wollen. Dass er sich weiter über Stern und seine Arbeit informiert hat, muss allerdings bezweifelt werden.
* siehe auf diesem Blog http://guttmensch.blogspot.com/2011/04/nazi-wissenschaftler.html

Denn Stern wies schon früh auf die Tücken einer Überschätzung der Aussagefähigkeit von Intelligenzquotienten hin. „Mit Sicherheit“, so schrieb er, „gab es und gibt es immer noch eine übertriebene Gläubigkeit an die Macht der Zahlen. Ein Intelligenzquotient zum Beispiel kann von vorläufigem Wert sein als eine erste grobe Annäherung wenn man eine Orientierung über den mentalen Level eines Individuums sucht. Aber wer immer sich einbildet, mit dieser Zahl „die Intelligenz“ eines Individuums ein für allemal erfasst zu haben, so dass er die intensivere qualitative Studie nicht mehr braucht, der hört da auf wo Psychologie anfängt.“

Stern lag also nicht auf der Linie derer, die in eine IQ-Zahl alles hineinlasen, was Intelligenz und Leistungsfähigkeit und deren Vererbung betrifft, sondern hatte eine differenziertere Sicht. Diese teilte er z.B. mit Walter Lippmann, der bereits 1922 darauf hinwies, dass ein Teil der Intelligenzforscher den Aussagewert des IQ völlig übertrieben und nicht nur behaupteten, dass sie "die" Intelligenz messen würden, sondern gleich mit dazu, dass das, was sie maßen, „angeboren, erblich und vorherbestimmt“ sei. Weiter sagte er (sehr vorausschauend): „Intelligenztestung in der Hand von Männern, die dieses Dogma vertreten, kann nur zu einem intellektuellen Kastensystem führen.“

Die Intelligenzforscher Lewis M. Terman und Catherine Cox (Mitarbeiterin Termans), deren Studien ausführlich und beflissen von dem Nazi-Eugeniker Reinöhl zitiert wurden (s. vorigen Post), glaubten hingegen uneingeschränkt an die umfassende Aussagekraft der IQ-Messung. Sie „rekonstruierten“ sogar die IQ verstorbener Berühmtheiten wie Napoleon, Lincoln, Goethe, da Vinci, Galileo usw. Den hoechsten IQ schrieben sie ihrem Idol Francis Galton zu, der seinen Vetter Charles Darwin, sich selbst und ihre Angehoerigen als Musterbeispiel fuer die ueberlegene Intelligenz bestimmter Familien angefuehrt hatte. Terman glaubte fest, dass das schlechtere Abschneiden schwarzer Amerikaner bei Intelligenztests genetisch bedingt sei, ungeachtet der starken Bildungsabhängigkeit und ethnozentrischen Ausrichtung (ausgehend von Lebensmilieus der weißen Mittelschicht) der verwendeten Tests.

Informationen und Zitate (in eigener Übersetzung) aus „Race and IQ“ von Ashley Montagu (Hrsg.), Oxford University Press, erweiterte Ausgabe 1999


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Über die Arbeit von Lewis M. Terman siehe z.B. auch
http://www.welt.de/wams_print/article1081649/Hoehepunkte_der_Intelligenzforschung.html
http://books.google.com/books?id=DFNaiswz3eUC&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false

Entwicklung und Förderung hochbegabter Schüler aus psychologischer Sicht
Lewis Terman begann ... Wen wundert es, dass Cox – ganz im Sinne ihres ... Wir wollen über die völlig unbefriedigende Methodik dieser Studien nicht lange diskutieren. ...
sbndb.de/web-content/hochbegabung/Materialkoffer_180506/...
Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung der Universität Erfurt „Herausforderungen der Bildungsgesellschaft“, 11. 6. 2002, Prof. Dr. Ernst Hany, Fachgebiet Psychologie, Universität Erfurt

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Da "M." bei Terman für "Madison" steht, habe ich noch die Kombination von "Lewis Terman" und "Madison Grant" (dem wesentlichen Begründer der Idee von der genetischen Überlegenheit der "nordischen Rasse") gegooglet, um zu sehen, ob sie vielleicht aus der gleichen Familie kommen. Denn als Mittelname wird im Amerikanischen oft ein Familienname von der mütterlichen Seite genommen. Zudem ist es ist tatsächlich so, wie der Volksmund schon immer wusste und frühe Erbforscher in der Tradition von Galton und Terman bestätigten - die einflussreichsten Leute kommen zu einem hohen Prozentsatz aus den gleichen Familien. (Nur sagt dies allein noch nichts über das Verhältnis von Erblichkeit und "Vitamin B" aus.) - Die Frage nach eventuellen Verwandtschaftsbeziehungen zwischen Terman und Grant konnte ich nicht klären (zu viele Links, zuviel Arbeit; die Stichwortkombination mit "Genealogy", sonst hilfreich bei der Suche nach Familienbeziehungen, bezieht sich bei den Suchergebnissen hier oft auf die Ahnenforschung als einen Gegenstand der Forschung Termans). Aber dass rassistische Grundeinstellungen, wie Madison Grant sie vertrat, das Design und die Deutungen von Intelligenztests durch den zwölf Jahre jüngeren Terman und andere beeinflusst haben, erscheint bei Durchsicht von Suchergebnissen mit der Kombination "Lewis Terman" und "Madison Grant" sehr deutlich. 


Erwähnenswert ist z.B. diese Quelle:
Instituting a Hierarchy of Human Worth: Eugenic Ideology And the ...
von AG Winfield - 2010Madison Grant (author of The Passing of the Great Race and longtime head of ..... Hall, Lewis Terman, who developed the Stanford-Binet test which was the ...
docs.rwu.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=1009&context=sed_fp


Und noch dieses, dazu muss ich aber ausdrücklich sagen "ohne Gewähr" (was natürlich grundsätzlich für alle Links gelten muss, auch wenn ich mich bemühe, auf die Qualität der Quellen zu achten):
A Time Track of Eugenics
1916 Madison Grant publishes The Passing of the Great Race, concerning Nordic superiority. Hitler later writes
him a letter thanking him for writing this ...
home.earthlink.net/~thetabus/eugenics/eutt-4.htm - Im Cache

Die Geschichte mit dem Hitler-Dankesbrief an Madison Grant steht auch auf Wikipedia, allerdings ohne Quellenangabe (Fett-Markierung von mir vorgenommen).
"Hitler schickte an Madison Grant einen begeisterten Fan-Brief, in dem er Der Untergang der Großen Rasse (1925 auf Deutsch erschienen) als „seine Bibel“ bezeichnet. ... Hitler übernahm die Rede von den „minderwertigen“ Rassen, sie sollten verschwinden zugunsten einer gestärkten „nordischen Rasse“. Das hieß bei Grant „Nordisizing“, bei den Nazis dann „Aufnorden“. "
http://de.wikipedia.org/wiki/Madison_Grant

Der "Fan-Brief" wird auch in einem Video-Clip ("Eugenics") erwähnt:
http://upge.wn.com/?query=eugenics&template=cheetah-photo-search%2Findex.txt&sources=youtube&sources=vimeo&sources=dailymotion&sources=yahoo&sources=blip&action=search

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Die Idee, die Bemessung der Leistungsfähigkeit ethnischer Gruppen nach angeblichen durchschnittlichen IQ-Werten „zum antifaschistischen Widerstand hochzustilisieren“, kommt offenbar von dem Ahnenforscher und Romanautor Volkmar Weiss. Dessen Wirkungskreis und sein weitreichender Einfluss auf Sarrazins Texte wurden auf diesem Blog schon angesprochen (http://guttmensch.blogspot.com/2011/03/erstaunliches-aus-dem-reich-artam.html).



Thomas H. Barth schrieb schon am 14.2.2001:
„Wird das deutsche Volk dümmer, weil die Intelligenten immer weniger Kinder bekommen? Unter dieser Fragestellung referierte eine offenbar begeisterte WELT am SONNTAG unter dem Titel "Deutschland in der Intelligenzfalle" angeblich "brisante Thesen" des Leipziger Humangenetikers und Genealogen Volkmar Weiss über die Vererbbarkeit von Intelligenz. Seine Thesen, denen man offenbar mehr Popularität verschaffen wollte, sollen auf "einer Fülle von Erkenntnissen und Informationen zur genetischen Vererbung psychischer Eigenschaften" beruhen und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Gesellschaft seien äußerst alarmierend.
…. Arglos wundert sich Weiss, die Intelligenzforschung sei "zu einer umstrittenen Disziplin geworden". Dafür aber sorgt er selbst natürlich auch, beispielsweise wenn er eine Unterscheidung der Menschen durch IQ-Messungen in die drei Typen: Intelligente, Mittelmäßige und Einfache vorschlägt, um sie gezielt zum Wohl der Wirtschaft und des Kulturfortschritts einsetzen zu können. Das politische Wahlrecht würde er am liebsten nur seiner Intelligenz-Elite geben, weil die überall herrschende "Diktatur der Mittelmäßigkeit" nur Mist produziert.
… Auch Professor Weiss' Kenntnisse der Geschichte der deutschen Psychologie lassen zu wünschen übrig, wenn er fragt: "Wer weiß heute noch, dass auch Hitler IQ-Tests strikt ablehnte, weil die jüdischen Testpersonen überdurchschnittlich hohe Werte erzielten?" … Auch wenn Weiss sich einen jüdischen, von den Nazis vertriebenen Intelligenzforscher zum geistigen Ahnherren erwählt, liegt er vollkommen falsch, damit den IQ-Test zum antifaschistischen Widerstand hoch zu stilisieren.
Die Einführung psychologischer Eignungstests für Offiziersanwärter bahnte der Praxis dieses Faches (Anm.: der Psychologie) erst den Weg. … Abgeschafft wurden die Tests von der Wehrmacht 1942, da man mangels Nachschub an Menschenmaterial nicht mehr so wählerisch sein … konnte.“
http://www.heise.de/tp/artikel/4/4916/1.html


Weitere Lese-Empfehlung:

"Thilo Sarrazin und der Neuaufguss des Sozialdarwinismus" in "Readers Edition".
http://www.readers-edition.de/2009/10/04/thilo-sarrazin-und-der-neuaufguss-des-sozialdarwinismus/

Zitat:  
"Die Ideologie des Sozialdarwinismus entstand Ende des 19. Jahrhunderts. Sie nahm einzelne Begriffe und Stichworte von Spencer (1820-1903) und Darwin (1809-1882) auf und vergröberte sie zu einer Art Selektions- und Masterplan für die menschliche Gesellschaft. Hinzugemixt wurden im Lauf der Zeit einige der extremsten Ansichten des späten Nietzsche ..., außerdem missverstandene und einseitig gedeutete Ergebnisse der gerade im Entstehen begriffenen Vererbungslehre. ... Die alten und neuen Erkenntnisse aus der Genforschung sind bei den Sozialdarwinisten und Soziobiologisten nie angekommen. Sie glauben, was menschliches Erbgut und das Verständnis menschlicher Gesellschaft angeht, immer noch den Scharlatanen des vorvorigen Jahrhunderts. ...  Es gibt keinen sozialen Erbadel".  

Vgl. die oben zitierte Aussage von Walter Lippmann (1922) über  solche  Intelligenzforscher, die darauf aus waren (wie z.B. Terman), mit pseudo-wissenschaftlichen Methoden Zahlen zu schöpfen, um vorgefassten Überzeugungen über den unterschiedlichen Wert von Menschen nach "Rassen" und gesellschaftlichen Klassen einen wissenschaftlichen Anstrich zu geben: „Intelligenztestung in der Hand von Männern, die dieses Dogma vertreten, kann nur zu einem intellektuellen Kastensystem führen.“

Den Begriff "Zahlen schöpfen" gebrauchte Thilo Sarrazin (nachzulesen in der "Süddeutschen", S. Link unten
"Wenn man aber keine Zahl hat, erklärte Sarrazin dem Reporter weiter, muss »man eine schöpfen, die in die richtige Richtung weist, und wenn sie keiner widerlegen kann, dann setze ich mich mit meiner Schätzung durch«. "
http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/33007



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Siehe auch auf diesem Blog; Intelligenzprüfung als Teil der "erbbiologischen Bestandsaufnahme" , Beispiel Rhön-Region (http://guttmensch.blogspot.com/2011/07/volkischer-nationalismus-und-die-idee.html)

Weitere Beispiele für die Anwendung von Intelligenztests in Deutschland während der Nazi-Zeit findet man z.B. mit Google-Suche "Intelligenzprüfung"

Mittwoch, 23. März 2011

Die gar nicht unpolitische Wissenschaft ...

... oder: Glaub nicht jedem, der Doktor (oder Professor) ist


Zu fragmentarisch ist Welt und Leben
ich will mich zum deutschen Professor begeben.
Der weiß das Leben zusammen zu setzen
und er macht ein verständlich System daraus....
Heinrich Heine


Die eugenische Episode könnte heute als eine ernüchternde Erinnerung daran dienen, … wie fehlbar der Wissenschaftler ist. Die eugenische Geschichte muss wieder erzählt und wieder untersucht werden, so dass die weitere Gemeinschaft die Risiken in diesem wissenschaftlichen Spiel abwägt und abstrusen Behauptungen den notwendigen Grad an Skepsis entgegen bringt.
Kurt Jacobsen *


"Bis vor einigen Jahren war die Ansicht verbreitet, dass die unpolitische und passive Wissenschaftsgilde unter dem Druck des totalitären Systems gestanden habe und machtlos hätte zusehen müssen, wie Politiker und Ideologen die Anthropologie für ihre rassenpolitischen Zwecke missbrauchten. Die neuesten wissenschaftlichen Ergebnisse deuten dagegen auf eine weit über die nationalsozialistische Epoche hinaus führende Kontinuität rassistischer Denkmuster in der deutschen Anthropologie hin."
Das schreibt Michael Vetsch in seiner Arbeit " Ideologisierte Wissenschaft - Rassentheorien deutscher Anthropologen zwischen 1918 und 1933" (2003)
http://www.grin.com/e-book/25570/ideologisierte-wissenschaft-rassentheorien-deutscher-anthropologen-zwischen

Ich füge hinzu: Die rassistischen Denkmuster in der deutschen Anthropologie (Lehre vom Menschen) waren nicht primär Ausdruck eines "deutschen Sonderwegs", sondern kamen zunächst aus dem Mittelstrom international propagierter - eugenischer - Theorien. Auch international brauchten noch nach der "Machtergreifung" der Nazis Anthropologen und andere Wissenschaftler sehr lange, sich vom Rassenwahn der Nazis, der auch Wissenschaftler ergriffen hatte und z.T. mit von ihnen ausging, zu distanzieren.  Der deutsch-amerikanische Anthropologe Franz Boas versuchte schon früh, in Deutschland selbst, in den USA und international eine solche Distanzierung zu erreichen (und vieles hätte wohl verhindert werden können, wenn es ihm rechtzeitig gelungen wäre). 

Erfolglos appellierte Boas z.B. an den renommierten deutschen Anthropologen Theodor Mollison. Im Eintrag zu Mollison in der von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften herausgegebenen "Deutschen Biographie" steht über Mollison und seine Antwort an Boas:
"...Auch zum Thema Rassenkunde hat M. Beiträge geliefert. Mit seinen Äußerungen zu der damals – nicht nur in Deutschland – viel diskutierten „Rassenhygiene“ (1934) war er, der seit 1937 der NSDAP und seit 1941 dem NS-Dozentenbund angehörte, einer jener Anthropologen, die den Nationalsozialisten eine „wissenschaftliche Begründung“ für ihr verbrecherisches Handeln boten. Seine Einstellung wird in einem Brief an den Ethnologen und Anthropologen Franz Boas von der Columbia University aus dem Jahr 1938 erkennbar. Er wisse sehr wohl, schrieb M., was die deutschen Wissenschaftler Hitler zu verdanken hätten, „nicht zuletzt auch die Reinigung unseres Volkes von fremdrassigen Elementen“...."
http://www.deutsche-biographie.de/sfz64945.html

Über Franz Boas schrieb Marshall Hyatt, Direktor des Center for Afro-American Studies an der Wesleyan University in Connecticut: "Mehr als jeder andere Anthropologe war Boas dafür verantwortlich, daß sich die Wissenschaften vom Sozial-Darwinismus ab und den Menschenrechten zuwandten".
http://www.personenlexikon.net/d/franz-boas/franz-boas.htm

Pseudowissenschaftlich "begründete" Vorurteile gegen Juden und andere Bevölkerungsgruppen, die von den Nazis verfolgt wurden, trugen während der Zeit des Nazi-Terrors in den USA und anderen Ländern zu massiven Einreisebeschränkungen und einer restriktiven Asylpolitik bei.



* Das Zitat von Kurt Jacobsen stammt aus einem Artikel über die mystische Idee von "genetischer Korrektheit" (The Mystique of Genetic Correctness, 2007) 
Auszug:
"Possibly the eugenics episode may work today as a sobering reminder of how mortal our rulers are and how fallible the scientist is. The eugenics story need to be retold and reviewed so that the wider community weighs the risks in this scientific game and brings to bear the necessary degree of skepticism to ballyhooed claims. As for modern genetical fancies, it is hardly possible to improve on the advice of Herbert Muller who himself flirted with eugenics half a century ago before coming to the conclusion that in order to call the bluff of genetic correctness we first need to organize a "cooperative society [where] inequalities due to artificial class distinction, race prejudice, inherited fortunes and privileges are done away with, which will bring us much closer to the ideal eugenic conditions in which practically every individual will have as favorable opportunities for development as every other, and thus have his potentialities recognizable for what they are...then for the first time we shall have an estimation of a man's intelligence from a genetic standpoint."
http://www.logosjournal.com/issue_6.1-2/jacobsen.htm

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Auszüge aus
http://wikipedia.msn.de/wiki/Eugenik

"1921 fand in New York der zweite internationale Eugenik-Kongress ... statt. Die Organisatoren ..  strebten Gesetze an, die die Ausweitung von „defekten Rassen“ verhindern sollten. Der Eugenikerbund Eugenics Record Office (ERO) hatte zahlreiche Mitglieder, von denen einige auch in Deutschland bekannt und hochgeachtet waren: darunter der Leiter Harry Laughlin, Charles Davenport und Lothrop Stoddard. Letzterer lernte Adolf Hitler persönlich kennen und unterstützte dessen Rassenwahn.
In Kanada waren Zwangssterilisierungen im Rahmen der Eugenik Anfang des 20.
Jahrhunderts populär...  Zur Bestimmung der zu sterilisierenden Individuen wurden Intelligenztests verwendet. Die Durchführung der Tests in der Englischen Sprache bedeutete, dass Immigranten häufig niedrigere Punktzahlen erreichten, weswegen unter den Sterilisierten viele Einwanderer waren."




DER SPIEGEL 11/1980 - Tief verankert
www.spiegel.de/spiegel/print/d-14318313.html

"... Die rassistische Erblehre hat in den Vereinigten Staaten Tradition."
"Auf jedem der drei internationalen Eugenik-Kongresse -- 1912 in London
(Vizepräsident: Winston Churchill), 1921 in New York (Komitee-Mitglied: der
spätere US-Präsident Herbert Hoover) S.246 und 1932 wiederum in New York --
forderten Briten und Amerikaner immer wieder die Zwangssterilisation von Armen,
Kranken und Kriminellen."
Diese Zielgruppen wurden 1932, im Jahre vier der Weltwirtschaftskrise, um eine
neue Klasse gesellschaftlicher Außenseiter erweitert. Auch die Millionen
amerikanischer Arbeitsloser sollten nun unter das Sterilisationsmesser, weil sie
den Wirtschaftsbankrott durch die in ihren Chromosomen verankerte
"Hilflosigkeit" und "Dummheit" verursacht hätten."


AKW Geschichte, Holocaust (28.04.2009)
www.hist.akgw.ch/20/mat/docs/04_A_hd2.pdf

"...Rassistische Theorien unter dem Deckmantel der Wissenschaft hatten seit dem frühen 19. Jahrhundert in Deutschland, aber auch in anderen Staaten Europas Fuss fassen können und
sich in der Biologie, Völkerkunde und Linguistik verbreitet.
Scheinbare „wissenschaftliche“ Grundlagen für die Identifizierung „unwerten Lebens“ lieferte die damals relativ neue Eugenik.
Die Einbeziehung der Hochschulen in die Ausgrenzung jüdischer Wissenschaftler, die Etablierung einer „Rassenkunde“, die Beteiligung zahlreicher Fachrichtungen an Unrechtsjustiz, Unrechtsmedizin, Geschichtsfälschung usw. hat eine nicht zu unterschätzende Rolle bei der Vorbereitung und Durchführung des Holocausts gespielt...."


Unabhängige Expertenkommission Schweiz – Zweiter Weltkrieg: Roma, Sinti und Jenische Schweizerische Zigeunerpolitik zur Zeit des Nationalsozialismus. Beiheft zum Bericht
Die Schweiz und die Flüchtlinge zur Zeit des Nationalsozialismus (2000)
„….Die medizinischen Humanwissenschaften – insbesondere die Psychiatrie – wurden für die Fürsorge und Kriminalpolitik im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts zu Leitwissenschaften, die Wahrnehmungskategorien und Deutungsmuster für soziale Probleme der Zeit bereitstellten und Expertenwissen als Entscheidungsgrundlage für Justiz und Verwaltung anboten. …
Die Entwicklung der Psychiatrie und ihres Wissensgegenstandes war seit den 1880er Jahren geprägt von Theorien, die sich auf biologische Paradigmen des Evolutionsprinzips und der Vererbungslehre stützten. …
Gemäss sozialdarwinistischer Lehren geriet die biologische Entwicklung … in Konflikt mit sozialen Einrichtungen, welche die evolutionären Prinzipien der Auslese ausser Kraft setzten, was zu einer als unnatürlich verstandenen Vermehrung «minderwertig» veranlagter Individuen führe und damit den Fortschritt hemme. …
Die Übernahme dieser biologischen Paradigmen in der Anthropologie führte zur Klassifikation von Menschentypen entlang von Kategorien der sozialen Ordnung und Stratifikation: entlang von Geschlecht, Rasse, Klasse, entlang der Dichotomie Normal/Abnorm (kriminell, pathologisch). …  Diese Klassifikationen schufen Werthierarchien zwischen «biologisch höherwertigen» und «biologisch minderwertigen» Menschen. …“

Weitere Quellen u.a.:

"Nicht zufällig sprach 1965 etwa der Biologe Georg Melchers vom „nationalsozialistischen Mißbrauch scheinbarer Wissenschaftlichkeit …“
Wolfgang Hardtwig: Utopie und politische Herrschaft im Europa, Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2003 (S. 313); URL: http://books.google.de/books?id=l5NZDhv4VFMC&dq=%22eugenische+utopie+und%22&source=gbs_navlinks_s

Hitlers amerikanische Lehrer: die Eliten der USA als Geburtshelfer der Nazi-Bewegung
Hermann Ploppa - 2008 - History
http://books.google.de/books?id=IG55kbmOq68C&dq=ploppa+%22hitlers+amerikanische+lehrer%22&source=gbs_navlinks_s


Rassismus und Eugenik im Deutschen Reich - Felix Hessmann - Nov. 2007
Hauptseminararbeit - Psychologie - Sozialpsychologie.
ww.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/20418.html

 „Die rassistische Internationale“ – Die globale Eugenik-Bewegung ...12. Dez.
2010 ... Eugenik und die Hilfe für die Schwachen und Armen →. „Die
rassistische Internationale“ – Die globale Eugenik-Bewegung ...
 
www.conquer-the-dragon.de/?p=1203

Rasse, Blut und Gene: Geschichte der Eugenik und Rassenhygiene in ...Rasse,
Blut und Gene: Geschichte der Eugenik und Rassenhygiene in Deutschland
suhrkamp taschenbuch wissenschaft: Amazon.de: Kurt Bayertz, Jürgen Kroll, (1992)

www.amazon.de/...Rassenhygiene.../3518286226

Conserving the Race: Natural Aristocracies, Eugenics, and the U.S. Conservation Movement - Gray Brechin - Antipode, July 1996
http://graybrechin.net/articles/1990s/conserving.html

Rassenwahn oder Wissenschaft - L. Segal, E. Walraph (ca. 1990)
http://www.ns-eugenik.de/eugenik/sa9.htm

Stichwort Eugenik und Sozialdemokratie/ Sozialdarwinismus und Sozialdemokratie:
Science-Texts | Sarrazin: Das fehlende Kapitel8. März 2011 ... Der Sozialstaat
hat die natürliche Auslese außer Kraft gesetzt. „Der moderne Sozialstaat hat“,
so Sarrazin, „die seit Beginn der ..

www.science-texts.de/.../sarrazin-das-fehlende-kapitel.html - Im Cache

Über die Rolle der Anthropologie und verwandter Wissenschaften s. auch Quellen zu Eugen Fischer; z.B. über
http://www.google.com/search?hl=de&source=hp&q=%22eugen+fischer%22+anthropologe&aq=f&aqi=&aql=&oq= ;
http://www.google.com/search?hl=de&q=%22eugen+fischer%22+eugenik&aq=f&aqi=&aql=&oq=:http://www.google.com/search?hl=de&q=%22eugen+fischer%22+namibia&aq=f&aqi=&aql=&oq=

Human Heredity and Politics - Adams, Allen, Weiss - Osiris © 2005, The University of Chicago Press; http://www.jstor.org/pss/3655258
"....What, if anything, was peculiarly "Nazi" about human genetics under National Socialism? How ... did at least some of Germany's most well-known and leading biomedical practioners become engaged in entgrenzte Wissenschaft (science without moral boundaries)? This paper attempts to provide some answers to these two questions comparing three institutes that studied eugenics and human heredity in the 1920s and 1930s: the Eugenics Record Office at Cold Spring Harbor, New York, directed by Charles B. Davenport; the Kaiser Wilhelm Institute for Anthropology, Human Heredity and Eugenics, in Berlin, directed by Eugen Fischer; and the Maxim Gorky Medical Genetics Institute in Moscow, directed by Solomon G. Levit. ..."

Hans-Walter Schmuhl: Rassenforschung an Kaiser-Wilhelm-Instituten vor und nach 1933, Wallstein Verlag, 2003
http://books.google.de/books?id=j7BmI5um7scC&printsec=frontcover#v=onepage&q&f=false

Wissenschaftler und Eugeniker: Sarrazins Vordenker Von Cord Riechelmann, TAZ, 09.02.2010 
http://www.taz.de/1/zukunft/wissen/artikel/1/sarrazins-vordenker/

und auf diesem Blog 
http://guttmensch.blogspot.com/2011/03/francis-galton-seine-forschung-in.html

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„Jeder Mann begeht biologischen Verrat, wenn er eine Partnerin fremder Rasse
heiratet und Kinder anderer Rassen adoptiert und in unseren Lebensbereich bringt, so dass dadurch die Bastardisierung hier gefördert wird.“
Gesellschaft für biologische Anthropologie, Eugenik und Verhaltensforschung e.V
Neue Anthropologie Nr. 1/2, Juni 1991, Lesematerial im Humanbiologischen Institut der Hamburger Universität (nach Süddeutsche Zeitung, 7./8.12.1996)

Auszug aus Wikipedia über die "Gesellschaft für biologische Anthropologie, Eugenik und Verhaltensforschung e.V."  http://de.wikipedia.org/wiki/Gesellschaft_f%C3%BCr_biologische_Anthropologie,_Eugenik_und_Verhaltensforschung (Stand 5.4.2011):
"Gegründet wurde der Verein 1962 von Wilhelm Weis (1892-1980) als Deutsche Gesellschaft für Erbgesundheitspflege e.V. in Hamburg. Weis war seit 1918 Anhänger der Deutschgläubigen Gemeinschaft und bis zu seinem Tod dieser Überzeugung treu geblieben.[1] Von 1962 bis 1972 war Weis Vorsitzender der Gesellschaft, welche ab 1964 als Organ die Zeitschrift Erbe und Verantwortung – Eugenische Rundschau herausgab. Weis war Schriftleiter der Zeitschrift.[2] Als Weis 1972 sein 80. Geburtsjahr erreichte, gab er den Vorsitz an seinen Schwiegersohn Jürgen Rieger weiter. Der Wechsel zu Rieger hatte auch eine Umbenennung der Gesellschaft und ihrer Zeitschrift zur Folge. Ab 1972 hieß der Verein Gesellschaft für biologische Anthropologie, Eugenik und Verhaltensforschung. Die Zeitschrift wurde in Neue Anthropologie – Erbe und Verantwortung umbenannt. ...
Die Forderungen der GfbAEV orientieren sich an der nationalsozialistischen Rassenideologie beziehungsweise der Nationalsozialistische Rassenhygiene. Folgende Ziele wurden 1965 formuliert[4]:
1. Allseitige Förderung der Fortpflanzung erbgesunder, begabter und schöpferischer Menschen. 2. Weitgehende Einschränkung der Vermehrung Schwachsinniger und Asozialer. 3. Gänzliche Verhinderung der Fortpflanzung minderwertig Erbkranker und rückfälliger Schwerverbrecher
Ideologisch bezieht sie sich auf die Werke von Hans F. K. Günther wie auf Jürgen Riegers Buch Rasse: Ein Problem auch für uns! Bekämpft wird die „Rassenmischung“, die die „nordische Rasse“ schwäche und dem Untergang weihe. Sie fordert eugenische Praktiken wie die Sterilisation Schwerkrimineller oder Erbkranker. In der ersten Ausgabe der Zeitschrift Neue Anthropologie 1972 erfolgte eine Würdigung von Fritz Lenz zum 85. Geburtstag. 1975 folgte eine Würdigung von Erwin Baur.[5]
Die Gesellschaft hat einen Wissenschaftlichen Beirat, in der Vertreter des Rechtsextremismus wie Rolf Kosiek, Hans Georg Amsel, Hans-W. Hammerbacher, Alain de Benoist und Günther Schwab sitzen. Andere Mitglieder des Beirates im Zeitraum 1972 bis 1981 waren oder sind unter anderem Karl Thums, Wolfgang Gröbner, Max Otto Bruker und Friedrich Ritter."
Weitere Internet-Quellen (u.a.)
Neonazi-Großfamilie: Bundespräsident soll Ehrenurkunde ...dokmz.wordpress.com/2010/11/30/neonazi-grofam... 30. Nov. 2010  Marc Müller ist Vorsitzender der rassistischen „Gesellschaft für biologische Anthropologie, Eugenik und Verhaltensforschung e.V. ...
Tagung an den Externsteinen - Salzekurier.de www.salzekurier.de/Berichte_11/110602_Tagung_...
1. Juni 2011... der zum Neonazismus gehörenden extrem rassistischen " Gesellschaft für biologische Anthropologie, Eugenik und Verhaltensforschung e.V. ...
Diskriminierung von Menschen mit Behinderung: Eugenik ...www.amazon.de/Diskriminierung-Menschen-Behind...Kapitel: Eugenik, Nationalsozialistische Rassenhygiene, Kinder-Euthanasie, ... Cighid, Madison Grant, Gesellschaft für biologische Anthropologie, Eugenik und Verhaltensforschung e.V. ...
Wilhelm-Tietjen-Stiftung für Fertilisation – Wikipedia de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm-Tietjen-Stiftun...
Januar 2002. Er vermachte sein Vermögen der Gesellschaft für biologische Anthropologie, Eugenik und Verhaltensforschung, als dessen Verwalter...
Wer hat Angst vorm schwarzen Mann — Der Freitagwww.freitag.de/buch-der-woche/wer-hat-angst-v...... wie Rassismus und Ausgrenzung die Gesellschaftssysteme überdauern und was ... Vorsitzender der Gesellschaft für biologische Anthropologie, ...
Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen ... www.politische-bildung.nrw.de/multimedia/0189... ... rechtsextremer Personen und Organisationen und mit der " Gesellschaft für biologische Anthropologie, Eugenik und Verhaltensforschung ...

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Die Neuentdeckung einer alten Socke:
Das "Heidelberger Manifest" von 1981 von Ramona Ambs (Hagalil, 2006)
http://www.hagalil.com/archiv/2006/06/thierry.htm
"Das Heidelberger Manifest existiert in zwei Fassungen. Die erste (das ist die, welche man bei Thierry findet) entstand am 17. Juni 1981 und ist ein völkisch-rassistisches Pamphlet, das vor Überfremdung, ja vor dem Untergang des deutschen Volkes warnt. Peinlich für die altehrwürdige Universitätsstadt am Neckar, die jetzt so sehr nach universitärer Exzellenz (also Internationalität!) strebt. Das Manifest wurde seinerzeit von fünfzehn Hochschulprofessoren unterzeichnet. Zehn der Professoren distanzierten sich jedoch nach großem öffentlichem Druck am 31. Januar 1982 mit einer abgeschwächten Version des Heidelberger Manifestes von der ursprünglichen Fassung. Nicht dass die zweite Fassung in irgendeiner Weise akzeptabler wäre, aber sie stellt doch immerhin klar, dass es keine Wertehierarchie unter den verschiedenen Völkern gibt."

Die “Deutsche Stimme” - mit Links zu Junge Nationaldemokraten (JN), NPD-Bundesverband, NPD-Fraktion MV, NPD-Fraktion Sachsen, Ring Nationaler Frauen (RNF) - blickte 2011, 30 Jahre danach, mit Stolz zurück auf das Heidelberger Professoren-Manifest und auf die Rolle, die der „Schutzbund für das Deutsche Volk“ dabei gespielt hatte.
Gleich daneben auf der Webseite der Link zu einem anderen Artikel: »Widerstand« – wann ist es so weit? Läßt sich das GG zur Auflösung der Bundesrepublik instrumentalisieren? 

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Franz Boas über "Rasse und Kultur"
"1932 erschien die Rede, die Franz Boas zur Verleihung seines 50-jährigen Dokturjubiläums am 30. Juli 1931 in der Aula der Christian-Albrechts-Universität in Kiel gehalten hatte, in gedruckter Form. Daraus ein Auszug:
'Für jedes Gemeinwesen lauert eine Gefahr in der Bildung scharf geschlossener Gemeinschaften, weil diese unweigerlich heftige Antagonismen hervorrufen. Die Identifikation von Rasse und Kultur beruht auf zwei grundlegenden Denkfehlern. ...
Das Verhalten eines Volkes wird nicht wesentlich durch seine biologische Abstammung bestimmt, sondern durch seine kulturelle Tradition. Die Erkenntnis dieser Grundsätze wird der Welt und besonders Deutschland viele Schwierigkeiten ersparen.' "
Aus: Mindener Tageblatt, Nummer 87 · Montag, 14. April 2008
Vor gefährlichen Irrwegen der Rassenkunde gewarnt
www.franz-boas.de/download/2008_04_14_boas.pdf

Gleichzeitig
Nazismus als „angewandte Biologie“
Mitstreiter: Karl Pearson. • KEINE Ärzte oder Biologen, ... Eugen Fischer - Die
Rehobother Bastarde ... 1933) (Vorlage bereits im Preußischen Landtag 1932) ...

www.univie.ac.at/igl.geschichte/ash/ws_09/.../WS09-VO6-1.pdf


Im Dezember 1932 erhielt Galtons Mitstreiter und Biograph Karl Pearson die "Rudolf Virchow Medaille" der Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte. Zuvor hatte der "Rassenhygieniker" Erwin Baur sie erhalten. Eugen Fischer, Präsident der Gesellschaft, hielt die Laudatio.
http://www.nature.com/nature/journal/v130/n3292/abs/130838b0.html


Ja! Ja!
Nachtrag zu Eugen Fischer (23.10.2011)
Siehe auch http://guttmensch.blogspot.com/2011/03/francis-galton-seine-forschung-in.html

Eine Kontroverse um Eugen Fischer (diskreditierter Nazi-“Wissenschaftler” oder ehrenwerter Begründer ernsthafter Wissenschaft) tobt im englischsprachigen Wikipedia-Eintrag zu seinem Namen (nach der derzeit letzten Akualisierung vom 7. Oktober 2011). Dass Fischer persönlichen Kontakt mit Karl Pearson hatte, erscheint in dem Eintrag bisher allerdings nicht. http://en.wikipedia.org/wiki/Eugen_Fischer

Der deutsche Wikipedia-Eintrag zu Eugen Fischer (nach der derzeit letzten Aktualisierung vom 22.11.2011) ist in einigen Teilen knapper, in anderen ausführlicher als die englischsprachige Version. Hier findet sich eine Aufstellung von politischen Forderungen Fischers , z.B. nach einer “eugenischen Steuerreform”, die stark an  die Thesen Thilo Sarrazins erinnern. Auch in diesem Beitrag bisher kein Hinweis auf Fischers Kontakt mit Francis Galtons Apostel Karl Pearson.
http://de.wikipedia.org/wiki/Eugen_Fischer_(Mediziner)
Auszug:
“… Gemeinsam mit Carl Correns, Richard Goldschmidt und Erwin Baur betrieb er dieGründung des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik in Berlin, dessen erster Direktor er zwischen 1927 und 1942 war. In dieser Funktion war er ein führender Befürworter der Rassengesetze und damit in die Verbrechen der Nationalsozialisten verstrickt. …
Fischer war unmittelbarer Wegbereiter der nationalsozialistischen Rassentheorien. Sein Nachfolger in der Führung des Kaiser-Wilhelm-Instituts, Otmar von Verschuer, war Mentor und Chef des berüchtigten Josef Mengele und hatte damit unmittelbaren Anteil an der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik.
Fischer legte Wert darauf, dass die Rassentheorie dem Nationalsozialismus vorausgegangen war. Als ein nationalsozialistischer Redner die Eugenik als Erfindung der NSDAP darstellte, unterbrach ihn der  aufgebrachte Fischer mit den Worten: „Sie (die NSDAP) besteht lange nicht so lang wie unsere eugenische Bewegung.“ …
Auf der ersten Tagung der Anthropologie nach dem Kriege in Weingarten 1949 – noch immer wurde er als Kopf des Faches hofiert – gab er die Parole aus: „Über Politik reden wir hier nicht, das haben wir hinter uns“. …
Dokumentation [Bearbeiten]„...Einen nationalen Staat haben wir aufgerichtet, und wir sind dabei, ihn auszubauen, einen Staat aus Blut und Boden, einen Staat aus der deutschen Volksverbundenheit heraus aufgebaut auf Volkstum, Rasse und deutscher Seele... Der Führer hat die Größe gehabt zu sagen: Ich frage das ganze deutsche Volk, ob es mit seinem Willen hinter mir steht; und morgen wird das ganze deutsche Volk sagen: Ja! Ja!“ (in: Bekenntnis der Professoren an den deutschen Universitäten und Hochschulen zu Adolf Hitler und dem nationalsozialistischen Staat, Dresden …  1934 ...) …
Eröffnungsrede Fischers anlässlich eines Kongresses der International Federation of Eugenic Organisations 1929 in Rom; gehalten als Tagsordnungspunkt 9 in der Anwesenheit von Mussolini:
"Leitsätze für die eugenische Bevölkerungspolitik.
1. Die wichtigste Grundlage für das Gedeihen eines Volkes ist gute Qualität seiner Erbmasse.
2. Die erbliche Veranlagung eines Volkes ist nicht unveränderlich. Wenn die tüchtigeren Volksgenossen weniger Kinder haben als die minder tüchtigen, so ändert sich die durchschnittliche Beschaffenheit der Erbmasse in ungünstige Richtung: es tritt Entartung ein.
3. Wenn die tüchtigen Volksgenossen dagegen mehr Kinder haben als die minder tüchtigen, so hebt sich die Tüchtigkeit der Rasse.
4. Gegenwärtig hat die Gesamtheit der tüchtigen Familien in allen Völkern europäischer Kulturen eine ungenügende Kinderzahl.
5. Wirtschaftliche und kulturelle Tüchtigkeit führt gegenwärtig in der Regel zum sozialen Aufstieg. Mit dem sozialen Aufstieg aber nehmen die Motive der Geburtenverhütung zu.
6. Um den tüchtigen Volksgenossen die Hemmnisse, die der Gründung einer ausreichend großen Familie entgegentreten, aus dem Weg zu räumen, ist ein Ausgleich der Familienlasten nötig.
7. Ein eugenisch richtiger Ausgleich der Familienlasten kann auf dem Wege der  Steuer herbeigeführt werden.
8. Für die Frau und jedes Kind sollte ein bestimmter Prozentsatz der Einkommenssteuer nachgelassen werden. Die Steuersätze für Unverheiratete und Kinderlose müssten natürlich entsprechend erhöht werden.
9. Die eugenische Reform des Steuerwesens kann allmählich eingeführt werden. Mit geringen Prozentsätzen beginnend sollte im Lauf der Jahre die Differenzierung der Steuer nach der Familiengröße so weit verstärkt werden, bis für die Frau und jedes Kind 20 bis 25% der Steuer nachgelassen würde. Familien mit 4 bzw. 3 Kindern würden dann steuerfrei sein.
10. Von Erbschaftssteuer sollten Familien mit 3 und mehr Kindern völlig befreit, kinderarme Familien entsprechend stärker damit belastet werden.
11. Die Steuerpolitik des Faschismus ist eugenisch zu begrüßen. Sie sollte soweit ausgebaut werden, dass ein wirklicher Ausgleich der Familienlasten erreicht wird.
12. Geburtenprämien und Kinderhilfen, wie sie in gewissen Staaten gewährt werden, fördern hauptsächlich nur die Fortpflanzung der wirtschaftliche Untüchtigen. Sie können daher von der Eugenik nicht gebilligt werden.
13. Die eugenische Steuerreform dagegen wirkt um so stärker im Sinne der Vermehrung, je größer die wirtschaftliche Tätigkeit der Familien ist. Wirtschaftlich untüchtige Elemente werden durch sie nicht zur Vermehrung angesprochen, da diese keine Steuer zahlen.
14. Die Steuernachlässe für Frau und Kinder müssen auch bei großem Einkommen und Vermögen gewährt werden, weil anderenfalls die Unverheirateten und Kinderlosen mit großem Einkommen oder Vermögen zu wenig belastet sein würden.
15. Der eugenische Ausgleich der Familienlasten wirkt auch mittelbar günstig; er vermindert den Luxus, der meist von Kinderlosen und Kinderarmen getrieben wird; er wirkt im Sinne vermehrter Eheschließungen und einer Herabsetzung des Heiratsalters; er trägt damit auch wirksam zur Lösung der Frauenfrage bei; auch die geschlechtliche Sittlichkeit würde auf diese Weise gehoben werden.
16. Schließlich wirkt der eugenische Ausgleich der Familienlasten auch im Sinne einer Erneuerung der Lebensauffassung. Wenn die soziale Moral, die in den Einrichtungen des Staates ihren Ausdruck findet, familienfeindlich eingestellt ist, so nützt kein Appell an das Gewissen des Einzelnen.Wenn aber der Staat den Wert der Familie nicht nur in Worten, sondern durch die Tat anerkennt, so tritt die Familie wieder in den Mittelpunkt der persönlichen Wertung.
17. Die Wiedergeburt des Abendlandes kann nur aus der Erneuerung der Familie erwachsen."
Quelle: Korrespondenz mit der International Federation of Eugenic  Organisiations. in: Korrespondenzordner von Prof. Dr. Eugen Fischer; Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik; Ihnestr.22/24; Berlin-Dahlem; Sept.1929”

Siehe auch
http://de.wikipedia.org/wiki/Bekenntnis_der_Professoren_an_den_deutschen_Universit%C3%A4ten_und_Hochschulen_zu_Adolf_Hitler

Zur Geschichte der Anthropologie:A History of Anthropological Theory von Paul A. Erickson,Liam D. Murphy, University of Toronto Press, 2008http://books.google.de/books?id=CzbyAW-607MC&printsec=frontcover#v=onepage&q&f=false




http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/5d/Freie_Universitaet_Berlin_-_Otto-Suhr-Institut_-_Gedenktafel_-_Kaiser-Wilhelm-Institut_fuer_Anthropologie-menschliche_Erblehre_und_Eugenik.jpg


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Vorsicht mit dem Etikett "Intelligenzforscher":

Die daenische Zeitung Jyllands-Posten (die mit den Mohammed-Karikaturen) zitiert gern den "Intelligenzforscher" Helmuth Nyborg als Kronzeugen fuer die qualitativ-demografische Gefahr, die von Einwanderern aus "Niedrigintelligenzlaendern" ("low IQ countries") ausginge. Aber Kollegen werfen Nyborg, der von der Universitaet Aarhus 2007 im Rahmen einer Kontroverse um pseudo-wissenschaftliche Behauptungen in den vorzeitigen Ruhestand geschickt wurde, wissenschaftliche Unredlichkeit vor.

"September 27, 2011 · Danish Race Intelligence Professor Accused Of Dishonesty ....
For example, Nyborg’s conclusions were recently cited in articles in the newspapers Jyllands-Posten and Weekendavisen in articles about immigration. In the Weekendavisen article, Nyborg was identified as an “intelligence researcher and former psychology professor”.
“It’s dishonest that the research or the researcher’s title and authority are being misused to promote political views. People are allowed to have political views, but it is dishonest if they are presented as though they are scientifically substantiated,” Mammen told Information."
http://racismdaily.com/2011/09/27/danish-race-intelligence-professor-accused-of-dishonesty/

Nyborgh, natuerlich Opfer einer "Hexenjagd" (witch hunt), was sonst, und seine Beschwoerung des genetischen Niedergangs der westlichen Zivilisation, werden gefeiert auf einschlaegigen Webseiten wie dieser:
http://www.theoccidentalobserver.net/2011/05/helmuth-nyborg-on-the-genetic-decline-of-western-civilization-denmark-as-a-cast-study/
Siehe auch Stichwort "Intelligenzatlas" auf diesem Blog


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Mikhael Lyubansky, University of Illinois at Urbana-Champaign, ueber wissenschaftlichen Rassismus und dessen Rezepte, mit unerwuenschten Bevoelkerungruppen umzugehen:
“Move them out”, “breed them out”, “kill them off”

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Merkzettel (zur weiteren Bearbeitung)
Die Versuchung der „Selbstvergöttlichung“
In England starb im Mai 2009 ein junger Mann, Kane Gorny, in einem Krankenhaus des National Health Service (NHS) an Dehydrierung (Austrocknung). Das Personal verweigerte ihm aus angeblich medizischen Gründen die Möglichkeit, zu trinken, gab ihm aber auch keine andere Flüssigkeitszufuhr (z.B. Infusion). Gorny war so durstig und verzweifelt gewesen, dass er die Polizei-Notrufnummer 999 angerufen hatte. Die Polizei kam auch, wurde aber vom Personal wieder weggeschickt, ohne Gorny überhaupt zu sehen. Als seine Angehörigen nach seinem Tod nach Ansicht des Personals zu lange brauchten, um Abschied zu nehmen, fragte eine schnippische Pflegekraft, ob sie die Leiche jetzt endlich einsacken könnte. Die Obduktion zeigte, dass Gorny an Dehydrierung gestorben war; er war verdurstet.
http://www.mirror.co.uk/news/uk-news/kane-gorny-inquest-nhs-patient-1125329

Versuchung zur „Selbstvergöttlichung“ bei Menschen in tatsächlichen oder ersehnten Machtpositionen (hier bei Ärzten und Pflegepersonal);
vgl. auf diesem Blog Stichwort „Selbstvergöttlichung“ auf dem Post „Entscheiden, wer leben darf und wer sterben muss“ über Allmachtsphantasien bei jugendlichen Mördern und Amokläufern
http://guttmensch.blogspot.com/2011/12/entscheiden-wer-leben-darf-und-wer.html