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Samstag, 26. Februar 2011

Zusammensitzen in Bayreuth und Gedanken über die Herrenmoral der vornehmen Menschen

(Siehe auch http://guttmensch.blogspot.com/2011/03/bayreuther-kreis-eugenik-esoterik-und.html; http://guttmensch.blogspot.com/2011/03/der-bayreuther-chamberlain-und-die.html)

In einen Zettelkasten zum Thema „Menschenrechte statt Eugenik“ gehören unbedingt auch Notizen zum „Bayreuther Kreis“, der sich um die Familie Richard Wagners gebildet hatte. An der Entwicklung eugenisch-sozialdarwinistischen Denkens hatte dieser Kreis, in dem sich zeitweise auch Friedrich Nietzsche sehr zu Hause fühlte, beträchtlichen Anteil. Ich beabsichtige, in dem Themenblock „Sozialdarwinismus, Eugenik, Biopolitik“ noch Ausführlicheres über den Bayreuther Kreis und über Nietzsche, über Ideen von „Übermenschentum“, „Herrenmoral“ etc. zusammenzustellen. - Nun sind aktuelle Entwicklungen wieder einmal schneller als das Tempo, mit dem ich meine Notizen über ideengeschichtliche Grundlagen in den Zettelkasten einstellen kann. Mit diesem Beitrag leiste ich mir aus gegebenem Anlass vorab eine kurze, unkommentierte „Assoziationskette“ von Zitaten und Textauszügen.

„Die Entscheidung der Universität Bayreuth liegt auf der Linie dessen, was der Verteidigungsminister vorgegeben hat.“ - Bundeskanzlerin Angela Merkel am 23.2.2011; Quelle u.a.: http://m.zdf.de/h/1/0,6741,8215101,00.html

"Irgendwann sitzen wir alle in Bayreuth zusammen und begreifen gar nicht mehr, wie wir es anderswo aushalten konnten." - Friedrich Nietzsche, zitiert in einem Werbespot und auf Webseiten der Universität Bayreuth; z.B. http://www.neu.uni-bayreuth.de/en/Uni_Bayreuth/home/Welcome_to_Bayreuth/Bayreuth/index.html


„Maßgebend für … (das) Denken (Gobineaus) war die Parallelsetzung von Klassen und Rassen: Der Adel enthalte die wertvollsten Rassenelemente, das Bürgertum sei eine Mischrasse und die Unterschichten bestünden aus rassisch Minderwertigen mit hohen schwarzen und gelben Bestandteilen. … Der Rassismus bei Gobineau war noch nicht mit dem Antisemitismus verbunden; diese Verbindung wurde erst durch die Gobineau-Rezeption im Umfeld Richard Wagners hergestellt… In der Weiterentwicklung der Ideen Gobineaus sprach sich Nietzsche für eine künstlich-gewollte Rassenbildung, die auf die neuen Erkenntnisse der Eugenik auszurichten war, aus. Nietzsche entwickelte den Gedanken der Züchtung einer „Herrenrasse“, die eine höhere Art Menschen ausbilden sollte.“Lausberg, Michael: Die Resonanz des gobinistischen Rassenbegriffs bei Wagner und Nietzsche, Aachen 2009;http://www.tabvlarasa.de/38/Lausberg.php


„Nietzsche bezweifelt die Absolutheit und Allgemeingültigkeit moralischer Grundsätze… Die Natur des Menschen ziele vielmehr auf die Herrschaft der Starken über die Schwachen; diese könnten sich nur ausleben, indem sie sich von den Schwachen absetzen würden. Die Herrenmoral der vornehmen Menschen bewege sich „jenseits von Gut und Böse..“ Die Sklavenmoral orientiere sich hingegen an der Nützlichkeit für die Mehrheit…“Niefanger, Dirk: Nietzsche-Lektüren in der Wiener Moderne. In: Thorsten Valk (Hrsg.): Friedrich Nietzsche und die Literatur der klassischen Moderne; Berlin 2009; S. 45;http://books.google.de/books?id=VxKFh016KfMC&printsec=frontcover#v=onepage&q&f=false

Siehe auch auf diesem Blog:
http://guttmensch.blogspot.com/2011/03/der-bayreuther-chamberlain-und-die.html;
http://guttmensch.blogspot.com/2011/03/bayreuther-kreis-eugenik-esoterik-und.html.
Weitere Posts, die auf "Bayreuth", "Chamberlain" (Houston Stewart), "Gobineau", "Wagner" , "Nietzsche" und andere hier genannte Namen und Begriffe Bezug nehmen, sind über die Stichwortsuche (Zeile oben) leicht zu finden.

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Ergänzung zu den Stichworten "Ausnahmemensch", "Übermensch", "Gobineau", "Wagner", "Nietzsche"

Die Rassentheorie des Grafen Joseph Arthur de Gobineau - Eine Analyse des 'Essais', seiner Vorläufer und seiner Folgen. Autor: Oliver Trey. Diplomarbeit, Universität Mannheim, 1998, veröffentlicht bei GRIN.
Zusammenfassung: "Seit Ende des 18. Jahrhunderts, spätestens seit Anfang des 19. Jahrhunderts, entwickelte sich in Mittel-und Westeuropa ein „rassisches Denken“, durch das die verschiedenen Menschen der Erde in „Rassen“ eingeteilt wurden. Neu war dies freilich nicht, fanden sich doch schon bei Aristoteles ähnliche Elemente wie in den Rassentheorien des 19. Jahrhunderts. Das „rassische Denken“ erreichte nun aber eine neue Dimension. Dieses war bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts nur in einzelnen Fragmenten und Ansätzen vorhanden. Es existierte bis zu diesem Zeitpunkt keine allumfassende Theorie, keine Rassentheorie, in der die verschiedenen Vorstellungen und „Kenntnisse“ über „Rassen“ zusammengefaßt und „wissenschaftlich“ begründet waren. Solch eine Theorie wurde erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts von Joseph Arthur Graf von Gobineau entworfen. In dieser Theorie trat als eine Art Rassenphilosophie zum ersten Mal klar hervor, was bei Ernst Moritz Arndt und „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn noch unklar angedeutet war: Der biologische Materialismus verkündete die völlige Abhängigkeit des Menschen von seinen Erbanlagen und damit in letzter Konsequenz seine Willensunfreiheit. Joseph Arthur Graf von Gobineau wurde am 14. Juli 1816 in Ville d’Avray bei Paris geboren und verstarb am 13. Oktober 1882 in Turin. Seit 1877 lebte er zurückgezogen und widmete sich ausschließlich seiner schriftstellerischen Arbeit. Diese umfaßte neben seinem ‚Rassenwerk‘ „Essai sur l’inégalité des races hu-maines“ orientalische Studien, kulturgeschichtliche Darstellungen und eine Reihe schöngeistiger Schriften. Gobineau gehörte dem Kreis um Richard Wagner an. Mit seiner Abhandlung „Essai sur l’inégalité des races humaines“, in der er die Gleichwertigkeit der Menschen verschiedener „Rassen“ leugnete und die Überlegenheit der „arischen Rasse“ demonstrieren wollte, übte er auf Richard Wagner, Houston Stewart Chamberlain, Friedrich Nietzsche und die imperialistische Bewegung, die auch im Zusammenhang mit der Theorie des Sozialdarwinismus zu sehen ist, entscheidenden Einfluß aus. Des weiteren lieferte er mit seiner Abhandlung Argumente für den Rassenfanatismus des Nationalsozialismus. In den „Gestalten der Renaissance“ sah er den Ausnahmemenschen, den er verherrlichte, verkörpert. Mit dieser Verherrlichung nahm er Nietzsches Vorstellung vom Übermenschen vorweg.“

Aus: Rudolf Leiprecht: Rassismus (nicht nur) bei Jugendlichen. Beiträge zur Rassismusforschung und Rassismusprävention. Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Arbeitspapier (2005), S. 7-8; URL:
www.ibkm.uni-oldenburg.de/download/LeipRassismJugendNeu.pdf
 „Der Graf Gobineau (1816-82), dessen „wissenschaftsförmige Romane“ zum einen eine Art Zusammenfassung älterer Schriften bilden, zum anderen aber die Grundlage für die Schulen späterer Rassentheoretiker darstellen, vertrat eine Position, die von der Trauer um den Verlust feudaler Ordnung gekennzeichnet ist. Verunsichert durch die zunehmend rational-wissenschaftliche Erklärung der Welt muss auch die soziale Ordnung, das „Oben“ und „Unten“ in einer Gesellschaft wissenschaftlich erklärt werden. Die einzig geschichtsträchtige „Rasse“ sind für Gobineau die Arier, die allerdings – so sein Wissenschaftsroman – im Laufe ihrer Ausbreitung und kultureller Befruchtung „Anderer“durch Rassenmischung an Reinheit (spätere Zentralbegriffe der nationalsozialistischen Rassenideologie) eingebüßt haben. Durch diese als verderblich beurteilte Rassenmischung ist auch die bessere „Rasse“ nach Gobineau früher oder später zum Untergang verurteilt, was als gleichbedeutend mit der Dekadenz und dem Untergang der Menschheit vorgestellt wird.“


Stephan Malinowski: Vom König zum Führer: sozialer Niedergang und politische Radikalisierung im deutschen Adel zwischen Kaiserreich und NS-Staat  Akademie Verlas (2003); URL: http://books.google.de/books?id=RKEy0y2ZI1EC&source=gbs_navlinks_s :
„In seiner Schrift (‚Das Ideelle Programm des deutschen Jungadels‘) stellte der junge Graf (Ernst Rüdiger Erbgraf von Starhemberg),…., (später) Teilnehmer am Hitler-Putsch, einen nicht rassisch, sondern „ideell“ gefassten Antisemitismus in den Vordergrund. Im „Kampf“ zweier großer Weltideen stehe der ‚arische Weltgedanke‘ … gegen den internationalen Weltkapitalismus und … Marxismus. Als Aufgabe des jungen Adels, ‚von der Vorsehung durch Zuchtwahl zu Führern gestempelt‘, definierte Starhemberg, sich an die Spitze des antimaterialistischen, ‚arischen Weltgedankens‘ zu stellen. (S. 380)
„In Franken hielt Karl Ludwig Frhr. von Guttenberg, der seine Sympathien für die NSDAP mehrfach bekundet hatte, die Partei 1924 nicht zuletzt wegen ihres ‚kommunistischen Wirtschaftsprogramms‘ für unwählbar.“ (S. 518)
„Im letzten Abschnitt seiner populären ‚Rassenkunde Europas‘ hatte Hans F. K. Günther bereits 1924 zur Schaffung eines ‚neuen Adels‘ aufgerufen und damit im alten Adel Aufmerksamkeit und Beunruhigung ausgelöst. …1926 legte der promovierte Philologe ein weiteres Werk mit dem Titel ‚Adel und Rasse‘ vor. Den inhaltlichen Kern der Schrift bildete der Versuch, die Identität zwischen ‚Adel‘ und ‚nordischer Rasse‘ zu beleben. Biologisch von vorwiegend nordischer Ausstattung würde die Mehrheit des alten Adels zwar ein Teil des neuen Adels sein, der traditionelle Begriff der Ebenbürtigkeit war allerdings aufzugeben: ‚Für den  nordischen Gedanken einander ebenbürtig sind alle erblich-gesunden, erblich-tüchtigen, erblich-klugen Menschen gleich reinen nordischen Blutes …“… Die DAG (Deutsche Adels-Gesellschaft) und das EDDA-Projekt wurden von Günther explizit mit Lob bedacht, jedoch nur als Beginn eines von der Adelsjugend bereits eingeschlagenen Weges zu ‚Auslese und Gattenwahl‘ betrachtet. Günther hielt später Vorträge vor dem DAG-Adelskapitel, und die DAG-Führung gab sich Mühe, die Lehren des ‚Anthropologen‘ als Angebot zu interpretieren. Schließlich hatte Günther vor adligem Publikum ausgeführt, jeder ‚germanische Staat‘ benötige eine ‚sicher gelagerte, tragende Schicht führungsbegabter Familien‘, aus denen der Staat ‚nach den Gesetzen von Vererbung und Auslese immer wieder führungsbegabte Menschen‘ erwarten dürfe. Die Theorien des ‚Rassenpapstes‘ wurden von den dynamischen Teilen der naturwissenschaftlich argumentierenden Eugeniker gestützt. … Ausgestattet mit ‚blondem Haar, schmalem Kopf, blauen Augen, mit gutem Intellekt… (sei) der ‚neue Adel‘ dem die Zukunft gehören würde, nach den Regeln der modernen Eugenik erst zu schaffen. Erheblich schärfer als bei Günther wurde das Konzept des nordischen Neuadels wenig später von Richard Walter Darré formuliert …1930 mit seinem Buch ‚Neuadel aus Blut und Boden‘ …“ (S. 520-521)

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Aus: Historisches Lexikon Bayerns:

"Deutscher Tag in Bayreuth, 30. September 1923, SA-Angehörige auf einem LKW, mit
Schild: "Stosstrupp-Hitler München" und Reichskriegsflagge. (Bayerische
Staatsbibliothek, Fotoarchiv Hoffmann) ...
Marsch der vaterländischen Verbände, vorbei am Neuen Schloß. (Archiv Bernd Mayer, Bayreuth) ... Gedenktafel, die 1938 anläßlich des 15. Jahrestages der ersten Rede Hitlers in Bayreuth von der hiesigen Ortsgruppe in der Stadthalle angebracht wurde. (Archiv Bernd Mayer, Bayreuth) .... Porträt Houston Stewart Chamberlain, o.J. (Bayerische Staatsbibliothek) ... Gruppenaufnahme der Bayreuther SA während des Deutschen Tages 1923. (Archiv Bernd Mayer, Bayreuth) ...
Völkisch-nationalistische Veranstaltung mit rund 5.000 Teilnehmern am 30. September 1923. Dort kam es zu einem ausführlichen Treffen zwischen Adolf Hitler (1889-1945), der Familie Richard Wagners und dessen Schwiegersohn, Houston Stewart Chamberlain (1855-1927). ... Nach den abschließenden Paraden vor dem Neuen Schloss hielt neben mehreren Vertretern völkischer Gruppierungen auch Adolf Hitler ... in der ehemaligen markgräflichen Reithalle eine seiner nationalistischen Reden, die laut Tagblatt vom 1. Oktober 1923 mit "[n]icht endenwollende[n] Heilrufe[n] und Beifall" belohnt worden sei."

http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel/artikel_44699


"Deutscher Tag" in Bayreuth, 1923
"Stosstrupp Hitler" mit Reichskriegsflagge
Bild gefunden auf:
http://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Tag

 

Kommentare:

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  3. Fotoarchiv Hoffmann (s. Post): Wohl Heinrich Hoffmann

    Aus einer Besprechung zu seiner Biografie, engl."Hitler Was My Friend":

    Hoffmann ... was the photographer to kings, princes, and the glitterati of the first half of the 20th Century. His archive of images ran into the millions and he grew to be rich and moderately famous. An assistant to the inspirational pioneer EO Hoppé in London, our hero might well have stayed in the UK and built an empire there. Instead he returned to Germany, progressed through the tumult of WW1 into the chaos of the Weimar and there he came into contact with an idealist with a growing following – Adolf Hitler. The rest, as they say, is history. ...

    HITLER WAS MY FRIEND.
    REVIEWS
    Mar 20, 2012

    https://www.warhistoryonline.com/reviews/hitler-was-my-friend-the-memoirs-of-hitlers-photographer.html

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    1. Seit eine amerikanische Bildagentur im Jahr 1922 Heinrich Hoffmann beauftragte, ein Foto des damals noch weitgehend unbekannten Politikers Adolf Hitler anzufertigen, wurde das Leben des Münchener Fotografen vollkommen von Hitler geprägt. Bald nach der ersten Begegnung nahm Hoffmann als "Leibfotograf" und ständiger Begleiter Hitlers an Propagandareisen, Wahlreden, Versammlungen und Parteitagen teil. Auch Hitlers Bekanntschaft mit Eva Braun geht auf Hoffmann zurück. Nach der Machtübernahme 1933 war Hoffmann bei Staatsempfängen und politischen Ereignissen zugegen. Er fotografierte alle Staatsmänner und Persönlichkeiten, die Adolf Hitler in der Reichskanzlei oder auf dem Obersalzberg besuchten. Hoffmann gibt uns mit seinen Erinnerungen einen tiefgründigen Einblick in die Kampfzeit und Frühgeschichte der NSDAP sowie in die Machtzentrale des Dritten Reiches. Aber auch in das private Umfeld jenseits der großen Politik läßt uns Hoffmann aufgrund seiner persönlichen Nähe und Vertrautheit zu Hitler blicken. Er zeigt dabei detailreich einen Mann auf, dessen Stimmungen und verschiedene Lebensstadien den Massen und auch den politischen und militärischen Mitarbeitern weitgehend verborgen blieben.

      Hitler aus der Nähe. Aufzeichnungen seines Leibfotografen Gebundene Ausgabe – Dezember 1984
      von Heinrich Hoffmann

      http://www.amazon.de/Hitler-N%C3%A4he-Aufzeichnungen-seines-Leibfotografen/dp/3776606681

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    2. Eine amerikanische Bildagentur bot Heinrich Hoffmann am 30. Oktober 1922 hundert Dollar für ein Bild von Hitler (laut Hoffmanns Memoiren). Das erste Bild soll am 5. Juli 1923 bei der Hochzeit von Hitlers Duzfreund Hermann Esser, bei dem Hitler einer der Trauzeugen war, im Hause Hoffmanns entstanden sein.

      https://books.google.com/books?id=8yHDo7M0P6EC&pg=PA15&lpg=PA15&dq=%22heinrich+hoffmann%22+1922+bildagentur&source=bl&ots=kj__K7S7CP&sig=L1FloQi7SpwdKaVtSKG_Nn-lKa0&hl=de&sa=X&redir_esc=y#v=onepage&q=%22heinrich%20hoffmann%22%201922%20bildagentur&f=false

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    3. 16.02.1981
      GESTORBEN
      Hermann Esser

      Hermann Esser, 80. Der Kampf gegen die bayrische Räterepublik 1919 hatte den Ex-Soldaten Hitler und den Jungjournalisten Hermann Esser zusammengeführt. Esser, Jahrgang 1900, Sohn eines Reichsbahndirektors und ursprünglich Sozialdemokrat, gehörte damals zum Münchner Reichswehr-Gruppenkommando, das ihn eines Tages auf einen Polit-Lehrgang schickte. Dort lernte er einen Österreicher in abgetragener Soldatenkluft kennen: Hitler. Dessen Rednertalent beeindruckte Esser so sehr, daß er bei seinen Vorgesetzten durchsetzte, Hitler als Agitator zu verwenden. Er selber nahm Hitler mit zu den Sprechabenden der "Deutschen Arbeiterpartei", eines nationalistischen Kleinbürger-Zirkels, dem er Hitler als "Trommler" empfahl. Gemeinsam rissen Hitler und Esser die Führung der künftigen NSDAP an sich und entfesselten in Münchner Versammlungssälen eine wüste Hetze gegen Demokraten und Juden, die Esser in dem von ihm redigierten "Völkischen Beobachter" noch durch giftige Attacken auf Gegner und Abweichler verschärfte. Nach dem mißglückten Novemberputsch von 1923 sammelte Esser die Reste der Partei in einer "Großdeutschen Volksgemeinschaft". Zum Dank gab ihm Hitler nach dem Wiederaufbau der Partei die begehrte Mitgliedsnummer 2 und ernannte ihn zum Reichspropagandaleiter. Doch bald gingen Hitler die rüden Manieren seines Freundes auf die Nerven. Zuweilen nannte er jetzt Esser einen "Lumpen", dem man nicht trauen könne, und als Esser auch noch durch amouröse Abenteuer Hitler vergrätzte, entzog der ihm 1936 das Du, freilich nicht das Gastrecht an seiner Tafel. Entsprechend dürftig war seine Karriere im Dritten Reich: zwei Jahre lang bayrischer Wirtschaftsminister, ab 1939 Staatssekretär für Fremdenverkehr im Propagandaministerium. So konnte er Entnazifizierung und Vergangenheitsbewältigung leicht überstehen. Er verhielt sich so still, daß Franz Josef Strauß keine Bedenken hatte, dem Staatsminister a. D. zum 80. Geburtstag seine herzlichsten Glückwünsche überbringen zu lassen. Unauffällig ist Hermann Esser auch gestorben, am 7. Februar.

      DER SPIEGEL 8/1981
      http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14327377.html

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    4. ... 1919 nahm Esser ein Studium der Zeitungswissenschaft auf und volontierte bei der sozialdemokratischen Zeitung Allgäuer Volkswacht (Kempten).[1] Er wurde Mitglied der Burschenschaft Danubia München.[3] Im Mai 1919 nahm er als Angehöriger des Freikorps Schwaben an der Niederschlagung der Münchner Räterepublik teil.[1] Anschließend war er als Referent in der Presseabteilung des Münchner Wehrkreiskommandos tätig. ...

      1919 trat Esser der DAP bei, die kurz darauf in NSDAP umbenannt wurde, ließ sich aber erst im Januar 1920 als Mitglied eintragen und erhielt die Mitgliedsnr. 881.[1][5] 1920 wurde der Zwanzigjährige Redakteur („Schriftleiter“) des Völkischen Beobachters.[6] Hier veröffentlichte er schlüpfrige Skandalgeschichten mit antisemitischer Tendenz: Immer waren es Juden, denen er unsittliches Verhalten und andere Verfehlungen in die Schuhe schob.[7]

      Esser hatte großen Anteil an der Erstellung des 25-Punkte-Programms der NSDAP und war neben Ernst Röhm, Julius Streicher, Christian Weber und Dietrich Eckart einer der nur fünf Gefolgsleute Hitlers, die ihn duzen durften.[8] Diese Männer, zu denen noch Max Amann, Rudolf Heß und Alfred Rosenberg gehörten – zumeist Berufslose oder im bürgerlichen Leben Gescheiterte –, bildeten eine Clique um Hitler, die den „Führer“ bedingungslos bewunderten, Kontakte zu Freikorps und nationalistischen Gruppen herstellten und ihn beim Aufbau der nationalsozialistischen Bewegung unterstützten.[9] Esser beteiligte sich wiederholt daran, Versammlungen anderer Parteien gewaltsam zu sprengen, deren Anhänger er als Juden oder „Judenzer“ beschimpfte.[10]

      Am 3. November 1922 erklärte Esser, inspiriert vom Marsch auf Rom der italienischen Faschisten wenige Tage zuvor, das sei auch in Deutschland möglich: „Den Mussolini Italiens haben wir auch in Bayern. Er heißt Adolf Hitler.“[11] bzw. dieser sei „Deutschlands Mussolini“.[12] Einen Monat später erklärte der Völkische Beobachter Hitler – ebenfalls in Anlehnung an den italienischen „Duce“ – zum Führer nicht mehr nur der Partei, sondern für ganz Deutschland.[13] 1923 wurde Esser, der als guter Redner galt, zum ersten Propagandaleiter der NSDAP berufen. ...

      1927 veröffentlichte Esser seine antisemitische Hetzschrift Die jüdische Weltpest, die in der Zeit des Nationalsozialismus mehrere Neuauflagen erlebte. Darin behauptete er, die Gefährlichkeit der „jüdischen Rasse“ für die Menschheit zeige sich im Talmud, den die Juden vergeblich versuchen würden geheim zu halten, und den Protokollen der Weisen von Zion. Aus dieser Fälschung, die erstmals 1903 in Russland veröffentlicht worden war und angebliche Weltherrschaftspläne der Juden enthält, zitierte er ausführlich und zog den Schluss, die einzig angemessene Strafe dafür sei „massenhafte Ausrottung“.[24] Auf Hitlers kurz zuvor erschienenes Buch Mein Kampf ging Esser nicht ein. Der Historiker Othmar Plöckinger sieht darin ein Indiz für eine Reserviertheit zwischen dem ins Abseits gedrängten Esser und Hitler. ...

      https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Esser

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  4. "Deutscher Tag" ... gegen den "marxistischen Wahnsinn"
    Aus Wikipedia

    ... Hitler schrieb über die Ereignisse in Coburg später ausführlich in Mein Kampf, wobei er sich eng an die Darstellung Rosenbergs im Völkischen Beobachter vom 18. Oktober 1922 gehalten hatte,[26] und hob die Bedeutung als Triumph gegen die Linke sowie als geschichtlichen Meilenstein hervor:

    „Die Bedeutung dieses Tages konnte in seinen Folgen zunächst gar nicht voll eingeschätzt werden. Nicht nur, daß die sieghafte S.A. in ihrem Selbstvertrauen und im Glauben an die Richtigkeit ihrer Führung außerordentlich gehoben wurde, begann auch die Umwelt sich mit uns eingehender zu beschäftigen, und viele erkannten zum ersten Male in der nationalsozialistischen Bewegung die Institution, die aller Wahrscheinlichkeit nach dereinst berufen sein würde, dem marxistischen Wahnsinn ein entsprechendes Ende zu bereiten. […] Die Erfahrungen von Koburg hatten aber noch weiter die Bedeutung, daß wir nun daran gingen, planmäßig in allen Orten, in denen der rote Terror seit vielen Jahren jede Versammlung Andersdenkender verhindert hatte, diesen zu brechen und die Versammlungsfreiheit herzustellen. Ab jetzt wurden immer wieder nationalsozialistische Bataillone in solchen Orten zusammengezogen, und allmählich fiel in Bayern eine rote Hochburg nach der anderen der nationalsozialistischen Propaganda zum Opfer. Die S.A. hatte sich immer mehr in ihre Aufgabe hineingewachsen, und sie war damit von dem Charakter einer sinnlosen und lebensunwichtigen Wehrbewegung immer weiter weggerückt und zu einer lebendigen Kampforganisation für die Errichtung eines neuen deutschen Staates emporgestiegen.“

    Speziell für die SA waren die Folgen die Einführung einer einheitlichen Uniform mit Skimütze und Windjacke sowie ein massenhafter Eintritt neuer Mitglieder, der sich in der Anwesenheit von über 5.000 SA-Mitgliedern auf dem ersten Parteitag in München am 27. Januar 1923 äußerte. ...

    Nachdem die Verbote des Schutz- und Trutzbundes Anfang 1923 durch den Staatsgerichtshof bestätigt worden waren, übernahmen andere Kräfte die Ausrichtung weiterer Deutscher Tage. Diese standen im völkischen und nationalistischen Lager unter dem Eindruck der französischen und belgischen Ruhrbesetzung, so dass es insbesondere die paramilitärischen Wehrverbände waren, die 1923 auf mehreren Deutschen Tagen ihre Macht demonstrieren – insbesondere in der Ordnungszelle Bayern, hier u. a. in Marktbreit bereits Mitte April, Nürnberg vom 1. bis 2. September, in Hof am 16. September, in Bayreuth am 30. September 1923 und in Bamberg am 5. bis 7. Oktober. ...

    Bedeutender als in seinem Aspekt als Massenveranstaltung war der Deutsche Tag in Bayreuth durch das erstmalige persönliche Treffen Hitlers mit der Familie Wagner. Der Kontakt war über die Klavierfabrikanten Bechstein hergestellt worden.[44] Hitler lernte dort Houston Stewart Chamberlain kennen und wurde von Winifred Wagner ins Haus Wahnfried eingeladen, wo er dann eine Führung erhielt und das Grab Richard Wagners besuchte.[45] Chamberlain bedankte sich wenig später in einem offenen Brief bei Hitler, der wiederum fortan regelmäßig Gast in Wahnfried wurde. ...

    https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Tag

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  5. Von der Webseite Karl Heinz Hoffmann

    ... Gobinaus Rassenbewertungstheorie hatte die Juden als eine eigenständige Rasse, und als solche als weit unter den germanischen Nordmenschen stehend eingeordnet. Diese Betrachtungsweise fand schließlich ihren Höhepunkt in der Bezeichnung „Untermensch“, der das Gegenteil des „Herrenmenschen“ darzustellen hatte. Der allgemeine Rasseunsinn trieb die seltsamsten Blüten. Nicht nur, dass man die anthropologisch nicht vorhandene jüdische Rasse erfand, sondern man vermeinte auch in Völkern slawischer Zunge oder jenen, die sich eines romanischen Idioms bedienten, jeweils komplexe Rassen zu erkennen. Die Unterstellung bestimmter, angeblich rassebedingter, völkerimmanenter, kollektiver Eigenschaften wurde aus der Sicht der Hochmütigen, die für sich selbst natürlich die herrlichsten Rasseeigenschaften reklamierten, vollkommen willkürlich vorgenommen. Ganz oben auf der Werteskala siedelte man die fälschlich „Arier“ genannten blonden Nordmenschen an. Sogenanntes artverwandtes Blut, wie die in Mitteleuropa häufig zu findende dinarische Rasse ließ man gerade noch gelten, der Rest wurde als geringerwertig eingestuft. Dabei konnte man hinsichtlich der von alters her, schon seit der Römerzeit in Europa lebenden Juden, nun nicht mehr einfach von Europäern mosaischen Glaubens reden, sondern bezeichnete sie nun als jüdische Blutsgemeinschaft, das heißt als eigenständige, von den Europäern oder „Ariern“ unterschiedene Rasse. Bei der Beschreibung ihrer angeblichen charakterlichen Beschaffenheit konnte man auf das umfangreiche Repertoire der traditionellen christlich motivierten Judenhetze zurückgreifen.
    Die Beschreibung des angeblichen Volkscharakters dieser anthropologisch gar nicht existierenden, nur fiktiv geschaffenen Rasse wurde dem Fundus der christlichen Beschimpfungsterminologie entnommen. Es gibt keine infame Unterstellung, die man nicht schon in den Jahrhunderten zuvor aus dem Mund von Christen gehört hätte.
    Bei alledem darf man auf keinen Fall vergessen, dass der Boden für das Giftgewächs „Rassehochmuth“ lange vor den Nationalsozialisten auch durch eine umfangreiche pseudowissenschaftliche, nicht christliche Literatur vorbereitet worden war. ...

    http://karl-heinz-hoffmann.com/eigene_schriften.html

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  6. H S Chamberlain

    Chamberlain then went to Geneva, where he studied under Carl Vogt, (a supporter of racial typology at the University of Geneva) Graebe, Müller Argoviensis, Thury, Plantamour, and other professors.

    He studied systematicbotany, geology, astronomy, and later the anatomy and physiology of the human body.
    Thereafter he settled at Dresden, where "he plunged heart and soul into the mysterious depths of Wagnerian music and philosophy, themetaphysical works of the Master probably exercising as strong an influence upon him as the musical dramas."

    Chamberlain was immersed in philosophical writings, and became a Völkisch author, one of those who were concerned more with art, culture, civilization and spirit than with quantitative physical distinctions between groups.

    This is evidenced by his huge treatise on Immanuel Kant with its comparisons.

    His knowledge of Friedrich Nietzsche is demonstrated in that work (p. 183) and Foundations (p. 153n).

    By this time Chamberlain had met his first wife, the Prussian Anna Horst, whom he was to divorce in 1905.
    In 1889 he moved to Austria. During this time it is said his ideas on race began taking shape, influenced by the concept of Teutonic supremacy embodied in the works of Wagner and Arthur de Gobineau.
    Chamberlain had attended Wagner's Bayreuth Festival in 1882 and struck up a close correspondence with his wife Cosima.
    In 1908 he married Eva Wagner, the composer's daughter, and the next year he moved to Germany and became an important member of the "Bayreuth Circle" of German nationalist intellectuals. ...

    Chamberlain grouped all European peoples—not just Germans, but Celts, Slavs, Greeks, and Latins—into the "Aryan race", a race built on the ancient Proto-Indo-European culture.

    At the helm of the Aryan race, and, indeed, all races, were the Nordic or Teutonic peoples.

    “ Certain anthropologists would fain teach us that all races are equally gifted; we point to history and answer: that is a lie!

    The races of mankind are markedly different in the nature and also in the extent of their gifts, and the Germanic races belong to the most highly gifted group, the group usually termed Aryan... Physically and mentally the Aryans are pre-eminent among all peoples; for that reason they are by right ... the lords of the world.”


    Chamberlain's book focused on the claim that the Teutonic peoples were the heirs to the empires of Greece and Rome, something which Charlemagne and some of his successors also believed.

    He argued that when the Germanic tribes destroyed the Roman Empire, Jews and other non-Europeans already dominated it.

    The Germans, therefore, saved Western civilization from Semitic domination.

    Chamberlain's thoughts were influenced by the writings of Arthur de Gobineau ... who had argued the superiority of the "Aryan race".

    http://thirdreichocculthistory.blogspot.com/2011/08/houston-stewart-chamberlain.html

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    1. This term was increasingly being used to describe Caucasian or European peoples, as opposed to Jews, who were conceptualised as "infusing Near Eastern poison into the European body politic".

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    2. 'Die Grundlagen des neunzehnten Jahrhunderts'

      In 1899 Chamberlain wrote his most important work, 'Die Grundlagen des Neunzehnten Jahrhunderts' - 'The Foundations of the Nineteenth Century', (see left) - in German.
      'Die Grundlagen' (1899) was the best-selling work by Houston Stewart Chamberlain. In it he advances various racist and especially völkisch antisemitic theories on how he saw the Aryan race as superior to others, and the Teutonic peoples as a positive force in European civilization and the Jews as a negative one. ...

      The Foundations sold extensively: eight editions and 60,000 copies within ten years, 100,000 copies by the outbreak of World War I and 24 editions and more than a quarter of a million copies by 1938.
      The 1911 translation received positive reviews in most of the English press.

      It was praised in The Spectator as " a monument of erudition"; the Birmingham Post said that it was "glowing with life, packed with fresh and vigorous thought"; the Glasgow Herald thought that it would be difficult to "over-estimate the stimulating qualities of the book."

      In the Times Literary Supplement it was declared to be "one of the books that really mattered".

      In the left-wing Fabian News George Bernard Shaw called it a "historical masterpiece". Those who failed to read it, he continued, would be unable to talk intelligently about contemporary sociological and political problems.



      In the U.S., Theodore Roosevelt, altogether more cautious, highlighted the extreme bias of the author, a judgement that seems to have escaped other contemporary readers, but praised Chamberlain's denunciation of social egalitarianism

      Kaiser Wilhelm II - (below) - patronized Chamberlain, maintaining a correspondence, inviting him to stay at his court, distributing copies of 'Die Grundlagenamong' the German army, and seeing that 'Die Grundlagen' was carried in German libraries and included in the school curricula.
      Chamberlain's ideas on race were greatly influential to Adolf Hitler, who readily adapted them into his Nazi ideology; Chamberlain himself joined the Nazi party, and both Hitler and Goebbels visited Chamberlain whilst on his deathbed.


      'Die Grundlagen' would prove to be a seminal work in German nationalism; due to its success, aided by Chamberlain's association with the Wagner circle, its ideas of Aryan supremacy and a struggle against Jewish influence spread widely across the German state at the beginning of the century.

      If it did not form the framework of later National Socialist ideology, at the very least it provided its adherents with an intellectual justification.

      Chamberlain himself lived to see his ideas begin to bear fruit.

      Adolf Hitler, while still growing as a political figure in Germany, visited him several times (in 1923 and in 1926, together with Joseph Goebbels - (see left) at the Wagner family's property in Bayreuth.

      Chamberlain joined the Nazi Party and contributed to its publications.

      Its primary journal, the 'Völkischer Beobachter' dedicated five columns to praising him on his 70th birthday, describing 'Die Grundlagen' as the "gospel of the Nazi movement."

      Hitler later attended Chamberlain's funeral in January 1927 along with several highly ranked members of the Nazi party.

      http://thirdreichocculthistory.blogspot.com/2011/08/houston-stewart-chamberlain.html

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