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Sonntag, 20. Februar 2011

Francis Galton und die Eugenik Bewegung - zum Einstieg

Sarrazin nimmt in seinem Buch zustimmend Bezug auf Francis Galton, den Begründer der Eugenik-Bewegung.

Über Galton und die Eugenik-Bewegung wird noch einiges zu sagen sein. Hier ein Einstieg, gefunden auf einem Internet-Portal für Lehrer, „Facing History and Ourselves“ - in englischer Sprache. Da ich keine deutsche Übersetzung gefunden habe, stelle ich die folgende "selbstgemachte" Übersetzung eines Auszugs ein. Zum Vergleich ist im Anschluss der Original-Auszug mit Quellenangabe (Link) einkopiert.


".... Als Francis Galton die Eugenik-Bewegung gründete, hoffte er, dass dieser neue Zweig wissenschaftlicher Untersuchung eines Tages eine internationale Bewegung werden würde. In den frühen 1900er Jahren war sein Traum dabei, sich zu verwirklichen. Weltweit gab es nun Eugeniker. Die Bewegung war besonders in den USA und in Deutschland populär.
Viele Amerikaner waren fasziniert von der Vorstellung eines „Allheilmittels gegen menschliche Leiden“. Sie glaubten allzu gern, dass Wissenschaftler und Politiker zusammen arbeiten könnten, um soziale Probleme zu lösen, indem sie Gesetze zur Rassentrennung, Sterilisation der „Schwachsinnigen“ und Schließen der Landesgrenzen für „minderwertige Horden degenerierter Völker“ einführten. Denn schließlich, das war ihre Überlegung, würden solche Gesetze durch Forschung gestützt und von Wissenschaftlern führender Universitäten befürwortet. Kritiker der Eugenik blieben weitgehend unbeachtet, während die Nation die weltweite Führung auf dem Gebiet der Eugenik-Forschung übernahm.

Obwohl die Deutschen von der Idee, zu einer „überlegenen Rasse“ zu gehören, durchaus geschmeichelt waren, zeigten zunächst nur wenige ein Interesse an der Bewegung. Das änderte sich nach dem Ersten Weltkrieg. Verbittert und zornerfüllt über die Verluste der Nation suchten viele nach einem Sündenbock. Manche wandten sich gegen „die Juden“ und andere „Rassenfeinde“. Andere richteten ihren Ärger gegen die „unnützen Esser“, die zu Hause geblieben waren, während die besten jungen Männer des Landes auf den Schlachtfeldern umgebracht wurden. In ihrem Bestreben, die „Rasse“ zu schützen und dafür zu sorgen, dass sich „die Besten mit den Besten“ fortpflanzen, fanden diese Deutschen Inspiration und Ermutigung in der Eugenik-Bewegung. In den 1920er Jahren arbeiteten deutsche und amerikanische Eugeniker Seite an Seite an einer Vielfalt von Forschungsprojekten.

Eugenik beeinflusste auch das Denken politischer Führer in beiden Ländern. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte die Eugenik die Unterstützung amerikanischer Präsidenten und Kongressabgeordneter. In Deutschland war sie zentral für die Programme, die von Adolf Hitler und seiner Nazi-Partei propagiert wurden. Als Hitler 1933 an die Macht kam, nutzte er eugenische Prinzipien, um einen „Rassenstaat“ zu bauen. Ironischerweise begann er, diese Prinzipien auf das Leben in Deutschland gerade zu einer Zeit anzuwenden, als wissenschaftliche Erkenntnisse sowohl der Eugenik als auch dem Rassismus die Grundlage entzogen..."

Original-Auszug:

"... When Francis Galton founded the eugenics movement, he hoped that his new branch of scientific inquiry would someday become an international movement. By the early 1900s his dream was becoming a reality. There were now eugenicists in nations around the world. The movement was particularly popular in the United States and Germany.
Many Americans were intrigued at the notion of a “panacea that will cure human ills.” They found it all too easy to believe that scientists and politicians could work together to solve social problems by mandating racial segregation, sterilizing the “feebleminded,” and closing the nation’s borders to “inferior hordes of degenerate peoples.” After all, they reasoned, such laws were supported by research and endorsed by scholars at leading universities. Critics of eugenics were mostly ignored, as the nation led the world in eugenics research.
Although Germans were also flattered at the idea of belonging to a “superior race,” few expressed interest in the movement until after World War I. Bitter and angry at the nation’s losses, many looked for someone to blame. Some turned against “the Jews” and other “racial enemies.” Others directed their anger toward the “useless eaters” who stayed at home while the nation’s finest young men were murdered on the battlefields. In their efforts to protect the “race” by “breeding the best with the best,” these Germans found inspiration and encouragement in the eugenics movement. By the 1920s German and Americans eugenicists were working side by side on a variety of research projects.
Eugenics also influenced the thinking of political leaders in both nations. Throughout the early 1900s eugenics had the support of American presidents and lawmakers. In Germany, it was central to the programs advocated by Adolf Hitler and his Nazi party. When Hitler came to power in 1933, he used eugenic principles to build a “racial state.” Ironically, he applied those principles to German life at a time when scientific discoveries were undercutting both eugenics and racism. …”

Quelle:
“Facing History and Ourselves”, ein Geschichtsportal für Lehrer

Über das Geschichtsportal für Lehrer, „Facing History and Ourselves“:


Weitere nützliche Quelle:

Die eugenische Bewegung in den USA - Google Bücher-ErgebnisseiteJosef Knoke -
  2010 - History - 56 Seiten
  Die eugenische Bewegung in den USA spielt in den deutschen historischen
  Debatten zu Unrecht eine nur untergeordnete Rolle.
  books.google.de/books?isbn=3640644808...
        Übersetzte englische Ergebnisse anzeigen für:
        Die eugenische Bewegung in den USA (The eugenics movement in the U.S.)
http://die-auswaertige-presse.de/2010/10/die-eugenische-bewegung-in-den-usa/comment-page-1/#comment-650

Gute Zusammenfassung über Galton und die Eugenik in einem Schulfunk-Beitrag vom Bayerischen Rundfunk:
http://www.br-online.de/br-alpha/schulfernsehen/grafeneck-1940-DID1296046048625/gse-grafeneck-mordfabrik-ID1296209014812.xml

1 Kommentar:

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