Dieses Blog durchsuchen

Wird geladen...

Sonntag, 12. Juni 2011

"Asoziale Zuchtgemeinschaften": Neue Unterschicht, alte Erklärungsmuster

Von den "abgehängten" Teilen der Bevölkerung ist seit einiger Zeit zu lesen, von denen, die es sich im Wohlfahrtsstaat bequem gemacht hätten, nichts zur Leistung beitrügen und von deren Kindern und weiteren Nachkommen auch nichts Positives zu erwarten sei - laut Thilo Sarrazin (und Vordenkern) wegen ihrer schlechten Gene.

Über die aktuelle Debatte zur "Neuen Unterschicht" hier zunächst ein Überblick aus Wkipedia (von mir etwas gekürzt); http://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Unterschicht:

„Neue Unterschicht ist ein … umstrittenes politisches Schlagwort, mit dem die Herausbildung einer Bevölkerungsgruppe beschrieben wird, welche über am wenigsten Geld, Güter, Bildung und Sozialprestige verfügt. Als das spezifisch Neue an dieser Unterschicht wird dabei gesehen, dass sie im Vergleich zum Proletarier meist auch über mehrere Generationen hinweg ohne Arbeit ist. …„Neue Unterschicht“ überschneidet sich oft mit dem Begriff des Prekariats….Nach Wilson (1987) ist das Entstehen der neuen Unterschicht durch den Wegfall von Jobs für Ungelernte und räumliche Segregationsprozesse bedingt. …
Zentrale Protagonisten der amerikanischen Debatte waren Ken Auletta… und Charles Murray …. Beide behaupten, dass ein Proletariat existiere, das sich bewusst von den Werten der übrigen Gesellschaft absetze und eigene Wertesystem entwickelt habe…. Zum Inbegriff der Unterschicht wurde die minderjährige, farbige, alleinerziehende Mutter im Sozialhilfebezug, die so genannte Welfare Queen. Die Unterschicht zeichne sich durch gemeinsame bad values aus, die dadurch entstanden seien, dass die unteren Bevölkerungsschichten durch zu großzügige staatliche Unterstützung korrumpiert worden seien… Der laufende deutsche Diskurs (etwa Paul Nolte und Heinz Bude) hat auch Fragestellungen aus den USA aufgenommen. …
Das Schlagwort der neuen Unterschicht wird in der politischen Debatte oft instrumentalisiert. So sprach sich Oswald Metzger gegen ein Grundeinkommen aus, da die staatlichen Leistungen zur Entstehung einer neuen Unterschicht geführt hätten: … Sozialhilfeempfänger werden (laut Metzger) keineswegs schöpferisch aktiv. Viele sehen ihren Lebenssinn darin, Kohlehydrate oder Alkohol in sich hinein zu stopfen, vor dem Fernseher zu sitzen und das Gleiche den eigenen Kindern angedeihen zu lassen. Die wachsen dann verdickt und verdummt auf…
Bereits vor einzelnen Äußerungen, ob in Deutschland die „Falschen“ die Kinder bekommen.., sprachen Christoph Butterwegge … und Eva Barlösius .. von einer „Biologisierung“ und „Demografisierung“ des Sozialen, welche zu einem mit sozialdarwinistischem Denken verbundenen „Standortnationalismus“ führe… Wilhelm Heitmeyer betont mit Bezug auf eigene Untersuchungen zu gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, dass Menschen zunehmend nach ihrer wirtschaftlichen Nützlichkeit bewertet würden. Dies führe insbesondere zu einer Abwertung von Arbeitslosen… Diese Abwertung der Unterschicht bezeichnet Albrecht von Lucke als „Propaganda der Ungleichheit“ und nennt hier explizit Thilo Sarrazin und Peter Sloterdijk…
Thilo Sarrazin …:  „… weg von Transferleistungen, vor allem bei der Unterschicht….“ Peter Sloterdijk verteidigte Sarrazins Thesen in dem „Manifest“ Aufbruch der Leistungsträger - Zeitdiagnostische Bemerkungen“ und rief dazu auf, Gunnar Heinsohn zu lesen….Gunnar Heinsohn forderte im November 2009 eine Reduzierung der „Unterschichtengeburten“, er kritisierte, dass Arbeitslose Elterngeld erhielten…. Im März 2010 riet er, Sozialhilfe auf fünf Jahre zu begrenzen und verwies dabei auf die seiner Meinung nach positiven Effekte einer veränderten amerikanischen Sozialhilfepolitik in der Amtszeit von Bill Clinton. Insbesondere könne dadurch die Zahl der Kinder in der Unterschicht reduziert werden, die „nicht ausbildungsfähig“ seien….
Der Elitenforscher Michael Hartmann konstatiert eine „in der Geschichte der Bundesrepublik noch nie dagewesene Radikalisierung der Eliten“, die zunehmend den „Kontakt mit anderen Lebenswirklichkeiten“ verloren hätten. ..
Die neue Unterschicht erscheint in den Medien als kriminell, dreckig, gefährlich, asozial, verwahrlost und chaotisch…  Sozialforscher Fabian Kessl sieht die „neue Unterschicht“ als ein Konstrukt der Massenmedien an und bezeichnet die Berichterstattung als „mediale Dramatisierung“… Weitere Eigenschaften, die der neuen Unterschicht von den Massenmedien zugeschrieben werden, sind eine verantwortungslos gelebte Sexualität und ein Mangel an Mittelschichtswerten. „…. Die Zurechnung zur "underclass" erfolgt nach etwas, was man "soziales Profil" nennen könnte.“  – Karl August Chasse … Außerdem wird der „neue Prolet“ vom „alten Arbeiter“ abgegrenzt. So schreibt Der Spiegel (zitiert nach Chasse):  „… Es ist nicht die materielle Armut, die ihn von anderen unterscheidet. Auffällig sind die Symptome der geistigen Verwahrlosung … Die Amerikaner sprechen in der ihnen eigenen Direktheit von "white trash", weißem Müll.“ ... Chasse kritisierte am medialen Diskurs, dass die Medien einzelne Wissenschaftler scheinseriös nur als Stichwortgeber benützten (so Rolf-Peter Löhrs „Sozialhilfeadel“)… Wissenschaftliche Zusammenhänge würden jedoch falsch dargestellt. Ein Stern-Artikel verweise zwar auf den Soziologen Andreas Mielck, der einen Zusammenhang zwischen Sozialschicht und Gesundheitszustand feststellte. Unterschlagen werde dabei jedoch, dass Mielck eine Theorie der Benachteiligung der Unterschicht entwickelt habe, durch die seine Befunde deutlich anders erklärt werden könnten. ..
Siehe auch …Mittelschicht, Oberschicht, Soziales Milieu, Lumpenproletariat, Bildungsbenachteiligung, Unterschichtenfernsehen, Kultur der Armut , Unterklasse (Soziologie). ...Diese Seite wurde zuletzt am 17. März 2011 um 10:44 Uhr geändert. "

Siehe auch Stichwort "abgehängtes Prekariat", z.B.
Dossier n-tv, 16. Oktober 2006, Im Abseits: Das "abgehängte Prekariat"
http://www.n-tv.de/politik/dossier/Das-abgehaengte-Prekariat-article24977.html
 
Siehe auch auf diesem Blog
http://guttmensch.blogspot.com/2011/06/die-kaste-der-wascher-in-zeiten-der.html
(Der Vergleich mit der "Wäscherkaste" in Indien lässt daran denken, dass die Erklärung "Wegfall von Jobs für Ungelernte" zu undifferenziert ist. Der Wegfall von Jobs betrifft in bestimmten Stadien der Technisierung auch und gerade Berufe, die mit einer besonderen, durch Technisierung obsolet werdenden Expertise verbunden sind. Der herkömmliche Beruf des Wäschers in Indien erfordert z.B. anspruchsvolle Gedächtnisleistungen und Methoden, um ohne technische Hilfe große Mengen Wäsche richtig zuordnen zu können, und entsprechendes Lernen.)

Historische Parallelen:

Bild von Angehörigen der Unterschicht als eigene, minderwertige Rassen im viktorianischen England; Einfluss dieser Vorstellung auf Francis Galton und sein Versuch, sie wissenschaftlich zu rechtfertigen (s. auf diesem Blog BBC-Serie zu Rassismus mit Übersetzung von Auszügen;
http://guttmensch.blogspot.com/2011/04/geschichte-des-rassismus-die-bbc-serie.html)
„Sozialdarwinismus hatte Politiken des Völkermords in den Kolonien gerechtfertigt. In den gleichen Jahren entfachte die sozialdarwinistische Denkweise neue Ängste in der britischen Elite; Angst vor anderen Rassen, die in ihrer Mitte lebten: Die arbeitenden Klassen in ihren eigenen Städten. Die Einteilungen in Rassen und in gesellschaftliche Klassen sind sehr nahe beieinander. ... Es gab Zeichnungen vom „typischen“ Kopf der Cockney-Rasse, und das Wort („Rasse“) wurde ganz ernsthaft gebraucht. Es wurden Karten davon angefertigt, wo die „kriminellen Rassen“ lebten. Hier waren die Brutstätten, hier war das Ostend (Londons); die Sammelstätte aller Schrecken, von wo aus der ganze Rest der Bevölkerung infiziert werden würde.“
Verbreitung des Begriffs vom "Genius", der erblich bedingt besonders schöpferisch ist, Besonderes leistet und aus der Masse herausragt, durch Francis Galton und sein Werk "Hereditary Genius"; Sorge, das Genial-Schöpferische würde vom Mittelmäßigen und Minderwertigen überwuchert;


("Glockenkurve", Quelle Mathepedia, s.u.)

Vorstellung von der Verteilung menschlicher Tauglichkeit nach der Standard-Normalverteilung ("Glockenkurve"). - Diese war von Gauß als Darstellung für Zufallsverteilungen entwickelt worden, wurde von Quetelet in der Anwendung erweitert und von Galton übernommen als vermeintliches Naturgesetz der Verteilung ererbter Eigenschaften - genial-schöpferische Menschen rechts außen, unproduktiv-untüchtige Geschöpfe links außen. (Galtons ursprüngliche Ideen wurde in den letzten Jahren wieder hervorgeholt. Aus Glockenkurven über IQ-Werte, so die Vorstellung, die von Murray und Herrnstein verbreitet wurde, lasse sich eine Hierarchie verschiedener Ethnien nach dem Anteil der jeweils zu erwartenden schöpferisch-genialen Menschen einerseits und der unproduktiv-untüchtigen Menschen andererseits ableiten.)

Prägung des Begriffs "Moron" durch Goddard; damit verbundene Vorstellung vom Intelligenzquotienten (IQ) als umfassenden Indikator für menschlichen Wert (Gleichsetzung von "angeborenem" IQ, Neigung zu Alkoholismus, Kriminalität, Promiskuität...); siehe auch Stichworte "Goddard", "Moron", "Kallikak" auf diesem Blog 
http://brainconnection.positscience.com/topics/?main=fa/measure-mind3

Prägung des Begriffs "White Trash" ("Weißer Abfall") bereits um 1910 im Zusammenhang mit dem Aufkommen der eugenischen Ideologie in den USA; Vorstellung von den "undeserving poor" http://www.springerlink.com/content/m7r5645128751581/William Allen White in den 1920er/1930er Jahren, Zitate über "moronic underworld" und später "moron majority" ("..a moronic underworld which cannot be civilized. It can be taught to read and write but not to think")
http://www.struat.com/election/category/history-regurgitates-forward/

Vorstellungen über "Arbeitsscheu" und "Asozialität" und deren vermeintliche Erblichkeit während der Weltwirtschaftskrise in den 1920er/30er Jahren ..... Vorstellungen der Nazis wurden anfangs von einigen sehr angesehenen Eugenikern und Industriellen in den USA geteilt und unterstützt, z.T. inspiriert. (Beispiel Henry Ford: Nicht "nur" sein Antisemitismus, auch seine Vorstellungen von Arbeitsmoral und von Menschen, denen sie fehlen würde, gaben führenden Nazis in der Anfangszeit ihres Regimes das Gefühl, mit ihrer Ideologie auf der Höhe der Zeit zu sein.) 

Meyer-Zimmermann, deutsches Schulbuch, um 1939
http://guttmensch.blogspot.com/2011/03/butter-bei-die-fische-sozialdarwinismus.html
Seiten 374-375
"Ungebrochen in der Fruchtbarkeit blieb auch die breite Schicht der asozialen (gemeinschaftsunfähigen) Sippen. Es sind arbeitsscheue Elemente, politische Untermenschen, die von der Fürsorge der übrigen Volksgenossen mit durchgeschleppt werden müssen. Sie brauchen ihrer verstandesmäßigen Begabung nach durchaus nicht minderwertig zu sein, aber ihr völliger Mangel an Gemeinschaftssinn, der erblich bedingt ist, macht sie sehr gefährlich. Sie gehen meist abstammungsgemäß auf das Diebes- und Gaunergesindel des 17. und 18. Jahrhunderts zurück. Es ist erwiesen, dass asoziale Elemente meist untereinander heiraten (biologische Partnerregel) und daß auf diese Weise besonders in den Großstädten ganze asoziale Zuchtgemeinschaften als trübe Quelle eines Lumpenproletariats entstanden sind. Von diesen asozialen Großfamilien sind die erbtüchtigen Kinderreichen auf das schärfste zu trennen."

Es wäre naiv, zu meinen, wenn "die Amerikaner in der ihnen eigenen Direktheit" (Wikipedia-Zitat) von Bevölkerungsgruppen als "Müll" sprechen, dann müsse das ja, da Nazi-unverdächtig, in Ordnung sein. Zudem ist es natürlich unzutreffend, "die Amerikaner" hier in einen Topf zu werfen. Mit gutem Grund sank in der Folge der Bürgerrechtsbewegung in den 1960er Jahren die Akzeptanz für menschenverachtende Rhetorik. Heute werden die Ergebnisse dieser Entwicklung allerdings gern, sei es bewusst oder unüberlegt, als "politische Korrektheit" geschmäht.
Vgl. auch Bezeichung "Genabfall" auf der Webseite von "Politically Incorrect" - Übersetzung von (white) trash (zitiert auf diesem Blog, Post "Kopftuchmädchen, Kopftuchschlampe, Genabfall). 

Über die Rhetorik von der Wohlfahrtskönigin, der "Welfare Queen" (aus Harvard Law Review, 1994)
www.jstor.org/pss/1341766 

Zitat aus dem Artikel (eigene Übersetzung):
„Die Wurzeln der Dämonisierung der Sozialfürsorge, gespeist aus Vorurteilen über Klasse, Rasse und Geschlecht, liegen vorwiegend in der Unfähigkeit amerikanischer Ethik, die sogenannten „unwürdigen Armen“ („undeserving poor“) zu akzeptieren.“

Der Begriff der „undeserving poor“ war bereits im viktorianischen England gebräuchlich (vgl. auch auf diesem Blog BBC-Serie über Rassismus).

Siehe auch „The Return of the ‘Undeserving Poor’” von Glenn C. Loury, The Atlantic Monthly, 2001; http://www.bu.edu/irsd/articles/undeserving.htm

Über den von Ronald Reagan geprägten Begriff "Welfare Queen" und den Wechsel vom "Kampf gegen die Armut" zum "Kampf gegen die Armen" siehe zum Beispiel den SPIEGEL-Artikel "Der Armen überdrüssig" vom 13.11.1995
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9230675.html
Daraus auch dieses Zitat: "Im Archipel der Verwahrlosung wirken die Bedürftigen übergewichtig, aufgedunsen vom billigen und cholesterinträchtigen "junk food", das massenhaft mit den Lebensmittel-Coupons der Sozialhilfe gekauft und von der Unterklasse aller Hautschattierungen konsumiert wird."
Die wahren "Welfare Queens" seien große Konzerne, die Milliarden von der Regierung bekämen, meinten Kritiker der Clinton-Reformen, wie Zach Carter von der "Huffington Post"
http://www.huffingtonpost.com/social/wakeupyouall/government-shutdown-eitc_n_841913_82514489.html

So unterschiedlich kann man denselben Sachverhalt sehen: Real ist die Bankenkrise. Unterschiedlich sind die Erklärungen, wie es dazu kam. William K. Black, Associate Professor of Economics and Law, University of Missouri - Kansas City und erfahrener Praktiker im Bereich der Finanzaufsicht, kritisiert schlichte Erklärungsmuster von Thilo Sarrazin und Hans-Olaf Henkel in Zeiten der Krise. Scheinheilig findet er, dass Henkel die Bankenkrise damit erklären will, dass Banken aufgrund politischer Einflussnahme die "rote Linie" aufhoben, also die Diskriminierung von Kreditkunden aufgrund von Rasse. "Band of Bigots: Dr. Sarrazin, Herr Henkel, and Bank of America". 


Henkels Theorie über die Ursache der Bankenkrise lässt die Banken als Hort der höchsten Kompetenz und Integrität dastehen und schreibt “gutmenschelnden” Politikern, die dafür eintraten, dass bei der Vergabe von Krediten die Hautfarbe keine Rolle spielen sollte, die Schuld an der Finanzkrise zu. Seine Mutmaßungen werden gern nachgebetet; Beispiel:
“Immerhin hat dieser Menschenschlag (mit “dieser Menschenschlag” sind die sogenannten “Gutmenschen” gemeint) den Anfang der schlimmsten Weltwirtschaftskrise seit 1929 verursacht, die Subprime-Krise, wo ein paar gute meinende Politiker in den USA der Meinung waren, jeder Mensch, und sei er noch so neger, solle so kreditwürdig sein, sich ein Haus kaufen zu können. “ - “Poldi Prettljausn”, 20.01.2010
http://derstandard.at/1263705416252/Einserkastl-rau-Gutmensch-Miesmensch

Vgl. auch "Normalverteilung" (s. Posts über "Genie- und Führerkult" und die Vorstellung von Demokratie als "Diktatur der Mittelmäßigkeit) - die Vorstellung von den "Morons" ist von der Vorstellung mit weniger leistungsfähigen/ leistungsbereiten/ wertvollen Menschen "am linken Ende" der Glockenkurve verbunden.


Satire:
Severin Groebner: "Ich bin's, die Unterschicht"
Nimmt die eugenische Erklärung der Arbeitslosigkeit, wonach Langzeit-Arbeitslosigkeit die Folge angeborener Intelligenz- oder Charaktermängel einer Art von Menschen sei, die es besser nicht geben würde, mit schwarzem Humor auf die Schippe
http://www.youtube.com/watch?v=lSenLCrjqUU&feature=related
01:30 "Es sinkt bei uns die Arbeitslosigkeit, aber nur wenn auch die Selbstmordrate steigt"

Ebenfalls satirisch, diesmal aus Afrika (Donny Elwood, Kamerun):
http://guttmensch.blogspot.com/2011/08/ich-bin-die-unterschicht-noch-ein.html
___________

Nachträgliche Funde

"Der Lebensstandard der Arbeitnehmer hat sich von der Wirtschaftsentwicklung weitgehend abgekoppelt. ... Fast 500 000 Bundesbürger verdienen mit ihrer Vollzeitstelle so wenig Geld, dass sie zusätzliche finanzielle Unterstützung in Form von Arbeitslosengeld II benötigen. ...Während die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten jahrelang sank, wuchs das Heer der Rentner, Pensionäre und Arbeitslosen. ... Besonders ungünstig fällt die Bilanz dabei für jene Werktätigen aus, die ... auf den unteren Etagen der Verdienstskala festsitzen. ... Sie müssen hinnehmen, dass sie in vielen Berufen nur noch als Zeitarbeiter, Minijobber oder Scheinselbständige gefragt sind."http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-51074703.html
DER SPIEGEL 14/2007 - Die wahre Unterschicht

"Die erwartbar niedrigen IQ-Werte für Kinder von Eltern aus der Unterschicht können erheblich verbessert werden, wenn die Umwelt ausreichend kognitive Anreize bietet", sagt Psychologe Richard Nisbett. Wie das in der Praxis gehen kann, haben die Psychologen Sharon Landesman Ramey und Craig Ramey von der Georgetown University in Washington DC an Kindern dokumentiert, deren Eltern äußerst arm und schlecht ausgebildet sind. In einem Projekt kamen die Kinder ab einem Alter von sechs Wochen tagsüber in eine besondere Krippe, in der es für jeweils drei Kinder einen Lehrer gab und in der sie besonders gefördert wurden.Nach drei Jahren wurde verglichen: Der IQ der Mädchen und Jungen lag höher als bei vergleichbaren Kindern ohne Förderung - um volle 13 Punkte."
DER SPIEGEL 36/2010; http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-73600128.html


Der Zoologe und Eugeniker Davenport bezeichnete die Armen in den Süstaaten der USA "als eine Unterrasse mit fehlerhafter genetischer Ausstattung". Als Leiter einer Pellagra-Kommission, die sich mit den Ursachen dieser Vitaminmangel-Krankheit beschäftigte, kam er (1916)  zu dem Schluss, es handle sich um eine konstitutionell bedingte Krankheit von "Gesindel chronisch armer Herkunft infolge ihres fehlerhaften Erbgutes und ihres schlechten Blutes". (Segal, Walraph, Rassenwahn oder Wissenschaft)
http://www.ns-eugenik.de/eugenik/sa9.htm


Lob der "neuen Direktheit":
Als "Neue Direktheit" lobt in diesen Tagen der Historiker Paul Nolte den Rückgriff auf alte Sprach-, Denk- und Erklärungsmuster über die Unterschicht (wie sie schon im viktorianischen England propagiert und in den USA während der Ära Reagan wiederbelebt wurden) - als handle es sich um neue und mutige Vorstöße.  
http://www.pm-magazin.de/a/herr-nolte-wie-viel-unterschicht-vertragen-wir

Ein kurzer und kritischer, etwas polemischer Überblick über neue (bzw. neu belebte alte) Trends des "Unterschicht"-Diskurses bei Nolte und anderen:
Wolfgang Lieb, "Krieg dem Pöbel" - Die neuen Unterschichten in der Soziologie deutscher Professoren (2008)
http://www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=3503

Für Interessierte, die tiefer gehen möchten, eine lesenswerte Bachelor-Arbeit:
Die (Re-)Moralisierung von Armut. Funktionalismus des deutschen Unterschichtendiskurses. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Kulturalisierung von Armut, wie sie u. a. in der Debatte um die „neue Unterschicht“ zu finden ist. Vorgelegt von Mike Retz,  Oldenburg, 2010.
http://docs.google.com/viewer?a=v&q=cache:T8uReblFA1EJ:oops.uni-oldenburg.de/volltexte/2010/1137/pdf/Retz_2010_Die_Re_Moralisierung_von_Armut.pdf+%22paul+nolte%22+bachelor+oldenburg&hl=de&gl=de&pid=bl&srcid=ADGEESik_Gtaut5z45m5GRw475oaAfAI_pH3xPuDs_wjFoldPOtMqXkhZvReh7Ot7gzvn2r3g242FevbYd0T7JtdSkWKjAH6GqVqEuWLsMe8rJ5GljeMhgt0U-sSJgkjz8v1tuOVQJoF&sig=AHIEtbRMtevhKQozjeSijrT7ygmYt3tlcw

_________

Ute Geiling (Hrsg.): Pädagogik, die Kinder stark macht. Ansätze zur Arbeit mit Kindern in Not. Leske + Budrich, Opladen (2000); URL: http://books.google.de/books?id=thiJQ0Dbo5gC&source=gbs_navlinks_s .
Beispiel (S. 43): Eine Lehrerin ("Frau D.") erklärte das Versagen eines Jungen in ihrer Klasse ausschließlich mit Persönlichkeitsmerkmalen, die sie aufgrund der Herkunft und Familie des Kindes für fest und unveränderlich hält.  Nachdem sie ihre Hypothese gebildet hatte "Klaus ist unterbegabt ... "die Merkmale müssen wohl ererbt sein" war Klaus für sie nur noch ein "Hilfsschulkind", das nicht auf die Regelschule gehört; sie ließ ihn außen vor. Seine Mitschüler übernahmen von der Lehrerin die Einstellung "Klaus ist ein Hilfsschulkind, er gehört nicht zu uns". ... - Die Autorin erklärt den Ansatz integrativer Pädagogik als Gegenkonzept.

_________


Die Gleichsetzung von „Unterschicht“ mit „Unterbegabung“ wird in der politischen Polemik gern auch für Politiker von Parteien verwendet, die einen emanzipatorischen Anspruch vertreten. Sie werden mit der für unterbegabt gehaltenen Unterschicht identifiziert.
Beispiele für die Anwendung des Slogans „übergewichtig und unterbegabt“ auf sozialdemokratische Politiker:

" 'Kurt Beck ist das krasse Gegenteil von Günther Oettinger: Übergewichtig und unterbegabt.' (Baden-Württembergs CDU-Generalsekretär Thomas Strobl ...) ". DER SPIEGEL, 06.02.2008; http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,533542,00.html

„ 'Der Ökostalinist Gabriel zeigt, dass er bei der Energiepolitik eher übergewichtig und unterbegabt ist“, sagte Dobrindt' ... ". FOCUS online, 28.06.2008, http://www.focus.de/politik/deutschland/atomenergie-gabriel-als-oekostalinist-bezeichnet_aid_314514.html

Erinnert an die Wortschöpfung libtard  (aus liberal im Sinne von sozialliberal und retard, geistig zurückgeblieben, unterbegabt), einen Kampfbegriff im amerikanischen Englisch)

Jugendliche gaben an, für eine Fernsehsendung (in der Serie ZDF.reporter) über die Zustände in Hamburg Mümmelmannsberg Geld dafür erhalten zu haben, dass sie eine Prügelszene darstellen; http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,410103,00.html.
Gefunden durch Hinweis in dem Buch "Die verblödete Republik" von Thomas Wieczorek, Knaus (2009) S. 222. Wieczorek zitierte auch Fernsehkommentare des Redaktionsleiters der Sendung ZDF.reporter, Norbert Lehmann, und sah einen Zusammenhang zwischen medialer Adelsverherrlichung einerseits, Reduzierung der "Unterschicht" auf Klischees andererseits.


__________



"Anerkennung sogenannter Asozialer als Opfer des Nazi-Regimes" fordert der AK"Marginalisierte-gestern und heute" in einem "Offenen Brief an Bundestag, Berliner Senat und BVV Lichtenberg"
http://bewegung.taz.de/aktionen/gedenkort-asoziale-nazi-verbrechen/beschreibung


____________


Wie stark noch in den Nachkriegsjahrzehnten, die von Sarrazin und anderen heute wieder nostalgisch beschworen werden, eugenische Ideologien der Nazizeit nachwirkten, zeigt sich z.B.  in Berichten ueber die Heimerziehung. Anhand der Erinnerungen Betroffener zeigte Juergen Eilert auf, wie maechtig Ideologien ueber Auslese und Aussonderung statt Bildung und Foerderung in diesem Bereich wirkten.
Juergen Eilert: Psychologie der Menschenrechte. Menschenrechtsverletzungen im deutschen Heimsystem (1945 – 1973), V & R unipress in Goettingen, 2012
http://books.google.de/books?id=goBOSdQVEM4C&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_atb#v=onepage&q&f=false


____________



Mal kein Kabarett:
Georg Schramm ueber Aufkuendigung des sozialen Konsens, Zynismus gegenueber der Unterschicht, steigenden "Robin Hood Index"
http://www.youtube.com/watch?v=qf9KXsA9-aQ
 

Kommentare:

  1. "In seinem Buch Losing Ground teilt Murray Arme in zwei Schichten ein. Die „working class“ (Arbeiterschicht) und die „underclass“ (Unterschicht). Die Unterschicht wird von ihm auch als „dangerous class“ (gefährliche Schicht) oder „underserving poor“ (Übersetzung in etwa: Arme, die es nicht verdient haben, dass man ihnen hilft) bezeichnet. Diese „undeserving poor“ zeichnen sich laut Murray durch mangelnde Selbstdisziplin aus. Sie hätten nicht den Ehrgeiz ihren Lebensunterhalt durch Arbeit zu verdienen, sondern würden lieber von Almosen leben. Die underclass hätte sich als Reaktion auf zu hohe Sozialleistungen entwickelt. Einige Leute hätten die Sozialhilfe zu ihrem Lebensstil gemacht. Als natürlichen Feind der „underserving poor“ sieht Murray die „working class“ an, denn diese würden den Lebensstil der underclass finanzieren, was aber noch schlimmer sei, die underclass würde durch ihren Lebensstil die Kinder der Arbeiterschicht verderben, die die falschen Werte der underclass übernehmen würden.[27] Später gelangte Murray zu der Auffasung, das Armut vor allem durch niedrige Intelligenz zustande käme. Er schrieb zusammen mit Richard Herrnstein das umstrittene Buch The Bell Curve, in dem auch davon die Rede ist."
    http://editthis.info/unawiki/Kultur_der_Armut - mit Ihnalten aus Wikipedia

    Anm.: "The Bell Curve" wurde vom "Pioneer Fund" finanziert, von dem auf diesem Blog schon die Rede war ("Zitierkartelle" ueber u.a. Volkmar Weiss zu Thilo Sarrazin)

    Eingestellt von Magga

    AntwortenLöschen
  2. Kein Aprilscherz, sondern eine schon etwas aeltere Meldung, gefunden als Nebenprodukt einer Suche zum Begriff "erlernte Hilflosigkeit"):

    Freitag, 4. Juni 2010
    Weniger Kindergeld für dicke Kinder
    So fordert es der deutsche Lehrerverband sehr medienwirksam: Schülerinnen und Schüler sollen regelmäßig auf die Waage. Wer Übergewicht hat, bekommt weniger Kindergeld, vielleicht heißt das, auch weniger HartzIV für die Eltern, wenn sie es nicht schaffen, das Gewicht ihrer Kinder nach unten zu korrigieren.
    Ein tauglicher Vorschlag? Muss es dann auch anders herum funktionieren: Wer untergewichtig ist, bekommt dann mehr Kindergeld oder HartzIV? Wahr ist, dass es auch in Deutschland immer mehr Übergewichtige gibt, auch übergewichtige Kinder. Die Hälfte aller Deutschen hat einen BMI von über 25. Das kann keiner wollen. Aber woran liegt das wohl? Wenn jemand adipös ist oder auch untergewichtig, vielleich bulimisch, steckt da nicht vielleicht eine Eßstörung dahinter? Geht man gegen Störungen mit Strafe vor, wie der Verband das vorschlägt? Dahinter steckt das Menschenbild vom Dicken, der selbst schuld an seinem Gewicht ist, er müsste halt nur ein bisschen weniger essen.Genauso könnte man einen Alkoholiker empfehlen, einfach weniger zu trinken oder jemanden, der depressiv ist, sagen, er solle doch mal einfach ein bisschen mehr lachen. Wenn nicht, werden die Solzialleistungen gekürzt (oder das Gehalt gepfändet, die Rente gekürzt, die Steuerrückzahlung einbehalten...). Äußerungen dieser Richtung, die Schuld bei den Betroffenen zu suchen, kennt man auch vom damiligen Berliner Finanzsenator Sarrazin: "Das kleinste Problem von Hartz-IV-Empfängern ist das Untergewicht." Sicher sind Strafe und Zwangsberatung nicht die geeigneten Mittel, um damit umzugehen.
    Wir leben in einer Gesellschaft, in der die Qualität von Nahrung einen geringen Stellenwert hat. Nahrungsmittel können gar nicht billig genug sein. Außerdem verkauft man uns Essern eben gerne minderwertige Nahrung mit allerlei Gift ohne das mitzuteilen. Transfette sind nur ein Beispiel. Caterer von Schulessen müssen mit minimalen Sätzen versuchen, ein Mittagessen für Kinder zu liefern. Das geht oft nur mit den billigsten Zutaten, nicht wenn man die besten Zutaten verwenden würde.
    Essen kann eine Sucht sein, Süchte müssen therapiert werden. Vielleicht sollten Giftverkäufer wie die Produzenten von Lebensmitteln mit erwiesenermaßen gesundheitsstörenden Inhalten, genauso wie die Tabakindustrie, Hersteller alkoholischer Getränke mit einer umlagehaften Steuer in Fonds einzahlen, mit denen Suchtkliniken und Therapieplätze finanziert werden

    http://www.psychhp.de/2010/06/weniger-kindergeld-fur-dicke-kinder.html

    Eingestellt von Magga

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Gemuese billiger machen?

      "... or try making vegetables cheaper? 80p for a single red pepper and you wonder why people prefer 10 biscuits for their money?"

      FilmBeatsIcecream 09/05/2013

      http://food.uk.msn.com/socialvoices/government-to-reduce-biscuit-sizes-tax

      Löschen
    2. Firstborns may be at higher risk for heart disease and diabetes than their later-born counterparts, new findings suggest.

      By By Bahar Gholipour Yahoo News
      February 7, 2014

      In a small study from New Zealand, researchers looked at 50 overweight men ages 40 to 50, and compared the body mass indexes (BMIs) of the men who were firstborn in their family, with those who were born second. The researchers also
      examined the men's level of sensitivity to insulin [...]
      They found that although the two groups of men had similar average heights, the firstborns were 15 pounds heavier on average. And among firstborns, the average BMI was 29, compared with 27.5 for second-born men. [...]
      Insulin sensitivity in firstborns was 33 percent lower than in second-born men, according to the study. [...]
      The results held after the researchers controlled for other factors that could affect BMI and insulin sensitivity, such as the men's body fat, age and physical activity, according to the study published today (Feb.6) in the journal Scientific Reports. [...]
      Several earlier studies suggested that birth order may influence metabolism and body composition in children. Research has shown for example, that firstborns weigh less at birth but grow faster during infancy, and have reduced insulin sensitivity and higher daytime blood pressure, as well as higher cholesterol
      during young adulthood.
      It's unclear how birth order might influence metabolism, but it is possible that differences in placenta blood flow play a part, the researchers said. During a woman's first pregnancy, the blood vessels in the uterine lining undergo lasting structural changes, providing a more favorable environment for subsequent
      fetuses.
      The researchers cautioned that their study only looked at overweight men, living in urban areas, and the findings may not apply to other groups of people.

      Löschen
    3. Food industry lobbyists met health ministers 40 times before the Government issued its ‘watered-down’ obesity strategy, official records reveal.

      Experts last night accused the Government of caving in to industry pressure – and warned that child obesity will continue to boom as a result.

      Critics are furious ministers scrapped plans to ban TV adverts for unhealthy food and abandoned a proposal to get rid of cartoon characters on children’s food packaging.

      Read more: http://www.dailymail.co.uk/health/article-3749791/Junk-food-firms-40-meetings-ministers-tougher-laws-scrapped.html#ixzz4HrQCGweF

      Löschen
    4. A recent study, published in The Lancet, found that Britain will be the fattest country in Europe by 2025, with nearly four in 10 people clinically obese.

      Professor Theresa Marteau, Director of the Behaviour and Health Research Unit at the University of Cambridge, a co-author of the study, adds: "These findings attest to the power of environments in overwhelming many people’s desires and intentions to eat more healthily.

      “The findings also reinforce the growing evidence that effective obesity policies are those that target food environments rather than education alone.”

      The two pieces of research were published in the online journal eNeuro and the International Journal of Obesity.

      http://www.msn.com/en-gb/health/diet/brains-of-overweight-people-override-health-messages-when-food-appears/ar-BBwgTLd?ocid=spartandhp

      Löschen
  3. Die Anfänge der Standortsicherungsstaffel (SSS) liegen in jenen spontanen Zusammenschlüssen junger Männer der Mittel- und Oberschicht, die sich ab 2012 an Wochenenden zum »Hartzer klatschen« in sozialen Brennpunktvierteln wie München-Hasenbergl, Köln-Chorweiler oder Berlin-Marzahn verabredeten.

    Dabei kamen auch in jener frühen Phase bereits regelmäßig Schusswaffen zum Einsatz; bald verlegte man sich auf das Eindringen in Wohnungen von Sozialleistungsempfängern insbesondere in Hochhäusern, um dort Einrichtungen zu verwüsten, Säuglinge und Kleinkinder aus den Fenstern zu werfen sowie mittels Brandbeschleunigern Feuer zu legen.

    Ein beliebter Zeitvertreib war auch »Mongos matschen« - dazu traf man sich auf den Grundstücken von Heimen für körperlich und geistig Behinderte, zumeist angesichts der angespannten finanziellen Lage dieser Einrichtungen mit stillschweigender Duldung der Betreiber. Beim »Mongos matschen« kam es zu regelrechten motorisierten Treibjagden auf die zumeist völlig hilflosen Behinderten, die gewöhnlich mit deren Tod unter den Reifen der dazu verwendeten Oberklasselimousinen (beliebt waren insbesondere BMWs der 7er-Reihe) endeten. Gelegentlich wurden auch Behinderte mit Armen und Beinen an die hinteren Stoßstangen zweier Autos gefesselt und dann durch zeitgleiches Anfahren bei lebendigem Leib in Stücke gerissen.

    Da es sich bei den Mitgliedern dieser Todesschwadronen häufig um Studenten der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre handelte, waren es vor allem Theoretiker der sogenannten Österreichischen Schule des Liberalismus (Hayek, von Mises, Friedman) und neosozialdarwinistische Denker (Sloterdijk, Sarrazin), die den ideologischen Unterbau dieser Exzesse lieferten.

    Nach dem Arbeitslosenpogrom in Frankfurt-Ginnheim vom 13. Juni 2013 (31 Tote, 105 Verletzte) und dem darauf folgenden Wahlsieg der Koalition aus Sarrazinisten und NPD wurden die bis dahin formell illegal operierenden Todesschwadronen als »Standortsicherungsstaffel« (SSS) unter ein bundesweit einheitliches Kommando gestellt.

    AntwortenLöschen
  4. Greetings! I've been following your weblog for a long time now and finally got the courage to go ahead and give you a shout out from Humble Texas! Just wanted to say keep up the good job!

    Review my blog post ... dinothere

    AntwortenLöschen
  5. "Entartete Demokratie"

    Aus
    Irreführung: Henkel, Herzog und die Presse
    von Andreas Kemper
    September 16, 2014

    Diese Vereinbarkeit von Kulturkonservativismus und Wirtschaftsliberalität geht auf Kosten der Demokratie, die als “entartet” dargestellt wird, wenn “zu viel” Gleichheit und zu wenig “Unterschied” vorherrrscht. Lichtschlag hatte die Formel der “entarteten Demokratie” vorgegeben. Der AfD-Vorstand Bernd Lucke hatte diese Formel medienwirksam am Abend der Bundestagswahlen wiederholt. Die Demokratie “entartet”, wenn die “Leistungselite” nicht vor der “Proletarisierung” der Gesellschaft “geschützt” werde. Das ist die rechte Grundposition, in der sich Konservative und Wirtschaftsliberale treffen. Daher fordert eben auch Hans-Olaf Henkel zentral eine “Reform der politischen Entscheidungsstruktur”, konkret bspw. die Ersetzung des Verhältniswahlrechts durch das Mehrheitswahlrecht, um “Linksbündnisse” zu verhindern.

    Rechts sein, bedeutet soziale Gleichheit zu negieren, zu verleugnen und zu bekämpfen. Rechte Positionen können sich dann sowohl gegen Arme als auch gegen marginalisierte Gruppen richten. Diese rechten Positionen gehen einher mit dem Ziehen von “roten Linien”. So sprach sich Henkel als Berater der Bank of America für das sogenannte “Redlining” aus: Bewohner*innen armer Stadtviertel sollten grundsätzlich keine Kredite bei Banken mehr bekommen. Ähnliches forderte er auf europäischer Ebene mit seiner Unterscheidung zwischen dem Süd- und dem Nordeuro. Zwischen den wirtschaftlich starken und den wirtschaftlich schwachen europäischen Staaten müsste eine rote Linie gezogen werden mit unterschiedlichen Währungen und dem Einstellen von Krediten der reichen für die armen Staaten. Auch in der Bundesrepublik bleibt Henkel seiner Forderung des Redlining treu. So fordert er die sofortige Beendigung des Länderfinanzausgleichs. Reiche Bundesländer sollten das Geld für sich behalten. Diese Politik der Grenzziehung setzt sich fort in der Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik. Da hängt sich Henkel jedoch nicht so sehr aus dem Fenster, sondern überläßt als Mitglied von Amnesty International den deutlichen Rassismus lieber seinen Parteikollegen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg. Neoliberale Ausgrenzungspolitik ist jedoch nicht weniger rechts als nationalistischer Rassismus.

    http://andreaskemper.wordpress.com/2014/09/16/irrefuhrung-henkel-herzog-und-die-presse/

    AntwortenLöschen
  6. Wer ist "Leistungstraeger"?

    Neues aus der Anstalt - Folge 27 - 08.09.2009
    ab ca. 35:00

    https://www.youtube.com/watch?v=VYpIwhEMnew

    AntwortenLöschen
  7. Wenn die Wohlfahrtsempfänger einfach erschossen würden ...

    "If all these people were just SHOT and welfare was gone THE WAGE BASE WOULD RISE TO ABOUT $200 PER HOUR AND THUS NO PROBLEMS YES THAT IS A FACT WHEN THERE WERE NO FOOD STAMPS OR FEDERAL TAXES IN 1902 HENRY FORD PAID IN TODAY'S MONEY ABOUT $200 PER HOUR AS A STARTING WAGE then the libs came in an destroyed it for all of the USA
    Welfare is simply paying people to not work and will always fail
    America used to pay the highest wages in the world , until it started to pay for NO WORK

    dave · 8 hours ago

    https://answers.yahoo.com/question/index?qid=20150503162803AA1Wykv

    AntwortenLöschen
  8. Stillen fördert die Intelligenz

    8 Proven Ways to Make Your Child Smarter
    Woman's Day Margot Gilman 1/19/2015

    1. Nurse your newborn.

    Breastfeeding bestows many benefits, including immunity defense and disease protection. But until recently, we didn’t know whether breastfeeding influences intelligence, or if breastfed kids tested better because of other factors. A study from McGill University in Montreal has shown a clear causal connection. Looking at 14,000 children, those whose moms participated in a program that encouraged exclusive and prolonged breastfeeding scored 7.5 points higher on verbal IQ tests at age six-and-a-half than those whose mothers didn’t take part. The American Academy of Pediatrics (AAP) recommends that babies be exclusively breastfed for the first six months of life.

    http://www.msn.com/en-us/lifestyle/parenting/8-proven-ways-to-make-your-child-smarter/ss-AAcVfAp?ocid=iehp#image=2

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Zucker- u. fettreiche Ernährung ist schlecht für IQ

      Another strike against high-sugar, high-fat diets: It leads to lower IQs in kids, according to a study published in the Journal of Epidemiological Community Health. Researchers tracked the eating habits of 4,000 children from age three and tested their intelligence at age eight-and-a-half. The kids who ate the most processed foods, with a lot of convenience food, fat and sugar, had IQ scores 1.67 points lower than kids whose diets included more fruits, vegetables, fish and pasta, controlling for measures like mothers’ education and social class. The obvious takeaway which bears repeating: Feed your children a healthy diet of whole foods and cut out the junk!

      etc.
      http://www.msn.com/en-us/lifestyle/parenting/8-proven-ways-to-make-your-child-smarter/ss-AAcVfAp?ocid=iehp#image=4

      Löschen
    2. Fischöl nicht vergessen

      5. Don’t forget the fish oil.

      The reported benefits of DHA omega-3 fatty acids (found in fish and other seafood) keep rolling in. A recent New York University study, which evaluated many existing studies on what really raises people’s intelligence, concluded that a diet high in this fatty acid was the only sure bet. The research suggests that when pregnant women and nursing mothers get over 1,000 mg of DHA a day, infant IQ can swell by more than 3.5 points. Plus, babies who received DHA for three months tested 6.5 IQ points higher as toddlers than children who didn’t get the supplement. Ask your doctor if your little one could use a DHA boost.

      Löschen
    3. Mit dem Kind zusammen lesen und über das Gelesene sprechen

      6. Crack the books.

      That same NYU study also looked at how interactive reading—encouraging kids to read in addition to using books to teach them how to ask questions—improves kids’ intelligence. Researchers found that when a child under four is an active participant in reading with her caregivers, her IQ can go up by more than six points. Instead of merely slogging through Green Eggs and Ham again, urge your child to wonder aloud about the plausibility of eggs ever being that color or having a goat as a dining companion.

      Löschen
  9. Manch einer kann sich anstrengen wie er will, aber er wird mit seiner Sprache immer wieder aller Welt mitteilen, wie sehr er gedanklich dem dritten Reich verhaftet ist. Das ist nicht weiter verwunderlich bei Blogs wie Politically Incorrect, welches im Juni 2008 mit der Überschrift “Keine Staatsknete für Asoziale” aufwartete.

    Welche Geschichte das Wort “Asoziale” begleitet, kann man in der Wikipedia nachlesen:

    In der Zeit des Nationalsozialismus wurden sogenannte ‘Asoziale’ Opfer verschärfter Verfolgung. “Die Aktion “Arbeitsscheu Reich” markiert den Höhepunkt der ‘Asozialenverfolgung’ im Nationalsozialismus. Seit 1938 drängten die Wohlfahrtsämter die Polizeibehörden geradezu zur Verhaftung von ‘Asozialen’. An die Stelle der Schikanen und der Vertreibung von Bedürftigen traten ihre Erfassung und Vernichtung. Die Sozialutopie von der endgültigen Beseitigung abweichenden Verhaltens wurde in die Tat umgesetzt. Die Aktion ‘Arbeitsscheu Reich’ war dabei das bedeutendste Einzelereignis der NS-Politik gegen „Asoziale”. Nach dem Erlaß vom 26. Januar 1938 folgten eine Gestapoaktion am 21. April 1938 und eine Kriminalpolizeiaktion am 13. Juni 1938. Zirka 20.000 „Asoziale” wurden in die Konzentrationslager eingeliefert.

    [...]


    In der DDR konnten Personen, die nach Ansicht der staatlichen Organe das gesellschaftliche Zusammenleben der Bürger oder die öffentliche Ordnung dadurch gefährdeten, dass sie sich aus Arbeitsscheu einer geregelten Arbeit hartnäckig entzogen oder der Prostitution nachgingen oder sich auf andere unlautere Weise Mittel zum Unterhalt verschafften, nach § 249 StGB-DDR zu Bewährungsstrafen oder Arbeitserziehung oder Haft- oder Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren verurteilt werden. ...

    http://parteibuch-spiegel.blogspot.com/2009/02/parteibuch-ticker-feed-von-2008-11-17.html

    AntwortenLöschen
  10. "Den Asozialen fehlte eine Organisation, die für sie in der Nachkriegszeit um Wiedergutmachung und Entschädigungsleistungen hätte kämpfen können. Da sie
    nicht aus rassischen, politischen oder weltanschaulichen Motiven verhaftet worden waren, lehnten die Gerichte den Anspruch auf Entschädigung ab, auch wenn anerkannt wurde, daß ihnen mit der Verhaftung Unrecht geschehen war.
    Oft wurde ihre Haftzeit nicht einmal auf die Rentenberechnungszeit angerechnet.
    Betty Voss, als Asoziale in Ravensbrück inhaftiert, benennt dies in einem Fernsehinterview:
    „Ich hab´ Straßenbau mitgemacht, ich hab´ die Küche rein mit gemacht, in de Schusterei mitgemacht, ich hab´ Bäume mitgefällt, ich hab´ Sand mitgeschaufelt,
    ich hab´ Leichen mit verbrannt, in unser eignes Krematorium. ... Die haben mich doch entehrt, die haben mir entmündigt, die haben mir die Haare abgeschnitten, die haben mir doch entehrt da, die ganzen Jahr´ in Ravensbrück, und jetzt soll ich nichts dafür haben.“ "

    http://kops.uni-konstanz.de/bitstream/handle/123456789/11707/186_1.pdf?sequence=1

    AntwortenLöschen
  11. Aus
    brand eins, 04/2005 - Schwerpunkt Machtwechsel
    WAS GUCKST DU?
    Deutschland entdeckt seine Unterschicht.
    Zumindest im Kino, auf der Theaterbühne oder im Zerrspiegel des Privatfernsehens.

    ... Die Vokabel vom "Unterschichtfernsehen" hat Harald Schmidt geklaut. Der Historiker Paul Nolte hat es aufgegriffen und liefert mit seinem Buch "Generation Reform" weitere Stichworte zum Phänomen eines verfestigten Sozialverlierer-Milieus, das sich längst vom Rest der Gesellschaft abgekoppelt hat. Als Folge eines bequemen Sozialstaats, der Bedürftige mittels Transferleistungen still stellen will, diagnostiziert Nolte "fürsorgliche Vernachlässigung" und Wohlstandsverwahrlosung: "Die Mehrheitsgesellschaft hat sich mit Geldzahlungen von den wirklichen Problemen am Rande der Gesellschaft freigekauft, sie hat sich ein gutes Gewissen erkauft, ohne Probleme wirklich zu lösen." Wobei das gute Gewissen nur eine Form von Ignoranz ist: Man schaut lieber nicht so genau hin.

    Nicht immer müssen die Versuche, diese Ignoranz aufzubrechen, im Kunstgewerbe enden. Ab und zu erfährt man auch, in welchem Land man lebt. Zum Beispiel bei einem Theaterstück, das der Dokumentarfilmer Andres Veiel jetzt am Theater Basel inszeniert hat: "Der Kick". Veiel hat einen Mord in einem brandenburgischen Kaff recherchiert: Drei arbeitslose Jugendliche haben einen 16-jährigen Freund im Suff stundenlang gefoltert und anschließend umgebracht. Einfach so, aus Langeweile. Veiel hat mit den Mördern gesprochen, mit Eltern und Freunden. Seine Stück ist spröde und ratlos. Es erzählt von Perspektivlosigkeit und von Verwahrlosung, die wenig mit Geld zu tun hat und viel mit dem Gefühl, von niemandem gebraucht zu werden.

    https://www.brandeins.de/archiv/2005/machtwechsel/was-guckst-du/

    AntwortenLöschen
  12. "Säuberung" eines Obdachlosen-Camps (USA)

    Man fatally shot by officer near homeless camp cleanup

    A Seattle police officer shot and killed a man involved in a knife fight Tuesday as officials were working to clean out a homeless encampment known as The Jungle, authorities said ...

    "At the same time, today's operation in the Greenbelt was needed, both because of the long history of public safety issues in the area and because of the long-overdue work the Washington Department of Transportation needs to do on Interstate 5," Murray said. "We expect this work to continue at the conclusion of the investigation."

    News
    The Associated Press

    http://start.lenovo.com/news/read/category/News/article/the_associated_press-man_fatally_shot_by_officer_near_homeless_camp_cle-ap

    AntwortenLöschen