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Sonntag, 21. August 2011

„Gymnasium statt Einheitsschule“ – ein Slogan zum Nachdenken


„Gymnasium statt Einheitsschule“ war der Slogan auf CDU-Plakaten, die pünktlich zum Tag der Einschulung in der Nähe von Berliner Grundschulen Eltern und Angehörige der Erstklässler begrüßten.

Aber die hier beworbene Alternative zu einem Gesamtschul-Modell, das nach der Grundschule individuelle Zusammenstellung von Lernprogrammen mit aufeinander aufbauenden Möglichkeiten für Schulabschlüsse vorsieht, ist nicht wirklich allein das Gymnasium. Sie ist das Modell der herkömmlichen starren Dreiteilung Hauptschule – Realschule – Gymnasium.

Warum aber heißt es in dem Slogan nur „Gymnasium“? Warum sind Hauptschule und Realschule nicht erwähnt? Auch wenn die für einen Slogan gebrauchte Kürze mit ein Grund sein mag, zeigt die Formulierung doch deutlich: Dahinter steckt der Gedanke, dass man Kinder frühzeitig in Kategorien (nach ihren angenommenen genetisch festgelegten Begabungen) einsortieren solle, und schulische Förderung sich vor allem auf die Kinder in der Kategorie „Gymnasiasten“ zu konzentrieren habe.

Was ist mit den Kindern, die nicht zum Gymnasium kommen, was ist mit ihren Begabungen und ihren Chancen, ihr Potenzial zu entfalten? Aus der Tatsache, dass sie in dem Slogan und auf dem Plakat nicht vorkommen, kann man durchaus schließen, dass in einer Schulpolitik, die sich ein übergreifendes Modell von Schule nur als Schreckgespenst von „Einheitsschule“ vorstellen kann, kaum ein Gedanke an sie verschwendet wird.

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Der preußische Bildungsreformer Wilhelm von Humboldt wollte ein dreistufiges Schulsystem, welches das nach Ständen gegliederte Schulsystem ablösen sollte. Daraus wurde ein Kompromiss zwischen dem Alten und dem Neuen - das auf frühe Sortierung angelegte dreigliedrige Schulsystem.
Siehe z.B. www.rpi-virtuell.net/.../Schumann-Humboldts-Plaene.pdf
In dieser Quelle finden wir auch Informationen zum Kampfbegriff  "Einheitsschule":
"Die Einheitsschule der DDR wird heute noch als antagonistisches Gegenbild verwendet, um die Forderung nach einer Schule für alle abzuwehren. Dabei ist die Schule für alle das
Strukturmodell, das sich in Europa durchgesetzt hat und auch für die vorbildlichen
skandinavischen Schulsysteme grundlegend ist."



In seinem utopischen Roman „Das Reich Artam“, Kapitel „Der Führer gegen den Zeitgeist“ schrieb Sarrazins Ideengeber Volkmar Weiss über die angenommene natürliche Aufteilung der Menschheit in feste Kategorien von Intelligenten, Mittelmäßigen und Einfachen:
"Von Anbeginn der geschichtlichen Überlieferung und wahrscheinlich seit dem Ende des Eiszeitalters gab es in der Alten Welt drei Genotypen von Menschen: die Intelligenten, die Mittelmäßigen und die Einfachen...  Der Preis, den die Mittelmäßigen forderten, als ihre Bevölkerungsdichte und ihre Ballung in den großen Städten so groß geworden war, daß sie sich leicht organisieren konnten, war die Einführung des allgemeinen und gleichen Stimmrechts. ...Indem die Massenmedien die Gleichheitsideologie verbreiten und vertreten..., schaffen es die Mittelmäßigen und Unfähigen, ihre Herrschaftsanteile zu maximieren..."
Siehe Zitat auf dem Post http://guttmensch.blogspot.com/2011/06/eugenisches-denken-demokratie-als.html .

„In dem Buch (Die IQ-Falle, 2000) entwickelt Weiss die Idee, wenige „Hauptgene“ seien für die Intelligenz verantwortlich …. Vereinfacht geht das darausfolgende Modell davon aus, dass es ein Intelligenzgen und drei mögliche Genotypen gibt, von denen die intelligente M1M1-Allelkombination die Elite der Gesellschaft darstellt (mittlerer IQ von 130), die M1M2-Kombination die Mittelschicht (mittlerer IQ um 112) und die M2M2-Kombiantion die Unterschicht und Arbeiter (mittlerer IQ von 94). In dem Abschnitt „Dreierlei Mensch braucht die Maschine“ verteilt er die einzelnen Menschen nach ihrem Genotyp auf Berufsgruppen.“
Aus: Kritische Psychologie Marburg, Volkmar Weiss: Das „Türkenproblem“ oder die Angst vor der Degeneration der Bevölkerung;
http://www.kp-marburg.de/volkmar_weiss.htm

"Weiss, selbst maßgeblicher Ideengeber für Sarrazin, lobt Sarrazin dafür, dass er aufgrund genetischer Zuschreibungen die Auffassung vertritt, über ein Minimum hinausgehende Investitionen in die Bildung von Schülern mit (gemessen oder angenommen) niedrigem IQ seien herausgeworfenes Geld."
Aus einem eigenen Kommentar zu einer von Volkmar Weiss verfassten Rezension des Buches "Deutschland schafft sich ab" von Thilo Sarrazin;
http://guttmensch.blogspot.com/2011/07/die-fehlende-halfte-der-satire.html

".... Nicht Frau Sarrazin hat die Diskussion um ihre Lehrmethoden losgetreten, sondern der Berliner Landeselternausschuss. Er warf der Grundschullehrerin vor, Kinder zu mobben, anzuschreien und mit Verbalinjurien ("Du Hauptschüler!", "Du Opfer!") zum Weinen zu bringen. ... In einem Beitrag für die "Bild"-Zeitung hat sich Ursula Sarrazin gegen ihre Kritiker zur Wehr gesetzt und zugleich wieder ausgeteilt. ... Was ist aber mit Ursula Sarrazins Kritik, die Eltern erwarteten "eine Art Serviceunternehmen" und würden es ablehnen, sich um die Hausarbeiten der Kinder zu kümmern? Diese Kritik hört man oft. Zu Unrecht. Denn immer häufiger klagen Eltern darüber, für das Versagen der öffentlichen Schulen geradestehen zu müssen.  Der Fall eines Gymnasiums im bürgerlichen Bezirk Zehlendorf, wo der Englischunterricht ein Jahr lang ausfiel und die Eltern vor den Prüfungen eine Liste mit grammatikalischen Strukturen und Wortfeldern in die Hand gedrückt bekamen, ist keine Ausnahme. ... Wenn die Schule einen Teil ihrer Aufgaben auf die Eltern abwälzt, werden ... diejenigen Schichten begünstigt, die es sich leisten können, Nachhilfelehrer zu engagieren oder selbst als Nachhilfelehrer zu fungieren. Lehrer und Lehrerinnen müssen davon ausgehen, dass sie in der Tat eine Dienstleistung erbringen; dass Schüler, deren Eltern beim Erziehungsauftrag der Schule nicht mithelfen können oder wollen, davon keine Nachteile haben dürfen.
Aus: "Die Schule dankt ab" von Alan Posener, WELT ONLINE 26.01.2011http://www.welt.de/print/die_welt/debatte/article12344854/Die-Schule-dankt-ab.html
(Gefunden mit Google Suchwortkombination Sarrazin UND Hauptschüler; Hervorhebung von mir. )

"... Aylin Selçuk, 21, kennt viele junge Deutsch-Türken wie Ali. Früher dachte sie: Das sind "Prolltürken", die an ihrem Misserfolg selbst Schuld sind. Dann interviewte sie für ihre Abi-Arbeit türkischstämmige Hauptschüler und lernte deren Verzweiflung kennen. Heute ärgert sie sich über Bildungspolitiker, die sich nicht kümmern, und über ein Land, das seine Einwanderer und deren Kinder abstempelt, als Last, als Problem."
Aus: Deutsch-türkische Studentin: "Wir fühlen uns angegriffen", von Anne Onken, SPIEGEL ONLINE 07.07.2010;
http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,703679,00.html
(Gefunden mit Google Suchwortkombination Sarrazin UND Hauptschüler)


Vielfalt, nicht in drei Kategorien gezwängt
Webseite einer Gesamtschule, die sich als Vielfaltschule sieht und den Begriff Einheitsschule als irreführend zurückweist (Beispiel Gesamtschule Gießen-Ost):
http://www.ostschule.de/web/index.php


Wird "Nathan der Weise" eigentlich immer noch nur in der gymnasialen Oberstufe gelesen? Oder vielleicht nicht einmal mehr dort?
Über Lessings "Nathan der Weise" und die (gefährdete) Idee von der Einheit des Menschengeschlechts als Bildungsgut siehe auch auf diesem Blog
http://guttmensch.blogspot.com/2011/07/die-idee-von-der-einheit-des.html

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AWO-ISS-Studie

"Der „Faktor" Armut ist bedeutsam für die Bildungschancen und vor allem für den Schulerfolg der Kinder. Die untersuchten armen Kinder wurden ver-mehrt nicht regulär eingeschult, hatten bereits in der Grundschulzeit schlechtere Schulnoten und blieben öfter sitzen. Sie wechselten in dieser Zeit häufiger auf Sonderschulen und schafften selten den Wechsel zum Gymnasium. Die Selektionsmechanismen sind im Schulsystem mit begründet.

Jeder elfte Schüler bzw. Schülerin im Gymnasium ist arm, bei den Haupt-schülern lebt jeder zweite in Armut. Armut ist der ursächliche Grund für schlechte Bildung. Von 100 Kindern, die bereits während ihrer Kindergar-tenzeit als arm galten, schaffen nach der Grundschule gerade einmal vier den Sprung aufs Gymnasium – bei nicht-armen Kindern sind es 30.

Die schulische Entwicklung der Kinder in der Grundschulzeit wurde be-stimmt durch die Indikatoren „frühe Armutserfahrungen", „Armutsdauer", „aktuelle Armutssituation", „Lebenslagentyp", „Wohngegend" und „Migrati-onshintergrund". Es zeigte sich, die Hauptursache für eine nicht erfolgreiche Schullaufbahn liegt vor allem im Faktor „Armut" und erst sekundär im Faktor „Bildungs- und Berufshintergrund der Eltern". Dagegen unterschieden sich arme und nicht-arme Kinder sowie deutsche und nicht-deutsche Kin-dern nur wenig in Bezug auf ihre Bildungsambitionen. Der große Wunsch aller ist das Erreichen des Gymnasiums. D.h., es besteht noch immer eine hohe Motivation bei den Zehnjährigen und zugleich eine große Gefahr rascher und tief greifender Frustrationen."

Aus: Armut und soziale Lage von Jugendlichen,
Situationsbeschreibung 2009 Herausgeber Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Berlin e.V. Pestalozzistraße 5-8 13187 Berlin Mail:
LAG-Berlin@t-online.de ;
http://www.jeder-ist-anders-berlin.de/downloads/Armut_Jugendliche_Situationsbericht.pdf?PHPSESSID=aa23a29eb4057f52b828f39ed1c2087e
 
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BloggerMagga     
Schule soll „Untüchtige“ aussieben und sich auf die Förderung der „Tüchtigen“ konzentrieren - diese Idee hat in Deutschland eine starke Tradition.
Ein paar ideengeschichtliche Spuren:
Deutschland war zu Anfang des 20. Jahrhunderts überschwemmt mit Veröffentlichungen im Geist der aus England herüber gekommenen Ideologien des Sozialdarwinismus und der Eugenik, auch Rassenhygiene genannt. Diese boten eine hervorragende Profilierungsmöglichkeit, nicht zuletzt für Staatsdiener in etwas gehobenen, aber ihre Zeit und ihren Ehrgeiz nicht voll aus-/erfüllenden Ämtern.
Der sächsische Schulinspektor Wilhelm Hartnacke (später Stadtschulrat und Landes-Kultusminister) veröffentlichte 1916 „ Das Problem der Auslese der Tüchtigen“. Es folgten u.a.: „Naturgrenzen geistiger Bildung“ (1930); „Mengenverhältnis von Begabten und Unbegabten“ (1936); „Die Selbstausrottung der begabten Stämme“ (in: Volk und Rasse, 1938).
Hartnacke war mit dem Nazi-„Rassepapst“ Hans F. K. Günther befreundet und hatte ihm 1929 eine Studienratsstelle in Dresden verschafft. Er war auch ein Förderer von Karl Valentin Müller, einem anderen Nazi-Rassenideologen, der nach dem Krieg noch in der jungen Bundesrepublik Deutschland Karriere machte.
Volkmar Weiss, ein Ideengeber Sarrazins, nennt K. V. Müller als sein Vorbild und beklagt, dass dieser aufgrund linker Agitation zu Unrecht diskrediert sei.
Quellen s.
http://guttmensch.blogspot.com/2011/03/sozialdarwinismus-bei-sarrazin-dysgenik.html

Kommentare:

  1. Christian Alexander Tietgen21. September 2011 um 04:47

    So denkt die Elite eben: Wählt uns, grenzt die "Asozialen" aus und ihr habt gewonnen. Und dann meinen sie noch, sie hätten ein moralisches Anrecht darauf.

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  2. das Hauptproblem in DE ist, dass die Politik seit Generationen dafür sorgt, Bürger in erste, zweite und dritte Klasse (zzgl. Holklasse Sonderschule) einzuteilen. Der Übergang zur Moderne vollzog sich mit dem Ende der Ständegesellschaften. Das Schulsystem in DE bildet berufsständisch aus und hat damit nie den Übergang zur Moderne vollzogen.

    Deutschland verstößt damit gegen Artikel 12 GG - die freie Berufwahl, denn faktisch wird bei 10jährigen festgelegt, welche Berufe sie später ergreifen sollen. Am extremsten ist das in der Hauptschule, wo gezielt ab Klasse 5 (Praktika) bzw. Klasse 7 (AWT) auf handwerkliche Berufe trainiert wird,weil der Staat hier wie ein Obrigkeitsstaat von oben oktroyiert, dass es ein zukünftiger Handwerker respektive Facharbeiter sein soll.

    die Highschools andere Länder sind holistisch aufgebaut und verfolgen für alle Schüler den gleichen Bildungszugang, weil Bildung als Menschenrecht gesehen wird.

    interessanterweise wurde Bildung nicht explizit ins GG aufgenommen. DE hat zwar UN Konventionen und Kinderrechte ratifiziert mit dem Recht auf Bildung, diese aber nicht ins GG übernommen. Die duale Ausbildung ist in DE nur Bereich des Arbeitsrechts - ein weltweit EINMALIGER Vorgang!

    anderswo ist das als upper secondary/Highschool mit im staatlichen Bildungsbereich, in DE regelt das nur die Wirtschaft/Kammern. De verstößt gegen Artikel 13 UN Konvention Recht auf höhere Bildung, da diese Sekundarstufe 2 nicht internationale Standards erfüllt.

    Deutschland verstößt mit seinem Schulsystem gegen den Gleichheitsgrundsatz, da es hier 3 Bildungsaufträge gibt, im Ausland ist der Bildungsauftrag für alle Bürger gleich! Es handelt sich um Diskriminierung, da alle Statistiken darauf hinweisen und somit empirisch belegt ist, dass die Kinder oft fehlverteilt sind. Somit wird das Recht auf gleichen Bildungszugang sträflich verletzt.

    DE verstößt gegen Menschen- und Bürgerrechte! Keiner will das bemerkt haben? Dahinter liegt eine voll Absicht, um den anderen eine Eliteschule zu sichern und weil man das Schulsystem als Bestandteil des "deutschen innovationssystems sieht = Wirtschaftspolitik! Der Bildungauftrag der beiden anderen Schulen ist nicht mal die breite Allgemeinbildung, sondern nur eine "erweiterte"

    im Ausland sollen alle Bürger immer möglichst BESTmöglich ausgebildet werden und alle breite Allgmeinbildung vermittelt bekommen!

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  3. "Dreierlei Mensch braucht die Maschine" (Volkmar Weiss, Vordenker von Thilo Sarrazin).

    Das muss man sich mal vorstellen: Demnach ist sind die Menschen fuer die Maschinen da, nicht die Maschinen fuer die Menschen.

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  5. Man kann auch mit "maessig-bis-..." Noten US Praesident werden - wenn man die richtige Herkunft hat.

    George W. Bush bekam vier Monate nach Beginn seiner Praesidentschaft einen akademischen Ehrentitel von seiner alten Uni, Yale - auf die er aus verschiedenen Gruenden nicht gut zu spechen gewesen war; u.a., weil, sein Vater, George Bush, den Titel erst nach den ersten zwei Jahren Praesidentschaft erhalten hatte.

    In seiner Ansprache scherzte er darueber, wie weit man es als "C"-Student (d.h. mit Noten, mit denen man gerade noch durchkommt) im Leben bringen koennte, was sein Beispiel zeige.

    http://www.foxnews.com/story/0,2933,25229,00.html

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  6. Hauptschüler kämpfen gegen schlechten Ruf | WAZ.de
    16.09.2010

    Essen. [...]
    Roswitha Tschüter möchte am liebsten nichts mehr mit den Medien zu tun haben.
    Der ehemaligen Leiterin der Hauptschule Karnap – den meisten Menschen inzwischen als „Horror-Schule“ ein Begriff – sitzt der Schreck über die Fernsehsendung (s. Kasten) und der anschließende Spießrutenlauf durch die Boulevardpresse noch immer in den Knochen. „Das ist einfach lächerlich und ärgerlich zugleich“, sagt
    sie. Denn so schlimm wie in dem TV-Beitrag dargestellt, sei es zu dem Zeitpunkt an ihrer Schule nicht gewesen. Bei zuletzt 135 Schülern habe es kein Konfliktpotential mehr gegeben. „In meinem ganzen Leben werde ich einem solchen Projekt nicht mehr zustimmen“, sagt Tschüter. [...]
    Roswitha Tschüter hat ihrer Ansicht nach nie eine faire Chance gehabt, in den Medien, die „ihre“ Karnaper Schule so arg gescholten haben, Stellung zu beziehen. Auch heute Abend, wenn nach der Wiederholung des Films diskutiert wird (WDR, 22.45 Uhr), wird sie wieder nicht dabei sein. [...]
    Achim Hodde

    http://www.derwesten.de/staedte/essen/hauptschueler-kaempfen-gegen-schlechten-ruf-id3718128.html

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    1. Wie der WDR und andere ARD-Sender sich Lob bei der BILD-Zeitung verdienen
      Schüler als „Terror-Ausländer“ verunglimpft
      Von Peter Kleinert | nrhz.de
      24.11.2010

      Die in den meisten Medien hochgelobte „Menschen hautnah“-Sendung des WDR, „Kampf im Klassenzimmer – deutsche Schüler in der Minderheit“ - erstmals am 21. Juli im ARD Nachtprogramm ausgestrahlt, wurde inzwischen auf weiteren ARD-Sendern wiederholt. Bei „Hart-aber-fair“ wurde die Autorin Nicola Graef wegen ihrer Reportage eingeladen, die beweisen soll, wie sehr deutsche SchülerInnen - wenn sie in der Minderheit sind - unter ihren Mitschülern mit Migrantenwurzeln leiden. Dem Film wurde der Nimbus einer objektiven, realitätsnahen Dokumentation verliehen, in der endlich mal ausgesprochen wurde, was sich die „gescheiterten Multikultis“ nicht zu sagen trauen, bzw. was sie regelrecht leugnen und unterdrücken. – Hierzu u.a. ein Interview mit der ehemaligen Direktorin der im Sommer geschlossenen Hauptschule in Essen-Karnap in „Essen steht AUF“

      Bodo Urbat, Redakteur dieser alternativen Zeitung für Kommunalpolitik vermutet, dass der Film vor allem deshalb so oft ausgestrahlt wurde, „weil er ja auch gut zur “Sarrazin-Debatte“ passte […]

      Roswitha Tschüter, ehemalige Direktorin der zum Schuljahrsende 2010 geschlossenen Schule, so Bodo Urbat […] wies uns auf ein Foto auf BILD online hin, wo freundschaftlich posierende Schüler als „Terror-Ausländer“ verunglimpft werden. Beim Herunterladen offenbart es in seinen Dateinamen eindeutig die Absicht, die dahinter steckt: „auslaender-terror-17066514-mbqf,templateId=renderScaled,property=Bild,width=227.jpg.“ […]

      „Terror an deutschen Schulen Jetzt spricht die Direktorin der Horror-Schule“ – unter dieser Schlagzeile hatte BILD unmittelbar nach der ersten Sendung am 22.7. ein "Interview“ mit Roswitha Tschüter nach der Sendung veröffentlicht . Auf die Frage, ob ihre Antworten im Interview mit “Essen steht AUF“ nicht in einem gewissen Widerspruch zu den Aussagen stünden, mit denen sie in BILD.de zitiert wurde, erklärt Frau Tschüter: „Es wurden von BILD nur Äußerungen von mir wiedergegeben, die in deren Bild von der 'Horror-Schule' passten. Ich hatte diesem Bild von der Horror-Schule ausdrücklich widersprochen. Das wird zwar von BILD erwähnt, aber kein Wort zu den ganzen Initiativen und auch Erfolgen, mit denen wir auf die Probleme an der Schule reagierten. Im Gegenteil, es wurde der Eindruck erweckt, als ob Gewalt und sogar Terror den Schulalltag bestimmten. Das ist eine bewusste Verdrehung der Tatsachen.“

      Die Produktionsfirma „Lona media“ (Mitinhaberin ist Nicola Graef) hat sich von dieser Hetze in BILD nie distanziert, sondern wirbt damit sogar auf ihrer Homepage. Interessant sei auch, so Bodo Urbat, dass „Lona media“ 2006 schon einmal in einem ähnlichen Fall negativ aufgefallen ist. In einem Beitrag in der Reihe „ZDF.reporter“ über angeblich untragbare Zustände an einer Hamburger Schule solle laut Hamburger Abendblatt sogar Geld geflossen sein, um Jugendliche zu kameratauglichen Gewalthandlungen zu ermuntern. Das wurde allerdings vom damaligen ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender bestritten.

      Umso wichtiger, dass wir das Interview der ehemaligen Schulleiterin der nicht etwa wegen "Terror" sondern wegen Schülermangel geschlossenen Hauptschule aus „Essen steht AUF“ hier komplett veröffentlichen dürfen. Hier legt sie dar, dass diese Fernseh-"Dokumentation“ in Wirklichkeit Manipulation ist. Bodo Urbat: „Hier sind mal wieder Steilvorlagen für Nazis produziert worden. In Essen werden am kommenden Samstag hunderte Menschen gegen einen Aufmarsch der NPD demonstrieren, der unter dem Motto steht „Nein zur Überfremdung unserer Schulen“ und sich dabei ausdrücklich auf diesen Film beruft.“ […]

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    2. Roswitha Tschüter im Interview
      Quelle: „Essen steht AUF“

      […] Vergangenes Jahr rief die Firma LonaMedia bei mir an, die für die WDR-Sendereihe „Menschen hautnah“ in unserer Schule einen Bericht zum Thema „Integration“ drehen wollte. Die Redakteurinnen, Frau Balcı und Frau Graef […] stellten mir das Vorhaben schriftlich vor […]
      Aufgrund dieses Schreibens konnte und musste ich davon ausgehen, dass die Autorinnen sich um ein differenziertes Bild der Verhältnisse bei uns bemühen würden [...]
      Wir haben dem Projekt zugestimmt, weil wir mutig genug waren, die gesellschaftlichen Probleme zu benennen, die sich in der Schule niederschlagen. [... ]
      Im Film werden nur Teile der Diskussion gezeigt; es kommt hauptsächlich ein kurdischer Schüler zu Wort, der sich mit pubertärer Großkotzigkeit vor der Kamera produziert.
      Und dann die BILD-Zeitung mit ihrem Aufmacher von der „Horrorschule“. Sehen Sie sich doch mal die vier Jungen an (zeigt auf das Photo, das die BILD als Aufmacher verwendet hat): Sieht das vielleicht nach „Kampf im Klassenzimmer“ aus? Es sind zwei deutsche und zwei moslemische Schüler zu sehen, die die Arme umeinander gelegt haben und die Fäuste spielerisch ballen. Das Photo strahlt keinerlei Aggressivität aus. Im ganzen Film war keine aggressive Szene zu sehen. […]
      Ich bin wirklich die Letzte, die über die Probleme hinwegjubeln würde. Wir haben Probleme gehabt und sie nie totgeschwiegen. Ich finde es tatsächlich erschreckend, dass viele Schüler aus Migrantenfamilien in ihren Köpfen und Herzen immer noch nicht in unserer deutschen Gesellschaft angekommen sind. Sie wollen sich nicht integrieren, leben in einer eigenen Parallelgesellschaft und haben mit den deutschen Jugendlichen nur wenig gemeinsame Interessen und Berührungspunkte. Aber damit sind wir dann auch schon gleich bei der manipulativen Schwarz-in-Schwarz-Malerei des Films. Die Vielfalt und Widersprüchlichkeit des Schulalltags, all die Grau- und Zwischentöne sind wider besseres Wissen ausgeblendet worden:
      • Der Jugendliche selbst, der vor der Kamera so großkotzig tut, gehört zu den vernünftigen, leistungsbereiten und friedlichen Schülern.
      • Das Team hat gefilmt, wie einige türkische und libanesischeMädchen mir beim Dekorieren des Adventskränze helfen. Davon ist im Film nichts zu sehen.
      • Gewalt und Mobbing kommen unter Schülern generell vor, und zwar in allen Schulformen. Wir haben z.B. immer wieder mal Schüler, die von einer Real- oder Gesamtschule zu uns wechseln, weil sie dort gemobbt worden sind und sich bei uns wegen des besseren Zusammenhalts unter den Schülern wohler fühlen. Und in Karnap hatten wir immer wieder Schüler, die auch längere Schulwege in Kauf nahmen, obwohl eine andere Hauptschule für sie näher lag.
      • Wir hatten vor etwa drei Jahren tatsächlich gravierende Probleme mit einer Gruppe libanesischer Jugendlicher […], die durch ihr Desinteresse und ihre Respektlosigkeit das Unterrichten schwer gemacht und das Klassen- und Schulklima stark bestimmt haben. Daraufhin habe ich in Zusammenarbeit mit der libanesischen Moschee in Katernberg, mit dem dortigen Jugendschutzbeamten und mit der AWO einen arabischen Elternabend veranstaltet, auf dem die Probleme von beiden Seiten offen angesprochen wurden. Auch im Unterricht diskutierten der Moschee-Mitarbeiter und ein paar libanesische Eltern mit den Kindern.
      • Ich habe außerdem mit Unterstützung des Jugendamtes ein Coolness-Training für Jungen mit Migrationshintergrund und ein Kompetenztraining für libanesische Mädchen organisiert.
      Leider waren die finanziellen Mittel so begrenzt, dass beide Projekte nach acht Wochen schon wieder abgebrochen werden mussten. Das Training für die Mädchen haben wir dann noch ein halbes Jahr über unsere eigenen Schulmittel weiterfinanziert.
      • Das Ergebnis war, dass es gerade die beiden letzten Jahre zwischen unseren knapp 180 Schülern sehr friedlich, ja sogar familiär zuging.
      • Es stehen für alle 13 Essener Hauptschulen nur 4 oder 5 Sozialarbeiter zur Verfügung […] Wir haben seinerzeit darauf verzichtet, da wir auch so einigermaßen klargekommen sind.

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    3. Also um es klar zu sagen: Die Hauptschule in Karnap war nie eine „Horrorschule“! Wir haben Probleme gehabt, keine Frage, aber die haben wir nicht totgeschwiegen, sondern wir sind offensiv mit ihnen umgegangen, und deshalb haben wir auch einiges Positive bewirkt. […]
      Zunächst kommen zur Hauptschule ja durchweg die Verlierer unseres Bildungssystems. Und dann gelingt Integration eben oft nicht so, wie wir Pädagogen uns das wünschen. Im Vergleich zu den vorhergehenden Migrantengenerationen beobachtet man häufiger Tendenzen, sich gegenüber der als fremd empfundenen Gesellschaft zurückzuziehen. Sie gibt den pubertierenden Jugendlichen weder Halt noch Orientierung; demgegenüber bietet die muslimische Familienstruktur mit ihren tradierten Wertvorstellungen scheinbar Sicherheit – das ist ja in vielen Ländern zu beobachten. […]
      Immerhin investiert die Stadt in unsere Schule an der Wächtlerstraße inzwischen viel, um ein produktives Schulklima zu sichern. Wir arbeiten mit der libanesischen Familienunion und dem türkischen Elternverband zusammen. Dann sind wir zurzeit in das Projekt „Nicht ohne meine Eltern“ eingebunden, das die Essener Immigrantenvereine seit einem Jahr realisieren, um Migrantenkinder nach der Schule besser in Ausbildungsplätze zu vermitteln. […]
      Ich war viele Jahre lang fest davon überzeugt, dass die Hauptschule eine gute Einrichtung ist, weil sie lernschwächeren Schülern eine Chance zu Erfolgen gibt, die sie in Schulen mit höherem Anforderungsniveau nicht haben können. Das sehe ich inzwischen anders. Die Hauptschule organisiert und zementiert eine negative Auslese. Deswegen bin ich seit einiger Zeit entschieden für die Einführung der Gemeinschaftsschule. Das Beispiel Finnland, wo es nur eine einzige Schulform gibt und die Kinder bei den OECD-Vergleichen europaweit am besten abschnitten, zeigt doch, dass diese Schulform hervorragend funktioniert. Aber in Finnland wird für die Schulen und die Förderung der leistungsschwächeren Kinder auch richtig viel Geld ausgegeben.
      [Frage:] Die NPD richtet ihre Hetze bei ihrer geplanten Kundgebung in Katernberg Ende November diesmal vor allem gegen die Kinder von Migranten. Sie möchte in der Schule eine Art Apartheid-System einführen („getrennte Schulen für deutsche und Schulen für ausländische Kinder") und betreibt mit der Parole „Überfremdung unserer Schulen" Volksverhetzung. „Essen steht AUF“ fordert das Verbot aller faschistischen Parteien und ihrer Propaganda. Wie stehen Sie dazu?

      Ich wäre für das Verbot dieser Partei – genauso wie für das Verbot von ähnlichen türkischen Organisationen. […]

      http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=15895&css=print

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    4. Prompte Instrumentalisierung durch rechtsextreme Foren

      'rowitha tschueter' - Google Search

      Jul 28, 2010 - Principal Roswitha Tschueter says: "The violence is coming mostly from the Lebanese students." Sebastian (16) is constantly beaten up by ...
      West and American ELITE DELIGHT IN DESTROYING AMERICAN ...
      beforeitsnews.com/.../west-and-american-elite-delight-in-destroying-ame...‎

      Jul 25, 2010 - Principal Roswitha Tschueter says: “The violence is coming mostly from the Lebanese students.” Sebastian (16) is constantly beaten up by ...
      Britannia Radio
      Britanniaradio.blogspot.com/.../not-only-in-us-western-elites-all-bent.html

      Jul 25, 2010 - Principal Roswitha Tschueter says: "The violence is coming mostly from the Lebanese students." Sebastian (16) is constantly beaten up by ...
      Laigle's Forum » Germany
      laiglesforum.com/category/international/germany‎

      etc etc

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    5. Lona Media wollte Action sehen

      Aus
      Gewalt wurde nicht inszeniert
      Lutz Kinkel / stern.de / 6.April 2006

      "Spontane Gewalt"
      [...] Der strittige Beitrag lief am vergangenen Mittwoch in "ZDF.reporter". Er schildert die Jugendszene in dem sozial schwachen Hamburger Stadtteil Mümmelmannsberg, darunter auch eine Szene, in der die Schüler brutal aufeinander
      losgehen. "Wie aggressiv die Stimmung ist, zeigen diese Bilder", heißt es im Off-Kommentar dazu. "Die Gewalt ist oft spontan und unkontrolliert."
      Nach Recherchen des "Hamburger Abendblatts" sollen diese Szenen zum Teil gestellt gewesen sein. Ein namentlich nicht genannter Schüler berichtete der Zeitung über die Dreharbeiten: "Die haben uns richtig gekauft. Erst haben Sie
      gesagt, sie wollten viel Positives über den Stadtteil sagen, dann wollten sie Action sehen. Wir sollten so tun, als würden wir uns prügeln und Drogen kaufen. Ich habe das so gemacht, wie die das haben wollten." Dafür habe er 250 Euro bekommen. Auch Klaus Reinsch, Schulleiter der Gesamtschule Mümmelmannsberg, auf die einige der Jugendliche gehen, vertrat im "Abendblatt" diese Position. Er warf dem ZDF "unseriösen Journalismus" vor und behielt sich vor, den Presserat einzuschalten. Die Schüler seien durch "finanzielle Anreize" dazu angehalten worden, Straftaten zu begehen. [...]
      Für Lona Media hat die Debatte um den ZDF.reporter-Beitrag vorerst keine Konsequenzen. Zwar habe das Image des ZDF Schaden genommen, so Chefredakteur Brender, aber: "Die Firma hat einen sehr guten Ruf". Er sehe keine Gründe, sich
      von der Produktionsgesellschaft zu trennen. Zu den Formaten, die Lona Media bedient, gehören die Reportage-Reihe "37 Grad" (ZDF) und "Menschen hautnah" (WDR), beide gelten als öffentlich-rechtliche Bastionen für soliden Journalismus.

      http://www.stern.de/politik/deutschland/zdf-chefredakteur-brender-gewalt-wurde-nicht-inszeniert-559044.html

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  7. Von ZEIT ONLINE

    Afro-Deutsche
    21. Juni 2014 18:05 Uhr

    43. Eine "barrierefreie" Schule stellt das dreigliedrige Schulsystem
    in Frage
    Und das führt - wie aus den Kommentaren immer wieder herauszulesen - zu den großen Widerständen gegen den inklusiven Gedanken(Gleichwertigkeit der Menschen unabhängig von Behinderung, kulturellem Hintergrund, Religionszugehörigkeit, Geschlecht...). "Eigentlich ist es ja ganz ok den Downies auch ne Chance zu geben, aber das ist doch unfair für die Normalen, weil die Noten kriegen". Eine selektierende Schule, die Kinder in möglichst homogene Lerngruppen einzuteilen versucht, kann nicht inklusiv sein. Wobei in einer inklusive Schule selbstverständlich auch nicht immer alle Kinder gleichzeitig das Gleiche machen müssen, sondern natürlich dort auch Gruppen gebildet werden, die auf unterschiedlichen Niveaus lernen. Unterschiedliche Schulabschlüsse inklusive. Weshalb nicht von (mit Ressourcen) gut ausgestatteten Gesamtschulen alten Typs lernen? Weil das Gymnasium (und das damit verbundene selektierende Schulsystem) in Deutschland unantastbar ist. So wie die Menschenwürde...

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    http://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2014-06/inklusion-gymnasium?commentstart=41#comments

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    1. yohak
      21. Juni 2014 18:57 Uhr

      52. Der entscheidende Satz

      Der entscheidende Satz im Artikel lautet: "In jeder Schulstunde sitzen somit zusätzlich zur Lehrkraft noch drei weitere Mitarbeiter im Raum".
      Alles, was ich bisher zum Thema Inklusion gelesen oder gehört habe, läßt sich kurz so zusammenfassen: Mit entsprechende hohem personellen Aufwand und Engagement kann Inklusion gelingen. Aber ohne endet das ganze in einem Desaster. Unter den Bedingungen deutscher Finanzpolitik bedeutet das: Die Inklusion wird in einem Desaster enden. Denn an den allermeisten Schulen können die Lehrer bestenfalls damit rechnen, dass einmal in der Woche ein Sonderpädagoge vorbeischaut, an einen oder gar drei weitere Mitarbeiter während jeder Unterrichtsstunde ist gar nicht zu denken.

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    2. norbertZ
      21. Juni 2014 19:17 Uhr

      58. Hier geht es nicht um Effizienz.

      Es geht darum diesen Kindern einen möglichst guten Start ins Erwachsenen-Leben zu ermöglichen, und den sogenannten normalen Kinder mehr soziale Kompetenz zu vermitteln mitzugeben.

      Für mich das Key-Feature jeder Leistungsgesellschaft, die auf Dauer überleben will.

      Für mich wäre eine Adaption des skandinavischen Schulsystem für Deutschland die beste Lösung. Wenn praktisch alle Schüler bis inkl. der Achten Klasse in allen Fächern zusammen unterrichtet werden, würden zudem alle Schüler von einer besseren Betreuung profitieren.

      Aber zum Einen laufen da viele Eltern (siehe Hamburg) sofort dagegen Sturm, weil sie Angst haben, dass ihr Sprößling unterfordert wird. Sprich: nicht genug gefördert werden. Zum Anderen wollen sich so ein System nicht alle Länder leisten, bzw. lehnen es von vornherein ab.

      Dass, wie dieser Fall zeigt, sich die Leistungen aller Schüler solcher Klassen bessern, wird da gerne übersehen.

      Deutsche Schüler sollen ja schließlich für unsere leistungsbezogene Gesellschaft zurecht getrimmt werden. Ihnen solziale Werte und Kompetenzen zu vermitteln, passt da aus Kostengründen nicht ins Bild. Wer aber schon in den Schulen anfängt zu sparen, dem kann es doch in Wahrheit nicht um unsere Kinder sondern nur um Gewinnmaximierung gehen.

      Obwohl es sich doch gerade in einer Leistungsgesellschaft herum gesprochen haben sollte, dass Mitarbeiter von sozial kompetenteren Chefs leistungsfähiger und weniger häufig Krank sind.

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    3. Berg Fidel

      Berg Fidel – eine Schule für alle ist ein deutscher Dokumentarfilm von Hella Wenders aus dem Jahr 2011. Der Film zeigt die vier Schüler David, Jakob, Lucas und Anita, welche die Grundschule Berg Fidel im gleichnamigen Stadtteil besuchen. Die Grundschule zeichnet aus, dass dort in altersgemischten Klassen Kinder mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf gemeinsam unterrichtet werden. [...]

      David ist ein guter Schüler, der sich gelegentlich langweilt, wenn er in der Schule Aufgaben erledigen muss. Er gilt in der Klasse als „altkluger Dreikäsehoch“,[1] wenn er beispielsweise die Rechtschreibung eines Mitschülers prüft. Er ist dennoch in der Gruppe akzeptiert und erst im späteren Verlauf des Films erkennt man, dass er auf Grund des Stickler-Syndroms unter anderem im Seh- und Hörvermögen beeinträchtigt ist. Sein großer Traum ist es, Astronom zu werden. Über seine Beeinträchtigung sagt er: „Ich kann nicht gut hören und auch nicht gut sehen und das ist halt ein Stickler-Syndrom und ein Syndrom ist etwas, wo etwas schon von Geburt an anders ist, aber mich stört es eigentlich nicht. Ich kann trotzdem ziemlich genauso schnell rennen wie der Niklas.“[2] Sein Bruder Jakob fällt durch seine liebenswerte Art auf, wenn er andere Kinder tröstet. Er hat das Down-Syndrom, spricht sehr undeutlich und ist motorisch ungeschickt.[3] Seine Mitschüler verstehen ihn dennoch. Lucas ist sich bewusst, dass er auf Grund seiner Legasthenie langsamer lernt als andere Kinder in seiner Klasse. Ihn beschäftigt die Frage nach Gerechtigkeit, wenn er nicht gerade an einem Spielzeugsportwagen herumbastelt. Die für ihr Alter recht groß gewachsene Anita stammt aus dem Kosovo. Sie hat den großen Traum, Model zu werden, findet aber kaum Zeit zum Lernen, weil sie sich um ihre kleineren Geschwister kümmern muss. Außerdem schwebt eine drohende Abschiebung über der gesamten Familie.

      Der Film zeigt, wie die Kinder von- und miteinander lernen. Der Zuschauer sieht alltägliche Abläufe wie den Küchendienst oder die Sitzung eines Klassenrates, in dem David als Vorsitzender mit den anderen Mitschülern gemeinsam über schlechtes Benehmen anderer Mitschüler berät. Zum Ende hin wird in mehreren Schwarzblenden gezeigt, welchen weiteren Schulweg die Kinder einschlagen. [...]

      Der Film wurde von der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB) unterstützt und in Münster mit einem Budget von rund 34.000 Euro gedreht. Wenders begleitete die Kinder drei Jahre in der Schule, zu Hause und in der Freizeit. Die Deutsche Hörfilm gGmbH stattete den Film mit Unterstützung der Aktion Mensch mit einer Audiodeskription aus.[4] Die DVD wurde am 23. März 2013 veröffentlicht.[5]

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    4. zu Berg Fidel (s.o.)
      Quelle: Wikipedia

      http://de.wikipedia.org/wiki/Berg_Fidel_%E2%80%93_eine_Schule_f%C3%BCr_alle

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    5. strixaluco
      23. Juni 2014 18:26 Uhr

      188. Nein, eben _nicht_ richtig

      Fragen Sie mal Leute, die schon eine ganze Klasse Hochbegabte unterrichtet haben. ich kennen jemanden, der das getan hat, und es ist eine ziemliche Zumutung - unter anderem, weil den Leuten eingeredet wird, sie müssten "Elite" sein. Das ist nichts, worauf man sein Leben aufbauen kann, das ist ein fürchterliches positives Vorurteil, das unter enormen Druck setzt und stigmatisiert. Es wäre viel besser, solchen Leuten mehr Verständnis für Andere zu vermitteln und sie viel ausprobieren zu lassen, was sie wirklich wollen, das ist nämlich gar nicht einfach, wenn jemand fast alles kann. Es gibt Leute, die zerbrechen daran. Das betrifft per Definitionem Hochbegabte und eigentlich das ganze "obere Ende der Glockenkurve".
      Hier ein Projekt um etwas Eigenes zu probieren, da mal jemandem etwas erklären, mit ähnlich Interessierten in der Gruppe etwas entdecken, vielleicht ein Lernprogramm schreiben für Inklusionsschüler, vielleicht auch Hilfsmittel für einen behinderten Mitschüler entwickeln (macht man doch mitunter auch bei Jugend forscht!) - das gibt viel mehr als irgendwelche Performance-Tests, Zirkuskunststückchen und Wettangebeübungen. Intelligente Menschen sind keine Tanzbären, sie brauchen _etwas Sinnvolles zu tun_ und richtig viel Abwechslung, kein hübsches, buntes Papier, keine Medaillien und keinen Denkmalsockel...

      Eine Leserempfehlung

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  8. Das Postulat: Laut Sarrazin haben besonders viele Muslime keine Schulabschluss und kaum einer schafft es aufs Gymnasium. In Zahlen: „Von den in Deutschland lebenden Menschen mit
    muslimischem Migrationshintergrund haben 30 Prozent überhaupt keinen Schulabschluss und nur 14 Prozent Abitur.“

    Die (statistische) Wahrheit: Die Daten der MLD- [Muslimisches Leben in Deutschland] Studie bieten völlig andere Ergebnisse: 28,5 Prozent der Muslime haben die Fachhochschulreife oder das Abitur.
    30,6 Prozent absolvieren die Realschule, 27,4 Prozent schließen die Hauptschule erfolgreich ab. Lediglich 13,5 Prozent verlassen die Schulen ohne jeglichen Abschluss.
    Bei Menschen aus einigen „mehrheitlich muslimischen“ Herkunftsländern ist die Anzahl der Abiturienten überdurchschnittlich hoch: Iraner, Iraker und Afghanen haben zu 33,3 Prozent eine Hochschulreife. Bei den 20 bis 25-jährigen Iranern, Irakern und Afghanen sind es sogar 50 Prozent. Zum Vergleich: Die Quote der Deutschen ohne Migrationshintergrund (muslimisch und nicht-muslimisch) liegt bei 21,5 Prozent.

    http://mediendienst-integration.de/fileadmin/Dateien/Sarrazins_Thesen_Dossier.pdf

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