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Donnerstag, 29. März 2012

"Der Wille der Rasse spricht im Autobahn-Bau": Fritz Nonnenbruch und die Ideologie von der "rassebedingten Genialität“

“Publikationen aus dem Hoheneichen-Verlag wirken bis heute auch in die gesellschaftliche Mitte hinein, so z.B. das 1939 in der 1. Auflage erschienene Buch „Politik, Technik und Geist“ des seinerzeit leitenden Wirtschaftsredakteurs des „Völkischen Beobachter“, Fritz Nonnenbruch. Nonnenbruch verstand Technik als Ausdruck von „rassebedingter Genialität“ und propagierte ein „völkisches Schöpfertum“. (Vergleiche die Sorge von heute, nur Menschen einer bestimmten Abstammung könnten aktuell gemeldete und künftige Lücken bei den MINT – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik – Berufen füllen.)”
http://guttmensch.blogspot.com/2011/12/hate-speech-hassrede.html

Siehe auch auf diesem Blog Stichworte “Genie”, “Genius”, "Nonnenbruch";
Auszüge aus dem dem 1939 erschienenen Buch "Politik, Technik und Geist" von Fritz Nonnenbruch auf  http://zettelmaus.blogspot.com/2012/05/wunderbare-kriegstechnik.html


  • Nonnenbruch, geboren 1895 in Bordeaux, setzte in seinem Buch eine Klammer zwischen Technik und biologistischer Ideologie, indem er die großen historischen Entwicklungslinien der Technik aufgespürt zu haben glaubte, Technik als Ausdruck von „rassebedingter Genialität“ verstand und zugleich ein „völkisches Schöpfertum“ propagierte. http://de.goldenmap.com/Hoheneichen-Verlag

Auf diesem Post stelle ich erste Ergebnisse einer schnellen Suche nach weiteren Werken von Fritz Nonnenbruch und Informationen über die von ihm propagierte Ideologie von Rasse/ Genialität/ Technik/ Wirtschaft zusammen. Er soll nach und nach ergänzt werden.

Fritz Nonnenbruch
1895 -
Die dynamische Wirtschaft  2 editions - first published in 1936
Das vereinigte Europa 1 edition - first published in 1925
Neuordnung in Europa 1 edition - first published in 1939
Politik, Technik und Geist 1 edition - first published in 1939


Hitler's economy: Nazi work creation programs, 1933-1936
By Dan P. Silverman
http://books.google.com/books?id=ad6Vs508nDkC&pg=PA289&lpg=PA289&dq=fritz+nonnenbruch&source=bl&ots=ijmPMydaRo&sig=Tln4R7Le5kRIfat_ktW6jEpDoVk&hl=sw&sa=X&ei=GJh0T5CFL4SChQf77uylBQ&ved=0CEIQ6AEwBQ#v=onepage&q=fritz%20nonne
Zitiert Dr. Fritz Nonnenbruch: "Rasse, Gesinnung, Führung in der Wirtschaft", “Das erste Ziel unserer Wirtschaftspolitik", “Die nationalsozialistische Wirtschaftspolitik”
  • Nonnenbruch, Fritz, Druckstück betreffend seine Anschauungen einer nationalsozialistischen Wirtschaftsordnung (1935). Institut deutsche Adelsforschung, Pressevorkommen aus dem Dritten Reich 1935-1945; Nachweisregister zu 2.316 Druckstücken aus der deutschen Zeitgeschichte http://home.foni.net/~adelsforschung2/druckstuecke01.htm


(2005) III. Ideologie und Praxis der NS-Motorisierungspolitik. Motorisierung und "Volksgemeinschaft": pp. 151-190. Autorin: Dorothee Hochstetter
http://www.oldenbourg-link.com/doi/abs/10.1524/9783486596304.151 ;
http://www.oldenbourg-link.com/doi/pdf/10.1524/9783486596304.bm
Mit einem Quellenhinweis auf Fritz Nonnenbruch; auch sonst lesenswert.

Auszüge:
“Adolf Hühnlein verkündete in einer Ansprache vor NSKK-Mitgliedern 1938: „Wir sind keine Techniker, wir sind keine Kraftfahrer, keine Spediteure, keine Transporteure. Wir sind unserer inneren Struktur und unserer geschichtlichen Entwicklung nach die motorisierte SA."(1)”
“Die Selbstdarstellung als unpolitische Technokraten,(19) die ihre Bestimmung darin sahen, Sachaufgaben bestmöglich zu erfüllen, ähnelt dem technokratisch orientierten Selbstverständnis eines Rudolf Höß, Albert Speer oder Fritz Todt - vorgeblich unpolitischen Experten, die indes an der Verlängerung des Krieges und der Durchführung des Holocaust einen entscheidenden Anteil hatten ...(20) Dass sich ... kein Widerspruch, sondern vielmehr eine effektive Verbindung aus technischen Aufgaben und politisch-militärischen Inhalten herstellen lässt,belegen die Aktivitäten des NSKK in der gesamten Zeit seines Bestehens.”
“Die Motorisierung wurde von Hitler zu einem Gradmesserr die Kulturstufe eines Volkes erklärt: “Wenn man früher die Lebenshöhe eines Volkes oft nach der Kilometerzahl der Eisenbahnen zu messen suchte, wird man in der Zukunft die Kilometerzahl der für den Kraftverkehr geeigneten Straßen anzulegen haben.””
(Anm.: Auch Henry Ford – s. Stichwort “Ford” auf diesem Blog - dürfte das sehr gut gefunden haben. Man kann sich vorstellen, wie er dazu kam, freudig den Nazi-Adlerorden aus einem Land anzunehmen, das wie eine Spielwiese für Heilsversprecher war. - Der amerikanische Bestseller-Autor Seth Godin erinnert daran, dass wir Ford nicht nur Autos und die für die Autos gebauten Autobahn-Systeme verdanken, sondern auch unsere Erwartungen an die Arbeit und die Grundlagen unserer modernen, vom Ideal der Produktivitätsmaximierung bestimmten Lebensweise. “Henry Ford left us much more than cars and the highway system we built for them. He changed the world’s expectations for work. … This is the cornerstone of our way of life.“
http://sethgodin.typepad.com/seths_blog/2008/04/henry-ford-and.html)

“Um dem starken Abgrenzungsbemühen gegen die „dunklen Jahre" der deutschen Geschichte nachzukommen, avancierte das „Leitbild des motorisierten Leistungs- und Wohlstandsindividualisten"(23) zum bundesdeutschen Gesellschaftsideal. Die Ablehnung des Tempolimits 1952 wollten Autolobbyisten als Votum gegen die Unfreiheit und den Untertanengeist im „Dritten Reich" verstanden wissen.(24) Auch wenn solcherlei Aussagen das neuartige Lebensgefühl als Kontrapunkt kollektivistischer Vereinnahmung verbalisierten, hatte die motorisierungsfreundliche Sprache der Nachkriegszeit mehr mit der NS-Propaganda gemein, als die bundesdeutschen Verkehrspolitiker dies wahrhaben wollten.”

Briefmarke "Reichsautobahn", 1936

"Der Wille der Rasse spricht im Autobahn-Bau".
Fritz Nonnenbruch, "Die dynamische Wirtschaft", 1935 (S. 153). Zitiert nach Jeffrey Harf, "Reactionary Modernism: Technology, Culture, and Politics in Weimar and the Third Reich", Cambridge University Press, 1986; zurückübersetzt aus dem Englischen  ("the will of the race speaks in higway construction")
http://books.google.com/books?id=QRHbrqzywrcC&pg=PA208&lpg=PA208&dq=%22fritz+nonnenbruch%22&source=bl&ots=9zspzgqmvI&sig=oV_cZHVeMnYtlDw3HO3k6AAdQt0&hl=sw&sa=X&ei=Y1R1T4K3C6LH0QXwtMjIDQ&sqi=2&ved=0CEoQ6AEwBg#v=onepage&q=%22fritz%20nonnenbruch%22&f=false
Stichworte aus der Inhaltsangabe zu dem Buch von Jeffrey Harf: The paradox of reactionary modernism -- The conservative revolution in Weimar -- Oswald Spengler: bourgeois antinomies, reactionary reconciliations --
Ernst Jünger's magical realism -- Technology and three mandarin thinkers -- Werner Sombart: technology and the Jewish question -- Engineers as ideologues -- Reactionary modernism in the Third Reich



“Es erfüllt uns mit Stolz, so viele schwangere Frauen wie möglich zu haben”.
Zitat in englischer Uebersetzung, verwendet in einer Ausstellung in London, 1944 "Germany- the Evidence": 'It fills us with pride to have as many pregnant women as possible' - Dr. Fritz Nonnenbruch [14th] July, 1940
http://digitalassets.ushmm.org/photoarchives/detail.aspx?id=1175362&search=WOMEN&index=25
Vgl. Stichwort "Geburtenkrieg" auf diesem Blog

(Dieses Fritz Nonnenbruch zugeschriebene Zitat dürfte aber eher von dem Arzt und "Rassenhygieniker" Dr. Wilhelm Nonnenbruch sein, Jahrgang 1887 (Bruder von Fritz?). Auzug aus dem Wikipedia-Eintrag zu W. N.: "Nonnenbruch nahm am 27. Januar 1944 an einer Tagung im Rüstungsministerium teil, wo die Verwendung des Zelluloseabfallprodukts Mycel als Nahrungsersatz für KZ-Häftlinge diskutiert wurde. http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Nonnenbruch )


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Noch zur Idee von der rassebedingten technischen Begabung:



Der Nazi-“Rassenpapst” Hans F. K. Günter (von ihm war auf diesem Blog schon mehrfach die Rede) führte in Dresden eine Studie durch, die den Nachweis erbringen sollte, dass Strassenbahnführer mehr “nordisches Blut” haetten als Strassenbahnschaffner. Dies war dann natürlich auch das Ergebnis.
Referenz:  The End of the Soul: Scientific Modernity, Atheism, and Anthropology in France, von Jennifer Michael Hecht, Columbia University Press, 2005
http://books.google.de/books?id=MAw5Ol_VnmwC&dq=%22hans+f.k.+guenter%22&source=gbs_navlinks_s

_________-


Auch Fritz Nonnenbruch stilisierte sich, ähnlich wie z.B. der Eugeniker und Nazi-Propagandist Erwin Liek (s. Stichworte "Liek" und "Ketzer" auf diesem Blog), gern als mutiger Tabubrecher.
Nonnenbruch-Zitat, gefunden auf dem Forum einer "germanischen Weltnetzgemeinschaft" (Copyright "Jelsoft Enterprises Ltd."; Schlagwort "Odin statt Allah"): "Es ist ein Wagnis, eine neue Anschauungswelt darzustellen. In jede Lücke drängen alte Vorstellungen mit voller Wucht kritisch ein. Die alte Anschauungswelt hat tausend Blößen. Sie werden ihr verziehen. Einer neuen läßt man dagegen nicht die geringste Blöße hingehen. Fritz Nonnenbruch"

http://forum.thiazi.net/showthread.php?p=368975




Copyright-Inhaber ist Jelsoft Enterprises Ltd. übrigens nicht nur für das "Thiazi Forum" der "germanischen Weltnetzgemeinschaft" (s. voriger Absatz), sondern auch für eine Webseite namens "Physics Forums", die im Auftrag der Hubert Burda Media UK LP Fach- und Hobby-Zeitschriften präsentiert.
http://physicsforums.tradepub.com/?pt=adv&page=Hubert%20Burda%20Media%20UK%20LP

 
Eine Google-Suche mit der Kombination "jelsoft enterprises" "burda media" ergibt über 800 Treffer.
https://www.google.com/#hl=sw&sclient=psy-ab&q=%22jelsoft+enterprises%22+%22burda+media%22&oq=%22jelsoft+enterprises%22+%22burda+media%22&aq=f&aqi=&aql=&gs_l=serp.3...6656l8975l0l10178l7l6l0l0l0l0l1707l2267l5-1j8-1l2l0.frgbld.&pbx=1&bav=on.2,or.r_gc.r_pw.r_qf.,cf.osb&fp=84e552ce92b6ee65&biw=1024&bih=522

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Publikationen aus Dietrich Eckarts Hocheneichen-Verlag (siehe auch Stichworte "Eckart" und "Hoheneichen" auf diesem Blog) hatten auch nach dem 2. Weltkrieg einflussreiche Anhänger.
Siehe z.B. Wikipedia-Eintrag zu Hans Koch (Historiker, 1894 - 1959)
http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Koch_(Historiker)

 Auszug (Hyperlinks entfernt):
 
"1955 kam es zu einem Skandal, über den auch im Deutschen Bundestag diskutiert wurde. Koch hatte dem Buch Marxismus, Leninismus, Stalinismus. Der geistige Angriff des Ostens, erschienen in München beim Hoheneichen-Verlag, eine offizielle Empfehlung gegeben. Bei näherer Untersuchung stellte sich aber heraus, dass es sich bei dem Namen des Autors, Helmut Steinberg, um ein Pseudonym von Heinrich Härtle handelte, einem ehemaligen Mitarbeiter Alfred Rosenbergs. Während des Nationalsozialismus hatte Härtle bereits verschiedene politisch-ideologische Schriften im Zentralverlag der NSDAP veröffentlicht. Sein Buch von 1955 stellte im Prinzip eine Neuauflage seines bereits 1944 erschienenen Werkes Die ideologischen Grundlagen des Bolschewismus, Marxismus, Leninismus, Stalinismus dar, das er nur in einigen, das NS-Regime verherrlichenden Passagen überarbeitet hatte. Versehen mit einer Einleitung Rosenbergs wurde darin der „völkisch-rassische Realismus“ als Abwehr gegen den Kommunismus propagiert, weil er der „arteigenen natürlichen Totalitätsidee des Nationalsozialismus“ entspreche.
Die Opposition im Bundestag forderte deswegen die Entlassung Kochs und eine Sperrung der Subventionen für sein Institut. Doch der damalige CDU-Innenminister Gerhard Schröder wehrte diese Forderung ab und setzte sich für Koch ein."

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Interessant der Gebrauch der Begriffe "Freiheit", "freie Rede" u.ä., wenn es um Propagierung von Nazi-Ideengut geht. Der NS-Ideologe Heinrich Härtle erhielt einen Preis der NPD-nahen "Gesellschaft für freie Publizistik (GfP)".
http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_H%C3%A4rtle
http://de.wikipedia.org/wiki/Gesellschaft_f%C3%BCr_Freie_Publizistik 
Nach dem gleichen Muster behaupten auch die Proponenten der "Neuen Rechten" und des "Counterdschihad" gern, es gäbe eine Unterdrückung der freien Rede und einen Zwang zu "politischer Korrektheit", wenn sie Hassparolen verbreiten.

 
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Fundstellen mit “Wille der Rasse” 
 
books.google.com/books?isbn=3465033671
... damit am Ende die Überzeugung herrsche, dass »in der Zivilrechtsordnung der Wille der Rasse der Wille Gottes ist« ,3° kann man nicht anders als bedauern, ...
 
books.google.com/books?isbn=3826030508
Jaap Grave, ‎Peter Sprengel, ‎Hans Vandevoorde - 2005 - ‎Anarchism in literature
Es ist der Wille der Rasse.30 Van Eeden zufolge gibt es so etwas wie eine Kooperation des selbstbestimmenden Ichs und der alles bestimmenden Entelechie.
 
 
pdf6679.wuedbooks.com/das-unbewusste-als-schouml...
Denn der unbewusste Wille der Rasse ist starker als die bewusste Absicht des intellektes." 57. Rahner dogm.Anthropologie_ Vorlesung 1959_ Innsbruck.
 

Kommentare:

  1. Die Sorgen der Fanboys: Hoffentlich wird Sarrazin diesmal nicht widerlegt

    Aus einer Meldung und einem Kommentar auf “Politically Incorrect” (PI), Nov. 2010

    “Herzlichen Glückwunsch an Sebastian Vettel: der Heppenheimer hat es geschafft, und holte sich auf den letzten Kilometern der Saison den Titel als jüngster Formel-1-Weltmeister aller Zeiten. …
    … bei der Nachricht zum Vettel-Sieg habe ich nur gedacht, Thank God, kein Migrant, sonst wäre Sarrazin widerlegt :-p”

    http://www.pi-news.net/2010/11/pi-gratuliert-sebastian-vettel-ist-weltmeister/

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      #14 Drohnenpilot (05. Jan 2014 14:06)
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      http://www.pi-news.net/2014/01/jahresrueckblick-der-german-defence-league/

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    #14 Drohnenpilot (05. Jan 2014 14:06)

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  6. ARTHUR RUDOLPH
    Rudolph, one of the Germany's most prominent rocket scientists, was brought to the U.S. after World War II because of his technical skill.
    But Rudolph signed a settlement agreement with the U.S. in 1983 following an investigation into his use of slave laborers at a Nazi rocket factory.
    Rudolph traveled on his U.S. passport to West Germany in 1984. Then he went to the U.S. General Consulate in Hamburg and renounced his citizenship.
    The West German government protested, but Rudolph remained there.
    He was eventually granted German citizenship and collected U.S. Social Security benefits until his death in 1996.

    http://news.yahoo.com/brief-profiles-few-ex-nazis-getting-benefits-053250576.html

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  7. Aus
    Jürgen Fredel/Christoph Geismar
    AUTOBAHNEN
    In: Rainer Stommer (Hg.): Reichsautobahn. Pyramiden des Dritten Reiches. Marburg: Jonas Verlag für Kunst und Literatur, 1982.

    ... Die Optik, daß sich „die bloße Benutzung der Bundesautobahn als Verkehrsträger" von der Reichsautobahn „grundlegend unterscheidet"
    (Philipp S. U l f ) , ist falsch, da sie die Kontinuität der Entwicklung unterschlägt. Die Autobahn fordert damals wie heute Triebleistungen ein, die die Systeme ausbeuten. Die Mittel mögen ihre Erscheinungsform ändern, doch ist dies kein Unterschied ums Ganze. Die modernen Autobahnen sind keineswegs bloß funktionalisierte Zweckbauten, so wenig wie die Reichsautobahnen reine Propagandawaffe oder ,Denkmäler' waren. Schon für das faschistische System liegt eine wesentliche Bedeutung der Autobahnanlagen — neben dem propagandistischen, langfristig auch dem ökonomischen und strategischen Nutzen — in der Internalisierung von Ordnungsvorstellungen, die den Einzelnen zur Kompensation zwingt und ihn seiner Faszination erliegen läßt.

    https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/kb/article/viewFile/9791/3657

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