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Samstag, 23. Februar 2013

Stoff aus der Führerschule


Die Einrichtung von "Führerschulen" im Nazi-Staat wurde angeregt durch Empfehlungen des amerikanischen Intelligenzforschers Lewis M. Terman. Das schrieb Friedrich Reinöhl in seinem 1937 erschienenen Buch “Die Vererbung der geistigen Begabung”. http://guttmensch.blogspot.com/2011/04/nazi-wissenschaftler.html

Terman ist bekannt für die Entwicklung des Stanford-Binet-Tests und der heute noch üblichen Form der Intelligenquotient- (IQ-) Angabe. Er initiierte 1921 eine „Hochbegabtenstudie“ (Terman-Studie), die bis heute läuft.
Siehe Eintr
äge „Lewis M. Terman“ und „Intelligenzquotient“ auf Wikipedia; http://de.wikipedia.org/wiki/Lewis_M._Terman
; http://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenzquotient
Die Führerschule Ordensburg Vogelsang wurde auf diesem Blog bereits erwähnt (im Zusammenhang damit, dass bei dort gefeierten Hochzeiten angemahnt wurde, die Braut solle keinen Brautschleier tragen, da der Schleier “orientalisch” sei).
Erst kürzlich stieß ich auch auf Internet-Quellen zu berufsständischen Führerschulen, insbesondere zu der “Führerschule der deutschen Ärzteschaft” in Alt-Rehse.



Bild:

Einweihung der neuen Turnhalle der “Führerschule der deutschen
Ärzteschaft” in Alt-Rehse, Mecklenburg, im Mai 1936 in Anwesenheit von Reichsärzteführer Gerhard Wagner


http://www.aerzteblatt.de/archiv/77266/Erinnerungskultur-Lernort-Alt-Rehse


Kann es sein, dass der Schriftsteller-Arzt Hans-Christian Sarrazin, Jahrgang 1914, die Ärzte-Führerschule absolvierte?
Und weiter, dass er daraus mitgenommene Ideen und Kursmaterialien auch an seinen Sohn Thilo Sarrazin weitergegeben hat – der diese dann seinerseits einem geistigen Recycling zuführte?

Für Ersteres spricht eine Kombination von Wahrscheinlichkeiten. Immerhin etwa ein Viertel der deutschen “Jung
ärzte” besuchten Schätzungen zufolge in den späten 1930er/ frühen 1940er Jahren diese Schule. Sarrazin Senior war als Truppenarzt eingesetzt, was in Auswahlverfahren fuer ärztlichen Führungsnachwuchs sicher Bonuspunkte einbrachte. Als schriftstellernder Arzt, der stolz darauf war, hin und wieder in einer gleichgeschalteten Zeitung ein harmlos-stimmungsvolles Gedicht unterzubringen, hatte er sich medientauglich gezeigt und ragte aus der Masse der Jungärzteschaft immerhin soweit heraus, dass es gereicht haben dürfte, ihn im oberen Viertel einzusortieren und für eine weltanschauliche Ärzte-Eliteschule  auszuwählen. Schließlich sollten Ärzte ja auch Propagandisten sein und der Bevölkerung die Ideologie und Praxis der “Rassenhygiene” nahe bringen. Sarrazin Senior war zudem ein Schü
tzling des Publizisten Paul Fechter, der sich zwar nach Kriegsende mit einigem Erfolg als Held des “inneren Widerstands” stilisierte, zuvor aber von “Fachsoldaten des Dritten Reichs” (!) geschwärmt hatte.
(Siehe http://guttmensch.blogspot.com/2012/03/mehr-zum-thema-nostalgie.html)
Und womit kämpft ein „Fachsoldat“?

Vielleicht mit der „verbalen Artillerie“?



„Ich habe immer die verbale Artillerie aufgestellt. Die muss auch kräftig ballern, aber ich habe immer nur dort geballert, wo ich wusste, dass ich so ohne Weiteres nicht zu kriegen bin.“

Thilo Sarrazin in dem ZEIT-Interview »Da kam ein Anruf vom Wowereit«, 10. 07.2010





Insgesamt halte ich es für wesentlich wahrscheinlicher, dass Hans-Christian Sarrazin die Ärzte-Führerschule besucht hat, als dass er sie nicht besucht hat.
Teilnehmerlisten und Unterrichtspläne der Ärzte-Führerschule gelten als verschollen. Aber dass im Besitz oder in der Hinterlassenschaft von Kursteilnehmern noch einzelne Exemplare von ausgegebenen Kursmaterialien lagern, ist wahrscheinlich. Bei unveröffentlichtem Material könnte die Versuchung gross sein, etwas davon zu verwenden, ohne zu erwähnen, woher es kommt – zumal, wenn man der Meinung ist, manches Gute aus der Nazi-Zeit würde zu Unrecht verteufelt und müsste vom NS Unrecht völlig getrennt gesehen werden.   

Thilo Sarrazin, der sich gern als “Ketzer” darstellen lässt, verlautbarte, wenn (Neo-) Nazis sagen würden, die Erde sei rund, würde er deshalb nicht sagen, sie sei flach. Das hat auch niemand von ihm verlangt, aber soll die Eugenik/ Rassenhygiene die Analogie zu der Erkenntnis sein, dass die Erde rund ist?
In Teilen seines Buches (DSSA) hat Thilo Sarrazin z.B. den Nazi-“Begabungsforscher” Reinöhl paraphrasiert, ohne auf dessen Buch “Die Vererbung der geistigen Begabung“ hinzuweisen und offenbar, ohne sich dessen bewusst zu sein, dass sich die Ähnlichkeiten nachvollziehen lassen. Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass ihm nicht Reinöhls Buch vorlag, sondern unveröffentliches Kursmaterial aus Alt-Rehse, das wiederum aus Reinöhls Buch und dessen Quellen schöpfte. 

Reinöhl selbst galt in manchen Kreisen bis in unsere Zeit hinein als Autorität und Vorbild; so gibt es z.B. immer noch Auseinandersetzungen über die Namensgebung einer nach ihm benannten “Reinöhl-Schule”. Wie fast immer, wenn es um Namensänderungen von Straßen oder Einrichtungen geht, bei denen der Ruf der Namensgeber moderner, Internet-gestützter Recherche nicht standhält, hält sich lange der Wunsch, altgewohnte Namensgebungen zu belassen.

Die Punkte, die hier verbunden werden, wurden als Nebenprodukte der Arbeit an verschiedenen Posts, insbesondere den Posts “Mehr zum Thema Nostalgie” und “Zwangssterilisationen – Wohltat oder NS Unrecht?” einzeln zusammentragen. http://guttmensch.blogspot.com/2012/03/mehr-zum-thema-nostalgie.html
(Enthält einige Informationen zur Biografie von Hans-Christian Sarrazin (aus dem Klappentext des Gedichtbands "Ahorndekade") http://guttmensch.blogspot.com/2013/02/zwangssterilisationen-wohltat-oder-ns.html
(Nachkriegs-Kontroversen um NS Zwangssterilisationen, wie sie u.a. im Knappschaftskrankenhaus Recklinghausen durchgeführt wurden)
http://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BChrerschule_der_Deutschen_%C3%84rzteschaft

(“Führerschule der deutschen Ärzteschaft” auf Wikipedia)
Die zunächst vereinzelten Funde zum Thema Führerschulen” brachten mich auf die Frage, welche Lerninhalte dieser Schulen auch in Lehrpläne und Köpfe der Nachkriegszeit, bis in die heutige Zeit hinein, Eingang gefunden haben.

Fundstellen dazu werde ich hier nach und nach erg
änzen und freue mich natürlich ganz besonders über Beiträge von Kommentatoren.



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Führerschulen; weitere Beispiele

Braunschweig und seine „Führerschulen“

„Des Weiteren holte (NSDAP-Ministerpräsident) Klagges wichtige nationalsozialistische Institutionen in die Stadt, wie z. B. die Akademie für Jugendführung der Hitler-Jugend, ... die Führerschule des deutschen Handwerks, die Gebietsführerschule der Hitler-Jugend, ... die SS-Junkerschule, die das ehemalige Braunschweiger Schloss nutzte, die „Bernhard-Rust-Hochschule“ und die Truppenführerschule des Reichsarbeitsdienstes.“

Aus Wikipedia, Geschichte der Stadt Braunschweig
http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Stadt_Braunschweig#J.C3.BCdische_Gemeinde
(Hyperlinks entfernt, Hervorhebungen von mir)

Führerschulen der SS, des SD und der Sicherheitspolizei
„Führerschulen der SS, des SD und der Sicherheitspolizei waren Institutionen, die während der Zeit des Nationalsozialismus die Aufgabe hatten, Führungskräfte für die SS, den SD und die Sicherheitspolizei auszubilden.
Die verschiedenen Schulen und Schultypen mit unterschiedlichen Ausbildungs-schwerpunkten dienten der Ausbildung von Offizieren sowie von Unteroffizieren und anderem Fachpersonal. So gab es allein für die Waffen-SS neben den vier offiziellen Junkerschulen in Bad Tölz, Braunschweig, Klagenfurt und Prag 18 Waffen- und Fachschulen zur Ausbildung der aktiven und der Reserve-Offiziere sowie der technischen Laufbahn und der Sonderlaufbahn. ... Über die eigentliche militärische Ausbildung hinaus wurde an diesen Schulen auch eine im ganzheitlichen Sinne SS-gemäße Lebenshaltung gelehrt. Die  vier SS-Junkerschulen dienten von ihrer Struktur her den meisten anderen SS-Schultypen als Vorbild. ...

Schulen und Schultypen: ... SS-Junkerschulen ... Medizinische Akademie der SS ... SS-Führerschule des Wirtschafts-Verwaltungsdienstes ... Unterführerschulen der Waffen-SS ... Berufsschulen der Waffen-SS ... Schulen der Sicherheitspolizei und des SD ...“



Wewelsburg als „Reichsführerschule der SS“

Freiherr Friedrich Adolf Karl August Roderich von Oeynhausen (1877-1953) gilt als überzeugter Nationalsozialist mit Verbindungen in die Berliner Parteispitze der NSDAP. Er beherbergte Adolf Hitler im Januar 1933 im legendären Lipper „Durchbruchswahlkampf“ als persönlichen Gast auf seinem Gut Grevenburg. Adolf von Oeynhausen schlug in seiner Amtszeit Heinrich Himmler die Wewelsburg als „Reichsführerschule der SS“ vor.
Seine Tochter Ulrike von Oeynhausen war Patenkind Adolf Hitlers. Er war Ehrenritter des Johanniterordens.
Aus Wikipedia (deutsch), Eintrag Adolf von Oeynhausen
http://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_von_Oeynhausen


„Burghauptmann“ der Wewelsburg wurde dann Manfred von Knobelsdorff.

Siehe z.B.Internet-Portal „Westfälische Geschichte“

Auszug

Schon vor der Genehmigung des Mietvertrages durch den
Reichsschatzmeister der NSDAP, nach dem die Wewelsburg für einen
jährlichen symbolischen Mietpreis von "1,- RM" auf "die Dauer von
einhundert Jahren, beginnend mit dem 1. Januar 1934 und endigend mit dem
31. Dezember 2033", in den Besitz der SS übergehen sollte, bezog Manfred

von Knobelsdorff als neu ernannter "Burghauptmann" mit Frau und Kindern
Anfang August 1934 seine Wohnung im Südflügel der Burg. Da sein Berufsweg
für eine große Zahl von SS-Führern als typisch angesehen werden kann,
sollen die wichtigsten Daten hier kurz aufgeführt werden:

Manfred von Knobelsdorff (1892-1965)

1914-1918 Berufsoffizier im 1. Weltkrieg, Träger des Eisernen Kreuzes I.
Klasse
1919 Entlassung aus der Armee als Hauptmann
1919-1934 Vertreter einer Parfümfabrik; verheiratet mit Ilse Darré, einer
Schwester des NS-"Blut- und Boden"-Ideologen Richard Walter Darré
1934-1938 als hauptamtlicher SS-Führer, zuletzt im Range eines
Obersturmbannführers, "Burghauptmann von Wewelsburg"
Anfang 1938 Wechsel in den "Reichsnährstand" seines Schwagers Darré
1939-1945 Kriegsdienst im Heer
nach 1945 Wiederaufnahme der früheren Tätigkeit als Vertreter

In seinem Bericht über die feierliche Übergabe der Wewelsburg an Himmler
am 22.09.1934 preist der "Völkische Beobachter" pathetisch ihre Lage "im
alten Reich der Sachsen". Und weiter heißt es: "Nur wenige Kilometer weit
liegen die sagenumwobenen Externsteine mit der Irminsul, und von Ferne
mahnt die Gestalt Hermann des Befreiers von der Grotenburg..." [...]

Das NS-Blatt traf mit dieser Darstellungsweise durchaus Himmlers
Vorstellungswelt einer phantastischen Germanenmystik, vermischt mit
pseudowissenschaftlicher Rassentheorie, Ahnenkult und Runenverehrung -
eine abstruse Mischung, die dennoch ernst genommen werden muß als Extrakt
eines weit verbreiteten deutsch-nationalen und deutsch-völkischen
Gedankengutes. Als geradezu klassisches Beispiel für eine derartige
völkische Gesinnung darf hier der ehemalige evangelische Pfarrer Wilhelm
Teudt genannt werden, der seit 1920 als Privatforscher für Germanenkunde
in Detmold tätig war. Bereits vor dem politischen Sieg des
Nationalsozialismus hatte er die bizarre Felsengruppe der Externsteine als
"uralte germanische Kultstätte" gedeutet und sie dadurch nach dem
wohlbegründeten Urteil des ehemaligen Detmolder Archivdirektors Erich
 Kittel zu einem" Tummelplatz der Schwarmgeister" gemacht.[...]

Bereits die ersten, Anfang 1934 vorgelegten Ausbaupläne des Architekten
Bartels zeigen, daß die ursprünglichen Pläne des SS-Rasseamtes, auf der
Wewelsburg rasch mit einer breiten ideologischen Schulung der SS-Führer zu
beginnen, aufgegeben und eine bemerkenswerte Verlagerung ihrer
vorgesehenen Aufgabenstellung zugunsten einer pseudowissenschaftlichen
Grundlagenforschung zur Untermauerung der SS-Rassenlehre eingetreten war.
Auf den Umbauplänen sind nämlich keine größeren Klassen- oder
Schulungsräume ausgewiesen, sondern lediglich enge, zellenartige Räume für
vertiefte Einzelstudien. Die dafür erforderliche "Grundlagenforschung"
betrieb eine von Knobelsdorff ausgewählte Gruppe junger "ideologisch
gefestigter" Wissenschaftler für "germanische" Vor- und Frühgeschichte,
Mittelalterliche Geschichte, Volkskunde und Sippenforschung als
grundlegende Disziplinen im Sinne der SS-Ideologie. Ihr 
Wewelsburg,
"Obergruppenführersaal"
http://www.philipcoppens.com/
wewelsburg.html
"Wissenschafts"-verständnis entlarvt sich selbst bei der - allerdings
vergeblichen - Suche nach einem Fachmann für "Germanische Himmelskunde"
als "Rüstzeug zur weitanschaulich-politischen Schulung" [...]



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Lehrer für 600.000 Manager

“Reinhard Höhn: [Ihn]… zeichnete … eine große Anpassungsfähigkeit aus. Nachdem er zunächst eine "mustergültige NS-Karriere" … verfolgt hatte, in der er u.a. die Leitung des "Berliner Instituts für Staatsforschung" innehatte und zugleich beim SD-Hauptamt tätig war, musste er sich nach dem Kriegsende neu orientieren. Er erschloss sich ein neues Aufgabenfeld, in dem er nicht weniger "erfolgreich" seine Vorstellungen von "Menschenführung" umsetzte. Als Leiter der "Bad Harzburger Akademie für Führungskräfte" propagierte er ein Managementkonzept, das als "Führung im Mitarbeiterverhältnis" und "Harzburger Modell" schnell populär wurde …
Dabei ging Höhns Managementkonzept letztlich auf die preußische Militärtradition zurück und nahm Führungselemente der SS auf, wie etwa die "Führerversammlung". Höhn wurde zum "Lehrer für 600.000 Manager", wobei Schlagworte wie "Delegation und Verantwortung" und die "Innere Kündigung" bis heute einen hohen Stellenwert genießen. Als Höhn im Jahre 2000 starb, fanden sich im Nachruf in der "Süddeutschen Zeitung" weder eine kritische Bemerkung zu seiner NS-Vergangenheit noch zum autoritären Charakter des Modells …

Gleichwohl schulte Höhn nicht nur die Wirtschaftselite und die Bundeswehr - seine Aktivitäten erstreckten sich auch auf die Parteien. Dabei reichte das Spektrum seiner Klienten von den Parteien des bürgerlichen Lagers bis hin zu SPD-Funktionären und Gewerkschaftlern.”

Aus:
Norbert Frei, Karrieren im Zwielicht. Hitlers Eliten nach 1945, Campus Verlag: Frankfurt/ New York 2001. - Von Susanne Benöhr und Uta Engelmann;
eForum zeitGeschichte
S. auch auf diesem Blog http://guttmensch.blogspot.com/2012/04/hoehenlage-der-intelligenz.html

„Im letzten Jahr wurden das Kleistgrab und der Weg dorthin neu gestaltet und Informationstafeln ... aufgestellt. Es wurde aber versäumt, darauf hinzuweisen, dass dort von 1937 bis 1945 das Institut für Staatsforschung der Berliner Universität untergebracht war. Der Leiter, Prof. Dr. Reinhard Höhn, gehörte zu den einflussreichsten Juristen der NS-Zeit und war mit seinen Mitarbeitern auch direkt am NS-Unterdrückungs- und Vernichtungsapparat beteiligt. Nach dem Krieg gelang ihm eine bemerkenswerte weitere Karriere als Managementberater und –lehrer.“

Dr. Hans-Christian Jasch, freier Mitarbeiter der Gedenkstätte „Neben dem Kleistgrab - Das Institut für Staatsforschung am Wannsee und die Rolle führender Juristen im Nationalsozialismus“ (Aus der Ankündigung einer Veranstaltung im Juni 2012)

 
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SS-Führerschule der Sicherheitspolizei

Die braunen Anfänge von Wiesbaden
die tageszeitung taz.de 07.04.2011

GESCHICHTE 60 Jahre nach seiner Gründung untersucht das Bundeskriminalamt den
Einfluss des Nationalsozialismus auf die Frühphase der Behörde. Zahlreiche
SS-Leute kamen dort unter

WIESBADEN taz Zum Beispiel Josef Ochs. Der war einst SS-Obersturmführer und für
die Verfolgung von Sinti und Roma zuständig - und durfte später dennoch im
Bundeskriminalamt (BKA) Staatsschützer werden. Dort konnte er 1952 Zürich,
Paris, Amsterdam und München zu "Zentralen des Judentums in Europa" erklären und
sich für die Einrichtung von "Internierungslagern" aussprechen. [...]
"Mit unserer Geschichte umgehen heißt:
Wir müssen die Unsäglichkeiten, die Rechtsperversionen, das scheußlichste
Inventar an Leidenszufügung immer wieder zur Sprache bringen", sagte
BKA-Präsident Jörg Ziercke. [...]
Nach den Kolloquien vom Herbst 2007 wurde zusätzlich ein Team von
Wissenschaftlern um den Historiker Patrick Wagner von der Universität
Halle-Wittenberg beauftragt. Das hat nun erste Ergebnisse seiner Forschung
präsentiert.
Wagner verwies darauf, dass im 1951 gegründeten BKA zahlreiche NS-Verbrecher
unterkamen. "Die Teilnahme an den Gewaltverbrechen des Nationalsozialismus war
für sich genommen kein Ablehnungsgrund", sagte Wagner. Auch Mitglieder mobiler
Mordkommandos in Osteuropa ("Einsatzgruppen") wurden ins Bundeskriminalamt
geholt. 1958 waren fast alle Führungspositionen mit ehemaligen Nazis besetzt,
von 47 leitenden Beamten des BKA waren 33 einst bei der SS. [...]
Und: Es gab mächtige Seilschaften im neu gegründeten BKA. "Charlottenburger"
hießen die "Altkriminalisten" um Paul Dickopf. In Berlin-Charlottenburg hatten
er und seine Männer sich an der SS-Führerschule der Sicherheitspolizei ausbilden
lassen. Dickopf wurde zu einem der Architekten des BKA und 1965 sogar dessen
Präsident.
All das ist nicht ganz neu. So hat der frühere BKA-Kriminaldirektor Dieter
Schenk schon vor zehn Jahren in seinem Buch "Die braunen Wurzeln des BKA" auf
die personellen Kontinuitäten aufmerksam gemacht. Wagner ging es aber um mehr
als die Untersuchung der "kalten Amnestie". Er wollte die Kontinuität
kriminalistischer Konzepte und Kategorien aus der NS-Zeit in der BRD
untersuchen.
Für die Frühzeit des BKA lässt sich zeigen, dass Beamte polizeiliche
Sondermaßnahmen gegen Gruppen forderten, die vor 1945 Opfer der
NS-Vernichtungspolitik wurden: gegen Sinti und Roma, die mal "Zigeuner", mal
"Landfahrer" genannt wurden.
Noch 1967 gab ein leitender BKA-Mann einen Leitfaden heraus, in dem es hieß:
"Zigeuner leben in Sippen und Horden […]. Der Hang zu einem ungebundenen
Wanderleben und eine ausgeprägte Arbeitsscheu gehören zu den besonderen
Merkmalen eines Zigeuners." Und noch 1983 musste der Zentralrat der Sinti und
Roma gegen eine Sondererfassung im Polizeisystem demonstrieren. Bis 2001 habe
sich das BKA an deren Diskriminierung beteiligt, sagte Wagners Mitarbeiter
Andrej Stephan. [...]
Eine Grenze kennt das Aufräumen mit der braunen Vergangenheit dennoch. Die
Straße, in der die BKA-Zweigstelle in Meckenheim liegt, trägt immer noch den
Namen des Mannes, der die "Charlottenburger" aus der SS-Führerschule einst in
hohe Ämter hob: Paul Dickopf.
 
WOLF SCHMIDT
 
 
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“Reichsschulungswalter
des Nationalsozialistischen Bundes deutscher Technik”

Buchangebot mit Kurzbiografie des Autors, gefunden auf
http://www.zvab.com/buch-suchen/textsuche/lendvai-dircksen-reichsautobahn

Maier-Dorn, Emil: Deutschland - von Rußlands Gnaden? Ein Vierteljahrtausend deutsch-russische Beziehungen.  Selbstverlag Großaitingen 1972

"Emil Maier-Dorn (… 1908 - … 1986) war ein deutscher Schriftsteller, Reichsschulungswalter des Nationalsozialistischen Bundes deutscher Technik (NSBDT) und Politiker der rechtsextremistischen Deutschen Reichspartei (DRP) und später der NPD. Dorn schloss sich ab 1933 der nationalsozialistischen Bewegung an, wo er erzieherisch und bildend tätig wurde. In dieser Zeit verfasste er Gedichte und schrieb Aufsätze zu unterschiedlichen Themen. Sein Hauptwerk galt der Reichsautobahn. Er textete unter andrem für die Fotografin Erna Lendvai-Dircksen. Als Reichsschulungswalter des Nationalsozialistischen Bundes deutscher Technik unterrichtete er auf der Reichsschule der deutschen Technik, welche auf der Plassenburg bei Kulmbach eingerichtet worden war, nationalsozialistische Ideologie. Nach dem Zweiten Weltkrieg schloss er sich der Deutschen Reichspartei an. Mit Adolf von Thadden gründete er die NPD. Viele Jahre gehörte er dem Parteivorstand an und war stellvertretender Landesvorsitzender von Bayern. Er verfaßte verschiedene kurzgefaßte Stellungnahmen zu zeitgeschichtlichen Themen. Auflagenstark  war seine Publikation Anmerkungen zu Sebastian Haffner. (wikipedia) "



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Frontkaempfer-Ideal
Nimbus des Soldatischen
"Meine Ehre heisst Treue" (Wahlspruch der SS)
Geschichte der Menschheit als ein Ablauf von Rassenkaempfen
SS-Leithefte

Blutsgedanke
'Geographie und Geopolitik' als Schulungsthema
'Deutschland im Rohstoffkampf'

http://www.reto-stein.de/Weltanschauliche_Schulung.pdf



Bezeichnung 'Fuehrerbewerber' und Foerderung
Auswahl der 'wertvollsten Menschen' 
Napola Potsdam
'Besonderes Verfahren der Begabtenauslese'
Reichsschule Feldafing
'Auslese der Eindatzbereiten'

http://homepages.uni-tuebingen.de/gerd.simon/ChrSS-Schulung.pdf
 

Kommentare:

  1. Dr. med. Hans Deuschl (1891 – 1953), Gruendungsdirektor und langjaehriger Leiter der “Fuehrerschule der deutschen Aerzteschaft”, war - wie Prof. Dr. med. Gustav Schulte, Chefarzt am Knappschaftskrankenhaus Recklinghausen (s. voriger Post) - Roentgenologe. Das war damals eine relative junge, noch im Aufbau begriffene und fuer Experimente besonders offene Fachrichtung (u.a. wurde mit Unfruchtbarmachung durch Roentgenbestrahlung experimentiert). Dass es zwischen Deuschl und Schulte, der umgangssprachlich sogar als “Roentgenpapst” apostrophiert wurde, einen Austausch gegeben haben duerfte, liegt nahe.
    Der Arzt-Schriftsteller Hans-Christian Sarrazin (ob er einen Doktortitel hat, weiss ich nicht; das ist, auch wenn Aerzte ueblicherweise als “Doktor” angesprochen werden, von der aerztlichen Approbation unabhaengig), war, dem Klappentext eines von ihm verfassen Gedichtbands zufolge, langjaehrig an einem nicht naeher bezeichneten Knappschaftskrankenhaus taetig. Die Tatsache, dass er - wie ca. 10 Jahre vor ihm Gustav Schulte - zeitweise Praesident des Rotary Club Recklinghausen war, deutet darauf hin, dass er in Recklinghausen ansaessig war. Als das Knappschaftskrankenhaus, an dem er wirkte, kommt das in Recklinghausen am ehesten in Betracht. Auf Internet-basierten Foren fuer berufliche Netzwerke, wie XING oder LinkedIn (die natuerlich nicht so weit zurueck reichen), wuerde eine Beziehung “1. Grades” zu Gustav Schulte und “2. Grades” zu Hans Deuschl nahe liegen.

    Empfehlenswerte Lektuere zu Hans Deuschl:
    Aus dem Institut für Geschichte der Medizin der Medizinischen Fakultät Charité – Univesitätsmedizin Berlin
    DISSERTATION
    Zur Person und Bedeutung des Arztes Dr. Hans Deuschl (1891 – 1953) unter besonderer Berücksichtigung seiner Karriere in der Zeit des Nationalsozialismus
    Von Wilhelm Boes (2010)

    http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000018876

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  3. Merkzettel

    Onkel Adolfs adelige Patenkinder

    Wieviele adelige Patenkinder hat Adolf Hitler eigentlich gehabt? Auf diesem Blog tauchen jetzt immerhin schon zwei auf, ohne dass ich danach gesucht hätte: von Oeynhausen und von Pyrmont.

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    1. "Mein Vater, Georg Nitsch, wurde am 19. April 1933 in Launau, Kreis Heilsberg im ostpreußischen Ermland geboren. Das heißt - eigentlich wurde er am 20. April 1933, kurz nach Mitternacht, geboren. Der 20. April war Hitlers Geburtstag, und alle Kinder, die an diesem Tage geboren wurden, wurden automatisch Hitlers Patenkinder und erhielten 200 Reichsmark. Das war zu dieser Zeit sehr viel Geld. Aber August, sein Vater, sah das Unglück, dass Hitler über Deutschland bringen würde, voraus, und so meldete er seinen jüngsten Sohn beim Standesamt Raunau unter dem Geburtsdatum 19. April 1933 an."

      Aus "Susannes Ahnen"
      http://www.susanne-nitsch.de/page1.php

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    2. "Werner M. aus Oranienburg schrieb zum 9. November
      1933 (Jahrestag des niedergeschlagenen „Hitlerputsches“ 1923):
      „Während der gestrige Tag ein Tag der Trauer, aber auch ein Tag der geistigen Erbauung war, wurde mir, dem Sturmmann und Kämpfer seit 1927, Wachmann im
      Konzentrationslager Oranienburg, mein erstes Kind, ein kräftiger Knabe und zukünftiger SA-Mann geboren. Darf ich, mein Führer, bitten, eingedenk des für
      uns Nationalsozialisten bedeutungsvollen Tages (...), die Patenschaft zu übernehmen? Ihr Kameradschaftsgefühl, mein Führer, ist ja so groß (...)“
      Antwort: Der „Führer“ wolle wegen des Andrangs Patenschaften nur noch in Ausnahmefällen übernehmen, ab dem 7. Sohn und dem 9. lebenden Kind."

      Aus
      „Lieber Onkel Hitler, wir warten auf Dein Kommen“ - Bild.de
      http://www.bild.de/news/2007/news/serie-buch-2631958.bild.html

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  4. Wabernde Wewelsburg-Schwaden

    Zum Kreis um den einflussreichen Schwager des "Burghauptmanns" Manfred von Knobelsdorff, Walter Darré (s. Post, Stichwort Wewelsburg) gehörte auch Prinzessin Marie Adelheid von Lippe-Biesterfeld. Engagiert propagierte sie als Zeitungs-Redakteurin und Vorwort-Schreiberin im Dienst Darrés die Blut-und-Boden-Ideologie und die "nordische Idee". Bis zu ihrem Tod 1993 rühmte sie die Ideen und Protagonisten des Nationalsozialismus.
    Lionel Gossman ging der Frage nach, welcher Zeitgeist die "Braunhemd-Prinzessin" und zwei weitere prominente Mitstreiter, die zusammen ein Gedichtbändchen mit dem Titel "Gott in mir" produzierten, bewegt hat.

    "Brownshirt Princess", Lionel Gossman, 2009
    "Snippet" von books.google.com:

    Princess Marie Adelheid of Lippe-Biesterfeld was a rebellious young writer who became a fervent Nazi. Heinrich Vogeler was a well-regarded artist who was to join the German Communist Party. Ludwig Roselius was a successful businessman who had made a fortune from his invention of decaffeinated coffee. What was it about the revolutionary climate following World War I that induced three such different personalities to collaborate in the production of a slim volume of poetry -- entitled Gott in mir -- about the indwelling of the divine within the human?
    Lionel Gossman's study situates this poem in the ideological context that made the collaboration possible. The study also outlines the subsequent life of the Princess who, until her death in 1993, continued to support and celebrate the ideals and heroes of National Socialism.

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    1. Merkzettel

      Was war mit Lippe los?
      Was hatte es mit dem dortigen "Durchbruchswahlkampf" fuer AH auf sich?

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    2. "Braune Prinzessin" war der vom Volksmund verliehene Spitzname der Prinzessin Marie Adelheid zur Lippe-Biesterfeld (auch Reuss-zur Lippe), der im Englischen mit "Brownshirt Princess" wiedergegeben wurde (s. Kommentar oben).
      Interessant auch der Name des Verlags: Angelsachsen-Verlag (Bremen); "Gott in mir" erschien 1921.

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    3. "Gott in mir" handelt von der Suche nach einer neuen Religion.

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    4. Aus
      "Brownshirt Princess" von Lionel Gossman, 2009 (s. Kommentar oben)
      M.E. einer der wichtigsten Abschnitte daraus.
      Fuer Uebersetzung Englisch-Deutsch bitte Internet-Uebersetzung nutzen (z.B. Google translate)

      ″Gott in mir,″ ″Gott in uns,″ the indwelling of God in Man, and the underlying identity of substance of God and Man remained in effect the fundamental religious experience and the basic principle of virtually all the advocates of a German national faith throughout the twentieth century. It was the conviction both of the publisher Diederichs himself and of many of his authors – such as the prolific Arthur Bonus, author of a widely acclaimed plea for the ″Germanization of Christianity″ (1911-12) [Zur Germanisierung des Christentums, volume 2 of his Zur religiösen Krisis (On the Religious Crisis)], and Herman Büttner, the translator of Meister Eckhart, who asserted in his Büchlein vom vollkommenen Leben. Eine deutsche Theologie [The Book of the Perfect Life: A German Theology] of 1907 that since God is in us, a perfect life can be lived without abnegation of the self or total surrender of the self to God. It was the conviction of the poet Dietrich Eckart, who befriended and groomed Hitler in the latter’s early Munich days. It was the conviction of the passionately anti-Judaic and anti-Christian Mathilde von Ludendorff, the founder, with her second husband, the famous First World War general Erich von Ludendorff, of the Verein Deutschvolk [German People’s Union] and the author of innumerable books and pamphlets in the 1920s and 1930s (and right on into the post-World War II period), propagating her idea of ″Deutsche Gotterkenntnis″ [The German Way to Knowledge of God]; as it was the conviction of her rival as a religious leader, Jakob Wilhelm Hauer, who in the early 1930s founded and for a time headed the Deutsche Glaubensbewegung, and for whom God is present ”in allem, was erscheint, so auch in uns″ [in every phenomenon, hence also in us]. It was the conviction of the political theorist and sociologist Paul Krannhals, who declared in 1933 that ″Gott ist in uns und wir sind in Gott″ [God is in us and we are in God]; while in Nazi leadership circles a similar immanentist view of the relation of the divine and the human was put forward by Alfred Rosenberg in The Myth of the Twentieth Century (1930). Even some of the Deutsche Christen (who tried to retain a Christianity purged of Judaic elements) rejected ″theology’s attempts to separate God and Man and to justify its own existence by proving that man is fallen, weighed down by original sin, and therefore in need of the salvation the Church can offer.″ ″We recognize no God/Man division,” Reinhold Krause told the 20,000 people gathered in the Berlin Sportpalast in November 1933.

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    5. Roselius (Industrieller und Gründer des Angelsachsen-Verlags) 1933 als Vorsitzender des „Clubs zu Bremen“ und Unterstützer der neuen Führung

      1931 verließ [Richard Markert] ... die Freimaurer und trat kurz darauf in die NSDAP ein. Wenige Wochen später, am 12. Oktober des gleichen Jahres, berief man ihn zum stellvertretenden Leiter des Arbeitsamtes in Bremen. Nach der Reichstagswahl am 5. März 1933 erfolgte die Machtübernahme der Nationalsozialisten in Bremen. Markert wurde am Abend dieses Tages von Reichsinnenminister Wilhelm Frick zum Polizeisenator ernannt. In dieser Funktion setzte er am 11. März einzelne "Spezialkommissare" zur Überwachung der Amtsgeschäfte der noch im Amt befindlichen bisherigen Senatoren ein. [...]
      Nachdem der alte Senat unter Bürgermeister Donandt zurückgetreten war, wurde er am 18. März 1933 als Reichskommissar zum Vorsitzenden des Senats und damit zum kommissarischen Bürgermeister ernannt. Am 18. Juni wurde Markert als Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Niedersachsen eingesetzt. Ab dem 1. Oktober war er Regierender Bürgermeister Bremens.
      In den Tagen vor dem 18. März hatten sowohl Markert als auch Kreisleiter Bernhard moderate Töne gegenüber der Bremischen Wirtschaft angeschlagen,[2] deren Vertreter einer autoritären Neuordnung Deutschlands zwar seit Ende der 1920er Jahre zunehmend aufgeschlossen gegenüber standen, jedoch Beschränkungen in Handel und Schifffahrt durch eine nationalsozialistische Regierung befürchteten. [...]
      Im Rahmen eines Vortragsabends des Clubs zu Bremen am 3. April 1933 in der Glocke versuchte Markert vor den versammelten Spitzen des Bremer Großbürgertums nochmals, Bedenken des Handelskapitals gegen die womöglich mit Einschränkungen des Außenhandels einhergehende Wirtschaftspolitik der Nationalsozialisten auszuräumen und betonte, dass die Lebensfähigkeit Bremens mit der Entwicklung von Handel und Schifffahrt stehe oder falle: „Unsere vornehmste Sorge gilt infolgedessen dem Wiederaufbau der bremischen und damit der deutschen Schiffahrt“. Der Vorsitzende des Clubs, der Unternehmer Friedrich Roselius, versicherte daraufhin Markert der Unterstützung: „Die, die wir hier sitzen und zu Ihnen gekommen sind, wir werden Ihnen die Treue halten, Herr Bürgermeister, wenn Sie der Wegführer sind, der Bremen einer besseren Zukunft entgegenführt.“

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    6. Wewelsburg und die Symbolik der "Schwarzen Sonne"

      To initiates within the Third Reich, however, the abbreviation "SS" did not stand for "Schutzstaffel", but for the words "Schwarze Sonne".
      "Schwarze Sonne" means "Black Sun" in English.
      The Black Sun, to these initiated individuals, was a physical body, like our visible sun, except that the Black Sun was not visible to the naked eye
      This Black Sun radiated light which was invisible to the human eye.
      The concept of the Black Sun seems to have bordered upon the religious.
      It was said to be located at the centre of our galaxy.
      The earth along with every other celestial body in the galaxy rotates around this Black Sun.
      The Black Sun is sometimes represented symbolically as a black sphere, out of which eight arms extend.

      Such is its most famous rendition on the mosaic floor at famous Schloß Wewelsburg, which served as the spiritual home of the SS.
      The number of arms are unimportant.
      There could be eight or six or only four.
      The more astute reader will recognize at this point that the swastika, the very icon of the National Socialist Party, which was itself a Black Sun symbol.

      © Copyright Peter Crawford 2014

      http://thirdreichocculthistory.blogspot.com/2014/04/deutsch-occult-physik-german-occult_2.html

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  5. Heinrich Hartmann und der Internationale Bund

    Angeregt durch eine Meldung vom 8.4. 2013, "Internationaler Bund und Haasenburg starten gemeinsames Pilotprojekt ..." (auf PR-inside.com) suchte ich Info zum "Internationalen Bund" (IB). Die Haasenburg GmbH betreibt eine Kette geschlossener Jugendeinrichtungen. Wegen ihres wie aus einer anderen Zeit anmutenden Erziehungskonzepts und handfester Missbrauchs-Vorwürfe steht sie derzeit in den Schlagzeilen.

    Auf der Webseite des IB fand ich eine interessante Selbstdarstellung zur Geschichte dieses sehr etablierten Partners der umstrittenen "Haasenburg". Bemerkenswert: Die Rolle des IB-Mitbegründers und ehemaligen HJ-Funktionärs Heinrich Hartmann.

    Der Internationale Bund 1949 – 2009*

    *Die Anfänge 1945*
    Unmittelbar nach Kriegsende schwillt der Flüchtlingsstrom Richtung Westen weiter an. Darunter sind Tausende eltern-, heimat- und arbeitsloser Jugendliche, die sich ohne Wurzeln, ohne Hoffnung und Perspektive treiben lassen, auf der Straße oder in trostlosen Auffanglagern leben.

    *März 1946*
    Heinrich Hartmann, ehemals hohes Mitglied der nationalsozialistischen Reichsjugendführung, erreicht ein Treffen mit Professor Dr. Carlo Schmid, Landesdirektor Justiz, Kultus, Erziehung und Kunst von Württemberg-Hohenzollern, und Henri Humblot, Jugendoffizier der französischen Militärregierung dieser Besatzungszone mit Sitz in Tübingen. Er sichert sich die Unterstützung der beiden Männer beim Aufbau eines Jugendhilfswerks und beginnt mit diesem Engagement seine ganz persönliche Wiedergutmachung für seine führende Rolle im Erziehungswesen der Nazi-Diktatur.

    *11.1.1949*
    Als Ergebnis der Zusammenarbeit von Hartmann, Humblot und Carlo Schmid wird im Großen Senatssaal der Tübinger Universität der „Internationale Bund für Kultur- und Sozialarbeit“ gegründet. Die Gründungsmitglieder sind, neben den oben genannten, Prof. Dr. Theodor Eschenburg, der damalige Tübinger Oberbürgermeister und spätere württembergische Innenminister Victor Renner und Prof. Paul Binder sowie weitere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Den Vorsitz übernimmt Prof. Dr. Ernst Steinbach, Theologieprofessor an der Universität Tübingen. ...

    *Die Herausforderungen in den 50er und 60er Jahren
    *In den ersten zehn Jahren des IB entstehen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen Jugendgemeinschaftswerke, durch die jährlich mehr als 60.000 junge Menschen Unterkunft und Arbeit finden. Ein Gruppenleiter übernimmt die Rolle des Erziehers, Freundes und Ratgebers. Wo früher die Ideologie herrschte, steht jetzt das gemeinnützige Werk im Vordergrund.

    *1952*
    wurde der Verein in „Internationaler Bund für Sozialarbeit / Jugendsozialwerk e.V.“ (IB) umbenannt. Die Schul- und Berufsausbildung der jungen Menschen ist mangelhaft oder fehlt ganz. Eine große Herausforderung, der sich der IB stellt.**
    ....

    *1999 bis 2009: Stärke durch Vielfalt - Neuausrichtung als Unternehmensgruppe*
    Direkt vor und nach der Jahrtausendwende steht der Internationale Bund vor der größten Herausforderung in seiner Geschichte. Die Agenda 2010 und die Hartz-Reformen verändern den Arbeitsmarkt. Der IB erinnert sich an seine Anfänge und reagiert mit einer Neuausrichtung. Er wandelt sich vom Zuwendungsempfänger zum aktiven Anbieter von Dienstleistungen in den Bereichen Soziale Arbeit und Berufliche Bildung. Seit 2001 arbeitet an seiner Spitze ein hauptamtlicher Vorstand, beraten von einem ehrenamtlichen Präsidium. Mit verschiedenen Rechtsformen neben dem Verein, entwickelt sich der IB zu einer Unternehmensgruppe und stärkt so seine Stellung am Markt. ...

    2009 ist der IB auch ein wichtiger Anbieter im Bereich Kindertagesstätten, Seniorenarbeit und zudem anerkannter Schulträger. Er beschäftigt jetzt mehr als 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in rund 700 Einrichtungen und Zweigstellen an 300 Orten in Deutschland. ...

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  6. Über Abebooks

    Elite für die Diktatur: Nationalpolitische Erziehungsanstalten 1939-1945: Organisation, Intention und Umsetzung am Beispiel der Napola Naumburg
    Anna-Lena Lohmann

    Bookseller: AHA-BUCH GmbH(Kreiensen, NDS, Germany)
    Print on Demand Bachelor & Master Publishing, 2012

    Aus der Buchbeschreibung

    Sowohl die Bundesrepublik Deutschland als auch die frühere Deutsche Demokratische Republik (DDR) brachten eine Vielzahl von Persönlichkeiten hervor, die einst eine NS-Ausleseschule besuchten, später dann jedoch durchaus
    erfolgreiche Lebens- und Karrierewege verzeichneten. Neben vielen anderen ehemaligen Schülern ist hier beispielsweise der Schauspieler Hardy Krüger zu nennen, der bereits in jungen Jahren in die SS eintrat und später die Adolf-Hitler-Schule (AHS) in der Ordensburg Sonthofen besuchte. Auch viele Journalisten, wie der BILD-Zeitungs-Kolumnist Mainhardt Graf Nayhauß-Cormons, dessen eigener Vater bereits während des Krieges von den Nationalsozialisten
    ermordet wurde, besuchte die Vorzeige-Napola Berlin-Spandau. Auch der bekannte deutsche Buchautor, Literaturkritiker und Professor für Theaterwissenschaft,
    Hellmuth Karasek, war Schüler auf der NPEA Loben (heute Lubliniec). Hans-Jochen Vogel, heutiger SPD-Politiker und zu NS-Zeiten Kulturbeauftragter der Hitler Jugend, bestand die Aufnahmeprüfung an der NPEA in Bensberg nicht, sodass er letztendlich sein Abitur auf dem Humanistischen Gymnasium in Gießen absolvierte.
    Martin Bormann Jr., einst NSDAP-Reichsschüler und Sohn eines prominenten Vaters, wurde katholischer Priester und einige Jahre später Missionar im Kongo. Wie Bormann verbrachte auch der deutsche Bankmanager und Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen, einen Großteil seiner schulischen Laufbahn auf der Reichsschule der NSDAP Feldafing , die neben den NPEAs und
    Adolf-Hitler-Schulen (AHS) eine Einzelerscheinung darstellte, da das Hauptamt Erzieher der NSDAP unter Leitung von Fritz Waechtler über die Aufsicht der Schule verfügte. Die offizielle Trägerschaft lag beim Reichsschatzmeister der NSDAP, Franz Xaver Schwarz. Feldafing, die sich selbst als Stätte der wahren Umsetzung des Führerwillens in pädagogischen Fragen verstand, wurde in erster Linie durch Rudolph Heß, seit dem 21. April 1933 Hitlers persönlicher Stellvertreter der NSDAP, vor einer Einverleibung in den Verband der NPEAs bewahrt und ebenso vor einer Einflussnahme Baldur von Schirachs geschützt. ...
    Die Erfahrungen und Berichte eines ehemaligen Jungmannes der NPEA Naumburg (an der Saale) sollen dazu beitragen, den Geist in den Anstalten, die Faszination der Jungen, die persönlichen Vorzüge aber ebenso auch die enormen Nachteile des Schulbesuches für den weiteren Werdegang aufzuzeigen. Vorangestellt wird dieser Dokumentation ein Einleitungskapitel, in dem zunächst die Grundzüge der Organisation, die erzieherischen Zielsetzungen und ihre Umsetzung an den NPEAs dargestellt werden.

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  7. Max Klüver: Die Adolf-Hitler-Schulen.
    Schnellbach, Verlag Siegfried Bublies, 2008

    Bookseller: suum cuique (Berlin)

    Aus der Buchbeschreibung

    Dr. Max Klüver, von 1937-39 Schulführer der Adolf-Hitler-Schule Heiligendamm und Leiter der
    Erziehungsakademie der Adolf-Hitler-Schulen, versucht in diesem Werk, der Nachwelt ein korrektes Bild dieser nationalsozialistischen Eliteschulen zu überliefern. Um Richtigstellung ist der Verfasser bemüht, Rechtfertigung ist
    nicht seine Absicht. Ausgehend von dem Gedanken, daß die NSDAP Einfluß auf das
    staatliche Schulwesen nehmen und zur Sicherung des Führernachwuchses selbst zum Schulträger werden müsse, hatten der Reichsorganisations-leiter Dr. Ley und der Reichsjugendführer Baldur von Schirach bereits 1936 ein Konzept zur Gründung von Internatsschulen für Jungen zur NS-Elitebildung erarbeitet, das viele
    reformpädagogische Ansätze aus der Weimarer Zeit enthielt. Die Adolf-Hitler-Schulen sollten - neben den Nationalpolitischen Erziehungsanstalten und Ordensburgen - als Teil eines dreistufigen Systems von Internatsschulen auf Gauebene die Besten aus Jungvolk und Hitlerjugend zusammenfassen und in den Kommando- und Aufsichtsbereich der Reichsjugendführung eingeordnet sein. Auch die Erzieher der Adolf-Hitler-Schulen waren Angehörige des HJ-Führerkorps und trugen wesentlich mit dazu bei, daß jugendbewegte Stilelemente im Unterricht und der Erziehung deutlich erkennbar blieben und Charakter- und Persönlichkeitsentwicklung der Schüler beeinflußten.
    Aus dem Inhalt:I.EINFLÜSSE: 1. Die Gründung der Adolf-Hitler-Schulen / 2. Die "Denkschrift" vom 17.1.1937 und Dr. Ley / 3. Baldur von Schirach und die Reichsjugendführung / 4. H. Himmler, M. Bormann, B. Rust, A. Rosenberg / 5. Der Reichsschatzmeister Schwarz / II. DER UNTERRICHT: 1. Antiintellektualismus /2. Der Lehrplan / 3. Die Lehrmethode /4. Unterrichtsfächer /5. Musische Erziehung /6. Leibeserziehung /7. Zwei zeitgenössische Urteile /III. DIE SCHÜLER: 1. Elite oder Auslese /2. Auswahl und Herkunft /3. Berufswahl /4. Typenbildung und Persönlichkeitserziehung /5. Selbstführung /6. Eine "manipulierte Elite"?/7. Isolierung von der Lebenswirklichkeit? /8. Dünkel oder "elitäre Ehrauffassung"? /9. Verbindung zum Elternhaus /IV.DIE ERZIEHER: 1. Der erforderliche Typ / 2. Die erzieherische Aufgabe / 3. Die Erzieherakademie der Adolf-Hitler-Schulen / V. SCHLUSSBEMERKUNGEN / ANHANG /Dokumente / Literaturverzeichnis

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  8. "Intelligenz" als Ideal - nur, was ist darunter zu verstehen?

    "Wir sollten intelligente Mütter werden": Nationalpolitische Erziehungsanstalten für Mädchen.
    Von Stefanie Jodda-Flintrop
    Dissertation, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, 2008

    http://www.ebook.de/de/product/9590239/stefanie_jodda_flintrop_wir_sollten_intelligente_muetter_werden.html

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  9. Aus
    Dieter Schenk
    Die Führerschule der NS-Sicherheitspolizei und die
    „Charlottenburger“ im Bundeskriminalamt
    (um 2007)

    Am 17. Juni 1936 wurden durch Erlass des Reichsinnenministers Frick alle Polizeikräfte des Reichs zusammengeführt und der Reichsführer SS, Heinrich Himmler, zum „Chef der Deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern“ ernannt.
    Die sogenannte „Verreichlichung“ der Polizei wurde in Polizeikreisen überwiegend begrüßt und galt bei älteren Polizisten im Nachkriegsdeutschland noch immer als Musterbeispiel effizienter Polizeiorganisation.
    Himmler gliederte die Polizei in das Hauptamt Ordnungspolizei unter Kurt Daluege (Schutzpolizei, Polizeibataillone, Gendarmerie) und das Hauptamt Sicherheitspolizei unter Reinhard Heydrich (Kriminalpolizei und Gestapo).
    Als Konsequenz dieser Zentralisierung erfolgte 1937 die Umbenennung des Charlottenburger Polizeiinstituts in „Führerschule der Sicherheitspolizei“.
    Sie unterstand Heydrich unmittelbar.
    Die Führerschule befehligte nun ein Kommandeur, dem ein Adjutant zugeordnet war. Ein Stabsführer und die Lehrkräfte ergänzten das Personal. Dies entsprach den Führungsstrukturen im SD und bedeutete eine Abkehr von der ehemals preußischen Polizeiorganisation, wie auch der Lehrplan auf die Verschmelzung von SS- und Polizeiführung ausgerichtet wurde.
    Heydrich sprach 1937 von der „rassisch und charakterlich menschlichen Auslese der Lehrgangsanwärter, von ihrer weltanschaulichen und fachlichen Schulung und vom Geist, der geweckt werden sollte“.
    Der 13. Kriminalkommissar-Anwärterlehrgang (KKA), an dem die späteren BKA-Führer teilnahmen, begann am 12. Oktober 1938 und endete am 1. Juli 1939.
    Der Lehrgang hatte eine Stärke von 36 Beamten. Von ihnen waren 15 Juristen, darunter sieben Gerichtsreferendare. Insgesamt 14 Männer wiesen ein abgeschlossenes Hochschulstudium auf, vier waren promoviert und zwei diplomiert.
    Der Querschnitt der Lehrgangsteilnehmer entsprach der Personalpolitik, wie sie vom „Architekten“ des Reichssicherheitshauptamtes, Dr. Werner Best, betrieben wurde.
    Er machte bei der Besetzung von Führungsposten vorzugsweise die juristische Universitäts- und Referendarausbildung, möglichst auch die Promotion, zur Voraussetzung und schuf einen akademischen Nachwuchs, der erfüllt war von beruflichem Ehrgeiz und Aufstiegswillen mit einer Affinität zu den Elite- und Ordensvorstellungen der SS.
    Sieben Angehörige des 13. KKA werden nach dem Krieg Karriere im Bundeskriminalamt machen: Paul Dickopf (BKA-Präsident und Interpol-Präsident), Heinrich Erlen (Regierungskriminalrat), Gerhard Freitag (Regierungskriminaloberrat), Kurt Griese (Regierungskriminaldirektor), Dr.Otto Gunia (Regierungskriminalrat), Rolf Holle (Abteilungspräsident) und Rudolf Thomsen (Regierungskriminalrat).
    Sie bildeten den Stamm der „Charlottenburger“, wie sie später im BKA genannt wurden.
    Weitere kamen aus vorangegangenen oder Folgelehrgängen in den Jahren 1937 bis 1944 hinzu, sodass die „Charlottenburger“ im BKA insgesamt eine Stärke von 24 Beamten bildeten.
    Diese Seilschaft mit Dickopf als Vaterfigur bestimmte in den fünfziger und sechziger Jahren wesentlich die Personalpolitik und die fachliche Zielrichtung. Sie galten als verschworene Gemeinschaft, die mit Intrigen, Vetternwirtschaft und autoritärem Führungsstil einen negativen Einfluss ausübten.
    Der Lehrplan des KK-Anwärterlehrganges umfasste die vier Hauptgebiete: Nationalpolitische Schulung, Führerschulung, Kriminalwissenschaft und Praxis sowie Rechtskunde. Zum Schulungsprogramm gehörte ein Besuch des Reichssicherheitshauptamtes und die Besichtigung eines KZ.

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    1. Die Indoktrinierung der Lehrgangsteilnehmer war perfekt, wie die Themenbereiche unter dem Begriff „SS-mäßige und politisch-weltanschauliche Erziehung“ aufzeigen. Sie lauteten unter anderem:

      Grundlagen der nationalsozialistischen Weltanschauung
      Bedeutsame Werke der nationalsozialistischen Schrifttums
      Vergleich mit fremden Weltanschauungen
      Erkenntnisse der Rassenlehre als Grundlage der NS-Weltanschauung (Rassengedanke, Vererbungslehre, Nürnberger Gesetze, Bedeutung der Gesundheitsführung des deutschen Volkes)
      Raum und Politik
      Das Leben des Führers, Aufgaben der NSDAP, die Schutzstaffel
      Weltanschauliche Gegner und ihr Kampf gegen die politische und völkische Einheit (Juden, Freimaurerzersetzung, Marxismus, Kirchen und Sekten)
      Haltungserziehung, Führen und Folgen

      Die Kommandeure der Führerschule und das Stammpersonal wechselten, weil sie zu Frontabschnitten oder in besetzte Gebiete abgeordnet wurden.
      Zur Zeit des 13. KKA war Obersturmbannführer Otto Hellwig der Chef und für die polizeitaktische Ausbildung zuständig.
      Beim Überfall auf Polen wurde er als Befehlshaber der Einsatzgruppe z.b.V eingesetzt. Zur Erfüllung weiterer Mordaufträge war er danach als SS- und Polizeiführer in Shitomir/Ukraine im Jahr 1941 und 1943 in Bialystok zuständig. Er starb unbehelligt 1962.
      Kommandeure der Führerschule der Sicherheitspolizei waren ferner:
      Generaloberst Hermann Hoth, der über Juden sagte: „Ihre Ausrottung ist ein Gebot der Selbsterhaltung.“ Er wurde 1944 Führer des Sonderkommandos 7b, eine Mörderbande. Als Glasermeister starb er 1981, ohne strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen worden zu sein.
      Mit Beginn des Überfalls auf die Sowjetunion erhielt Kommandeur Erwin Schulz den Befehl, mit dem gesamten KK-Lehrgang das Einsatzkommando 5a zu bilden, das in Galizien und der Ukraine Exekutionen durchführte. Der SS-Brigadeführer widersetzte sich allerdings dem Befehl, Frauen und Kinder zu erschießen und bat das Reichssicherheitshauptamt um seine Ablösung, was auch geschah, ohne dass er dadurch einen Nachteil erlitt. Schulz ist ein Beispiel von vielen, dass es den Befehlsnotstand nicht gab, mit dem sich häufig NS-Täter vor Gerichten der Nachkriegszeit exkulpieren konnten.
      Schulz wurde 1948 im Einsatzgruppen-Prozess zu 20 Jahren Haft verurteilt und 1954 entlassen.
      Kriminalkommissar Kurt Zillmann war einer der Dozenten und stellvertretender Lehrgangsleiter im 13. KKA.
      Er gehörte 1939 als Adjutant der Einsatzgruppe z.b.V zur Vernichtung der polnischen Intelligenz an, die sich durch besondere Grausamkeiten auszeichnete.
      Als Kripochef in Luxemburg und SS-Sturmbannführer im Reichssicherheitshauptamt trug er Mitverantwortung an der Deportation und Ermordung von Juden.
      Alles das verhinderte nicht, dass er 1959 zum Leiter des Landeskriminalamtes Schleswig-Holstein und Referent in der Polizeiabteilung im Innenministerium Kiel avancierte.
      Er prahlte damit, dass er vom LKA Kiel über Ermittlungen gegen seine Person rechtzeitig informiert wurde. Als Regierungskriminaldirektor genoss er ab 1966 seinen regulären Ruhestand.
      Von Paul Dickopf und Tausenden seiner ehemaligen Berufskollegen wurde in der Nachkriegszeit behauptet, dass die Übernahme zur SS ohne ihr Zutun erfolgte und der SS-Dienstgrad automatisch an den Polizei-Dienstgrad angeglichen wurde.
      Richtig ist, dass von ihnen allen zunächst einmal ein freiwilliger Aufnahmeantrag in die SS gestellt werden musste, was auch Dickopf, wie die Akten ausweisen, unter Beifügung von Dokumenten tat.
      Dem SS-Bewerber Dickopf wurde ein gutes „rassisches Gesamtbild“ bescheinigt, seine Weltanschauung als gut beurteilt und die Einstellung zur nationalsozialistischen Weltanschauung positiv bewertet.
      Gesamtbeurteilung: Dickopf ist nach Charaktereigenschaften, Haltung, Auftreten und Wissen zum SS-Untersturm- Führer geeignet.
      Das Vorschlagsprotokoll des Führerkorps der Führerschule schloss mit einer schriftlichen Bürgschaftsübernahme ab, unterzeichnet von 15 SS-Angehörigen.
      Dickopf wurde aufgrund dessen am 1. Juli 1939 zum SS-Untersturmführer mit der Dienststellung eines „Führers im SD“ befördert.

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    2. Wenn also Dickopf und Seinesgleichen nach dem Krieg behaupteten, sie hätten nichts zu ihrer Aufnahme in die SS beigetragen und einfach zu ihrem Polizei-Dienstgrad einen zweiten der SS verliehen erhalten, so war dies eine Lüge.
      Daran ändert auch die eidesstattliche Erklärung nichts, die der Ex-Kommandeur Otto Hellwig für den späteren BKA-Kriminaloberrat Dr. Ochs abgab (ebenfalls ein „Charlottenburger“), als Hellwig und Ochs im Januar 1948 in Neuengamme in Internierungshaft einsaßen.
      Danach sei die Dienstgradangleichung nicht auf Antrag des Lehrgangsteilnehmers, sondern befehlsgemäß ohne Befragung automatisch durchgeführt worden.
      Das Schriftstück wurde unzählige Male kopiert und zitiert und befand sich auch im Besitz der „Charlottenburger“ im BKA.
      ******
      Die Entwicklung des Bundeskriminalamtes ist untrennbar mit Paul Dickopf verbunden, der sich selbst gerne als „Architekt des BKA“ bezeichnen ließ. Wie niemand sonst hat er das Amt geprägt, unter tatkräftiger Mithilfe seines Freundes und Vertreters Rolf Holle, der vor allem die Fäden im Hintergrund zog.
      In Konkurrenz zu beiden befand sich Dr. Bernhard Niggemeyer, der das Kriminalistische Institut des BKA aufbaute und leitete.
      Das Triumvirat stand den knapp 50 Beamten des Leitenden Dienstes vor, die so gut wie alle ihre beruflichen Wurzeln in der Sicherheitspolizei hatten, in diesem Sinne geprägt waren und ihre Berufserfahrungen auf das Bundeskriminalamt übertrugen.
      Diese Männer hätten niemals in den Beruf zurückkehren dürfen. ...

      Im vergangenen Jahr hat BKA-Präsident Jörg Ziercke entschieden, in drei Kolloquien öffentlich über die NS-Vergangenheit des Bundeskriminalamtes zu diskutieren und ein externes Wissenschaftlergremium mit der Erforschung zu beauftragen. Nunmehr stellt sich das BKA seiner Geschichte. „Spät, aber nicht zu spät“, schrieben die Medien - dieser Meinung schließe ich mich nicht an.

      Aus dem o.g. Artikel von Dieter Schenk
      auf seiner Webseite

      http://www.dieter-schenk.info/Anhang/Publikationen/vortraege/Die-Charlottenburger-1.pdf

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    3. Aus
      Anton Maegerle
      Die braune Vergangenheit des BKA

      "Das Bundeskriminalamt arbeitet seine Geschichte auf
      In unregelmäßigen Abständen wird in den Medien immer wieder über einzelne Polizeibeamte berichtet, die mit volksverhetzenden, fremdenfeindlichen oder antisemitischen Äußerungen in Erscheinung treten, in neurechten Zeitschriften publizieren, mit Vorliebe Neonazi-Hetzmusik anhören oder bei rechtsextremen Straftaten, die aus gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit heraus begangen werden, konsequent wegschauen. So wurden im
      August 2000 Waffenteile, Munition, Propagandamaterial und Tonträger mit Neonazi-Musik in der Wohnung eines Berliner Kommissar-Anwärters sichergestellt. Dieser war von Kollegen angezeigt worden, weil er Zettel mit antisemitischen Witzen verteilt hatte. Im März 2001 wurde ein Polizist auf der Wache des Präsidiums Frankfurt/Oder vom Dienst suspendiert, weil er gesagt hatte, dass man Israelis vergasen müsse. Ebenfalls suspendiert wurde im März
      2004 ein 24-jähriger Bereitschaftspolizist in Berlin. Er hatte Rechtsextremisten in Rechtsfragen geschult. Im April 2006 verlor ein Mitarbeiter der Kriminaltechnik im Berliner Landeskriminalamt seinen Arbeitsplatz, da er E-Mails mit einem fiktiven ausländerfeindlichen Fragebogen an Kollegen versandt hatte. Im März 2007 wurde publik, dass unter den Frankfurter Leibwächtern von Michel Friedman, ehemals Vizepräsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, auch Rechtsextremisten waren. Bei einem dieser Polizeibeamten wurde auf der Festplatte seines Computers das Horst-Wessel-Lied, die Hymne der Hitlerjugend, entdeckt. Die Berliner Polizeischule trennte sich im Juli 2007 von einem Dozenten,
      weil dieser seit Jahren Artikel in rechtsextremen Postillen veröffentlicht hatte. Im August 2007 wurde ein Berliner Polizist wegen Rechtsextremismus-Verdacht suspendiert. Er soll an der Herstellung und Verbreitung rechtsextremer Musik beteiligt gewesen sein. Im September 2007 wurde bekannt, dass die Polizei im sachsen-anhaltinischen Dessau Hinweise auf Neonazi-Schießübungen in einem Wald am Rand der Stadt Wittenberg ignoriert hatte und dem Verdacht nicht nachgegangen war.
      Polizeibeamte sind ein Spiegelbild unserer Gesellschaft und demnach keineswegs immune gegen rechtsextremes Gedankengut. Offenbaren sich rechtsextreme Einstellungen jedoch in rechtsextremer Aktivität, müssen Polizisten mit disziplinar- und strafrechtlichen Maßnahmen rechnen. Dies war in der Geschichte der Bundesrepublik nicht immer der Fall. Ganz im Gegenteil. In den 50er und 60er Jahren war beim Bundeskriminalamt (BKA) eine rechtsextreme
      Vita für den Karriereverlauf nicht hinderlich, sondern von Vorteil. NS-Verbrecher, SSSchergen und rassistische Massenmörder hatten bei der Behörde weitgehend das Sagen. 56 Jahre nach Gründung des BKA werden nun unter der Präsidentschaft von Jörg Ziercke erstmals nach Jahrzehnten des Schweigens die braunen Fundamente der Wiesbadener Behörde aufgearbeitet. So gab es am 8. August in Wiesbaden ein Experten-Kolloquium unter dem Motto »Das Bundeskriminalamt diskutiert seine Geschichte«. Noch zwei Jahre zuvor hatte der damalige Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) erklären lassen, es bedürfe keiner solchen Studie. Zu dem Thema, so Schily, gebe es bereits »umfassende historische Untersuchungen.
      «. Maßgeblich dazu beigetragen, dass sich das BKA seiner Vergangenheit stellt, hat der ehemalige BKA-Kriminaldirektor Dieter Schenk. Schenk hat sich seit Jahren kritisch mit der Geschichte der Behörde auseinandergesetzt und hierbei akribisch Pionierarbeit geleistet. 2001 veröffentlichte Schenk das Standardwerk »Auf dem rechten Auge blind. Die braunen Wurzeln des BKA«. Bezeichnenderweise erhielt er bei den Recherchen dazu »nicht ein Blatt Papier aus dem Bundeskriminalamt«. ..."

      http://www.tribuene-verlag.de/TRI_Maegerle.pdf

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  10. Nazi- und Ex-Nazi-Präsidenten von Interpol:
    Steinhausl, Heydrich, Kaltenbrunner, Dickopf

    (vgl. oben Paul Dickopf, "Charlottenburger" im BKA)

    Aus
    Interpol Exposed, 1991 (engl.)
    einer Interpol-kritischen Webseite, die offenbar stark tendenziös und daher mit Vorsicht zu genießen ist; sie enthält jedoch eine Reihe nachprüfbarer Angaben, z.B. wer wann Präsident von Interpol war.
    Vgl. auch Wikipedia-Einträge zu Interpol

    “At 8am on March 12th, 1938, Nazi Germany invaded Austria. By 12 noon on the same day, Heinrich Himmler had removed the President of Interpol, Dr Michael Skubl, and replaced him Otto Steinhausl. Steinhausl who had just been released from prison in Austria by Himmler, was now head of the Austrian Police and the new Interpol President. The cover of Interpol's publication, The International Criminal Police Review (July 10, 1040 issue) shows Steinhausl in his full uniform as a Gestapo Colonel. During the war, Interpol aided the Nazis to round up Jews and Gypsies, who were then sent to camps. Interpol's files were used extensively by the Nazis to maintain extensive dossiers on thousands of individuals. …
    From 1940 through to his assassination in 1942, the president of Interpol was Reinhard Heydrich, known as "The Hangman". He was found responsible for some of the worst atrocities of WWII. Heydrich was followed by Ernst Kaltenbrunner, another Nazi fanatic who showed an inhuman pleasure in visiting death camps to view various methods of killing and torture. After the fall of the Nazi regime, Interpol's president, Kaltenbrunner, was hanged for war crimes in 1946. In late 1946, representatives from at least 16 nations gathered in Belgium for Interpol's first post-war meeting, in an attempt to reconstruct the organisation. Of the five officials who called the meeting, at least three had collaborated with the Nazis during the war.
    According to researchers from the National Commission on Law Enforcement and Social Justice, the Interpol President from 1968-1972, Paul Dickopf, had been a member of the Nazi SS during the war. His personnel file contained his SS number (337259) and other documentation. When confronted with this in 1974, Interpol denied the story outright. In 1975 however, Interpol subsequently changed its story, claiming Dickopf's membership was involuntary. There was no such thing as involuntary membership of the SS, as historians will verify.”

    http://www.scribd.com/doc/157165806/204-InterpolExposed

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    1. Präsidenten von Interpol 1938 bis 1972 (rückwärts chronologisch)
      Von der Interpol-Webseite

      1968-1972 Paul Dickopf FRG
      1964-1968 Firmin Franssen Belgium
      1963-1964 Fjalar Jarva Finland
      1960-1963 Sir Richard L. Jackson United Kingdom
      1956-1960 Agostinho Lourenco Portugal
      1946-1956 Florent Louwage Belgium
      NA
      1943-1945 Ernst Kaltenbrunner Austria
      NA
      1942-1943 Arthur Nebe Germany
      1940-1942 Reinhard Heydrich Germany
      NA
      1938-1940 Otto Steinhäusl Austria

      http://www.interpol.int/About-INTERPOL/Structure-and-governance/President

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    2. Gab es moeglicherweise auch bei den nicht-deutschen, nicht-oesterreichischen Interpol-Praesidenten der Nachkriegszeit Kontinuitaeten der faschistischen Ideologie?

      Wer war denn zum Beispiel Aghostino Lourenco?
      Viel ist mit Internet-Suche nicht ueber ihn zu finden. Aus einem Nachruf von 1964 geht hervor, dass er Chef der portugiesischen “Sicherheits- und Einwanderungspolizei” war.

      Aus "Toledo Blade":
      "Lisbon, August 3 [1964]
      Capt. Aghostino Lourenco, former head of Interpol and founder and first head of Portugal’s security and immigration police died Saturday at 77."

      http://news.google.com/newspapers?nid=1350&dat=19640802&id=MzsxAAAAIBAJ&sjid=VgEEAAAAIBAJ&pg=5006,6536715

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    3. Aghostino Lourenco muss ein Vertrauter des Diktators Salazar gewesen sein ...

      "António de Oliveira Salazar … (28 April 1889 – 27 July 1970) … served as the Prime Minister of Portugal from 1932 to 1968. His Council of Ministers briefly served as acting President of the Republic in 1951; he was never President of the Republic, but was the virtual dictator of the country in the manner of Franco and Mussolini. He founded and led the Estado Novo (New State), the authoritarian, right-wing government that presided over and controlled Portugal from 1932 to 1974. In 1940, Life called Salazar "the greatest Portuguese since Prince Henry the Navigator".
      Opposed to communism, socialism, anarchism and liberalism, Salazar's rule was corporatist, conservative, and nationalistic in nature. Its policy envisaged the perpetuation of Portugal as a pluricontinental nation under the doctrine of lusotropicalism, with Angola, Mozambique, and other Portuguese territories as extensions of Portugal itself, with Portugal being a source of civilization and stability to the overseas societies in the African and Asian possessions.
      Portuguese India was lost following Indian invasion in 1961, prompting the international community to start opposing Salazar's colonial politics as well as initiating a lengthy struggle for the control of the colonies, involving hundreds of thousands of Portuguese soldiers, which ended only in 1975.
      At home, Salazar's government and its secret police PIDE repressed civil liberties and political freedoms in order to remain in control of Portugal, including the 1965 PIDE shooting of Humberto Delgado, declared winner by the opposition in the 1958 presidential election, while Delgado and his secretary tried to illegally enter Portuguese territory from Spain. The political suppression, although less bloody than the aftermath of the Spanish Civil War and over-all state repression in neighboring Francoist Spain, resulted in widespread migration, border control and isolation, although the regime co-founded the United Nations and NATO as well as other international organizations. Control of the economy, of citizens and of colonial policy were only cosmetically relaxed until the left-wing Carnation Revolution in 1974. The latter led to attempts to introduce democratic socialism and eventually allowed for the restoration of a full parliamentary democracy.[5]
      Despite the repressive character of his rule and controversial colonial policy, Salazar remains thoroughly popular among a right-wing section of the Portuguese public. In March 2007, Salazar was elected the "Greatest Portuguese Ever" on the RTP1 TV show, Os Grandes Portugueses[6] as well as "Worst Portuguese Ever" on a parody tv show from rival channel SIC Notícias."

      http://en.wikipedia.org/wiki/Ant%C3%B3nio_de_Oliveira_Salazar

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    4. Lourenço, der Undurchsichtige – Chef der portugiesischen Geheimpolizei PIDE unter Salazar

      Aus
      Histórias dos Nossos Tempos
      15 outubro 2009
      Agostinho Lourenço

      "... Exonerado a seu pedido de Comandante de Divisão da PSP de Lisboa, em 1931, torna-se director da Polícia Internacional e, dois anos depois, da PVDE. Durante a II Guerra, garante uma imagem de neutralidade (ainda que por vezes lhe sejam imputadas simpatias anglófilas). Após a extinção da PVDE, continua a assegurar a direcção do organismo que a substituiu - a PIDE -, cargo que manteve até finais dos anos 50.
      Esteve, assim, à frente dos destinos das polícias políticas do Estado Novo - Polícia Internacional, PVDE e PIDE - durante mais de vinte anos.
      De um relatório dos serviços de espionagem ingleses de 16 de Julho de 1941 sobre alguns responsáveis da PVDE extrai-se o seguinte sobre Agostinho Lourenço:
      O Capitão Lourenço dirige-se sempre aos seus subalternos como Director. É uma pessoa particularmente activa e disciplinadora. As decisões importantes não são tomadas pelo staff sem obterem a sua aprovação e consentimento. Chefia os serviços com mão de ferro. O Capitão Lourenço é amigo pessoal do Presidente do Conselho. Quando Salazar chegou ao poder, pediu a Lourenço para chefiar a PVDE.
      Ele concordou, na condição de poder actuar sem interferências de qualquer espécie, Salazar acedeu. (...) Creio que Lourenço é um homem sem preconceitos, indiferente a rumores. É uma pessoa de princípios (...)
      No entanto, os serviços secretos suspeitam que Agostinho Lourenço tenha sido comprado pelo serviço de informação alemão, provavelmente terá recebido mil contos (meio milhão de euros, hoje). Agostinho Lourenço acredita na invencibilidade dos alemães e possui aquilo que considera mais importante: poder e autoridade.
      Os Britânicos equacionam também a "compra" do director, mas chegam á conclusão que a «aquisição» é improvável. Acreditam que a melhor opção é subornar os colaboradores de Lourenço. ...
      Os alemães sabem pertinentemente que o homem é doente e tratam-no agora como um criado e não como um colaborador. Cada vez mais a sua actividade é contrabando (...)
      Vendeu toneladas de alimentos á Alemanha. Os alemães enganam-no ás claras, e ao menor sinal de resistência a alguns dos seus pedidos maís incríveis, ameaçam contar tudo. É um esquema que resulta sempre porque é a coisa que ele mais teme.
      Lucrou bastante com o negócio do volfrâmio. Conseguiu comprar volfrâmio ao preço legal e vendeu-o ao ministro romeno Cadere pelo dobro. Cadere cobrou ainda mais ao governo romeno. Toda a gente sabe que ele também está metido no caso KRAIS. Sacou o seu antes de KRAIS ser descoberto (Friederich KRAIS confessou que um agente alemão transportou para Portugal acções, obrigações e dinheiro que supostamente pertenciam a Hermann Goering e que os alemães transferiram quantidades importantes de ouro e demais valores para o Banco de Portugal). Os britânicos sabem do que é capaz e quanto mais se enterrar no lodaçal pior vai ser para ele. O novo embaixador vai entregar pessoalmente a Salazar um dossier sobre as suas actividades. O dossier prova que ele é pior do que um vigarista - é um traidor.
      Salazar não demite o responsável da PVDE. No final da guerra, o Capitão Agostinho Lourenço é nomeado pelo Presidente do Conselho director da recente-criada PIDE. Só resta saber, portanto, se o dossier comprometedor foi entregue a Salazar...
      Agostinho Lourenço morre em 1964."

      http://historia-dos-tempos.blogspot.com/2009/10/agostinho-lourenco.html

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    5. Die PIDE-Zentrale war als "Folterhaus" bekannt. Die beruechtigte Geheimpolizei PIDE diente waehrend des Salazar-Regimes der Unterdrueckung der politischen Opposition.

      Aus

      BBC News | EUROPE | Lisbon's 'torture' house project sparks row
      17 May 2002
      By Alison Roberts

      "The former headquarters of Portugal's once notorious secret police, the PIDE, which for years rang with the screams of prisoners under torture, is to be transformed into a luxury condominium.
      A proposal has been lodged with Lisbon council for the redevelopment of the four-storey building in the city's fashionable Chiado district, which has stood empty since the PIDE was disbanded after the 1974 Revolution.
      If the plan goes ahead, rooms that under the Salazar dictatorship saw the brutal interrogation of political prisoners - many of whom died there - will be occupied by well-heeled city dwellers.
      The proposal has triggered outrage among veteran opponents of fascism. ...
      What angers them most is the suggestion that the developer has no plans to identify the building nor commemorate those held there, and that the council has failed to insist on this.
      Veteran Communist Party leader Alvaro Cunhal, who spent years in prison under the dictatorship, and former army captain Vasco Lourenco, who took part in the 1974 military coup that brought it down, have both described the situation as "absolutely unacceptable".
      At present, the building's facade bears a plaque in memory of four men shot dead by PIDE officers holed up in the building on 25 August 1974, when the dictatorship fell and unarmed crowds massed outside.
      Others were injured in the shootings, which constituted the only major instance of bloodletting in the so-called Carnation Revolution, because civilians crammed flowers in the barrels of the soldiers' guns.
      "It's impossible to walk past the place without shivering," said Maria Delgado, who works nearby of the neglected PIDE building. ..."

      http://news.bbc.co.uk/2/hi/europe/1994160.stm

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  11. Absolvent der SS-Junkerschule Braunschweig "graue Eminenz der deutsch-österreichischen Neonazi-Szene"

    Von der Webseite
    http://braunzonebw.blogsport.de/category/ex-militaers/

    Waffen-SS-Ikone der Neonazis verstorben
    11. Juli 2011

    Herbert Schweiger aus Mürzzurchlag in der Steiermark (Österreich) ist am 5. Juli im Alter von 87 Jahren verstorben. Schweiger galt nach dem „Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes“ als „die graue Eminenz der deutsch-österreichischen Neonazi-Szene“. Schweiger, Jahrgang 1924, meldete sich als 17jähriger 1941 freiwillig zur Waffen-SS. Dort diente er als Untersturmführer bei den Pionieren in der „Leibstandarte-SS Adolf Hitler”und war auf der SS-Junkerschule Braunschweig.
    Im Jahr 1953 war er der steirische Landesobmann des „Verbandes der Unabhängigen“ (VdU), dem Vorgänger der FPÖ. 1956 trat er als Spitzenkandidat der Nachfolgepartei FPÖ in Graz an, später gründete er die Landesorganisation Steiermark der neonazistischen „Nationaldemokratischen Partei“ (NDP). Anfang der
    1960er Jahre unterstützte er aktiv den Bombenterror in Südtirol.
    Er stand in Kontakte mit diversen neonazistischen Organisationen und war langjähriger Funktionär des „Deutschen Kulturwerk Europäischen Geistes“.
    Viermal wurde Schweiger in Österreich wegen des Verstoßes gegen das
    NS-Wiederbetätigungsgesetz inhaftiert.
    Schweiger war Vorsitzender des extrem rechten Verein „Deutsch Russische Friedensbewegung Europäischen Geistes“. Seine Motivation für die Gründung dieses Vereines erläutert er in dem NPD- Hausblatt „Deutsche Stimme“ vor zwei Jahren als er sagte:
    "Geopolitisch betrachtet kann uns nur eine Partnerschaft mit Russland vor einer demographischen Überflutung durch die anschwellenden Bevölkerungsmassen Asiens und Afrikas retten."
    Aus dem März 2009 ist folgendes Zitat von Schweiger überliefert:
    "Der Jude von der Wall Street ist verantwortlich für die derzeitige Weltwirtschafts-krise. Es ist heute dasselbe wie 1929, als 90 Prozent des Geldes in der Hand des Juden war. Hitler hatte damals die richtigen Lösungen."

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  12. Alt-Rehse: Nicht nur deutsche Lehrgangsteilnehmer

    The 'Führerschule' in Alt Rehse: A character school...
    PubMed - NCBI
    US National Library of Medicine National Institutes of Health
    Vesalius. 2011 Dec;17(2):68-79.

    The 'Führerschule' in Alt Rehse: A character school for the physicians of
    National Socialist Germany.
    Hansson N, Maiboum T, Nilsson PM.

    Source
    Unit for the History of Medicine, Faculty of Medicine, Lund University, Sweden.

    Abstract
    This contribution traces the international contacts and impact of the leader
    school for German doctors ('Führerschule der deutschen Arzteschaft') in Alt Rehse 1935-1943 through studies of a visitors' book and of biographies.We suggest that the 'Föhrerschule', an institution providing political and ideological education for health professionals, interested non-German physicians to a larger extent than earlier described. This paper also highlights a few examples of non-German physicians who, for various reasons, visited the 'Führerschule' in Alt Rehse.

    PMID: 22397146 [PubMed - indexed for MEDLINE]
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22397146

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  13. Ueber NPD Mitbegruender Adolf von Thadden (siehe Post) - aus einer Buchbeschreibung
    (siehe auch auf diesem Blog Druffel Verlag; Verbindung zu Patrik Brinkmann von Druffel-Egloffstein)

    Thadden, Adolf von
    DIE ERBSCHAFT DER GIGANTEN. Adolf Hitler und Josef Stalin. Weltbeweger - Partner - Antagonisten. M.e.Vorw.d.Verlages.
    Leoni am Starnberger See, Druffel 1976.

    Adolf von Thadden (* 1921 auf Gut Trieglaff in Pommern; + 1996 in Bad Oeynhausen), deutscher Politiker verschiedener ultrakonservativer, rechter und rechtsextremer Parteien.Er entstammte einem alten pommerschen Adelsgeschlecht und war der Sohn des mehrfachen Gutsbesitzers Adolf von Thadden (1858-1932). [Aus der Familie von Thadden entstammten viele in der Öffentlichkeit tätige Persönlichkeiten. Am bekanntesten sind von Thaddens Halbschwester Elisabeth von Thadden, die 1944 wegen ihrer Ablehnung des Nazi-Regimes in Berlin-Plötzensee hingerichtet wurde, sein Halbbruder Reinold von Thadden, der Gründer des Deutschen Evangelischen Kirchentages, sowie sein Neffe, der Historiker Rudolf von Thadden.].1939 trat er in die NSDAP ein. Seit 1947 war er dann Mitglied der (konservativen) Deutschen Rechtspartei (DKP-DRP), die 1950 durch Fusion mit der Nationaldemokratischen Partei in der Deutschen Reichspartei aufging. 1961 wird er dann Vorsitzender der Deutschen Reichspartei (DRP).1964 gründete er gemeinsam mit Fritz Thielen (Deutsche Partei), Wilhelm Gutmann (GDP), Heinrich Fassbender (DNVP) und anderen die NPD. 1967 wird er zum Bundesvorsitzenden der NPD gewählt. (1969 scheitert er mit der NPD knapp am Einzug in den Deutschen Bundestag). 1971 tritt er als Vorsitzender der NPD zurück. 1975 verlässt er die NPD aus Verärgerung über die Wahl von Gerhard Frey in den Bundesvorstand der NPD. Nach seinem Tod wurde bekannt, daß er Informant für den britischen Geheimdienst MI6 war.; Durch Register erschlossen.

    http://www.zvab.com/buch-suchen/titel/die-erbschaft-der-giganten/autor/adolf-von

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    1. Ein Widerstandkaempfer-Gen meinte Henryk Broder bei Klaus von Dohnanyi auszumachen, dem Verteidiger Thilo Sarrazins im Parteiausschluss-Verfahren. Sollte man nach dieser Logik ein solches Gen auch dem NPD-Mitbegruender Adolf von Thadden zusprechen, dessen Halbschwester Elisabeth als Widerstandskaempferin hingerichtet wurde?

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    2. Die Mutter der Widerstandkaempferin Elisabeth von Thadden war die frueh verstorbene Ehrengard geb. von Gerlach; die Mutter ihres juengeren Halbbruders Adolf von Thadden war Barbara geb. Blank. Hatte jetzt Ehrengard die Widerstands- und Barbara die Nazi-Gene? So wuerden Hobby-Genetiker wie Henryk Broder und Thilo Sarrazin wohl argumentieren: Nazi-Gene und Widerstandskaempfer-Gene seien wie Bohnenfarben-Gene nach den "Mendel'schen Gesetzen".

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    3. Solche Argumente haben wir Mitte der 1960er Jahre noch im Deutsch-Unterricht gelernt; z.B. als das Gedicht vom Herrn "Ribbeck auf Ribbeck im Havelland" besprochen wurde. - Wie konnte es sein dass der alte Herr von Ribbeck grosszuegig war und sein Sohn geizig? Die von der Lehrerin erwartete Antwort: Das Geiz-Gen muesse von der Mutter gekommen sein.

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    4. Adolf von Thadden und seine angebliche Beziehung zum britischen Geheimdienst M16

      RootsWeb
      From: "gerry"
      Subject: Re: [BANAT-L] Bluebeard
      Date: Fri, 6 Sep 2002

      Hi, since 'Nazis' 'CryptoNazis' & "Neo Nazi's " seems to be part of the topic ,I thought I would throw in this item which was recently in the news. [...] Anita

      copy:Most Notorious German Postwar Neo-Nazi Was MI6 Agent
      By John Hooper in Berlin The Guardian 8-15-2

      Germany's most notorious postwar neo-Nazi party was led by an intelligence agent working for the British, according to both published and unpublished German sources.
      The alleged agent - the late Adolf von Thadden - came closer than anyone to giving the far-right real influence over postwar German politics. Under his leadership, the National Democratic party (NPD) made a string of impressive showings in regional elections in the late 60s, and there were widespread fears that it would gain representation in the federal parliament.
      Yet, according to a report earlier this year in the Cologne daily, the Klner Stadt-Anzeiger, the man dubbed "the New Fhrer" was working for British intelligence throughout the four years he led the NPD, from 1967 to 1971.
      However, a former senior officer in German intelligence told the Guardian this week that he had been informed of a much longer-standing link between Von Thadden and British intelligence. His recollection raises the question of whether the German far-right-winger was under the sway of M16 when he and others founded the NPD in 1964.
      Dr Hans Josef Horchem, who was the head of the Hamburg office of the Verfassungsschutz - the West German security service - from 1969 to 1981, said he received regular visits from British intelligence liaison officers.
      "We held general discussions on security. At one of these - I think it was towards the end of the 70s- they said, 'Adolf von Thadden was in contact with us', and that that was in the 1950s". Mr Horchem did not know whether the links between the German and British intelligence had continued into the 60s and 70s.
      According to the Klner Stadt-Anzeiger, whose report passed virtually unnoticed when it was published, the neo-Nazi leader met his British contact at a hotel in Hamburg.
      Germany's government is currently trying to ban the NPD on the basis that its policies violate the constitution. But the government's case is in danger of collapse after the disclosure that some senior NPD members were agents of the Verfassungsschutz. This has sparked debate about the extent to which counter-intelligence officers were sustaining the far right in their efforts to monitor it. Similar issues arise in Von Thadden's case.
      The question also arises of whether MI6 was seeking help from the neo-Nazi movement when far-left militancy was sweeping Europe after the uprising of May 1968 in Paris.
      Von Thadden left the NPD in 1975, and died at the age of 75 in 1996.
      His younger sister, Barbara Fox von Thadden, said she had had no reason to suspect her brother worked for British intelligence. But she added that they had very different political views and steered away from political discussion.
      They had an English grandmother, and Ms Fox von Thadden said her brother "did like coming to Britain, and did like Britain very much".

      http://www.guardian.co.uk/Archive/Article/0,4273,4480651,00.html

      http://archiver.rootsweb.ancestry.com/th/read/BANAT/2002-09/1031287875

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    5. "My mother Anna Barbara Blank came from Hannover and her mother was English and came from Newcastle"

      - aus einem langen Gespraech der BBC mit Barbara Fox von Thadden (Schwester von Adolf von Thadden; Halbschwester von Elisabeth von Thadden); sehr lesenswert.

      The von Thadden Family in Pomerania; Part 1-10;

      http://www.bbc.co.uk/history/ww2peopleswar/stories/31/a8676831.shtml
      (und folgende)

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  14. "Erziehung zur Unmenschlichkeit"

    Buch über die Reichsschule der NSDAP in Feldafing (Zeitzeugen-Bericht)

    Aus
    DER SPIEGEL 10.09.1958
    Der Trick

    Im Jahre 1937 empfing der Vater des damals 12jährigen Knaben Günter Wagner in Braunschweig einen Brief vom Rektor der Volksschule, die sein Sohn besuchte: "Wie Sie, sehr geehrter Volksgenosse, wissen, scheut unser nationalsozialistischer Staat keine Mittel und Ausgaben, wenn es um die Erziehung unserer Kinder geht, die ja in Zukunft das große Werk der völkischen und staatlichen Erneuerung Deutschlands im Sinne unserer nationalen Revolution fortzuführen haben werden."
    Der Junge, so teilte der Rektor mit, [scheine ihm ...] geeignet, zur Aufnahme in die Reichsschule der NSDAP in Feldafing bei München vorgeschlagen zu werden. [...]
    Günter Wagners Vater war [..] Werkmeister in einer Fabrik. Er nahm das Angebot an, das der Staat ihm für die Ausbildung des Sohnes machte. Zudem hatte der Blick des Rektors nicht getrogen: Arbeiterkind Günter Wagner durchlief die NS-Eliteschule mit gutem Erfolg. 1943 war er Offiziersbewerber der großdeutschen Wehrmacht und versuchte bis Kriegsende immer noch,an die Genialität seines Führers und an Wunderwaffen zu glauben, die den Endsieg herbeizwingen würden.
    In den ersten Jahren nach der Kapitulation arbeitete der NS-Musterzögling in einem Depot der englischen Besatzer, 1952 hatte er es zum Volksschullehrer gebracht. Damals begann er, einen Bericht über seine Jugendzeit zu schreiben, den der Claassen Verlag Mitte September unter dem Titel "Die Fahne ist mehr als der Tod"* herausbringen will.
    Pädagoge Wagner, dessen Buch den Untertitel "Roman einer verratenen Generation" trägt, beschreibt die "Erziehung zur Unmenschlichkeit", der er mit so nachhaltigem Erfolg unterworfen worden war. Der inzwischen 33jährige Volksschullehrer Wagner glaubt, durch sein Buch sollten sich alle belehren lassen, die meinen, daß am Nationalsozialismus "doch was dran" gewesen sei. "Die lasse ich gar nicht weiterreden", ereifert sich der Autor, "denen sage ich: 'Nehmen Sie dieses Buch, danach wollen wir weitersprechen'." Denn: "Keiner will daran erinnert werden, und darum bricht sie (die Unmenschlichkeit) immer wieder durch."
    Aus Dokumenten und Presseberichten, vornehmlich aber aus seinen Tagebuchaufzeichnungen, die er über die Katastrophe von 1945 hinwegrettete, rekonstruiert Wagner vor allem eine Grundvoraussetzung für den Erfolg der nationalsozialistischen - wie jeder anderen totalitären -Pädagogik: Die Erziehung zur Unmenschlichkeit vollzieht sich, ohne das gute Gewissen der Erzogenen zu beeinträchtigen. Der totalitäre Staat erzieht die Jugend zu traditionellen Idealen - beim NS-Staat etwa Ehre, Volk, Treue -, die er freilich für seine Zwecke korrumpiert hat. Er verlangt von der Jugend selbstlosen Dienst an den Idealen, der gern geleistet wird, ohne daß die Erzogenen von diesen Begriffen irgendwelche konkreten Vorstellungen haben. [...]
    [Das ...] mißverstandene Nietzsche-Wort "Gelobt sei, was hart macht" [rangierte] als oberste Maxime [...]. Erzieher und Jungmannen hatten den Glauben gemeinsam: "Es ist die nationalsozialistische Idee, in der durch die Genialität unseres Führers das Deutschtum seine letztgültige Ausformung erfahren hat." […]
    Da Wagner auf die Tagebücher zurückgreifen konnte, die er in der Parteischule führen mußte, kann er die Argumentation der hitlergläubigen Jugend unverfälscht und in überzeugender Breite wiedergeben.
    Dabei wird deutlich, bei wie vielen Gelegenheiten dieser Hitlerglaube zumindest der jungen Leute nicht nur auf schlichtem Unverständnis beruhte, sondern durch solches Nicht-Verstehen auch noch gestärkt wurde. Wagners Romangestalt Rolf Lüdecke zum Beispiel "holt jetzt oft, das Buch des Führers ,Mein Kampf' heraus und liest darin. Aber er muß sich anstrengen, um wirklich zu verstehen, was gemeint ist. Trotzdem - oder gerade deswegen - ist es ein 'gewaltiges Buch'!"

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    1. Der Mangel an Erfahrung wird auf der Elite-Schule mit raffinierten dialektischen Unterweisungen ausgenutzt, so daß die eingelernten Phrasen plötzlich wie Kenntnisse aussehen. "Das ist klar", eröffnet ein Erzieher - eine politische Schulungsstunde, "ein Nationalsozialist muß nicht nur schießen, er muß auch denken können. [...] Ich bin also jetzt euer Gegner. Ich behaupte: Die Juden sind auch Menschen."
      Die jungen Zöglinge haben nun die Aufgabe, ihm diese Einstellung auszureden.
      Indem sie mit Nachdruck jene Phrasen verwenden, die sie soeben erst hatten auswendig lernen müssen, verwandelt sich unbemerkt in ihrem Hirn das Unverdaut-Angelernte zu scheinbarer Kenntnis.
      Wagner glaubt, daß der fortwährende Zwang, etwas zu formulieren und in der Diskussion zu vertreten, wovon man keine Ahnung hat, die Erziehung zur Unmenschlichkeit gefördert habe. Den Zöglingen wurde zwar unbedingter Glaube an das abverlangt, was die Erzieher - und erst recht die nationalsozialistischen Führer - formulierten, doch durfte das auf diese Weise produzierte Inferioritätsgefühl gelegentlich - je nach Wunsch der Erzieher - auch in Anmaßung umschlagen, etwa bei der Scheindiskussion über die Judenfrage oder im Umgang mit jüngeren Eleven.
      Die Besten der Jungmannen wurden nämlich […] zu Truppführern befördert - zu Vorgesetzten ihrer jüngeren Kameraden.
      In dieser Position setzten sie den Zwang von oben unmittelbar nach unten fort. "Es macht ihnen Spaß", weiß Autor Wagner aus dieser Epoche seiner Jugend zu berichten, "die Kleinen durch den Schnee zu jagen, um den Platz zu hetzen, sie anzuschreien und fertigzumachen, daß sie ,in keinen Sarg mehr passen'. Rolf schiebt, wenn er seine paar Jungen'über den Platz jagt, die rechte Hand in die Uniformjacke, wie es (der Erzieher der Reichsschule) Gelb immer getan hat, und verwendet Gelbs unflätige Schimpfworte."
      An einer anderen Episode weist Wagner nach, daß es nicht eine verbrecherisch-brutale Gesinnung ist, die den Romanhelden Rolf dazu treibt, seinen früheren, verehrten Lehrer bei der Partei zu denunzieren, sondern ein für echt empfundener Gewissenskonflikt.
      "Herr Hohgiebel hat in dem sich entwickelnden Gespräch versucht, meine nationalsozialistische Weltanschauung zu erschüttern. Unter anderem nannte er den Führer einen Mörder. Ich fühle mich verpflichtet, Ihnen von diesem Vorfall Meldung zu machen." Der Erfolg: Herr Hohgiebel wird von der Gestapo verhaftet. "So geht es allen Feinden unseres Führers", kommentiert der Eliteschüler.

      Erst in der Wirklichkeit des Krieges darf Wagners Held Rolf - im Gegensatz zum Autor, der dazu länger brauchte - erkennen, daß er auf Phrasen gedrillt worden war: "Unser Tod kommt nicht mehr mit Lorbeerkränzen und Sonnenblumen. Es ist wie ein Schmelzofen. Du gehst hinein und rufst: ,Deutschland, Vaterland, wir kommen schon', und dann kichert der Tod, rülpst, bespritzt dich mit dem Hirn der Krepierten, schlägt dir ein abgerissenes Bein über den Schädel, duckt dich in ein Meer von Blut, hetzt dich durch Eis und Feuer... und wenn du wirklich herauskommst, dann kannst du gerade noch ,Scheiße' sagen."
      Dieser Krieg, glaubt Wagner heute, sei von vornherein der eigentliche Zweck seiner Ausbildung an der NS-Schule gewesen: "Das Positive war rein äußerlich." Weil er in seinem Buch aber auch das Äußerliche, etwa die Jugendförderung während der NS-Zeit, "dokumentiert" - so der Kommentar des Hamburger Claassen Verlags -, sind beim Verlag inzwischen Befürchtungen laut geworden, daß flüchtige Leser des Romans "Die Fahne ist mehr als der Tod" den falschen Eindruck bekommen könnten, Wagner habe nachträglich das Dritte Reich rechtfertigen wollen. Der Verlag plant deswegen, den Roman mit einem Streifband-Hinweis auszustatten wie etwa: "Dies ist kein Buch für Unverbesserliche!"

      * Günter Wagner: "Die Fahne ist mehr als der Tod": Claassen Verlag, Hamburg

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  15. Quellen zum Thema 'weltanschauliche Schulung' im NS

    http://www.argus.bundesarchiv.de/ns19/index.htm?kid=44F5BCBF96D842649DB75BF56C1FCCB8

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    1. Proksch, Rudolf (Reichsamtleiter im Hauptschulungsamt der ROL):
      Der Erziehungauftrag der NSDAP.
      Schulung 1. Voraussetzung für die Auslese, die zugleich Grundlage der Personalpolitik sei. Rund 100 politische leiter als Kommandanten und Lehrer an 47 Gauschulungsburgen tätig, in 803 Kreisen seien mehr als 4000 politische Leiter in der Schulung tätig. 59,2 % seien von Haus aus Lehrer gewesen. Außerdem Stab von 3000 Kreisschulungsrednern, von denen schon 1000 einen dreiwöchigen Lehrgang auf der Reichsschulungsburg in Erwitte durchliefen.

      http://homepages.uni-tuebingen.de/gerd.simon/ChrSS-Schulung.pdf

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    2. "Begabtenpruefungen fuer Kriegsteilnehmer"

      http://homepages.uni-tuebingen.de/gerd.simon/ChrSS-Schulung.pdf

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    3. o.D [vor 25.5.39? Jahresangabe unsicher] Lehrplanentwurf für einen Studenten-Lehrgang in Bernau. (für Juni geplant)
      [Offenbar zur Vorbereitung auf den Poleneinsatz]

      Themen Vortragende

      Sinn und Aufgabe des SD - Six / Ehrlinger
      Kirchen und Sekten - Hartl / Loew
      Das Judentum - Hagen
      Freimaurerei - Knochen
      Der Bolschewismus - Augsburg
      Raum, Volk u Verwaltung - Kirsch
      Innen- u Außenpolitik - Vietinghof
      Polen u Deutschland - Vietinghof
      Außerdeutsche Minderheiten in Polen - Kirsch
      Deutsche Volksgruppen in Polen - Gehrmann
      Struktur der polnischen Wirtschaft - Ritze
      Die Wirtschaft Polens in der deutschen Wirt- Seibert
      Das kulturelle Leben in Polen - Augsburg
      Polnische Presse und Propaganda - Kirsch
      Deutsche Propaganda in Polen - Kielpinski
      Die polnische Minderheit in Deutschland - Humitzsch
      Bedeutung u Behandlung neuer Minderheiten - Jacobi
      Der polnische Nachrichtendienst - Rosener
      Die Polizei in Polen - Kubosch
      Die polnische Wehrmacht - Kubosch

      Gerd Simon unter Mitwirkung von Ewa Pajak, Ike de Pay, Ulrich Schermaul und Hannah Soppa
      Chronologie Schulung und Elitebildung im 3. Reich
      Schwerpunkt: SS
      (Erstfassung: 24.5.2007; Letztfassung: 11.3.2008)

      http://homepages.uni-tuebingen.de/gerd.simon/ChrSS-Schulung.pdf

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  16. In der Berliner Polizei befanden sich reichlich Wehrmachtsangehörige, die an der Ostfront in der Partisanenbekämpfung eingesetzt waren.

    „Es gab diesen agent provocateur, Peter Urbach, der schon in der Kommune 1 wirkte. Die Polizeiführung, in Sonderheit der Berliner Innensenator Neubauer, hatte ein Interesse daran, objektive Beweise für die Gewalttätigkeit der Studenten zu finden, was lange nicht gelingen wollte. Die Studenten hatten keine Waffen, sie waren pazifistisch, bis Urbach ihnen die Molotow-Cocktails in die Hand drückte. Urbach lieferte Mahler, der als Anwalt vergeblich einen Waffenschein beantragt hatte, auch eine Knarre. So kriminalisiert man seinen Gegner, so baut man ihn auf. In der Berliner Polizei befanden sich, wiederum Forschungsergebnis [von Tilman] Fichter, reichlich Wehrmachtsangehörige, die an der Ostfront in der Partisanenbekämpfung eingesetzt waren. Die gingen nun auf die Studenten los.“

    Willi Winkler in Die Geschichte der RAF

    http://archive-org.com/page/2820007/2013-09-07/http://www.wahrheitssuche.org/studentenunruhen.html

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  17. „SSmässig ausgerichtete Vorgeschichtsforschung“:
    Abteilung für Vorgeschichte der SS-Reichsführerschule Wewelsburg

    Aus: Denkschrift über Vorgeschichte (1939); Verfasser unbekannt
    Hrsg. der kommentierten Fassung von 2006: Gerd Simon

    Text
    Vorwort / Gesamtbedeutung der Vorgeschichte

    Die Vorgeschichte ist, wie Gustav Kossinna in seinem bedeutenden Werk ausgeführt hat, eine hervorragende [!] nationale Wissenschaft. Diese besondere Kennzeichnung erhält die Vorgeschichtswissenschaft nicht allein deshalb, weil sie sich vorwiegend mit der Erforschung der frühgermanischen Kulturen beschäftigt, sondern auch weil sie hervorragend geeignet ist, die späteren Überdeckungen und Überlagerungen des Deutschen Volkslebens erkennen zu lassen und dadurch im weltanschaulichen Kampfe der Bewegung eine besondere Stütze bietet. Schon in den Anfängen der nat.soz. Bewegung wurde die Bedeutung der germanischen Vor- und Frühgeschichte für die politische und weltanschauliche Erziehung erkannt. Durch die kulturphilosophischen und kulturkritischen Schriften von Houston Stewart Chamberlain wurde bereits auf diese Fragen hingewiesen. Der Führer und Reichsleiter Alfred Rosenberg haben in verschiedenen Reden auf die Bedeutung der Vorgeschichtsforschung für das Werden eines neuen Geschichtsbildes und für die weltanschauliche und politische Erziehung in den Schulen hingewiesen. […]

    Die SS-Reichsführerschule Wewelsburg hat eine Abteilung für Vorgeschichte und ein Museum unter der Leitung des Fachvorgeschichtlers SS-O-stuf. Jordan eingerichtet. Diese SSmässig ausgerichtete Vorgeschichtsforschung der Wewelsburg will in enger Zusammenarbeit mit der Bevölkerung bei den Grabungen, Dorfgemeinschaftsabenden usw. das Verständnis für die heimatliche und deutsche Vorgeschichte erwecken und vertiefen. Die Zusammenarbeit begann am 23. uns 24.10.1938 auf der Wewelsburg bei einer Gemeinschaftstagung der Fachstellen Vorgeschichte, Geschichte und Volkskunde des westfälischen Heimatbundes mit der SS-Reichsführerschule.
    An der wissenschaftlichen Aufhellung der Probleme der Vorgeschichte arbeitet im westfälischen Gebiet auch die Pflegestelle für Germanenkunde in Detmold, die dem "Ahnenerbe" des RFSS unterstellt ist. Sie führt die von Prof. Teudt begonnene Vorgeschichtsforschung in Lippe weiter. Der derzeitige Leiter der Detmolder Pflegestelle ist der Germanist und Volkskundler Dr. Bruno Schweizer. Die Pflegestätte für Germanenkunde wird in Kürze in ein neues Gebäude an den Externsteinen übersiedeln. Es ist ein grosser Ausbau der Arbeiten der Pflegestätte wie des Ahnenerbes überhaupt geplant, darunter die vorgeschichtliche Landesaufnahme des lippischen Gebietes in der Art, wie sie z. Zt. bereits in Schleswig-Holstein durchgeführt wird. […]

    http://homepages.uni-tuebingen.de/gerd.simon/DSVorgesch.pdf

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    1. Gustaf Kossinna (Kossina) (* .. 1858 in Tilsit; † .. 1931 in Berlin) war Philologe und Professor der deutschen Archäologie an der Universität Berlin. Er war seinerzeit neben Carl Schuchhardt der bedeutendste Prähistoriker und Schöpfer der so genannten Siedlungsarchäologischen Methode. Kossinna gilt als „ein Wegbereiter der nationalsozialistischen Ideologie“. […]
      Kossina war Mitglied der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte. Außerdem gehörte er verschiedenen völkischen und antisemitischen Gruppierungen an. So war er Vorstandsmitglied des Alldeutschen Verbandes. 1928 wurde er öffentlicher Förderer und Mitgründer der Nationalsozialistischen Gesellschaft für deutsche Kultur. Er war auch Mitglied im „rassekundlichen“ Nordischen Ring, der die These vertrat, dass die Germanen die Elite der Weltkultur seien. [...]

      Im Ergebnis gilt die siedlungsarchäologische Methode, wie sie von Kossinna vertreten wurde, heute als überholt. Allerdings sind ähnliche methodische Ansätze auch anderswo (etwa in den USA oder Italien) entwickelt worden und spielen außerhalb Deutschlands bis heute eine wesentliche Rolle; dabei wurde jedoch das Konzept der "ethnischen Identität" archäologisch nachweisbarer Gruppen intensiv reflektiert und problematisiert. Es kann für das Verständnis prähistorischer Perioden nur eingeschränkt und jedenfalls nicht im modernen Verständnis angewendet werden. [...]
      Kossinna war der Herausgeber von Mannus (Zeitschrift) (1909–1942) und Begründer der Mannus-Bibliothek.

      http://de.wikipedia.org/wiki/Gustaf_Kossinna

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    2. Das "ethnische Paradigma"

      Nationalstaatliche Vorstellungen und Realitäten prägten die Archäologie des späten 19. und des 20. Jahrhunderts. Daraus erklärt sich die Popularität des Konzepts der "archäologischen Kultur", v. a. aber dessen Interpretation als Hinterlassenschaften eines "Volkes". Eine solche Sicht setzt - modern gesprochen - die Kongruenz und Synchronität von Ethnos, Kultur, Sprache und Rasse voraus, was sich als "ethnisches Paradigma" bezeichnen last. [...]
      Es bleibt immer eine Frage der Bewertung, ob man Kontinuitäten oder Diskontinuitäten, Wanderungen oder Austausch annimmt. [...]
      Dennoch galt lange Zeit diese "ethnische Interpretation" als "höchstes Ziel" der Archäologie, die ohne diese Fragestellung keine historische Wissenschaft mehr sei. [...]
      [...] homogene Einwanderergruppen [...] als Konstrukt archäologischer Forschung [...]

      http://www.schreiben10.com/referate/noi/Archaologie/das-ethnische-paradi2113234716.php

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    3. Das "ethnische Paradigma", im Englischen "cultural-ethnic paradigm" in der Archäologie: Umstritten, aber lebendig.

      Einige Google-Funde:

      Theory in Archaeology: A World Perspective
      https://books.google.com/books?isbn=113484347X
      Peter J. Ucko - 2005 - ‎Social Science
      ARCHAEOLOGY IN RUSSIA TODAY As Lebedev (1992:431) notes, the ... retreat to the leading pre-revolutionary cultural-ethnic paradigm (Lebedev 1992:431).

      « SLAVIC REVIEW » - Stratum Plus
      www.e-anthropology.com/English/Reviews/SLAVIC+REVIEW.aspx
      This volume consists of fifteen articles written by prominent archaeologists and linguists ... Not less important, the "cultural-ethnic paradigm" remains the main ...

      Handbook of Postcolonial Archaeology
      https://books.google.com/books?isbn=1598746987
      Jane Lydon, ‎Uzma Z Rizvi - 2010 - ‎Social Science
      Another feature of Soviet archaeology of the 1920s and 1930s was its deep skepticism ... This coincided with a tacit rehabilitation of the cultural-ethnic paradigm.

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    4. Als Autor der o.g. "Denkschrift über Vorgeschichte" (1939) vermutet der Kommentator den Archäologen Peter Paulsen.

      Aus Wikipedia zu Peter Paulsen:

      In Kiel war er als Archäologe tätig und führte Forschungsreisen durch fast alle Staaten Europas und den vordern Orient durch. Sein Forschungsziel war die Dokumentation von germanischer Expansion.[1]
      Paulsen, schon seit 1928 Mitglied der NSDAP, [2], trat auch frühzeitig der SS bei. 1937 verließ Paulsen die Universität Kiel und wurde im Oktober bei der SS als SS-Untersturmführer im Rasse- und Siedlungshauptamt angestellt.[3] Von da aus schaffte er 1939 die Aufnahme in den Persönlichen Stab Reichsführers SS und war ab 1. Januar 1939 Mitglied der Organisation SS-Ahnenerbe tätig. Die Unterstützung des Rasse- und Siedlungshauptamt des SS, ermöglichte ihm eine parallele Tätigkeit an der Universität in Berlin. Am 1. Januar 1938 wurde er Dozent für Vorgeschichte an der Philosophischen Fakultät und erhielt am 10. Januar 1939 eine außerplanmäßige Professur.[4]
      Während des Zweiten Weltkrieges hatte er auch Lehraufträge über Vor- und Frühgeschichte in Rostock (1939–1941) und Königsberg (1941–1943). Hauptsächlich war Paulsen für das Ahnenerbe tätig. Paulsen schlug nach Beginn des Überfalls auf Polen den Einsatz von Sonderkommandos zum Schutz vorgeschichtlicher Denkmäler in Polen vor. Die SS-Leitung akzeptierte den Vorschlag, so dass Paulsen ab Anfang Oktober 1939 das sogenannte Sonderkommando Paulsen des Reichssicherheitshauptamts leitete, das im deutsch besetzten Polen „germanische“ Kulturgüter sicherzustellen und in das Deutsche Reich zu verbringen hatte. Neben Sammlungen aus den Bibliotheken u.a. in Warschau und Krakau raubte das Sonderkommando Paulsen auch den Veit-Stoß-Altar aus der Krakauer Marienkirche. Das Sonderkommando Paulsen hielt sich im Dezember 1939 letztmals im Generalgouvernement auf.[5]
      Nachdem Paulsen 1941 zum SS-Hauptsturmführer aufgestiegen war, dozierte er ab Frühjahr 1943 an der SS-Junkerschule in Bad Tölz und leitete ab 1944 die Germanische Führerschule in Hildesheim.[6]
      Nach Kriegsende arbeitete er zunächst als Lehrer, ab 1958 bei der Wissenschaftlichen Forschungsgesellschaft Syriens, ehe er 1961 Konservator für das Frühe Mittelalter am Württembergischen Landesmuseum Stuttgart wurde. [..]

      http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Paulsen_(Arch%C3%A4ologe)

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    5. Die deutsche Vorgeschichte eine hervorragend nationale Wissenschaft
      KOSSINA Gustav
      Curt Kabitzsch Verlag, Leipzig (1936)

      (angeboten ueber Abebooks)

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    6. Die von Kossina gegruendete Zeitschrift "Mannus" gab es noch in den 70er Jahren.

      Mannus - Deutsche Zeitschrift für Vor- und Frühgeschichte - 42. Jahrgang 1976 - Heft 2 = Festgabe für Ernst Burgstaller I
      Korell, Dieter (Hrsg.)
      Mannus-Verlag, Bonn (1976)

      (angeboten ueber Abebooks)

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    7. «Propaganda-Archäologie»

      Aus Wikipedia
      Mannus (Zeitschrift)

      Die Zeitschrift Mannus nannte sich im Untertitel Zeitschrift für Vorgeschichte (Ab dem 26. Band, 1934, nannte sie sich im Untertitel „Zeitschrift für Deutsche Vorgeschichte“). Sie wurde herausgegeben von Gustaf Kossinna und der von ihm gegründeten Deutschen Gesellschaft für Vorgeschichte (später: Gesellschaft für Deutsche Vorgeschichte, Reichsbund für Deutsche Vorgeschichte). Der erste Band erschien 1909, der vorerst letzte 34. Band 1942. Erscheinungsort war zunächst Würzburg, ab Band 9 Leipzig. Neben den 34 Hauptbänden veröffentlichte man in den Jahren 1910 bis 1930 acht Ergänzungsbände.

      Mitherausgeber wurde später der Greifswalder Professor Carl Engel, Mitglied im SS-Ahnenerbe. Mannus war eine der wichtigsten deutschen archäologischen Zeitschriften dieser Zeit. Aufgrund ihres an Kossinnas Ansichten orientierten Inhalts ist sie bis heute heftig umstritten. Kossinna gilt als „Wegbereiter der nationalsozialistischen «Propaganda-Archäologie»“.[1] Nicht wenigen Beiträgen wird die Wissenschaftlichkeit abgesprochen.

      Von 1969 bis 1994 erschien im rechtsextremen Verlag Peter Wegener Mannus erneut als Zeitschrift der unter der Ägide von Bolko von Richthofen neu gegründeten Gesellschaft für Vor- und Frühgeschichte

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    8. Aus Wikipedia
      Bolko von Richthofen

      Bolko Karl Ernst Gotthard Freiherr von Richthofen (* … 1899 in Mertschütz, Landkreis Liegnitz, Schlesien; † … 1983 in Seehausen am Staffelsee) war ein deutscher Prähistoriker aus dem Adelsgeschlecht der Richthofens. […]
      Bolko von Richthofen trat am 17. April 1933 der NSDAP bei […], wurde aber schon vor diesem Datum von einem Fachkollegen gegenüber Joseph Goebbels als „begeisterter Nationalsozialist“ bezeichnet.[3] Schon in seiner Hamburger Zeit vor 1933 war er ehrenamtlicher Dozent an der dortigen nationalsozialistischen Volkshochschule gewesen und engagierte sich ab 1932 im nationalsozialistischen Kampfbund für deutsche Kultur. Im Reichsbund für Deutsche Vorgeschichte war Richthofen Landesleiter, in der Berufsvereinigung Deutscher Vorgeschichtsforscher ab 1933 Leiter. In der NS-Zeit verfasste von Richthofen eine Reihe von Schriften mit antislawischer Stoßrichtung. Zwischen 1937 und 1939 wurde er Mitglied im Ahnenerbe.[4] Als enger Bekannter von Hermann Göring, war Richthofen in Raub von Kunst, die sich in jüdischen Besitz befand, verwickelt.[5] Noch im Oktober 1944 publizierte er in Walter Franks Reihe Forschungen zur Judenfrage einen Beitrag unter dem Titel: „Judentum und bolschewistische „Kulturpolitik“.“[…]
      Richthofen arbeitete für die Abteilung Fremde Heere Ost.[8] Im Auftrag des Auswärtigen Amtes vernichtete Richthofen während des Russlandfeldzuges die Bibliothek der Nowgoroder Altertums-Gesellschaft sowie das Museum in Staraja Russa. […]
      Nach dem Krieg […] erhielt [er …] Forschungsaufträge durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, das Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte und das Außenministerium.
      Von 1945 bis 1972 war er Mitglied der CSU. 1962 gründete Richthofen zusammen mit Gerhard Frey und Erwin Arlt die rechtsextreme Aktion Oder-Neiße.[10] 1963 erhielt er das deutsche Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.[11]
      Ab 1966 saß Richthofen im Kuratorium der Grotiusstiftung zur Verbreitung des Völkerrechts. 1968 wurde er, unter internem Protest, in die Deutschland-Stiftung aufgenommen, vor der Bundestagswahl 1972 aufgrund seines Einsatzes für die NPD aber wieder ausgeschlossen.[12]
      1969 wurde er Präsident der Gesellschaft für Vor- und Frühgeschichte (Bonn). Außerdem engagierte er sich in den Vertriebenenverbänden und veröffentlichte antipolnische, revanchistische Literatur. 1970 gründete er zusammen mit Herbert Böhme und Fritz Münch die rechtsextreme Deutsche Bürgergemeinschaft. […]

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    9. Das Germanenherz schlägt für Thilo Sarrazin

      Zitate aus
      Germanenherz
      Blog-Eintraege 2014/ 2015

      Verbinde dich mit Odin, Thor, Thyr, Freya mit allen deinen Vorfahren und deren Göttern.

      Mache dich auf und folge dem Ruf der Runen

      Wir sind inmitten eines kulturellen Bewusstseins der Selbstaufgabe und des ewigen Schuldkult

      ***Es ist an der Zeit, dass Odin zurückkommt***
      Vom Hohen Norden wird er kommen mit seinen Streitwagen, und seine Macht wird unbezwingbar sein. Eine Schar Aufrechter wird um Ihn sein, ihnen wird er das Licht geben, und sie werden der Welt leuchten, Und die Stunde des Lichtes wird heimkehren über die Erdenwelt.

      Deutsch und frei, so woll´n wir leben, woll´n aus der Knechtschaft uns befrei´n, woll´n trotzig , mutig uns erheben und wieder Herr, statt Sklave sein!

      Woll´n frei sein vom Besatzerjoch und von den Ketten der EU, wollen unter uns sein, in dem Land, das uns gehört und bleiben soll, für alle Zeiten Gott zum Dank, der einst auch uns als Volk erschuf!

      Wir wollen freie Deutsche sein, ganz ohne Genderwahn und Gift, das man uns tut nicht nur ins Essen, nein auch die Luft ist schon verpestet

      Ein freies deutsches Vaterland mit einem einz´gen ,deutschen Volk, das sich vergrößert und vermehret, das ist es,was hier werden soll !

      Ich sing euch von alten Tagen, von einem vergangenen Volk.

      Die Seele des Volkes umnachtet..weil es seine Götter verlor!

      ODIN! Hörst du die Kinder des Nordens nicht schreien? ODIN! Wann wirst du uns aus der Knechtschaft befreien? ODIN! Hörst du die Kinder des Nordens nicht schreien? ODIN! Wann wirst du uns aus der Knechtschaft befreien?

      Odin, der Allvater, Sohn des Burr und der Riesin Bestla. Zusammen mit seinen Brüdern Hönir und Lodur schuf Odin das erste Menschenpaar, Askr und Embla und gab ihnen die Seele.

      Lobby-Hauptprogramm-Punkt: Vernichtung der arischen Rasse
      Juden nehmen die führende Rolle im multikulturellen Transformationskampf zur Abschaffung der weißen Rasse in Europa ein.

      Aber damit nicht genug, der Hauptpunkt ihres Höllenprogramms gipfelt in dem Ziel der Vernichtung der arischen Rasse. Erinnern wir uns noch an die Attacken des Zentralrats der Juden gegen den damaligen Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin, als dieser einen Schutz der Deutschen vor ausländischer Migranten-Eroberung forderte. Der Zentralrat der Juden sah sich am 9. Oktober 2009 genötigt, Thilo Sarrazin mit Hitler auf eine Stufe zu stellen: "Zentralrat vergleicht Sarrazin mit Hitler."

      ***Es ist an der Zeit, dass Odin zurückkommt***
      Vater Odin hörst Du mich?
      Vater Odin ich rufe Dich!

      http://germanenherz.blogspot.com/

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    10. Die Pflege des Germanen-Mythos

      Ausstellung (2013)
      Graben für Germanien. Archäologie unterm Hakenkreuz
      Focke-Museum Bremen

      Rezensiert für H-Soz-u-Kult von:
      Miriam Sénécheau, DFG-Forschergruppe 875 „Historische Lebenswelten in populären Wissenskulturen der Gegenwart“ und Institut für Archäologische Wissenschaften, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

      Die Sonderausstellung „Graben für Germanien“ präsentiert die Rolle von Archäologen sowie der Archäologie allgemein im Nationalsozialismus für ein breites Publikum. Sie konzentriert sich auf die Anfang des 20. Jahrhunderts noch junge Teildisziplin Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie, speziell auf deren Indienstnahme zur Etablierung und politischen Nutzung eines Germanien- bzw. Germanen-Mythos.

      Eine Leitlinie der Präsentation besteht darin, die aktive Mitarbeit von Archäologen in verschiedenen Gremien des NS-Regimes und ihre persönlichen Motivationen aufzuzeigen. [...]

      Wissenschaftler und Laienforscher, so der Tenor der Ausstellung, nutzten nicht nur das NS-Regime für ihre Karriere und ihre Forschungsinteressen, sondern konnten beides trotz ihrer Vorbelastung auch nach 1945 weiter verfolgen. [...]

      In welches Hauptnarrativ Texte, Dokumente und Objekte eingebunden sind, verdeutlicht der Einführungstext: „Anders als später dargestellt waren Archäologen nicht unpolitisch. Mit ihrer Forschung unterstützten sie die NS-Ideologie [...]. Die […] angeblichen Eigenschaften der Germanen dienten mit als Rechtfertigung für Unterdrückung und Ausgrenzung bis hin zum Völkermord.“ [...]

      Auf der Grundlage von Schädelmessungen definierten die Gebrüder Lindenschmit schon Mitte des 19. Jahrhunderts Skelette aus frühmittelalterlichen Gräbern als der germanischen „Rasse“ zugehörig. Der 1913 entdeckte „Goldschatz von Eberswalde“, ein bronzezeitlicher Hortfund, markiert mit seiner Interpretation durch den Archäologen Gustaf Kossinna den Beginn der Überhöhung vermeintlich germanischer Kulturzeugnisse. Klar und auf wesentliche Eckpunkte konzentriert zeigt dieser Teil der Präsentation, wie im Laufe mehrerer Jahrhunderte die Vorstellung von Germanen als Abstammungsgemeinschaft geschaffen wurde. Ein Hinweis auf parallele Entwicklungen in den Nachbarländern, etwa in Bezug auf die Keltenforschung und -popularisierung in Frankreich und Großbritannien, hätte geholfen, die hier vermittelten Inhalte in einen europäischen Kontext einzuordnen. [...]

      Unter der Überschrift „Germanien – Propagierung einer Idee“ wendet sich die Ausstellung der Frage zu, wie das Germanen-Thema den NS-Alltag durchdrang. Die zentrale Botschaft lautet hier, dem Einführungstext entsprechend: „Archäologie und NS-Propaganda arbeiten Hand in Hand, um die Germanen als vermeintliche Ahnen in den Vordergrund zu rücken.“

      Der nächste Abschnitt „Germanien – Auf der Suche nach Belegen“ behandelt zunächst wichtige Personen und Organisationen der archäologischen Forschung: Alfred Rosenberg, Heinrich Himmler, den „Reichsbund für Deutsche Vorgeschichte“ und das „Ahnenerbe“ der SS. Weitere Vitrinen bilden materialreich ab, wie Laienforscher sich den Themen widmeten: Ludwig Roselius in der Bremer Böttcherstraße mit dem „Nordischen Thing“ und dem „Museum Väterkunde“; Herman Wirth, Wilhelm Teudt und Hermann Wille als wichtigste Vertreter der völkischen Bewegung. Am Ende dieses Raums schließt sich ein erster Kreis: Kommentare aus der „Germania“-Übersetzung des Volkskundlers Eugen Fehrle zeigen, wie der Tacitus-Text nicht nur zur Überhöhung der germanischen Kultur missbraucht wurde, sondern schließlich auch zur Untermauerung der Rassen-Ideologie. [...]

      http://www.gedenkstaettenforum.de/nc/publikationen/publikation/news/graben_fuer_germanien_archaeologie_unterm_hakenkreuz-1/

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    11. Zur Geschichte der Gleichung "germanisch = deutsch"
      Heinrich Beck - 2004 - ‎History
      Völkisches Denken in Deutschland zwischen Französischer Revolution und Erstem Weltkrieg ... in: Joachim Heinzle/Anneliese Waldtschmidt (Hrsg.), Die Nibelungen. ... mit Dietrich Hakelberg, Eine hervorragend nationale Wissenschaft. ... Steuer 2001 c Heiko Steuer, Deutsche Prähistoriker zwischen 1900 und 1995 ...

      Google:
      Heiko Steuer (Hrsg.), Eine hervorragend nationale Wissenschaft

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  18. Aus
    Rüdiger Hachtmann, Vom „Geist der Volksgemeinschaft durchpulst“, in: Zeitgeschichte-online, Januar 2010, URL: http://www.zeitgeschichte-online.de/thema/vom-geist-der-volksgemeinschaft-durchpulst

    Am 13. Mai 1939, also ein gutes Vierteljahr vor Beginn des Zweiten Weltkrieges, ließ Robert Ley, Reichsorganisationsleiter der NSDAP und Chef der Massenorganisation Deutsche Arbeitsfront, unter dem Titel „Nachlese und Bilanz vom 1. Mai 1939“, der nationalsozialisti­schen Tageszeitung „Der Angriff“ einen Leitartikel publizieren. In diesem Artikel heißt es u.a.: „Die große Erkenntnis des Nationalsozialismus vom Adel der Arbeit hat sich von Jahr zu Jahr seit der Machtübernahme immer tiefer in die Werkstätten, Bauernhöfe, Fabriken und Kontore und in die Menschen, die dort arbeiten, [...] eingegraben. [...] Wir Schaffenden huldi­gen der Arbeit, die unsere Leistung begründet, als dem Ausdruck unserer Ehre. [...] Wir sind Arbeitsfanatiker. Wir erklären, daß die Arbeit dem Menschen nicht schadet, solange der Geist der Volksgemeinschaft die Arbeit durchpulst und durchflutet“ - einer „Volksgemeinschaft“, die das gesamte „Volk“ und die ganze „Rasse“ umfaßte, für die „alles Gerede von den bayeri­schen Belangen [oder] von der österreichischen Gemütlichkeit [...] nichts als leeres Geschwätz voll Heuchelei und Betrug bedeutet.“ Zwei Jahre später, am 1. Mai 1941, wenige Wochen vor dem Angriff auf die Sowjetunion, machte derselbe Robert Ley in derselben Zei­tung noch deutlicher, worauf diese nur scheinbare Nobilitierung der Arbeit hinauslaufen sollte:[1] „Arbeit ist für uns Nationalsozialisten nicht nur ein wirtschaftlicher Begriff, sondern eine zutiefst weltanschauliche These. Arbeit ist Ausdruck des Lebenskampfes [...] Der Krieg steht nicht im Gegensatz zum Frieden, sondern er ist uns die letzte, höchste und edelste Aus­drucksweise des Lebenskampfes.“ Arbeiten und Krieg, als der höchste Ausdruck sozialdarwi­nistischen Lebenskampfes, waren nach nationalsozialistischer Lesart also zwei Seiten dersel­ben Medaille. Ley weiter: „Der Soldat war in allem unser Vorbild [...]. So war es ganz klar, daß auch der deutsche Arbeiter in seinem alltäglichen Leben, in der Fabrik, am Arbeitsplatz, immer mehr in das soldatische Denken und Empfinden unseres Volkes hineinwuchs. [...] Wir [haben] die soldatischen Tugenden, die in unserer Rasse und in unserem Volk vorhanden sind, auch für die Organisation unseres Arbeitslebens eingesetzt. Wecke im Deutschen den Soldat[en], und du wirst immer die höchste Leistung und den größten Erfolg aus ihm heraus­holen können!“ Der Prototyp des Arbeiters, wie ihn sich die Nationalsozialisten wünschten, war der „Frontarbeiter“, der mit der Errichtung militärischer Anlagen befaßt war und unmit­telbar militärischer Befehlsgewalt unterstand. „Er [der Frontarbeiter] ist die sichtbare Syn­these zwischen Arbeiter und Soldat und damit auch sichtbarer Ausdruck unseres neuen, revolutionären deutschen Arbeitertums! [...] Der Frontarbeiter ist zum Vorbild für das zukünftige deutsche Arbeitertum insgesamt geworden.

    Bereits auf den ersten Blick geht vor allem zweierlei aus den Zitate hervor, die Artikeln Leys zum „Nationalen Feiertag der Arbeit“ der Jahre 1939 und 1941 entnommen wurden. Erstens: Arbeit und „Volksgemeinschaft“ gehören in nationalsozialistischer Perspektive auf das Engste zusammen. Darüber hinaus bringt das zweite Zitat unverblümt zum Ausdruck, daß die Nationalsozialisten ‚Arbeit und Kampf‘ und ‚Arbeit und Krieg‘ zusammendachten. ...

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  19. Ex-Kanzler: Kontroverse um Helmut Schmidts Wehrmachtsakte

    War Helmut Schmidt im Zweiten Weltkrieg ein Nazi? Ein neues Buch, das sich auf die Wehrmachtsakte des späteren Kanzlers bezieht, legt nach SPIEGEL-Informationen diese Interpretion nahe. Doch es gibt Widerspruch.

    Hamburg - Vorgesetzte von Helmut Schmidt haben diesem während des Zweiten Weltkriegs bescheinigt, Anhänger des Nationalsozialismus zu sein. In drei Personalbeurteilungen des Luftwaffenoffiziers aus den Jahren 1942 bis 1944 finden sich Formulierungen wie "Nationalsozialistische Haltung tadelfrei" oder "Steht auf dem Boden der nat.soz. Weltanschauung und versteht es, dieses Gedankengut weiterzugeben". ...

    Die Beurteilungen stammen aus Helmut Schmidts Wehrmachtsakte im Militärarchiv in Freiburg. Die Autorin Sabine Pamperrien hat die Dokumente mit Erlaubnis des Ex-Kanzlers ausgewertet, ihr Buch "Helmut Schmidt und der Scheißkrieg" erscheint am 8. Dezember im Piper-Verlag. Pamperrien argumentiert aufgrund dieser und anderer Quellen, Schmidt sei zeitweise "von Nazi-Ideologie kontaminiert" gewesen.

    Das Militärarchiv sowie führende deutsche Militärhistoriker hingegen bestreiten nach SPIEGEL-Informationen den Aussagewert der Beurteilungen über Schmidt. Bewertungen dieser Art seien vielfach in Personalunterlagen der Wehrmacht zu finden und würden über die wahre politische Einstellung des jeweiligen Soldaten für sich genommen nichts aussagen.

    SPIEGEL 30.11.2014

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/helmut-schmidt-nazi-vorwuerfe-wegen-wehrmachtsakte-a-1005719.html

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    1. Helmut Schmidt
      Vom Oberleutnant zum Soldatenkanzler?
      Zwischen den Selbstdarstellungen Helmut Schmidts über sein Denken und Handeln in der NS-Zeit einerseits sowie den - jenseits durchaus möglicher Detailkritik, nachvollziehbaren und methodisch leicht nachprüfbaren - Fakten andererseits klafft oft eine erhebliche Lücke.
      15.12.2014, von Michael Wolffsohn

      ... Ausgewählte Zivilisten und Soldaten wurden als Beobachter zugelassen - auch Schmidt am 7. September 1944. Die brutalen Brüllorgien des Gerichtspräsidenten Roland Freisler schockierten ihn. Musste oder durfte Schmidt zum Prozess? Er musste, erinnert er sich. Er durfte. So das Urteil der Autorin. Doch wie stets in diesem Buch legt sie die Argumente der einen und anderen Seite vor. Was immer Schmidt im Nationalsozialismus dachte oder machte, seine Bewertung des Widerstands gegen Hitler ist für einen späteren Kanzler der Bundesrepublik erstaunlich: Am 5. Juni 1945 sprach er im Kriegsgefangenenlager vom „Verbrechen der Verschwörer“. Im Mai 1946 bemängelte er nur noch, das „nicht mit allerletzter Konzentration gearbeitet worden war“. In den Erinnerungen des Staatsmanns liest sich alles bundesdeutsch-staatstragend.

      http://www.faz.net/aktuell/politik/politische-buecher/helmut-schmidt-vom-oberleutnant-zum-soldatenkanzler-13323194.html

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  20. Lob der Adolf-Hitler-Schulen auf einer Neo-Nazi Webseite

    http://deutscher-freiheitskampf.com/category/uncategorized/page/12/

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  21. "Gesetz des Handelns"

    Zeitschrift
    Der Schulungsbrief, das zentrale Monatsblatt der NSDAP.: Der Reichsorganisationsleiter der NSDAP und Hauptschulungsamt (Herausgeber)
    München, Franz Eher Nachf. GmbH, (1942)

    ... mit vielen Zeichnungen (u.a. von H.Rieckhoff: "Bei unseren Neusiedlern im Osten. Der bunte Kranz auf dem Neubau, die Hofübergabe und mahnende Hilfe durch die Partei" / "Die Kraft des Großdeutschen Reiches gestaltet, ebenbürtig den großen geschichtlichen Vorbildern, den von uns neu erschlossenen Ostraum. Wehrbauern, Ordensjunker und Ansiedlerbetreuerin stehen neben den anderen einsatzbereiten Volksgenossen an besonders beachtlicher Stelle. Unter deutscher Führung wird bis hinter die Front die Ernte sichergestellt" und Holzschnitte von Karl Mahr) und Fotoabbildungen, Schrift: Fraktur, Hauptschriftleiter: Reichsamtsleiter Franz H. Woweries. - Aus dem Inhalt: Zitat von Adolf Hitler "Nur über eines müssen wir uns im klaren sein: . . . " vom 3.Oktober 1941 - Tapferkeit und Zähigkeit, das Gesetz des Handelns - Landwirtschaftsrat Fritz Glahn: Programm und Tat. Weg und Erfolge der nationalsozialistischen Agrarpolitik - Der Spaten neben der Fahne des Sieges- Zukunft im Osten. Der deutsche Soldat kämpft für gerechte Ordnung gegen jüdische Weltzerstörung. Grenzenlose Armut und seelisches Elend sind dem Juden ebenso die dienstbar wie maßloser Luxus und alte Torheit (vierseitige Fotostrecke, u.a. mit Fotos: "Sieger und Verlierer im Spiegel ihrer Jugend. Adolf Hitler-Schüler in Deutschland und Eton-Schüler in England, grundverschiedenen Haltung, im Ausdruck und Anzug") - Dr. K. Bechstein: Aufgabe und Sendung des Reiches im Osten - Heldentum im Lied. Soldatenlieder aus alter Zeit. - Mit zeittypischen Ausführungen wie z.B.: "Der Führer erkannte des weltjüdischen Gegners verderbliche Absichten, in welchem Gewand er auch auftrat. Vor aller Welt sichtbar blieb vom ersten Tag an das Gesetz des Handels bei ihm. Unter Deutschlands Führung wurde den gesunden und erwachten Völkern aus den Kräften des Blutes und des Bodens gegen die Schmarotzer und ihre Profitinteressen der Weg in die Freiheit gebahnt" ...

    Der Schulungsbrief, das zentrale Monatsblatt der NSDAP. IX.Jahrgang 1942, 7./8.Folge: Mit Pflug und Schwert zum Sieg

    http://www.abebooks.co.uk/servlet/SearchResults?kn=schulungsbrief+1942&sts=t

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    1. Zeitschrift
      Der Schulungsbrief, das zentrale Monatsblatt der NSDAP. IX.Jahrgang 1942, 9./10 Folge: Leben erfordert Kampf

      Der Reichsorganisationsleiter der NSDAP und Hauptschulungsamt (Herausgeber):
      München, Franz Eher Nachf. GmbH 1942

      ... Und hinter allem steht als treibende Kraft der jüdische Ahasver, der seit Jahrtausenden der ewig gleiche Feind jeder menschlichen Ordnung und damit einer wahren sozialen Gerechtigkeit ist. Das bolschewistische Ungeheuer, dem sie die europäischen Nationen ausliefern wollen, wird sie und ihre Völker selbst zerfetzen! Der Jude aber wird nicht die europäischen Völker ausrotten, sondern er wird das Opfer seines eigenes Anschlages sein. Wenn wir alle gemeinsam in Treue unsere Pflicht tun, wird sich das Schicksal so erfüllen, wie es die Vorsehung bestimmte. Wer für das Leben seines Volkes, für dessen tägliches Brot und für seine Zukunft kämpft, wird siegen! Wer aber in diesem Kriege mit seinem jüdischen Hass die Völker zu vernichten sucht, wird stürzen!") vom 31.Dezember 1941 - Dienstleiter Hans Hagemeyer: Europas Schicksalskampf im Osten - SA-Obergruppenführer Max Luyken: Deutsche Soldatentum - Kraft gibt dem Soldaten an der Front das Bewusstsein der umsorgten Heimat / Ordnung, Fleiß und Sauberkeit / Kameradschaft (vierseitige Fotostrecke) - Dr. Giselher Wirsing: Die Misserfolge der USA (Anspruch und Wirklichkeit / Das Ziel hinter den Schlagworten / Die Chance, die Roosevelt sah / Die Mittel / Verfehlte Spekulationen / Von den Fehlerquellen / Weltpolitische Folgen / Rückwirkungen auf die USA.) - Von Fest und Feier - Ein Frontbrief an der Ostfront. Mein lieber Kamerad! - Mit zeittypischen Ausführungen ...

      http://www.abebooks.co.uk/servlet/SearchResults?kn=schulungsbrief+1942&sts=t

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  22. „Institut Dr. Greite"

    Die Reichsschule Feldafing hatte zunächst ihren Sitz in einer Villa über dem Starnberger See, bevor sie zu einer Privatschule der SA-Führung wurde. Sie wurde am 1. April 1934 von Ernst Röhm eröffnet. Die Schule wurde zu Anfang mit Militärspinden und -betten eingerichtet. Die Lehrer waren SA-Mitglieder und es wurde nach staatlichen Lehrplänen mit Wehrsport unterrichtet. Nach dem Reichsausleseverfahren konnte jeder Reichsgau jährlich drei Kandidaten nach Feldafing schicken, nur Berlin und München je fünf. Das ehemalige, heute zu Appartement-Wohnungen umgebaute Schulgebäude diente als Verwaltungsgebäude für die Reichsschule. Nach dem Krieg wurde das Gebäude bis 1978 als Schulhaus des Internats „Institut Dr. Greite“[2] genutzt, das von dem ehemaligen SS-Sturmbannführer Dr. Walter Greite (1907–1984) geleitet wurde. ...

    http://www.wikiwand.com/de/Reichsschule_Feldafing

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    1. Fringe History Pseudoscience and Popular Culture Study ...
      www.corndancer.com/fritze/invntdknwldg/sg-mstrplan.html

      How did Dr. Walter Greite conduct his research to create a “new index of Jewishness?

      http://www.corndancer.com/fritze/invntdknwldg/sg-mstrplan.html

      Planet Clio is managed by Dr. Ronald H. Fritze, Dean of the College of Arts and Sciences and Professor of History at Athens State University in Athens, Alabama.

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  23. Alt Rehse

    1934 kamen das Gut und der Park durch Enteignung an den Hartmannbund, der hier auf Verlangen der Reichsärzteführung die Führerschule der Deutschen Ärzteschaft bauen ließ und das Gut in Besitz nahm. Das alte Dorf wurde bis auf die Kirche, die Schule und das Pfarrhaus sowie einen Katen, den späteren Dorfkrug, abgerissen, und es entstanden in der Folgezeit bis 1939 22 niederdeutsch wirkende Fachwerkhäuser mit Schilfrohrdächern, die im Türbalken die Jahreszahl der Erbauung nach dem nationalsozialistischen Machtantritt und den Namen jeweils eines deutschen Gaues trugen (siehe Bilder). Der Lehrbetrieb ging bis Januar 1943, während das Gut für die Führerschule und die Reichskanzlei produzierte. Die heute noch sichtbare bauliche Gestaltung ist ein seltenes Beispiel von dörflicher Architektur im Nationalsozialismus. ...

    http://images.google.de/imgres?imgurl=https://i.ytimg.com/vi/L7Fw-iaVbyo/maxresdefault.jpg&imgrefurl=https://www.youtube.com/watch%3Fv%3DL7Fw-iaVbyo&h=720&w=1280&tbnid=-CVhPIpd-VTrEM:&tbnh=90&tbnw=160&docid=rCFS3mgF9BFj6M&usg=__2z64reyPpXKkRcud8UB8-V3VCtg=&sa=X&ved=0ahUKEwjFkPCI8cjOAhWJJMAKHezHDjw4HhD1AQgwMAM

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  24. Ideologie und Moral im Nationalsozialismus
    https://books.google.de/books?isbn=3525369611 -
    Wolfgang Bialas, ‎Lothar Fritze - 2013 - ‎History
    August 1944 (BArch Berlin, NS 7/405: „Gegenterrormaßnahmen“ im besetzten Belgien [1944/45],

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