Dieses Blog durchsuchen

Posts mit dem Label Burda/ Jelsoft werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Burda/ Jelsoft werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 16. April 2012

Erika Ferkel und die Muselfrage: Hassprediger vom "Counterdschihad" kapern den Zukunftsdialog der Bundeskanzlerin


“Sowohl in der Union als auch in der FDP gibt es noch interessante Gedanken bzgl. der Wirtschafts- und Sozialpolitik, als auch in der leidigen Muselfrage.
Nur gehen diese Gedanken im allgemeinen Linksruck unter…  Die NPD fordert schon seit ihrer Gründung Demokratie durch Volksabstimmung,
auch Volksherrschaft genannt.”
“romeo1” am 23.11.2007 auf politikforen.net, © Jelsoft Enterprises Ltd.
(Hervorhebung mit Fettdruck von mir)

http://www.politikforen.net/archive/index.php/t-53563.html
“Erika … wird mit den islamophilen aber inhaltlich doch doofen Gutmenschen
noch schlimmer untergehen, als sie es auf ihrerm Klimagipfel in Kopenhagen erlebt hat…
Für sie wird es mit dem Durchmogeln bei der Muselfrage nicht mehr reichen,
dafür ist es nun zu nah und zu spät.”
“wolaufensie” am 27. 08.2010 auf der angeblich “pro-israelischen” Webseite PI-News
(mit Erika, in einem anderen PI-Kommentar auch als “Staatsratsvorsitzende Erika Ferkel” bezeichnet, ist offenbar Angela Merkel gemeint, die trotz Absage an den omin
ösen
"Multikulturalismus" bei "Islamkritikern" immer noch unter Gutmenschen-Verdacht steht;
Hervorhebung mit Fettdruck von mir);
http://www.pi-news.net/2010/08/rueckenwind-fuer-sarrazin/;
http://laiglesforum.com/spare-me-the-crocodile-tears-when-northern-africa-explodes/2215.htm


“Is Public Opinion Stubborn or Malleable?
The Interaction of Public Opinion with the Forces that Help Make it”
(“Ist die öffentliche Meinung hartnäckig oder formbar?
Die Wechselbeziehung zwischen öffentlicher Meinung
und den Kräften, die sie zu bilden helfen”)
Aus dem Inhaltsverzeichnis von Edward Bernays, “Crystallizing Public Opinion”,
erstmals erschienen 1923; nach einem Zeitzeugen-Bericht Lekt
üre von Joseph Goebbels


 

Die Aktion “Zukunftsdialog” der Bundeskanzlerin erfreut sich ganz besonders intensiver Aufmerksamkeit auf einigen Plattformen, die sich der “Islamkritik” oder, militanter ausgedrückt, dem “Counterdschihad” widmen. Es handelt sich um Webseiten im Stil der “Fjordman”-Agitationen, von denen der Norwegen-Attentäter Anders Behring Breivik sein Bekenner-Pamphlet “2083” zusammenkopiert hatte. Zum Standard gehört dort, dass Muslimen und Dunkelhäutigen, die auch schon mal als “Genabfall” bezeichnet werden (z.B. auf PI - “Politically Incorrect”), und den sogenannten “Gutmenschen” an sämtlichen Missständen der Gesellschaft die Schuld gegeben wird. Ob nun beim Abstimmen über die Themen auch technische Manipulationen vorkamen, wie einige meinen, oder nicht: Wer stark im Hass und mit anderen Hassenden vernetzt ist, wird leichter mobilisiert als andere; leider – und trägt dazu bei, den Eindruck zu verbreiten, hier ginge es um das wahre, bisher unterdrückte Volksempfinden.
http://www.zukunftskinder.org/?p=20361
http://www.pi-news.net/2012/02/zukunftsdialog-lugt-uns-die-bundeskanzlerin-an/
https://www.dialog-ueber-deutschland.de/DE/10-Dialog/dialog_node.html

Weit oben bei den eingereichten Vorschlägen auf der Webseite der Kanzlerin zum “Zukunftsdialog” steht das Thema “Islam” - und zwar durchaus in dem Sinne, wie in dem Zitat oben als "Muselfrage" bezeichnet, auch wenn der Begriff "Muselfrage" dort nicht ausdrücklich erscheint. (Es gab ja auch eine Moderation der Kommentare.) Bei nicht wenigen der weiteren Themen ist deren wahrgenommene überragende Bedeutung nur im Zusammenhang mit der sogenannten “Islamkritik” (ein beschönigender Ausdruck fuer die Reduzierung aller Probleme auf die "Muselfrage") überhaupt nachzuvollziehen.

Zum Beispiel gehört zu den Vorschlägen, die besonders hohe Zustimmung zu verzeichnen haben, die Forderung, “das Gesetz das den sexuellen Missbrauch von Tieren zulässt abzuschaffen”. – Wer wollte so ein fieses Gesetz nicht abschaffen wollen? Aber natürlich gibt es kein Gesetz, das solches ausdrücklich erlauben würde. Die Gesetzeslage lässt im Umgang mit Tieren leider vieles zu, das nicht ausdrücklich ausgeschlossen und unter Strafe gestellt ist. Warum jetzt gerade dieses Anliegen als höchste Prioritaet in der Verbesserung des Tierschutzes, und als eine der höchsten Prioritäten ueberhaupt? Die Antwort liegt auf der Hand: Weil Karikaturen und Witze ueber Turbanträger, die es mit Ziegen treiben würden, in Teilen der “islamkritischen” Kreise zum Repertoire der Agitation gehören.

(Ueber historische und aktuelle Vereinnahmung von Teilen der Tierschutzbewegung für Agitation gegen Juden und Moslems siehe Auszüge eines Artikels des Tierschützers Colin Goldner; http://guttmensch.blogspot.com/2011/07/vielleicht-doch-nicht-ganz-so-neu-neuer.html)

__________



Hätte ein ähnlicher “Zukunftsdialog” vor 80 oder 85 Jahren stattgefunden (also am Anfang der Rutschbahn von "Rassenhygiene" und Rassenwahn, als Hass und Vernichtungswille noch nicht die unvorstellbaren Dimensionen der Nazi-Zeit angenommen hatten), dann hätte ein Thema bei den eingereichten Vorschlägen sicher ganz hoch oben gestanden: “Die Judenfrage”. Darum herum hätten sich Themen aus der antisemitischen Agitation gruppiert. Zum Beispiel wäre die Forderung nach dem Verbot des Schächtens an eine sehr viel höhere Stelle gesetzt worden als der Tierschutz in der aufkommenden Massentierhaltung. Denn Mitte der 1920er/ Anfang der 1930er Jahre hatten einflussreiche Agitationsgruppen – nicht nur rechte Schläger, sondern auch hochangesehene Persönlichkeiten wie der Auto-Koenig Henry Ford - dafür gesorgt, dass die sogenannte “Judenfrage” fuer die Definition der Problemstellungen der Zeit den Dreh- und Angelpunkt bildete. (Siehe http://guttmensch.blogspot.com/2011/08/henry-ford-uber-die-juden-ein.html )

Freitag, 10. Juni 2011

Eugenisches Denken: Demokratie als "Diktatur der Mittelmäßigkeit"

“Wir hassen das Schlagwort von der Gleichheit.
Der Kampf ist der Vater aller Dinge, Gleichheit ist der Tod.”

Rudolf vom Sebottendorf,
Gründer der Thule-Gesellschaft, 1918

(Zitiert in “Brownshirt Princess” A Study of the Nazi Conscience” von Lionel Gossman (2009), S. 30
http://books.google.com/books?id=pjQx3dRgxnwC&printsec=frontcover#v=onepage&q&f=false)


Bei meinen Recherchen zur Ergänzung des vorigen Posts fällt mir auf, wie verbreitet die Vorstellung von der Demokratie als "Diktatur der Mittelmäßigkeit" immer noch ist - und wie stark diese Vorstellung mit dem Genie- und Führerkult verbunden ist. Um einen besseren Einblick in diesen Zusammenhang zu bekommen, werde ich hier nach und nach gefundene Zitate über Demokratie und Mittelmäßigkeit einstellen. (Hervorhebungen in Fettdruck sind von mir.)

In einem Zitat von Erwin Liek, einem Arzt-Eugeniker der Nazi-Zeit, spiegelt sich die damals herrschende Vorstellung von der geborenen Führerpersönlichkeit, die Mittelmaß und Durchschnitt in jeder Beziehung weit hinter sich lässt (siehe auf diesem Blog http://guttmensch.blogspot.com/2011/04/ein-arzt-der-nazizeit-erlautert-die.html): "Die Führerschicht unseres Volkes, die höher Begabten, können sich nur völlig
ungenügend fortpflanzen ... Sehr richtig sagte Almquist: ‚Für die Regierung ist ein Mann mit Intuition mehr wert als ein Million Mittelmäßiger.‘..."


Eine große Rolle spielt die Abgrenzung der vermeintlich herausragenden Persönlichkeit vom Mittelmaß sehr deutlich erkennbar bei Sarrazins Vordenker Volkmar Weiss.
Aus "Der Führer gegen den Zeitgeist"
http://knol.google.com/k/volkmar-weiss/der-führer-gegen-den-zeitgeist/19iebpu8jegcn/24
"Von Anbeginn der geschichtlichen Überlieferung und wahrscheinlich seit dem Ende des Eiszeitalters gab es in der Alten Welt drei Genotypen von Menschen: die Intelligenten, die Mittelmäßigen und die Einfachen... Die Zahl der Intelligenten ist stets klein, die Zahl der Mittelmäßigen weit größer und die Zahl der Einfachen sehr groß. ... Der Preis, den die Mittelmäßigen forderten, als ihre Bevölkerungsdichte und ihre Ballung in den großen Städten so groß geworden war, daß sie sich leicht organisieren konnten, war die Einführung des allgemeinen und gleichen Stimmrechts. ...Die Massenmedien schaffen in der demokratischen Phase der Entwicklung eine neue Qualität. Die Tatsache, daß sowohl Regierung und Opposition stets auf allgemeine Stimmenmehrheiten und insbesondere auf die Stimmen der Unteren, der Proleten, angewiesen sind, führen zu einer gegenseitigen Abhängigkeit und dazu, daß die Gleichheitsideologie in verschiedenen Spielarten die einzige Art von öffentlicher Meinung wird, die noch verbreitet werden kann. Man nennt sie den Zeitgeist.  Indem die Massenmedien die Gleichheitsideologie verbreiten und vertreten..., schaffen es die Mittelmäßigen und Unfähigen, ihre Herrschaftsanteile zu maximieren..."

Einer älteren "Wiki"-Quelle zufolge (hier aus einem Forum für Fachkräfte des Forschungsebietes Genealogie/ Ahnenforschung)
http://wiki-de.genealogy.net/Computergenealogie/2001/02
ging Weiss in seinem 2000 erschienenen Buch die "IQ-Falle" noch weiter und warb dafür, die Menschheit durch IQ-Messungen in drei Typen - Intelligente, Mittelmäßige und Einfache - einzuteilen, um sie ökonomisch richtig und zum Wohl des Kulturfortschritts einsetzen zu können. Das politische Wahlrecht solle nur einer Intelligenz-Elite gegeben werden. Weiss habe für fast alle aktuellen gesellschaftlichen Probleme eine Begründung: die "Diktatur der Mittelmäßigkeit". Und er biete für alles ein Rezept: die Erforschung genetisch bedingter Intelligenz und aufgabenbezogene Auslese durch massenhafte Intelligenzmessung. Dazu fehlte, nach Weiss, zur Zeit nur noch die Entdeckung des Intelligenz-Hauptgens und ein rationales Schnelltest-Verfahren. (Der Autor empfiehlt seinen Fachkollegen, sie sollten Weiss' Buch kennen "wie die Gans den Fuchs".)

"Demokratie pflegt das Mittelmass", behauptet ganz selbstverständlich eine Schweizer "Stiftung für hochbegabte Kinder" (http://www.hochbegabt.ch/?page=3).
In den 1930er Jahren gingen Bewunderer des amerikanischen Intelligenzforschers Terman davon aus, dass die frühe Aussonderung für besonders begabt gehaltener Kinder und Jugendlicher und ihre Vorbereitung auf Führungsrollen der Schlüssel zur Entwicklung von Völkern sei  (s. auf diesem Blog auch Stichwort "Führerschulen"). Die aus dieser Zeit überlieferte Vorstellung, Demokratie und Förderung der Entwicklungsmöglichkeiten aller pflegten das Mittelmaß, ist auch heute noch immer wieder anzutreffen .

"Diktatur der Mittelmäßigkeit" ist ein beliebter Slogan, siehe z.B.
Webseite des Wirtschaftsberaters OSWALD METZGER | Konvent für Deutschland e.V. 10.09.2009 | Deutsche Politik, die Diktatur der Mittelmäßigkeit ...
http://www.oswald-metzger.de/content.asp?area=hauptmenue&site=kommentare&cls=01&akt=medienecho

Peter Lang über die Idee von Demokratie und Mittelmäßigkeit bei Nietzsche (in Acta Germanica, 1994):
"An der bürgerlichen Demokratie setzt Nietzsche aus, dass sie das Mittelmaß, aber nicht den überdurchschnittlich Begabten fördert."
"Was Nietzsche ... scheinbar verachtet, ist das Weiche, Nachgiebige, Feminine, Kranke, das er unter die Begriffe der Demokratie und der décadence subsummiert".
http://users.iafrica.com/h/ho/hornpete/warum-so-hart.htm#FOOTNOTE

"Demokratie ist die Verfallsform des Staates"
Friedrich Nietzsche

http://www.gutzitiert.de/zitat_autor_friedrich_wilhelm_nietzsche_thema_demokratie_zitat_5927.html

Zu Nietzsche auf diesem Blog auch
http://guttmensch.blogspot.com/2011/02/bayreuther-klungel.html

Auf dem Höhepunkt der Plagiatsaffäre des zurückgetretenen Verteidigungsminister zu Guttenberg war viel davon zu lesen, wie mittelmäßig die Politik doch sei ohne herausragende Figuren seines Kalibers; hier ein Beispiel von vielen, gefunden auf der Webseite "Agitano - Wirtschaftsforum Mittelstand" 
(https://www.agitano.com/magazin.yum?magazinAction=magazinDetails&magazinID=9358):
"Themen Redaktionell 09.03.2011 Triumph des Mittelmaßes ... Die Plagiatsaffäre Guttenberg wird zum Sinnbild für die Diktatur der Mittelmäßigkeit und der moralinsauren Scheinheiligkeit."

______

"Dummheit der Masse" und "Weisheit der Gruppe" - beide Phänome sind real. Wodurch unterscheiden sie sich? Nicht durch angeborene Merkmale ihrer Mitglieder, sondern durch unterschiedliche Gruppenprozesse. (Neuere Quellen: "Schwarmintelligenz")

________

Slogans und ihre politische Umsetzung:
Weg von der "Gleichmacherei" und Förderung der "Leistungsstarken": Beispiel Studienförderung. Ein kritischer Artikel von Markus Weber (2010)
http://www.trunews.de/2010/07/09/markus-weber-elitenforderung-statt-bafog-erhohung-zementierung-der-sozialen-spaltung/

________

Über die Vorstellung, Demokratie behindere den vollen Einsatz "im Kampf ums Dasein der Völker": 

Einige angesehene Schulbuch- und Wissenschaftsverlage verbreiteten schon in der Zeit der Weimarer Republik die Auffassung, die Demokratie behindere, dass "Warnungsrufe" über den bevorstehenden Volksuntergang gehört würden. Daher sei eine "kraftvolle politische Führung" erforderlich. - An diese Tradition knüpft das um 1939 erschienene Schulbuch von Meyer-Zimmermann (vorgestellt auf diesem Blog, http://guttmensch.blogspot.com/2011/03/butter-bei-die-fische-sozialdarwinismus.html) an, wenn die Autoren erleichtert verkünden, nun sei das Volk endlich auf dem richtigen Weg.

Ein Auszug (Seite 375):
"Unser deutsches Volk geriet infolge seines starken Geburtensturzes und der Wertminderung durch die Gegenlauslese in eine bevölkerungspolitisch sehr bedrängte Lage. Seine geburtenkräftigen Nachbarn begannen in seinen Lebensraum einzudringen, seine Kulturfähigkeit drohte infolge der Minderung des Erbwertes zu erlöschen. Mit dem biologischen wäre der kulturelle Untergang unseres Volkes unvermeidlich verbunden gewesen. Dies alles hat die Wissenschaft deutlich erkannt, ohne mit ihren Warnungsrufen vom Volke gehört zu werden. Die vielen Parteien und die schlechten Politiker der Systemzeit hatten weder die Kraft noch die Macht, den Willen zum Kind wieder zu wecken und unser bedrohtes Volk wieder aufwärts zu führen. Erst eine kraftvolle politische Führung konnte das scheinbar unmögliche unternehmen, dem Volke die Hoffnung auf eine glückliche Zukunft wiederzugeben und damit seinen Lebenswillen wieder zu wecken. 'Denn der Kampf im Dasein der Völker wird letzten Endes durch den Sieg der Geburten entschieden.' (Burgdörfer)."
(Über den hier zitierten Friedrich Burgdörfer siehe z.B.
http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Burgd%C3%B6rfer; Stichwort u.a. "biopolitischer Grenzkampf mit Polen".)

Und weiter (Seiten 377-378):
"Der jüdische Propagandafeldzug für die Geburtenbeschränkung fand besonders in der Zeit der durch die Systemherrschaft herbeigeführten Arbeitslosigkeit Widerhall. Man verbreitete die Irrlehre, daß in unserem übervölkerten Raum jedes Kind nur einen neuen Arbeitslosen bedeute, bzw. einen Arbeitsplatz wegnähme. .... In dem durch die nationalsozialistische Regierung herbeigeführten, beispiellosen wirtschaftlichen Aufstieg hat jeder die Lügenhaftigkeit jener jüdischen Lehre vor Augen. Wir besitzen heute nicht nur keine Arbeitslosen mehr, sondern es mangelt vielmehr überall an Arbeitskräften, vor allem an tüchtigen Spezialarbeitern, Ingenieuren, Chemikern, Lehrern usw. Zahlreiche Arbeitsplätze verlangen nach Menschen. Diese fehlen aber deshalb, weil sich die verhängnisvollen Folgen des Geburtenrückgangs zumal in den erbtüchtigeren Kreise heute bereits bemerkbar machen. Die uns fehlenden Chemiker, Techniker usw. sind einfach nicht geboren worden. Die Schärfe des Existenzkampfes unseres Volkes ist deswegen erhöht, die Last der Arbeit, die auf den arbeitstüchtigen und jugenkräftigen Schuldern ruht, ist außerordentlich hoch. Auch hier wird allerdings der Erfolg der nationalsozialistischen Rassenpolitik in einigen Jahrzehnten spürbar sein und eine Erleichterung dieses Spezialarbeitermangels mit sich bringen."
"Die Vergreisung unseres Volkskörpers bringt auch eine Erhöhung der Steuerlasten mit sich, die von den arbeitsfähigen Volksgenossen aufgebracht werden müssen.... Die arbeitsfähigen Männer unseres Volkes sind zugleich auch die wehrfähigen Soldaten. Da infolge des Geburtenrückgangs vorübergehend auch die Zahl der wehrfähigen Männer in den nächsten Jahren noch zurückgehen wird, sind wir als Soldaten verpflichtet, wirklich das Letzte an Leistung und Einsatzbereitschaft aus uns herauszuholen. Die jüdischen Pazifisten der Systemzeit predigten uns, daß wir unsere Volkszahl klein halten müssten, um nicht mit anderen Völkern in Konflikt zu geraten. Ein Volk, das aus diesem Grunde sich bewußt zugrunde richtet, ist mit einem Heer zu vergleichen, das seine Waffen wegwirft, wenn es dem Feind gegenübersteht. ... Für uns als Herzvolk Europas wird im Kampf mit den Nachbarn immer die Fruchtbarkeit die unfelhbarste Waffe sein, die wir besitzen.... Der sogenannte 'biologische Pazifismus' hätte zum Selbstmord des deutschen Volkes geführt."

Thilo Sarrazin zitiert in seinem Buch zustimmend den Demografie-Theoretiker Herwig Birg mit dessen Einschätzung: "Da die politische Macht in einer Demokratie durch Wahlen errungen wird, für deren Erfolg sich das Versprechen einer sorglosen Zukunft als geeignetes Mittel erwiesen hat, ist die Verdrängung der demografischen Probleme zu einer heimlichen überparteilichen Staatsräson unseres demokratischen Wohlfahrtsstaats geworden."
Darauf angesprochen, dass Demografie (Bevölkerungsentwicklung) doch schon längst ein sehr öffentliches, keineswegs still verdrängtes Thema sei, sagte Birg in einem Interview mit der WELT, das Publikum würde durch die falsche Art von Diskussion - nämlich die Diskussion des Umgangs mit den Folgen der alternden Gesellschaft - "infantilisiert"; diese Form der Diskussion erinnere ihn fast an die "kommunistische Ära".
http://www.welt.de/print-welt/article168787/Schlimmer_als_der_30jaehrige_Krieg.html
Demokratie als Diktatur eines infantilen, manipulierten und möglicherweise noch kommunistisch beeinflussten Publikums? - Ein Vergleich solcher Argumentation mit der Tirade vom "jüdischen Propagandafeldzug" (s.o.) sollte zum Nachdenken anregen.

Ein Blogger auf einer wissenschaftlichen (?) Webseite
http://ejournal.uvka.de/spatialconcepts/archives/1184
lobt Adolf Hitler dafür, dass er erkannt habe, was nach Halford Mackinder (Begründer der Lehre von der Geopolitik; s. auf diesem Blog Stichworte Mackinder, Haushofer oder Geopolitik) eine Supermacht ausmacht: Neben einer strategisch günstigen geografischen Lage vor allem „ein großes eigenes Territorium bzw. eine große Bevölkerungszahl“.

Genau darauf bezieht sich tatsächlich der Text aus dem Schulbuch der Nazi-Zeit (s.o.). Der darin vorkommende Begriff "Herzvolk" ist ebenfalls der geopolitischen Theorie Mackinders/ Haushofers entnommen.

Werden wir bald auch wieder Aufrufe gegen den „biologischen Pazifismus“ und für einen neuen "biopolitischen Grenzkampf" hören? 


_______

"In der modernen liberalen Demokratie sei die »Ausmerzung gemeinschaftsgefährdender Parasiten« oder »Sozial-Parasiten« leider nicht gängig, monierte der angesehene Nobelpreisträger Konrad Lorenz ... Der ehemalige Parteigenosse, Mitarbeiter und Redner des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP, klagte darüber, dass man »nicht einmal die Worte ›minderwertig‹ und ›vollwertig‹ gebrauchen« dürfe, »ohne sofort verdächtigt zu werden, man plädiere für die Gaskammer«."
http://jungle-world.com/artikel/2011/19/43203.html
(Peter Bierl, 12. Mai 2011)


„Die Verfallstypen durchsetzen Volk und Staat dank ihrer größeren Vermehrungsquote und ihren vergröberten Wettbewerbsmethoden dem Artgenossen gegenüber in kürzester Zeit und bringen beiden aus analogen biologischen Gründen den Untergang, aus denen die ebenfalls asozialen Zellen einer Krebsgeschwulst das Gefüge des Zellstaates zugrunde richten."
Konrad Lorenz, zustimmend zitiert auf
http://politikforen.net/showthread.php?68279-Eugenik-Dysgenik-Bev%C3%B6lkerungsplanung

Ein Kommentator, der fand, "dass Menschen nicht so ohne weiteres Krebszellen gleichgesetzt werden können", wurde von den Administratoren gesperrt.


________



Interessante Analyse von 1966 über die neue Bündelung alter ideologischer Elemente:
Die Gefahr von rechts
http://www.zeit.de/1966/21/die-gefahr-von-rechts


"Die NS Ideologie war zu keiner Zeit mehr als ein Bündel von Strömungen und Ressentiments, die es — übrigens nicht nur in Deutschland — lange vor Hitler gab und die mit Hitler keineswegs gestorben sind: Antiliberalismus, Antiparlamentarismus, Antisozialismus, Antimarxismus, Antiklerikalismus, Antisemitismus, ja sogar ein kleinbürgerlicher Antikapitalismus, dazu ein guter Schuß Chauvinismus und als Krönung eine am Tierreich orientierte Rassentheorie. Das alles war nicht neu.
Über liberale Grundrechte und parlamentarische Schwatzbuden haben sich nicht erst die Nazis mokiert. Es war immerhin ein deutscher Kaiser, der nach einer Reichstagswahl telegraphierte, es sei ihm gleichgültig, ob im Reichstagskafig schwarze, rote oder gelbe Affen herumturnten. ... Nicht einmal die Vorstellung von der Herrenrasse ist von Alfred Rosenberg und seinen Freunden in die deutsche Politik eingeführt worden: man lese den Entwurf zu einem alldeutschen Staat, den ein gewisser Daniel Frymann alias Justizrat Class schon 1912 verfaßte.
Neu am Nazismus waren weder Gedanken noch Ressentiments, neu war die ebenso unlogische wie wirksame Bündelung teilweise heterogener Strömungen. Neu am Rutenbündel waren nicht die Ruten, sondern die Schnur um die Ruten ...
Ausländische Beobachter haben sich gewundert, wie plötzlich der Nationalsozialismus nach 1945 verschwand: die Kapitulation hatte die Schnur um das Bündel zerschnitten, die Ruten waren auseinandergefallen. Die einzelnen Bestandteile des nazistischen Konglomerats führten ein unauffälliges Eigendasein in Schulzimmern, an Stammtischen, auf Verbandstagungen und in Wahlkämpfen. Einige davon gingen neue — oder besser alte — Verbindungen ein, und nur ein Kind konnte sich wundern, wenn auch bei demokratischen Parteien, besonders auf der Rechten, die eine oder andere Rute wieder auftauchte. Mancher hat sich auch gewundert, wie wenige Deutsche nach 1945 Nazis gewesen sein wollten. Auch das war oft subjektiv redlich: fast bei allen Nationalsozialisten fehlte die eine oder andere Rute: der eine hatte seine Kirche in Schutz genommen, der andere hatte es mit dem Sozialismus wirklich ernst gemeint, und viele hatten in der Praxis bewiesen, daß sie die Theorie von der Herrenrasse nie so recht ernstgenommen hatten. Der ideale Vollnazi, der ausnahmslos alle NSParolen geglaubt hatte, war selten. ...
Wenn die Anhänger der NPD beteuern, sie seien keine Nazis, so ist daran soviel richtig: Sie offerieren nicht mehr das alte Bündel, und sie wären auch töricht, wenn sie es versuchten. ... Und die Sache mit der Herrenrasse ist einfach zu verrückt, als daß man damit Stimmen holen könnte. Man meidet das Wort, man hält sich lieber an die Gastarbeiter. Schließlich ist man sogar für die Demokratie, nur eben nicht für die „Lizenzparteien".

Natürlich gibt es auch Ruten, die wir vom alten Bündel her kennen: Der Kampf gegen alle Art von Zersetzung und Überfremdung, für sittliche Erneuerung, für die deutsche Mutter und gegen die Dirnen, für nationale Würde und gegen Intellektuelle, Gewerkschaften, Verzichtpolitiker und Nestbeschmutzer, gegen Kommunisten und — amerikanische — Kapitalisten. In diesen Punkten hat man sich nicht einmal die Mühe gemacht, den Wortschatz zu ändern. Man hatte es auch nicht nötig: Andere hatten diesen Wortschatz lebendig erhalten. ...
Was die NPD heute tut, war seit einiger Zeit fällig: Sie sammelt die in der politischen Landschaft wirr herumliegenden Ressentiments; fleißig, ohne eine Rute zu vergessen, schnürt sie ihr neues Bündel."