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Freitag, 13. Mai 2011

"Die Iren und die Juden kommen!" - Das "Webb-Zitat" und die Angst vor dem Rassenselbstmord

Thomas C. Leonard plädiert in seinem Artikel "Mistaking Eugenics for Social Darwinism" dafür, den Einfluss der Eugenik-Lehre – und nicht „nur“ des Sozialdarwinismus - auf gängige Wirtschaftstheorien sehr viel stärker zu durchleuchten, als dies bisher geschehen ist. Mistaking Eugenics for Social Darwinism
Die Detail-Diskussion seiner Argumente ist eher etwas für hochspezialisierte Historiker, Soziologen, Politologen oder Wirtschaftswissenschaftler (s. auch Fußnote unten).

Im Zusammenhang mit der Sarrazin-Debatte ist das besonders Interessante an dem Artikel die Zusammenstellung von weniger bekannten Informationen zur Ideengeschichte der Angst vor dem „Rassenselbstmord“ (race suicide). Diese Angst hatte im frühen 20. Jahrhundert infolge der Lehren von der „nordischen Rasse“ (wesentlich geprägt von Madison Grant, s. weitere Einträge auf diesem Blog) in den Ländern, die sich „nordisches Blut“ zuschrieben, rasch um sich gegriffen.

Zum Thema „Angst vor dem Rassenselbstmord“ ist aus dem Artikel u.a. zu lernen, dass der Begriff „Gegenauslese“ 1907 von Sydney Webb geprägt wurde: im englischsprachigen Original „adverse selection“. (Als Quelle nennt Leonard: "Webb, S. 1907. The Decline in the Birth-Rate. Fabian Society Tract 131. London: Fabian Society".) Von Gegenauslese bzw. Dysgenik, bei Sarrazin als „negative Auslese“ oder mit dem Adjektiv „dysgenisch“ bezeichnet, war auf diesem Blog ja schon die Rede (s. den Post mit Auszügen aus einem Schulbuch der Nazi-Zeit). http://guttmensch.blogspot.com/2011/03/sozialdarwinismus-bei-sarrazin-dysgenik.html

Webb berief sich auf den uns ebenfalls schon als Schüler und Biograf Francis Galtons bekannten Professor Karl Pearson (auch Aufzeichner der Geschichte vom „Eugenic College of Kantsaywhere“.s. voriger Post) mit der Prophezeiung:  Twenty-five percent of our parents, as Professor Karl Pearson keeps warning us, is producing 50 percent of the next generation. This can hardly result in anything but national deterioration; or, as an alternative, in this country gradually falling to the Irish and the Jews.” - Zu Deutsch etwa: “25 % unserer Elternpaare produzieren … 50 % der nächsten Generation. Das kann kaum zu etwas anderem führen als zu nationaler Entartung; oder, als Alternative, dazu, dass dieses Land allmählich an die Iren und die Juden fällt.“ (Mit „dieses Land“ war England gemeint.)

Die Übersetzung von „national degeneration“ habe ich mir nicht aus den Fingern gesogen; tatsächlich lautete die zeitgenössische im Deutschen verwendete Übersetzung „nationale Entartung“ oder „Volksentartung“; siehe z.B.:
National degeneration [Volksentartung ] means a decline in the average ...... publishing.cdlib.org/ucpressebooks/view?docId...id... - Im Cache
Ein von Hippler gezeichneter Artikel in der Zeitschrift "Der Film" über seine Entstehung bezeichnete Juden als "Parasiten nationaler Entartung". ...
de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Hippler - Im Cache - Ähnliche Seiten
Thorsten Faas, Kai Arzheimer, Sigrid Roßteutscher - 2010 - Social Science - 377 Seiten
... „Instrumentalisierung des Bildes als Symbol kulturell-nationaler Entartung …

Webb sah also vor seinem geistigen Auge, basierend auf Ideen von Pearson - die wiederum auf das Vermächtnis Galtons zurückgingen- zwei alternative „Schreckensszenarien“ (vor denen nur eugenische Maßnahmen würden retten können): Die Volksentartung durch überproportionale Fortpflanzung minderwertiger Mitglieder der englischen Bevölkerung, oder die allmähliche Übernahme des Landes durch „die Iren und die Juden“.

Sydney Webb, so ergab weitere „Web(b)-Recherche“, war Mitgründer der renommierten London School of Economics (s. Wikipedia etc.). Hier stoßen wir nun – nicht zum ersten Mal – auf das Phänomen, dass in vieler Hinsicht mit Recht besonders angesehene Leute mit der Kraft ihrer Autorität, verbunden mit den üblichen Vorurteilen und Besessenheiten ihrer Zeit, zur Verbreitung zerstörerischen Aberglaubens weitaus mehr beigetragen haben als durchschnittliche Stammtisch-Rassisten. Ähnliches wäre u.a. auch über Herbert Spencer, Friedrich Nietzsche und – besonders drastisch – Henry Ford zu sagen.

Da die von Webb geteilten und mitgeteilten Befürchtungen Pearsons auffallend an Theorien des von Hitler verehrten Rassenideologen Houston Stewart Chamberlain aus dem Bayreuther Kreis um Richard Wagner erinnern, habe ich nun zunächst die Kombination Sydney Webb und Chamberlain gegooglet. Bei HS Chamberlain wurde ich noch nicht fündig – nicht weil es zu wenig, sondern zu viele Links gibt, die zu durchforsten sehr zeitaufwendig wäre. Stattdessen eine auf Anhieb interessante Quelle zu einer Verbindung, wenn man es so nennen will, mit Joseph Chamberlain. Dieser war der Vater von Neville Chamberlain, der als britischer Premierminister für die „Appeasement-“ („Beschwichtigungs-“) Politik gegenüber Nazi-Deutschland Verantwortung trug und das berüchtigte „Münchner Abkommen“ mit Adolf Hitler schloss. Einem Wikipedia-Eintrag zufolge hatte Sydney Webbs Ehefrau Beatrice Webb in ihrer Jugend eine Beziehung (oder ein Verhältnis, was immer mit „relationship“ gemeint ist) mit dem Kabinettsminister Joseph Chamberlain, dessen Söhne Austen und Neville damals Teenager waren.

Sydney und Beatrice Webb, so ergibt weitere Recherche, gehörten der frühen Fabian Society an, einer Bewegung, die versuchte, wirtschaftliche Effizienz und Wohlfahrtsstaat zu verbinden, und dabei der Eugenik große Bedeutung beimaß – einer Art „linken Variante“ der Eugenik-Bewegung. Literaturhinweis dazu: 
Sidney und Beatrice Webb.... der Fabian Society zur Eugenics Education Society ...d-nb.info/967625661/04
Wulf D. Hund: Eugenik als sozialer Rassismus. Nachwort zu: Sören Niemann-Findeisen: Weeding the Garden. Die Eugenik-Rezeption der frühen Fabian Society. ...(21. Febr. 2011)
Aus der Publikationsliste von Prof. Dr. Wulf D. Hundhttp://www.wiso.uni-hamburg.de/fachbereiche/sozialoekonomie/fachgebiete/fachgebiet-soziologie/team/prof-dr-wulf-d-hund/Das Zitat von Sydney Webb über Volksentartung und Übernahme durch Iren und Juden ist ein Anzeichen dafür, wie verbreitet die Angst vor dem „Rassentod“ – inklusive Angst vor Überfremdung durch die Juden – in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts gewesen ist. Die schrecklichsten Konsequenzen gingen von deutschem Boden aus. Aber die Tatsache, dass die ideologischen Wurzeln so weit verzweigt waren, hat sicherlich dazu beigetragen, dass es zu der „deutschen Katastrophe“ kommen konnte.

Das Webb-Zitat gibt zu denken über die Irrationalität von Ängsten vor „Rassentod“, oder „Volkstod“ durch „negative Auslese“, auch wenn solche Ängste von gebildeten Menschen verbreitet werden.


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Meinen einführenden Kommentar zu Leonards Papier (s.o.) hatte ich gekürzt, um schneller zu dem Thema dieses Beitrags zu kommen. Hier noch der ursprüngliche erste Absatz in der längeren Version. Genau genommen gehört dieser Teil eher zu einem anderen Beitrag auf diesem Blog, mit dem die Begriffe „Eugenik“ und „Sozialdarwinismus“ eingeführt werden, aber bei einem Zettelkasten mit elektronischer Stichwortsuche kann man etwas flexibel sein. (Vielleicht sollte ich den mittlerweile digitalisierten Zettelkasten nach der Methode von Niklas Luhmann (http://www.youtube.com/watch?v=7gxXkbEag6k) mal ausprobieren? Das Genie beherrscht das Chaos… Bei der Gelegenheit: Zu dem Begriff vom Genie, den Galton und seine Nachfolger in die Umgangssprache eingeführt haben, ist auch noch einiges zu sagen; soll in einem der nächstens Beiträge folgen.)

Thomas C. Leonard plädiert dafür, den Einfluss der Eugenik-Lehre – und nicht „nur“ des Sozialdarwinismus - auf gängige Wirtschaftstheorien sehr viel stärker zu durchleuchten, als dies bisher der Fall gewesen ist. Dafür spricht u.a., dass der Begriff der Eugenik schärfer definiert ist als der des Sozialdarwinismus. Dies ergibt sich daraus, dass „Sozialdarwinismus“ – anders als der von Francis Galton geschaffene Begriff der „Eugenik“ eine Fremdbezeichnung ist. Herbert Spencer, maßgeblicher Begründer des sozialdarwinistischen Denkens, und seine geistigen Nachfolger haben keine Lehre formuliert, die sich ausdrücklich „Sozialdarwinismus“ nennt. Sie übertrugen aufkommenden Theorien der Evolution – nicht nur von Darwin, sondern auch von Lamarck, der in Bezug auf Vererbung etwas andere Positionen hatte – auf den sozialen und wirtschaftlichen Bereich. Bekannt wurde das von Spencer geprägte Schlagwort „survival of the fittest“ (Überleben der Tauglichsten), das Darwin von ihm übernahm (s. frühere Posts). Für die Anwendung des Survival-of-the-Fittest-Prinzips zur Rechtfertigung eines unregulierten Wirtschaftslebens (laissez-faire economics), das Reiche reicher und Arme ärmer werden ließ, prägten Kritikern den Begriff des Sozialdarwinismus. Selbst Herbert Spencer, hätte so meint Thomas Leonard, nicht alles vertreten, was später mit dem Sozialdarwinismus in Verbindung gebracht wurde. So habe er z.B. Militarismus kritisiert und es habe nicht seinen Vorstellungen entsprochen, dass Wirtschaftsinteressen mit den Mitteln des Krieges durchgesetzt werden; einigen eugenischen Ideen habe er skeptisch gegenüber gestanden. - Man kann zu Leonards Ausführungen im Einzelnen verschiedene Auffassungen haben, je nachdem, welche Aussagen Spencers, Sumners und anderer „Sozialdarwinisten“ man für die Auswertung berücksichtigt oder nicht.

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Nachtrag zum Stichwort "Rassenselbstmord"

Die Idee von der Bedrohung durch "Rassenselbstmord" war Anfang des 20. Jahrhunderts sehr verbreitet. Auch einige Zionisten vertraten sie, bezogen auf die Juden.  Siehe z.B. John Glad: Jewish Eugenics. Wooden Shore L.L.C., 2001.  
Jewish Eugenics  whatwemaybe.org/Jewish_Eugenics_Text.final002.doc"Zionist Alfred Waldenburg (1873-1942) argues that intermarriage leads to “racial suicide” and calls for “superior racial inbreeding” in Palestine.” Zitiert von Glad nach Hart, 1999.
Anmerkung: Glads Buch kann man als ein Plädoyer für jüdische Eugenik verstehen. Aus Texten auf seiner Webseite (http://www.woodenshore.org/) geht hervor, dass er sich mit Thesen zur jüdischen Intelligenz positiv auf den umstrittenen Sarrazin-Ideengeber Richard Lynn bezieht. Er meint außerdem, die Tatsache, dass es auch jüdische Eugeniker wie Waldenburg gab, würde dagegen sprechen, die Eugenik mit dem Holocaust in eine direkte Verbindung zu bringen. – Das Todesjahr (1942) legt nahe, dass Waldenburg dem Holocaust zum Opfer fiel. Näheres konnte ich dazu nicht herausfinden; nur soviel, dass Mitte Februar 1942 in Holland in der jüdischen Tageszeitung „Het Joodsche Weekblad“ eine Todesanzeige für ihn veröffentlich wurde (http://www.communityjoodsmonument.nl/person/129000/en)

Zu Waldenburgs Forschungen und Theorien:

Veronika Lipphardt, Biologie der Juden - Jüdische Wissenschaftler über Rasse und Vererbung 1900-1935, Vandenhoeck & Rupprecht, 2008

von MB Hart - 1999
Alfred Waldenburg ("Juidsiche Rassenhochzucht," ibid., 1911, .....
www.jstor.org/stable/237051
Alfred Waldenburg (Berlijn 1873-1942 Laren) promoveerde in 1902 op het proefschrift 'Das isoce- phale blonde Rassenelement unter Halligfriesen und ...www.amstelodamum.nl/site/download.php?id=NTRhbGl0dGxlc2FsdA==


Weiteres zum Stichwort „Rassenselbstmord“ auf diesem Blog:
oder Stichwortsuche

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Zur damaligen Debatte über die "Rasse der Iren" und ihrer Verbindung mit kolonialem Rassismus gegenüber den Afrikanern ist dieser (leider kostenpflichtige) Artikel erwähnenswert:
 Denying Human Homogeneity: Eugenics & The Making of Post-Classical ...
von SJ Peart - 2003
journals.cambridge.org/article_S1053837200007951Stichworte: Beddoe, Celtic "types", "Africanoid Celts", "Index of Nigrescence"


Der Ethnologe John Beddoe hatte einen "Index der Negerhaftigkeit"  ("Index of Nigrescence", auch "Negrescence" geschrieben) entwickelt, mit dem er u.a. nachweisen wollte, dass die Iren (keltische "Typen") aus "rassischer" Sicht den "Negern" nahestünden. Er meinte, dass menschliche Gruppen als genetisch umso unterentwickelter einzustufen seien, je "negerhafter" sie seien.
http://en.wikipedia.org/wiki/John_Beddoe
Auszug aus dem Wikipedia-Eintrag zu John Beddoe:
"He believed that eye colour and hair colour were valuable evidence in the origins of the British people. He wrote The Races of Britain: A Contribution to the Anthropology of Western Europe, (1862) which was re-published in 1862, 1885, 1905 and 1971. Beddoe wrote in his work that all geniuses tended to be "orthognathous" (that is, have receding jaws) while the Irish and the Welsh were "prognathous" (have large jaws). Beddoe also maintained that Celts were similar to Cromagnon man, and Cromagnon man was similar to the "Africanoid" race. Celts in Beddoe's "Index of Negrescence" are very different from Anglo-Saxons."





"An illustration from Harper's Weekly shows an alleged similarity between "Irish
Iberian" and "Negro" features in contrast to the higher "Anglo-Teutonic."
http://www.answers.com/topic/racism


Galton dachte über "Neger" kaum anders als Beddoe (nachzulesen in dem von Sarrazin positiv erwähnten Galton-Buch "Hereditary Genius", 1892; siehe z.B. Quellenangabe 109 im folgenden Auszug aus "Das Grauen des Holocaust" von Harun Yaya; http://dasgrauendesholocaust.com/dasgrauendesholocaust_4.html):
"Galton formulierte offen seinen Glauben an eine überlegene Herrenrasse und eine Herrenklasse. Schwarzen sprach er einen von vornherein niedrigen Grad von Intelligenz zu:
"Die Anzahl der Neger, die man als nur halbintelligent bezeichnen muss, ist sehr groß. Jede Publikation über Negerbedienstete in Amerika ist voll von Beispielen dafür. Ich selbst habe dies während meiner Reisen durch Afrika jedes Mal bestätigt gefunden. Die Fehler, die die Neger selbst in ihren eigenen Angelegenheiten machten, waren so kindisch, dumm und tölpelhaft, dass ich mich manchmal für meine eigene Gattung schämte."109
Galton ging so weit, zu behaupten, dass bestimmte Hunderassen intelligenter seien als manche Menschenrassen.110 Aber bei seiner Beurteilung von Schwarzen und Sklaven hat er einen wichtigen Punkt übersehen: Dass nämlich die meisten Bücher über Sklaven von weißen Sklavenhaltern geschrieben wurden. Hinzu kommt, dass die Sklaven in eine Gesellschaft eingesogen wurden, die ihnen völlig fremd war, in eine Kultur, die sie nicht verstehen konnten. Natürlich erschien den weißen Herren ihr Verhalten deshalb als unwissend. Keine Frage, dass ein Weißer, der in einem afrikanischen Dorf leben müsste, exakt die gleichen Probleme der Anpassung und Einordnung hätte.
Darüber hinaus haben Galtons abenteuerliche Behauptungen über Schwarze keinerlei wissenschaftlichen Wert, sondern stützten sich ausschließlich auf Spekulationen verschiedener Pseudowissenschaftler, die im damaligen wissenschaftlichen Primitivismus tätig waren und eine Gehirnwäsche im Geist des Materialismus durchlaufen hatten."

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Mit der Idee vom "Rassenselbstmord" ("racial suicide") durch Rassenmischung ("racial miscegenation) wehrten sich US-amerikanische Eugeniker dagegen, dass Gesetze gegen "Mischehen" aufgehoben werden sollten.  
"1906 Robert Reid Rentoul  provided classical works on racial sucide: "Race Culture; or, Race Suicide? (A Plea for the Unborn)", published in New York and London in 1906.  Rentoul speaks of the "terrible monstrosities" created by racial intermarriage and points out that the  Americans are "poor patriots" for repealing their racial miscegenation statutes."
http://www.mdcbowen.org/p2/rm/20th.htm




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"Beatrice Webb was sure her genetic material was worth preserving, describing herself as 'the cleverest member of one of the cleverest families in the cleverest class of the cleverest nation of the world".
http://conservativehome.blogs.com/leftwatch/2010/11/eugenics-is-the-dirty-little-secret-of-the-british-left.html

Kommentare:

  1. "Weißheit des Blutes"

    Von einer rechtsextremistischen Webseite

    "... Jews gravitate to Gentile wealth and power, and genetically intertwine themselves with it, the odds are high that Jewish blood has penetrated the family over the decades, distorting and diluting its whiteness."

    http://www.counter-currents.com/2013/09/a-table-talk-puzzle/

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  2. Verhungern inmitten der Fülle
    Ein kritischer Blick auf die knappe Behandlung der Hungersnöte in Irland in amerikanischen Schulbüchern

    Why the real story of the Ireland's Great Hunger is not taught in U.S. schools
    Bill Bigelow @ZinnEdProject
    September 15,2015

    .... Holt McDougal’s U.S. history textbook The Americans, devotes a flat two sentences to “The Great Potato Famine.” Prentice Hall’s America: Pathways to the Present fails to offer a single quote from the time. ...

    These timid slivers of knowledge not only deprive students of rich lessons in Irish-American history, they exemplify much of what is wrong with today’s curricular reliance on corporate-produced textbooks. ...

    For example, it’s important for students to learn that the crop failure in Ireland affected only the potato—during the worst famine years, other food production was robust. Michael Pollan notes in The Botany of Desire, “Ireland’s was surely the biggest experiment in monoculture ever attempted and surely the most convincing proof of its folly.” But if only this one variety of potato, the Lumper, failed, and other crops thrived, why did people starve?

    Thomas Gallagher points out in Paddy’s Lament, that during the first winter of famine, 1846-47, as perhaps 400,000 Irish peasants starved, landlords exported 17 million pounds sterling worth of grain, cattle, pigs, flour, eggs, and poultry—food that could have prevented those deaths. Throughout the famine, as Gallagher notes, there was an abundance of food produced in Ireland, yet the landlords exported it to markets abroad.

    The school curriculum could and should ask students to reflect on the contradiction of starvation amidst plenty, on the ethics of food exports amidst famine.

    More than a century and a half after the “Great Famine,” we live with similar, perhaps even more glaring contradictions. Raj Patel opens his book, Stuffed and Starved: Markets, Power and the Hidden Battle for the World’s Food System: “Today, when we produce more food than ever before, more than one in ten people on Earth are hungry. The hunger of 800 million happens at the same time as another historical first: that they are outnumbered by the one billion people on this planet who are overweight.”

    Patel’s book sets out to account for “the rot at the core of the modern food system.” This is a curricular journey that our students should also be on — reflecting on patterns of poverty, power, and inequality that stretch from 19th century Ireland to 21st century Africa, India, Appalachia, and Oakland; that explore what happens when food and land are regarded purely as commodities in a global system of profit.

    http://www.irishcentral.com/opinion/others/Why-the-real-story-of-the-great-Irish-exodus-to-America-isnt-taught-in-US-schools.html

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    1. Important Theorists: 135 World Development
      Posted by: philosopheress on: December 27, 2011
      In: Development | International Studies | Journal

      These notes of a course offered by the U of London International Programme, LSE.

      [Amartya] Sen’s approach has also been described as misconceived because it exaggerates the degree to which growth can be ‘bad’ (Ravallion, 1997) In fact, Amartya Sen investigating the 1974 famine in Bangladesh, had argued that the normal working of markets (real markets) can be a factor in famine, as people get priced out of the food market, then starve.

      Sen directs us towards the ‘non-market determinants of the ability to command goods on the market: ownership of resources and the terms on which people come to market which influence their ability to trade’ (Mackintosh, 1990)

      Sen shows that Liberal tradition capable of showing how markets ‘really work’, and is a strong advocate of appropriate state intervention to address the insecurity that markets will inevitably generate.

      While democracy may not have any large effects on economic growth, it undoubtedly has some effect on the poor. This has been most famously articulated by Amartya Sen in his work on famines, where he has shown that ‘there has never been a famine in a functioning multiparty democracy’ (Sen 1999) Sen’s analysis of famines has been extremely influential and was one of the reasons he was awarded the Nobel Prize for Economics in 1998.

      Sen’s argument is that, contrary to popular belief, famines are not caused by a lack of food but rather by a sudden drop in incomes among the most vulnerable in society.

      There have been many cases where countries have not seen a drop in food production and/or have exported food in the midst of a famine, most famously during the Irish potato famine of the 1840s.

      https://philosopheress.wordpress.com/category/international-studies/page/2/

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  3. "Alle Gesetze von Washington und alle Bajonette der Armee können die Neger nicht in unsere Häuser, in unsere Schulen, unsere Kirchen und unsere Orte der Erholung und Unterhaltung zwingen."

    Rassenideologie in den USA
    Strom Thurmond, einer ihrer vielen Vertreter

    Strom Thurmond, Foe of Integration, Dies at 100
    By ADAM CLYMER
    New York Times, June 27, 2003

    ... In 1964, Mr. Thurmond switched parties to back the Republican nominee for president, Senator Barry M. Goldwater. Four years later Mr. Thurmond held the South for Richard M. Nixon's nomination and election, after assuring Southerners that Mr. Nixon, as president, would go easy on civil rights.

    Despite the role of civil rights in his political evolution and his record-breaking filibuster of 24 hours and 18 minutes against the civil rights bill of 1957, Mr. Thurmond always insisted he had never been a racist, but was merely opposed to excessive federal authority.

    As governor of South Carolina, he led the effort to abolish the state poll tax, but in Congress he fought efforts to ban it nationally. Running for president in 1948 as what the press called a Dixiecrat, he said that ''on the question of social intermingling of the races, our people draw the line.'' And, he went on, ''all the laws of Washington and all the bayonets of the Army cannot force the Negro into our homes, into our schools, our churches and our places of recreation and amusement.''

    His opposition to integration, which he often attributed to Communism, was the hallmark of his career in Washington until the 1970's. In 1971, he was among the first Southern senators to hire a black aide -- in recognition of increased black voting resulting from the legislation he had fought. ..."

    http://www.nytimes.com/2003/06/27/us/strom-thurmond-foe-of-integration-dies-at-100.html?pagewanted=all

    Satirisch zitiert von Trevor Noah in der Daily Show, dem US Aequivalent der Heute Show

    The Daily Show - Who's to Blame for the Ku Klux Klan?
    https://www.youtube.com/watch?v=Yw47QpOK9gw

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    1. "Buergerrechts-Gesetz fuehrt direkt in Konzentrationslager" (Senator Russell, 1956)

      ... In 1956, with Senator Harry F. Byrd of Virginia, he proposed a Southern manifesto, which ... argued that the Supreme Court justices, ''with no legal basis for their action, undertook to exercise their naked judicial power and substituted their personal and political ideas for the established law of the land.'' Nineteen of the 22 Southern senators signed -- those who did not were Lyndon B. Johnson of Texas and Albert Gore and Estes Kefauver of Tennessee. ...

      In 1957, after widespread efforts by the White Citizens Council to purge blacks from Southern voting rolls, the United States attorney general, Herbert Brownell, pushed for civil rights legislation. He drew up a bill to create a civil rights commission and a civil rights division in the Justice Department and outlaw efforts to bar people from voting in federal elections. The bill's most important section would allow the attorney general to file suits to halt discrimination in voting, education and elsewhere.

      Senator Russell said the bill would lead to ''concentration camps'' and the use of the military to ''destroy the system of separation of the races in the Southern states at the point of a bayonet.'' ...

      Although the fight was obviously over, Mr. Thurmond staged a one-man filibuster. ...

      Mr. Thurmond ... suggested, in 1962, that Communists had infiltrated the government. He called them ''silent socialists'' and once said: ''I don't know of any right-wing extremists, as I define them, bringing harm to the government. Left-wingers have.''

      His support of the right was much in evidence in 1962, when he was an active participant in a special subcommittee of the Senate Armed Services Committee, which held hearings on accusations that the Kennedy Administration had ''muzzled'' officers of the armed forces and prevented them from teaching their soldiers about the menace of Communism.

      He continued to connect Communism and civil rights, calling the Freedom Riders of 1961, who sought integrated bus travel, ''red pawns and publicity seekers.'' ...

      In 1968, Mr. Thurmond played a central role in Mr. Nixon's nomination and election. After Mr. Thurmond first won a promise that Mr. Nixon would favor an anti-ballistic missile defense system, he worked over Southern Republicans. ...

      Mr. Thurmond was influential in the Nixon administration, but it could not deliver on its promise to slow school desegregation. ...

      He hired Thomas Moss of Orangeburg, a state director of the Voter Education Project ... Mr. Moss was the first black employed by any of South Carolina's members of Congress. For a quarter of a century, Mr. Moss worked for the senator and for black South Carolinians, using Mr. Thurmond's clout to win sewer grants for black hamlets and grants for black colleges and small businesses. ...

      His political pragmatism played a part when Mr. Reagan became president in 1981. ... he broke with anti-abortion campaigners over the issue of using fetal tissue for research, telling the Senate that this research would help people like his daughter Julie, who had juvenile diabetes ...

      In 1995 he became chairman of the Armed Services Committee, where he had served since 1959 in a time when he rose to the rank of major general in the Army Reserve. ... he resigned the chairmanship on Dec. 4, 1998, the day before his 96th birthday. ...

      Asked in his 1999 interview if there was anything in more than 70 years of public service he would do differently, Mr. Thurmond said: ''I can't think of anything. ...''

      http://www.nytimes.com/2003/06/27/us/strom-thurmond-foe-of-integration-dies-at-100.html?pagewanted=all

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    2. Dear Senator: A Memoir by the Daughter of Strom Thurmond Paperback – January 24, 2006

      by Essie Mae Washington-Williams, William Stadiem

      Breaking nearly eight decades of silence, Essie Mae Washington–Williams comes forward with a story of unique historical magnitude and incredible human drama. Her father, the late Strom Thurmond, was once the nation's leading voice for racial segregation (one of his signature political achievements was his 24–hour filibuster against the Civil Rights Act of 1957, done in the name of saving the South from "mongrelization"). Her mother, however, was a black teenager named Carrie Butler who worked as a maid on the Thurmond family's South Carolina plantation.
      Set against the explosively changing times of the civil rights movement, this poignant memoir recalls how she struggled with the discrepancy between the father she knew–one who was financially generous, supportive of her education, even affectionate–and the Old Southern politician, railing against greater racial equality, who refused to acknowledge her publicly. From her richly told narrative, as well as the letters she and Thurmond wrote to each other over the years, emerges a nuanced, fascinating portrait of a father who counseled his daughter about her dreams and goals, and supported her in reaching them–but who was unwilling to break with the values of his Dixiecrat constituents.

      http://www.amazon.com/Dear-Senator-Memoir-Daughter-Thurmond/dp/0060761423

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  4. Steuerfrei im Sinne von Strom Thurmond

    The Strom Thurmond Institute of Government and Public Affairs

    is a Public Service Activity (PSA) of Clemson University. Established in 1981, the Institute conducts applied research and service in public policy areas at the local, regional, state and national levels. The Institute draws upon the expertise of Clemson University faculty, staff and students and has an established record of collaborative partnerships with academic, governmental and private sector scholars throughout the world. The Institute also enhances awareness of current public policy issues on the Clemson campus and throughout the state and region through informal and formal educational programs. The Institute sponsors research and public service programs to enhance civic awareness of public policy issues and improve the quality of national, state and local government. The Institute is a nonprofit, nonpartisan, tax-exempt public policy research organization.

    http://sti.clemson.edu/

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