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Dienstag, 26. März 2013

Drei Bedrohungen: Sarrazins Thesen von ihm selbst zusammengefasst (und Hinweise auf Vorläufer)

Sarrazins Thesen Zusammenfassung – diese Wortkombination gehört zu den häufigsten Suchbegriffen, mit denen Besucher dieses Blog gefunden haben. (Geführt wird die Liste von dem Begriff “Kulturbereicherer”, gefolgt von “Kopftuchschlampe”).

Wer eine Zusammenfassung von Sarrazins “Thesen” sucht, landet bisher zuerst auf meinem Post “Sarrazin Thesen in fünf Punkten”. Da es gar nicht so einfach war, eine von Sarrazin selbst verfasste Zusammenfassung seiner vielfältigen Aussagen zu finden – eine Unterscheidung, was wirklich der Kern ist und was Beiwerk -, hatte ich diesen Post nach einer von Bruno Preisendörfer verfassten Zusammenfassung in fünf Punkten benannt.

Zu finden auf

    


Sarrazin hat über seine Deutschland-Schafft-Sich-Ab-Theorie ein dickes Buch verfasst und unzählige Interviews gegeben. Aber es ist eine Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen, wenn man eine Stelle finden will, an der er sagt: Das ist, in ein paar Sätzen, der Kern, um den es mir geht.
Es dauerte einige Zeit, bis ich eine solche Stelle fand – in dem Interview, das Sarrazin 2011 (in englischer Sprache) der BBC gegeben hat. Der betreffende Text (in deutscher Übersetzung) ist in besagtem Post als Nachtrag noch eingefügt und kurz kommentiert. Mit diesem neuen Post möchte ich besonders darauf hinweisen.
Aus Sarrazins eigener Zusammenfassung wird deutlich, dass es im Kern nicht um Integration geht. Sondern es geht darum, welche Abstammung als deutsch gelten soll, und welche Bevölkerungsgruppen bezüglich ihrer Erbanlagen höher- oder minderwertig seien. Die “eugenischen Thesen” sind nicht irgendwelche Ausrutscher, sondern sie sind der Kern.

Sie lauten:
 
  • Deutschland schrumpft (mit jeder Generation um ein Drittel der Bevölkerung)
  • Die klügsten Menschen kriegen die wenigsten Kinder
  • Deutschland hat die falsche Art von Immigration - aus den falschen Ländern

Das sind die Kernthesen in Sarrazins eigener Zusammenfassung.
Original-Interview (Audio) http://www.wikio.de/video/thilo-sarrazin-full-hour-interview-say-4976271
Transkript (Auszug) http://europenews.dk/en/node/39257

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Um Integration geht es nicht:
Siehe z.B. auch den Post "Anbiederungen", Stichwort "Charakterliche Ueberfremdung"
http://guttmensch.blogspot.com/2011/12/anbiederungen.html


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Sarrazins Traum:

(Aus dem "Traumkapitel" in DSSA; von mir zusammengefasst)

http://guttmensch.blogspot.com/2011/07/antwort-auf-die-quizfrage-zu-welchem.html

Bei der Bundestagswahl im September 2013 wird eine Regierung gewählt, die in ihrer Koalitionsvereinbarung "neue Akzente zur Weiterentwicklung in der Familien-, Integrations- und Bildungspolitik" setzt. Sie setzt durch, was Sarrazin für richtig hält. Insbesondere sind das Maßnahmen, die bis dahin besonders umstritten und "immer wieder als sozial ungerecht" kritisiert worden waren".
Finanzielle Unterstützungsleistungen für Familien werden konzentriert auf Anreize zur Steigerung von "Geburten von Frauen mit mittlerem und hohem Bildungsstand". Die Zahl der Geburten pro Frau steigt auf 2,1, und die "qualitativen Veränderungen" in der Zusammensetzung der Bevölkerung, die Sarrazin zuvor angeprangert hatte, kehren sich um. Dank unterschiedlicher finanzieller Anreize und Gegenanreize für verschiedene Bevölkerungsgruppen liegt die Fruchtbarkeit bei "Schichten mit höherer Bildung" noch über dem erreichten Gesamtdurchschnitt von 2,1 Geburten pro Frau, und "bei den Migranten aus Nah- und Mittelost sowie aus Afrika" unter den Gesamtdurchschnitt.
Von Investitionen für Bildung ist nicht die Rede; wie an anderer Stelle im Buch abgehandelt, wird gerade im Bildungsbereich nach Sarrazins Ansicht schon zuviel Geld verschwendet. Ganztagsschule ist aber Pflicht, Lehrpläne ändern sich entsprechend Sarrazins Vorstellungen, und es gibt Kopftuchverbot an Schulen.
Man sieht immer weniger Frauen mit Kopftuch, die Kinder werden intelligenter, Deutschland ist wieder gut aufgestellt für den internationalen Wettbewerb.


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Ergänzung 27.04.2013

Drei Gefahren

Interessante Funde in zwei neu eingetroffenen, über Internet-Antiquariat bestellten Büchern (Hervorhebungen in Fettdruck von mir):

1)      Deutsche Bevölkerungspolitik. Von Dr. Herbert Linden, Ministerialrat im Reichs- und Preußischen Ministerium des Innern. Erschienen 1938 in der Reihe “Volk und Wissen, Verlag Kurt Stenger, Erfurt (S. 3)

Das Volk nach nationalsozialistischer Auffassung ist nicht die Zusammenfassung der gegenwärtig innerhalb der Reichsgrenzen lebenden Individuen. Das Volk ist vielmehr ein besonderer, durch Blutsverwandtschaft entstandener biologischer Körper, der seinen eigenen biologischen Gesetzen unterworfen ist. Während z.B. das Einzelindividuum unentrinnbar dem Tode verfällt, können Völker ewig leben, wenn sie die Gefahren vermeiden, die dieses ewige Leben bedrohen. Der Nationalsozialismus kennt diese Gefahren genau. Auf Grund der geschichtlichen Betrachtung vom Kommen und Gehen der Völker und Kulturen und auf Grund der Ergebnisse exakter naturwissenschaftlicher Forschung müssen drei Gefahren vermieden werden: 1. Rückgang der Zahl, 2. Überwuchern der erbkranken Stämme über die gesunden, 3. Vermischung mit Fremdstämmigen. 

2)      Zwangssterilisation in Bonn (1934 – 1945) – Die medizinischen Sachverständigen vor dem Erbgesundheitsgericht. Von Carola Einhaus. Erschienen 2006 in der Reihe Rechtsgeschichtliche Schriften. Im Auftrage des Rheinischen Vereins für Rechtsgeschichte Köln, herausgegeben von Dieter Strauch. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien

Auf dem Reichsparteitag der NSDAP im Jahre 1934 nannte Reichsärzteführer Wagner die drei vorrangig zu lösenden Aufgaben der nationalsozialistischen Gesundheitspolitik: Förderung der durch Geburtenrückgang gefährdeten arischen Rasse, Ausschluss sogenannter Erbuntüchtiger von der Fortpflanzung und die Verhinderung der Vermischung von arischem mit artfremdem Blut.





Reichsärzteführer Gerhard Wagner
 

Abtransport Behinderter zur "Euthanasie";

Stetten im Remstal, 1940.

Ministerialrat Dr. Herbert Linden war

an der "Aktion T4" maßgeblich beteiligt



















 
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Die drei demografischen Bedrohungen nach Sarrazin (2010) einerseits und nach Wagner (1934) und Linden (1938) andererseits lassen sich mit den gleichen Schlagworten zusammenfassen:

  • Schrumpfvergreisung

  • Vermehrung der Untüchtigen
  • Überfremdung


Drei Bedrohungen / Vergleichende Übersicht
Thilo Sarrazin, 2011

(Von ihm selbst gegebene Zusammenfassung seiner Thesen im BBC Interview)
 
Ministerialrat Linden, 1938

(“Drei Gefahren” –
Broschüre “Deutsche Bevölkerungspolitik”)
Reichsärzteführer Wagner, 1934
(Vorrangig zu lösende Aufgaben der NS Gesundheitspolitik; NSDAP Reichsparteitag)
1.      SCHRUMPFVERGREISUNG
Deutschland schrumpft (mit jeder Generation um ein Drittel der Bevölkerung)
 
Rückgang der Zahl
Förderung der durch Geburtenrückgang gefährdeten arischen Rasse
2.      VERMEHRUNG DER UNTÜCHTIGEN
Die klügsten Menschen kriegen die wenigsten Kinder
 
 
Überwuchern der erbkranken Stämme über die gesunden
Ausschluss sogenannter Erbuntüchtiger von der Fortpflanzung
3.      ÜBERFREMDUNG
Deutschland hat die falsche Art von Immigration - aus den falschen Ländern
 
Vermischung mit Fremdstämmigen
Verhinderung der Vermischung von arischem mit artfremdem Blut

 
Siehe auch Stichwort: Führerschule der deutschen Ärzteschaft; Post http://guttmensch.blogspot.de/2013/02/stoff-aus-den-fuehrerschulen.html und Label “Sarrazin Biographie Familiengeschichte”

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Ministeralrat Linden (1939): “Es muss vielmehr der Schwachsinn herausgearbeitet werden.“


Es gab auf diesem Blog – und natürlich anderswo - ja schon etliche Nachweise der Ähnlichkeit von Sarrazin-Sprüchen mit solchen aus der Nazi-Zeit. Ich hatte mir vorgenommen, es mit solchen Nachweisen , die z.T. – ganz gleichgültig, wie gut belegt sie sind - eher Abwehrreflexe auslösen als zum Nachdenken anregen, nun auch mal gut sein zu lassen. Aber dann stieß ich fast zufällig noch auf die frappierende Ähnlichkeit des Szenarios der dreifachen Bedrohung nach Sarrazin einerseits und den NS Medizinern Wagner und Linden andererseits (s. vergleichende Übersicht oben). Diese Entdeckung “zieht mir die Schuhe aus”.
Der Rolle des Ministerialrats Linden, der in der Broschüre von 1938 die “drei Gefahren” beschworen hatte, bin ich noch etwas weiter nachgegangen.

Google-Suche nach “Ministerialrat Herbert Linden” führt u.a. auf
http://kobra.bibliothek.uni-kassel.de/bitstream/urn:nbn:de:hebis:34-2007013016913/3/Zwangssterilisation.pdf

Dort finden sich auch wichtige Informationen über die weite Auslegung der Diagnosen von “Erbkrankheiten” und “angeborenem Schwachsinn” und, einmal mehr, über den Einsatz von “Begabungsprüfungen” (Intelligenztests). Diese kamen routinemäßig zum Einsatz, wenn es z.B. um Entscheidungen über Zwangssterilisationen ging. Nur wurden, wenn das Ergebnis den Vorurteilen nicht entsprach, noch Hilfsdefinitionen wie “moralischer Schwachsinn” herangezogen, um “Asoziale” und “Minderwertige” auszugrenzen.

 





Bemerkenswert auch die Geschichte der “erbbiologischen Erhebungen” in der ostfriesischen Gemeinde Moordorf - Beispiel für unbewältigte Schwierigkeiten der Integration, interpretiert als erblich bedingtes Asozialen- und Schwachsinnigen-Problem. Auch wenn es zwischen Moordorf Ende der 1930er Jahre und Kreuzberg heute gewaltige Unterschiede gibt – beide können als “Orte der Ankunft” nach Saunders betrachtet werden; in dieser Hinsicht ist ein Vergleich interessant. (Siehe Post “Arrival City – Zum Beispiel Berlin-Kreuzberg”


Nebenbei: Ob die Ostfriesenwitze wohl ursprünglich auf die Moordorfer bezogen waren – nach dem Motto: “Es muss vielmehr der Schwachsinn herausgearbeitet werden”?

 

 
Auszüge aus:

Margret Hamm (Hrsg.), Lebensunwert – zerstörte Leben. Zwangssterilisation und „Euthanasie“, Frankfurt/M. 2005, S. 111-119.
Beitrag von Wolfgang Ayass


Erklärter Feind der „Erbbiologie“ waren die nicht bzw. eingeschränkt Leistungsfähigen bzw. die Leistungsunwilligen, die „Ballastexistenzen“, die nicht nur sozialpolitisch bekämpft und finanziell ausgehungert werden sollten, sondern denen letztlich die Lebensberechtigung abgesprochen wurde. Im sozialpolitischen Denken des Nationalsozialismus galt der arbeitsscheue „Asoziale“ als unmittelbarer Antityp des für die Volksgemeinschaft wertvollen, produktiven Volksgenossen. Die „Asozialen“ und „Minderwertigen“ bildeten in der rassenhygienischen Theorie den gefährlichen Feind im Innern des Volkskörpers. „Asozial“ bzw. synonym „gemeinschaftsfremd“ wurde als negative Ausgrenzung aus der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft definiert. Zur Volksgemeinschaft zählte nur, wer als wertvoll angesehen wurde.

Das „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ vom 14. Juli 1933 enthielt vom reinen Wortlaut keine unmittelbar erkennbare Ausrichtung auf Menschen aus gesellschaftlichen Unterschichten. Mit wissenschaftlichem Anspruch führte der Gesetzestext abschließend und unmissverständlich eine Anzahl angeblicher Erbkrankheiten auf, von denen in der Praxis der folgenden Jahre angeborener Schwachsinn, Schizophrenie und Epilepsie die wichtigste Rolle spielten. Doch schon die veröffentlichte offizielle amtliche Begründung des Gesetzes enthüllte seine Stoßrichtung gegen „Minderwertige“ und „Asoziale“. „Unzählige Minderwertige und erblich Belastete“ pflanzten sich – so die Gesetzesbegründung – „hemmungslos“ fort. Der „kranke und asoziale Nachwuchs“ dieser Minderwertigen falle der Gesamtheit zur Last. In erbgesunden Familien werde dagegen größtenteils nur noch ein Kind geboren. „Das bedeutet aber das Aussterben der hochwertigen Familien, so dass demnach höchste Werte auf dem Spiele stehen; es geht um die Zukunft unseres Volkes! Dazu kommt, dass für Geistesschwache, Hilfsschüler, Geisteskranke und Asoziale jährlich Millionenwerte verbraucht werden, die den gesunden, noch kinderfrohen Familien durch Steuern aller Art entzogen werden. Die Fürsorgelasten haben eine Höhe erreicht, die in gar keinem Verhältnis mehr zu der trostlosen Lage derjenigen steht, die diese Mittel durch Arbeit aufbringen müssen.“ Die Zwangssterilisation von „Minderwertigen“ – so die amtliche Begründung zum Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses – sei eine „Tat der Nächstenliebe“ und „wahrhaft soziale Tat“.

Menschen aus den gesellschaftlichen Unterschichten wurden vorwiegend mit der Diagnose „angeborener Schwachsinn“ zwangssterilisiert, einer im Zwangssterilisationsgesetz explizit genannten Diagnose. Unter „Schwachsinn“ verstanden viele Erbgesundheitsgerichte jedoch nicht nur ein über die damals üblichen Fragebögen messbares Intelligenzdefizit, sondern häufig auch als „moralischer Schwachsinn“ qualifizierte unangepasste Lebensweise oder abweichendes Wertesystem. Mit Konzepten wie „Lebensbewährung“ und „Gesamtpersönlichkeit“ konnten die Erbgesundheitsgerichte auch sozial randständige und unangepasst lebende Personen erfassen, denen „intellektueller Schwachsinn“ nicht nachgewiesen werden konnte. Sozialer Werdegang und „Lebensbewährung“ galten als entscheidende Indikatoren für die Sterilisationsdiagnose „angeborener Schwachsinn“. Hinter der pseudowissenschaftlichen Fassade von so manchem Rassenhygieniker steckte letztlich eine recht schlichte Milieutheorie. […]
Die in den beiden letzten Jahrzehnten durchgeführten Regionaluntersuchungen haben aufgezeigt, dass sich hinter der medizinischen Diagnose „erbkrank“ häufig eine reine soziale Beurteilung verbarg. Insbesondere Fürsorgeämter und Gesundheitsämter meldeten viele ihrer Klienten zur Sterilisation. Eine erhebliche Rolle spielten dabei die Berichte der Fürsorgerinnen, die Fürsorgeakte war eine häufig herangezogene Informationsquelle. Fürsorgeberichte gingen zum Teil wörtlich in Urteile der Erbgesundheitsgerichte ein. Soziale Beurteilung wurde in den Sterilisationsbeschlüssen häufig nur notdürftig hinter pseudomedizinischen Diagnosen versteckt. Schulversagen, Vorstrafen, Arbeitsplatzverlust, Wohnungslosigkeit, ja letztlich die Armut insgesamt wurde als erbbedingt eingeschätzt. Soziale Zusammenhänge wurden schlichtweg geleugnet. Im Gegenteil: Die „Minderwertigen“ hätten sich ihr deklassiertes Umfeld selbst geschaffen oder regelrecht aufgesucht. So schrieb der Stuttgarter Gauamtsleiter des Rassenpolitischen Amts Karl Ludwig Lechler im Jahr 1940:
„Keineswegs aber wünschen Asoziale die Loslösung aus ihrer hässlichen Umgebung, sondern sie wissen eine etwa geplante Beseitigung der 'Verwahrlosung' auf jede erdenkliche Art und Weise zu verhindern. Gerade die selbstgewählte Umwelt ist kennzeichnend für Asoziale.“ Soziale Not wurde daher geradezu als Indiz für erbliche Minderwertigkeit angesehen. Die erbbiologische Struktur offenbare sich in der selbst geschaffenen sozialen Lage. Der Bezug von Fürsorgeleistungen brachte die unmittelbare Gefahr der Zwangssterilisation. […]

Soziale Demoralisierung und Desintegration führte die nationalsozialistische Erbbiologie auf erblich bedingte Faktoren zurück. Rassenhygiene wurde so zum Mittel einer radikalen Armenpolitik. Die nahezu grenzenlose Ausdehnung der Diagnose „angeborener Schwachsinn“, insbesondere in der Variante „moralischer Schwachsinn“, führte zur Verstümmelung von Menschen, die sich nach Ansicht der beurteilenden Ärzte und Richter „im Leben nicht bewährt“ hatten. Anstatt die Ursachen der Armut zu bekämpfen, versuchte man die Armen auszurotten. Durch umfassende Zwangssterilisation „belasteter Sippen“ sollten althergebrachte soziale Probleme ein für alle Mal beseitigt werden. Die gewonnenen Mittel sollten – so zumindest die offizielle Lesart – für wertvolle Familien verwendet werden. Staatliche Förderung erhielten also nur als wertvoll eingeschätzte Familien – dies wurde in vielen Verordnungen und Erlassen festgelegt. Unterschiedslos ausgegebene Hilfen für kinderreiche Familien, die minderwertige Familien nur zu unerwünschter Fortpflanzung ermunterten, galten im rassenhygienischen Denken als naturwidrige „Kontraselektion“. Folgerichtig wurde im Nationalsozialismus bei sämtlichen familienfördernden Leistungen geprüft, ob die betreffende Familie auch „erbgesund“ und „würdig“ sei. Dies betraf Ehestandsdarlehen, Kinderbeihilfen, Kindererholung („Kinderlandverschickung“), aber auch Ausbildungsbeihilfen und die Wohnungsvergabe. Je nachdem, ob eine Familie als wertvoll oder minderwertig eingeschätzt wurde, erfolgte für dieselbe Notlage eine ungleiche Behandlung. Alle fördernden Maßnahmen wurden ausschließlich unter dem Aspekt der „Aufartung“ gewährt und beinhalteten folgerichtig eine entsprechende erbbiologische Begutachtung. […]

Mit jeder fördernden Maßnahme wurde gleichzeitig auch selektiert. Jede Leistungsvergabe an „Erbgesunde“ bedeutete gleichzeitig auch die Aussonderung der „Minderwertigen“. Die als minderwertig eingeschätzten Unterschichtfamilien sollten durch staatliche Leistungen keinesfalls ermuntert werden, Kinder in die Welt zu setzen. Im Einzelfall konnte es sogar geschehen, dass ein Antrag auf eine soziale Leistung mit einer Zwangssterilisation endete, so bei einem 41-jährigen Landwirt, der im Jahr 1938 durch den Antrag auf eine einmalige Kinderbeihilfe in das Räderwerk des Mindener Gesundheitsamts geriet und schließlich wegen angeblicher Schizophrenie zwangssterilisiert wurde. Auch abgelehnte Bewerber für Ehestandsdarlehen mussten mit einer Zwangssterilisation rechnen. […]

Es lassen sich deutlich zwei Strategien unterscheiden, mit denen eine verstärkte Sterilisation von sozialen Außenseitern erreicht werden sollte. Entsprechend der bereits bestehenden Praxis vieler Erbgesundheitsgerichte, so die eine Strategie, sollten Sterilisationen von „Asozialen und Verbrechern“ mittels sehr weiter Ausdehnung der Diagnose „angeborener Schwachsinn“ durchgeführt werden. Einigen Rassenhygienikern erschien dieser Weg als zu aufwendiger Umweg bzw. einzelnen auch als„Vergewaltigung des Schwachsinnsbegriffs“. Sie plädierten daher für eine Änderung des Zwangssterilisationsgesetzes oder hielten ein Sondergesetz für „Asoziale“ für notwendig. Für eine Änderung des Zwangssterilisationsgesetzes trat insbesondere der Direktor des Frankfurter Instituts für Erbbiologie und Rassenhygiene Otmar von Verschuer ein, der bereits 1938 vorschlug, das „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ durch Verzicht auf die konkrete Benennung der angeblichen Erbkrankheiten leichter handhabbar zu machen. Sterilisation sollte nach seinen Vorschlägen bei jeder schweren geistigen Störung, jeder schweren Krankheit und jeder schweren körperlichen Missbildung möglich sein, sofern Erblichkeit unterstellt werden konnte. Karl Astel, einer der profiliertesten Rassenhygieniker des Nationalsozialismus und Präsident des Thüringischen Landesamtes für Rassenwesen, trat ebenfalls 1938 für eine Ausdehnung des Gesetzes ein. Die bisherigen Sterilisationsmöglichkeiten reichten seiner Einschätzung nach „namentlich im Hinblick auf Kriminelle, Arbeitsscheue, Anti- und Asoziale“ nicht aus. Der Experte für „asoziale Großfamilien“ Wolfgang Knorr forderte 1939 ein „Gesetz gegen die Überhandnahme des Untermenschentums“, das ermöglichen sollte, alle „Gemeinschaftsunfähigen“ zu sterilisieren. Den radikalsten – in Buchform veröffentlichten – Vorschlag legte 1941 der Direktor des Instituts für Erb- und Rassenhygiene der Universität Gießen Heinrich Wilhelm Kranz vor. „Gemeinschaftsfremden“ sollten die „völkischen Ehrenrechte“ durch Richterspruch aberkannt werden können. Diese Aberkennung sollte grundsätzlich mit Zwangssterilisation, Eheverbot bzw. Auflösung bestehender Ehen und Wegnahme der Kinder verbunden sein. Auch in den ab 1939 im Reichskriminalpolizeiamt ausgearbeiteten Entwürfen für ein besonderes „Gemeinschaftsfremdengesetz“ war die Zwangssterilisation von sog. Asozialen grundsätzlich vorgesehen.

Bei der Durchführung des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ spielte die systematische „Durchkämmung von Anstaltsbeständen“ eine herausragende Rolle. Man glaubte, in Gefängnissen, Anstalten und Heimen besonders viele „Erbkranke“ finden zu können. Menschen, die bereits in Heil- und Pflegeanstalten, Fürsorgeheimen, Fürsorgeerziehungsanstalten, Arbeitshäusern oder Strafanstalten untergebracht waren, waren deswegen von den Zwangssterilisationen unmittelbar bedroht. Allerdings stellte weder Straffälligkeit noch Arbeitshausunterbringung für sich genommen einen Sterilisationsgrund dar. Es musste zumindest der Form halber eine der im „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ aufgeführten „Erbkrankheiten“ diagnostiziert werden. […]

„Asozialität ist erblich!“, lautete der Kernsatz einer nur 21 Seiten starken, 1940 von der Medizinischen Fakultät der Universität Hamburg angenommenen Dissertation. Aus der schlichten Tatsache, dass die ostfriesische Gemeinde Moordorf schon seit langem als sozialer Brennpunkt galt, schloss der Autor unmittelbar auf die Erblichkeit der „Asozialität“. Eltern „asozial“ – Kinder „asozial“, das genügte als Beweis für die angebliche Vererbung der „Asozialität“. Moordorf eignete sich in besonderem Maß für eine exemplarische Asozialenforschung. Der Ort war erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts durch ortsfremde Siedler gegründet worden. Die Integration der Fremden in die Region war vollständig misslungen. Moordorf galt als „Sammelbecken der Minderwertigen Ostfrieslands“ und besaß seit langem einen schlechten Ruf als Asozialensiedlung. Bereits 1934 führte der Reichsnährstand umfangreiche erbbiologische Erhebungen an den Bewohnern Moordorfs durch. Von 521 untersuchten Familien wurden nur 51 als „erbbiologisch gut“ eingeschätzt. 106 Familien hielt man für „durchschnittlich“. Als „erbbiologisch bedenklich“ galten 84 Familien. Immerhin 280 Familien seien „erbbiologisch abzulehnen“. Knapp 70 Prozent der Moordorfer Bevölkerung trügen also „unerwünschtes Erbgut“. Trotz dieser im Sinn der Rassenhygieniker eindeutigen Diagnose wurden zunächst nur relativ wenige Moordorfer zwangssterilisiert. In einer unveröffentlichten Denkschrift des für Moordorf zuständigen Gesundheitsamts Aurich klagte ein Hilfsarzt, dass bis zur Abfassung des Berichts im Jahre 1938 erst 16 Moordorfer sterilisiert waren. Schuld daran sei die enge Auslegung des Zwangssterilisationsgesetzes durch das Auricher Erbgesundheitsgericht, das im Gegensatz zu anderen Gerichten die Diagnose „asozial“ nicht als Sterilisationsgrund ansah. Die zwölfseitige Denkschrift endet mit der Forderung, das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses durch explizite Erweiterung des Schwachsinnsbegriffs auf die „Asozialen“ leichter handhabbar zu machen.                     

Die Missstände der Moordorfer Asozialenbekämpfung alarmierten höchste Berliner Stellen. In einer Krisensitzung, zu der aus Berlin eigens Ministerialrat Herbert Linden vom Reichsinnenministerium und der Zigeuner- und Asozialenforscher Robert Ritter anreisten, wurden die örtlich Verantwortlichen im Februar 1939 vergattert, endlich tatkräftig gegen die Moordorfer „Asozialen“ vorzugehen. Herbert Linden, der wenige Monate später damit begann, die „Euthanasie“-Morde zu organisieren, führte dabei in Aurich aus: „Als Grund zur Sterilisation dürfte nicht so sehr die Asozialität in den Vordergrund geschoben werden, sondern es muss vielmehr der Schwachsinn herausgearbeitet werden.“ Die Hauptsache sei die Einigkeit in derAuffassung, das deutsche Volk von erbbiologisch unerwünschtem Nachwuchs zu befreien. „Auf diesem Weg dürfen uns formelle juristische Bedenken nicht aufhalten.“



Noch zu Ministerialrat Linden
 
Peter Sandner: Verwaltung des Krankenmordes. Der Bezirksverband Nassau im Nationalsozialismus. Historische Schriftenreihe des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen; Hochschulschriften Band 2. - Die Buchversion dieser Publikation ist erschienen: Gießen (Psychosozial-Verlag) 2003

 

Aus Kapitel
V. REGIONALISIERUNG UND DEZENTRALISIERUNG
1. Konflikte und Entscheidungen im Übergang
a) Anstaltsnutzung und Personaleinsatz
 
 
Dr. Linden, Ministerialdirigent im Innenministerium und seit Ende 1941 zudem„Reichsbeauftragter für die Heil- und Pflegeanstalten“, erschien lange als „die obskurste unter den Schlüsselfiguren, die für die Euthanasiemorde verantwortlich waren.“ Offenbar war Linden eine eher farblose Persönlichkeit, trotz seiner Ausbildung als Arzt „ein führender Verwaltungsmann“, dessen „Arbeit im Rahmen des Euthanasie-Mordprogramms [...] sich vor allem am Schreibtisch“ abspielte und der dabei „perfekt und leise“ agierte. Seine Unauffälligkeit, aber auch sein Suizid bei Kriegsende – und damit auch das Ausbleiben einer Strafverfolgung – dürften dafür gesorgt haben, dass die Forschung ihn lange weniger beachtete. Allerdings hatte bereits Karl Brandt im Nürnberger Ärzteprozess dargestellt, das Innenministerium habe Linden „im späteren Verlauf der Behandlung der Euthanas[ ie] [...] als Exponent für diese Dinge herausgestellt“, und „T4“-Organisator Viktor Brack aus der Kanzlei des Führers bekundete 1946, Linden sei „immer dabei bei diesen ganzen Sachen“ gewesen. Zweifellos, so lässt sich heute feststellen, war er „eine Schlüsselfigur bei der Organisation der Euthanasie“, ja für die Zeit 1942 bis 1944 wird man sogar sagen können: die Schlüsselfigur.



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Die Kunst des Behauptens, Weglassens und Insinuierens (Nahelegens):
Manipulative Methoden bei Sarrazin; Beispiele

“Die knapp 4 Millionen zugewanderten Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion machen nach anfänglichen Schwierigkeiten sehr gute Integrationsfortschritte, ihre Erfolge im Bildungswesen sind überdurchschnittlich. Gleiches gilt für andere Zuwanderer aus osteuropäischen Ländern. Für den Arbeitsmarkt und für das Bildungswesen sind sie durchweg eine Bereicherung.”
(DSSA)

“Eine Zuwanderungs- und Integrationsproblematik, die der Rede wert ist und sich nicht mit der Zeit automatisch erledigt, gibt es heute in Deutschland ausschließlich mit Migranten aus der Türkei, Afrika, Nah- und Mittelost, die zu mehr als 95 Prozent muslimischen Glaubens sind.” (DSSA)

Belege für diese angeblichen generellen Unterschiede bei der Integration osteuropäischer Migranten und solchen “aus der Türkei, Afrika, Nah- und Mittelost”: Keine. Aber macht nichts. Sarrazin trifft den Kern überlieferter Vorurteile, die sich aus dem “nordischen Gedanken” speisen, wonach “nordische” Menschen mehr wert sind als andere.

Und weiter:

“Bleibt die Geburtenrate der Migranten dagegen dauerhaft höher als die der autochthonen Bevölkerung, so werden Staat und Gesellschaft im Laufe weniger Generationen von den Migranten übernommen. Damit wäre das Argument widerlegt, die niedrige deutsche Geburtenrate sei die quasi schicksalhafte Konsequenz der Modernisierung, denn wenn das zuträfe, könnten ja auch die Migranten dauerhaft keine höhere Geburtenrate haben.” (DSSA)
Tatsächlich fällt bei Migranten die Geburtenrate von Generation zu Generation und passt sich der Geburtenrate der alteingessessenen Bevölkerung an. Diese Information last Sarrazin ganz einfach weg. Er spielt mit dem Konjunktiv (“wäre”, “wenn das zuträfe”, “könnten”) und legt mit einer komplizierten Satzkonstruktion die unzutreffende Vermutung nahe, die Geburtstrate bei Migranten bleibe dauerhaft hoch.

Eine charakteristische Art von Formulierungen, mit denen Sarrazin etwas nahe legt, ohne es direkt zu behaupten – so dass er einerseits unweigerlich in einer bestimmten Weise verstanden wird und sich andererseits darauf berufen kann, er habe dies oder jenes doch gar nicht gesagt -, wird von Kritikern zuweilen als “verschwurbelt” bezeichnet. Der obige Satz  (mit “wäre”, “wenn das zuträfe”, “könnten”) ist ein Beispiel von vielen fuer die von Sarrazin verwendete Technik des “Verschwurbelns”.   


 

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Kernaussage des “wissenschaftlichen Rassismus”:
Nicht Menschen werten Menschen aufgrund ihrer Herkunft ab – sondern der unterschiedliche Wert von Menschen verschiedener Herkunft ist eine “Sachverhaltsfeststellung”.

Bei Sarrazin klingt das zum Beispiel so:
“Dazu gehört zum Beispiel das »Gutachten«, das Gideon Botsch vom Potsdamer Moses Mendelssohn Zentrum erstellte, um Argumente zu liefern für ein von einigen innerparteilichen Gegnern gegen mich betriebenes Ausschlussverfahren aus der SPD. In dieser Schrift wurden meine Aussagen als rassistisch gewertet, weil sie beobachtbare Unterschiede zwischen ethnischen Gruppen sowie eine Wertung dieser Unterschiede enthielten. Die Frage, ob meine Sachverhaltsfeststellungen falsch oder richtig waren, interessierte dabei überhaupt nicht.”
Thilo Sarrazin, DSSA

 
 
______
 
 
Es war ein dpa-Korrespondent dort anwesend, der mich fälschlich zitierte, durch die Einwanderer würden wir immer dümmer.

Thilo Sarrazin in einem Gespräch mit seinem Bewunderer Benjamin von Stuckrad-Barre
 
 
 
Fälschlich ?


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Ähnlichkeiten zwischen Deutschland schafft sich ab und Rassismus

Deutschland schafft sich ab und Rassismus haben 15 Dinge gemeinsam (in Unionpedia): Aufklärung, Biologismus, Die Zeit, Ethnie, Genetik, Intelligenz, Juden, Muslim, Phänotyp, Politik, Pseudowissenschaft, Rasse, Rassismus, Thilo Sarrazin, Voltaire.

http://de.unionpedia.org/c/Deutschland_schafft_sich_ab/vs/Rassismus

Kommentare:

  1. Merkzettel

    Demographische Untergangsszenarien (“demographic doomsday scenarios”)

    in der Tradition von Friedrich Burgdoerfer (Thomas Bryant, 2010)

    http://gh.oxfordjournals.org/content/early/2011/05/30/gerhis.ghr002.extract#

    AntwortenLöschen
  2. "Jede der denkbaren Maßnahmen, die einen Umschwung bewirken könnten, trägt einen Widerspruch in sich. Fast alle können bei entsprechendem Blickwinkel als politisch anstößig bezeichnet werden.
    Voraussetzung für jede tatsächliche Änderung ist ein gesellschaftlicher und politischer Konsens dahingehend, dass es dringend, zwingend und alternativlos ist, die Geburtenrate in Deutschland erheblich zu steigern und gleichzeitig die Anteile der Mittel- und Oberschicht an den Geburten deutlich zu erhöhen. Wenn darüber Einigkeit herrscht, lässt sich ganz anders über die zu ergreifenden Maßnahmen diskutieren. Ohne solch einen Konsens wird alles zerredet werden und an inneren Widersprüchen scheitern.
    Der schwedische Soziologe Gunnar Myrdal hat sich am Beispiel seines Heimatlandes bereits in den 1930er Jahren intensiv damit auseinandergesetzt, dass eine entwickelte westliche Gesellschaft in der Summe die Tendenz hat, weniger fruchtbar zu sein, als es für die Nachhaltigkeit ihres Fortbestandes notwendig wäre, und er hat sich auch damit auseinandergesetzt, dass es darüber hinaus nicht gleichgültig ist, wer die Kinder bekommt."
    Thilo Sarrazin, DSSA

    ... in der Tat, "bereits in den 1930er Jahren"

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    1. Alles halb und schwankend, und das Humanitaetsgedusel wird Mode ...

      Aus einem Bestseller der 1920er Jahre

      http://guttmensch.blogspot.com/2011/05/feindbild-gutmensch-co-ein-klassiker_23.html

      Löschen
  3. Merkzettel (fuer die tabellarische Uebersicht)

    Ggf. "Verminderung der erbbiologischen Qualitaet" statt "Vermehrung der Untuechtigen".

    Sarrazin laesst sich zwar an zahlreichen Stellen ueber die Vermehrung der Untuechtigen aus, aber in seiner eigenen Zusammenfassung (zu Beginn des BBC-Interviews) erwaehnt er dies nicht ausdruecklich (stellt hier nur den Aspekt der "positiven Eugenik" heraus, nicht den der "negativen Eugenik").
    "Verminderung der erbbiologischen Qualitaet" erfasst beides (zu wenig Kinder von den Klugen, zuviele von den Dummen). Es geht um das Zahlenverhaeltnis von "Tuechtigen" und "Untuechtigen" im Sinne des eugenischen Denkens.
    Der Begriff "Entartung" aus der NS Rassenhygiene bezeichnet dieselbe Vorstellung.

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  4. ... vergleiche aber auch Karl Pearson / Sydney Webb

    auf

    http://guttmensch.blogspot.com/2011/05/die-iren-und-die-juden-kommen-weitere.html

    Aehnliches Bedrohungsszenario !

    (Sorry can't provide English translations due to time pressures right now; Google translations are not too bad.)

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  6. Aus dem BBC Interview mit Thilo Sarrazin - Von Youtube; s. Link oben

    An Hour With Thilo Sarrazin - BBC Radio

    kitmantv 21 January 2011
    By Frank Kitman

    Hello, this is Thilo Sarrazin. I am glad to speak to you on BBC have your say all over the world I am the author of a book which can be named in english "Germany is Doing Itself Away"

    It has been a very succesful and controversial book. It still is.

    It deals with the three issues:

    Firstly Germany is shrinking. Every generation is one third smaller than the generation before
    second, the brightest people get the fewest babies
    and thirdly, if we need immigration, which one can discuss, we have the wrong kind of immigration

    First question
    "I am very irritated by the fact that Mr. Sarrazin is dividing the country instead of unifying it - Mr. Sarrazin Why are you actually dividing the country?"

    - I am not dividing the country, I am pointing at some facts.
    If I take the migrant population, which is as you say 16 million then there are about 12 million people from non-muslim countries, and they have no integrational problems at all. And all the integrational problems we have are concentrated on migrants from turkey arab countries, africa. From Muslim countries. This is a statistical fact. And to call a fact a fact is not dividing people (...)

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  7. Alfred Ploetz, einer der Vordenker Thilo Sarrazins:
    "Verhütung minderwertiger Einwanderung ..."

    Gefunden auf Abebooks:

    Doeleke, Werner
    Alfred Ploetz (1860-1940), Sozialdarwinist und Gesellschaftsbiologe.
    Inaugural-Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der gesamten Medizin des Fachbereiches Humanmedizin der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, 1975

    Aus dem Inhalt: Vorwort: Zur Problematik dieser zeitgeschichtlichen Arbeit - Statt einer Einleitung: Alfred Ploetz, Weg zur Rassenhygiene - Das Studium. Der Züricher Freundeskreis - Amerika und die Rückkehr nach Deutschland - Die Wurzeln des Kampfes ums Dasein und die sozialpolitischen Forderungen der Gegenwart - Die Eigenart "rassenhygienischer" Humanität. Das Wesen der Tüchtigkeit bei Ploetz - Der Rasse-Begriff - Alfred Ploetz in Berlin - Die Gesellschaft der Rassenhygiene - Die Art und Weise seines Wirkens - Die Begriffe Rasse und Gesellschaft. Biologismus bei Ploetz - Die nordische Rasse -A.Ploetz zu den Methoden künstliche Zuchtwahl bei Menschen - Der Einfluss von Armut und Wohlhabenheit - Alfred Ploetz als Propagandist - Alkohol und Rassenhygiene - Nationalsozialismus und Krieg - Zur Persönlichkeit
    des gealterten Alfred Ploetz.- Bekämpfung des Zweikindersystems, Begünstigung der vielkindrigen Familien tüchtiger Individuen, Bekämpfung des Luxus, Wiederaufrichtung des Mutterideals, Stärkung des Familiensinns; Herstellung eines Gleichgewichts gegen den Schutz der Schwachen durch Schaffung von Hindernissen für die Fortpflanzung Minderwertiger durch Isolierung, Eheverbote und ähnliche Mittel; Begünstigung der Fortpflanzung/ wirtschaftliche Ermöglichung der Frühehe und wirtschaftliche Begünstigung; Bekämpfung aller Keimgifte (Syphilis, Schwindsucht, Alkohol), Verhütung minderwertiger Einwanderung und Ansiedlung tüchtiger Bevölkerungselemente in den Gebieten, die durch Mindertüchtige besetzt sind, eventuell durch Anwendung von Enteignungsgesetzen; Erhaltung des Bauernstandes und seine Vermehrung, Schaffung günstiger hygienischer Bedingungen für die Industrie- und Stadtbevölkerung, Erhaltung der kriegerischen Wehrhaftigkeit der höchstentwickelten Völker, Ergänzung des herrschenden Ideals der Nächstenliebe durch ein Ideal moderner
    Brüderlichkeit, das die Beschützung der Schwachen vereint mit dem Hochhalten der seelischen und körperlichen Kraft und Tüchtigkeit der eigenen Persönlichkeit. -

    Schlagworte: Führender deutscher Eugeniker / Rassenhygieniker aus Schlesien, germanische / nordische Rasse, Bevölkerungspolitik, eugenische Bewegung, Genetik, Vererbungsforschung, Humangenetik, Bevölkerungswissenschaft, Vererbungslehre, Rassenpolitik, Rassenlehre

    Dieser Artikel wurde leider vor kurzem verkauft und wird hier nur für kurze Zeit angezeigt. [...]

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    1. ... Abebooks hatte es zwar auch im Angebot, aber dies war buchfreund.de

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  8. "Schwachsinn" und Verbrechen

    Sarrazin ist besessen vom IQ als Mass aller Dinge. Aber ist der IQ tatsaechlich auch ein Mass fuer "mentale Disposition"?

    Die NS-Groessen, die beim Nuernberger Prozess angeklagt waren, hatten - wie schon an anderer Stelle erwaehnt - mit einer Ausnahme (Streicher) alle einen ueberdurchschnittlichen IQ.

    Eine Untersuchung der IQ-Niveaus von Serienmoerdern zeigte bei diesen ebenfalls eine Tendenz zu ueberdurchschnittlichen Werten.

    "The IQ range was not normally distributed, but skewed towards a range higher than 100, indicating an above average intelligence for the research sample.
    Despite the higher intellectual ability, the majority of subjects failed at school and in employment.
    Of the research subjects, 80% experienced disturbed parent-child relations and just less than half were physically abused in the home or faced family members abusing alcohol.
    Just fewer than 40% of offenders were unemployed at the time of offense, while 34% were manual laborers."

    Critical review on the topic of criminal profiling
    auf UKEssays

    Read more: http://www.ukessays.com/essays/psychology/critical-review-on-the-topic-of-criminal-profiling-psychology-essay.php#ixzz3077cI0Rc

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  9. Hans Muthesius, Kollege von Herbert Linden

    (1885 - 1977) war ein deutscher Jurist und Pionier der Sozialen Arbeit. [..]

    1943 war Muthesius als Referent zuständig für Fürsorgeverbände auf dem Gebiet des Gesundheitswesen, die Kriegshilfe und Umsiedlerfürsorge, Maßnahmen gegen „Gemeinschaftsfremde“, das Adoptionswesen, Amtsvormundschaften und Kindertagesstätten.

    In den Zuständigkeitsbereich von Muthesius fiel die zentrale Verwaltung der Jugendkonzentrationslager in Moringen, der Uckermark sowie in Litzmannstadt (Lodz) im Generalgouvernement. In Lodz wurden ab Dezember 1942 Einweisungen vorgenommen, infolge von Misshandlungen oder Unterernährung kam es zu einem Massensterben polnischer Kinder. Fragen des Pflegekinderwesens bearbeitete Muthesius zusammen mit Herbert Linden. Linden war in dieser Zeit als „Reichsbeauftragter für die Heil- und Pflegeanstalten“ einer der zentral Verantwortlichen für die zweite Phase der nationalsozialistischen Krankenmorde, der Aktion Brandt. [..]

    Ab 1947 war Muthesius wieder für den Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge tätig und gehörte dort von 1948 bis 1977 dem Vorstand an. Von 1950 bis 1964 war er Vorsitzender des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge. Anschließend war Muthesius Ehrenvorsitzender des Vereins. Der Verein war zu dieser Zeit ein Zusammenschluss aller öffentlichen und privaten Träger sozialer Arbeit in der Bundesrepublik. Das Kultusministerium von Nordrhein-Westfalen verlieh Muthesius 1950 den Titel Professor; ab 1956 war er Honorarprofessor für Fürsorgerecht an der Universität Frankfurt. [..]

    Zu den zahlreichen Auszeichnungen gehörte 1953 die Verleihung des Großen Bundesverdienstkreuzes und 1960 der Stern zum Großen Bundesverdienstkreuz.

    Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge benannte seinen Verbandssitz als „Hans-Muthesius-Haus“ und verlieh ab 1980 die Hans-Muthesius-Plakette für Verdienste in der Wohlfahrt. Auf der Gedenkfeier zum 100. Geburtstag von Muthesius im Jahr 1985 zitierte der damalige Vereinsvorsitzende einen Zeitzeugen, nach dessen Angaben man von Muthesius in der Zeit des Nationalsozialismus jederzeit Rat und wirksame Hilfe gegen das Eingreifen der Partei in Aufgaben der Wohlfahrtspflege erhalten konnte.[..]

    Nach einem längeren Entscheidungsprozess entschied sich der Verein im Herbst 1990, die nach Muthesius benannte Plakette nicht länger zu vergeben und seinen Sitz umzubenennen. [..]

    http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Muthesius

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    1. " [..] Wehrmacht und SS haben in ganzem Osteuropa Blutbad angerichtet. Leider war (vermutlich) die grosste Massaker der II WW die Massaker an Zivilisten in Warschau im 08.1944. Man hat mindestens 40 000 Polnische Frauen und Kinder in 2 Tagen ermordet. Niemand wurde dafuer bestrafft. Der Hauptverantowrtlicher war Landstagabgeordneter nach dem Krieg.
      Schauen Sie nach was mit Leiter von Einsatzgruppen passierte (die in 1939 Polnische Lehrer und Preister massenweise erschissen.
      Schauen Sie nach was mit Dr Hans Muthesius passierte, was Konrad Mayer nach dem Krieg gemacht hat usw. [..] "

      http://www.zeit.de/2014/34/konzentrationslager-trostenez-weissrussland/seite-2#cid-3877568
      (Kommentar #4; heute)

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    2. Konrad Mayer

      "[..] Bereits unmittelbar nach der Machtübernahme Hitlers 1933 begann die SS mit der Planung der Ansiedlung von Landwirten im Osten, da Himmler und Hitler den Bauernstand durch die Industrialisierung und die Erbteilung in Süddeutschland als gefährdet ansahen. [..] Als zentrale Planungseinrichtung diente
      Himmler bewußt oder unbewußt das Institut für Agrarwesen und Agrarpolitik der Universität Berlin unter Leitung von Prof. Dr. Konrad Meyer. Meyers Institut war aus dem Institut für
      Bienenkunde hervorgegangen, dessen wissenschaftlicher Leiter aus politischen und rassistischen Gründen in den Ruhestand versetzt wurde. Meyer, später auch Planungschef im
      RKF, entwarf erste Siedlungsskizzen für die Neuordnung in Osteuropa. [..]

      Es ging also zunächst nicht um die Ansiedlung deutschstämmiger Bevölkerungsteile aus anderen europäischen Staaten, sondern um die Umsetzung der NS-Ideologie vom „Volk ohne Raum“, der durch die Expansion
      geschaffen werden sollte. [..]

      Nachdem Reinhard Heydrich 1939 die Leitung des neu geschaffenen Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) übernommen hatte, richtete er eine eigene Planungsabteilung ein, die die Vorarbeiten Meyers integrierte. [..]

      Die Raumplanung nach Osten stand zwar in enger Berührung zum Holocaust an den europäischen Juden, jedoch verfolgte sie weitaus ausladendere Ziele.Dies wird insbesondere deutlich, wenn man die Reden Heinrich Himmlers zur Planung im Osten analysiert.
      „Schon in ganz wenigen Jahren - ich stelle mir vor, in 4 bis 5 Jahren - muß beispielsweise der Begriff der Kaschuben unbekannt sein, da es dann ein kaschubisches Volk nicht mehr
      gibt (das trifft besonders auch für die Westpreußen zu). Den Begriff Juden hoffe ich, durch die Möglichkeit einer großen Auswanderung sämtlicher Juden nach Afrika oder sonst in eine Kolonie völlig auslöschen zu sehen. Es muß in einer etwas längeren Zeit auch möglich sein, in unserem Gebiet die Volksbegriffe der Ukrainer, Goralen und Lemken verschwinden zu lassen. Dasselbe, was für diese Splittervölker gesagt ist, gilt in dem entsprechend größeren Rahmen für die Polen.“ [Heinrich Himmler: Niederschrift über die Behandlung der Fremdvölkischen im Osten vom 15. Mai
      1940]

      Zwar sollten die Juden Europa verlassen, aber auch die anderen Nationen sollten entweder eingedeutscht oder vernichtet werden. Nach Ansicht der Rasseideologen waren Juden und Zigeuner auch als Arbeiter nicht zu gebrauchen und somit vordringlich aus den annektierten Gebieten zu entfernen. [..]"

      http://politicdialog.files.wordpress.com/2009/10/21-1-ap-heinrich-himmler-flurbereinigung-europas.pdf

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    3. Noch zu Konrad Mayer

      Aus
      Huch, die Zeit der NationalsozialistInnen!, Geschichte zum Fantasiewert: Studenten der Agrarwissenschaft stellen im Café "Flora Soft" den "Generalplan Ost" aus,

      von Andreas Krause, Berliner Zeitung, 26.07.01

      Der Agrarwissenschaftler und ehemalige SS-Obersturmbannführer Konrad Meyer (1901-1973) schrieb gegen Ende seines Lebens: "Der Sieg der deutschen Waffen bot die geschichtlich einmalige Chance, die völkische Gemengelage zwischen Deutschen und Polen durch planmäßige Umsiedlungen zu bereinigen und durch ein langfristiges Landentwicklungsprogramm die "Teufelsgrenze" im Osten, die immer wieder in der Geschichte Konfliktstoff geboten hatte, abzubauen."

      Eine, aber eben nur eine Version dieses ab 1939 unter Federführung von Heinrich Himmler für die Länder Osteuropas entwickelten und auf 25 Jahre angelegten Programms wurde in Konrad Meyers Berliner Institut für Agrarwesen und Agrarpolitik mit finanzieller Unterstützung der DFG erarbeitet, am 28. Mai 1942 vorgelegt und unter dem Namen "Generalplan Ost" berühmt und berüchtigt. Dem knapp siebzigseitigen Strategiepapier über "Rechtliche, wirtschaftliche und räumliche Grundlagen des Ostaufbaus" ist eine kleine, leider sehr fahrig geratene Ausstellung in dem studentischen Café "Flora Soft" gewidmet, die die Fachschaft der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät der Humboldt-Universität erarbeitet hat. ...

      http://gplanost.x-berg.de/pressespiegel.html

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  10. Von einem Sarrazin-Fan

    Hermann Behrendt
    Die mandative Demokratie
    Eine Realutopie

    http://mandative-demokratie.de/files/die_mandative_demokratie.pdf

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    1. Behrendt (AfD): Parlamentarismus abschaffen um Ordnungsdienst einzuführen?
      Dezember 6, 2013

      Andreas Kemper

      ... Ich hatte bereits zuvor schon aus diesem Buch zitiert, es dürfte also für die AfDlerInnen, die am Wochenende Behrendt zum ersten stellvertretenden Sprecher der AfD-NRW gewählt haben, bekannt gewesen sein, mit wem sie es da zu tun haben.

      Abschaffung der parlamentarischen Demokratie

      „... Die Schuldenpolitik, eine von der Bevölkerungsmehrheit abgelehnte Multi-Kulti-Gesellschaftt oder der unbezahlbar gewordene Sozialstaat sind Ergebnis von Entscheidungsmechanismen, die durch die Institutionen vorprogrammiert sind.“ (S. 14)

      „ ... Die parlamentarische Demokratie hat sich selbst demontiert. Sie ist überflüssig geworden: Für die Wahl der Regierung ist der Abgeordnete nur noch Mitglied eines Wahlmännergremiums. Dann sollte man doch lieber gleich unmittelbar die Regierung wählen.“ (S. 14f.) ...

      „Wir haben ganz überwiegend die Unterschicht aus den Herkunftsländern einwandern lassen. […] Selbstverständlich zieht diese dann den Intelligenz-Durchschnitt in der aufnehmenden Bevölkerung nach unten. Und das gilt nicht nur für die eingewanderte Generation, sondern wegen der vererbten Veranlagung auch für die folgenden Generationen.“ (66f.)

      „[Man habe] das Demokratieprinzip fälschlicherweise auf die Universitäten übertragen, obwohl das Studium eine geistesaristokratische Angelegenheit sei.“ (69)...

      https://andreaskemper.org/2013/12/06/behrendt-afd-parlamantarismus-abschaffen-um-ordnungsdienst-einzufuhren/


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  11. Zukunftsvisionen von 1910
    "Eugenik gab es vor Hitler und es gibt sie bis heute"

    Erbkrankheiten seien ein Gift, das nicht weitergegeben werden dürfe: Dieser Idee folgten die Nationalsozialisten. Doch die Eugenik ist älter, sagt der Historiker A. Bauer.

    Von Franziska Badenschier
    6. Februar 2010, 16:41 Uhr / Quelle: ZEIT ONLINE

    ZEIT ONLINE : In dem 1910 erschienenen Buch Die Welt in 100 Jahren findet sich ein Kapitel mit Visionen zur Medizin. Dort heißt es unter anderem: "Wir kennen das Gift ganz genau; wir kennen seine schädigende Wirkung auf uns und unser Geschlecht, aber wir denken nicht daran, uns darum zu kümmern. (…). Der Staat will gesunde Kinder. Er braucht sie. Aber er sorgt nicht dafür, daß die Eltern gesund sind und gesund sein können. Bei den Eheschließungen werden Braut und Bräutigam nach allem Möglichen gefragt, nur nach dem Nötigsten nicht: ob sie gesund sind. Ob nicht der Keim einer sich vererbenden Krankheit in ihnen steckt." Herr Bauer, wer war dieser "Professor C. Lustig", der diese Vision aufgeschrieben hat?

    Axel W. Bauer : Aus der Medizingeschichte ist mir kein C. Lustig bekannt. Ob er überhaupt Arzt war? ...

    Bauer : Das Fach Rassenhygiene verschwand in Deutschland und kam unter dem Namen Humangenetik neu auf, diesmal jedoch als eine Wissenschaft, die sich formal und mehr oder minder auch inhaltlich von der Rassenhygiene distanzierte. Wenngleich zum Teil die Schüler ehemaliger Rassenhygieniker die Humangenetik-Lehrstühle erhielten. Die Humangenetiker haben eigentlich erst in den 1980er Jahren begonnen, ihre eigene Geschichte aufzuarbeiten. ...

    http://www.zeit.de/wissen/geschichte/2010-02/geschichte-eugenik-interview

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    1. Professor C. Lustig: Die Medizin in 100 Jahren

      Die Welt in 100 Jahren
      herausgegeben von Arthur Brehmer
      Verlagsanstalt Buntdruck GmbH Berlin 1908

      From: Versandhandel für Sammler (Borna, Germany)
      Price: US$ 231.15

      aus dem Inhalt: Hudson Maxim: Das 1000 jährige Reich der Maschinen; Robert Sloß: Das drahtlose Jahrhundert; Prof. Cesare Lombroso: Verbrechen und Wahnsinn im XXI. Jahrhundert; Rudolf Martin: Der Krieg in 100 Jahren; Bertha von Suttner: Der Frieden in 100 Jahren; Karl Peters: Die Kolonien in 100 Jahrem; Ellen Key: Die Frau in 100 Jahren; Jehan an der Straaten: Unterricht und Erziehung in 100 Jahren; Björne Björnson: Die Religion in 100 Jahren; Dr. Wilhelm Kienzl: Die Musik in 100 Jahren; Dr. Everard Hustler: Das Jahrhundert des Radiums; Professor C. Lustig: Die Medizin in 100 Jahren; Charles Dona Edward: Der Sport in 100 Jahren; Professor Garret P. Servitz: Der Weltuntergang ... handschriftliche Jahreszahlen auf der Titelseite ... 320 S.

      http://www.abebooks.com/servlet/SearchResults?ds=20&kn=%22Die+Welt+in+100+Jahren%22+Lustig&sts=t

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    2. Einzige historische Quelle (mit Google-Suche heute) in der sowohl ein Professor Lustig als auch der Begründer der "Kriminalanthropologie" Cesare Lombroso(wie in dem Sammelband oben) gemeinsam vorkommen, ist diese:

      THE MEDICAL AGE
      A SEMI-MONTHLY JOURNAL OF MEDICINE AND SURGERY
      FREDERICK W. MANN, M.D.
      VOLUME XVI
      APR 25 1909

      ...

      It is reported that the curative serum for the plague, discovered by Dr. Lustig, an Italian professor of experimental pathology, has proved so successful in the treatment of the plague in India that the Bombay authorities have telegraphed for a large supply of it. ...

      Cesare Lombroso, the most prominent of criminal anthropologists, is a Hebrew by birth, and was born in Turin in 1836. ...

      https://archive.org/stream/medicalage16detr/medicalage16detr_djvu.txt

      Ist C. Lustig der italienische Professor der experimentellen Pathologie? Aus dem Kontext heraus gut möglich.

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    3. Gefunden: Professor Alessandro Lustig. Dessen Fachgebiet waren eigentlich Infektionskrankheiten, aber spekulative Exkurse in die Eugenik waren damals en vogue. - Erklärt zwar nicht das "C", aber vielleicht ein Anhaltspunkt.

      Lustig, Alessandro
      (b. Trieste, Austria [now Italy], 5 May 1857; d. Marina di Pietrasanta, Lucca, Italy, 23 September 1937)

      ... From 1891 Lustig’s activity was mainly in bacteriology, immunology, and the prevention of infections. ... In 1897, with his pupil G. Galeotti, Lustig extracted from Bacterium pestis a substance having the chemical characteristics of nucleoproteids, and demonstrated its immunizing properties ...

      In 1931, in collaboration with G. C. Rovida and G.Ferraloro, he wrote Fisiopatologia e clinica dei gas da combattimento, which he dedicated “to the memory of the eight thousand Italian soldiers who died in World War I following the first gas attack on the Austrian front”

      Later, Lustig’s interest turned more and more to social medicine and hygiene: this is attested by his many papers on combating malaria, tuberculosis, and tumors.

      http://www.encyclopedia.com/doc/1G2-2830902709.html

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    4. Nachdruck/ Online Version

      Die Welt in 100 Jahren
      Arthur Brehmer
      Georg Olms Verlag, 2010 - 319 Seiten

      Die Welt in 100 Jahren ist Wissenschaftsbuch des Jahres!
      In den Jahren 1909 und 1910 entstand dieses reich illustrierte Buch über eine damals ferne Zukunft, das, anders als die literarischen Visionen jener Zeit, von Experten verschiedener Bereiche geschriebene und möglichst sachliche Prognosen versammelte. Dem einflussreichen Journalisten Arthur Brehmer (1858-1923) gelang es, prominente Autoren zu gewinnen, sich Gedanken über die Zukunft zu machen. Ernst Lübbert (1879-1915) schuf die kongenialen Illustrationen. ...

      https://books.google.de/books?id=4fenBQAAQBAJ&dq=%22professor+C.+lustig%22&hl=de&source=gbs_navlinks_s

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