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Montag, 9. April 2012

Sarrazin, Saga und der Volksuntergang

Auch Sarrazin-Fans werden es neidlos zugeben: Die schwedische Saengerin Saga sieht um einiges besser aus als der ehemalige Bundesbanker. Schoene Frau, schoene Stimme, schoene Ideologie, schrieb (in englischer Sprache) auf Youtube einer ihrer zahlreichen Fans.
Weder im Aussehen noch in der Stimme aehneln sich Saga und Sarrazin. Bleibt die Ideologie. Wie aehnlich ist die, und wie schoen?

Beide, Sarrazin und Saga, beschwoeren den Untergang ihres Volkes bzw. ihrer Rasse (auch wenn Sarrazin den Begriff Rasse nicht direkt verwendet, sondern nur umschreibt). Beide druecken dies auch mit den Slogans aus, unter denen sie ihre Produkte vermarkten lassen: Sarrazin mit dem Buchtitel Deutschland schafft sich ab“, Saga mit dem Liedtitel „Ode to a dying people“, Ode an ein sterbendes Volk".
Saga - Ode to a dying people; http://www.youtube.com/watch?v=zjr81A6Al9c&feature=related
 
Folgerichtig ist dann auch Sagas Lobpreisung der „Schweden vom reinsten Blut“ („Svensk med de renaste blod“ in „krigarans sjael“, Kriegerseele). Dabei lassen sie und ihre Fans auch anderes „europaeisches Blut“ gelten, solange es „nordisch“ genug ist; es geht ihnen um ein rassisch korrektes Europa.
Saga – krigarans sjael; http://www.youtube.com/watch?v=ZWt_ikwpfhg&feature=related
(Enthaelt den Kommentar: „A beautiful woman, with a beautiful voice and a beautiful ideology“; man hoert in den Kommentaren das Testosteron foermlich knistern.  Diese Frau muss fuer den Rechtsextremismus Gold wert sein.)
Saga - Europe on my mind; http://www.youtube.com/watch?v=Fm56fAurNVE&feature=related
(Weiter singt Saga, unter vielem anderen mehr, auch von "Klansmen", "Hail the new dawn", und, natuerlich, "Freedom".)

Die Idee von der Reinhaltung des Blutes liegt auch auf der Linie von Sarrazins Argumentation (wegen der vermuteten Weitergabe von Dummheits-Genen), nur dass er auch Osteuopaeer und Asiaten, soweit sie nicht Muslime sind, zur Not noch einigermassen gelten laesst und Juden ganz besonders preist. Letztere sind ihm wegen des von ihm vermuteten, intelligenzbehafteten „Judengens“, aber wohl auch auch als Absicherungsstrategie gegen Nazismus-Vergleiche, besonders willkommen.
Sehr aehnlich sind sich Sarrazin und Saga weiterhin in der Akzeptanz des Sozialdarwinismus. Sarrazin beruft sich auf den Slogan „survival of the fittest“ des Sozialdarwinismus-Begruenders Herbert Spencer (ohne diesen ausdruecklich zu nennen), Saga singt "The strong survive“.
Saga - The strong survive; http://www.youtube.com/watch?v=xPr8gMiY_lg







Die von Sarrazin ebenso wie die von Saga verbreiteten Texte stehen in der Tradition englischsprachiger "Rassenhygieniker"; u.a. von Madison Grant, des Begruenders der Theorie vom „Untergang der grossen Rasse“ (gemeint ist die „nordische“), und von Lothrop Stoddard, der den Begriff vom „Untermenschen“  praegte (siehe Stichworte „Grant“ und „Stoddard“ auf diesem Blog). Der "Selbstmord" der nordischen Rasse bzw. des Westens war auch das Leitmotiv des Bekenner-Pamphlets des Norwegen-Attentaeters Anders Behring Breivik (dargestellt in einem Cartoon; siehe auf diesem Blog 
http://guttmensch.blogspot.com/2011/07/eine-karikatur-aus-dem-pamphlet-des.html).

Ein Unterschied zwischen den von Saga und von Sarrazin verbreiteten Texten ist, dass Sarrazin so tut, als haetten das Szenario vom Volk als biologischem Organismus und vom demografischen Volksuntergang mit der Rassenideologie der Nazis g-a-a- r nichts zu tun (in diesem Zusammenhang steht auch die von ihm verbreitete, nachweislich unwahre Behauptung von der Intelligenztest-Aversion der Nazis). Saga hingegen huldigt offen der Nazi-Vergangenheit, z.B. mit dem Zitat „Triumph of the Will“ (Titel des Riefenstahl-Films „Triumpf des Willens“) und mit einer Hommage an die deutschen Soldaten im Russlandfeldzug („The snow fell“). – Der Schnee fiel und besiegte den einzigen Gegenspieler der Bestie Stalin („and defeated the beast’s only rival“).Saga, Triumph of the will; http://www.youtube.com/watch?v=NT1lsdi8VGo&feature=related
Saga, The snow fell; http://www.youtube.com/watch?v=MR4207sDr-4&feature=related

Einige Gedanken dazu: 

  • Sex-Appeal einerseits (dargestellt  z.B. von Saga) und der Eindruck von Seriositaet andererseits (dargestellt z.B. von Thilo Sarrazin) sind zwei wichtige und einander verstaerkende Ingredienzien bei der aggressiven Verbreitung des neuen Rechtsextremismus, die wir zur Zeit erleben.
  • Sowohl die von Sarrazin als auch die von Saga verbreiteten (weitgehend aehnlichen) Ideen schoepfen aus einer gemeinsamen Ideengeschichte: Sie gehen zurueck auf den mit der Eugenik verbundenen, rassistisch aufgeladenen  „nordischen Gedanken“. Dieser hatte grossen Einfluss auf die Entstehung des Nationalsozialismus und auf das Zusammenfliessen des Anti-Bolschewismus mit der Idee vom Untermenschentum. Wichtige Stichworte sind hier, neben den schon erwaehnten Namen „Madison Grant“ und „Lothrop Stoddard“ auch „Hans F.K. Guenther“ und „Pioneer Fund“, ferner „Alfred Rosenberg“, „Mikal Sylten“ und „Manhem Samfundet“; die Reihe liesse sich fortfuehren.  (Muss noch aufgearbeitet werden; bis dahin finden Interessierte mehr Info u.a. mit Stichwortsuche mit den genannten Namen und Begriffen auf diesem Blog.)
  • Die geistig-politische Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus (wie auch die mit dem Terrorismus, siehe Post "Militaerische und nicht-militaerische Massnahmen zur Bekaempfung des Terrorismus"; http://zettelmaus.blogspot.com/2012/04/militaerische-und-nicht-militaerische.html) hat grosse Defizite.  Zu den Versaeumnissen gehoert, dass die Verankerung der Menschenrechts-Idee trotz aller Sonntagsreden oberflaechlich geblieben ist. Es fehlt an der aktiven Verbindung mit Geschichte, Tagesgeschehen und gelebter Erfahrung, z.B. bei der Behandlung im Schulunterricht und in der politischen Bildung. Die Tatsache, dass in Deutschland ein bedeutender Teil der staatlichen Beitraege fuer politische Bildung wenig transparent ueber Verfassungsschutz-Organisationen abgewickelt wird, traegt nicht gerade zur Qualitaet bei. Die Rolle der Medien – der alten und der neuen - ist ein Kapitel fuer sich.
  • Bei der erneuten Beschaeftigung mit Madison Grant, einem der Begruender der „nordischen Bewegung“, stiess ich darauf, dass Grant vorschlug, die Angehoerigen vermeintlich minderwertiger Rassen in Ghettos zusammen zu fassen und mit einfachen Taetigkeiten zu beschaeftigen (siehe Eintrag zu Madison Grant in der englischsprachigen Wikipedia).  Liegt auch hier eine der Wurzeln der Ueberzeugung, Menschen aus den „falschen“ Laendern muessten erst einmal in Auffanglagern bleiben und moeglichst abgeschoben werden, waehrend andererseits Menschen aus den „richtigen“ Laendern angeworben werden muessten, um zu einer MINT-vertraeglichen demografischen Aufstockung der Bevoelkerung beizutragen?  - (Siehe auch auf diesem Blog Stichworte „MINT“ und „Nonnenbruch“.)


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Die Bedeutung des "Musikumfelds" im modernen Rechtsextremismus, bis hin zum Rechtsterrorismus, sprach Gideon Bosch (unter anderem) in einem Interview mit dem Goettinger Institut fuer Demokratieforschung an.  
 
Rechtsterrorismus: Versäumnisse der Wissenschaft?
Von
Störungsmelder 7. Februar 2012
Warum hat die Politikwissenschaft die Anschläge der Terrorzelle “Nationalsozialistischer Untergrund” (NSU) nicht kommen sehen? Das
Göttinger Institut für Demokratieforschung hat ein Interview mit Gideon Botsch über die fatale Wirkung von Wahrnehmungsfiltern der Forschung und Defizite des Extremismusbegriffes geführt. Dr. Gideon Botsch ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Moses Mendelssohn Zentrum der Universität Potsdam und forscht zum Thema Rechtsextremismus. http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2012/02/07/rechtsterrorismus-versaumnisse-der-wissenschaft_7996

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Aufschlussreich:

THIAZI FORUM 2/3, Décadence Culture - eingestellt von “contrelemelissage”, einem franzoesischsprachigen Nutzer, der in der Tradition des Nazi-Eugenikers Eugen Fischer die blutverderbende Wirkung der “Rassenmischung” (franzoesisch “le melissage”) beschwoert. Interessant auch die rechts angezeigten weiteren Vorschlaege; eine Mischung aus Nazi-Nostalgie und neuem Rechtsextremismus auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft (inkl. Marine le Pen). http://www.youtube.com/watch?v=dkDd_zfaDao&feature=relmfu
Das rechtsextreme Thiazi Forum hat ueber "Jelsoft Enterprises Ltd." Verbindungen mit derHubert Burda Media UK LP” (siehe http://guttmensch.blogspot.com/2012/03/fritz-nonnenbruch-und-die-ideologie-von.html). Ueber Aspekte der Geschichte des Burda-Verlags siehe auch Post und Kommentare http://guttmensch.blogspot.com/2011/11/kulturtrager-kulturbereicherer-zynische.html
Skurrilitaet am Rande: “Tomorrow belongs to me”, ein Titel aus dem Musical “Cabaret”, das in der fruehen Nazi-Zeit spielt und mit diesem Lied die Sogwirkung der Nazi-Sirenen und die dahinterstehende Bedrohung fuer alle nicht-konformen Menschen zum Ausdruck bringt, gehoert heute zum Kult-Repertoire von Neo-Nazis.
http://www.youtube.com/watch?v=BSoLN77fBn8&feature=related


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"Ode to a dying people", gesungen von Saga, untermalt eine auf Youtube eingestellte Todesanzeige fuer Juergen Rieger. Er war noch kurz vor seinem Ableben (wieder) in Schweden gewesen.

Jürgen Rieger (1946 - 2009) war Rechtsanwalt, NPD-Politiker, Verwalter von Stiftungsvermögen und Erwerber von Immobilien zur Nutzung als Neonazi-Treff. Den Nachlass verstorbener "Kameraden" (Alt-Nazis) verwaltete Rieger unter dem Deckmantel der Briefkastenfirma Wilhelm-Tietjen-Stiftung für Fertilisation. Der Stifter und Erblasser Wilhelm Tietjen (1903 - 2002) ist höchstwahrscheinlich identisch mit dem SS-Sturmbannführer Tietgen, der in der Zeit der Nazi-Okkupation für den Aufbau des “Lebensborn” in Norwegen zuständig war
Siehe http://guttmensch.blogspot.com/2011/11/zwickau.html und weitere Posts mit Stichwort "Rieger" auf diesem Blog).

Von der Webseite des NPD Landesverbands Hamburg (05.11.2010):
„Eine Abordnung des Hamburger NPD-Landesverbandes beteiligte sich anläßlich des Todestages unseres vor einem Jahr verstorbenen Landesvorsitzenden Jürgen Rieger zum Gedenken im fränkischen Wunsiedel.  ...Jürgen Rieger sprach selber mittels Tonaufzeichnung aus dem Jahr 1994 zu den Teilnehmern und Passanten zum Ausländerthema. Die von Jürgen Rieger dabei vorgetragenen Argumente sind einem Thilo Sarrazin teilweise erst 16 Jahre später eingefallen."http://www.npd-hamburg.de/aktuelles/nachrichten/marsch-der-treuen-05112010_1113.html

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"Volkstod": Saga-Nachahmer in Brandenburg

Aus: Verfassungsschutzbericht Land Brandenburg 2011 Hass-Musik im Extremismus






"Einige Gruppen wie beispielsweise „Jungvolk“ versuchen, an aktuelle neonationalsozialistische Kampagnen anzudocken und widmen ihre – inzwischen indizierte – CD „Der Letzte Gang“ dem Thema „Volkstod“. Im Vorwort des Booklets steht:
„Heil Euch! Als erstes ein Dankeschön an Dich für den Kauf dieser Scheibe. Nur ein paar kurze Worte zu den Texten selbst. Warum dieser Titel,warum ‚Der letzte Gang’? … Wir werden gezielt durch Überfremdung, Benachteiligung, Verdummung oder auch Vergiftung in den Volkstod getrieben – schleichend, aber es geschieht. Wer dies nicht glauben will, der schaue sich die Geburtenraten, Krankheitsfälle und die Verseuchung des menschlichen Körpers etwas genauer an. … Verhütung, Abtreibung, Beschäftigung, Umvolkung, Vermischung und vieles Mehr sind Mittel und Wege des großen modernen Völkermordes! … “ …
Neben rechtsextremistischen Bands ist eine Vielzahl rechtsextremistischer Liedermacher aktiv. Sie treten insbesondere bei NPD-Veranstaltungen auf.  Aus Brandenburg kommt Sascha Korn (Teltow, PM). Er hat 2011 zwei Tonträger veröffentlicht und trat bei NPD-Veranstaltungen beispielsweise in Finowfurt (BAR) auf. Ebenso waren 2011 Liedermacher unter dem Namen „Wecki“ und „ein Freund aus Potsdam“ in Brandenburg aktiv."
http://jwp-mittendrin.de/blog/wp-content/uploads/2012/03/Verfassungsschutzbericht_2011.pdf


Weitere Auszuege aus dem Verfassungsschutzbericht Brandenburg 2011 (Hervorhebung mit Fettdruck von mir):
“ … Daher sei nach Ansicht der JN-Potsdam (Anm.: JN steht fuer Junge Nationaldemokraten; Jugendorganisation der NPD) folgendem Hitler-Zitat zuzustimmen: „Denn wer nicht bereit oder fähig ist, für sein Dasein zu streiten, dem hat die ewig gerechte Vorsehung schon das Ende bestimmt. Die Welt ist nicht da für feige Völker.“ “
“(Der) … (JN) Stützpunkt (Lausitz) stellte 2011 das Thema „Volkstod“ in den Mittelpunkt seiner Akivitäten. Unter dem Motto „Kampf dem Volkstod-System – Wir lassen uns nicht BRDigen!“ kam es unter anderem zu Aktionen in Schwarzheide, Ortrand und Großräschen (alle OSL).”

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07. August 2012


Enhaelt Hinweise u.a. auf Saga und auf die Hassgruppe "Hammerskins", auf die sich das Zwickauer "Terror-Trio" ebenso wie der Gurdwara-Attentaeter von Wisconsin, Wade Michael Page bezogen.
"Some songs even immortalize fictional heroes such as Earl Turner, the main character of William Pierce's white supremacist novel "The Turner Diaries."  Das Reich's "The Ballad of Earl Turner" praises him:  "Earl Turner, your deed was a success/Nuking all the feds got us out of a mess/Even though it was written in pure fantasy/Today we're all living in the Turner Diaries."  Still other songs praise past or current white supremacist groups such as Combat 18, Blood & Honour,  and the     Hammerskins."   

Der Science Fiction Roman "The Turner Diaries", ebenfalls Gegenstand huldigender Lieder aus der rechtsradikalen Szene, soll den Oklahoma-Attentaeter Timothy McVeigh zu seiner Tat mit inspiriert haben.
Zu Wade Michael Page siehe auch auf dem "Schwesterblog"
http://zettelmaus.blogspot.com/2012/08/die-waffe-aus-dem-shooter-shop.html



Gerade sehe ich, dass "Label 56", die Produktionsfirma von Pages Band "End Apathy", auch die (oder eine) Produktionsfirma von Saga ist:
http://www.chacha.com/question/what-bands-does-label-56-sponsor

"Bands on Label 56: Temnojar & Gromovnik, Saga, Moshpit, Anger Within, Nachtgeblut, Retaguardia, Fear Rains Down, More?"
Answered by Denise T. - 753 days ago at 4:30pm on Jul 21 2010



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Junges Volk


"NPD, JN und andere Neonazis haben in den vergangenen Jahren auf Veranstaltungen, besonders „Heldengedenken“, immer wieder das HJ-Lied „Ein junges Volk steht auf“ abgespielt oder gesungen. Auch zum Herunterladen boten Rechtsextreme im Internet
das Mitte der 1930er Jahre von Werner Altendorf komponierte Lied an. Zuletzt brachte dieses den Neonazis aber immer wieder juristischen Ärger ein, daher knickt der NPD-Nachwuchs nun ein und empfiehlt, auf „Ein junges Volk steht auf“ künftig zu verzichten. Hintergrund ist ein Urteil des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts (OVG) aus dem April 2012. Das Gericht hatte bestätigt, dass die NPD auf einer Kundgebung in Braunschweig das Lied nicht spielen dürfe, da es sich dabei um ein offizielles Propagandalied der NSDAP und ihrer Gliederungen, insbesondere der Hitlerjugend, gehandelt habe. Ihm käme der gleiche Symbolcharakter wie dem “Horst-Wessel-Lied” oder dem Lied “Es zittern die morschen Knochen” zu, meinten die Richter. Damit sei jegliche öffentliche Verbreitung in Form von Singen oder Besprechen nach § 86a StGB strafbar."
http://dokmz.wordpress.com/page/3/?q=Save%20Us%20From%20Berlusconi




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In seinem Bekenner-Manifest “2083” pries der Norwegen-Attentäter Anders Behring Breivik Saga und ihre Songs (zu einem großen Teil Cover-Songs der Band Srewdriver). "Marxistische und multikulturalistische Charakter-Attentäter", so schrieb er, würden behaupten, Saga und ihre Gruppe seien eine nationalsozialistische Monster-Band, aber nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein ...

Mehr Einzelheiten (in englischer Sprache) z.B. auf
http://www.indymedia.org.uk/en/2011/07/482658.html

"Anders Breivik's manifesto contains a section entitled "Motivational music tracks, artist: Saga" (page 847) praising music by the openly Nazi Swedish singer Saga …, much of whose work consists of cover versions of songs by the Nazi rock band Skrewdriver ...

Anders Brehing Breivik praises this Nazi singer as "a courageous, Swedish, female nationalist oriented musician" and says that while "Marxist and multiculturalist character assassins will claim that Saga is an evil, national socialist monsterband" (sic), "this characteristic couldn’t be anywhere further from the truth". He admits that "the environment surrounding Saga" involves an organisation called the National Sosialistisk Forening, who he claims were "demonised" as "evil Nazi monsters", despite the fact that their name contains the words "National Sosialistisk", which are (obviously) Swedish for "National Socialist" - the term abbreviated to its shortened form "Nazi"!

Anders Brehing Breivik says he has "listened to many of the tracks several hundred times" and would "highly recommend" them to all "revolutionary conservatives", who should not "just listen to the tracks but learn the texts (lyrics) as well". These lyrics include the Saga track "Ode To A Dying People", once praised as a "classic" on the Casuals United blog run by EDL activist Jeff Marsh (1). Although both Anders Breivik and Jeff Marsh claim not to be racist, the song describes the "white man" as "the greatest race to ever walk the earth" and praises "the heroes of our race have already died" (a reference to Nazi soldiers of WW2). Breivik's playlist also includes Saga cover versions of the Skrewdriver songs "Tomorrow Belongs To Me" (sung by the Nazi youth characters in the musical "Cabaret" and adopted as an anthem by the modern Nazi movement) and "The Snow Fell". Bearing in mind that I'm commenting on Breivik's playlist from the point of view of a person who opposes Stalinism just as much as I oppose Nazism, the latter refers to the snow-fall that prevented invading Nazi troops from defeating Joseph Stalin in Soviet Russia during WW2, referring to Hitler's troops as "as a light against the darkness in a holy war". Anyone who is in any doubt as to what Skrewdriver's lyrics refer to should watch the videos of this song posted on You Tube, which clearly illustrate the historic events these Skrewdriver lyrics depict (2). ...

(1) http://www.youtube.com/watch?v=G1d0X7oqLoU (following the scandal created by the Saga post the article praising Saga has been removed and the Casuals United blog has been re-designed)
(2)
http://www.youtube.com/watch?v=R2WBhpqHukY + http://www.youtube.com/watch?v=dTy-WBumFPE "




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Kontrastprogramm, multikulturell

Hej Mr. Nazi komm auf meine Party - von Blumio

gefunden auf
http://bundesbedenkentraeger.wordpress.com/2013/03/12/hey-mr-nazi/







Sonntag, 8. April 2012

Katholiken duemmer?

Katholiken in Nordirland erzielen bei Intelligenztests im Durchschnitt deutlich niedrigere Resultate als Protestanten (ca. 15 Punkte) - ein weiterer Hinweis darauf, dass gruppenspezifische Unterschiede bei Resultaten von Intelligenztests massiv von unterschiedlichen Lebensbedingungen, Lernchancen und Lernschwerpunkten beeinflusst werden.
http://www.huppi.com/kangaroo/L-inferiorIQ.htm

Diesen Fund verdanke ich einer Lesersuche ueber Google mit den Suchworten "Burakumin" und "IQ", die u.a. auf dieses Blog gefuehrt hatte. Burakumin sind eine diskriminierte ethnische Minderheit in Japan. Es gibt zahlreiche Beispiele dafuer, dass geographisch und/ oder sozial ausgegrenzte Minderheiten bei IQ Tests schlechter abschneiden als Angehoerige der Mehrheitsgesellschaft. Das Beispiel der Burakumin hatte der Sarrazin-Einfluesterer Volkmar Weiss als Beleg fuer angeborene unterschiedliche Intelligenz verschiedener Ethnien angefuehrt; auf diesem Blog erwaehnt in dem Post 
http://guttmensch.blogspot.com/2011/06/die-kaste-der-wascher-in-zeiten-der.html


Siehe auf diesem Blog auch Stichworte "Intelligenz", "Intelligenzatlas" und "Begabung".



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Ostdeutsche duemmer?

http://www.youtube.com/watch?v=lmYSF10BJqw

Sonntag, 1. April 2012

Höhenlage der Intelligenz

Die Angehörigen der Führungsschichten und der Bürokratie
waren zu 90 Prozent willige Helfer der Nazidiktatur gewesen;
das wirkte sich aber keineswegs auf ihre Effizienz beim Wiederaufbau aus.
Thilo Sarrazin, Deutschland schafft sich ab, 2010
(Braucht Deutschland also mehr vom Typus dieser tüchtigen Helfer?)



Erinnern wir uns an die Vorstellung vom "gesteigerten Leben" im Gegensatz zum "Wohlfahrtsgedanken":

“Mögen noch so interessante wirtschaftliche Probleme zur Maßnahme locken, der Nationalsozialismus wird sie nicht aufgreifen, wenn sie nicht einem Volksteil zugute kommen, der sie durch gesteigertes Leben dankt; den Wohlfahrtsgedanken demokratischer Prägung hat unser Staat aufgegeben.”
Ludwig Schmidt-Kehl („Rassen-Schmidt“) in dem Artikel „Der Mensch in der Rhön“ in der Fachzeitschrift „Raumforschung und Raumordnung“, Heidelberg 1/1938, S. 73 ff.; zitiert nach Wikipedia
http://guttmensch.blogspot.com/2011/07/volkischer-nationalismus-und-die-idee.html

Worin bestand nun das von "Rassen-Schmidt" beschworene “gesteigerte Leben” nach der Vorstellung der Nationalsozialisten?

Da haben wir also die “Lebenshöhe eines Volkes”, die nach Hitler an der Kilometerzahl der für den Kraftverkehr geeigneten Straßen bemessen werden kann.
http://guttmensch.blogspot.com/2012/03/fritz-nonnenbruch-und-die-ideologie-von.html
Dann haben wir die “Höhenlage der Intelligenz”, die dem Nazi-Intelligenztheoretiker Reinöhl zufolge,entsprechend den Rassentheorien seiner Zeit,bei der “nordischen Rasse” am höchsten liegt.
http://guttmensch.blogspot.com/2011/04/nazi-wissenschaftler.html

Neu gefunden: Reinöhl über den von Sarrazin positiv gewürdigten Darwin-Vetter Galton:…Francis Galton, der ja bekanntlich einer der größten und bedeutendsten Forscher aller Zeiten und Begründer der Eugenik war…“ (Die Vererbung der geistigen Begabung, J.F. Lehmanns Verlag, 3. Auflage, 1943, S. 87)

Es entspricht einer gewissen Logik, dass Henry Ford freudig bewegt den Nazi-Adlerorden entgegen nahm.
http://guttmensch.blogspot.com/2011/08/henry-ford-uber-die-juden-ein.html


Der Fordismus stand nicht nur f
ür eine drastische Steigerung der Produktivität, sondern auch für die Erhebung der Produktivität und ihrer ständigen Steigerung zum Menschheitsideal. Wenn aber die Produktivität zum obersten Prinzip wird, wer soll den Nutzen davon haben?Wer soll von dem durch Technologie und Innovation ermöglichten, unvorstellbaren Ausmass an Produktions- und Effizienzsteigerung profitieren?  Wer soll die auf den Markt geworfenen Produkte konsumieren, wer an den erwirtschafteten Gewinnen beteiligt sein? Wie ist die Verteilung der geschaffenen Werte (und Belastungen) zu gestalten und zu legitimieren? Welchen Menschen und Menschengruppen werdenin einer Gesellschaft, in der einerseits Menschen besonders leicht austauschbar sind, andererseits Hochqualifizierte für komplexe Aufgaben gebraucht werden, mehr oder weniger wertvolle Beiträge zur “Lebenshöhe eines Volkes” zugeschrieben; wer gilt als “unnützer Esser” oder Schlimmeres?


In anderen Worten, welche Früchte soll die durch Technologie und Innovation explosionsartig gestiegene Produktivität der Arbeit hervorbringen - und wem sollen sie zustehen? Erfindern, Unternehmern, Managern, Aktionären? Allen, die in besonders produktiven und wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmen beschäftigt sind? Allen, die in Ländern leben, in denen besonders produktive und wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen angesiedelt sind? Allen Menschen?

Die Antwort des Nationalsozialismus war verführerisch in ihrer scheinbaren Einfachheit: Rasse. Die Früchte der Produktionssteigerung durch Technologie und Innovation stehen den Menschen zu, die einer “höheren Rasse” angehören. Diese sind im Sinne des Sozialdarwinismus und der Eugenik “fitter” und “intelligenter” und damit eines “gesteigerten Lebens” wert, und, was am wichtigsten ist, sie geben die Gehobenheit ihrer Intelligenz und ihres Charakters über ihre Gene weiter. Der “Wille der Rasse” entspricht dem, was Gläubige als den “Willen Gottes” ansehen bzw. trittan dessen Stelle. Da die "Rasse" der nationalsozialistischen Ideologie zufolge den Sinn und Zweck des technologischen Fortschritts verkörpert, ist zum einen auf die “Reinheit der Rasse” zu achten (also darauf, dass sie sich nicht mit “minderwertigen” Rassen vermischt), zum anderen darauf, dass sich innerhalb der “Rasse” die “höherwertigen” Individuen stärker fortpflanzen als die faulen, minderbegabten oder sonstwie “minderwertigen”.


Die rassenideologische Antwort auf die Herausforderungen der modernen Gesellschaft hatte ihre Wurzeln eben nicht nur in der deutschen Geschichte. In ihr reflektierten sich länderübergreifende Einflüsse der Kolonialgeschichte, des Laisser-Faire-Kapitalismus, des Kommunismus und Anti-Kommunismus. 

In ihr äußerte sich auch die Tatsache, dass Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg eine besonders einladende Spielwiese für soziale Experimente war. Karl Pearson, der getreue Apostel der Eugenik-Religion Francis Galtons, fand in Eugen Fischer, der in Südwestafrika mit seinen “anthropologischen Forschungen” auf den Fußstapfen Galtons gewandelt war, und anderen Anhängern der “Rassenhygiene” eifrige Mitstreiter. Das vor Leistungswillen strotzende, aber im Urteilsvermögen schwache, Scharlatanerie-anfällige Nachkriegs-Deutschland der 1920er und 1930er Jahre bot einen fruchtbaren Boden für die Umsetzung der eugenischen Utopie von Galtons “Kantsaywhere” in einem real existierenden Staat.http://guttmensch.blogspot.com/2011/04/der-traum-vom-genetisch-korrekten-staat.html

Auffassungen wie die von Klaus Dohnanyi, der meinte, die Lehren, auf die Sarrazin sich bezieht, kämen ja aus England, seien daher nicht Nazi-verdächtig und somit positiv zu sehen, ignorieren wichtige Information (die bis in das Internet-Zeitalter hinein z.T. allerdings auch schwer zugänglich war; dies gilt z.B.für Galtons “Kantsaywhere”-Utopie und für die Einflüsse der internationalen Eugenik-Propaganda in Deutschland).
Für uns Heutige ist wichtig, dass wir ideologischen Ballast, der die Analyse heutiger Probleme und die Entwicklung wirksamer und werte-orientierter Lösungsstrategien beeinträchtigt, als solchen erkennen, und Erfahrungen aus Irrwegen der Geschichte in die Entwicklung von Zukunftsstrategien einbeziehen.


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Abgesehen davon, dass kein Intelligenztest unabhaengig vom Lebens- und Lernumfeld und von Einfluessen auf die Tagesform ist, koennen Intelligenztests lediglich Teilbereiche menschlicher Kompetenz annaeherungsweise erfassen.

Die Angeklagten im Nuernberger Prozess erzielten, mit einer einzigen Ausnahme (Streicher) im Intelligenztest deutlich ueberdurchschnittliche Ergebnisse. Kann man sie nun als besonders intelligent oder leistungsfaehig bezeichnen? - Eben nur in Teilbereichen. In anderen Bereichen der Intelligenz, die mit Urteilsfaehigkeit und mit der Abschaetzung der Folgen eigener Handlungen in einem Gesamtzusammenhang zu tun haben, und die mit den Tests nicht erfasst wurden, haben sie versagt.

Wir wissen heute auch ueber Teilleistungsstoerungen und Teilbegabungen wesentlich mehr, als in den Nachkriegsjahren bekannt war; unser Wissen ueber die Funktionsweise des Gehirns steigt staendig. Aber je mehr wir wissen, desto mehr Einsicht gewinnen wir auch ueber die Grenzen unseres Wissens.



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Ueber die Effizienz einiger der "willigen Helfer" des Nazi-Regimes in Nachkriegs-Deutschland

Norbert Frei (Hrsg.), Karrieren im Zwielicht. Hitlers Eliten nach 1945, Campus Verlag: Frankfurt/ New York 2001. - Buchbesprechung von Susanne Benöhr und Uta Engelmann (von mir leicht gekuerzt und Hervorhebungen mit Fettdruck vorgenommen)
http://www.eforum-zeitgeschichte.at/benoeh02.htm

"Karrieren im Zwielicht" ist das Begleitbuch zu einer fünfteiligen Fernsehdokumentation des Südwestrundfunks. Die Sendung und das Buch berichten von Männern, die zu "Hitlers Eliten" zählten und auch noch nach der "Stunde Null" ihre Chance zu wahren wussten. Ihre zum Teil glänzenden bundesdeutschen Karrieren, die sie trotz bzw. wegen ihrer nationalsozialistischen Vergangenheit einschlagen konnten, stehen im Mittelpunkt der Betrachtung. … Hitler, Himmler, Göring und Goebbels waren tot, und daher lag es nahe sich als "verführter Mitläufer" zu exkulpieren. Der Wiederaufbau und das Wirtschaftswunder taten ein übriges, und so bot sich nicht wenigen aus der "Elite Hitlers" eine "zweite Chance".
Zu diesem Kreis gehörte zweifellos Reinhard Gehlen. Generalmajor Gehlen war Geheimdienstler, und in dieser Funktion leitete er ab 1942 beim Generalstab des Heeres die Abteilung "Fremde Heere Ost". Nach der Kapitulation offenbarte er sich zügig den Amerikanern, die für den Geheimdienstler schnell eine "bruchlose Weiterverwendung" fanden, und so begann Gehlen bereits 1946 mit dem Aufbau eines Auslandsnachrichtendienstes, besser bekannt unter dem Namen "Organisation Gehlen". Er griff alsbald auf "alte Kontakte" zurück. Diese bestanden unter anderem zur SS, zum SD und zur Gestapo. So wurde beispielsweise der ehemalige SD-Mitarbeiter Dr. Rudolf Oebsger-Röder - der nachweislich zu etlichen "Einsätzen" in Polen, der Sowjetunion und in Ungarn abkommandiert war - nunmehr aufgrund seiner "Erfahrung" angeworben. Am 1. April 1956 avancierte die "Organisation Gehlen" zum Bundesnachrichtendienst, kurz BND.
Dieser unterstand unmittelbar dem Bundeskanzleramt. Dort fungierte Dr. Hans Globke als Adenauers Kanzleramtschef. Dieser hatte maßgeblich die Nürnberger Gesetze von 1935 kommentiert. Als Gehlen schlussendlich 1968 aus dem Amt schied, erhielt er das Große Bundesverdienstkreuz. Seine Biographie "Der Dienst" legitimierte nicht nur das deutsche Vorgehen im Russlandfeldzug, sondern sie stellte zudem die Kompetenz der Wehrmacht im Umgang mit dem Gegner heraus. Gehlen kolportierte in seinem Werk ein "Wehrmachtsbild", das bis in die neunziger Jahre hinein Bestand haben sollte. Danach sei die Wehrmacht missbraucht worden, aber letztlich "anständig" geblieben. Dass dies nicht der Wahrheit entsprach, hatte bereits 1979 der ehemalige Luftwaffenoffizier und bekannte Journalist Henri Nannen den “Stern”-Lesern drastisch vor Augen geführt: "Wer sich nicht Augen und Ohren zuhielt und das Gehirn abschaltete, dem blieb nicht verborgen, dass hier das perfekteste Verbrechen seinen Weg nahm. Wir hätten es wissen müssen, wenn wir es nur hätten wissen wollen. Wer Soldat im Osten war, dem konnten die Judenerschießungen, die Massengräber und beim Rückzug die ausgebuddelten und verbrannten Leichenberge nicht verborgen bleiben".
Dennoch oder eventuell auch gerade deshalb war es der Russlandfeldzug, der bei dem Neuaufbau der Bundeswehr und damit verbunden der Auswahl des Führungspersonals den Ausschlag geben sollte. So wurde der "Afrika-Korps-Kämpfer" Wolf Graf von Baudissin, der eine kritische und reformorientierte demokratische "Innere Führung" in der Bundeswehr etablieren wollte, aufgrund fehlender höherer Weihen im Russlandfeldzug letztlich "wegbefördert". Speziell die Traditionsfrage erwies sich für die Bundeswehr als heikles Problem. Nachdem der Führungsstab des Heeres 1958 vorschlug, den geplanten 36 Divisionen der Bundeswehr die Tradition von 36 Wehrmachtsdivisionen überzustülpen, wurde unter der Ägide des Verteidigungsministers Franz-Josef Strauß eine externe Expertenkommission berufen, um einen Leitfaden in Traditionsfragen zu entwerfen. In diesem Zusammenhang erging eine Einladung an die vielleicht zwielichtigste Person überhaupt: Reinhard Höhn. Ihn zeichnete eine besonders große Anpassungsfähigkeit aus. Nachdem er zunächst eine "mustergültige NS-Karriere" verfolgt hatte, in der er u.a. die Leitung des "Berliner Instituts für Staatsforschung" innehatte und zugleich beim SD-Hauptamt tätig war, musste er sich nach dem Kriegsende neu orientieren. Er erschloss sich ein neues Aufgabenfeld, in dem er nicht weniger "erfolgreich" seine Vorstellungen von "Menschenführung" umsetzte. Als Leiter der "Bad Harzburger Akademie für Führungskräfte" propagierte er ein Managementkonzept, das als "Führung im Mitarbeiterverhältnis" und "Harzburger Modell" schnell populär wurde. Dabei ging Höhns Managementkonzept letztlich auf die preußische Militärtradition zurück und nahm Führungselemente der SS auf, wie etwa die "Führerversammlung". Höhn wurde zum "Lehrer für 600.000 Manager", wobei Schlagworte wie "Delegation und Verantwortung" und die "Innere Kündigung" bis heute einen hohen Stellenwert genießen. Als Höhn im Jahre 2000 starb, fanden sich im Nachruf in der "Süddeutschen Zeitung" weder eine kritische Bemerkung zu seiner NS-Vergangenheit noch zum autoritären Charakter des Modells.

Gleichwohl schulte Höhn nicht nur die Wirtschaftselite und die Bundeswehr - seine Aktivitäten erstreckten sich auch auf die Parteien. Dabei reichte das Spektrum seiner Klienten von den Parteien des bürgerlichen Lagers bis hin zu SPD-Funktionären und Gewerkschaftlern. Dass gerade die Parteien gefährdet waren, von "Hitlers Elite" unterwandert zu werden, beweisen das Verbot der "Sozialistischen Reichspartei" (SRP) durch das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) im Jahre 1952 und die Zerschlagung des "Gauleiter-Kreises". Insbesondere die Zerstörung des "Gauleiter-Kreises" um Dr. Werner Naumann, der in Hitlers Testament zu Goebbels' Nachfolger als Reichspropagandaminister bestimmt worden war, erwies sich im Jahre 1953 als Politikum erster Güte. Zusammen mit anderen ehemals führenden nationalsozialistischen Funktionären war es dieser Gruppe gelungen, Nordrhein-Westfalens FDP zu infiltrieren. Als die Briten im Januar 1953 die Rädelsführer verhafteten, waren diese mit ihrem Unterfangen, die FDP zu einer "nationalen Sammlungsbewegung" aller Kräfte rechts von der Union umzuwandeln, bereits maßgeblich fortgeschritten. De facto offenbarte diese konspirative Verschwörung ein Höchstmaß an personellen Querverbindungen. Während Werner Naumann als Leiter der Gruppe agierte, amtierte der FDP-Landtagsabgeordnete Ernst Achenbach als "spiritus rector". In seinem Essener Büro wiederum war u.a. der frühere SS-Obergruppenführer Professor Franz Alfred Six tätig. Dieser verfügte seinerseits über gute Beziehungen zu Reinhold Gehlen und Reinhard Höhn. So war Six zwischenzeitlich für die "Organisation Gehlen" tätig gewesen und trat in den sechziger Jahren nebenberuflich als Dozent in Reinhard Höhns Akademie auf, wobei er bereits zu diesem Zeitpunkt erfolgreich als Werbeleiter bei Porsche-Diesel tätig war.

Vollends schließt sich der Kreis, wenn man bedenkt, dass Six' enger Vertrauter Host Mahnke letztlich beim "Spiegel" als leitender Redakteur arbeiten konnte. Freilich überrascht dies in der Retrospektive nicht, denn letztlich verfügte ein Mann wie Mahnke, der eng mit Six verbunden war und dieser seinerseits gute Beziehungen zum BND und Gehlen hatte, über detailliertes Geheimdienstwissen, was die Leserschaft des "Spiegel" offenbar besonders zu schätzen wusste.
"Karrieren im Zwielicht" ist ein beunruhigend gutes Buch. Überdeutlich treten die alten Seilschaften zu Tage, die ihr Einflussgebiet auch nach der "Stunde Null" zielsicher zu wahren, wenn nicht zu erweitern wussten.


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Das Kapitel "Nachkriegskarrieren" ist ein sehr weites Feld.

Zu "willigen Helfern der Nazi-Diktatur", die spaeter mit einem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurden, gehoert u.a. der Mediziner und "Rassenhygieniker" Lothar Loeffler, der unter Alfred Rosenberg an der pseudo-wissenschaftlichen Begruendung der Verbindung von Antisemitismus und Antibolschewismus mitgewirkt hatte (s. auch Stichwort "Rosenberg" auf diesem Blog).

Ueber den gleichen Lothar Loeffler (nicht identisch mit dem SPD-Politiker dieses Namens) siehe auch "Eugenische Vernunft: Eingriffe in die reproduktive Kultur durch die Medizin 1900 - 2000" von Maria A. Wolf, 2008

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Der NS-Führungswachswuchs und die junge Bundesrepublik
Beispiel: Werner Best (Auszug aus Wikipedia)


„Nach seiner Ausweisung in die Bundesrepublik fand Best ... in der Kanzlei von Ernst Achenbach, der sich als Rechtsanwalt und Politiker für die Rehabilitierung von NS-Tätern einsetzte, eine Stelle. ...  Ernst Achenbach ... richtete sich persönlich mit verschiedenen Schreiben an seinen FDP-Parteifreund Thomas Dehler, der zu dieser Zeit Bundesjustizminister war ... Dehler reagierte mit einer Anfrage bei der bayrischen Justiz. Diese ... stellte das Verfahren nach einer flüchtigen Vernehmung Bests ein. ...Bests Rolle als akademisch gebildeter nationalsozialistischer Funktionär und SS-Intellektueller mit beträchtlichem Gestaltungsraum blieb über Jahrzehnte hinweg unentdeckt, ehe Ulrich Herbert sie für seine Habilitationsschrift bis 1992 ausführlich untersuchte und 1996 in der erweiterten Fassung der Biographie Best veröffentlichte ... Herberts aufsehenerregende Habilitationsschrift ... wurde zum Anknüpfungspunkt weiterer Studien etwa von Karin Orth, ... Michael Wildt oder Lutz Hachmeister ... Diese Arbeiten konzentrierten sich auf die Lebensläufe, Karrieren und charakteristischen Merkmale, Unterschiede und Gemeinsamkeiten dieser NS-Führungskader der zweiten Reihe, deren wichtiger Beitrag zur Entstehung und zum Ablauf der Besatzungs- und Vernichtungspolitik des Dritten Reiches bis dahin übersehen worden war.Innerhalb der NS-Forschung wurde damit ... eine ... Sichtweise begründet, die das Augenmerk auf die eigenständigen ideologischen Antriebe von NS-Eliten legte, die mit Hitlers Intentionen und den institutionellen Interessen der NS-Polykratie dynamische Querverbindungen eingingen. Nicht die Intention Hitlers, noch der Konkurrenzkampf zwischen den formalen Organisationen und den Interessengruppen des Dritten Reiches allein erklären deswegen die Entstehung und den Ablauf des NS-Vernichtungsprogramms. Sondern vielmehr das tätige und ideologisch motivierte Mitwirken von NS-Kadern (wie Werner Best) innerhalb eines Rahmens von ihnen auf diesen Zweck hin ausgerichteten Institutionen ... muss zur Erklärung herangezogen werden.“


"Hitlers Eliten zählten auch nach 1945 wieder zur deutschen High Society. Heinrich Lübke, CDU, als Mitarbeiter von Rüstungsminister Albert Speer, mitverantwortlich für Millionen Toter,wurde 1959 Bundespräsident. Ernst Wolf Mommsen, Hauptabteilungsleiter beim Mörder-Speer, wurde Vorstand bei Thyssen und Staatssekretär bei Helmut Schmidt, SPD." SZ, 11.3.2005, S. 2
http://www.gavagai.de/tb/HHD02A2.htm
 
 
Kontinuitäten der „Rassenhygiene“
Zu den bekannteren Personen, die für Nachkriegs-Kontinuitäten der Ideologie der Eugenik/ Rassenhygiene stehen, gehören in Deutschland neben vielen anderen Hans F. K. Günther und Otmar Freiherr von Verschuer. Von ihnen und anderen Kontinuitätsträgern war auf diesem Blog schon mehrfach die Rede.
Weniger bekannt ist die Rolle des Nazi-Eugenikers
Hermann Werner Siemens, der als Mitbegründer der Zwillingsforschung mit Francis Galton aller Wahrscheinlichkeit nach (wie auch Ploetz und andere „Rassenhygieniker“ in Deutschland) persönlich oder über Galtons Apostel Karl Pearson in Verbindung stand.  Sein Buch „Grundzüge der Vererbungslehre, Rassenhygiene und Bevölkerungspolitik” gibt es antiquarisch sowohl in mehreren Vorkriegs-Ausgaben (1930, 1934, 1937) als auch als Nachkriegs-Ausgabe (1952).  Die Ausgaben von 1937 und 1952 habe ich mir zum Vergleich bestellt und werde bei Gelegenheit hier darüber berichten.

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Six 1942: Europa als "der aus der Gestaltungskraft der arischen Rasse geschaffene Lebensraum der europäischen Rassen und Völker"
 
In "Mein Kampf" hatte er [Hitler] noch einen Bund mit Italien und England vorausgesehen, Frankreich sollte seiner Großmachtstellung beraubt werden. Danach würde er sich der Vergrößerung des Lebensraumes im Osten zuwenden. In der Mitte Europas sollte ein Reich aller Deutschen - weit über die Grenzen von 1914 hinaus - enstehen. Dieses Kernland, daß auch die Tschechen mit einbezog, sollte 100 Millionen EW enthalten. Bereits 1924 hatte auch Nonnenbruch von einem großdeutscher Wirtschaftraum mit Österreich, der Tschechoslowakei und Italien geträumt. (Nonnenbruch 1939 [1924]: 98-99) 1928 entwirft Pleyer ein Reich aus Ostalpen, Sudetenraum und Ostmark. Er begründet diese Forderung bereits rassisch: ...Das Recht und die Pflicht, die Mitte des Kontinents politisch zu organisieren leiten wir ab aus dem Tatbestand, daß ganz Mitteleuropa...kulturdeutsch ist...Das deutsche Volk...soll durch die ordnende Zusammenfassung der politischen Kräfte Innereuropas seiner gesamteuropäischen Aufgabe dienen...[Aber] Im neuen Reichswesen muß der beengte deutsche Blutdruck sich nach dem ferneren Nordosten und Südosten Europas fortpflanzen können." (Pleyer 1928: 16) 1934 spricht HitIer von einem stählernen Kern aus Österreich der Tschechoslowakei und Westpolen. Außerdem stellt er verschiedene Bündnisse aus formell alliierten aber natürlich nicht gleichberechtigten Blöcken auf. Diese nennt er den "Ostbund" (Baltikum, Balkanstaaten, Ukraine, Wolgaland und Georgien) den "Westbund" (Holland, Flandern und Nordfrankreich) und den "Nordbund" (Dänemark, Schweden sowie Norwegen). HitIer benützte den Begriff Europa zuerst nur widerwillig, seine Haltung änderte sich erst nachdem er Europa für sich selbst und den Nationalsozialismus blutsmäßig definiert hatte d.h. "erst nachdem er "Europa" zu einem weiteren Synonym für das Germanische Reich deutscher Nation gemacht hatte." (Lipgens 1968: 9). So definiert Six zum Beispiel Europa als "der aus der Gestaltungskraft der arischen Rasse geschaffene Lebensraum der europäischen Rassen und Völker." (Six in Six 1942: 14) Der Nationalsozialismus lehnte die Europapläne Coudenhove-Kalergis strikt ab; Rosenberg bezeichnete seine Pläne als den Versuch ein Franco-Judäa zu errichten (Rosenberg 1934: 9) und betonte, daß der Nationalsozialismus ein Programm für Deutschland, nicht für Europa sei: Unsere Bewegung ist ...darauf bedacht, sich nicht etwa in einen internationalen "nationalsozialistischen Bund" zu verwandeln, der dann etwas wie ein Kirchenkonzil zu entscheiden hätte, was wahrer und was nicht wahrer Nationalsozialismus sei. Das Urteil über eine solche Frage steht nur uns zu. (Rosenberg 1939: 6) Rosenberg sah die künftige Struktur Europas 1934 als Resultat eines Viermächtepaktes bestehend aus den nationalistischen Bewegungen Italiens, Frankreichs, Englands und Deutschlands. (Rosenberg 1934: 8-12) Auch die Staaten der Ostsee (Finnland, Estland, Lettland, Litauen) und der Donauraum sollten inkludiert werden um ein "organisches Zentraleuropa" zu formen.(Rosenberg 1934: 20-21)
„Osmond“ auf