Dieses Blog durchsuchen

Mittwoch, 10. August 2011

Gegen den "Kulturmarxismus" - alter Hass mit neuen Objekten

Gegen den "Kulturmarxismus" glaubte der Attentäter von Norwegen, Anders Behring Breivik, mit seinen tödlichen Anschlägen zu handeln. Kulturmarxismus ist Politische Korrektheit, schrieb er ("Political Correctness is Cultural Marxism").
Siehe z.B. https://sites.google.com/site/breivikmanifesto/2083/introduction/05


William S. Lind gehörte, zusammen mit Patrick Buchanan, zu den ersten, die diesen Begriff in jüngerer Zeit prägten. Lind wird von Breivik in seinem "Manifest" 2083 in einem anderen Zusammenhang erwähnt. Die Abschnitte über "Kulturmarxismus" sind nicht als Übernahmen von Lind gekennzeichnet, würden aber von einer Plagiats-Software wohl recht eindeutig als solche identifiziert werden.

Aus einem Artikel von William (Bill) Lind vom Februar 2000 (URL: http://www.academia.org/the-origins-of-political-correctness/; eigene Übersetzung kurzer Auszüge):
"Politische Korrektheit ist Kulturmarxismus .... 1923 wird in Frankfurt ein 'Think Tank' etabliert, der die Rolle übernimmt, Marxismus von ökonomischen in kulturelle Kategorien zu übertragen, der die Politische Korrektheit schafft, wie wir sie heute kennen, und im Wesentlichen bis Ende der 1930er Jahre die Basis dafür gelegt hatte. ... Die Mitglieder der Frankfurter Schule sind Marxisten und sie sind auch, Mann für Mann, Juden."

Den Link fand ich auf dieser Webseite, die auch noch weitere Hintergrund-Informationen enthält: http://www.talk2action.org/story/2011/7/23/8287/32273 (Die Webseite wird möglicherweise gestört; ich musste das Programm jedesmal neu starten, wenn ich sie aufgerufen hatte.)

Der antisemitische Einschlag ist schon aus dem kurzen Zitat deutlich, und der Artikel enthält weitere Hinweise darauf.

Der Ton erinnert sehr an das schon erwähnte antisemitische Pamphlet aus den 1920er Jahren von Alfred Rosenberg und Otto von Kursell ("Totengräber Rußlands"/ "Gravediggers of Russia"), das Marxismus und Bolschewismus mit "Weltjudentum" gleichsetzt, und das auch bei Henry Ford seinen Niederschlag gefunden hatte. (Siehe dazu auch http://guttmensch.blogspot.com/2011/08/henry-ford-uber-die-juden-ein.html und NEU http://guttmensch.blogspot.com/2011/08/bolschewisten-gesichter-das.html )

Umso bemerkenswerter ist, dass sich auch die "Counterjihadisten"-Szene, die sich vielfach als Israel-freundlich bezeichnet, aus diesem Repertoire bedient.

Vielleicht ist es nützlich, sich an die Überlegungen des Abgeordneten Franz Böhm bei der Beratung des "Volksverhetzungs-Gesetzes" im Dezember 1960 zu erinnern, die aus heutiger Sicht sehr vorausschauend erscheinen:

"Der CDU-Bundestagsabgeordnete Böhm, ein besonders warmherziger Verteidiger jüdischer Belange, lehnte in der Dezember-Beratung das 'Volksverhetzungs-Gesetz' ab. Seine Argumentation lief auf etwa folgendes hinaus: Der Antisemitismus sei letztlich nur der Reflex einer primär keineswegs auf die Juden fixierten Haß-Bewegung, die in Krisenzeiten anschwelle und sich erst dann gegen bestimmte Personengruppen einsteuere, um an dem Haß-Objekt sich abreagieren zu können.
'Wir können', sagte Böhm, 'auch gar nicht wissen, gegen was sich der Haß einer künftigen radikalen Bewegung bei uns richtet. Diese Bewegung wird eventuell sagen: Wir werden unseren Haß gegen irgend etwas richten, das nicht im Paragraphen 130' (dem geplanten Gesetz gegen Volksverhetzung) 'steht. Sie wird sich dann für ihre Verunglimpfungen Opfer aussuchen, die weder unter den Begriff 'national' noch unter die Begriffe ,rassisch' oder 'religiös' fallen. Dann sitzen wir wieder da.' "

Aus: DER SPIEGEL 8/ 1960, "Gotteserkennnis (L)" (Hervorhebungen von mir)
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-43063318.html



_________________

Der Begriff "Marxisten" wird auf Fjordman/ Counter-Dschihad Webseiten häufig als Sammelbegriff für alle verwendet, die nicht die Idee von einem unterschiedlichen Wert verschiedener Menschen und Menschengruppen teilen. Andere Bezeichnungen mit ähnlicher oder gleicher Bedeutung sind auf diesen Foren im Englischen "Liberals" und im Deutschen "Gutmensch".
(Zu Liberals/ Gutmensch siehe auch http://guttmensch.blogspot.com/2011/07/ja-gutmenschen-ist-tatsachlich-die.html)

"Marxisten sind talentlose Mittelmäßige", schrieb ein Kommentator in den "Fjordman Files"; die meisten der als Marxisten Bezeichneten hätten "sehr wenig angeborene Fähigkeiten". Als "genetischen Kommunismus" bezeichnete derselbe Kommentator, ein Wort von "Fjordman" aufgreifend, die Idee, dass Menschen gleichwertig sind. "Viele Nicht-Weiße verübeln den Weißen ihre physische Schönheit.... Sie suchen uns durch Gewalt und Rassenkreuzung auszutilgen".
http://fjordman.files.wordpress.com/2009/12/33d-der-kommende-crash.pdf

Siehe auch Stichwort "Mittelmäßigkeit" auf diesem Blog; u.a. http://guttmensch.blogspot.com/2011/06/eugenisches-denken-demokratie-als.html ; http://guttmensch.blogspot.com/2011/07/anschlage-in-norwegen.html (mit Hinweis auf den Terminus "kollektive Mittelmäßigkeit" bei John Stuart Mill - werde ich beim nächsten Aufräumen verschieben in den Post http://guttmensch.blogspot.com/2011/07/gegen-das-ideal-der-gleichartigkeit.html).

"Gewalt und Rassenkreuzung" (Kommentar oben) werden also auf eine Stufe gestellt. Da liegt der Gedanke, dass "Weiße" sich gegen die Gefahr der von "Marxisten" begünstigten "Rassenkreuzung" auch mit Gewalt wehren müssten, nicht mehr sehr fern.

Montag, 8. August 2011

"Ich bin die Unterschicht" - noch ein satirischer Beitrag, diesmal aus Afrika (Kamerun)

Die neuen alten Klischees über die "Unterschicht" hat sehr treffend der Kabarettist Severin Groebner auf die Schippe genommen (http://www.youtube.com/watch?v=lSenLCrjqUU&feature=related , auf diesem Blog bereits erwähnt unter http://guttmensch.blogspot.com/2011/06/neue-unterschicht-alte-erklarungsmuster.html).

Heute möchte ich auch einmal einen Beitrag aus einer anderen Kultur vorstellen (uiuiu, darf man das überhaupt noch, klingt ja verdächtig nach Multikulti...). Auch noch aus Afrika, also aus einem Kontinent, dessen Bewohner, ebenso wie "Türken und Araber", von Thilo Sarrazin und ähnlich Fühlenden für erblich minder intelligent gehalten werden. Einen durchschnittlichen IQ von 70 wollen Lynn und Vanhanen, die sich mit ihrem "Intelligenzatlas" auf wissenschaftlich unhaltbare Angaben von Rushton stützen und in Kreisen der "Neuen Rechten" gern zitiert werden, der Bevölkerung von Kamerun zugestehen - also Schwachsinns-Niveau (siehe dazu auf diesem Blog http://guttmensch.blogspot.com/2011/04/viel-schwachsinn-uber-den-schwachsinn.html; http://guttmensch.blogspot.com/2011/06/forderung-und-finanzierung-der-eugenik.html).

Den Liedermacher Donny Elwood aus Kamerun möchte ich zunächst mit dem kurzen Beitrag über ihn in der deutschen Wikipedia vorstellen:
"Donny Elwood alias Ella Owoudou Albert Dieudonné, (* 1968 in Ebolowa, Kamerun) ist ein kamerunischer Chansonnier, der aufgrund seines überaus erfolgreichen Liedes "Je suis pygmée" oft für einen Angehörigen der Volksgruppe der Pygmäen gehalten wird. Auf humorvolle Weise beschreibt er in seinen Liedern das alltägliche Leben und die Misere der einfachen Menschen. Seine Lieder tragt er begleitet mit einer Gitarre auf Französisch und Ewondo vor. Sein Musikstil ist eine Mischung aus Makossa, Bikutsi und Blues. Auf seine ihm eigene Art folgt er der Tradition Francis Bebeys.[1][2]"
http://de.wikipedia.org/wiki/Donny_Elwood

Das vorgestellte satirische Lied heißt "Mon Cousin Militaire": Mein Militär-Cousin.
Bei Youtube auf: http://www.youtube.com/watch?v=d5R16Z5Xtfc

Das Lied beschreibt eine Zwickmühle für Arme in Ländern wie Kamerun: Inmitten bitterer Armut ist immer Geld da für Importe von Militärflugzeugen und anderer Militärtechnologie. Ganze Nächte kreist der Militär-Cousin am Himmel, er beteiligt sich an mörderischen und selbstmörderischen Kriegen. Aber seinem armen Verwandten hat es nichts genützt, dass er zur Grundschule gegangen ist, rechnen und schreiben und französische Gedichte und Grammatik gelernt hat: Er hat keine feste Arbeit und lebt von der Hand in den Mund. Da ist er froh, wenn ihm der Militär-Cousin ab und zu ein bisschen Geld und von seinen übrig gebliebenen Militär-Rationen etwas ab gibt. Seine Bitterkeit über die Chancenlosigkeit der Armen und die Investitionen in Verschwendung und Zerstörung muss er hinunterschlucken. Als Mitglied der Unterschicht, klar, trinkt er Bier und macht Kinder, sobald er nur ein wenig Geld und Nahrung zugesteckt bekommt - produziert Erbinnen und Erben des Elends. Den Text - im französischen Original und in der deutschen Übersetzung - kopiere ich unten ein. Ich danke der freundlichen Übersetzerin. Das Wort "Galère" ist mit "Überlebenskampf" gut übersetzt  - gleichzeitig erinnert es im Französischen an den Ursprung, Sklavenarbeit auf einer Galeere. Nach eugenisch-sozialdarwinistischer Ideologie bleibt den vermeintlich "Untüchtigen" zu Recht nur die "Galère", so ist der Lauf der Welt.... 

Der vom Norwegen-Attentäter bewunderte Blogger "Fjordman", nun bekannt unter seinem bürgerlichen Namen Peder Jensen, propagierte Investitionen für Militärausgaben als höchste Priorität für staatliche Haushalte, auch in Europa - eine logische Konsequenz der eugenisch-sozialdarwinistischen Weltsicht. Er schrieb: "... Darüber hinaus schafft der Wohlfahrtsstaat ein trügerisches Gefühl von Sicherheit in einer Welt des Fressens und Gefressenwerdens und er bringt eine Passivität hervor, die im Kampf gegen den Jihad sehr gefährlich ist.Wir sollten unser Geld lieber dazu verwenden, unsere Grenzkontrollen zu stärken und ein glaubwürdiges Militär aufzubauen." (Siehe http://guttmensch.blogspot.com/2011/07/weihnachtslekture-vom-fordman.html).

Wenn wir Europäer uns die eugenisch-sozialdarwinistische Weltsicht noch stärker zu eigen machen, als es jetzt schon der Fall ist, werden Menschen in der ganzen Welt nur noch stärker auf ihren "Militär-Cousin" angewiesen sein, auf welcher Seite auch immer er kämpfen mag - und das nicht "nur" in Afrika, sondern auch in Europa. In einer solchen Welt werden selbst diejenigen, die auch jetzt noch ähnliche Töne wie die "Counterjihadisten" anschlagen, nicht wirklich leben wollen. Wir können uns nicht herausstehlen: Wir leben in der "einen Welt", und wir sind "eine Menschheit". Die Idee vom "Konkurrenzkampf ums Überleben" wird den Anforderungen einer modernen Weltwirtschaft nicht gerecht - die "Zusammenarbeit fürs Überleben" braucht neue Impulse. 

Donny Elwood, "Mon Cousin Militaire" 
http://www.youtube.com/watch?v=d5R16Z5Xtfc
(links der französiche Originaltext, rechts eine Übersetzung ins Deutsche):
 
Heureusement que j'ai mon cousin militaire
Heureusement que j'ai mon cousin militaire, oh
Je serais déjà au cimetière
A deux mètres sous terre
Pauvre cadavre
Simple squelette, en train de sourire
Comme tous les squelettes de la terre
Qui n'arrêtent pas de sourire
Le sourire de la mort,
Mort de misère
Misère des hommes, pauvre macchabée !
Zum Glück habe ich meinen Militär-Cousin
Zum Glück habe ich meinen Militär-Cousin, oh
Sonst wäre ich schon auf dem Friedhof

2 Meter unter der Erde
Ein armer Leichnam
Ein einfaches Skelett, im Begriff zu lächeln,
wie alle Skelette auf der Erde,
die nicht aufhören zu lächeln.
Der Tod des Elends
Das Elend der Menschen, arme Leichen !
On m'appelle Monsieur Galère
On m'appelle Tonton Misère
Je vis dans un quartier populaire
Et nous sommes de vrais prolétaires
Insuffisance alimentaire, vestimentaire, monétaire
Nous sommes de vrais prolétaires
Et nous sommes majoritaires sur cette terre de misère
Sie nennen mich Herr Überlebenskampf
Sie nennen mich Onkel Elend
Ich lebe in einem Arbeiterviertel
Und wir sind echte Proletarier
Unzureichende Ernährung, Kleidung, Geld
Und wir sind echte Proletarier
Und wir sind die Mehrheit in diesem Elendsland
Heureusement que j'ai mon cousin militaire
Quand il touche son salaire il me donne mon argent de bière
Et moi je fonce chez ma rombière
Toute la nuit on s'envoie en l'air
Ca c'est tout à fait prioritaire chez nous les prolétaires
La bière et les rombières
Car on n'a rien d'autre à faire que de s'envoyer en l'air
Avec nos mégères
Faire des héritières et des héritiers de la misère
Zum Glück habe ich meinen Militär-Cousin
Wenn er sein Gehalt bekommt, gibt er mir mein Biergeld
Und ich flitze zu meiner Alten
Um es die ganze Nacht zu treiben
Denn das ist oberste Priorität bei uns Proletariern,
das Bier und die Weiber,
denn wir haben nichts anderes zu tun
als es die ganze Nacht zu treiben,
mit unseren Weibern
Erbinnen und Erben des Elends zu machen.
Heureusement que j'ai mon cousin militaire
Quand il s'en va-t-en guerre
Là-bas vers la frontière
Moi je fais des prières
Moi je fais des Pater noster
Une mauvaise guerre, une guerre frontalière
Une guerre incendiaire, une guerre meurtrière, une guerre suicidaire
Zum Glück habe ich meinen Militär-Cousin
wenn er in den Krieg zieht,
dort in Richtung Grenze,
bete ich,
ich bete das Vater Unser.
Ein schlimmer Krieg, ein Grenzkrieg,
ein hetzerischer Krieg, ein mörderischer Krieg,
ein selbstmörderischer Krieg.
Heureusement que c'est un vaillant militaire
Quand il revient de guerre il me garde des pommes de terre
Des bouts de pain rassis, de la sardine à l'huile
Quelques kilos de riz
C'est de ça que je me nourris
Zum Glück ist er ein tapferer Soldat,
wenn er aus dem Krieg zurückkehrt, behält er
etwas für mich über von den Kartoffeln,
von den alten Brotkanten, von den Ölsardinen, 
ein paar Kilo Reis
Das ist alles wovon ich mich ernähre.
Heureusement que j'ai mon cousin militaire
J'ai pourtant fait le cours élémentaire
Je sais lire, je sais compter
A B CD, 1 2 3 4
Je peux même réciter "le Corbeau et le Renard"
Mais ou et donc or ni car
Je maîtrise même la grammaire
Bijou, caillou, joujou; bal, cal, carnaval
Faites quelque chose pour moi mes frères !
Je veux pas mourir dans la misère
Je veux pas finir dans la galère
Zum Glück habe ich meinen Militär-Cousin
Immerhin habe ich die Grundschule gemacht
Ich kann lesen, ich kann rechnen
A B C D, 1 2 3 4,
Ich kann sogar „Der Rabe und der Fuchs“ aufsagen
Aber oder und also nun weder denn
Ich beherrsche sogar die Grammatik
Juwel, Stein, Spielzeug, Ball, Schwiele,  Karneval.
Tut etwas für mich meine Brüder!
Ich will nicht in dem Elend sterben.
Ich will nicht im Überlebenskampf zugrunde gehen.
Heureusement que j'ai mon cousin militaire,
En vérité, je jure ma mère
Aïe, que sinon je serais mort depuis longtemps
Je vous l'assure, je serais mort sans lui, (choeur)
Ô ma mère, regarde-moi (choeur)
Heureusement que j'ai mon cousin militaire,
C'est la pure vérité, ah ma mère
Aïe, sinon je ne serais plus de ce monde
Zum Glück habe ich meinen Militär-Cousin,
in Wahrheit, ich schwöre bei meiner Mutter,
Ai, dass ich sonst schon längst tot wäre
ich versichere euch, ich wäre tot ohne ihn
Oh meine Mutter, schau mich an.
Zum Glück habe ich meinen Militär-Cousin,
das ist die einzige Wahrheit, oh meine Mutter,
Ai, sonst wäre ich nicht mehr auf dieser Welt.

Donnerstag, 4. August 2011

Hass verbreiten und nichts dafür können: Henry Ford und sein Pamphlet "Der Internationale Jude"

Empört verwahrte sich „Fjordman“ dagegen, dass sein Pamphlet „The Eurabia Code“ von Kritikern mit den „Protokollen der Weisen von Zion“ verglichen wurde. Die "Protokolle" sind eine antisemitischen Fälschung der 1920er Jahre, auf die sich der einflussreiche Autokönig Henry Ford in seinem hassverbreitenden Pamphlet der „Der Internationale Jude“ bezog.

Anm. 07.08.2011: Zu den Texten des prominenten "Counterjihad"-Bloggers Fjordman (jetzt bekannt mit seinem bürgerlichen Namen Peder Jensen), die seitenweise von dem Norwegen-Attentäter Anders Breivik zitiert wurden, siehe auch http://guttmensch.blogspot.com/2011/07/weihnachtslekture-vom-fordman.html. Darin auch ein Ausschnitt, aus dem hervorgeht, dass die Forderung nach "Redefreiheit" gleichgesetzt wird mit der Forderung, in europäischen Ländern jegliche Gesetze gegen "hate speech", also gegen Hasspredigen, abzuschaffen. Zum Einfluss dieser Bloggerszene auf die politische Mitte siehe auch die letzten Abschnitte des Posts http://guttmensch.blogspot.com/2011/07/muss-man-jede-debatte-fuhren.html). Über das Herunterspielen der Verwendung von "Fjordman"-Texten im Pamphlet des Attentäters siehe auch http://guttmensch.blogspot.com/2011/07/zum-recht-auf-information-am-beispiel.html
Zitat von Manfred Bleskin, Breiviks Beschwörung einer "islamisch-marxistischen
Verschwörung" klinge der "jüdisch-bolschewistischen Weltverschwörung" der Nazis
nicht unähnlich siehe http://guttmensch.blogspot.com/2011/07/eine-karikatur-aus-dem-pamphlet-des.html. - Zu Henry Ford und der Diskreditierung von "Toleranz" (gegen Juden) als "Toleranzduselei" siehe http://guttmensch.blogspot.com/2011/07/henry-fords-polemik-gegen.html .


Eine Sammlung von antisemitischen Artikeln, die unter dem Namen Henry Fords in der von ihm gegründeten Zeitschrift „Dearborn Independent“ erschien, wurde in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Der Internationale Jude“ herausgegeben. Die 1937 erschienene 33. (!) Auflage ist im Internet veröffentlicht (http://www.archive.org/stream/DerInternationaleJude/FordHenry-DerInternationaleJude1937553S._djvu.txt).
 Vollbild anzeigen
Bild links: Henry Ford erhält den Nazi-Adlerorden (1938); Quelle http://mona-lisa.org/hintergrund.htm;
Bild rechts: Titelseite des Buches "Der Internationale Jude", Quelle: http://fsigeschichte.blogsport.de/2007/04/12/antisemitismusstreit-um-henry-ford-bau/

Hier werde ich einige Auszüge zusammenstellen, die mir durch ihre Ähnlichkeit mit Argumentationen, die muslimische Einwanderer unter einen „Generalverdacht“ vielfacher Schädlichkeit stellen, besonders aufgefallen sind. Nicht einbeziehen werde ich Behauptungen Fords, die sich direkt auf die sogenannten „Protokolle“ stützen. Ford meinte über die "Protokolle", die tatsächlich eine antisemitische Fälschung waren, sie seien "so rein tatsachenmäßig wie eine statistische Tabelle". Dabei nutzte er die gefälschten, von ihm für echt gehaltenenen „Protokolle“ vor allem zur Bestätigung seiner eigenen, vorgefassten Überzeugungen. Charakteristische Äußerungen Fords ordne ich in zwölf Kategorien, die seine Argumentation gegen „die Juden“, in ähnlicher Weise kennzeichnen wie heutige Argumentationen im Stil des "Counterjihad", die pauschal gegen „die Muslime“ gerichtet sind.

Die „X“ sind bei Henry Ford die Juden. Man kann die gleichen Kategorien aber auch auf eine Reihe von Aussagen aus unserer Zeit anwenden, die aus dem „Counterjihad“ kommen, sich pauschal gegen Menschen aus Ländern mit muslimischer Tradition wenden und sich in letzter Zeit zunehmend in Richtung „Mitte der Gesellschaft ausgebreitet haben.


1. Man darf ja nichts sagen. Es gibt eine Meinungskontrolle zugunsten der X. Ich durchbreche das Redeverbot, lasse mir nicht den Mund verbieten und spreche Klartext.

„Der Kampf mit dem `Dearborn Independent` ist ein weiterer Beweis für die Beherrschung der Presse durch die Juden.“

„Die Wirkung hiervon ist bei uns ein Redeverbot gewesen, das wenige Parallelen in unserer Geschichte hat. Auf einem Festmahl brauchte kürzlich ein Redner das Wort ‘Jude‘ mit Bezug auf die Geschäfte einiger jüdischer Bankiers. Ein jüdischer Gast sprang auf und wollte wissen, ob der Redner es für ‚amerikanisch‘ halte, eine Rasse auf solche Weise zu kennzeichnen. Der Redner antwortete: ‚Jawohl‘ und erntete dafür den Beifall der Zuhörer. In jenem Landesteil waren die Zungen der Geschäftsleute jahrelang durch das ungeschriebene Gesetz gebunden gewesen, daß Juden niemals als Juden gekennzeichnet werden dürfen.“


2. Die X verschlechtern die Qualität unserer Bevölkerung, leben auf unsere Kosten und machen unsere gesunde Wirtschaft kaputt.

„Werner Sombart sagt in ´Die Juden und das Wirtschaftsleben‘:‚Wenn sich die Verhältnisse in Amerika so weiter entwickeln wie im letzten Menschenalter, wenn die Zuwanderungsziffern und die Zuwachsraten der verschiedenen Nationalitäten dieselben bleiben, so erscheinen die Vereinigten Staaten nach 50 oder 100 Jahren in unserer Phantasie ganz deutlich als ein Land, das nur noch von Slawen, Negern und Juden bewohnt sein wird und in dem die Juden natürlich die wirtschaftliche Hegemonie an sich gerissen haben‘. Sombart ist ein judenfreundlicher Gelehrter.“

„Unter den hervorstechenden geistigen und sittlichen Zügen sind zu erwähnen: Abscheu gegen harte und anstrengende körperliche Arbeit, ein starker Familiensinn und Stammesliebe; ein ausgeprägter religiöser Instinkt; der Mut des Propheten und Märtyrers eher als der des Kultur-Vorkämpfers und Soldaten; hervorragende Befähigung, in widrigen Verhältnissen sich zu behaupten zusammen mit der Eigenschaft, die rassische Gemeinbürgschaft zu bewahren; Fähigkeit zur persönlichen und sozialen Ausnutzung; …`Die Neue Internationale Enzyklopädie`.“

„Die jüdische Wertphilosophie ist nicht, Werte zu schaffen, sondern Geld zu erraffen…“


3. Die X bringen uns Kriminalität und Terror und wollen uns unterwerfen

„Der Neuyorker Kahal wurde 1908 infolge der Feststellung des damaligen Polizeipräsidenten eingerichtet, wonach die 600 000 Köpfe starke jüdische Bevölkerung die Hälfte aller Verbrecher der Stadt stellte.“

„Führer der Kehillah verurteilten öffentlich den Magistratsbeamten Cornell und fordern seine Anklage, weil er die Judenschaft von Neuyork-Ost wegen der Zunahme der jüdischen jugendlichen Verbrecher kritisiert hatte. Polizeipräsident Bingham wurde wegen seiner Kritik des russisch-polnischen Verbrechertums in Neuyork amtsentsetzt.“

„Der jüdische Umsturz in Rußland wurde von Neuyork aus vorbereitet und ausgerüstet. Die gegenwärtige Regierung Rußlands wurde fast vollzählig aus dem unteren Ostteil Neuyorks hinübergeschickt.“

„Die „Chicago Tribüne" … brachte am 19. Juni 1920 auf der ersten Seite in der ersten Spalte eine Kabelmeldung von ihrem Spezial- Korrespondenten John Clayton unter der Überschrift: `Trotzky führt die jüdischen Radikalen zur Weltherrschaft. Bolschewismus nur ein Werkzeug für einen Plan.´“

„… sei hier der Berichterstatter des Londoner „Globe", George Pitter- Wilson, angeführt. Dieser schrieb schon im April 1919: ,Bolschewismus bedeutet die Enteignung aller christlichen Nationen, so daß überhaupt kein Kapital in christlichen Händen bleiben wird und daß alle Juden zusammen die Herrschaft der Welt nach ihrem Belieben ausüben werden.´“


4. Die amtlichen Statistiken sind nicht gut genug zur Darstellung der X-Frage; die X müssen statistisch separat erfasst werden.

"Der Versuch, mit wissenschaftlicher Genauigkeit die rassische Zusammensetzung in den Vereinigten Staaten zu erfassen, ist gescheitert."

".... sollte das statistische Büro versuchen, die Juden nach ihrer Rassenzugehörigkeit festzustellen, so würden morgen schon in hundert größeren Städten Massen-versammlungen dagegen protestieren."
 
Das Statistische Amt ersuchte ... den Kongreß um die Ermächtigung, die Bevölkerung sowohl nach Rasse wie nach Geburtsland zu bestimmen. 1909 kam die Sache in einem Senatsausschuß zur Verhandlung. … Der jüdische Wille setzte sich durch, denn in den Vereinigten Staaten gibt es keine Statistik über Juden.“

„Wer wußte, daß, wenn die Regierung der Vereinigten Staaten irgend etwas über die Judenfrage erfahren will, sie sich an Statistiker wenden muß, die ihr Material von den Juden erhalten!“


5. Es gibt eine Verschwörung zur Masseneinwanderung der X. Die Öffentlichkeit ist beunruhigt. Die Regierung steht unter dem Einfluss der X.

„Die augenblickliche Zunahme der jüdischen Einwanderung beunruhigt die öffentliche Aufmerksamkeit, Zum ersten Male in der Geschichte der Vereinigten Staaten nimmt das ganze Volk Stellung zu dieser Frage, Berichte aus Europa melden ungeheure Ansamm-lungen von Juden an bestimmten Punkten, Große Barackenlager wurden dort aufgestellt. Eine Anzahl geübter Leute ging auf Befehl geheimer jüdischer Gesellschaften aus den Vereinigten Staaten dorthin, um die „Paßangelegenheiten zu regeln". Die Einwanderung in die Vereinigten Staaten wurde ein besonderes jüdisches Geschäft ... Es ist wie die Umgruppierung eines Mülionenheeres, das nun nach Amerika übergeführt wird, nachdem es in Europa seine Schuldigkeit getan hat. ... Wie drüben die Paßangelegenheiten „geregelt" wurden, so ist auch hier der Einzug schon „geregelt". Angestellte geheimer jüdischer Gesellschaften treten ihnen an Stelle amerikanischer Staatsbeamter entgegen, und die einwandemden Juden sehen eine jüdische Oberaufsicht so mächtig und umfangreich wie in Rußland.“


6. Wer sich als X von den schlechten X-Elementen nicht ausdrücklich in Wort und Tat distanziert, muss mit Misstrauen behandelt werden.

„Es ist ein unglücklicher Umstand, daß alle amerikanischen und englischen Juden eine Zeitlang einen Zustand der Unruhe ertragen müssen, den jedermann ihnen gern ersparen möchte, der aber unvermeidlich scheint, bis die ganze Wahrheit gesagt ist und bis die Masse der Juden diejenigen von sich abgeschüttelt hat, die jetzt noch ihre tiefste Ehrerbietung empfangen.“


7. Die X wollen sich nicht integrieren. Sie bleiben unter sich und leben in einer Parallelwelt.

„Das Ghetto ist kein amerikanisches Werk, sondern eigener Einfuhrartikel der Juden. Sie haben sich als eine scharf unterscheidbare Gemeinschaft abgesondert. Hierüber sagt die ,Jüdische Enzyklopädie` folgendes: „Die gesellschaftliche Organisation der Juden in Amerika unterscheidet sich in der Hauptsache wenig von der in anderen Ländem; ohne irgendwelchen Zwang ziehen es die Juden vor, in enger Nachbarschaft miteinander zu wohnen. Diese Eigenart besteht noch immer."

„Errichtung von Bet Dins, das sind jüdische Gerichte in öffentlichen Gerichtsgebäuden. - Die Berichte melden, daß dies an mehreren Orten gelungen ist.“


8. Die X werden immer mehr. Sie sorgen dafür, dass sich immer mehr Pöbel breit macht.

„Die Einwanderung der kulturlosen russischen Juden stellte in dem jüdischen Plan ein so wichtiges Moment dar, daß sie sich nicht darum kümmerten, welcher Pöbel sich in den Vereinigten Staaten breit machte. Für sie existierte hier nur eine Sorge, nämlich, daß die jüdische Flut nicht eingedämmt wurde.“

„1913 war die jüdische Macht darauf gerichtet zu verhindern, daß die Vereinigten Staaten das Einwanderungsgesetz dahin abänderten, sich vor unerwünschten Ausländern zu schützen; namentlich wurde auf Beseitigung der Bestimmung gedrängt, daß die Einwanderer nachzuweisen haben, daß sie lesen und schreiben können.“


9. Die X wollen, dass sich an den Schulen und im öffentlichen, kulturellen und religiösen Leben alles nach ihnen richtet. Sie wollen uns Theateraufführungen verbieten und sind ständig beleidigt.

„Eine oft wiederholte Forderung ist es, das Lesen von Bibelstellen, sogar das Vaterunser, in öffentlichen Schulen zu verbieten. Die Juden wollen an Sonntagen ihre Läden offenhalten. Jüdische Schüler ersuchen um Beseitigung der Bibel und christliche Lieder aus den Schulen. Dagegen erhalten in Neuyork 200 000 jüdische Kinder einen rein jüdisch-religiösen Unterricht. Der Schulrat von Chicago empfiehlt, Weihnachten aus den Listen der Feiertage für die Schulen zu streichen. Bei öffentlichen Speisungen von Schulkindern sollten koschere Nahrungsmittel geliefert werden.“

„Allein 360 Synagogen stehen im Ostviertel.“

„Es ist aber eine amerikanische Angelegenheit, daß die Städte, die unsere Jugend aus den Schulbüchern als Geburtsorte der Freiheit und als Hochburgen des Amerikanismus anzusehen gelehrt wird, finanziell und politisch semitische Städte und Rekrutierungsbezirke des Weltbolschewismus werden.“

"Wie der B'nai B'rith darauf gekommen ist, seine Macht für die Beseitigung von Shakespeares „Kaufmann von Venedig" aus der Schul- und Universitätsliteratur einzusetzen, läßt sich nicht sagen. Er hat seinen Zweck großenteils erreicht."

„Beseitigung aller Bücher von Schulen und Universitäten, die von Juden als anstößig bezeichnet werden. - Bezüglich des Kaufmanns von Venedig" und Lambs „Erzählungen aus Shakespeare" ist dies fast im ganzen Lande erreicht worden. Gegenwärtig werden in einer Anzahl von Städten die öffentlichen Büchereien von Büchem gesäubert, welche von Juden handeln, wie sie sind. Alle Schriften, die Judenlob enthalten, dürfen bleiben.“

„Verbot des Ausdruckes „christlich" oder der Wendung ‚Staat, Religion und Nationalität‘ in allen öffentiichen Bekanntmachungen als Beeinträchtigung der jüdischen Rechte und Herabsetzung der Juden.“


10. Der wahre Verfolgte ist der Nicht-X.

„So geht es weiter, endlos. Niemand kümmert sich um jüdische Bräuche. Sie haben ihren eigenen Kalender, eigene Feiertage, ihre eigenen Riten; sondern sich freiwillig in Ghettos ab, befolgen eigene Speisegesetze, schlachten Vieh auf eigene Art, die kein Mensch von Gefühl billigen kann. Alles dies können sie ohne jede Belästigung tun, ohne die leiseste Frage der Berechtigung dazu. Der Verfolgte ist jetzt ausschließlich der NichtJude. Er hat zu tun, was der Jude will; tut er es nicht, so „verletzt er jüdische Rechte'.“


11. Ich schüre keinen Hass, sondern übe sachliche Kritik. Wenn aber andere, die weniger kontrolliert sind, Hass empfinden, dann hat das mit den Eigenschaften der X und mit ihrem Kampf gegen unsere Kultur zu tun. Die X missbrauchen den Vorwurf des "Rassenhasses".

"Es wäre sonderbar, wenn die Juden nicht sehen sollten, daß die niedrigste Art des Antisemitismus gerade auf dieser Furcht beruht, die sie mit Wissen und Willen ihrer Umgebung einimpfen. Daraus ersteht Judenhaß schlimmster Art. Furcht einflößen wird der normalsittliche Mensch mehr als alles andere vermeiden; nur eine niedrige Rasse kann daran Gefallen finden und Nutzen daraus ziehen."

"Juda hat den Kampf eröffnet. Niemand fürchtet ihn, wenn er offen geführt wird. Deshalb müssen unsere Studenten und geistigen Führer wissen, daß der Kampf um den Bestand des Geistesgutes der Rasse geht, welche fast die gesamte Kultur vor unseren Augen geschaffen hat und die das Zeug hat, auch die Kultur der Zukunft zu schaffen. Ebenso müssen sie wissen, daß die angreiferische Macht das Judentum ist. Das ist alles, was not tut. Aber gerade hiergegen protestieren die Juden. Das ist „Rassenhaß" - heißt es. Wieso? Nun, weil die jüdische Idee kläglich versagen muß, wenn sie nicht unter einer nichtjüdischen Maske anschleicht. Angelsächsische Ideen scheuen nicht das Tageslicht!"


12. Was ich über die X behaupte, ist wahr, solange mir niemand das Gegenteil beweisen kann. Dabei weiß ich, dass ich Recht habe, und erkenne keinen Gegenbeweis an.

„Solange das Judentum nicht beweisen kann, daß das Eindringen des jüdischen Geistes in die Arbeiterbewegung diese geistig, sittlich, wirtschaftlich und politisch gehoben hat, bleibt die Anklage bestehen, daß sein Einfluß ein fremdgeistiger, zerstörerischer und volksverräterischer ist.“

________

An den Spuren des Vokabulars aus seinem Buch in der Nazi-Terminologie (z.B. "Weltjudentum", "Alljuda") und an anderen Kriterien, wie der positiven Erwähnung Henry Fords in einer frühen Auflage von "Mein Kampf" lässt sich der Einfluss seines Pamphlets teilweise nachvollziehen. Selbst beeinflusst wurde Ford nicht nur von den gefälschten "Protokollen der Weisen von Zion", sondern u.a. auch von einem in den 1920er Jahren in Deutschland und in den USA erschienen Pamphlet des Duos Alfred Rosenberg (Rassenideologe und spätere Nazi-Größe; Gründer der "Nordischen Gesellschaft"*) und Otto von Kursell (Zeichner und Karrikaturist). Auch darin wird der Bolschewismus als das Resultat einer jüdischen Weltverschwörung dargestellt; der Kampf gegen den Bolschewismus erscheint als Rassenkampf.  Die amerikanische Ausgabe liegt mir vor (antiquarisch besorgt, war erheblich preisgünstiger als die ebenfalls erhältliche deutsche Version), und ich werde an anderer Stelle Karrikaturen daraus vorstellen. Das rassistische Denken, bis hin zum Einfluss der "Negriszenz"-Theorie, drückt sich in den Porträt-Karrikaturen aus. 

* "Nordische Gesellschaft" siehe auch http://guttmensch.blogspot.com/2011/07/gegen-das-ideal-der-gleichartigkeit.html


___________

"@58 Icetrucker66 (17. Jul 2011 13:03)
Grundsätzlich nix bei DENENkaufen. Mach ich schon lange so. Und die Umgebung briefen. Jederder bei DENEN kauft, ist ein Veräter."

Kommentaruf einem Diskussionsforum der Webseite "Politically Incorrect"http://www.pi-news.net/2011/07/ich-habe-kreuzberg-tief-nachdenklich-verlassen/


Mit DENEN sind hier Einwanderer aus Ländern mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit gemeint.
Wissen Menschen, die so etwas schreiben, überhaupt, welche Geschichte das "Deutsche, kauft nicht bei ...." hat? Oder wissen sie es, und es geht gerade um das Provozieren?

 __________


"Amerika in den 1920er Jahren war ein Wespennest der Fremdenfeindlichkeit, rassistischen Vorurteils und religiöser Intoleranz... Jahrelang hatte Ford, über die Seiten des Dearborn Independent, einen Krieg der Worte gegen die Juden geführt ... Marshall stellte sicher, dass Fords Entschuldigung nicht an Sapiro (einen von Ford mit antisemitischen Tiraden verunglimpften jüdischen Gewerkschaftsführer; Anm. Blogger), sondern an das jüdische Volk gerichtet wurde. Obwohl die amerikanische Gesetzgebung zu der Zeit Hassrede (hate speech) nicht als Tatbestand anerkannte, brachte Marshall Ford dazu, eine öffentliche Erklärung zu unterzeichnen, die sich auf diesen Tatbestand bezog. ... Ungewollt ermöglichte Marshall es Ford dadurch, sich vor der Verantwortung für den Schaden zu drücken, den seine Zeitschrift für Sapiro, Juden und den nationalen Zusammenhalt angerichtet hatte."
Aus einem von der American Bar Foundation bereitgestellten Dokument, derzeit nur über Google zugänglich: 
http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:http://www.americanbarfoundation.org/uploads/cms/documents/vwabstract.doc
"America in the 1920s was a wasp’s nest of xenophobia, racial prejudice, and religious
intolerance.  During that time, three leaders emerged whose lives would
intersect in a single moment, in a highly publicized court trial that galvanized
the attention of the country.  One, Henry Ford, was one of the world’s
wealthiest individuals; his ingenuity was widely regarded as uniquely American. 
Yet Ford’s baser instincts also resonated with longstanding American prejudices.
 The other two were Jewish lawyers who lived and worked in separate social and
professional worlds.  Based in New York City, Louis Marshall was famous for his
work in immigration and civil rights.  As president of the American Jewish
Committee, he represented the pinnacle of German Jewish acculturation; he was
the consummate insider who used influence and institutions to advance the cause
of Jewish equality.  In contrast, Aaron Sapiro was a Californian and an outsider
who identified with the poor and disadvantaged because he grew up both.  He won
accolades for his passionate leadership organizing farmers’ cooperatives in the
U.S. and Canada.  For years, through the pages of the Dearborn Independent, Ford
had been waging a war of words on Jews. The only thing Marshall and Sapiro had
in common was getting drawn into that war, which bruised their lives and cast
cold, bright light on the limits of Jewish inclusion in American society. ...

Marshall made sure that Ford’s apology was directed not to Sapiro but to the Jewish people.  Thus, though American law did not then recognize hate speech as such, Marshall got Ford to sign a public statement that did.
This victory, though historic, had limits.  Marshall hoped to contain the spread
of Ford’s antisemitic publications, but no one could hold Ford to his promise to
do so after Marshall died in 1929.  The articles were published as a pamphlet
entitled The International Jew that was widely reprinted around the world during
the 1920s and 1930s and is now available on the Internet.  Marshall unwittingly
enabled Ford to duck responsibility for the damage his newspaper inflicted on
Sapiro, Jews, and the nation’s social fabric."

Aus: Henry Ford’s War:  Law, Antisemitism, and Speech in the Tribal 1920s,  by Victoria Saker Woeste. In press, Stanford University Press (anticipated publication date: Winter 2012)


"... one of the big promulgators of anti-Semitism in America was Henry Ford, who spent a lot of his own money to get the Protocols translated into English and distributed in America as widely as possible.The Protocols became the second biggest selling book in the United States in the 1920s and 1930s (after the Bible).
The Ford Motor Company's plant in Dearborn, Michigan, had a sign posted in its
parking lot:
  "JEWS ARE TRAITORS TO AMERICA AND SHOULD NOT BE TRUSTED BY GENTILES. JEWS  TEACH COMMUNISM, JEWS TEACH ATHEISM, JEWS DESTROY CHRISTIANITY, JEWS CONTROL THE PRESS, JEWS PRODUCE FILTHY MOVIES, JEWS CONTROL MONEY."
Henry Ford was not the only one. There were others.There were several conservative Christian political parties which were strongly anti-Semitic for example, William Pelley's "Silver Shirts." An anti-Semitic newspaper, Gerald B. Winrod's The Defender had 110,000 subscribers.These American anti-Semites were fledgling fascists. Under the guise of patriotism, they championed the idea that Jews were the underlying cause of the economic woes of America ― such as the stock market crash of 1929 ― because it was the Jews who controlled business and banking. This kind of anti-Semitism rivaled that of Europe in the same period, but unlike Europe never took hold with the same fatal consequences.
But all this Jew-hatred did set the stage for the appeasement of Hitler when he took hold of power in Germany. It also was one of the primary reasons why America did not do more to save the Jews once they began to flee the Holocaust  ..."
Rabbi Ken Spiro, History Crash Course #59, The Face of Antisemitism, 2011;
http://www.aish.com/jl/h/cc/48959126.html



________________


Was bedeutet "Generalverdacht" in der Praxis?

Beispiele aus dem Alltag:

"In den letzten Monaten riefen mich unabhängig voneinander zwei langjährige, links-liberale Freunde an und verlangten, ich solle mich bitte endlich einmal eindeutig von familiärer Gewalt und Terrorismus distanzieren. Aus dem Nichts heraus nehmen mich Menschen zu frauenfeindlichen Versen im Koran und zum Kopftuch ins Kreuzverhör. Auf einer Gartenparty kommt eine Buchlektorin aus dem Staunen nicht heraus, als ich ihr von meinem kleinen Gnadenhof für Schafe und Hühner erzähle: Das sei aber ungewöhnlich, denn »die Orientalen« liebten doch keine Tiere. ...
Im Internet gibt es Dutzende von Foren, die sich allein der Warnung vor dem Islam widmen. Sie nennen uns »Musels«, schimpfen mich »Moscheebraut«, auch »Moslem-Heuchelbraut« oder »Halal Hilal«. ...
In der Bibliothek des philosophischen Instituts stand ein fünfbändiges Werk zur Bedeutung des Verbs »sein« in sämtlichen bekannten Sprachen. Solch feine Differenzierungen lernten wir. Heute bin ich damit beschäftigt, falsche Koranzitate abzuwehren und mich vom Terrorismus zu distanzieren."

Hilal Sezgin, "Deutschland schafft mich ab"
http://www.zeit.de/2010/36/Muslimifizierung/seite-3


















_________










Zur Entstehungsgeschichte der "Protokolle der Weisen von Zion" siehe z.B. auch
http://deseselsluegen.wordpress.com/2012/11/25/die-protokolle-von-zion/













_________


















Der Arzt Max Marcuse forderte eine "Hemmung des jüdischen Zuflusses aus dem Osten" und schloss sich (als Jude) der verbreiteten Stimmung gegen die ostjüdischen Einwanderer an:
"Diese Juden sind unser aller Unglück ..."  - Zitate aus
Die Etablierung der Aussenseiter: der Verband nationaldeutscher Juden 1921-1935
Matthias Hambrock
Böhlau Verlag Köln Weimar, 2003
https://books.google.de/books?id=VOe6Lf6F0A0C&hl=de ; S. 176