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Sonntag, 9. März 2014

Im Einsatz gegen die "Neiddebatte": Einblicke in den Werkzeugkasten der Meinungsmache


The reason the super-rich are super-rich is
because they are smarter, work harder,
are more motivated, and sometimes are luckier,
than the rest of us.
(Der Grund dafür, dass die Super-Reichen super-reich sind,
ist der, dass sie klüger sind, härter arbeiten,
motivierter sind und manchmal auch mehr Glück haben
als der Rest von uns.)

-
Mutuma Mathiu, kenianischer Journalist,
Daily Nation, Nairobi, 21.02.2014
(siehe unten)
    "Bei denen, die etwas zu verlieren haben, wächst das Unbehagen.
    Sie ahnen, dass es populär werden könnte,
    ihnen möglichst viel von dem zu nehmen,
    was sie sich unter Mühen und Entbehrung geschaffen haben."

    -
    Ulf Porschardt, Die Welt, 18.04.09

    http://guttmensch.blogspot.com/2011/12/

    fuhrungsbegabte-familien-besondere-gene.html
 

I
n einem anderen Zusammenhang stiess ich auf die Bedeutung der historischen Cartoon-Serie "Little Orphan Annie" fuer Image-Pflege der Super-Reichen und Zuschreibung allen Uebels an finstere Gesellen, fuer deren Ausschaltung die Hilfe eben der Super-Reichen und ihrer Schuetzlinge gebraucht wird.

Ob nun tatsaechlich der Eugenik-Finanzierer Wickliffe Draper die Figur des "Uncle Warbucks" inspiriert hat und Anastase ("Annie") Voniatsky, der junge Gigolo mit Krimkampf-Erfahrung und Faible fuer NS Embleme, Vorbild fuer die Figur des ebenso suessen wie kaempferischen Waisenkindes Annie war, sei einmal dahin gestellt.


Aus der Cartoonserie "Little Orphan Annie"
(USA, 1930er Jahre)
gefunden auf
http://www.tcj.com/the-orphans-epic/
 

Auf jeden Fall ist die Cartoonserie, die ihren Hoehepunkt zur Zeit der Weltwirtschaftskrise vor Ausbruch des 2. Weltkriegs hatte, ein interessantes Beispiel fuer eine sehr wirksame politische, unpolitisch daherkommende Kampagne zur Rechtfertigung auffallender und zunehmender Ungleichheit der Vermoegensverteilung.


__________




Schützenhilfe aus den Medien zur Rechtfertigung extremer Ungleichheit / Beispiel Kenia


“Hexenjagd” auf Reiche – aus einem Artikel in der “Daily Nation”, Nairobi (Kenia), vom 21.2.2014


In der gleichen Ausgabe waren Berichte über die Konzentration des Reichtums in den Händen einiger weniger Familien (vor allem der „politischen Dynastien“) in Kenia und über Unzufriedenheit der Bürger mit dieser Situation erschienen. Mit diesem Artikel sollten die anderen, kritischeren Artikel offensichtlich relativiert werden.
Der Autor wirft seinen kenianischen Landsleuten vor, sie würden eine „Hexenjagd“ gegen Reiche betreiben und nicht glauben, dass man durch Schweiß reich werden kann.  Reichtum würde kriminalisiert. Dieser fiese Umgang mit den Reichen sei Schuld, wenn Kapital ins Ausland gebracht würde.
Nun, ich habe selbst schon viele sehr hart arbeitende Kenianer getroffen, deren Chancen, aus ihren Slums jemals heraus zu kommen, äußerst gering sind; auch mit noch so viel Schweiß. Gerade in Kenia (und anderen Entwicklungsländern) kann man beobachten, dass harte Arbeit und Wohlstand eher selten Hand in Hand gehen. Dennoch geben viele Kenianer die Hoffnung nicht auf. Wer etwas zu investieren hat, investiert in Bildung, die der Kinder und die eigene.  Der Anteil der Berufstätigen, die Abendkurse besuchen, scheint (nach meiner Erfahrung) so hoch zu sein wie kaum irgendwo sonst.


Aus
Myth and Reality / Mutuma Mathiu
Guys, you can get rich through hard work and diligence, even in Kenya
DAILY NATION, Nairobi , February 21, 2014



[…] Kenyans worship rich people, but they do not believe that it is possible to make money through your sweat.
All wealthy people are thieves, they stole their money, from the government, is the popular belief. If you are rich, it does not matter how hard you worked, you are with-hunted, possibly your buildings knocked down, and you are targeted by tax collectors and local authorities for extortion.
Am I saying all wealth in Kenya is kosher, the product of hard work and diligent application? Of course not. Some rich people are thieves.
The criminalisation of wealth has driven the rich underground. They do not keep their money here, they do not spend their money here, and if you call them rich, they feel as if they could slap you.
This is no way for a capitalist society to operate. The rich must be encouraged to live their lives freely so that they can be taxed and the proceeds used to lift the poor.
The reason the super-rich are super-rich is because they are smarter, work harder, are more motivated, and sometimes are luckier, than the rest of us. The pretension that we are all equal, that those who achieve success must have done something unfair because we are all as clever as anyone else, is really unnecessary.
There is no shame in not being too clever or being laid back. But quit myth-making and adjust to a life of modest means and moderate want. What is wrong with that?



Die in Nairobi, Kenia, erscheinende Tageszeitung “Daily Nation” gehört zur “Nation Media Group”, einem der größten Medienhäuser in Ost- und Zentralafrika. Gegründet wurde diese Gruppe 1959 vom Aga Khan. Die heutigen Besitzverhältnisse sind nicht auf Anhieb herauszufinden (mit tieferer Internet-Suche sicher möglich, dazu fehlt mir aber die Zeit); es liegt aber nahe, eine fortbestehende Beteiligung des Aga Khan zu vermuten.
Dass Medienkonzerne über die Redakteure ihrer Medien immer wieder einmal eine Lanze zum Lob der Super-Reichen brechen, dürfte nicht erstaunen; sei es nun in armen oder in reichen Ländern.
 

Aus
“African Media” / 25 February 2012
New challenges for Nation Media Group expansion
By Clare Sharkey

The Nation Media Group was founded by his Highness the Aga Khan in 1959 and has become the largest independent media house in East and Central Africa. It includes papers such as The Nation in Kenya, and has been quoted on the Nairobi Stock Exchange since the early 1970s. Since 1992, it controls the Ugandan-based The Monitor and is a major shareholder in several Tanzanian papers. But the group faces perhaps its largest challenges in expanding into Rwanda and South Sudan […]
http://www.english.rfi.fr/africa/20120225-nation-media-group-Kenya

 

Sonntag, 16. Februar 2014

"Penibel und sauber"

Der Mischling war's ...
 
Warum nahm sie ihn überhaupt auf?"
24. Februar 2014  



 " 'Die Informationslage war Anfang November noch zu dünn, um gegen Herrn Edathy zu ermitteln' sagte Oberstaatsanwalt Fröhlich am Freitag dieser Woche bei der ersten Pressekonferenz der Staatsanwaltschaft, nachdem der Verdacht gegen Edathy öffentlich geworden ist."

Aber was für Erkenntnisse sind seitdem hinzu gekommen, worauf hat man gewartet?

"Die Staatsanwälte sehen jedenfalls keinen Grund zur Eile, sie wollen das Verfahren so penibel und sauber wie möglich führen", schrieb verständnisvoll die WELT. Und weiter: "Die Erfahrung lehrt, dass die meisten Nutzer, die Nacktdarstellungen von Kindern herunterladen, auch Bilder von missbrauchten Kindern besitzen."

Wenn das ein zulässiger Ermittlungsgrund ist, wäre es weitaus sauberer gewesen, gleich zu ermitteln (zumal die Bestellungen, wie jetzt in der Presse zu lesen ist, zwischen 2005 und 2010 erfolgten, und der Staatsanwalt Anfang November 2013 davon erfuhr - worauf wartete man in den drei folgenden Monaten, nachdem die Information schon an den damaligen Innenminister Friedrich gegangen war?).

Sauber wäre dann aber auch, dass Medien, die Bilder ähnlichen Inhalts wie die, um die es der Beschreibung nach im Fall Edathy geht - wie z.B. die ZEIT, die kürzlich ein Bild aus einem "Lichtschulheim" der 1920er Jahre abbildete - darauf aufmerksam gemacht werden, welches "Einstiegsdrogen-Potenzial" in solchen Bildern steckt. - Siehe Zeit online http://www.zeit.de/zeit-geschichte/2013/02/lichtschulheim-lueneburger-land - Bild mit der Unterschrift "nackt furs Leben Lernen"; von "mutigen Ideen" wird in dem Artikel schwadroniert.


Schüler beim morgendlichen Wald- und Hindernislauf
Bild gefunden auf ZEIT online
(Link s.o.); 1920er Jahre


Aus

Kinderporno-Vorwürfe : Staubspuren machen Edathy für Ermittler
verdächtig - Nachrichten Politik - Deutschland - DIE WELT


Staatsanwälte machen es sich nicht einfach
Von Florian Flade, Per Hinrichs, Martin Lutz, C.C. Malzahn und
Uwe Müller


Die Staatsanwälte sehen jedenfalls keinen Grund zur Eile, sie wollen das Verfahren so penibel und sauber wie möglich führen. Denn sie wissen: Wenn sie gegen den Bundestagsabgeordneten vorgehen, ist nicht nur sein berufliche Existenz zerstört, sondern er wird auch als Privatperson tiefe Wunden abbekommen. Sie wollen es sich nicht einfach machen.
"Die Informationslage war Anfang November noch zu dünn, um gegen Herrn Edathy zu ermitteln", sagte Oberstaatsanwalt Fröhlich am Freitag dieser Woche bei der ersten Pressekonferenz der Staatsanwaltschaft, nachdem der Verdacht gegen Edathy öffentlich geworden ist. Dass so viele Spitzenpolitiker von den Vorwürfen bereits vorab wussten und möglicherweise sogar Edathy selbst informiert wurde, das lag außerhalb der Vorstellungswelt der Staatsanwaltschaft. Entsprechend fassungslos ist Fröhlich: "So etwas hat es noch nicht gegeben."
Weil die Informationslage der Ermittler lange Zeit dünn war, beschließen die
Ermittler erst am 28. Januar, Edathys Wohnung zu durchsuchen und die Computer sicherzustellen. Das Motiv ist nachvollziehbar: Die Erfahrung lehrt, dass die meisten Nutzer, die Nacktdarstellungen von Kindern herunterladen, auch Bilder von missbrauchten Kindern besitzen.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article124887071/Staubspuren-machen-Edathy-fuer-Ermittler-verdaechtig.html

Entspricht es normalem kriminalistischem Vorgehen, in einem Verdachtsfall zu warten, dass sich ein Mensch vielleicht noch verstrickt, damit man seine "wahre Natur" aufdecken könne?  
Dafür sprechen auch Aussagen von ungenannten Ermittlern wie "einmal pädophil, immer pädophil" z.B. auf SPIEGEL online zitiert.

Das entspräche "kriminalbiologischen" Vorstellungen aus der Ideologie der Eugenik, wonach es mehr darauf ankommt, ob jemand als "kriminell veranlagt" einsortiert wird, als darauf, ob er gegen Gesetze verstösst. In einem Rechtsstaat müsste man erwarten, dass Herstellung und Kommerzialisierung von Bildmaterial, das unter Bedingungen des Missbrauchs der Abgebildeten zustande kommt oder auf eine Strasse des Missbrauchs führt, strafrechtlich eindeutig gekennzeichnet ist, und dass es eine seriöse öffentliche Aufklärung gibt.


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BloggerMagga
    13. Februar 2014 15:31 Uhr


  163. Rechtsunsicherheit und Willkür in einer dehnbaren Grauzone

  Wenn eine nicht strafbare Handlung schon an und für sich den Verdacht
  begründet, wer sie begehe, sei auch an strafbaren Handlungen “interessiert”,
  dann entsteht eine Rechtsunsicherheit, die der Willkür Tür und Tor öffnet.
  Offenbar gibt es im Bereich des sogenannten “Posing” eine extrem dehnbare
  rechtliche Grauzone, in der es weniger auf den Sachverhalt ankommt als darauf,
  WER betroffen ist – sei es als Verdächtiger oder als Opfer.
  Man vergleiche doch einmal das Vorgehen gegen Edathy mit dem Vorgehen gegen
  den Erzieher, der von einer jugendlichen Insassin eines Heims der “Haasenburg
  GmbH” wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt wurde.
  Nach Angaben der Mutter des Mädchens hatte offenbar ein Erzieher die Tochter
  genötigt, in Unterwäsche für Fotos zu posieren. Die Jugendliche stürzte später
  aus einem oberen Stockwerk des Heims unter ungeklärten Umständen in den Tod.
  Das von der Staatsanwaltschaft Cottbus eingeleitete Ermittlungsverfahren wegen
  des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen war schon nach
  wenigen Tagen eingestellt worden. Davon, dass zuvor in irgend einer Weise
  ermittelt worden wäre, ist nichts bekannt.
  (Quellen z.B. Berliner Morgenpost 7.8.2013 http://www.morgenpost.de/... TAZ
  11.12.2013 http://www.taz.de/!129138/; s. auch Stichwort “Lena” auf meinem
  Blog-Post http://guttmensch.blogspot.com/2013/07/intimrasur-gegen-chips-fur.html)

https://www.blogger.com/blogger.g?blogID=3220128262391788242#editor/target=post;postID
=1715515128576591323;onPublishedMenu=posts;onClosedMenu=posts;postNum=0;src=link




Mit zweierlei Maß?
"Es ist nicht die Aufgabe der Staatsanwaltschaft, nach Straftaten zu suchen"
Aus
Skandal um Haasenburg-Heime / Das Versagen in Cottbus
20.06.2013  taz.de
Eigentlich müsste die Staatsanwaltschaft Cottbus längst ermitteln, sagt ein Hauptkommissar a. D. Doch die Behörde tut nichts. Und es ist noch schlimmer.
Noch immer sieht die Oberstaatsanwältin aus Cottbus „keinen Ermittlungsansatz“ gegen die Haasenburg GmbH. So formuliert es Petra Hertwig Anfang dieser Woche. Die Empörung über die Misshandlung von Kindern und Jugendlichen, die der Haasenburg GmbH vorgeworfen wird, hat zu dieser Zeit bereits einen Höhepunkt erreicht. […]
Susanne* […] erstattet am 26. September 2011 Anzeige bei der Polizeiwache Neuruppin. „Körperverletzung gemäß § 223 StGB“. Susanne sagt, sie hätte ein bis zwei Stunden ausgesagt. Sie wird später noch einmal geladen. Ein Polizeibeamtin hält ihr vor, dass niemand ohne Grund in so ein Heim käme. […]
Als die taz Oberstaatsanwältin Petra Hertwig im März in Cottbus anruft, sagt sie: "Bevor ein Jugendlicher in ein solches Heim untergebracht wird, muss einiges passiert sein." Sie behauptet: "Alle dort Untergebrachten sind nicht unbescholtene junge Menschen." Dabei sollte eine Staatsanwältin wissen: Die Kinder sind nach § 1631 b BGB untergebracht. Sie werden zu ihrem eigenen Wohl von einem Familiengericht aus ihren Familien herausgenommen. Mitnichten sind die Kinder alle kriminell.
Anfang dieser Woche fragt die taz erneut bei Oberstaatsanwältin Petra Hertwig nach. Es gibt mittlerweile auch eine Online-Petition, die bisher 3.600 Menschen unterschrieben haben. Doch Hertwig sagt, die Berichterstattung der taz biete keine hinreichenden Anhaltspunkte. Eigene Ermittlungen? "Es ist nicht die Aufgabe der Staatsanwaltschaft, nach Straftaten zu suchen." […]
http://www.taz.de/!118483/



Aus
Ungeklärter Tod in Haasenburg-Heim
Der Fall Lena
taz.de | 11.12.2013
[...] Der Betreiber, die Haasenburg GmbH, schickt der Mutter einen Karton mit den Habseligkeiten ihres Kindes. Tragischer Unfall. [...]
Es gibt eine Serie von Bildern, die ihr keine Ruhe lassen. Einen Abzug, der im Überblick Miniaturaufnahmen eines ganzen Films zeigt. Darauf finden sich acht Aufnahmen, auf denen ihre Tochter in lasziven Posen zu sehen ist: Lena trägt ein schwarzes Top, bauchfrei, liegt auf dem Bett und streicht mit dem Finger über ihre karminrot geschminkten Lippen. Eines zeigt eine Nahaufnahme ihres fast nackten Rückens und der Taille, der Kopf ist nicht zu sehen. […]
Die Mutter sagt, ihre Tochter hätte ihr anvertraut, dass ein Erzieher des Heims Lena dazu brachte, sich so fotografieren zu lassen.
Auch der Spiegel hatte vermeldet, dass Lena kurz vor ihrem Tod Strafanzeige gegen einen Erzieher gestellt hatte: wegen sexuellen Missbrauchs. [...]
Nach Recherchen des Spiegels habe ein Erzieher Lena kurz vor ihrem Tod aufgefordert, mit einem Handy ein Foto ihres entblößten Oberkörpers zu machen und ihm das Handy danach zu übergeben. Die Staatsanwaltschaft Cottbus leitete ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen ein. Es wurde nur wenige Tage später eingestellt, so berichtet der Spiegel. Die Mutter bestätigt das. […]
Die Kontakte zur Familie wurden eingeschränkt, berichtet Lenas Mutter. Sie hatte dem strengen Mitarbeiter ihres örtlichen Kreisjugendamts nichts entgegenzusetzen. [...]
Sie sagt, sie sei von den Behörden nie über Lenas Strafanzeige informiert worden. [...]
http://www.taz.de/!129138/

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Wie kann denn Kinderpornographie "an der Grenze zur Strafbarkeit", also legal sein ?

Aus

Edathy: Staatsanwalt bestätigt Kauf von Kinder-Pornografie | DEUTSCHE
WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN  Deutsche Wirtschafts Nachrichten
"Oberstaatsanwalt Jörg Fröhlich von der Staatsanwaltschaft Hannover bestätigt den Kauf von Kinderpornografie durch Edathy."
"Dabei habe es sich um Material an der Grenze zur Strafbarkeit gehandelt."
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/02/14/edathy-staatsanwalt-bestaetigt-kauf-von-kinder-pornografie/


"Es ist kein "kinderpornografisches Material" dabei, erklärt die Staatsanwaltschaft."
http://www.welt.de/politik/deutschland/article124887071/Staubspuren-machen-Edathy-fuer-Ermittler-verdaechtig.html






Gerettete Kinder oder was man darunter versteht



Die in Kanada beheimatete Globe and Mail zitiert Inspector Joanna Beaven-Desjardins, commander of the Toronto police sex crimes unit: "At least 386 minors were removed from harm’s way, ", was auch bedeuten könnte, dass nicht von sexueller Gewalt betroffene Kinder von Verdächtigen (vorübergehend) in Obhutnahme kamen usw. Die Zahl lässt also viele Interpretationen zu und die betreffende Polizei ist derzeit, im Zuge der noch stattfindenden Ermittlungen, wortkarg. Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit den in Szenekreisen bekannten "Azov films", deren Betreiber, Brian Way, bereits seit 2011 in Haft ist und im Dezember 2013 eine Anhörung vor Gericht haben wird. Brian Ways Mutter, Sandra Waslov, die als Mittäterin gesucht wird, hat sich der Verhaftung entzogen und wird in den USA vermutet. "Azov films" selbst sieht sich als Seite mit "Naturistenvideos".




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Aus

Fall Edathy - Strafrecht ist kein Moralrecht
Von Heribert Prantl

Süddeutsche.de 16.02.2014



... Im Fall des Sebastian Edathy ist zu beachten, dass nach Feststellung der Experten des Bundeskriminalamts die von dem Politiker als Privatmann bestellten Filme nichts Strafbares zeigen, also nicht illegal sind. Das war ganz frühzeitig, zu Beginn der Vorermittlungen, bekannt. Wenn das so ist, dann liegen all diese Filme unter der Strafbarkeitsschwelle; Edathy durfte sie bestellen. Wohlgemerkt: Wir reden vom Strafrecht, nicht von Moral. ...

Wenn die Filme legal sind, dann gibt es keinen Anfangsverdacht. Wenn es schon keinen Anfangsverdacht gibt, dann erst recht keinen Verdacht, der für eine Durchsuchung ausreicht. Voraussetzung jeder Durchsuchung ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine bestimmte Straftat bereits
begangen ist - hierfür müssen zureichende tatsächliche Anhaltspunkte vorliegen.

Die Ermittlungsbehörden argumentieren mit Erfahrungssätzen. Sie führen an, dass erfahrungsgemäß derjenige, der erlaubte Nacktfilme bestellt, auch illegale bestellt und besitzt. Allein auf diese angebliche Erfahrung wurden die Durchsuchungen gestützt. Also: Man hat keine festen Anhaltspunkte für eine Straftat, durchsucht aber, um feste Anhaltspunkte zu finden - und dann damit die vorherige Durchsuchung zu begründen. Und wenn man sie nicht findet, wird gesagt, dass wohl Beweise vernichtet worden seien. ...
http://www.sueddeutsche.de/politik/fall-edathy-strafrecht-ist-kein-moralrecht-1.1890180



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"Das Material zeige 'nackte Knaben, die toben, spielen,
sich darstellen - alles mit Bezug zu den Genitalien'“.
Oberstaatsanwalt Jörg Fröhlich zitiert in den Medien; z.B.


Interesse an paedophilen Darstellungen ist weiter verbreitet, als wir wahrhaben moechten. Wo ist der Uebergang zum Missbrauch? Welche Erkenntnisse gibt es ueber diesen Uebergang, welche Konsequenzen ziehen wir daraus?

Wie geht der Rechtsstaat mit der massenhaften Kommerzialisierung von Bildern um, die unter Bedingungen des Missbrauchs von Menschen, insbesondere von Kindern, entstanden sein koennen und/ oder zum Missbrauch anregen koennen?



"Kultur" und Paedophilie




Dirk van der Aa
Spielende Putten - Allegorie des Sommers
http://de.wikipedia.org/wiki/Dirk_van_der_Aa



Donnerstag, 13. Februar 2014

Siedlungspolitik


Zugang zu Wasser - ein grosses Thema in der Siedlungspolitik Israels.

Es ist auch ein Thema mit Bezuegen zu Eugenik und Sozialdarwinismus. (Siehe Stichwort "Heinsohn" auf diesem Blog; z.B. http://guttmensch.blogspot.com/2012/08/romney-und-ryan.html - Gunnar Heinsohn hat sich verschiedentlich in dem Sinne geaeussert, mit der Verbesserung der Lebenschancen von Menschen mit minderwertigen Genen, z.B. in Gaza, wuerde man deren Vermehrung beguenstigen und damit die "demografische Kapitulation" der Menschen mit hoeherwertigen Genen befoerdern. Es waere besser, wenn palaestinensische Gebiete nicht allzu gut versorgt waeren. Zitat: "Hungernde Menschen kaempfen nicht, sie leiden nur.")


Leider schwaecht die Art und Weise, wie das Wasser-Problem von EU Parlamentspraesident Schulz als Gast im israelischen Parlament angesprochen wurde, die Position israelischer Menschenrechtler, denen eine Aenderung der Siedlungspolitik ebenfalls ein Anliegen ist.  



ZEIT online 12. Februar 2013

IsraelKnesset-Abgeordnete stürmen bei Schulz-Rede aus dem Saal
EU-Parlamentspräsident Schulz hat im israelischen Parlament einen Eklat ausgelöst, als er über die Palästinenser sprach. Netanjahu attestierte ihm Wahrnehmungsprobleme.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-02/knesset-schulz-eklat-palaestinenser?commentstart=273#cid-3370937


BloggerMagga gestern 19:24 Uhr

Nein, in diesem besonderen Fall ist es keineswegs unerheblich, welche Sprache verwendet wird. Man kann als Gast in der Knesset deutsch sprechen, und man kann die israelische Siedlungspolitik kritisieren - aber beides miteinander zu verbinden, ist eine sehr schlechte Idee.
Schulz hat berechtigten und wichtigen Anliegen sehr geschadet, als er meinte, sie in der Knesset ausgerechnet auf Deutsch vertreten zu müssen (und dann auch noch in Details schlecht vorbereitet war).
Es war doch voraus zu sehen, dass die vorgebrachte Kritik dann sofort mit der “von deutschem Boden” ausgegangenen Verfolgung und Vernichtung der Juden assoziiert wird, und ihre Akzeptanz dadurch erheblich erschwert wird. Auch israelische Stimmen, die in der Sache eher Schulz als den herausgestürmten Abgeordneten Recht geben würden, werden durch diese unbedacht herauf beschworene Assoziation kritisch geschwächt.
Warum konnte er als EU Parlamentspräsident – ausgerechnet für dieses Thema und ausgerechnet an diesem Ort - nicht die Universal-Sprache Englisch verwenden?
Berät ihn denn niemand?




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Vizepräsident des EU-Parlaments



27.2.2014

Blackout des Vizepräsidenten des EU-Parlaments Jacek Protasiewicz: Der 46-Jährige soll betrunken am Frankfurter Flughafen aufgetaucht sein. Zuerst entwendete er einem Gast den Gepäckwagen, dann beschimpfte er Zollbeamte mit „Heil Hitler“.http://www.focus.de/politik/ausland/eu/poebelei-am-flughafen-frankfurt-eu-vize-klaut-gepaeckwagen-und-bruellt-hitlergruss_id_3648070.html


Rechtsextreme im EU Parlament

Der Italiener Mario Borghezio von der Lega Nord machte schon früher durch rechte Aktionen und Pöbeleien auf sich aufmerksam. Jetzt fiel er im Europaparlament auf: Borghezio schwenkte dort die Schweizer Fahne und schimpfte auf die "Brüsseler Diktatur".http://www.focus.de/politik/ausland/er-mag-breiviks-ideen-glaubt-an-ufos-zuendet-zelte-von-obdachlosen-an-rauswurf-aus-eu-parlament-radikaler-italiener-tritt-als-poebelnder-schweiz-fan-auf_id_3647332.html

Sonntag, 26. Januar 2014

Wettbewerb der Nationen: Industriespionage als Lehrfach an der Militärakademie


Das Leben der Menschen und der Nationen als permanenter Wettbewerb: Sozialdarwinistische Ideologie ist bis heute prägend in Wirtschaftspolitik und internationalen Beziehungen.

Clausewitz lehrte, Krieg sei die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Im Umkehrschluss ist auch die Auffassung verbreitet, Wirtschaftspolitik sei das Führen von Krieg mit anderen Mitteln - mit dem gleichen Ziel, nämlich survival of the fittest; Überleben des "tauglichsten" Volkes
 
Es hat daher eine gewisse Logik und kann in der Tradition von Sozialdarwinismus und Geopolitik gesehen werden, wenn an einer Militärakademie das Fach Competitive Intelligence angeboten wird.


 
Wer genauer wissen will, was man in einem solchen Fach lernt, kann sich bei der American Military University um Teilnahme an dem online Kurs Competitive Intelligence bewerben.

Competitive Intelligence
an der American Military University
http://www.amu.apus.edu/lp2/competitive-intelligence/graduate-certificate.htm
"The online Graduate Certificate in Competitive Intelligence will help students in assessing the application of intelligence studies processes and procedures to the commercial business environment."


Im Titel habe ich das Wort "Industriespionage" verwendet, und darum geht es auch (natürlich nur, nehme ich mal an, um deren Abwehr). Aber das Wort Intelligence in der Bedeutung von "Spionage" ist im Englischen neutral, hat nicht den negative Beiklang wie "Spionage". Competitive ist "im Wettbewerb stehend" oder "konkurrenzfähig" und bezieht sich hier, wie aus der Kursbeschreibung hervorgeht, auf wirtschaftliche Konkurrenz.
Als eine möglichst wertungsfreie, wenn auch sperrige Übersetzung schlage ich vor:
- Nachrichtendienstliche Tätigkeit im Wirtschaftswettbewerb


In dem Zusammenhang auch interessant:
Die Idee vom Rüstungswettbewerb als "Tauglichkeitstest" der Nationen.

  • Siehe z.B. Zitat von Gordon England, wonach nicht Terrorismus, sondern der Verlust der Welt-Führerschaft in Wissenschaft und Technologie die größte Bedrohung darstellt : The greatest long‐term threat to U.S. national security is not terrorists wielding a nuclear or biological weapon, but the erosion of America’s place as a world leader in science and technology.” http://guttmensch.blogspot.com/2013/11/koalitionsverhandlungen.html


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Die Welt aus der Sicht der NATO: Eine Arena globalen Wettbewerbs

Geopolitik oder "Eine Welt"?


Policy Workshop on NATO in an Era of Global Competition 
February 03, 2014

The year 2014 will be pivotal for NATO as it draws down from the mission in
Afghanistan, prepares for the 2014 summit in Wales, and grapples with new
political challenges to the transatlantic community, from the crisis in Ukraine
to the ongoing Syrian civil war. While NATO remains a manifestation of the
values and commitments espoused by the transatlantic community since its
inception in 1949, it must overcome significant internal obstacles to remain a
relevant and effective institution, including a dearth of political and
financial support from its members and dwindling capabilities.
 On February 3, the Atlantic Council and the Norwegian Institute for Defence
Studies (IFS) convened top subject-matter experts in Oslo, Norway, for a policy
workshop to determine how NATO can best shape its 2014 Summit agenda given
NATO’s internal challenges and the current state of transatlantic relations.
Participants discussed NATO’s role in Europe’s tumultuous neighborhood, from the
Middle East and North Africa to Ukraine, ways for NATO to bolster its
capabilities in an era of declining defense budgets, and how NATO can transform
to operate in a globalized security environment through the partnership
framework.
This event is part of the Atlantic Council and IFS's project on NATO in an Era
of Global Competition, an 18-month effort undertaken to address the role of NATO
and the broader transatlantic community in the face of emerging security
challenges, global power shifts, and new disruptive technologies.
This policy workshop served as the foundation for the project’s third public
conference, The Future of NATO and the Transatlantic Relationship, which will
take place on March 19 in Oslo, Norway. 
http://www.atlanticcouncil.org/events/past-events/policy-workshop-on-nato-in-an-era-of-global-competition
  

Alles halb und schwankend



Ein beliebtes Hitler-Zitat bei Neonazis ist diese Stelle aus “Mein Kampf”:

All diese Verfallserscheinungen sind im letzten Grunde nur Folge des Mangels einer bestimmten, gleichmäßig anerkannten Weltanschauung sowie der daraus sich ergebenen allgemeinen Unsicherheit in der Beurteilung und Stellungnahme zu den einzelnen großen Fragen dieser Zeit. Daher ist auch, angefangen bei der Erziehung, alles halb und schwankend, scheut die Verantwortung und endet so in feiger Dummheit selbst bei erkannter Schäden. Das Humanitätsgedusel ist Mode […]
- Siehe z.B. http://guttmensch.blogspot.com/2011/05/feindbild-gutmensch-co-ein-klassiker.html

Daran wurde ich erinnert, als ich in “Psychologie Heute” (Heft 35, 2013) einen Artikel las, der sich mit der Frage beschäftigt, welche Fähigkeiten wir für den Umgang mit Veränderung und Ungewissheit brauchen. Dem “Halben und Schwankenden” zu entkommen, in einer unsicheren, sich rapide verändernden Welt über hundertprozentige “Sicherheit in der Beurteilung und Stellungnahme zu den einzelnen grossen Fragen dieser Zeit” zu verfügen – das entspricht einem tiefen menschlichen Bedürfnis.

In dem Artikel “Risikokompetenz – Mit Unsicherheit sicher leben können – legt Ursula Nuber dar, wie wichtig es ist, mit einem gewissen Mass an Unsicherheit umgehen zu lernen. Stichwort ”Ambiguitätstoleranz”. Sie konzentriert sich dabei auf das (Nicht-) Aushaltenkönnen von Unsicherheiten im Alltagsleben, gibt aber auch Beispiele aus der grossen Politik.  Sie geht nicht speziell auf die Anziehungskraft geschlossener Weltbilder und Heilsversprechungen politischer und religiöser Demagogen ein, aber der Artikel vermittelt eine Vorstellung vom Thema ”Ambiguitätstoleranz” und weckt Interesse daran.
Siehe auch Stichwort “Demagoge” auf diesem Blog; z.B. http://guttmensch.blogspot.com/2012/09/zum-verhaltnis-von-wahrheit-und.html

Welche Anforderungen an ”Ambiguitätstoleranz” das Leben in der heutigen Zeit stellt, davon vermittelt z,B. das Buch “Arrival City” von Doug Saunders eine Vorstellung; siehe auf diesem Blog
http://guttmensch.blogspot.com/2012/08/arrival-city-zum-beispiel-berlin.html

Einige Zitate aus dem Artikel in Psychologie Heute möchte ich hier noch einstellen; im Moment komme ich nicht dazu. Für diejenigen, die schon jetzt mehr dazu lesen möchten, empfehle ich, das im Zeitschriftenhandel leicht erhältliche Heft zu besorgen (7,50 EUR), oder dem Stichwort “Ambiguitätstoleranz” mit einer Internet-Suche nachzugehen.

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Im gleichen Heft

"Skeptisches Denken - Zweifeln ist fruchtbar" von Andreas Urs Sommer:

"Zweifeln ist laestig, wir haben es gerne eindeutig. Wer unsicher ist oder zoegert, bekommt Probleme, den kritisches Innehalten ist nicht erwuenscht, wo Entschlossenheit als Tugend gilt. Fuer den Philosophiehistoriker Andreas Urs Sommer ist eine gesunde Portion Skepsis jedoch wichtig fuer die persoenliche und gesellschaftliche Entwicklung."


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Geschäftemacherei mit Hitler

Ein Brite will den Deutschen Auszüge aus Hitlers Werk angedeihen lassen. Mit Nazi-Werbung hat das wenig zu tun, eher mit Geschäftstüchtigkeit.

taz.de 17. 01. 2012

Hitler geht immer. Peter McGee kennt sich da aus. Der britische Verleger hat schon diverse Schmuddeltexte wie Faksimiles des Völkischen Beobachters oder der NS-Zeitung Der Angriff, jeweils editiert von renommierten, aber offenbar geldgeilen Historikern, unters deutsche Volk gebracht. Nun also Adolf höchstpersönlich.         
Kommentierte Auszüge seines Bestsellers "Mein Kampf" sollen noch in diesem Monat an den Kiosken zum Verkauf angeboten werden. Ist das nicht furchtbar? Steht zu befürchten, dass nun Neonazis und solche, die es werden wollen, mit neuen Argumenten und Phrasen munitioniert werden, auf dass ihre ekelhafte Bewegung weiter wächst und gedeiht? [...]        
Tatsächlich entbehrt der zweibändige Hitler-Wälzer nicht nur jeder Logik, er ist auch grauenhaft schlecht geschrieben: "Der schwarzhaarige Judenjunge lauert stundenlang, satanische Freude in seinem Gesicht, auf das ahnungslose Mädchen, das er mit seinem Blut schändet und damit seinem, des Mädchens, Volke raubt", heißt es da etwa. Gehts noch primitiver? 
Dass das Buch eine hohe Auflage erreichte und Hitler zum Millionär machte, ist vor allem der Tatsache zu schulden, dass es bei der Heirat dem jungen Glück im NS-Staat kostenfrei von den Standesämtern überreicht wurde. Dass heute jemand wegen solcher Sätze zum Antisemiten wird, kann man wohl ausschließen - es sei denn, er war vorher schon einer.         
Die Rechte an "Mein Kampf" liegen seit 1948 beim Freistaat Bayern. Das Bundesland hat bisher alle Versuche, das Buch in Deutschland erneut aufzulegen, erfolgreich verhindert. Eine Veröffentlichung der Schrift gilt als Wiederverbreitung nationalsozialistischer Propaganda. Das war in den Nachkriegsjahren durchaus verständlich. Doch 2015, nach der 70-jährigen Schutzfrist, laufen diese Rechte ab. Gegen Peter McGee prüft das bayerische Finanzministerium derzeit juristische Schritte.       

http://www.taz.de/!85832/
        

Samstag, 25. Januar 2014

Neues Sarrazin-Buch: Gutmenschen sind Terroristen (Tugendterroristen)


Umzingelt von Gutmenschen und Tugendterroristen 
 
“Im Juni 2002 referierte Volksanwalt Ewald Stadler im Rahmen einer Sonnwendfeier, „dass die gnadenlosen Gutmenschen und Tugendterroristen, die heute Wehrmachtsausstellungen gestalten“, behaupten, „Österreich sei 1945 befreit worden“. „1945 – und das ist zur Staatsideologie geworden – sind wir angeblich vom Faschismus und von der Tyrannei befreit worden.“ Zu dieser Feier hatte die niederösterreichische Landtagsabgeordnete Barbara Rosenkranz und ihr Gatte Horst eingeladen, der sich Anfang der 90er Jahre in der rechtsextremen Szene bewegte.”  

Quelle:
Richard Meisel unter Mitarbeit von Kai Themel: Rechtsextremismus
In der Reihe “Politik und Zeitgeschehen”;  Inhaltliche Koordination: Peter Autengruber
© 2011 by Verlag des Österreichischen Gewerkschaftsbundes GmbH, Wien
Gefunden über
www.voegb.at


Endlich Widerstand gegen den Tugendterror /
Begeisterung bei "Politically Incorrect":


Professor Irenäus Eibl-Eibesfeldt:

Die Leute, die so demonstrativ ihren Heiligenschein polieren, tun das ja nicht aus Nächstenliebe, sondern weil sie dadurch hohes Ansehen, hohe Rangpositionen, also auch Macht, gewinnen können – früher als Held, heute als Tugendheld.

Sarrazin ist für mich einer der wenigen echten Helden, die Deutschland momentan hat!"

Höchste Zeit, dass dieses Thema in dieser Gesinnungsdemokratie auf dem Tisch kommt!!!




Anlass des Jubels ist diese Pressemeldung:

"Der frühere Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) hat ein neues Buch
geschrieben. Das Werk mit dem Titel „Der neue Tugendterror. Über die Grenzen der Meinungsfreiheit in Deutschland“ soll Ende Februar kommenden Jahres erscheinen, teilte die Deutsche Verlags-Anstalt (DVA) am Montag mit. Auf rund 350 Seiten analysiere Sarrazin den Meinungskonformismus in der Bundesrepublik und setze sich mit den „14 vorherrschenden Denk- und Redeverboten unserer Zeit“ auseinander… "



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Das Wort "Tugendterror" ist natürlich schon längst von der Werbebranche entdeckt worden. Da hinkt Sarrazin vor allem den Agenturen, die z.B. für die Zigarettenindustrie kreativ tätig sind, um ein paar Jahre hinterher.

Nun, mit einem anderen seiner Lieblingsworte, "Gutmensch", war es nicht viel anders; siehe auf diesem Blog:

"Nicht zu unterschätzen im rhetorischen Kampf gegen "Gutmenschen & Co." ist
übrigens ein Einfluss von einer Seite, die zunächst unpolitisch erscheinen mag:
von Teilen der Industrie und Werbewirtschaft. Der negativ aufgeladene Begriff
"Gutmensch" ist geradezu ein "gefundenes Fessen" für die Image-Hebung von
ungesunden Nahrungsmitteln, Alkohol, Waffen, Porno, gewaltverherrlichenden
Videospielen, Zigaretten, etc. So findet man diesen Begriff auch häufig auf
gesponserten Internet-Foren, die z.B. "Rauchen und Genuss" propagieren. Eine
Google-Suche nach dem Wort "Gutmensch" ergibt 378.000 Treffer, davon enthalten
allein 198.000, also mehr als die Hälfte, auch das Wort "rauchen" "
http://guttmensch.blogspot.com/2011/05/feindbild-gutmensch-co-ein-klassiker_29.html

Bei "Tugendterror" enthält knapp ein Drittel der Google-Suchergebnisse für dieses Wort auch das Wort "rauchen", nämlich derzeit 6.090 von 20.800.
Googelt man allerdings "Tugendterror" ohne "Sarrazin" ("-Sarrazin" eingeben) kommt man nur auf 10.700 Einträge, und von diesen enthalten immerhin 4.380 das Wort "rauchen". Der Einfluss der Tabakindustrie/ Werbebranche auf die Popularisierung dieses Wortes ist deutlich. Thilo Sarrazin ist offenbar auf dem besten Weg, die Popularität des Wortes noch um ein Vielfaches zu steigern.
Da stehen wieder einmal Preise und Auszeichnungen an!
Zum Einfluss der Werbebranche auf die Popularisierung von Denkmustern - weit über die unmittelbare Produktwerbung hinaus - siehe auch
http://guttmensch.blogspot.com/2011/07/neue-dogmen-im-namen-des-anti.html

Wenn ich noch weiter zurück denke, erinnere ich mich, wie in den siebziger Jahren in manchen, fortschrittlich sein wollenden Milieus die "Tabuisierung" pädophiler Praktiken gerügt wurde; auch in dem Zusammenhang fielen Worte wie "Tugendterror".


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Ueberhaupt, Demokratie - an und für sich schon ein Terror!

(Siehe Zitat oben; "Gesinnungsdemokratie") 



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Norbert Bolz, Verfasser des "Konsumistischen Manifest" (siehe auch Post "Neue Dogmen im Namen des Antidogmatismus", Link oben), hat zum Thema "Tugendterror" schon mal vorgedacht.

Der Untergang der Meinungsfreiheit | FreieWelt.net
von Dr. Alexander Ulfig
13. Oktober 2010
http://www.freiewelt.net/der-untergang-der-meinungsfreiheit-2399/


Der Philosoph Norbert Bolz über den Tugendterror der Systemmedien und die
Aufgabe des Liberalismus


Der Philosoph Norbert Bolz hat im Focus Magazin einen bemerkenswerten Artikel über den Zustand der Meinungsfreiheit in Deutschland geschrieben. In „Die neuen Jakobiner“ reflektiert er auch über die Bestimmung und die Aufgabe des Liberalismus.
Der Tugendterror der Systemmedien stellt jeden liberal Denkenden in seiner
Existenz in Frage. Unmissverständlich stellt Bolz fest, dass die Meinungsfreiheit das Wertvollste für einen guten Europäer ist. Der Sinn der Meinungs- und Redefreiheit besteht darin, abweichende Meinungen in den Mittelpunkt zu stellen, ihnen einen besonderen Wert zuzusprechen.

Die meinungsbildenden Eliten der Bundesrepublik haben sich von der so
verstandenen Idee der Meinungsfreiheit weit entfernt. Abweichende Meinungen
werden gegenwärtig härter sanktioniert als abweichendes Verhalten. Diese
Sanktionen laufen meist über Ausschlussmechanismen: Menschen, die abweichende Meinungen äußern, werden verfemt, ausgegrenzt und aus dem öffentlichen Diskurs ausgeschlossen. Kaum jemand bringt den Mut zum Widerspruch auf. Der Druck ist so groß, dass gesetzliche Strafen überflüssig sind. [...]

Kein Wunder, wenn Andersdenkenden mediale Schauprozesse gemacht werden. Die Folge davon ist, dass die überwältigende Mehrheit der Menschen schweigt. Elisabeth Noelle-Naumann spricht in diesem Zusammenhang von der „Schweigespirale“, die sich die Systemmedien zunutze gemacht haben. Die mainstreammediale Meinung ist eine von Minderheiten konstruierte Meinung.
Sie wird aber als die Meinung der Mehrheit ausgegeben. Dabei geht es den
Systemjournalisten nicht darum, eine abweichende Meinung argumentativ als falsch zu erweisen, sondern die Abweichler als unmoralisch zu verurteilen. Bolz: “Man kritisiert abweichende Meinungen nicht mehr, sondern hasst sie einfach. Wer widerspricht, wird nicht widerlegt, sondern zum Schweigen gebracht.“ Die Menschen werden in Deutschland zum „willenlosen Opfer eines Tugendterrors“, der überall herrscht: an den Universitäten, in den Medien, im Recht und in der Politik.

Bolz betont abschließend, dass es eine Schicksalsfrage für jeden Liberalen ist,
in den Wächtern des Systemjournalismus, in den neuen Jakobinern, seine
natürlichen Feinde zu sehen. Von der heutigen FDP kann man da nicht viel
erwarten. Liberale wie Westerwelle haben vor der Macht des Tugendterrors
kapituliert. [...]



Tja, wie der arme Thilo Sarrazin aber auch zum Schweigen gebracht wurde ...
wie da die Massenmedien eine Schweigespirale inszenierten, wie sie ihn gnadenlos totschwiegen ...



Prost! 
Der Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure e.V. (BSI)
pflegt die philosophische und politische Landschaft


Professor Bolz macht sich gegen den Tugendterror stark -
hier für die Spirituosen-Industrie.

 “Abschließend analysierte Prof. Dr. Norbert Bolz, Professor für Medienwissenschaft, Technische Universität Berlin, Fakultät I – Geisteswissenschaften, Institut für Sprache und Kommunikation, Fachgebiet Medienwissenschaft, Berlin, das Thema „Verantwortung in den Medien“. Prof. Dr. Norbert Bolz sieht Chancen dafür, dass die durch Sensations- und Skandalorientierung verzerrte Wirklichkeitsdarstellung in den Massenmedien durch die Konkurrenz der internetbasierten sozialen Medien korrigiert werden kann.”
Aus der Pressemitteilung des BSI zum 12. Spirituosenforum
BSI AKTUELL - Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure e.V.
Nr. 11/2013, 14. November 2013

Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, Staatsminister a. D., Professor für Philosophie, war übrigens ebenfalls dabei. Passt gut zum Thema Medien; in den Koalitionsverhandlungen war er in der Arbeitsgruppe “Kultur und Medien”.

http://guttmensch.blogspot.com/2013/11/koalitionsverhandlungen.html


Siehe auch BSI und das "Bürgermeistercasting von Husum"; Stichwort Husum in Kommentaren zu dem Post
http://guttmensch.blogspot.com/2011/05/feindbild-gutmensch-co-ein-klassiker_29.html


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"Gutmensch" ist nicht genug - denn da fragen sich doch so manche, was fuer eine Gesellschaft das sein soll, in der das Interesse am Gemeinwohl zum Inbegriff des Negativen wird. Um ein Haar waere das Gutmensch-Wort zum "Unwort des Jahres" gekuert worden.
Also muss ein neuer Begriff her: Der Gutmensch wird zum Terroristen - zum Tugendterroristen.


Die vermeintlich bestehende oder drohende "Herrschaft der Minderwertigen" abzuwehren, ist das Kernanliegen der "Konservativen Revolution".
Siehe auch Stichwort "Herrschaft der Minderwertigen" auf
http://guttmensch.blogspot.com/2012/03/mehr-zum-thema-nostalgie.html
http://guttmensch.blogspot.com/2013/06/drei-generationen-sarrazin-zeitzeugen.html


24.02.2014

Thilo Sarrazin: "Es regiert die Gleichheitsideologie"
von Henning Krumrey
http://www.wiwo.de/politik/deutschland/thilo-sarrazin-es-regiert-die-gleichheitsideologie-seite-all/9527174-all.html


... Von "Gleichheitswahn" ist auch die Rede.
Erinnert an "Bildungswahn"; siehe Stichwort auf diesem Blog.

An anderer Stelle mokierte sich Sarrazin ueber "Bildungsoptimismus";
http://guttmensch.blogspot.com/2011/12/anbiederungen.html

Vordenker: Hartnacke
; Freund und Foerderer von Hans F.K. Guenther, dem "Rasse-Guenther" der Nazi-Zeit

“Wir hassen das Schlagwort von der Gleichheit.
Der Kampf ist der Vater aller Dinge, Gleichheit ist der Tod.”

Rudolf vom Sebottendorf,
Gründer der Thule-Gesellschaft, 1918

http://guttmensch.blogspot.com/2011/06/eugenisches-denken-demokratie-als.html





Wappen der Thule-Gesellschaft
Abbildung gefunden auf
 http://wakeupfromyourslumber.com/blog/joeblow/
nazi-party-thule-society-occult-and-freemasonry
 


Es duerfte nicht verwundern, wenn Thilo Sarrazin bei einer Neu-Auflage der Thule-Gesellschaft Anklang findet; siehe die folgende Webseite, gefunden mit Google (Suchwortkombination Sebottendorf Sarrazin)

  Willkommen bei der Thule Gesellschaft
  ww.w.thule-gesellschaft.org/.../730-holocaust-suehne‎

  Eine der wichtigsten Aufgaben der Thule Gesellschaft ist die Erhaltung ...
  Thilo Sarrazin provoziert wieder: "Europa braucht den Euro nicht", meint er
  und legt ...
http://ww.w.thule-gesellschaft.org/index.php/94-archiv/730-holocaust-suehne
  
feindliche Zitate - Willkommen bei der Thule Gesellschaftww.w.thule-gesellschaft.org/.../610-feindliche-zitate‎ „Das Problem ist nicht Sarrazin selbst als Person sondern der gleich gesinnte ... Cem Özdemir, Bündnis90/Die Grünen, Quelle (Sarrazin hat bis zu 90% ...http://ww.w.thule-gesellschaft.org/index.php/startseite-der-tg/94-archiv/610-feindliche-zitate

(Nur „Happen“ im Google-Cache, da man registriert sei muss, um Zugriff auf die „Thule“-Webseite zu haben)

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"Tugendterror"- Rezension von Klaus Bade

http://www.migazin.de/2014/02/24/thilo-sarrazin-der-neue-tugendterror-rezension-klaus-bade-welt-ungerecht/


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"Verharmloser und Schönfärber"' - das sind für Thilo Sarrazin die neuen "Tugendterroristen". Ansätze ihrer Denkweise glaubt er bereits im Frühchristentum und bei Vertretern der Französischen Revolution auszumachen oder sogar in den dereinst neu gegründeten Vereinigten Staaten von Amerika. Heute spürt er die Denkweise hauptsächlich bei Zeitgenossen auf, die mit der Sprache Unterschiede eliminieren wollen. Also bei jenen, die nicht mehr "Negerkuss" sagen und auch nicht "Zigeuner", die nicht mehr von" Hilfsschülern" reden und Wörter vermeiden, von denen sich andere Menschen stigmatisiert fühlen könnten. Thilo Sarrazin nennt sie die Apologeten der political correctness und hält sie für besessen vom Gleichheitswahn.

Aus
Das Buch eines gekränkten Mannes
Rezension "Der neue Tugendterror"
Von Dorothea Jung
Andruck - Das Magazin für Politische Literatur / Beitrag vom 24.02.2014
http://www.deutschlandfunk.de/rezension-der-neue-tugendterror-das-buch-eines-gekraenkten.1310.de.html?dram:article_id=278416


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Gefunden mit Google-Suche „Gleichheitswahn“ und „Sebottendorf“ (s.o.):
Webseite von “Dee Ex”, auf der auch ein Michael Sebottendorf schreibt

"Motto: Deutsch sein ist kein Verbrechen - unsere Weltanschauung hat gesiegt@
“Der Gegenpol zu Gleichheit, Gleichschaltung, Enteignung und Meinungsterror kann nur die Freiheit sein: Gedankenfreiheit und wirtschaftliche Freiheit, individuelle und nationale Freiheit.” Wer etwas anderes behauptet oder sogar gewaltsam (mit der Nazikeule) propagiert, ist und bleibt ein Feind unseres Landes, der Demokratie und eines jeden freien Menschen.