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Freitag, 22. April 2011

"Anstelle eines doktrinären Allgemeinbegriffes 'Menschheit' " ....

Im Wechsel mit anderen Posts stelle ich auf diesem Blog nach und nach Texte aus antiquarisch erworbenen Büchern aus der Nazi-Zeit aus dem Gebiet Sozialdarwinismus-Eugenik-"Rassenhygiene" vor. Der Zweck ist, Vergleiche mit ähnlichem Gedankengut, das heute propagiert wird, und das Nachvollziehen von "Ideengeschichte" zu ermöglichen. 


Heute: 

Dr. Arthur Neuberg, Das naturwissenschaftliche Weltbild der Gegenwart. Göttingen, Vandenhoek & Ruprecht, 1944 (4. Auflage)


Vorab-Bemerkungen:

An diesem Text fällt mir auf, wie sich seriöse Wissenschaft einerseits und ideologisch gefärbte, fabulierende Ableitungen andererseits vermischen

Eugen Fischers "Forschungen" im heutigen Namibia in der Tradition Francis Galtons wurden an anderer Stelle bereits erwähnt; auch Verschuer (im folgenden Text zusammen mit Galton erwähnt) wurde schon öfter genannt. - Fischer (1874-1967) war ein Mentor für Verschuer (1896-1969) und Verschuer für den KZ-Arzt Mengele (1911-1979); siehe u.a. www.laekh.de/upload/Hess._Aerzteblatt/2011/2011_04/2011_04_11.pdf

Bemerkenswert ist der Gebrauch des Wortes "doktrinär": "Anstelle eines doktrinären Allgemeinbegriffes 'Menschheit' ... haben wir heute unterscheiden gelernt." 
Zum Vergleich: Wenn die Forderung nach Einhaltung der Menschenrechte als doktrinär empfunden wird (z.B. von Anhängern der "Neuen Rechten", die Menschenrechte in Frage stellen), wird heute oft die Bezeichnung "politisch korrekt" (oder englisch "politically correct") verwendet.
http://de.wikipedia.org/wiki/Alain_de_Benoist ;
http://www.anselmneft.de/texte/aufs%C3%A4tze-und-artikel/allein-gegen-die-gutmenschendiktatur/

Die Ausrottung von Völkern durch Eroberer erscheint mit der Analogie der Zweige am Baum ("im Wittenberger Museum") als natürlicher, evolutionsbedingter Verlauf im Aufsteigen und Absterben von Völkern. Als absterbend bezeichnenden Völkern wie den (amerikanischen) Indianern, (afrikanischen) Buschmännern und (ostasiatischen) Aino wird eine Zwischenstellung zwischen Neandertalern und Cro-Magnonmenschen einerseits und modernen Menschen andererseits zugewiesen. Wer sie tötet oder sterben lässt, das steckt darin, führt nur den Willen der Evolution aus. Dies entsprach Lehren, wie sie seit Anfang des 20. Jahrhunderts auf den internationalen Eugenik-Kongressen verbreitet worden waren.

Interessant wäre ein Vergleich mit Texten aus dem 1955 in (Ost-) Berlin erschienenen Buch "Entwicklung und Schöpfung" des gleichen Autors; das würde aber den Rahmen dieses Zettelkastens sprengen. Vielleicht kann die Information für die eine oder andere Diplomarbeit von Nutzen sein. Angaben zu dem Buch von 1955 z.B. bei
http://www.buchfreund.de/Entwicklung-und-Schoepfung-Arthur-Neuberg,38770836-buch


Textauszüge
(Hervorhebungen in Fettdruck sind von mir)
Seiten 147-148

"Mendel hat also das Verdienst, festgestellt zu haben, welche Organismen konstant und welche variabel sind. Konstant die Homozygoten, variable die Heterozygoten. Und Ursache der Variabilität ist die Kreuzung. Es will scheinen, als liebe die Natur unklare Mischungen nicht und suche sie wieder aufzuklären und vorhandene Eigenheiten zu erhalten, also analytisch zu arbeiten. Sie entmischt wieder und sortiert aus. Das Alte wird 'herausgemendelt'....
Beim Menschen mendeln auch psychische Eigenschaften und auch die Blutkonstitutionen... Wichtige Feststellungen hat Eugen Fischer an den Mischlingen zwischen Buren und Hottentotten in Südafrika, den Rehoboths, gemacht. Durchschlagend aber sind die vielen Tierversuche am klassischen Objekt der Genetiker geworden: Der kleinen Taufliege Drosophila melanogaster. ...
Bei der Beobachtung menschlicher Reihen ist in den letzten Jahren die von Galton begonnene und besonders von Verschuer weitergeführte Zwillingsforschung von Bedeutung geworden....
Die lebendige Gegenwart wird also gestaltet von Erbanlage und Umwelt, die Zukunft aber ruht im Erbplasma. Die Erbanlage gibt die Möglichkeit; was daraus wird, entscheidet die Umwelt. ... Z.B. ist die Körpergröße des Menschen an sich erbbedingt, aber mit einem Spielraum von etwa 20 cm. ... Das sind wichtige Tatsachen. Aber es bleibt dabei, dass das Erbgut durchschlagend ist."


Seiten 222-223

"Die Bewegung auf Hochhaltung und Reinhaltung der Rasse bedeutet eine der großen Wendungen im Weltbild der Gegenwart. Das Wort Rasse gehört zu denen, auf welche heute ein kräftiger Akzent gefallen ist. Anstelle eines doktrinären Allgemeinbegriffes 'Menschheit', der aus dem Lexikon des liberalen Bürgertums und der französischen Revolution mit ihren 'Menschenrechten' (nicht etwa des Christentums) stammte, haben wir heute unterscheiden gelernt. (Fußnote: Wie sehr noch Humboldt darin befangen war, zeigt die Stelle im Kosmos, Bd. 1 über Einheit des Menschengeschlechts und Menschenrassen). Ich möchte als evangelischer Theolog aussprechen, dass wir die neue Bewegung als gesund begrüßen, und daß auch für uns immer die Menschheit nur in Völkern und Rassen vorhanden gewesen ist, die in die natürliche Schöpfungsordnung gehören und die 'Gestalt dieser Welt' ausmachen. Unsere deutschen lutherischen Missionen sind längst davon abgekommen, aus dem Neger einen Menschen zu machen und die Menschheit zu egalisieren. ... Wir würden nie sagen, daß alle Menschen kulturell gleichwertig sind. Der Neger, der ein ernster Christ wird, bleibt deshalb, was er ist, rassisch ein Neger. ... Den Grundgedanken der Rassenbewegung stimmen wir also zu. Diese Grundgedanken sind wohl folgende: 1. Die Rassen ruhen auf biologischer Grundlage. Sie werden nach der Vererbungslehre, die das Erbgut im Keimplasma von Natur gegeben sehen gelernt hat, als Schicksalsmitgabe für den Einzelnen und das Volksganze verstanden. Rassen sind die Zweige am menschlichen Stammbaum, teils tiefstehende, teils hochstehende. ... Im Wittenberger Museum hängt das Bild einer Kiefer als Symbol für das Bild der Menschheit: oben grüne Zweige, darunter absterbende, unten abgestorbene; so gibt es am Baume der Menschheit noch blühende Rassen, gibt es absterbende wie die Indianer oder Buschmänner oder Aino, und gibt es abgestorbene wie den Neandertaler und den Cro-magnonmenschen. ...
2. Abänderungen des Erbgutes, im Kampf mit der Umwelt, sind möglich, günstige wie schädliche. ... 3. Rassenmischung wird von entschiedenen Rassetheoretikern als schädlich abgelehnt. Andere... nehmen eine vermittelnde Stellung ein. ... Günther spricht richtiger von Rassenschichtung. 4. Die Rassen sind kulturell verschiedenwertig und können nach Schemann u.a. in einer "hierarchischen Gliederung" georndet werden. Am höchsten steht die nordische Rasse. ...
Rassenpflege ist ein edles Amt. Wir können nur dankbar der Fürsorge des neuen Staates für Volksgesundheit und Rassentüchtigkeit zustimmen und seines hohen Verantwortungsgefühls für das Volksganze uns freuen. Mutterschutz und Mutterehre, Geburtenerhebung und Förderung der Familie, Reinheit der Rasse und Ausscheidung fremden Blutes, Kampf gegen Erbgift und Minderwertigkeit, Verhinderung erbkranken Nachwuchses und Beseitigung des liberalistischen Standpunktes, daß jeder und jede ein Recht über den eigenen Körper habe, das sind hohe Dinge."

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Für eine zeitgeschichtliche Einordnung der Wiederentdeckung der Mendel'schen Gesetze - die frei auf menschliche Intelligenz und Charaktereigenschaften übertragen und mit den Vorstellungen der Zeit von "minderwertigen Rassen", "minderwertigen Individuen" und Untergang der europäischen Kultur verquickt wurden - siehe z.B. "A Chronography™ of History 1889 - Present". (All Rights Reserved. Educational Use Only. Copyright © 1996-2001 R.H. Perez)
http://www.humanitas-international.org/perezites/archive/timeline3.htm
(Eigene) Übersetzung eines Abschnitts (Original-Ausschnitt s.u.):

"1900. Die Arbeit Mendels wird wiederentdeckt. Diejenigen, die die geistigen Eigenschaften des Menschen (wie Intelligenz) für überwiegend erblich bedingt halten, glauben, dass ihre Hypothese durch Mendel'sche Genetik wissenschaftlich bewiesen ist. Für sie wird die gesamte menschliche Geschichte zum Teil der biologischen Evolution, die Darwin im Tierreich beschrieben hatte. Sie sehen es als ihre Pflicht an, zu fordern, dass die Fortpflanzung anderer, "minderwertiger Rassen" und "minderwertiger Individuen" innerhalb ihrer eigenen Rasse verhindert wird. So sollen der Untergang und Ruin der europäischen Kultur abgewehrt werden, die ihrer Behauptung nach kurz bevor stehen. (Science)"

"1900 The work of Mendel is rediscovered. Those who regard the mental traits of Man (intelligence and so on) as being primarily inherited, believe that their hypothesis is scientifically proved by Mendelian genetics. For them, the whole of human history becomes a part of the biological evolution Darwin had described in the animal kingdom. They see it as their duty to demand the prevention of procreation by other "inferior races" and by "inferior individuals" within their own race, in order to stave off the decline and ruin of European culture which they allege is near at hand. (Science)"
http://www.humanitas-international.org/perezites/archive/timeline3.htm

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Ergänzung 27.07.2011

Der folgende Artikel (in Auszügen) von Kumlehn passt zu mehreren Posts. Der Einfachheit füge ich ihn hier ein; schon wegen des Bezugs auf Hans F. K. Günther, der im obigen Text von Arthur Neuberg als Referenz genannt wird. Zudem nennt der Neuberg-Text, in Anlehnung an Günther (der sich wiederum auf Darwin und Galton bezog), die Mendel'schen Gesetze, um sein Argument von der Nicht-Gleichwertigkeit der Menschen zu unterstützen. Der folgende Artikel ist auch dadurch interessant, dass er - ohne ausdrücklich auf die Mendel'schen Gesetze Bezug zu nehmen - gut illustriert, wie ganz unmittelbar von der Bohnenzucht, wo die Qualität der Produkte zu bewerten ist, auf die Menschenzucht und die Bewertung der Qualität von Menschen geschlossen wurde. - Der Bezug auf Eugen Fischer in dem folgenden Artikel würde noch besser zu anderen Posts auf diesem Blog passen (mit Stichwortsuche "Fischer" leicht zu finden), aber den Textausschnitt in Einzelzitate zu zerstückeln, wäre zu zeitaufwending.

Mehr zu Hans F.K. Günther mit Stichwortsuche "Günther" auf diesem Blog. Neu ist der Post http://guttmensch.blogspot.com/2011/07/gegen-das-ideal-der-gleichartigkeit.html (Der neue Post mit Stichwort "Günther" befasst sich damit, dass Günther den Philosophen John Stuart Mill als einen vermeintlich Gleichgesinnten gegen das Ideal der Gleichartigkeit in Anspruch nahm. Ein Zitat von Mill erschien auf einem Twitter, den Anders Breivik vor seinem Attentat aussandte.)


Auszüge aus "NS Spurensuche in Braunschweig", Abschnitt" "Minderwertige Menschen", 
© Jürgen Kumlehn (Datum?); URL: http://www.ns-spurensuche.de/index.php?id=4&topic=15&key=18 (Mit .... gekennzeichnete Kürzungen sind von mir, Hervorhebungen ebenso.)

Nachtrag 30.07.2011: Siehe dazu auch neuere Posts, http://guttmensch.blogspot.com/2011/07/die-idee-von-der-einheit-des.html ; http://guttmensch.blogspot.com/2011/07/muss-man-jede-debatte-fuhren.html (über Stilisierung als "Ketzer" gegen "Dogmen") und Suchworte "Neuberg" "Dogma" "Multikulturalismus" auf diesem Blog

"Eine der schlimmsten Absichten der Nazis waren ... die Einstufung von Menschen in höherwertig und minderwertig gefolgt von Begriffen wie „rücksichtslos“, “falsche Humanität“, Rassenhygiene“, “Reinheit des Blutes“, “Erbpflege“, “erbkrank“ – Begriffe aus dem “Wörterbuch von Unmenschen“, die tödlich klangen und auch Realität wurden. Die erbbiologische Fragestellungen waren nicht neu, sie wurden nicht erst von den Nazis aufgeworfen. Nun sollte ein ganzes Land gezwungen werden, ein absolut “gesunder Staat zu werden. Es begann die Instrumentalisierung des Einzelnen für die angebliche Sicherung der Zukunft - eher für die nationalsozialistische Zukunft – des Volkes.

In “Mein Kampf“ beschrieb Hitler diese Thematik in grausamer Eindeutigkeit: “ ... Die Forderung, daß defekten Menschen die Zeugung anderer ebenso defekter Nachkommen unmöglich gemacht wird, ist eine Forderung klarster Vernunft und bedeutet in ihrer planmäßigen Durchführung die humanste Tat der Menschheit. ..." ...

Gut zwei Monate nach Inkraftsetzung des Gesetzes (zur Verhütung erbkranken Nachwuches) erschien ein inhaltlich anderer Artikel zur “Vererbung“. ... Darin wird die Tatsache behauptet, daß die “geistig höheren Volksschichten verhältnismäßig mehr begabte Kinder erzeugen als die unteren“. Der Geburtenrückgang in den höheren Schichten könne von unten nicht völlig ergänzt werden: “dieser fortgesetzte Raubbau muß zur Schädigung des Ganzen führen.“ ...“... Wir wissen, wie mannigfach die Mischung der Erbeinheiten bei den Kinder derselben Familie ausfällt. Nicht jedes Kind ist ein “Treffer“, und schon beim Würfelspiel erzielt man mit acht Würfeln eher eine Sechs als mit zweien.“

Die Zeitung druckte einen Beitrag “Was uns die Rassenlehre lehrt“) des berüchtigten “Rassenforschers“ Prof. Dr. Hans F. K. Günther, der Autor des Buches “Rassenkunde des deutschen Volkes“ und Direktor der “Anstalt für Rassenkunde, Völkerbiologie und ländliche Soziologie“ und vieler weiterer ähnlicher Ämter, einer der wichtigen Rassenforscher des Dritten Reiches: Günther wurde als Mitläufer entnazifiziert und publizierte auch nach 1945. Die unmenschlichen Suaden sollen hier nicht mehr zitiert werden, nur dieser eine Satz: “Unbewußt betrachtet jedermann seinen Mitmenschen als rassenseelisch verschieden veranlagt.“ ...

Schon lange vorher fanden die Leser einen ausführlichen Bericht über “Rassenkreuzung und geistige Leistung“ von Dr. Eugen Fischer, dem Direktor für Anthropologie am Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin, der einflussreichste Rassenforscher der NS-Zeit und nach 1945 in Sontra bei Bebra tätig, später in Freiburg und Ehrenmitglied der Deutschen Geselschaft für Anthropologie, gestorben 1967. (Klee) Auch hier nur ein Zitat: “Unter allen biologischen Erscheinungen am Menschen ist zweifellos Rassenkreuzung oder Bastardisierung nicht nur der umfangreichste, sondern auch für die Entwicklung der Menschheit der grundlegendste und folgenschwerste Vorgang.“ Einem hannoverschen Fürsorgearzt, PG Dr. Schwab, gab die WZ in Kleindruck eine ganze Seite, um seine “Erkenntnisse“ über “Vererbung, Rasse u. Eugenik“ zu erläutern. Ein Zitat: “Ich erwähnte bereits, daß der Mensch sich kaum dazu verstehen würde, Zuchtwahl zu treiben. Doch möchte ich hier eine Stelle, die ich in einem alten Werke fand, nicht dem Leser vorenthalten: Für eine vollkommene Zuchtwahl bedürfen wir dringend einer besseren als der heutigen Kenntnis der von den einzelnen beherbergten Erbwerte.“ ...

(In der) WZ vom 8. August 1933 .... “Eine Frau“, die nur mit ihrem Namen (Martha Wesner) als Autorin vorgestellt wurde, sprach zum “Sterilisierungsgesetz“, weil von der der “nationalen Regierung feindlich gegenüber stehenden“ Menschen angeblich der Versuch unternommen wurde, Unruhe in die Bevölkerung zu tragen. Sie appellierte an deren “Verstand und Gerechtigkeitsgefühl“, “Humanitätsduselei und Sichselbstbemitleiden“ aufzugeben. Mit anderen Worten: Christliche Nächstenliebe und Menschenwürde sollten für die Menschen nicht mehr gelten, die den “biologischen“ Vorstellungen nationalsozialistischer “Rassehygieniker“ nicht mehr entsprachen. ....

Wie weit diese Maßnahmen in Wirklichkeit geplant waren, machte die Autorin mit “erschütternden Statistiken“ deutlich: Eltern von Mittelschulkindern “zeugten im Durchschnitt zwei, jene von Volksschülern im Durchschnitt drei und von Hilfsschülern, als solchen, die noch nicht einmal imstande sind,, das geringe Normalmaß einer Volksschule zu bewältigen, im Durchschnitt vier Kinder“. Hier wurde also suggeriert, daß im Sinne der nationalsozialistischen Rassenvorstellungen “minderwertige“ Menschen wieder nur “minderwertige“ Menschen zeuigen können. Die über die Steriliiserung hinausgehenden Absichten der Tötung behinderter Menschen als “unwertes Leben“ waren aus einem grässlichen, aber eindeutigen Absatz herauszulesen: “Liest man, daß in Hamburg z.B. im Jahr 1906 für Versorgung Minderwertiger, d.h. geistig Zurückgebliebener, Taubstummer, Epileptischer, Säufer usw. 31,6 Millionen Reichsmark ausgegeben wurden, so spricht das eine beredte Sprache für jene “zu viel Caritas“, die der Vermehrung von Minderwertigen nicht nur keinen Damm setzte, sondern es förmlich hochzüchtete, indem man die Minderwertigen ruhig heiraten und gestörte Kinder mit denselben schlechten Erbanlagen auf die Welt setzen ließ.“ ....

Der Leiter der NSDAP-Ortsgruppe Auguststadt, “Pg. Petzold“, hielt vor den versammelten Mitgliedern einen Vortrag über die “Notwendigkeit, den deutschen Wald zu schützen“ und “leitete das Thema dann über auf die Beobachtung und Beseitigung der Volksschädlinge im Sinne der Rassenpolitik“. Der Staat “zahle für die Erhaltung der minderwertigen Menschen jedes Jahr 490 Millionen Reichsmark“. Dieses “widerwärtige Spiel mit deutscher Rasse“ müsse beendet werden. Notwendig seien “lebenstüchtige und widerstandsfähige Menschen“. ...

(In einem) WZ-Artikel aus dem November 1933 (“Warum Erbpflege?“) ... wurden Zahlen zu den einzelnen Gruppen der behinderten Menschen genannt. Und darauf bezogen heißt es: “Bei den genannen fürchterlichen Zahlen muß man noch bedenken, daß bis zum Kriege das Überfluten des gesunden Volksteiles mit asozialen Elementen nicht zum Bewupßtsein der Nation gedrungen ist, sondern daß erst der gewaltsame Aderlaß des Krieges am besten deutschen Erbgut, verbunden mit der Not der Nachkriegsjahre und der gewollten Kinderlosigkeit des Volkes als drohendes Menetekel vor Augen geführt.“ ...

Eine besondere Art, die “Wertigkeit“ von Menschen in Verbindung mit “erblicher Belastung“ zu belegen, erlebten die Leser der Lokalzeitung im Dezember 1933. Die Begriffe “Wertigkeit und “Minderwertigkeit“ wurden “wissenschaflich“ erläutert mit der Einführung weiterer Begriffe: “Höherwertigkeit, Höchstwertigkeit“. Unterwertigkeit belaste das Volksganze und hemme das nationale Gedeihen: “Dies geschieht nicht zu allen Zeiten, nicht unter allen sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen Bedingungen im gleichen Maße. Hohe Blüte der Nation macht Unterwertigkeit bis zu einem gewissen Grade erträglich. Doch in allen Krisenzeiten, in denen es um die letzten Daseinsfragen des Volkes geht, zeigt sich die ganze Schwere der Last, die der Einzelne, die Familie, die Gesamtheit daran trägt.“

Es folgen Informationen über die Bohnenzucht eines Landwirts mit zwei Sorten Bohnen, offenbar vergleichbar mit Menschen: “Die eine wächst zu einer kräftigen Pflanze auf, die den Witterungsunbilden standhält, reichlich Blüte und Frucht trägt. Die andere Sorte entwickelt sich unter denselben Wachstumsbedingungen nur kümmerlich; einige Exemplare ihrer Art gehen bei der geringsten Ungunst der Umweltverhältnisse zugrunde.“ ....

Welchen Rang die Beschäftigung mit "Minderwertigen" in der damaligen Gesellschaft hatte und dass das Thema nicht nur von Rassefanatikern als bedeutsam angesehen wurde, mag das Resumee des Volksfreundes zeigen, das aus heutiger sozialdemokratischer Sicht unfaßbar scheint: "Es ist natürlich schade, daß die hiesige Ortsgruppe der "Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene (Eugenik) von den Nazis zu einer Art Filiale ihrer Partei herabgewürdigt wird. Aber gerade diejenigen in Braunschweig, die nicht erst seit einigen Wochen "Eugenik tragen", sondern von jeher für die Notwendigkeit der Ausschaltung Minderwertiger von der Fortpflanzung und auf der anderen Seite für die Gewährung ausreichender Kinderbeihilfen eingetreten sind, werden doch mit Freude sehen, wie ihre Idee an Boden gewinnt.“ ...

Das Gesetz (zur Verhütung erbkranken Nachwuchses) wurde 1945 nicht, wie man erwarten würde, ausser Kraft gesetzt. Es gab sogar noch Amtsträger, die sich auch weiterhin darauf beriefen ... Der Deutsche Bundestag hat in seinen Entschließungen vom 5. Mai 1988 (Bundestagsdrucksache 11/1714) und 29. Juni 1994 (Bundestagsdrucksache 12/7989) festgestellt, dass die auf der Grundlage des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ durchgeführten Zwangssterilisationen nationalsozialistisches Unrecht waren. Der Deutsche Bundestag ächtete in diesen Entschließungen diese Maßnahmen als Ausdruck der inhumanen nationalsozialistischen Auffassung vom „lebensunwerten Leben“. ...."

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Die von Neuberg vertretenen Auffassungen lagen auf der Linie von Karl Pearson, des Vertrauten und Biographen Francis Galtons (siehe auch Stichwortsuche Pearson auf diesem Blog), der in Deutschland mit Eugen Fischer in Verbindung stand.

Pearson unterschied zwischen "höherwertigen" und "minderwertigen" Völkern und hielt es z.B. ausdrücklich für richtig, dass die Siedler aus Europa in Amerika die Indianer verdrängt und nahezu ausgerottet hatten. (Siehe z.B. zusammenfassende Darstellung der Auffassungen Pearsons und anderer Eugeniker und Rassentheoretiker in einer Hausarbeit der City University New York, 2008; http://www.eportfolio.lagcc.cuny.edu/scholars/doc_fa09/eP_fa09/Layla.Quinones/documents/homework9.doc ).Auszug: "What measures did Pearson advocate for keeping a nation such as Britain at its highest potential? -    Pearson advocated for the complete extermination of all inferior people. He contended that the only healthy alternative of the survival of the superior race would be to “completely drive out the inferior race”... . He used America as an example of this when they expanded from Britain and took over the nation and the Indian people. He declared that the Indians did not contribute anything to the work and thought of the world therefore; they should be replaced with a race that would work towards the betterment of humanity and contribute to the “common stock of civilized man”. ...  In addition, he asserted that the expansion of the white man’s race is necessary for their survival. He identifies that in the world as well as between nations, people are fighting for survival as per the natural resources they acquire. The purpose of expansion was not only to spread the superior race and its values but, to inhabit the world so that the race may populate different areas acquiring all the natural resources so as that inferior races would have to compete with them for it as well. ..."

Ich erinnere mich gelesen zu haben, dass u.a. Winston Churchill die Auffassung "Indianer-Ausrottung war richtig, weil im Sinne der Evolution" zustimmend aufgriff, muss dies aber noch überprüfen.

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Ein Buch Pearsons kann Neuberg als Vorbild gedient haben:
Pearson, Karl: National life from the standpoint of science. London, 1900. 62 pp. 3599a. 183
http://www.fordham.edu/halsall/mod/1900pearsonl.asp

"Modebegriff" Nationales Leben, National Life ?
http://openlibrary.org/books/OL23505374M/Deutsche_Revue_%C3%BCber_das_gesamte_nationale_Leben_der_Gegenwart

Den Begriff "national life", nationales Leben, popularisierte in Deutschland auch Alfred Rosenberg:
http://en.wikiquote.org/wiki/Alfred_Rosenberg


Gefunden am 2.12.2011:

Noch 1953 wurde Arthur Neuberg in einem ZEIT-Artikel von Bernhard Lammert mit Ehrfurcht als ein Theologe genannt, der auch in den Naturwissenschaften zu Hause sei; als ein Vorbild für die Verknüpfung von naturwissenschaftlichem und theologischm Denken.
Erwähnt in diesem Sinne auch Karl Heim. Dessen Buch "Die kommende Verheißung", erschienen 1939, habe ich noch nicht gelesen. Ebenfalls positiv Bezug genommen wird in dem Artikel auf den Nazi-Rassenhygieniker Erwin Liek; vgl. http://guttmensch.blogspot.de/2011/04/ein-arzt-der-nazizeit-erlautert-die.html).


Gottbekenntnis und Naturforschung
Gelehrten-Zeugnisse, die zu denken geben Von Berthold Lammert
http://www.zeit.de/1953/34/gottbekenntnis-und-naturforschung


Auszug (Kürzungen und Hervorhebungen von mir) :
“Kann ein Forscher durch dogmatische Vorschriften gebunden werden … ? Zu diesen wichtigen Fragen liegt jetzt ein Buch vor: Gottbekenntnisse moderner Naturforscher von Hubert Muschaiek (Morus Verlag, Berlin), in dem sich die Zeugnisse von nicht weniger als 65 führenden Forschern der Gegenwart zu einem Strom des Bekenntnisses zum Christentum vereinigen. Da lesen wir bei Bernhard Bavink: „Jedes Individuum und jedes Volk wird genau so viel Leben haben und behalten, als es dem Geist", das heißt hier dem Erkennen um seiner selbst willen, aufrichtig dient. …
Bekannt ist die These Bavinks von der „Naturwissenschaft auf dem Wege zur Religion". In der Tat hat die Entwicklung der modernen Forschung alle jene Argumente zerstört, auf denen noch vor einem halben Jahrhundert jener mit dem Namen Haeckel verbundene Bau des Monismus errichtet wurde. … Für den Arzt liegt das Bekenntnis zum Christentum einigermaßen nahe. Von den 24 Ärzten, die das Buch anführt, seien nur die Namen Bier, Bovet, v. Gebsattel, Leibbrand, Liek, Sauerbruch genannt. …
Wir müssen heute der Tatsache ins Gesicht sehen, daß vielleicht die Mehrzahl abendländischer Menschen von der unmittelbaren Offenbarung nicht erreicht werden. Sie finden aber über die Wissenschaft zu Gott. Daher ist es eine unerläßliche Forderung der Gegenwart, daß der Verkünder des Evangeliums den realen Lebensmächten Naturwissenschaft und Technik nicht hilflos gegenübersteht, sondern, wie zum Beispiel Karl Heim und Arthur Neuberg, mit ihnen vertraut ist.  …“         

Kommentare:

  1. "... Egal, ob in Deutschland geboren oder den deutschen Paß geschenkt bekommen, Türke bleibt Türke!"

    Kommentator "Stolze Kartoffel" auf PI, 15. Feb 2011

    http://www.pi-news.net/2011/02/video-interview-mit-goetz-kubitschek/

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  2. Ketzerpose:
    Der Vorwurf der "Menschenjagd" auf Rechtsextreme ist ein Klassiker

    Immer wieder wehrte sich Haider gegen Antisemitismus-Vorwürfe gegen seine Partei. Der Konflikt um den Kärntner FPÖ - Bürgermeisterkandiaten Peter Müller zeigte jedoch, dass der Antisemitismus latent wabert. Müller war 1988 im österreichischen Wirtschaftsmagazin "trend" mit dem Spruch zitiert worden: "Dem Simon Wiesenthal hab' ich gesagt: Wir bauen schon wieder Öfen, aber nicht für Sie, Herr Wiesenthal - Sie haben in Jörgl seiner Pfeife Platz!"
    "Nicht einmal ignorieren" wollte Haider die aufbrechende "künstliche Erregung", wie er die Kritik wegzuwischen versuchte. Es handele sich um eine von den Medien betriebene "Menschenjagd".

    http://mv-times.blogspot.ca/2011/09/thilo-sarrazin-der-deutsche-jorg-haider.html

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  3. "Ethnischer Föderalismus"" - schöngefärbter Rassismus?

    Aus einem Vortrag von Hartmut Meyer
    beim Seminar "Neue Rechte, Neokonservatismus und die Wissenschaft" am 13./14. Juni 1986 in Marburg/Lahn, veranstaltet vom Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (BdWi)

    "Nach dem Plan des Schöpfers", so predigt Alexander Evertz, langjähriger Vorsitzender der "Evangelischen Notgemeinschaft in Deutschland", "nach dem Plan des Schöpfers gibt es keine uniforme Menschheit noch der Weise eines neutralen Weltbürgertums ohne Glanz und Farbe, sondern die volkhafte Gliederung in all ihren Besonderheiten. Die Bibel spricht nicht von der Menschheit, sondern von den Völkern, die Gott ins Leben ruft und wieder abruft." (19)
    Selbst wenn Nation und Staat identisch sind, es bleibt die "Gewalt des nationalistischen Bewußtseins" durch die, wie Armin Mohler sagt, die Chance entsteht, "zum Sprecher all derer zu werden, die sich, wo auch immer auf der Welt, der großen Gleichmachung unter Sowjetstern und Stars and Stripes zu erwehren suchen." (20) Das "gesunde Nationalgefühl" ist Teil eines "Propagandakrieges" (21) gegen die "große Gleichmachung". Und weil, wie der Leiter des "Thule-Seminars" erklärt, "der Egalitarismus einen Mord an der jeweiligen volklichen Identität" (22) darstellt, ist der heiße Krieg schon vorbereitet gegen die Völker, die nach sozialer und politischer Gleichheit streben.

    "Das Recht der jungen Völker", (23) das ist ein Instrument zur Beseitigung des Menschenrechts. Das "Recht auf Anderssein" (24) will "Minderheiten- und Gruppenrechte" verbergen, und deshalb, so sagt der "südwestafrikanische" Minister Adolf Brinkmann 1982 auf dem 6. Seminar des "Hilfskomitees Südliches Afrika", deshalb wolle man am "ethnischen Föderalismus" festhalten. (25) Schon 1970, bei der 20. Jahrestagung der "Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen" (FUEV) wurde über den "ethnischen Föderalismus" verhandelt. "Die Einigung Europas", so der Kongreßbericht, "die einmal kommen muß, darf nicht das Ziel haben, aus Europa einen meltig pott, einen Schmelztiegel nach USA-Muster, zu machen ... Der ethnische Föderalismus als mögliches Verfassungsmodell eines vereinten Europas" wurde vorgestellt. (26) Der "ethnische Föderalismus", (27) der "völkische Pluralismus", das erweist sich als Konzeption zur räuberischen Beherrschung von Großräumen.

    Ein "Recht auf Anderssein" wird ausgerufen, um die eigene Nation in ihrer Gesamtheit auf die imperialistischsten Interessen der "Selbstbehauptung" einzuschwören. Dabei bedarf ein solches Primat der Außenpolitik der innenpolitischen Durchsetzung.

    http://www.bifff-berlin.de/MEYBOUR.htm

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    1. Weiterer Auszug

      Lebenschancen werden verteilt nach "Erbe" oder "Abstammung". Der Soziologe Helmut Schoeck setzt "nominalistisch" ein mit der Phrase, "von Gleichheit kann ... nur die Rede sein in philosophischen oder juristischen Konstruktionen", um biologistisch zu enden: "In ihrer biologisch faßbaren Existenz gleichen sich Menschen... nie." Darauf folgt der notwendige Schluß: "Nur die Marktwirtschaft entspricht der menschlichen Natur". Dann begründen "Territorialverhalten" oder "Revierbehauptung" das Privateigentum an den Produktionsmitteln, die "neidischen Aggressionen" werden zum Antrieb der "Marktwirtschaft". (31) 'Mehr Markt', 'mehr Markt' ist die einzige Alternative.
      Dieses Modell einer von der "Natur des Menschen" getragenen "Wettbewerbsordnung" gehört zu den Begründungselementen der Neoliberalen. Es wird in seinen sozialdarwinistischen Zügen überdeutlich, wenn die Bindungen der "Freiburger Schule" des Neoliberalismus (Walter Eucken, Franz Böhm, Alfred Müller Armack, Alexander Rüstow) und der "Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft / Alexander-Rüstow-Stiftung" zur "Freiwirtschaftsbewegung" aufgedeckt werden.

      Ein Beispiel:
      "Mensch und Markt", unter diesem Titel wird in der Reihe "Sozial-Liberale Argumente" betont, "daß der Aggressionstrieb eine ererbte Konstante der menschlichen Triebkonstitution ist. Und da Naturgesetze nicht aufzuheben sind, hat also "eine Ordnung ... der menschlichen Triebausstattung gemäß zu sein, die auf Selbstverwirklichung, auf Wettbewerb, auf Kampf ums Dasein angelegt ist." Und dann wird nahegelegt, davon auszugehen, "daß es außer der Marktwirtschaft keine Wirtschaftsordnung gibt, die neben der Realisierung hoher Produktivität der menschlichen Natur in so vollkommener Weise entspricht." (32)

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    2. Weiterer Auszug

      Die "Marktwirtschaft" ist ihnen die "natürliche Wirtschaftsordnung". Als Klassiker gilt Silvio Gesell. Das Anarcho-Blatt "Agit 883" widmete ihm eine Schwerpunktausgabe. (34) Da wurde "Silvio Gesell - der Marx der Anarchisten", obwohl in seinem Hauptwerk "Die Natürliche Wirtschaftsordnung" gleich zu Beginn zu lesen ist: "Wie bei allen Lebewesen, so hängt auch das Gedeihen des Menschen in erster Linie davon ab, daß die Auslese nach den Naturgesetzen sich vollzieht. Diese Gesetze aber wollen den Wettstreit ... die Wirtschaftsordnung (muß es) darauf anlegen, daß sich der Wettbewerb auch wirklich so abspielt, wie es die Natur will, d.h. mit der von ihr gelieferten Ausrüstung unter gänzlicher Ausschaltung von Vorrechten. Der Erfolg des Wettstreites muß ausschließlich von angebotenen Eigenschaften bedingt sein." (35)
      Die "Natur" des großen Kapitals kommt zu ihrem ideologischen Recht, popularisiert für jeden Kiosk durch die Zeitschrift "Diagnosen".

      Ein "Recht auf Ungleichheit" der einzelnen Menschen - die innenpolitische Aggression - ist nicht bloße Ergänzung des "Rechts auf Anderssein" der einzelnen Völker. Sie sind notwendig miteinander verknüpft. Die Ideologiepolitik der äußersten Reaktion hat fehlende Bindeglieder zu entwickeln.
      Der Soziologe Robert Hepp zum Beispiel stellt ein solches Verbindungsstück her. Er stutzt sich dabei auf den "biologischen Volksbegriff" des SS-Angehörigen und Mitarbeiter des Thüringischen Amtes für Rassewesen, Lothar Stengel von Rutkowski. (36) Auf der 29. "Berliner Arbeitstagung der Deutschen Burschenschaften" erklärt Hepp zur "Identitätskrise der Deutschen", daß "Erbanlagen" und "Umwelt" auf lange Sicht gesehen die "erbliche Ausstattung" einer Population bedingen. [..]

      Gegen "fremdrassige Einwanderung" wandt sich Hepp, gegen den "Schmelztiegel Amerika", was ein Synonym ist für "Liberalismus", für Demokratie. Gegen einen "Wechsel in der 'herrschenden Weltanschauung"' wandte sich Hepp, gegen den Kommunismus, was ein Synonym ist für soziale Gleichheit.
      "Deshalb, so die Sprache des Aufklebers, "gemeinsam gegen Kommunismus und Rassenmischung!"
      Die Bourgeoisie verbrennt wieder ihre Fahnen.

      Die "Nationale Identität" soll gewahrt werden, um unser und die anderen Völker zu "schlitzen". "Sollten die Völker vielleicht am Liberalismus zugrunde gehen", fragt Hepp, "während sie durch Unfreiheit gerettet werden könnten?" (39) Alain de Benoist gibt Antwort: "Untergang ist schlimmer als Diktatur ... Jede Diktatur ist niederträchtig, jeder Untergang ist noch niederträchtiger. Die Diktatur kann uns morgen einzeln töten. Der Untergang vernichtet aber unsere Überlebenschancen als Volk." (40)
      Der "gesunde Nationalismus" ist ein Instrument, ein Instrument, wie Houston Stewart Chamberlain schreibt, ein Instrument im "Kampf um den Staat", und der gilt als ein "Kampf nämlich zwischen Universalismus und Nationalismus". (41)

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