Dieses Blog durchsuchen

Wird geladen...

Sonntag, 3. April 2011

"Kopftuchmädchen", "Kopftuchschlampe", "Genabfall" - nur Worte?


Thilo Sarrazin kreierte das WortKopftuchmädchen“, oder machte es zumindest als erste Person des öffentlichen Lebens bekannt und im Endeffekt, trotz einiger Einsprüche und einer vagen Entschuldigung, „gesellschaftsfähig“. Dafür, dass er sich über „politische Korrektheit“ hinwegsetzt (auf diesen Begriff komme ich später zurück), erntet er viel Lob, auch von angesehenen Persönlichkeiten und in Mittelstrom-Medien.

Sarrazin als Wortschöpfer des Begriffs „Kopftuchmädchen“; siehe z.B.:

Sarrazin als Überwinder „politischer Korrektheit“; siehe z.B. einen Artikel von Klaus Dohnanyi:

Auf der Webseite „Altermedia.Info“ („For People of European Descent“, also „für Menschen europäischer Abstammung) verteidigte ein Kommentator den Mörder der Ägypterin Marwa El-Sherbini damit, dass es sich bei ihr doch um eine „Kopftuchschlampe“ gehandelt hätte.

"18 Messerstiche aus Beton (01.07.10) | Altermedia Deutschland ...1. Juli 2010
  ... Seine Nichte schaukelte und er saß auf der auf der Schaukel daneben. Dann
  kommt diese Kopftuchschlampe mit ihrem Bengel und verlangt von ..  "

(Auszug aus dem Wikipedia-Entrag zu „Marwa El-Sherbini“:
„Marwa El-Sherbini .. war eine ägyptische Handballspielerin und Pharmazeutin. Internationales Aufsehen erregte ihr gewaltsamer Tod, als sie während einer Strafverhandlung im Landgericht Dresden, zu der sie als Zeugin geladen war, vom Angeklagten aus islam- und ausländerfeindlichen Motiven erstochen wurde.… Im August 2008 wurde Marwa El-Sherbini von dem … Russlanddeutschen Alex Wiens auf einem Dresdner Spielplatz als „Islamistin“ und „Terroristin“ beschimpft. Daraufhin informierte eine dritte anwesende Person die Polizei. .. Nachdem Alex W. gegen den (in der Folge erlassenen) Strafbefehl Einspruch eingelegt hatte, kam es zu einer Hauptverhandlung, in welcher Marwa El-Sherbini als Zeugin vernommen wurde. Der Angeklagte Alex W. wurde zu einer Geldstrafe … verurteilt... Noch im Prozess bezeichnete er Muslime als „nicht beleidigungsfähig“. … In der Berufungsverhandlung am 1. Juli 2009 stach Alex W. auf die im dritten Monat schwangere Marwa El-Sherbini ein …  und tötete sie mit 18 Messerstichen. Ihr Mann (Okaz El-Sherbini) wollte ihr zu Hilfe eilen und wurde durch drei Messerstiche lebensgefährlich verletzt. Außerdem gab ein hinzukommender Polizist gezielt einen Schuss auf Okaz ab und traf ihn in ein Bein, da er ihn für den Angreifer hielt. Es gab vorher keine Waffenkontrollen im Gerichtssaal. Der dreijährige Sohn wurde Zeuge, wie seine Mutter verblutete. …“
http://de.wikipedia.org/wiki/Marwa_El-Sherbini )

Zur Ergänzung: Die frühesten Einträge die ich zu dem Wort "Kopftuchschlampe" gefunden habe, sind von 2008 (gut ein Jahr älter als der von Sarrazin eingeführte und seitdem weithin als akzeptabel durchgehende Begriff "Kopftuchmädchen"). Neben "Politically Incorrect" (s.u.) verwenden auch andere Webseiten wie z.B. "Kybeline" den Begriff häufig; z.B.:
"Islamische Journalistin beklagt Rechtsruck in Europa |
Europäische ...9. Mai 2008 ... Soll die Kopftuchschlampe doch für irgendein
islamisches Wochenblatt schreiben, da findet sie die richtigen Leser und vor
allem auch die ..."

Auf der Webseite „Politically Incorrect“ bezeichnete ein Kommentator den Ehemann der Ermordeten (der Ermittlungen forderte, ob die Behörden genug getan hatten, um den Mord zu verhindern) als „Genabfall“.

Die Abwertung kopftuchtragender Frauen als "Kopftuchschlampen" (oder, in der von Sarrazin salonfähig gemachten "Light"-Version als "Koptuchmädchen" bzw., von der NPD aufgenommen, auch "Kopftuchfrauen") hat nichts, aber auch gar nichts mit einem Sich-Einsetzen für die Rechte muslimischer Frauen zu tun. Dies ist allein schon an dem hohen Prozentsatz von Porno-Seiten abzulesen, die bei einer Internet-Suche mit dem Stichwort "Kopftuchschlampe" auftauchen.

„Kopftuchmädchen“, „Kopftuchschlampe“, „Genabfall“ – was bedeutet es, wenn menschenverachtende Wortkreationen zunehmend als akzeptabel, gar als Sieg über ein empfundenes Diktat „politischer Korrektheit“ hingenommen werden?

"Kopftuchmädchen" als "Light"-Version von "Kopftuchschlampe": Ist eine solche Wortschöpfung geeignet, den Ausdruck von Hass und Verachtung in zivilisierte Kanäle zu leiten - oder öffnet sie Schleusen?


_________

Ergänzungen

"... Mustafa ist zwei Jahre alt. Er möchte schaukeln, doch beide Schaukeln sind besetzt. Auf einer sitzt Alex W., 27, Deutsch-Russe, auf der anderen die kleine Tochter seiner Schwester. Marwa El-Sherbini fragt den Mann freundlich, ob er nicht die Schaukel für ihren Jungen freimachen könne. Doch der schimpft sofort los: Eine Terroristin sei sie, eine Islamistin. Ihr Sohn, der werde auch einmal Terrorist. Wehe, er setze sich auf die Schaukel. "Dann werde ich ihn schaukeln, bis er tot ist." "

Alex Wiens sagte vor Gericht nicht nur, Muslime seien "nicht beleidigungsfähig, sondern auch, sie seien "keine richtigen Menschen".
Siehe z.B.

"Nachdem Alex Wiens wegen Beleidigung von Marwa el-Sherbini auf dem Spielplatz im November (2008) in 1. Instanz verurteilt woden war und einen Strafbefehl über 330 Euro erhalten hatte, legte er Widerspruch ein mit einem von ihm allein verfassten Schreiben:
„Jeder weiß, dass Islam gefährliche und verrückte Religion ist, die alle Nichtislamisten für unrichtige Menschen halten, die entweder zu bekehren oder zu vernichten sind. (. . .) Angesichts des allen ist durchaus verständlich, dass ich sie für Feinde halte (. . .) Keiner auf ganzer Welt kann mir vorschreiben, dass ich Feinde in meiner Nähe tolerieren muss. (. . . )  Diese ,Frau‘, die ich angeblich beleidigt habe, trug ein Anzeichen von totaler religiöser Unterwerfung unter dem Männern und dem Satangott, nämlich ein Kopftuch. Damit hat sie Deutschland, seine Geschichte, seine Kultur und deshalb mich beleidigt.“ "
Stoff zum Nachdenken: Wie "feministisch" ist die Motivation des Hasses auf "Kopftuchfrauen" wirklich?

"Auch die Verteidiger von Alex Wiens haben leider nicht zur Aufklärung darüber beigetragen, woher ihr Mandant sein Feindbild bezog. … Nur die wenigsten Prozessbeobachterinnen und -beobachter mochten sich lange mit der Frage aufhalten, wer Alex Wiens mit der Ideologie geimpft haben könnte, die ihn antrieb. Gewiss handelte Wiens als Einzelner … und trotz seines Bekenntnisses, NPD-Wähler zu sein, gibt es keinen Hinweis darauf, dass er in einer neonazistischen Bande aktiv gewesen ist. Doch mit seinem Wahn, der Islam sei das schlechthin Böse, alle Musliminnen und Muslime seien "Terroristen"… (m)it diesem Hass ist Wiens keineswegs allein, sondern in beängstigend großer Gesellschaft. Der Mord an Marwa El-Sherbini hätte der deutschen Öffentlichkeit Anlass sein müssen, sich endlich mit dem zu befassen, was sich hierzulande breitgemacht  hat wie eine Epidemie. ...
Als Wiens sein späteres Opfer auf einem Spielplatz beleidigte, fixierte er sich auf ihr Kopftuch...  Er beschimpfte sie als Terroristin und Islamistin; Leute wie sie hätten seit dem 11. September 2001 kein Recht mehr, in Deutschland zu leben. ..."
Aus: Islamhass? Alles halb so wild - Wie die deutschen Medien mit dem Mord an Marwa El-Sherbini umgehen. Von Kai Sokolowsky, November 2009.

Über "Generalverdacht" seit dem 11. September 2001 siehe auch auf diesem Blog

"Warum wurden die Untersuchungen zu seinem (Wiens) Hintergrund, politischen Verortungen sowie zur Mediennutzung weder veröffentlicht noch in die Verhandlung einbezogen - ja, wie konnte es passieren, dass ein versehentlicher Brand der Festplatte seines beschlagnahmten PCs ausgerechnet dieses Material vernichtete?"
"Es gab nie eine Multi-Kulti-Idylle in Deutschland ..."
Aus: Sabine Schiffer, Zum Gedenken an Marwa el Sherbini, 22.07.2011

Rechtsextreme Parteien und Wählergruppen umwerben gezielt Russlanddeutsche.
Siehe z.B. Informationen und Abbildung eines Wahlplakats ("Russlanddeutsche in der NPD - gemeinsam für unsere Heimat") auf
Es liegt nahe, dass die Umwerbung von Einwanderern aus Russland durch rechtsextreme Gruppierungen mit der These verbunden ist, alle mit Migration verbundenen Probleme und Herausforderungen der Integration beträfen nur muslimische Einwanderergruppen - und mit dementsprechender Agitation. Thilo Sarrazin wirkte wesentlich daran mit, diese These in die gesellschaftliche Mitte einzubringen.


_______________

"Kopftuchmädchen" war immerhin Kandidat für "Unwort des Jahres" 2009 
(siehe Interview von Benjamin von Stuckrad-Barre mit Jurymitglied Hellmuth Karasek, "Unkraut, Unding - und beim nächsten Mal Sippenhaft", Welt online, 18.01.2011;
Das Rennen machte in dem Jahr das Wort "betriebsratsverseucht". Interessant, dass beide "Unworte" im gleichen Jahr geprägt wurden. Es gibt historische Beispiele für Gleichzeitigkeit des Schürens von Hass auf Bevölkerungsgruppen, der emotionsgeladenen Abwehr von Mitbestimmungs-Ansprüchen und der Verbreitung eugenischen Denkens; siehe auf diesem Blog Stichworte "Henry Ford" und "Bolschewisten-Fratzen". Der gemeinsame Nenner ist das Schaffen von Feindbildern in Zeiten der Krise.
Unwort des Jahres 2010 war "alternativlos". 

Ergänzung: "Gutmensch" kam auf den zweiten Platz als Unwort des Jahres 2011. Erster Platz: "Dönermorde".
fuer "Gutmenschpack" z.B.

____________

“Museldreck und Kopftuchschlampen, es tut gut diese leiden zu sehen.”
Fundstellen aus der Hass-Webseite PI ("Politically Incorrect") auf "Fareus"


Mit dem Ablegen des Kopftuchs ist es in den Augen der wahren “Islamkritiker” keineswegs getan; ihr Hass richtet sich auch, und z.T. erst recht, gegen “kopftuchlose” muslimische Frauen:
“… Meine persönlichen Erfahrungen mit kopftuchlosen Muslima bringen mich im Übrigen dazu, strikte Kopftuchpflicht für Muslima zu fordern… (dann weiß MANN wenigstens gleich, woran man ist)”
#20 Aborigina   (16. Dez 2007 16:41) auf PI
Es geht gar nicht ums Kopftuch, es geht auch nicht um Religion und erst recht nicht um Integration – die ist gar nicht gewuenscht. Es geht darum, dass die Geschmaehten nach Meinung der “Islamkritiker”/ Rassenhygieniker einfach nicht die Gene haben, die zum Leben in Deutschland qualifizieren – mit anderen Worten, dass sie nicht der richtigen “Rasse” angehoren. (Sarrazin schrieb statt “Rasse” auf Anraten seines Verlags “Ethnie”, brachte aber mit seinem umfangreichen “missverstaendlichen Klartext” letztlich nichts anderes als dies zum Ausdruck.)


___________



Von Hassbloggern als "Kopftuchschlampe" und "Genabfall" geschmäht: Die im Juli 2009 ermordete Marwa el Sherbini und ihr Ehemann Okaz mit ihrem kleinen Sohn, um 2008


Seine Verhüllung ließen die Hassblogger unbeanstandet: Alex Wiens vor Gericht
 
 
 
 
_________________
 
 
 
Ergänzung Okt. 2012
 
“Rassisten in Mönchengladbach vor der Kamera” – ZDFGefunden auf Youtube  http://www.youtube.com/all_comments?v=ewgigfn1tY0&page=5
Salafisten in Deutschland sind zu einem bedeutenten Teil deutscher Herkunft, prägen aber für viele auf pauschale Weise das Bild von Menschen muslimischer Herkunft. Da sind Sarrazins eugenische Thesen bequem zur Hand.

“… der muslimische GENABFALL”
Warregedaeh

“THILO SARRAZIN HAT RECHT”
MrChepps


Kommentare:

  1. War Wiens vielleicht auch ein Verfassungsschutz-Spitzel?

    AntwortenLöschen
  2. Engagierte sich gegen Immigranten-Feindlichkeit in den USA:
    Michael Musmanno

    Michael Musmanno
    From Wikipedia

    Michael Angelo Musmanno (April 7, 1897 – October 12, 1968) was an American jurist, politician, and naval officer. For nearly two decades from the early 1930s, he served as a judge in courts of Allegheny County, Pennsylvania. Entering the United States Navy during World War II, he served in the military justice system. After the war in 1946 he served as a governor of an occupied district in Italy. Beginning in 1947, he served as a presiding judge for the Einsatzgruppen Trial in US military court at Nuremberg. ...

    After entering law practice, Musmanno got involved in politics during the 1920s. He was elected as a Republican state legislator for Pennsylvania in 1928.[2] He was deeply interested in the plight of the working man and was sympathetic to the Italians and other ethnic minorities who worked in Pennsylvania industries. He served as an appellate attorney in the 1920s in relation to the Sacco-Vanzetti case; the men were convicted in 1921, in an atmosphere of anti-immigrant feeling. The appeals upheld the lower court decision, and the men were sentenced to death in 1927. Haunted by the conduct of the trial, Musmanno wrote After Twelve Years (1939), a book about the case, as well as two articles in 1963, published in The New Republic and the Kansas Law Review.

    A miner Mike Shemanski was murdered in Imperial, Pennsylvania in 1929 by the Coal and Iron Police during a strike. Musmanno was outraged and, as a state legislator, worked to banish the private police force, supporting the governor's efforts.[2]

    In addition, he published a short story about the case, entitled "Jan Volkanik." This was adapted in part as the basis of the film Black Fury (1935), starring Paul Muni as a coal miner, and with a screenplay written by Abem Finkel and Carl Erickson. It was directed by Michael Curtiz. ...

    In 1948 Musmanno conducted interviews with several people who had worked closely with Adolph Hitler in the very last days of WWII. These served as the basis of his book, Ten Days to Die (1950). These interviews were filmed but were lost to history until early 2013.

    http://en.wikipedia.org/wiki/Michael_Musmanno

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. In Pennsylvania Society for the Prevention of Cruelty to Animals v. Bravo Enterprises, Inc., the plaintiff sought to enjoin a bullfight, but the majority held that the organization lacked standing. Musmanno began his impassioned dissent:

      If there is one commodity of which there is no need for a further supply, it is violence. If there is one school that the world can afford to miss, it is one for the tutoring of methods of violence, brutality and cruelty. … [W]e can well do without a bullfight which is nothing less than an open air lyceum in the art of torturing helpless animals.

      Add Justice Musmanno to your list of “four dead people with whom you would most like to have dinner.”

      http://lawhaha.com/must-read-musmanno-musmanno/

      Löschen
  3. Wiens-Zitat erinnert an Massenmoerder Breivik

    "Die Beschreibung des Mordes durch Alexander Schneider in dem Kapitel „Mord im Landgericht Dresden“ betrachtet auch die Vorgeschichte und gibt im Original den schriftlich formulierten Einspruch des Täters gegen seinen anstehenden Prozess wegen Beleidigung wieder.
    Die Lektüre dieses Zitates ist sehr erhellend, weil sie sich liest wie das Bekenntnis des Osloer Massenmörders Breivik, freilich ohne dessen intellektuelle Attitüde. Es finden sich jedenfalls neben vulgärrassistischen Aussagen auch einige einige spezifische Merkmale des antimuslimischen Ressentiments. Das Einspruchschreiben des Täters könnte sich so auch in einem Kommentar in dem rassistischen Hetzblog PI-News finden.
    Es ist aber unbekannt woher der Täter sich mit seinem Hass versorgt hat bzw. inspiriert wurde. Trotzdem widmet sich das Buch auch der organisierten Szene der Moslemfeinde. Ulli Jentsch vom APABIZ in Berlin verschafft in seinem Beitrag „Antimuslimischer Rassismus – Das Schlachtfeld der Neuen Rechten“ dem/der Leser_in einen guten Überblick. [..]
    In „Sächsische Realitäten“ von Michael Nattke geht es um „Organisierte Neonazis und ihr gesellschaftliches Umfeld“. [..]
    Das der Mord an Marwa nicht der erste rassistische Mord in Sachsen war, entnimmt man den Fallschilderungen des Beitrages „(K)eine Frage der Wahrnehmung: die tödliche Dimension politisch rechts motivierter Gewalt“ von Heike Kleffner. [..] Am 23. Oktober 1996 wurde der 30-jährige Achmed Bachir in Leipzig-Lindenau von einem Nazi-Skinhead erstochen. Dieser hatte zuvor mit seinem Freund in der Straßenbahn gepöbelt: „Diese Moslems stechen wir ab“.
    Der zweite Teil des Buches, „Die Reaktionen“, befasst sich mit dem Geschehen nach dem Mord. [..] Erst als das ganze zum internationalen Politikum wurde, nachdem ägyptische Medien über den Fall berichtet hatten und es zu Protesten in Ägypten kam, wurde über den Mord in den Medien stärker berichtet. Am 12. Juli 2009 schaltete sich auch noch Ahmadinedschad, „Präsident“ des Irans ein, und versuchte den Mord für seine Zwecke zu instrumentalisieren. Zuvor war der Fall häufig als „Nischenkonflikt zwischen Migrant_innen“ wahr genommen wurden und der Schwarze Peter wurde nicht den Deutschen, sondern den Russlanddeutschen zugeschoben. Tatsächlich kann man sich fragen, wieviel Hass der Täter in Deutschland erlernte und wieviel er aus Russland mitbrachte, von wo er 2003 kam. Die, in seinem Einspruchsschreiben, verwendeten Vokabeln wie „Satansgott“ hören sich jedenfalls im deutschsprachigen Raum eher fremd an. Trotzdem können der Täter und seine Motivation nicht einfach in seine Herkunftsstadt Perm in Sibirien weg verschoben werden. [..] Wiens selbst bekannte stolz NPD-Wähler zu sein. [..]"

    http://buecher.hagalil.com/2011/09/toedliche-realitaeten/

    AntwortenLöschen
  4. PI-Kontakte

    "Herre handhabt das anders: Er pflegt Kontakt nicht nur mit Wiener, sondern auch mit dem Pro-Köln-Gründer und rechten Multifunktionär Manfred Rouhs (Ex-Kader von NPD, REPs und weiteren) und dessen Weggefährten Bernd Schöppe. Auch mit ihnen ist er per Du, bat ihnen einen Aufruf zum „Marsch“ auf PI an, veröffentlicht Texte von Pro-Aktivisten. Da wirkt es absurd, dass Kandidat*innen vor Beitritt zu Ortsgruppen von PI geloben müssen, „rechtsextremistisches und ausländerfeindliches Gedankengut“ abzulehnen.

    Tatsächlich hat er wohl etwas ganz anderes vor. Schon heute ist PI weit mehr als ein virtueller Treffpunkt von Fanatiker*inner. An ihrem internationalen Netzwerk aber stricken die deutschen Islamfeind*innen unverdrossen weiter. Schon jetzt gibt es beste Kontakte zu einer Reihe ultranationalistischer und rechtspopulistischer Parteien. Dazu zählen die Schweizer SVP, der belgische Vlaams Belang, die Schwedendemokraten und Israel Beitenu, deren ehemaliger Knessetabgeordneter Eliezer Cohen gern gesehener Gast der deutschen Anti-Islamisten ist. Auch die English Defence League gehört zum Dunstkreis der Allianz, eine aus der Hooligan-Szene entsprungene Partei, die wegen ihre Nähe zu gewaltbereiten Rechtsextremisten immer mal wieder auffällt. Die europäischen Teilgliederungen des Netzwerks eint neben ihrer Islamphobie im Übrigen auch die Ablehnung der EU. Sie sind sich sicher, dass ihnen der derzeitige Streit um Euro und Rettungsschirme weiteren Zulauf bescheren wird.

    In etwa 50 deutschen Städten, aber auch in Österreich, der Schweiz und Tschechien, gibt es PI-Gruppen, deren Führer eine Verpflichtungserklärung unterzeichnen sollen und deren Aufgabe darin besteht, sich regelmäßig konspirativ zu treffen, um Strategien für die Beeinflussung der Öffentlichkeit zu entwerfen. Ein ganzes Arsenal davon haben die PI-Anhänger mittlerweile entwickelt: etwa die lautstarke Störung von Diskussionsrunden über den Islam, die gezielte Verunglimpfung von „Gutmenschen“ in den Kommentarspalten verhasster Medien oder die Versendung unzähliger Hassmails an vermeintlich linke Meinungsmacher."

    https://linksunten.indymedia.org/de/node/46834

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. "Der Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung, Wolfgang Benz sieht Parallelen zum Antisemitismus: „Wer sich zu Recht über die Borniertheit der Judenfeinde empört, muss auch das Feindbild Islam kritisch sehen. Die Verallgemeinerung beklagenswerter Auswüchse ist auch hier Hetze zwecks Diskriminierung.“ Für ihn als Historiker betreibe PI eindeutig Volksverhetzung. „Wenn eine Minderheit öffentlich diskriminiert wird, aufgrund ihrer Kultur, Religion oder sonstiger echter oder angedichteter Eigenschaften, ist das selbstverständlich Volksverhetzung und fällt in die Zuständigkeit des Verfassungsschutzes“, sagt Benz."

      Löschen
  5. Rassistischer Mord in Dresden: Warnung vor Islamophobie / Täter war offenbar NPD-Sympathisant
    9. Juli 2009

    Nach der Tötung einer Ägypterin in Dresden haben Juden und Muslime vor Islamfeindlichkeit in Deutschland gewarnt. Die Messerattacke gegen die 31-jährige Frau sei eindeutig das Ergebnis von “Islamophobie”, die in der Bundesrepublik “durchgehend unterschätzt und verharmlost” werde, so der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek gegenüber dem Tagesspiegel. [..]
    Der Zentralrat der Muslime kritisierte auch die Reaktion der Bundesregierung auf die Tötung der Frau. Der Vizesprecher der Bundesregierung Thomas Steg hatte zunächst von einer unklaren Sachlage gesprochen. “Die Indizien für eine islamophobe Tat sind erdrückend”, sagte Mazyek dem Tagesspiegel weiter. “Vorsicht ist gut, aber hier grenzt sie an Beschwichtigungspolitik.” Angemessen wäre stattdessen “ein Signal der Anteilnahme, die das menschliche Antlitz Deutschlands zeigt”. Steg hatte den Angaben zufolge gesagt, man habe sich “mit einer Stellungnahme zurückgehalten, weil die Umstände nicht hinreichend klar gewesen sind, um eine so weitreichende politische Erklärung abzugeben”.
    “Die, die bisher die Sorge um Islamophobie in Deutschland für eine Phantomdebatte abgetan haben, sehen sich nach diesem furchtbaren Ereignis Lügen gestraft”, sagte der Generalsekretär der Juden in Deutschland, Kramer, dem Tagesspiegel. Die rechte Szene schaffe seit Jahrzehnten ein Klima des Fremdenhasses, das solche Explosionen der Gewalt erst ermögliche.[..]
    Der mutmaßliche Mörder der Ägypterin im Dresdner Landgericht ist offenbar Sympathisant der neonazistschen NPD. Diese hatte erst in der vergangenen Woche mit einer rassistischen Kampagne ihren Wahlkampf in Thüringen eröffnet. Auch die DVU setzte bei der Europawahl auf eine Kampagne gegen die angebliche Islamisierung Deutschlands. Der Tagesspiegel berichtet, in Dresden habe sich der 28-jährige Tatverdächtige, ein Russlanddeutscher, unmittelbar vor der Messerattacke als Anhänger der Partei bekannt und ausländerfeindliche Drohungen geäußert. “Haben Sie überhaupt ein Recht, in Deutschland zu sein?”, “Sie haben hier nichts zu suchen” und “Wenn die NPD an die Macht kommt, ist damit Schluss. Ich habe NPD gewählt.” Dem Bericht zufolge sei er jedoch kein NPD-Mitglied oder einer ihrer Unterorganisationen. Die Dresdner Staatsanwaltschaft geht weiter von einem “ausländerfeindlichen Einzeltäter” aus und bestätigte die Angaben nicht.
    Die NPD hatte am 23. Februar 2008 in Berlin den “Arbeitskreis der Russlanddeutschen in der NPD” gegründet. Die Neonazis hoffen, bei den Russlanddeutschen neue Anhänger und Wähler gewinnen zu können. Die NPD bemüht sich aber bereits länger um die neue Zielgruppe.

    http://npd-blog.info/2009/07/09/rassistischer-mord-in-dresden-warnung-vor-islamophobie-tater-war-offenbar-npd-sympathisant/

    AntwortenLöschen
  6. Pegida
    Das Volksfest des Rassismus

    Pegida hat am Montagabend so viele Menschen auf die Straße gebracht wie lange nicht. Brandanschläge hin, rechte Randale her: Die Organisatoren setzen auf Eskalation.
    Von Christian Bangel, Dresden
    29. September 2015

    ... An diesem Montag hat das Festival der Wut wieder um die 10.000 Menschen auf die Straße gebracht. ...

    So heiter ist die Stimmung, es könnte jetzt als Nächstes auch, sagen wir, Achim Menzel auf die Bühne vor dem Dresdener Zwinger treten. ...
    Doch stattdessen kommt Lutz Bachmann, verliest wie immer die Polizeiauflagen und geht direkt über zu einer Tirade gegen die totalitäre Bundesrepublik, in der jeder mit einer freien Meinung von Verhaftung bedroht sei. ...

    Die Rednerin Tatjana Festerling agitiert gegen den "Geburtendschihad" und "muslimische Wurfmaschinen". ...

    http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-09/pegida-volksfest-rassismus

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Tatjana Festerling: Was uns alles droht im "linksversifften Deutschland"

      http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-09/pegida-volksfest-rassismus?page=49#comments

      Löschen
    2. Finanznot der Kommunen wird ursächlich den Flüchtlingen zugeschrieben

      "Geburtendschihad" und "muslimische Wurfmaschinen" ab 9:48

      Löschen
    3. Zunahme fremdenfeindlicher Angriffe nach Pegida-Demonstrationen

      Heute Show vom 30.01.2015
      https://www.youtube.com/watch?v=2tIEE3AExYA

      Löschen
    4. "linksgrün vegan verstrahlt"

      Tatjana Festerling
      https://www.youtube.com/watch?v=hoNXjb4a86Y
      Bei ca. 5:00

      Festerling: Aufruf speziell an Polizei und Bundeswehr, sich Pegida anzuschließen - "Recht auf Widerstand"

      Löschen
    5. Gewalt-Drohungen gegen Festerling
      Veröffentlicht am 13. April 2015 von Günther Lachmann

      "Heute tritt die Dresdner Oberbürgermeisterkandidatin Tatjana Festerling mit Geerd Wilders bei Pegida auf. Linke bedrohen sie. Der Staatsschutz ist eingeschaltet. ...
      Schärfer formuliert derzeit nur Wilders, der vor einem Jahr seinen Anhängern in einer Kneipe in Den Haag die rhetorische Frage stellte: „Wollt Ihr mehr oder weniger Marokkaner in den Niederlanden?“ Prompt riefen diese: „Weniger, weniger“, worauf Wilders kühl versicherte: „Dann werden wir das regeln.“ Tausende Niederländer erstatteten daraufhin Strafanzeige gegen ihn wegen Aufhetzung und Rassismus. ..
      Tatjana Festerling muss nicht den Staatsanwalt, mittlerweile aber wohl Drohungen fürchten. Seit sie für Pegida auf die Bühne geht, gibt es Anschlagswarnungen gegen sie. Der Staatsschutz sei eingeschaltet und rate, die Drohungen, die vermutlich aus der linksextremistischen Szene kämen, ernst zu nehmen, sagt sie. Aus den Internetforen schlage ihr „fanatischer Hass“ entgegen.[2]"

      http://www.geolitico.de/2015/04/13/gewalt-drohungen-gegen-festerling/#_edn2

      (Trotz des Verweises [2] gab es allerdings keinen Hinweis auf die Quelle zu angeblichen Gewaltdrohungen gegen Festerling.)

      Löschen