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Dienstag, 26. Juli 2011

Reaktionen auf das Norwegen-Attentat - zwischen Abscheu und ein klein bisschen Verständnis


Was von Vertretern der journalistischen Zunft über die Attentate in Norwegen in kürzester Zeit herausgefunden und analysiert wurde, verdient Respekt.

An einem Punkt möchte ich aber doch einmal einhaken: Es wird erstaunlich viel ungeprüft übernommen, auch in sehr angesehenen Zeitungen und Zeitschriften.

Auf Webseiten, die dem „Counterjihad“ nahestehen (einer Bewegung, deren Namen ich bis vor ein paar Tagen nicht einmal kannte, obwohl ich schon etliche mit ihr verbundende Hass-Seiten gesehen hatte), also auf Webseiten, die dem Gedankengut von "Fjordman" in Sympathie verbunden sind, wird nun natürlich abgewehrt. Wenn der Attentäter in seinem Pamphlet "Fjordman" zitiere, dann hätte das gar nichts zu sagen, er würde ja auch alle möglichen Größen der Literatur und der Philosophie zitieren. Was dabei nicht gesagt wird: Von "Fjordman" wurden ganze Kapitel übernommen; seine Texte - oder zumindest solche, hinter denen sein Name steht - machen einen beträchtlichen Teil des ganzen Pamphlets aus. Zitate von John Stuart Mill bis Gandhi sind Zwei- oder Dreizeiler, die hier und da eingestreut werden. Das ist ein sehr großer Unterschied.

Breivik hat mit seinem Pamphlet nicht nur als Autor, sondern vor allem als de facto "Herausgeber" fungiert. Dass diejenigen, deren Texte verwendet worden sind, nicht gefragt wurden, oder, wenn sie gefragt wurden, nicht geantwortet haben, halte ich für gut möglich und will auf die Feinheiten möglicher "stillschweigender" Zustimmung für die Textverwendung gar nicht eingehen. Aber dass ganze Artikel von "Counterjihad"-Autoren ein integraler Bestandteil des Pamphlets sind und sich nahtlos einfügen, das ist doch der springende Punkt.

Auch "Mainstream"-Medien (was nicht heißen soll, alle) haben die in einschlägigen Blogs nahegelegte Gleichsetzung von Zwei-Zeilen-Zitaten mit der Verwendung ganzer Artikel offenbar übernommen.


Beispiel:

In einem Artikel von Georg Paul Hefty gestern (25.07.2011) auf der ersten Seite der Druckausgabe der Frankfurter Allgemeine (FAZ) wurde die Argumentation, dass die verwendeten Quellen nichts mit den Wahnvorstellungen des Autors zu tun hätten, unhinterfragt übernommen. Nicht nur das: Die Textteile von "Counterjihad"-Autoren wurden nicht einmal erwähnt. Leser, die nicht auch auf andere Quellen zurück greifen, erfahren also gar nicht erst davon.

So mag vielen denn auch das Fazit des "Keine Erklärung" betitelten Kapitels einleuchten : "Zwar sucht der Wahnsinnige sich seine Vorwände weltweit, aber er antwortet nicht auf seine Umwelt, sondern auf seine eigensten Störungen." - Also 100 % individueller Wahnsinn, 0 % Einflüsse von außen?

Moment, wohl doch nicht ganz: Im Satz vorher steht: "Die Staaten müssen damit rechnen, dass mit der Zahl der Menschen auf der Welt der Wahnsinn nicht seltener, sondern häufiger alle Dämme bricht." Also ein demografischer Erklärungsansatz für das Attentat in Norwegen, oder was? Nun ist Norwegen eines der am wenigsten dicht besiedelten Länder in Europa - und westliche Länder sind doch bekanntlich von "Schrumpfvergreisung" bedroht. Meint Hefty also die "qualitativen Verschiebungen", die Sarrazin  beklagt? Wäre das Attentat dann doch wieder eine letztlich irgendwie auch verständliche Reaktion auf "qualitative demografische Verschiebungen"? Man kann nur raten, denn der Hinweis auf die Demografie taucht am Ende des Artikels plötzlich in einem einzigen Satz auf, ohne dass vorher zum Thema Demografie etwas gesagt worden wäre.

Natürlich müssen Journalisten auch auslassen können, und natürlich geht ihre individuelle Sichtweise in die jeweilige Darstellung ein. Aber wenn Sichtweisen offenbar allzu unkritisch übernommen, wesentliche Informationen ausgelassen und Schlussfolgerungen ohne nachvollziehbare Ableitung nahe gelegt werden - dann ist es gut, wenn Leser sich dazu äußern. Wenn sie denn über die dazu erforderlichen Informationen verfügen. 

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Einschub 

Was meint Hefty, wenn er das Norwegen-Attentat, nachdem er es erst als Ausgeburt unerklärlichen und zusammenhanglosen Wahnsinns eines Einzelnen dargestellt hat, plötzlich in eine Reihe stellt mit zu erwartenden Dammbruch-Reaktionen? Steckt darin nicht auch ein klein bisschen Verständnis für Kommentare wie diesen?:

 "Wenn's ein ,Rechter' war, dann geht's aber ab ... Denn, das heisst dann, dass sie sich (die Rechten) dieses Musel-Gesocks da in Norge nicht gefallen lassen. Dann wars das, was ich eigentlich in Deutschland erwartet hätte ;)".
Aus einer "geleakten" Skype-Kommunikation der Führung des Hass-Blogs PI (Politically Incorrect) kurz nach dem Attentat, berichtet im SPIEGEL vom 26.9.2011http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,788472,00.html
(Passt zu Michael Mannheimers "Aufruf zum Widerstand", s.u.)

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Auch hier eine Mischung aus Abscheu einerseits und einer gewissen Solidarisierung mit dem Denkmuster des Attentäters andererseits:

"Der Europa-Abgeordnete der rechtspopulistischen Partei Lega Nord in Italien,  Mario Borghezio, ist arg unter Beschuss geraten, nachdem er sich anerkennend über die politischen Ideen des mutmaßlichen norwegischen Attentäters Anders Behring Breivik geäußert hat. In einem Radiointerview erklärte der für polemische Slogans bekannte Europaparlamentarier: "100 Prozent der Ideen Breiviks sind richtig, manche sind sogar ausgezeichnet. Es ist die Schuld der Migranteninvasion, wenn diese Ideen in Gewalt gemündet sind", sagte Borghezio, der das Massaker allerdings zugleich ausdrücklich verurteilte."
Reuters, 27.07.2011
http://www.oe24.at/welt/So-wurde-dieser-Bub-zum-Oslo-Attentaeter-BILDER-VIDEOS/35237327

Noch einige Schritte weiter in Richtung Solidarisierung mit dem Denkmuster des Attentäters (aus der Counter-Dschihad Szene):

"Man kann das Norwegen-Massaker auch als Tat eines Verzweifelten hinstellen, dessen Wut über die sukzessive Abschaffung Norwegens und seiner christlich-abendländischen Fundamente sich in diesem Terrorakt ausdrückte. Wenn man den palästinensischen Terror durch die “Besetzung” Palästinas durch   ungläubige Juden rechtfertigt (und dies tun insbesondere die Gutmenschen Norwegens!), warum sind sie dann plötzlich nicht in der Lage, den Terror eines einzelnen Christen gegen die Besetzung seines Landes durch den Islam in äquivalenter Weise zu verstehen bzw. zu erklären? Nun, die Antwort ist klar: Nicht der Islam besetzt Norwegen und den Rest Europas, sondern das politische Establishment lässt Muslime millionenfach und gegen den Willen ihrer Bevölkerung nach Norwegen und die übrigen europäischen Länder herein. Die Hauptverantwortung für die weltweite Islamisierung westlicher Länder ist ohne Ausnahme dem ünerwiegend linken, im besten Fall jedoch gutmenschlichen politischen Establishment jener Länder zuzuweisen. sie allein waren und sind es, die in den letzten 50 Jahren Millionen kultur- und werte-inkompatibler Muslime in ihre Länder geholt haben. Sie wurden dazu von niemandem autorisiert außer durch sich selbst."
http://ethischer-realismus-workgroup.blog.de/2011/07/23/gefundene-fressen-spiegel-rassismus-pur-11530153/ ; Zitat eines Beitrags von Michael Mannheimer
http://michael-mannheimer.info/2011/07/23/politisch-inkorrekte-gedanken-zum-norwegen-massaker/


Beitrag auf einer "islamkritischen" Webseite noch kurz vor dem Attentat (moniert wird, dass trotz Aufrufs zum Widerstand "nix passiert" sei):

"3. Juli 2011 um 08:48  Kannschonsein
" Michael Mannheimer hat schon zu recht zum Widerstand aufgerufen, und was ist passiert? Gar nix! ... " -

Beispiele für weitere Zitate auf dieser und ähnlichen Webseiten, die Gewalt gegen Gutmenschen" notwendig und gerechtfertigt erscheinen lassen: "Pestartige political correctness", "Gutmenschen sind klinisch geisteskrank", "Gutmenschen sind krimineller Abschaum"... 


Hier noch ein Zitat mit der Handlungsanweisung, "Gutmenschen" als "kriminellen Abschaum" zu behandeln und sich zur Not "gegen den Staat und seine Organe zur Wehr (zu) setzen:


2. Juli 2011 um 10:48  killerbee
" ...  Es gibt keinen Menschen, der rassistischer, ungerechter, undemokratischer und
  gewalttätiger ist als ein Gutmensch. Es ist Zeit, sie als das zu behandeln, was sie sind: Krimineller Abschaum, der eiskalt einen Völkermord an den Völkern Europas vollführen will. Ob die Polizei oder der Staat uns bei diesem Kampf um unsere Heimat unterstützt oder nicht, ist irrelevant. Zur Not müssen wir uns auch gegen den Staat und seine Organe zur Wehr setzen, wenn sie sich gegen die Menschenrechte des eigenen Volkes richten."
http://sosheimat.wordpress.com/2011/07/02/gutmenschen-klinisch-geisteskrank/

Michael Mannheimer lobte Hefty in einem auf einschlägigen Webseiten verbreiteten Artikel dafür, dass er von "Vorposten des Türkentums" geschrieben hatte; siehe z.B.
http://michael-mannheimer.info/2011/06/09/die-turkische-kolonialverwaltung-ditib-uber-die-planvolle-islamisierung-deutschlands-durch-die-turkei/


Zu Kommentaren des Norwegen Attentats im Stil von "furchtbar, aber ..." siehe auch


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Aufruf zum „Widerstand“ und vorauseilendes Verständnis für „Aufstände“

Zum Beispiel Michael Mannheimer (08. April 2011):


Organisiert Euch! Erhebt euch von euren Sofas! Geht auf die Straßen! Greift zu den Waffen, wenn es keine anderen Mittel gibt! ... Es lebe die Freiheit! ...
Wer Michael Mannheimer finanziell unterstützen möchte, klicke bitte
hier.
http://michael-mannheimer.info/2011/04/09/mein-aufruf-zum-widerstand-gegen-das-politische-establishment-gemas-art-20-abs-4-gg/
(Wer jetzt wissen moechte, was Michael Mannheimer denn so an Spenden einsammelt und was er damit macht, der betreibt natuerlich, klar, eine „Hexenjagd“.)


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Ergaenzung 14. 04.2012

Lachende Polizei?
Mannheimer wurde wegen seines Aufrufs zur Gewalt (wegen Volksverhetzung gem. § 130 etc.) im Februar 2012 in erster Instanz zu einer Geldstrafe von 2500 EUR (50 Tagessaetzen a 50 EUR) verurteilt. Seine zahlreichen fanatischen Anhaenger werden davon natuerlich nur noch mehr angetoernt, begeistert von dem mutigen Ketzer. Unterhalb des Vergleichs mit dem Widerstand gegen Hitler geht’s nicht; aber bitte nur Stauffenberg, Elser ist des Vergleichs nicht wuerdig. Die Spendenzusagen fliessen reichlich. (Dass Mannheimer schon seit Jahren Spenden sammelte, von deren Verwendung nichts bekannt ist, wird treuherzig uebersehen.)
Einige Zitate aus den Kommentaren auf PI:

#83 Heta   (27. Mrz 2012 01:48)  
„Na gut, ich werde Mannheimer fünfzig Euro spenden, aber nur, weil die Begründung
die ganze Ahnunglosigkeit der Heilbronner Justiz offenbart: Wer behauptet, dass
der Islam die Weltherrschaft anstrebt, „verfälscht“ den Islam! Lächerlicher
geht’s nimmer. Mannheimers Aufruf selbst fand ich vor allem im letzten Absatz
(„Greift zu den Waffen, wenn es keine anderen Mittel gibt!“) verantwortungslos:
genauso hat auch die RAF ihren bewaffneten Kampf begründet.“
#89 WahrerSozialDemokrat   (27. Mrz 2012 02:27)  
„#85 Heta (27. Mrz 2012 01:48)
Wollt Sie zuerst loben, bzgl. Unterstützung! Aber die Raf-Assoziation ist
unerträglich!
Auf Ihre 50 € kann jeder aufrechte Demokrat gerne verzichten!!!
Sie sind noch schlimmer, als ich dachte…“
#127 MutBuerger   (27. Mrz 2012 08:20)  
„Ich werde auch spenden, hier wird sich auch zeigen was die islamkritische Szene
taugt. ...
Aber eine Anmerkung hätte ich dann noch, wer sich regelmässig öffentlich
islamkritsch äussert sollte eine Rechtsschutzversicherung haben, die gibt es
schon für unter 15 Euro im Monat.“
#183 Kaiserschmarrn   (27. Mrz 2012 10:43)  
„Also ich bekam vor 2 Jahren genau den gleichen Strafbefehl wegen Volksverhetzung ... da mußte sogar die Polizei lachen als ich dort war zum Vorsprechen.“
(Hervorhebung in Fettdruck von mir, Anm. Blogger)

#192 Eurakel   (27. Mrz 2012 10:54)  
„+++ DER HAMMER +++
Der islamkritische Vorschlag ist aus Merkels zukunftsdialog verschwunden !!!
#194 Eurakel   (27. Mrz 2012 10:56)  
„PS ....
Entwarnung, er ist zum Glück doch noch da:

#211 Yanqing   (27. Mrz 2012 11:34)
„ ... Es gibt Muslime und Nicht-Muslime, und nichts dazwischen.“

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"Eine Relativierung der Attentate wird von Rechtsextremisten insofern vorgenommen, als sie Breivik als Opfer der multikulturellen Gesellschaft interpretieren. Dabei sei es ihrer Meinung nach nicht auszuschließen, dass zukünftig noch mehr solcher Täter „produziert“ würden."
Aus dem Verfassungsschutzbericht 2011 des Landes Brandenburghttp://jwp-mittendrin.de/blog/wp-content/uploads/2012/03/Verfassungsschutzbericht_2011.pdf

Anm.: Davon sind allerdings auch einige Kommentare in Mainstream-Medien, siehe Hefty in der FAZ, nicht weit entfernt.

Ueber den bemerkenswerten Kommentar von Georg Paul Hefty hat sich auch Blogger "Beccaria" Gedanken gemacht:
http://balkenundsplitter.blogspot.com/2011/07/hier-wird-erklart-warum-hefty-den.html


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Zum Selbst-Vergleichen mit der Argumentation von Hefty (aufgrund der Uebervoelkerung seien kuenftig mehr solcher Taten zu erwarten wie in Oslo):

Leser-Kommentar auf PI zu einem Beitrag mit dem Titel
“Klares Zeichen aus Oslo”

“Rockefellers Bevölkrungsreduzierung und unnötige Esser Theorien sind zwar rau und hart und werden kritisiert, sind aber nicht unbegründet. Der Islam scheint das nicht verstanden zu haben und fordert noch höhere Geburtenraten … Es wird doch wohl einen Grund geben warum der Rest der Welt mit allen Mitteln und Lügen einen Krieg gegen die Religion des Frieden sucht, und, glaubt mir, es wird ihn geben, denn ohne ihn wird dieser Planet bald überlaufen und dem Tod entgegen gehen mit grossen Schritten. Irgenwann werden wir dann gezwungen sein Menschen abzuschlachten um selbst übelebn zu könene und wie immer gewinnen sie Stärkeren.”

#17 Eurocrates (09. Okt 2010 00:20)
http://www.pi-news.net/2010/10/klares-zeichen-aus-oslo/

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Nachtrag


„Meine Brüder in den norwegischen und europäischen Widerstandsbewegungen verfolgen diese Sache hier sehr genau, während sie neue Angriffe vorbereiten. Sie können bewerkstelligen, dass dabei bis zu 40 000 Menschen sterben.“
Breivik vor Gericht in seinem Schlussplädoyer
http://m.faz.net/aktuell/politik/ausland/prozess-gegen-attentaeter-von-ut-ya-verteidigung-fordert-freispruch-breiviks-11795331.html


Laut Hefty (s.o.) wären angekündigte Wahnsinnstaten von "Brüdern" Breiviks so zu erklären:
"Die Staaten müssen damit rechnen, dass mit der Zahl der Menschen auf der Welt der Wahnsinn nicht seltener, sondern häufiger alle Dämme bricht."

Diese Art von "Analyse" ist kein Ruhmesblatt für die FAZ.


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Noch weiter im Ausdruck des Verständnisses fuer den Attentäter ging der französische Literat Richard Millet.
Millet verfasste ein Loblied (Éloge) auf die "literarische" Dimension von Breiviks Verbrechen. Darin beschrieb er Breiviks Tat als "verzweifeltes Symbol dafür, dass Europa die zerstörerische Kraft des Multikulturalismus" unterschätze und als "spöttischen Ausdruck eines Instinkts des zivilisatorischen Überlebens". Nahezu zeitgleich mit seiner "Éloge" (im August 2012) hat der Autor - in verkaufsfördernder Ketzerpose - eine sogenannte Studie "Über den Antirassismus als literarischen Terror" ("De l'antiracisme comme terreur littéraire") veröffentlicht.
Quelle u.a.
http://www.spiegel.de/kultur/literatur/der-franzoesische-autor-richard-millet-schreibt-ein-loblied-auf-breivik-a-852868.html

 

Kommentare:

  1. Politblogger.eu:
    Bewiesen: Karl-Michael Merkle ist ‘Michael Mannheimer’(09.08.2011); http://rechtspopulismusstoppen.blogsport.de/2011/08/10/politblogger-eu-bewiesen-karl-michael-merkle-ist-michael-mannheimer-09-08-2011/ -

    „War M. Merkle alias M. Mannheimer als PI-Provokateur auf der S21-Protestdemo?
    Gefeiert für seinen „Mut“ (vor der Kamera) an Stelle einer angeblich „schweigenden Mehrheit“ sowohl von der Bild-Zeitung Stuttgart, als auch von den Neonazis der Anti-Antifa-Ludwigsburg und dem rassistischen Webblog „politically incorrect“ (pi-news) ... gab es kurz darauf sogar eine Fanseite für M. Merkle auf Facebook. Wer kannte aber seine wahre Identität? M. Merkle alias M. Mannheimer jedenfalls ist nicht nur öfter auf pi-news präsentiert worden, sondern die pi-Gruppe Stuttgart hob schon im Januar 2010 explizit hervor, dass er durch „seine fesselnden Essays bekannt geworden ist und mittlerweile in manchen Kreisen als der deutsche Fjordman gilt.“ ... Ein Kommentar zu diesem Artikel unter dem Synonym „segestes“: „Eine Bitte an Mannheimer …alle PI-Gruppen Deutschlands besuchen und genauso kompetent beraten wie uns in Stuttgart!“ scheint auf weitere Aktivitäten Mannheimers für diese Gruppierung hinzuweisen. Bekannt sind aber ohnehin auch seine gemeinsamen Auftritte mit Mitgliedern der Partei „Die Freiheit“ bei Aktivitäten der rassististischen, selbsternannten Bürgerbewegung „Pax Europa“ oder seine Teilnahme bei der mißglückten Kundgebung der English-Defence-League (eine Neonazi- Bewegung, die um das Netzwerk der Fußball-Hooligans herum organisiert ist und sich an gewalttätigen Demonstrationen beteiligt) in Amsterdam für Geert
    Wilders. Zuletzt berichtete das Deutschlandfunk-Magazin über mögliche Verbindungen von Mannheimer zu einem virtuellem „Pranger“ namens „Nürnberg 2.0″ der in vielem dem Artikel „Die Feinde Deutschlands“ auf seiner Webseite ähnelt, in dem er Namen und Fotos von ihm erkannten „Staatsfeinden“ präsentiert. ...
    Im Vorfeld war M. Mannheimer 2007 als Referent beim Bistum Eichstätt zu einer Tagung mit dem Thema „Bedrohung und Aussterben der Christen im Mittleren und Nahen Osten“ sowie im Mai 2011 bei einer Podiumsdiskussion zu „Ehrenmorden“ der Gießener Gruppe der Studentenorganisation ELSA (European Law Students‘ Association) am Fachbereich Rechtswissenschaft der Justus-Liebig-Universität (JLU) eingeladen.“

    Fanseite:
    „Unter Mut steht im Lexikon Karlmichael Merkle“


    Eingestellt von Magga

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  2. Hassblogger-Szene und "Mainstream":
    Mannheimer/ Merkle hat ein Buch geschrieben, zu dem Kardinal Lehmann das Vorwort verfasste.
    Kardinal Lehmann war Gast auf einer der Politpromi-Veranstaltungen, die der Vater des Hassbloggers Stefan Herre (PI), Klaus Herre, mit organisierte.
    Mal dazu googeln.

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  3. Inhaltlich auf einer Linie mit Hefty, aber weniger verschwurbelt ausgedrückt:

    "Als Breivik das politische System aufgegeben hatte, entschied er sich dafür, zu handfesteren Mitteln zu greifen. Ihm werden wahrscheinlich andere folgen, die dasselbe Gefühl haben, von Gesetzgebern umgeben zu sein, die auf jedes Problem mit noch mehr Gerede über Offenheit reagieren."
    Sørine Gotfredsen, eine der rechtspopulistischen DVP nahestehende Pastorin und Journalistin aus Dänemark.

    Gotfredsen stufte in "Berlingske Tidende" die Tötung von 77 Menschen durch den Islamhasser Breivik als Konsequenz einer multikulturell orientierten, liberalen Zuwanderungspolitik ein, die Proteste ignoriere.

    Berichtet von n-tv; 04. August 2011 („Rechte Parteien streiten über Mitschuld“); Webseite:

    http://www.n-tv.de/politik/Breivik-hatte-angeblich-Helfer-article3975881.html

    Weitere Äusserungen (nach dem Bericht von n-tv):

    Die Chefin der seit zehn Jahren zum dänischen Regierungslager gehörenden DVP, Pia Kjærsgaard, ... hatte in den voraufgegangenen Tagen mehrfach erklärt, ihre Partei werde Inhalt und Wortwahl bei der Kritik an Zuwanderung aus islamischen Ländern in der Folge der Anschläge durch Breivik nicht ändern.
    Sprecher der rechtspopulistischen Fortschrittspartei in Norwegen und der Schwedendemokraten in Stockholm hatten dagegen Konsequenzen aus den Anschlägen am 22. Juli im Osloer Regierungsviertel und auf der Insel Utøya angekündigt. Die Chefin der Fortschrittspartei, Siv Jensen, meinte mehrfach: "Ich kann nicht mehr dieselben Worte wie vorher benutzen."

    "Die Art, in der extreme antiislamische Gruppen heute über Muslime sprechen, gleicht der Art, in der extreme antisemitische Gruppen in den Jahrzehnten vor dem Zweiten Weltkrieg über Juden gesprochen haben."
    Erna Solberg, Vorsitzende der norwegischen Konservativen und Ex-Kommunalministerin in der Osloer Zeitung "VG"

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    1. TAZ, 04.08.2011
      DEBATTE UM PFARRERIN IN DÄNEMARK

      Verständnis für Terroristen von Oslo
      Eine protestantische Pfarrerin in Dänemark hält die Tat des Norwegers Breivik für "wohlbegründet". Die Kirche schweigt, Islamkritiker stimmen zu.
      VON REINHARD WOLFF

      STOCKHOLM taz | Es sei zutiefst beunruhigend, dass jemand überhaupt die Frage stellen könne, wo der Hass eines Anders Breivik herkomme: Es ist der "Multikulturalismus". Seit den Kreuzzügen sei klar, dass das christliche mit dem muslimische Menschenbild nicht zusammenpasse. Wo sie aufeinanderstoßen, gebe es Spannungen und offenen Kampf. Geschrieben hat diese Sätze Sørine Gotfredsen, Vertreterin der protestantischen dänischen Staatskirche und Pfarrerin der Jesuskirche im Kopenhagener Stadtteil Valby.
      Schon früher mit islamfeindlichen Äußerungen aufgetreten, wurde ihr von der konservativen dänischen Berlingske Tidende eine Woche nach den Terrortaten von Oslo Platz für einen Debattenbeitrag eingeräumt. Dort argumentiert sie, "dass das Massaker von Utøya unausweichlich und wohlbegründet sei", fasst die Kopenhagener Politiken zusammen. …
      Auf eine Distanzierung seitens der "Folkekirken", der größten dänischen Kirchengemeinschaft, der vier von fünf DänInnen angehören, wartet man bislang … vergebens. Gotfredsens Äußerungen hätten nichts mit ihrer Amtsausübung zu tun, lässt der Kirchenvorstand der Jesuskirche Valby wissen.
      Gotfredsen, die Breivik eine "glänzende Rationalität" bescheinigt und weitere Massaker vorhersieht, erhält vielmehr Zustimmung von Mitgliedern des islamkritischen Netzwerks der Kirche ("Islamkritisk Netværk i Folkekirken"), dem nach eigener Aussage 124 Pfarrer und Theologen angehören. Von ihnen erklären sich mehrere gegenüber dem Kristeligt Dagblad als einig mit Gotfredsen oder zeigen Verständnis für deren Äußerungen. …
      Die Pfarrerin selbst meint teilweise missverstanden worden zu sein. Und strategisch ungünstig sei der zu frühe Veröffentlichungszeitpunkt ihres Beitrags gewesen. Es gehe nicht um Ton und Timing, erwidert ein Pfarrerkollege in Politiken: Gotfredsen gebe auch noch den Ermordeten die Schuld für den Hass ihres Mörders.

      http://www.taz.de/Debatte-um-Pfarrerin-in-Daenemark/!75688/

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  4. "Tabubrecher" verstehen sich

    Thilo Sarazzin bezieht sich auf Georg Paul Hefty
    DSSA, Kapitel 5, Fussnote 20

    "Ein klassischer - und weitgehend mit Tabu belegter - Fall einer nicht integrationsfähigen und ungemein geburtenstarken Unterschicht sind die Sinti und Roma in Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Rumänien. Zu den dadurch ausgelösten Problemen siehe exemplarisch Georg Paul Hefty: »Vor Wucherern wird gewarnt«, in: FAZvom 18. Juli 2009, S. 3.

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  5. Gedenkfeier zum Todesmarsch

    Aus der Rede von Christa WILLMITZER

    an der Bronzeplastik von Hubertus von Pilgrim,
    Dachau, 28. April 2012


    ...Es ist ein Skandal, daß es bald 70 Jahre nach der bisher größten Barbarei in der Geschichte der Menschheit, nach dem Rassenwahn in dessen Folge eine unvorstellbare Massenvernichtung von Menschen in Gang kam, daß in diesem Land neue Nazis ihr Unwesen treiben, ihre Parolen verbreiten, anders Denkende bedrohen und in einem neuen Rassenwahn, Menschen anderer Nationalität, die in unserem Land leben, ermorden. ...

    In ihrer Gedenkrede anläßlich der 10 Morde an türkischen und griechischen Kleinunternehmern und einer Polizistin durch die braunen Terrorgruppe der NSU, spricht die Bundeskanzlerin von schädlichen Vorurteilen, die zu einem Klima der Verachtung führten. Aber seit Mitte der 80er Jahre wurden in deutschen Wahlkämpfen Vorurteile und Angst vor Überfremdung geschürt, Parolen wie ,,das Boot ist voll" verbreitet. Was wurden für Konsequenzen gezogen nach den
    Brandstiftungen auf Asylbewerberheime und Wohnungen türkischer Familien in Hoyerswerda, Rostock, Solingen und Mölln in den 90er Jahren? Die politische Konsequenz bestand darin, daß der alte Asylartikel § 16 Absatz 2 abgeschafft wurde. Der damalige CDU Innenminister Kanther freute sich in einem Interview über stark gesunkene Flüchtlingszahlen. Sein Kommentar: ,,Dieses Ergebnis wäre nicht erreichbar gewesen ohne die öffentliche Auseinandersetzung, die natürlich auch Hitzegrade erzeugt hat". Er sagte tatsächlich Hitzegrade.

    ,,Aus Worten können Taten werden", klagt die Kanzlerin nun. Es sei erinnert an die Worte eines CSU Politikers von der ,,durchrassten Gesellschaft" und an Leserbriefe, die sich über ,,das Getue um ein paar tote Türken" empörten. Man muß sich fragen, ist es nur Zufall, daß die Rechtsextremisten von Zwickau in einem solchen Klima zu Rassisten und Mördern heranwuchsen? Auch die rassistischen und menschenverachtenden Thesen des Thilo Sarrazin konnten auf diesem Boden gedeihen und sich verbreiten.

    In einem anderen europäischen Land, in Norwegen, hat der Rassenwahn vor einem Jahr 77 jungen Menschen das Leben gekostet. Anders Breivik, ein fanatischer Rassist und Islamgegner, hatte Kontakte zu anderen europäischen
    rechtsextremistischen Organisationen, so auch zur NSU, die hinter den sog. Zwickauer Morden steht. ... Er selbst bekennt sich schuldig und sagt, er habe in ,,Notwehr" gehandelt. Er sieht sich als Vollstrecker eines ,,anti-islamischen Feldzugs" und als Kämpfer gegen die ,,marxistisch-multikulturelle Diktatur". ...

    Europaweit wird eine Islamfeindlichkeit verbreitet. Die in europäischen Ländern lebenden Menschen muslimischen Glaubens werden diskriminiert und zu potentiellen Terroristen gemacht, obwohl es weltweit nur eine verschwindende Minderheit von Muslimen ist, die sich zu einem radikalen Islamismus bekennt. ...

    Mit rassistischen und ausländerfeindlichen Parolen ist es Rechtsextremen immer wieder gelungen in Landes-Stadt- und Gemeindeparlamente gewählt zu werden und das nicht nur in östlichen Bundesländern, auch in westdeutschen Großstädten. ...

    Ich möchte zum Abschluß aus dem Vermächtnis der Überlebenden deutscher Konzentrationslager zitieren:

    Die letzten Augenzeugen wenden sich an Deutschland, an alle europäischen Staaten und die internationale Gemeinschaft, die menschliche Gabe der Erinnerung und des Gedenkens auch in der Zukunft zu bewahren und zu würdigen. Wir bitten die jungen Menschen, unseren Kampf gegen die Nazi-Ideologie und für eine gerechte, friedliche und tolerante Welt fortzuführen. eine Welt, in der Antisemitismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus keinen Platz haben sollen.
    Es schmerzt und empört uns sehr, heute feststellen zu müssen: Die Welt hat zu wenig aus unserer Geschichte gelernt.

    Comite International de Dachau / Das Internationale Lagerkomite Dachau (CID)
    http://www.comiteinternationaldachau.com/de/german-home/9-german-news/79-gedenkfeier-zum-todesmarsch

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  6. Bis zur letzten Patrone

    "Aussagen wie z.B. die von Horst Seehofer, er werde sich in der Regierungskoalition „bis zur letzten Patrone gegen Zuwanderung wehren“, erhalten aus der CDU keinen prominenten Widerspruch (Gathmann 2011)."

    Zitiert in
    Wenn aus Ausländern Wähler werden: Die ambivalente Rolle der Parteien bei der Repräsentation von Migranten in Deutschland
    Dr. Orkan Kösemen

    http://mediendienst-integration.de/fileadmin/Dateien/Parteien_und_Migranten_-_Koesemen_30_Mai_2013_final.pdf

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  7. Aus
    Der Kreuzzug des Borghezio
    Artikel von Hartwig Heine - 27. 07. 2011

    Ist Anders Breivik, der norwegische Massenmörder, ein Einzelfall? Sein Verteidiger erklärt seine Tat mit dem Glauben, „er sei im Krieg, und wenn man im Krieg sei, könne man solche Dinge tun, ohne schuldig zu werden“ (der Verteidiger plädiert auf Geisteskrankheit).

    Auch Italien reagiert, wie Europa, überwiegend mit Unverständnis und Entsetzen. Aber hier gibt es auch eine andere Stimme. Sie gehört Mario Borghezio, der sich vor wenigen Tagen gegenüber dem italienischen Radiosender 24 äußerte: Breivik habe Ideen, die in Europa

    „Millionen von Menschen teilen und von denen viele gut, einige sogar optimal sind. Sein Fall zeigt exemplarisch, dass der Weg des Gutmenschentums in die wirkliche Hölle führt. Die Ideologie der offenen Gesellschaft erzeugt Monster. Der Killer Breivik ist das Resultat dieser offenen, multirassischen, ich möchte sagen orwellianischen Gesellschaft. Diese Gesellschaft erzeugt das Verbrechen. Wenn es zu bestimmten Situationen des Unbehagens und der Unduldsamkeit kommt, endet es unweigerlich in der Tragödie. Wenn ein Volk das Gefühl hat, Opfer eine Invasion zu sein, ergeben sich solche Reaktionen, auch wenn Exzesse zu verurteilen sind… Die offene Gesellschaft ist nicht das Paradies auf Erden, wie uns die Meinungsmacher glauben machen. Die offene und multirassische Gesellschaft ist widerlich“.

    Also „auch wenn Exzesse zu verurteilen sind“: Die offene Gesellschaft ist selbst schuld, und – natürlich – der Islam. So zeigte Borghezio einige Monate zuvor auch Verständnis für einen anderen Massenmörder, Ratko Mladic, der 8000 Muslime allein in Srebrenica ermorden ließ. Nach Mladics Verhaftung im Mai dieses Jahres erklärte Borghezio:

    „Mladic ist ein Patriot… Die Serben wollten den Vormarsch des Islam in Europa aufhalten, aber es wurde ihnen verwehrt“
    (Repubblica vom 28. 5. 2011). ...

    http://www.aussorgeumitalien.de/wp/tag/mario-borghezio/

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    1. ... Many European politicians fail to understand this boomerang effect. They find it “natural” to behave indifferently to the fact that their actions cause reactions in other people. This being the general attitude, it is not surprising to see such people as Mario Borghezio, an MP from the Italian Northern League Party, who condemned Breivik's acts of violence, but also backs his stance against Islam. He said: "Some of the ideas he expressed are good, barring the violence. Some of them are great. His views reflect those of the election-winning movements in Europe." This observation may anger Europe's right-wing parties, as they try to distance themselves from Breivik, but his point is basically correct. There are clear parallels between Breivik's “analytical” ideas and the official views of many political parties in Europe which cannot be considered marginal. We may evade responsibility by saying that there is a broad line dividing ideas and actions, and in principle such a divide does exist. However, people have different sensitivities, and to the extent that those sensitivities are not ideas, there are not broad lines dividing them from action. In short, we may claim that in the context of Islamophobia and xenophobia, ideas may not necessary produce violence, but we cannot say that sensitivities will not produce violence. In the case of Breivik, the main question is not whether some Europeans share the killer's ideas, but the whether majority of Europeans have the same sensitivities as Breivik.

      Some analysts described Breivik and his act as a reflexive action against the perceived threat of Islam. But they failed to see that the mood on which this reflex relies has permeated all of Europe. Today there is an uneasiness created by multiculturalism in Western countries, and the states who parrot the concept of integration, but are scared to implement it, are actually acting as interpreters of that uneasiness. Seen from the outside, Breivik does not look like an “individual” case. The individuality of his action is clear, but the emotional legitimacy behind that action is not individual in the least: It can even be defined as structural.
      © Today's Zaman

      http://www.icare.to/news.php?en/2011-08

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  8. Berthold Kohler: Thilo Sarrazin. Außerhalb des Korridors, in „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom 08. Oktober 2009

    Sarrazins Sekretariat wird in diesen Tagen Schwierigkeiten haben, die Zustimmung zu bewältigen. Alles kleine Nazis? Es schreibt vielmehr die politische Mitte, die es satthat, als fremdenfeindlich beschimpft zu werden, nur weil sie nicht länger mit den Dogmen eines gescheiterten Multikulturalismus traktiert werden will, für den jeder geschächtete Hammel eine kulturelle Bereicherung ist. Dass Sarrazin, bekanntermaßen mit einer intellektuellen Lust an der Provokation ausgestattet, auch in diesem Interview mit manchen Aussagen über die Stränge des Üblichen geschlagen hat, mag den Usancen der Bundesbank widersprechen. Aus der sogenannten Mehrheitsgesellschaft aber schlägt ihm eine Welle der Dankbarkeit dafür entgegen, dass endlich einmal einer ihr seine Stimme geliehen hat.

    http://brandsaetze.blogsport.de/die-sarrazin-fangemeinde/

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  9. "linksgrünversiffte Gesinnungsdiktatur"

    Aus einem Zuschauerkommentar zu Hassknecht, "Der Einwanderer"; vor 3 Wochen

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  10. Deutscher Bundestag Drucksache 17/6910
    17. Wahlperiode 05. 09. 2011
    Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums des Innern vom 2. September 2011
    übermittelt.

    Antwort
    der Bundesregierung
    auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke, Jens Petermann, Halina Wawzyniak und der Fraktion DIE LINKE. – Drucksache 17/6823 –
    Antimuslimischer Rassismus und Rechtsextremismus

    ... Nach Einschätzung der Bundesregierung auf der Grundlage der Erkenntnisse der Sicherheitsbehörden handelt es sich bei Anders Behring Breivik um einen irrational handelnden, fanatisierten Einzeltäter, nicht hingegen um einen aus nationalsozialistischer Überzeugung heraus handelnden Fanatiker. In seinem Manifest steht Anders Behring Breivik Nationalsozialismus ebenso kategorisch ablehnend gegenüber wie Antisemitismus. Damit bestehen grundlegende Wider- sprüche zu den tragenden Ideologiemerkmalen, die für die deutsche rechtsextre- mistische Szene identitätsbildend sind. Damit stößt auch das im Manifest Anders Behring Breiviks zum Ausdruck gebrachte geistige Konglomerat in der deutschen rechtsextremistischen Szene nicht auf fruchtbaren Boden, sondern erfährt Zurückhaltung bis Ablehnung. Auch Reaktionen in deutschsprachigen Internet- Blogs und Websites fallen überwiegend ablehnend aus. ....

    http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/069/1706910.pdf

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    1. Aus der Vorbemerkung der Fragesteller

      Am 22. Juli 2011 tötete der 32-jährige Norweger Anders Behring Breivik 77 Menschen. Die meisten von ihnen waren Jugendliche in einem Ferienlager der sozialdemokratischen Arbeiterjugend auf der Insel Utöya. Zuvor hatte An- ders Behring Breivik eine Bombe im Osloer Regierungsviertel gezündet. In einem im Internet veröffentlichten 1 500 seitigen Manifest mit dem Titel „2083. A European Declaration of Indepence“ („2083. Eine europäische Unabhängigkeitserklärung“) gibt der am Tatort von der Polizei festgenommene Anders Behring Breivik an, seine Bluttat habe zur „Rettung Europas vor dem Kulturmarxismus und der Islamisierung“ gedient. Anders Behring Breivik gehörte mehrere Jahre lang der extrem rechten norwegischen Fortschrittspartei an und unterhielt Kontakte zu rechtsextremen und christlich-fundamentalistischen Gruppierungen.

      Der Vizepräsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz Dr. Alexander Eisvogel warnte laut „DER SPIEGEL“ vom Sonntag 31. Juli 2011 vor Nachahmungstätern, die das Vorgehen des Attentäters von Oslo als Blaupause nehmen könnten. Nach Einschätzung des Bundesamtes für Verfassungsschutz handelt es sich bei den Attentaten um eine „neue Form der Ausländerfeindlichkeit“ ...

      Antirassistische Initiativen wie das „Berliner Bündnis Rechtspopulismus stoppen!“ wiesen darauf hin, dass das Attentat nicht außerhalb eines politischen Klimas zu verstehen ist, in dem Personen mit muslimischem Glauben diskriminiert und unter Generalverdacht gestellt werden. Eine zunehmende Islamfeindlichkeit gerade auch bei Besserverdienenden und Menschen mit hohem Bildungsniveau beklagt der Bielefelder Gesellschaftswissenschaftler Dr. Wilhelm Heitmeyer in seiner im Dezember 2010 vorgestellten jährlichen Studie „Deutsche Zustände“ über „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“. ...

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    2. Mehr von PI

      #21 Moralist (24. Jul 2015 08:56)

      OT
      „Breiviks Ideologie zieht sich wie ein roter Faden bis zum Entstehen von Pegida“

      Quelle: http://www.rtdeutsch.com/26953/headline/von-breivik-zu-pegida-der-schoss-ist-fruchtbar-noch-aus-dem-dies-kroch/

      Soweit zu der RT – Begeisterung hier auf PI…

      http://www.pi-news.net/2015/07/staat-kapituliert-vor-multikriminellem-tuerken/

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  11. BloggerMagga
    #15.9 — 25.10.2015

    Ein häufig zu findendes Erklärungsmuster bei rechtsextremistischen Gewalttaten:

    Die Tat wird mit "eigensten" psychischen Störungen der Täter erklärt
    Der Hintergrund, wie sie aufgehetzt wurden, bleibt außen vor.
    Dazu dann noch der mehr oder weniger direkte, zumindest nahe legende Hinweis, die eigentlichen Verantwortlichen seien diejenigen, die der Täter hasst (und die er mit seiner Tat stellvertretend angegriffen hat), weil sie zu viele Fremde ins Land lassen.

    Solche Argumentation war im Fall des Norwegen-Attentäters Breivik in Kommentarspalten zu finden, aber auch an prominenter Stelle in Leitmedien.

    Aus einem Artikel von Georg Paul Hefty auf der 1. Seite der FAZ Druckausgabe vom 25.07.2011 (zitiert auf http://guttmensch.blogspo...):

    "Keine Erklärung" (Titelzeile)
    "Zwar sucht der Wahnsinnige sich seine Vorwände weltweit, aber er antwortet nicht auf seine Umwelt, sondern auf seine eigensten Störungen."
    "Die Staaten müssen damit rechnen, dass mit der Zahl der Menschen auf der Welt der Wahnsinn nicht seltener, sondern häufiger alle Dämme bricht."

    In dem ganzen Artikel wurde, der Besprechung in dem verlinkten Post zufolge, die Tatsache, dass der Täter ein von "islamkritischen" Hass-Seiten abgekupfertes Bekennerpamphlet ins Internet gestellt hatte, einfach komplett weggelassen.

    Antwort auf #15 von Einfach_Ich23

    (Aus einem Thread zu dem Messerangriff auf Henriette Reker)

    http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-10/attentat-henriette-reker-attentat-koeln-schuldfaehigkeit-oberbuergermeister-wahl?cid=5445644#cid-5445644

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    1. Aus dem gleichen Thread:

      BloggerMagga
      #65 — 25.10.2015

      Ein häufig zu findendes Erklärungsmuster bei rechtsextremistischen Gewalttaten, auch hier in etlichen Kommentaren vertreten, ist dieses:

      Die Tat wird mit "eigensten" psychischen Störungen der Täter erklärt.
      Der Hintergrund, wie sie aufgehetzt wurden, bleibt außen vor.
      Dazu dann noch der mehr oder weniger direkte, zumindest nahe legende Hinweis, die eigentlichen Verantwortlichen seien diejenigen, die der Täter hasst (und die er mit seiner Tat stellvertretend angegriffen hat), weil sie zu viele Fremde ins Land lassen.
      (Ausführlicher in #15.9)

      Erwähnenswert zum Thema rechtsextremistische Anschläge auf Politiker und Frage nach Bezügen zu Hasskampagnen ist der Anschlag auf die amerikanische Kongress-Abgeordnete Gabrielle Giffords Anf. 2011, begangen von dem Rechtsextremisten Jared Lee Loughner (s. z.B. https://en.wikipedia.org/...).

      Zuvor hatte ein Hass-Schreiber Giffords als „Open Border Traitor“ bezeichnet, als „Offene-Grenzen-Verräterin“. Auf der Facebook-Seite des Stars der Tea Party Bewegung, Sarah Palin, war Giffords Wahlkreis mit einem Fadenkreuz gezeichnet gewesen. In den Medien wurde dieser Hintergrund z.T. weggelassen. So wies z.B. der Focus in einem Artikel vom 17. Jan. 2011 jegliche Möglichkeit einer Verbindung zwischen dem Schüren von Hass und dem Attentat als absurd zurück, ohne auch nur die Fadenkreuz-Episode zu erwähnen.
      (Infos von http://guttmensch.blogspot.com/2011/06/forderung-und-finanzierung-der-eugenik.html, Suchw. Giffords)

      http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-10/attentat-henriette-reker-attentat-koeln-schuldfaehigkeit-oberbuergermeister-wahl?cid=5446178#cid-5446178

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    2. Aus dem gleichen Thread:

      Frei-Geistlicher Demokrat
      #57 — 19.10.2015

      Diese unsägliche, verbrecherische Tat, das versuchte Abschlachten eines Menschen auf offener Straße, begangen von einem Täter mit rechtsradikaler Vergangenheit,
      ist hoffentlich ein Weckruf an die Adresse der:
      Politik, der Regierung, ihrer Organe wie Polizei und Justiz.

      Kriminalität

      Mehr als 10.000 rechte Straftaten 2014
      "Neonazis und Rechte haben Tausende Straftaten verübt. Die noch vorläufigen Zahlen signalisieren einen leichten Rückgang. Aber es wird noch viele Nachmeldungen geben." ...

      "Die jetzt vorliegende Jahresbilanz deutet möglicherweise auf einen leichten Rückgang rechter Kriminalität hin.
      2013 hatte die Polizei in der vorläufigen Statistik 11.761 Straftaten aufgelistet,
      darunter 574 Gewaltdelikte.
      Mit den Nachmeldungen nahm die Summe dann allerdings auf 17.042 rechte Straftaten mit 837 Gewaltdelikten zu."

      Wird zwischen "Wir-sind-das-Volk"- und "Lügenpresse"-Rufen der Pegida-Anhänger,
      nicht immer wieder gefordert "Kriminelle (Ausländer) Sofort Abschieben!"
      http://www.zeit.de/gesell...

      Die Kriminellen unter den Pegida-Demonstranten werden scheinbar geduldet und toleriert.

      Der Mitbegründer und Organisator von Pegida ist selbst mehrfach vorbestraft.
      https://de.wikipedia.org/...

      http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-10/attentat-henriette-reker-attentat-koeln-schuldfaehigkeit-oberbuergermeister-wahl?page=15#comments

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  12. #2 Ausgewanderter (23. Jul 2011 07:52)

    Habe vorhin bei der Welt gelesen, daß er etwas gegen die Einwanderungspolitik hat, was auch nicht schwer nachzuvollziehen ist.

    Im Übrigen handelt es sich bei dem Ferienlager um eines der dortigen Sozialisten! Ein Schelm, der Böses dabei denkt. ...

    http://www.pi-news.net/2011/07/korrektur-amoklauf-norwegen-87-tote/

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  13. "Die Staaten müssen damit rechnen, dass mit der Zahl der Menschen auf der Welt der Wahnsinn nicht seltener, sondern häufiger alle Dämme bricht."

    Zitat Hefty (im Zusammenhang mit dem Norwegen-Attentat), siehe Post.

    Ausgerechnet Überbevölkerung soll als Auslöser für die Wahnsinnstat im dünn besiedelten Norwegen eine Rolle gespielt haben?

    Ein bemerkenswertes Erklärungsmuster, das interessante Parallelen zu Denkmustern aufweist, wie sie von Mitgliedsorganisationen der "U.S. Inc." Gruppe verbreitet werden - s.u.

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    1. “Decline of folks who look like you and me”

      Marriage of convenience between anti-natalist groups on the left and immigration restrictionists on the right?

      Donald Trump’s America
      His notions about the evils of immigration are based on untruths that promote ideas noxious to conservatives and imperil the legacy of the Republican Party
      Linda Chavez / Oct. 1, 2015

      … The modern immigration-restriction movement began with one man, an ophthalmologist from the Upper Peninsula in Michigan. John Tanton’s interest in immigration stemmed from his involvement in environmentalism and population-control advocacy. He served on the national executive board of the Sierra Club, was president of the Planned Parenthood of Northern Michigan, and became national president of Zero Population Growth from 1975 to 1977.
      Concerned that the only practical way to lower population in the United States was to restrict immigration, not just because welcoming immigrants increases population per se but also because immigrants had higher fertility rates than the native born, he founded FAIR in 1979 under the auspices of U.S. Inc., his nonprofit umbrella group. Tanton subsequently used U.S. Inc. to raise funds for and incubate all three of the most important restrictionist organizations now operating—FAIR, CIS in 1985, and NumbersUSA in 1997. … Tanton’s network continued to grow and become ever more influential. Though the organizations and some of the leaders have tried to distance themselves from Tanton and his racialist views—he once wrote one of his large donors, “One of my prime concerns is about the decline of folks who look like you and me”—the groups receive considerable financial support from funders whose primary interest is environmental and population-control advocacy.
      The Colcom Foundation, founded by the late Mellon banking heiress and early Tanton funder Cordelia Scaife May, gave the three groups $23.7 million between 2010 and 2012 alone, according to a report in the Pittsburgh Post-Gazette. May’s interest in population issues stemmed from her close friendship with the birth-control pioneer and eugenics supporter Margaret Sanger, whose portrait hung in May’s home. … ” FAIR has also received funding from more controversial donors, in particular the eugenicist Pioneer Fund, which gave the group $1.2 million in its early years. …
      Though FAIR, CIS, and NumbersUSA at first glance seem to have a singular focus on immigration issues, their concerns about “overpopulation” and its effect on the environment can be found among their many policy papers and briefs … It seems a marriage of convenience between anti-natalist groups on the left and restrictionists on the right. …
      Senator Sessions, writing in the Washington Post, clearly embraces the view of FAIR et al. that legal immigration is the real problem: “Legal immigration is the primary source of low-wage immigration into the United States. In other words, as a matter of federal policy—which can be adjusted at any time—millions of low-wage foreign workers are legally made available to substitute for higher-paid Americans.”
      Wisconsin governor and GOP presidential candidate Scott Walker has paid homage to Sessions as his primary source for immigration advice: “The next president and the next Congress need to make decisions about a legal-immigration system that’s based, first and foremost, on protecting American workers and American wages,” he told Glenn Beck in April. But it is Donald Trump who has pushed the GOP field into truly dangerous waters on the immigration issue, with calls for mass deportations and an end to birthright citizenship. …

      https://www.commentarymagazine.com/articles/donald-trumps-america/

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